Im Westen nichts, aber im Osten viel Neues – so könnte ein erfahrener Flussreisen-Liebhaber argumentieren, wenn er auf Flusskreuzfahrten die in den traditionellen Flussprogrammen aufgenommenen Flüsse Rhein, Donau, Main und Mosel bereits besuchte, nunmehr aber auf andere Destinationen aufmerksam wurde, die auf russischen Strömen zu bereisen sind.
Viking Flusskreuzfahrten bieten in der laufenden Saison zwei neue Routen in Russland und auf der Wolga an:
„Russland Rhapsodie“, 16 Tage von Moskau nach Wolgograd, inklusive eines 3-tägigen Aufenthalts in St. Petersburg und den Inlandflug von Wolgograd nach St. Petersburg; unermessliche Kunstschätze in St. Petersburg und Moskau; Viking Pakhomov mit Preisnachlass
Schwarzmeer-Reise, 12 Tage von Odessa nach Kiew, Viking Lomonosov, Jalta, auf den Spuren der Kosaken, günstiger Reisepreis
Die Wasserwege des Zaren, 8 Tage von St. Petersburg nach Moskau auf der MS Wolga Dream (Dertour), großzügig klimatisierte Außenkabinen, kulinarische Köstlichkeiten der internationalen Küche; Kreml mit Roter Platz; mächtige Seenlandschaften: Rybinsker Stausee, Weiße See, Onegasee, Ladogasee
Schönste Flusslandschaften Russlands, MS Prinzessin Anabella (Phoenix Reisen), Flussschiff für gehobene Ansprüche, Komfort und einzigartiges Ambiente
Weitere Anbieter:
Nicko tours GmbH, Plantours & Partner
Reisezeit:
Mitte Mai bis Oktober, in den Sommermonaten ca. 30°, wechselhaft in St. Petersburg, Schneefall bereits im Oktober möglich
Einreise:
Für Russland ist ein Visum erforderlich ( wird bei Touristen-reisen vom Veranstalter besorgt), Migrationskarte bei Ein- und Ausreise
Reisetipp:
Auf der russischen Klosterinsel Valaam in Karelien die Magie der Stille erleben! In Valaam ist die Zeit stehen geblieben, nur per Schiff erreichbar, unberührte Natur, 200 Vogelarten und 150 Mönche.
Die Deilmann Reederei hat für ihre Flusskreuzfahrtsparte am 24. Juni 2009 einen Insolvenzantrag gestellt. Ab dem Jahresende 2009 kann der Geschäftsbereich „Flusskreuzfahrt“ nicht mehr weiter geführt werden. Gründe für den Insolvenzantrag sind zum einen die Folgen der weltweiten Wirtschatskrise, zum anderen das Ausbleiben der Passagiere aus Übersee und Großbritannien sowie der erheblich verschlechterte Wechselkurs gegenüber dem US-Dollar und dem englischen Pfund. Die Umsätze wurden nahezu um 50% reduziert.
In vollem Umfang wird aber der Geschäftsbereich „Flussschifffahrt“ bis zum Jahresende 2009 aufrecht erhalten. Die Anzahlungen der Kunden bleiben bestehen und werden bei der Schlusszahlung angerechnet. Die Deilmann-Reederei wird sich künftighin auf die Hochseekreuzfahrten konzentrieren, da dieser Geschäftsbereich nicht von der Insolvenz betroffen ist.
Mit der Taufe der „Viking Sun“ hatte die Reederei Viking River Cruises vor vier Jahren ein neues Kapitel der Kabinen-Flussschifffahrt aufgeschlagen. Seinerzeit hatte Wenche Myhre das speziell für Rheinkreuzfahrten konzipierte Flaggschiff getauft und ist im gesamten europäischen Wasserstraßennetz mit ihrer Länge von 132 Metern das wohl längste Kabinen-Passagierschiff. In Design und Ausstattung kann sich die Viking Sun durchaus mit den Hochsee-Kreuzfahrtschiffen messen und besticht durch das moderne Antriebssystem, das die Viking Sun nahezu geräuschlos über das Wasser gleiten lässt.
Den herrlichen Trip zwischen Nürnberg und Trier buchen vorwiegend ältere Semester, welche diese Reise in die Ruhe gepaart mit kulturellen Erlebnissen und kulinarischen Leckerbissen genießen. Auf der 744 Kilometer langen Flussreise muss die Viking Sun 50 Schleusen passieren. Da die Viking Sun lediglich Außenkabinen anbietet, kann jeder Gast jederzeit einen Blick auf die ruhig vorbeiziehende Landschaft werden. Die auf den Gängen angebrachten Eiswürfelspender unterstreichen den amerikanischen Touch, und es sind eben auch Gäste aus Übersee, die einmal den „Schicksalsfluss der Deutschen“ befahren wollen. Aber, das Personal ist zweisprachig, so dass auch den deutschen Gästen ein vollkommener Service angeboten wird. Und ein vorwiegend jugendliches Team unternimmt alles, um den Gästen einen besonders angeneh-men, abwechslungsreichen und interessanten Aufenthalt zu bieten und mit ihrem jugendlichen Schwung die Urlaubswoche zu verschönern. Die Gäste können wirklich die Seele baumeln lassen, und zudem bekommen sie jeden Wunsch erfüllt.
Die Reiseroute berührt höchst interessante und kulturell bedeutende Anlaufstationen, so Bamberg (Bischofsstadt, imposanter Dom, barockes Rathaus, UNESCO-Weltkulturerbe), Würzburg (Hofgarten und Residenzplatz, bedeutendes Schloss Europas, Burg Wertheim, mittelalterliches Gepräge des Stadtbildes mit engen Gassen und Fachwerkhäusern), Amorbach (Benediktinerabtei, prunkvoller Sakralbau), Rüdes-heim (Drosselgasse ein Muss, Niederwalddenkmal, Burg Ehrenfels, Brömserburg, Mäuseturm), Cochem (Rathaus, alter Stadtkern, Sesselbahn zum Pinnerkreuz, historische Fachwerk-häuser, Pegelhaus), Bernkastel-Kues (mittelalterlicher Markt-platz, Giebelfachwerkhäuser, Renaissance-Rathaus, Burgruine Landshut, weinkulturelles Zentrum), Trier (Porta Nigra, Thermen, Römerbrücke, Trierer Dom, wehrhafte Wohntürme, mittelalterlicher Hauptmarkt,Moselkräne).
Auch in dieser Saison liegen Flusskreuzfahrten auf dem Rhein, dem Main, der Mosel und der Donau voll im Trend. Viele Gäste entscheiden sich auch in diesem Jahr für die nahe liegenden Destinationen, denn „das Gute liegt so nah“. Auf dem Schicksalsstrom der Deutschen sind die Eindrücke frühmorgens um sechs Uhr am beeindruckendsten., wenn noch kleine Nebelfetzen auf dem Wasser liegen und die begleitende Flussuferlandschaft in ein malerisches Gewand tauchen. Die ersten Sonnenstrahlen tauchen das Rheintal dann in ein magisches Licht und senden ihre Strahlen auf die „glühenden“ Weinberge, mächtige Burgen und mittelalterlichen Festungen. Der Gast erlebt aus nächster Nähe die herrlichen Landschaften mit einer bewegten Geschichte in komprimierter Form. Und bei den verschiedenen Stopps lernt der Gast idyllische Orte mit kunsthistorischer Bedeutung kennen.
Es ist die Vielfalt der Eindrücke, welche eine Flussfahrt auf dem Rhein so interessant macht. Wer sich für eine Flusskreuzfahrt entscheidet, kennt allein auch die praktischen Vorzüge, denn die Abfahrtshäfen sind leicht mit der Bahn oder auch mit dem eigenen Auto zu erreichen. Hinzu kommt, dass die Passagiere auf ihrer Flussreise nicht mit Zeitverschiebungen oder/und Klimawechsel konfrontiert werden.
Die verschiedenen Reedereien, die die deutschen Flüsse als Destination ausgewählten, haben mittlerweile aufgerüstet. Der Rostocker Anbieter A-Rosa wirbt ab August mit der nagelneuen „Arosa Aqua“ um Kunden. Der Flussschifffahrt-Spezialist Viking startet mit zwei Schiffen, der „Viking Helvetia“ und der „Viking Sky“, in die Saison. Und ab Oktober bringen kulinarische Rhein-Tour-Reisen den Gast nach Holland.
Wer eine Flussschifffahrt erst ab dem späten Herbst antreten möchte, kann mit Transocean Tours im November und Dezember die schönsten Weihnachtsmärkte entlang des Rheins besuchen, die bezaubernde Winterlandschaft genießen und sich an der Bar mit einem Gläschen Wein erfreuen.
Nicht allein wegen der Wirtschaftskrise kämpfen die einzelnen Reedereien um jeden Passagier. Mit neuen modernen und großzügig ausgestatteten Luxuslinern wird um ein neues Klientel geworben. Jeder „Neuling“ muss mit Besonderheiten und Attraktionen aufwarten, damit die Kabinen auch belegt sind. Die Kundenwerbung läuft aber auch auf der Preisschiene. Kreuzfahrten gibt es angesichts steigender Schiffskapazitäten immer öfter auch als Schnäppchen. Aber aufgepasst: Die Einstiegspreise sinken, aber die Nebenkosten steigen! Und so wundert es nicht, dass es bisweilen trotz des überaus günstigen Reisepreises mit der Endabrechnung zu bösen Überraschungen kommt.
Womit wird um die Passagiere geworben? Mit Treue-Bonus für Stammkunden, Kennenlern-Rabatt für Erstfahrer, Partnertarif, Familienrabatte, Best offer, Last Minute und auch mit Bordguthaben. Derzeit haben auch Glückskabinen und Garantiepreise Hochkonjunktur. Auch mit tagesaktuellen Preisen gehen Reedereien in die Werbeoffensive.
Hat sich der Passagier für eine Kreuzfahrt entschieden, kommen an Bord manche kostenintensive „Nebenkosten“ auf ihn zu. Sog. Getränkepakete schonen auf alle Fälle die Geldbörse. Zu einem Festbetrag kann der Gast beispielsweise Softdrinks, Mineralwasser, Bier vom Fass, Hausweine zum Mittag- und Abendessen buchen. Bei anderen Kreuzfahrt-schiffen gibt es in den Hauptrestaurants Softdrinks, Bier und Wein zum Nulltarif. In den Kabinen erhält der Gast vorwiegend eine Flasche Mineralwasser pro Tag kostenlos. Auf manchen Schiffen kann der Gast sich selbst an Wasserzapfstellen mit Trinkwasserqualität bedienen.
Ein nicht unerheblicher Kostenfaktor spielt das Trinkgeld. Trinkgeldregelungen sind von Schiff zu Schiff ganz verschieden. Bei einigen Kreuzfahrtschiffen sind Trinkgelder zwar nicht obligatorisch, aber dennoch willkommen. Trinkgelder werden für die Kabinenstewardess ebenso „erwartet“ wie für die Kellner im Restaurant und an den Bars. Empfohlen wird eine Trinkgeldrate zwischen 3 und 10 Euro p.P./Tag. Bei internationalen Anbietern wird das Bordkonto des Gastes automatisch mit einem Serviceentgelt je nach Fahrgebiet zwischen 5 und 7 Euro p.P./Tag belastet.
Bei der Kalkulation des Gesamtpreises für eine Kreuzfahrt muss der Gast auch die Ausgaben für die verschiedenen Landausflüge mit einbeziehen. Und unterwegs – so beispielsweise auf den lokalen Märkten und bei den Souvenirständen – wechselt so mancher Euro seinen Besitzer.
Und auch an Bord muss der Passagier mit Kosten für den Bordfotografen ebenso rechnen wie auch für die besonderen Angebote in den Schiffsboutiquen, die mit Spezialpreisen und Sonderangeboten ihr Geschäft verstehen.
Soll das Urlaubsbudget nicht überlastet werden, empfiehlt es sich, vor Antritt der Kreuzfahrt in den Katalogen, auf dem Reisebüro und auch im Internet sich mit all den Nebenkosten, die eine Kreuzfahrt zwangsläufig mit sich bringt, vertraut zu machen.
Teil 3/3
Mittwoch, 09. Juni
Die Sonne ist schon sehr früh um 3.45 Uhr aufgegangen und hüllt die schneebedeckten Berggipfel mit einem rosa Mantel ein. Ab 4 Uhr hält uns nichts mehr in den Betten. Wir haben das Fenster geöffnet, denn wir wollen uns auf keinen Fall diese Fjordlandschaft entgehen lassen. Und außerdem sind die Fensterscheiben dicht mit Wassertropfen übersät.
Und bald informiert uns der Bordsprecher über die Einfahrt in den Geirangerfjord und begleitet diese besondere Wegstrecke mit interessanten Informationen. Kaum einer kann es fassen, dass nach der angekündigten Schlechtwetterfront uns ein „Kaiserwetter“ begleitet und auch nicht mehr so schnell verlässt. Kurz bevor unser Schiff den Anker setzt, wird unser Kreuzfahrtschiff vom Ufer aus mit drei Böllerschüssen willkommen geheißen. Und unser Kapitän erwidert diesen Willkommensgruß mit dreimaligem Sirenengeheul.
Zügig beginnt das Tendern bei glatter See. Schon um 8.30 Uhr sind wir an Land und besteigen den Bus, der uns über 48 Haarnadelkurven zum 1500 Meter hohen Dalsnibba bringt. Alle Versprechungen der verschiedenen Reiseführer erfüllen sich. Die Majestät der Bergwelt liegt uns zu Füßen. Das „Yakee-Wetter“ hält nach wie vor an. 16° herrschen draußen. Die Guides der Maxim Gorki können es nicht fassen, mit welchem Wetter unsere Gruppe gesegnet ist.
Wenke ist die örtliche Reiseführerin. Sie erzählt uns während der Fahrt über die Schwierigkeiten beim Bau des Straßensystems, bei dem 300 Arbeiter ganze neun Jahre zur Vollendung benötigten – bei einem Tageslohn von umgerechnet 63 €-Cent. 17 km ist heute diese Hochstraße lang. Beträchtliche Schneemassen lassen im Winter jeglichen Verkehr zum Erliegen kommen. Mächtige Schneeberge türmen sich heutzutage auf, wenn drei Männer in zehn Tagen das Straßensystem maschinell geräumt haben.
Bald lässt Menke den Bus halten. Wir haben Flydalsjuvet mit dem bekannten Blick über die Schlucht erreicht. Jeder versucht, das Ansichtskartenmotiv von Geiranger zu verewigen. Nach dem ersten Fotostopp bringt uns der Bus zur Aussichtsplattform des Dalsnibba auf 1500 Meter.
Der Blick über Gletscher, Hochgebirgsgipfel, die Straßenkehren, Geröllhalden und den im Tal liegenden Fjord ist beeindruckend. Kaum kann einer verstehen, weshalb wir hoch oben in dieser Märchenlandschaft zur Eile angetrieben werden. Lediglich 15 Minuten stehen uns zur Verfügung. Die Zeit gerade noch, um über ein Schneefeld zu huschen, die „Adlerschwingen“ auszufahren, wenn auch der harte Schnee sich einen Weg in die Unterwäsche sucht.
Dann fahren wir zum Dorf Geiranger zurück. Um abermals einen anderen Teil der Fjordberge zu besuchen. Lediglich 11 Haarnadelkurven muss der sichere Busfahrer bewältigen, aber er gönnt uns in 625 Meter Höhe einen längeren Aufenthalt. Die Meisten nutzen ihn für weitere Fotos auf unser Kreuzfahrtschiff und die umliegenden Wasserfälle. Andere, die im Tal nicht die Toilette aufsuchen konnten, suchen ein stilles Örtchen im Freien. Auf der Rückfahrt müssen wir uns neidlos eingestehen, dass kein anderer Fjord dem Geirangerfjord das Wasser reichen kann, was Ausstrahlung, Eindrücke und Naturschönheit betrifft. Auch wir erkennen, dass diese Aussicht in den von Schneegipfeln gesäumten Fjord in der Rangliste der Fotomotive ganz oben steht.
Der „Böllermann“ verabschiedet uns wieder mit dreifachem Salut, und später gesteht Isolde, dass sie auf der Kom-mandobrücke den letzten Signalton abgeben durfte.
Auch auf der Rückfahrt aus dem Geirangerfjord juckt mein fotohungriger Finger, und ich fange nun von Bord aus weitere Fotomotive ein, so auch eine Stelle auf der Backbordseite, wo Schiffe auf der 500 Meter senkrecht aufsteigenden Felswand ihre Namen eingraviert haben. Leider zieht sich aber am Nachmittag der Himmel zu, und auch die Temperaturen sinken ab. Dennoch hoffen wir, dass das Wetter auch noch am letzten Ausflugstag hält.
Nach dem Abendessen teilt sich die Gruppe wieder auf. Während die einen einer Show der Illusionen mit dem österreichischen Staatsmeister der Magie zusehen, bevorzugen andere das klassische Konzert mit Musik des norwegischen Komponisten Grieg.
Die erwartete „Große Disco-Nacht“ fällt der allgemeinen Müdigkeit zum Opfer, und auch das Motto „Verschieben Sie Ihr Diät-Programm auf Zuhause“ lässt uns nahezu kalt, lediglich einige Naschkatzen unserer Gruppe können dem angepriesenen Kaiserschmarren nicht widerstehen. Der Wind pfeift ums Schiff und die hohen Wellenberge verbreiten doch ein wenig Unbehagen, als wir kurz nach Mitternacht in unsere Kabinen zurückkehren.
Donnerstag,10. Juni
Heute küsst uns Lutz musikalisch mit der Erkennungsmelodie wach. Während der Nacht hat der hohe Wellengang angehalten. Nicht jeder konnte die Nachtruhe genießen. Zu sehr hat unser Schiff geschaukelt. Die Wolkendecke ist nicht aufgerissen, was wir uns so sehr gewünscht haben. Erstmals können wir die Sonne am frühen Morgen nicht sehen. Werden wir wirklich einen Regentag erdulden müssen? So gehen wir aber zunächst einmal zum Frühstück. Das Wetter können wir ohnehin nicht beeinflussen.
Lutz beschwört nochmals mit dem Song „Guten Morgen, Sonnenschein“ das Wetter und „ermahnt“ uns mit dem Tagesspruch:„Wer nicht genießen kann, wird ungenießbar.“
Um 8.30 Uhr haben wir in Bergen festgemacht. Eine dichte Regendecke legt sich über die Stadt. Die Meisten unserer Gruppe haben sich für den Tagesausflug zum Hardangerfjord entschieden. Zunächst fahren wir durch Bergens Innenstadt. Der örtliche Reiseleiter Martin Henze gestaltet eine sehr einfühlsame, anregende und informative Stadtführung per Bus, und dabei vergessen wir zunächst das Tief, das sich in der Region bergen festgesetzt hat. Die Fahrt führt an der Festhalle vorbei, dem Rest der ehemaligen Hansahäuser, dem aus dem 13. Jahrhundert stammenden pittoresken Fischmarkt, den wir allerdings erst nach Beendigung der Tagesfahrt besuchen wollen.
Wir schauen auf „Die Mauer“, das erste Wohnhaus, das aus Stein gebaut wurde, hören die Informationen über die besonders schweren Explosions- und Brandunglücke, die das heutige „Tor zu den norwegischen Fjorden“ heimsuchten.
Henze macht uns auch auf die Regenschirmautomaten aufmerksam, die derzeit in Bergen wie die Pilze aus dem Boden schießen, verständlich, wenn wir erfahren, dass Bergen die regenreichste Stadt Norwegens ist. Das Aquarium, so eine Art Unterwasserzoo, wird vornehmlich von der norwegischen Stammbevölkerung besucht. Als bedeutendstes Jugendstil-gebäude Skandinaviens stellt uns der Reiseführer das Theater vor. Der in den 60er Jahren einsetzende Ölboom hat wesentlich zur Verbesserung der Infrastruktur beigetragen. Dem Hoch-technologiezentrum ist es zu verdanken, dass deren Forschungsergebnisse die Ausbeute bei der Ölförderung nahezu verdoppelt haben. Auch die Heilsarmee, so Henze weiter, unterhält in allen größeren Ortschaften einen Secondhand-Laden mit verbilligten Waren vorwiegend für Ruheständler. Auch die „amerikanische Botschaft“, ein Mc Donald, liegt am Weg, bevor wir die Stadt in südlicher Richtung verlassen und lediglich zu einem kurzen Fotostopp an den Ruinen des geschleiften Lyseklosters anhalten.
Unsere besondere Aufmerksamkeit nehmen die blühenden Rhododendron-Büsche in Anspruch. Kurz vor 11 Uhr überqueren wir bei strömendem Regen mit der Fähre den Samnanger-Fjord. Das schlechte Wetter nutz unser örtlicher Reiseführer, uns über das Gastgeberland Norwegen zu informieren:
„ Norwegen ist das Land mit der höchsten Lebensqualität. Bei 42 Wochenarbeitsstunden erreichen die Norweger das Rentenalter erst mit 67 Jahren. Sie haben weit weniger Urlaub als deutsche Beschäftigte, ebenfalls weniger Feiertage. Die Lebenskosten sind allerdings doppelt so hoch. Ab 16 Jahren müssen die Zahnbehandlungen privat getragen werden. Der Krankenhausaufenthalt ist kostenlos und dauert immer nur wenige Tage. Die Patienten werden sehr rasch in die Obhut des Hausarztes zurückgegeben. 80% der Wohnungen sind in privater Hand.
Die Lebenserwartung liegt bei Frauen bei 82 Jahren, bei Männern durchschnittlich bei 79 Jahren. Ein enormer Druck geht auf junge Beziehungen aus. 50% der Paare leben ohne Trauschein. Von den restlichen 50% werden durchschnittlich wieder 46% der Ehen wieder geschieden.
Der Staat zeigt sich sehr kinderfreundlich. Frauen mit einem Kind können sich entscheiden, ob sie ein Jahr nach der Entbindung mit einer Vergütung von 80% des letzten Nettolohnes leben wollen oder dem Modell acht Monate bei 100% den Vorzug geben. Kinder werden schon mit einem Lebensjahr betreut, so dass auch die Mütter wieder ihren reservierten Arbeitsplatz einnehmen können. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 3,5 – 4,5%, wobei diese Arbeitslosigkeit zu 10% aus einer Unterqualifizierung resultiert. Der Ausländeranteil liegt bei 4,5%. Davon sind aber nur die Hälfte Nichteuropäer.“
Um 12.15 Uhr kommen wir am Hardangerfjord an. Es regnet immer noch. Er ist durchschnittlich 10 km breit und weist eine Tiefe von 800 Meter auf. Gegen Mittag erreichen wir die Ortschaft Norheimsund, wo für uns ein Mittagessen vorbereitet ist und zwar im gleichen Hotel Sandvern, wo schon Kaiser Wilhelm das erste Essen auf norwegischem Boden einnahm. Alle sind vom warmen und kalten Buffet begeistert und greifen auch mächtig zu.
Um 14.45 Uhr treten wir die Heimfahrt an. Der mächtige Steindalfossen-Wasserfall zieht uns bald in seinen Bann. Er ist der einzige seiner Art, hinter dem man auf die mächtigen Wassermassen blicken kann, die 20 Meter im freien Fall ins Tal stürzen. Die Fahrstraße führt danach durch die Takapille-Schlucht mit einem guten Dutzend Tunnels. Auch am Kvamskogen-Wasserfall drängen die Fotografen nach draußen.
Nach höchst interessanter Fahrt kehren wir nach Bergen zurück. Wir haben noch genügend Zeit bis zum Ablegen der Maxim Gorki. Der Busfahrer fährt die zehn „Unermüdlichen“ zum traditionellen Fischmarkt zurück, einem Anziehungspunkt, dem kaum ein Tourist widerstehen kann. Den 1,5 km langen Rückweg werden wir zu Fuß bewältigen. Um 18 Uhr sind wir schon wieder zurück, nehmen das Nachtessen ein und vereinbaren unseren zweiten Info-Treff.
Freitag, 11. Juni
Die Sonne ist zwar aufgegangen, aber vor lauter Müdigkeit und einer dichten Wolkenschicht konnten wir die Sonne nicht ausmachen. Gegen 7 Uhr, informiert uns der Bordsprecher, sind wir bereits in den Lysefjord eingefahren. Diese Einfahrt haben die Wenigsten mitbekommen. Unser Körper brauchte endlich einmal etwas Ruhe. Doch nach dem Frühstück werden wir putzmunter, als uns der Bordsprecher auf die Felsenkanzel Preikestolen aufmerksam macht, die 600 Meter senkrecht aus dem Fjord aufsteigt. Die Fjordlandschaft hat sich zwar verschleiert, doch im richtigen Augenblick haben wir freie Sicht auf diese Naturschönheit.
Nach dem Frühstück wollen wir unseren eigenen Fototermin realisieren. Leider hat unser Reisebegleiter vergessen, uns auf die Mitnahme der „Yakee travel – Mütze“ hinzuweisen, so müssen einige wieder zu den Kabinen zurückkehren. Aber für ein gutes, zudem billiges Foto, sind doch fast alle bereit, den Weg zur Kabine nochmals zu gehen. Zwei verschiedene Stellen haben wir ausgesucht: mit Blick auf den markanten Schornstein und mit Blick auf die offene See.
Kurz danach setzt die „Zitterpartie“ ein. Unser Reisebegleiter will den Videofilm über diese Nordlandreise mit kleinen Statements aller Gruppenmitglieder beenden. Es gibt kein richtiges Interview, und die Beiträge fallen recht unter-schiedlich aus. Peter will keinerlei Änderungen oder Abstriche vornehmen, und so sind alle schon auf die erste Vorführung gespannt, die allerdings einige Zeit auf sich warten lassen wird.
Den gestern noch erwünschten Sekt-Frühschoppen lassen wir ausfallen, reagieren flexibel auf die vorgebrachten Wünsche. Die gestrige Schnapsrunde war vielleicht doch zu viel, und wir wollen die heutigen Aktivitäten nochmals in vollen Zügen genießen. Mit zwei besonderen Geschenken wartet die Reisegruppe für die beiden Reibegleiter auf. Die CD „The Best of Grieg“ wird bei der Vertonung der Video-Dokumentation beste Verwendung finden, und Irmgards Steinmännchen bekommt in der Vitrine einen Ehrenplatz.
Dann hat jeder große Mühe, die vielen Termine noch unter einen Hut zu bekommen:
10.00 Abholung der Reisepässe
10.15 Abholung der bestellten Bilder
10.30 Videofilm Nordkapreise
11.00 Abschiedsfrühschoppen
12.30 Mittagessen
15.30 Filmdokumentation
16.00 Kaffeestunde
17.30 ökumenischer Gottesdienst
19.00 Abschiedscocktail
19.30 Abschiedsessen
21.30 Do Swidanja
Langeweile kam auch an diesem Tag nicht auf, und am Nachmittag kam auch noch die Sonne durch. Nach der Abschiedsshow treffen wir uns nochmals im geblumten Separée und lassen gereimt die besonderen Ereignisse an uns vorüber ziehen.Der harte Kern will nicht vor Mitternacht die Kabinen aufsuchen, sondern wagt im Captains Club noch ein Tänzchen und genießt einen abschließenden Pfefferwodka. Die Koffer müssen spätestens um 4 Uhr vor der Kabine stehen. Die restliche Zeit reicht uns noch spielend.
Samstag, 12. Juni
Das heutige Tagesprogramm steht ganz auf Abschied. Auf der Vorderseite haben die verantwortlichen das schottische Abschiedslied „Nehmt Abschied, Brüder, ungewiss ist alle Wiederkehr“ abgedruckt. Kommt da nicht ein bisschen Wehmut auf, wenn wir die recht angenehme Zeit auf der Maxim Gorki Revue passieren lassen?
Dann lesen wir aber auch eine chinesische Spruchweisheit:
„Leuchtende Tage, nicht weinen, dass sie vergangen,
lächeln, dass sie gewesen, denn Ihr habt sie gelebt!“
Jeder mag sich daran erinnern, was er gerade am letzten Tag gefühlt hat.
Äußerst interessant finden wir aber die Aufstellung über die zurückgelegte Reisestrecke und die Mengen des Verzehrs. Unser Kreuzfahrtschiff hat auf dieser Reise „Nordkap und Norwegens schönste Fjorde“ eine Strecke von 3282 Seemeilen zurückgelegt. Dies entspricht einer Entfernung von 6078 Kilometern.
Überrascht sind wir , was auf dieser Reise verbraucht wurde:
Fisch 2350 kg; Fleisch 6140 kg; Gemüse 10200 kg; Obst 16350 kg; Speiseeis 1850 Liter; Eier 28650; Rotwein 2650 Liter; Weißwein 2540 Liter, Wodka 576 Liter; Fassbier 1380 Liter; Flaschenbier 1155.
Nicht alle Reedereien bieten auf ihren Kreuzfahrten einen kostenlosen Rundum-Getränkeservice an. Es lohnt sich schon, vor der Buchung sich auch mit diesem Detail zu befassen. Im Besonderen in heißen Fernzielen können die Durstlöscher ein Loch in den Geldbeutel reißen, falls die Anbieter nicht wenigstens zu den Hauptmahlzeiten kostenloses Eiswasser, Softdrinks und/oder Wein anbieten. Ein Blick in die Kataloge der Reedereien gibt Hinweise auf die Getränkepraxis der Reedereien an Bord.
Kreuzfahrtschiff MSC Opera
Stilles Wasser und Kaffee ist kostenlos, aber im Gegensatz zu anderen Kreuzfahrten wird am Abend kein Wasser oder Eistee gereicht.
Kreuzfahrtschiff Norwegian Jewel
Zu allen Mahlzeiten wird kostenlos wasser(ohne Kohlensäure) sowie Tee oder Kaffee serviert.
Viking
Zu den Serviceleistungen während der Kreuzfahrt zählen:
kostenloser Kaffee/Tee zu den Mahlzeiten und tagsüber
Mineralwasser in der Kabine; im Rahmen eines günstigen All-inclusive-Getränkepakets Softdrinks und alkoholfreie Cocktails zu den Mahlzeiten und an der Bar
Hapag-Lloyd / MS Europa
Der Reisepreis schließt ein:
eine mit Softdrinks und Bier gefüllte Minibar in der Suite;
Trinkwasser auf den Landausflügen;
AIDA-Schiffe
stellen in den unterschiedlichen Buffet-Restaurants Tischwein, Bier und angebotene Softdrinks zu den Hauptmahlzeiten inclusive zur Verfügung.
Tischwein inclusive
Eingeschlossene Leistungen: Wasser, Kaffee, Tee, Eistee
Costa Kreuzfahrten
„All inclusiv“ à la Costa
Mit diesem Getränkepaket genießen Sie Bier, Weiß- und Rotwein, Softdrinks sowie Mineralwasser während Ihres Mittags- und Abendessens im Buffet- und Haupt-Restaurant für 12 Euro p.P./Tag
Royal Caribbean
Eiswasser, Tee, Kaffee und Limonade sind überall an Bord frei.
A-Rosa
Das Wasser an Bord hat Trinkwasserqualität. Bitte informieren Sie Ihre Kabinenstewardess, falls Sie Eiswürfel oder Mineralwasser (teilweise kostenpflichtig) wünschen.
MSC
Getränke inclusive:
MSC Minibar, Kaffee, Espresso, Cappucino, Tee und ähnliches, hausgemachte Eisspezialitäten, alkoholfreie Getränke, Fruchtsäfte, Bier, Wein, Tagescocktail und Mineralwasser
TUI Cruises
Genießen Sie kostenlose Erfrischungsgetränke sowie Wein und Bier und kleine Snacks auf einer Privatterrasse …. Auf vier Kreuzfahrten sind alle Speisen und Getränke inklusive.
Getränke zu den Mahlzeiten in den Hauptrestaurants ; gratis Wasser an Zapfstellen; Espresso-/Kaffeemaschinen in allen Kabinen
Transocean Tours
Das Wasser aus dem Wasserhahn hat Trinkwasserqualität.
AIDA
Kostenlose Wasserspender mit Trinkqualität; Getränke wie Wasser, Softdrinks, Säfte, Bier und morgens und nachmittags Kaffee können selbst gezapft werden und sind ebenfalls kostenlos.
Celebrity Cruises
Eisstee, Kaffee, Wasser, Tee sind Inkl. / Cola und Co kostet und alkoholische Getränke auch
Eisstee, Cafe, Wasser, Tee sind inkl.
Cola und Co kostet und alkoholische Getränke auch
Hurtigruten
Nicht eingeschlossen im Reisepreis sind die Getränke.
Deilmann
Die Passagiere bekommen fast alle Getränke kostenlos aus-geschenkt.
„Warum in die Ferne schweifen, wenn …..“ Wer kennt nicht diese Aussage! Warum also mit dem Kreuzfahrtschiff ferne Länder bereisen, wenn der unvergleichliche, wunderbare Rhein Inbegriff eines großen Stromes, das pulsierende Herz Europas, vor der Haustür liegt.
“Vater Rhein“ ist doch die lebendige Chronik der Geschichte unseres Landes, er plätschert durch die Jahrhunderte in zeitloser Würde und Gelassenheit.
Mit 1320 Kilometern ist der Rhein der längste Fluss Deutschlands. Seine Wasser benötigen durchschnittlich 52 Tage von der Quelle bis zur Mündung. Er fließt durch viele Länder, so durch die Schweiz, Österreich, Liechtenstein, Frankreich, Deutschland und die Niederlande, bis er in die Nordsee mündet. Der Rhein ist ab Rheinfelden auf einer Länge von 800 Kilometern schiffbar. Jahrhundertelang hat der Rhein eine hohe kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung für das zentrale Mitteleuropa.
Am Rhein gibt es immer wieder viel zu entdecken, wehselt er doch auf seinem Weg durch Europa ständig sein Gesicht, ptäsentiert sich als reißender Gebirgsfluss, dann als mächtige Wasserstraße und endet in einem faszinierenden Flussdelta.
Ob der Rheinfall bei Schaffhausen, die Bodenseeinsel Mainau, oder die weltweit als Symbol für deutsche Kultur geltenden Städte Karlsruhe, Mannheim, Wiesbaden, Ludwigshafen, Koblenz und Köln die Sehenswürdigkeiten am Rhein sind nahe-zu unerschöpflich.
Das landschaftlich schönste Stück des Flusses, die Bergstrecke zwischen Bingen und Koblenz. Sagen und Märchen umranken diesen Teil des Flusses. mit Mythen und Romantik. In der Nacht kann man den Wassermann vom Kauber Werth mit den 7 Jungfrauen auf dem Geisenrücken Walzer tanzen sehen und Loreley und das Elslein von Kaub klatschen den Takt dazu.
Der Mäuseturm, früher Mautstation, war Signalstation für die Schifffahrt Für Bootsfahrer wie Berufsschiffer ist dieses Stück Rhein das Schwierigste des ganzen Flusses. Felsen ragen aus dem Wasser, und den Flusskapitänen wird volle Konzentration abverlangt.
Besondere Sehenswürdigkeiten:
Burg Reichenstein
erbaut auf den Resten eines römischen Kastells, beherbergt eine Sammlung von 1200 Jagdtrophäen aus der ganzen Welt.
Lorch
Friedrich Schiller lernte hier lesen und schreiben. Eduard Mörike erholte sich zwei Jahre lang in Lorch.
St.Goar
Spektakel Rhein in Flammen
Kaub
bekannt durch das Elslein von Kaub
Loreley-Felsen
„Ich weiß nicht was soll es bedeuten….“
Deutsches Eck und Festung Ehrenbreitstein
bewaldete Hänge, Weinberge, Burgen; Mündung der Mosel in den Rhein
Schloss Stolzenfels
Erbaut im 13. Jahrhundert. 1689 von den Franzosen
zerstört, neu-gotischer Traum in Ocker.
Viele Reedereien bieten diese Traumreisen auf dem Rhein an. Rhein-Kreuzfahrten sind Erholung pur und das perfekte Urlaubziel für Genießer, Kulturliebhaber und Freunde des stilvollen Reisens.
Ihr R e i s e b ü r o berät Sie gerne.
Die US-Reederei NCL hat die Norwegian Sky renoviert. Das zehn Jahre alte Schiff bekam unter anderem neue Kabinen.
Im Trockendock in Freeport auf den Bahamas seien die öffentlichen Bereiche, Kabinen und Suiten aufgewertet sowie zusätzlich drei neue Kabinen eingebaut worden. Das Schiff bietet 2002 Passagieren Platz und bedient seit Juli 2008 den Markt für Kurzkreuzfahrten ab Miami.
“Seit der Stationierung der Norwegian Sky in Miami im letzten Jahr erfreuen wir uns einer besonders starken Nachfrage bei den Drei- und Vier-Nächte-Kreuzfahrten auf die Bahamas. Aus diesem Grund haben wir uns dafür entschieden, dem Schiff einen neuen Look zu geben”, sagt NCL-Chef Kevin Sheehan.
Teil 2/3
Sonntag, 05. Juni
Heute rüttelt uns Paula wach und informiert uns über Kanal 2 über die Tagesaktivitäten, die gegen 1.30 Uhr mit einer „Deftigen Erbsensuppe und Spaghetti Carbonara“ für die „hungrigen Heimkehrer“ vom Nordkap ein sättigendes Ende nehmen werden. Nicht alle hören dem Bordwecker zu. Längst haben sie die Duschen verlassen, stürzen sich in den Außenpool oder beginnen mit Patric den Kampf gegen die überflüssigen Kreuzfahrtpfunde. Vor dem Frühstück schauen wir an der Rezeption vorbei und drucken uns die verschiedenen Stempel in unser Tagebuch. Von wegen freier Sonntag! Die individuelle Planung fällt bei dem Riesenangebot an Gestaltungsmöglich-keiten nicht leicht. Noch 127 Seemeilen gilt es noch bis Honningsvag zu bewältigen. Gegen 17.30 Uhr werden wir das Nordkap passieren. Und der Bordsprecher weist auf die heutigen Highlights hin:
10.30 Uhr: Festliche Tafeldekoration mit Maitre d´Hotel Maritta
11.30 Uhr: Phantastisches aus Eis mit dem philippinischen Küchenartisten Juan
14.00 Uhr: Gemüseschnitzereien mit Juan
15.30 Uhr: Dia-Show „ Der nicht ganz nördlichste Punkt Europas“
17.30 Uhr: Nordkap
Das Glockenspiel ruft uns zum Mittagessen, das heute mit kleinen Verwirrungen verläuft.: Bestellungen werden falsch verstanden, die Steaks müssen nachgerichtet werden. Doch zur Gemüseschnitzerei reicht es immer noch, und wir können sehen, wie Juan mit wenigen Handgriffen aus Obst eine Ente, einen Pinguin und einen Hasen zaubert. Konditorin Roberta möchte dann noch Marzipan-Figürchen modellieren und ruft die Zuschauer an ihren Arbeitstisch. Doch hat sie wenig über die Folgen nachgedacht, denn bald versperrt eine dichte Menschen-traube jegliche Sicht auf ihre Arbeit und die Produkte.
Danach freuen wir uns wieder auf die Vortragsreihe mit Georg Hahn: „Von Tromsö zum Nordkap – eine Begegnung mit dem Land der Mitternachtssonne“. Mit geschliffener und prägnanter Sprache begleitet Hahn seine Diashow und macht uns richtig heiß auf die Begegnung mit dem Nordkap. Lediglich einige Stichworte seiner exzellenten Ausführungen möchten wir hier wiedergeben, die uns an seinen Vortrag erinnern lassen:
Schlachtschiff Tirpitz, Paris des Nordens, Pforte zum Eismeer, Eismeerkathedrale, Finanzierungssystem verschiedener Projekte, Ausgangspunkt mehrerer Expeditionen, Skischanzen, mildes Klima, Seilbahn zum Aussichtsplateau Storsteinen, Nomaden. Rentier, zerklüftete Küstenlinie, Nordkapplateau, falscher Berechnungspunkt, Auswirkung der deutschen Besatzung.
Kaum ist dieser Vortrag zu Ende, stürmt die Masse zur Kuchentheke, was ja verständlich ist, zumal das Mittagessen wiederum sooooo knapp bemessen war. Kurz nach 17 Uhr ruft uns der Kapitän an Deck. In einer Viertelstunde wird das Nordkap in Sicht kommen. In einem geringen Abstand wird die Maxim Gorki an dem Felsenmassiv vorbeifahren. Erwartungsvoll gehen wir an Deck. Es ist bitterkalt. Der Sturm und auch der Regen lassen kaum Besichtigungsfreude aufkommen. Das Felsenmassiv liegt unter einer dichten Dunstwand. Kaum können wir das Observatorium und die Meridiankugel ausmachen.
Das kann heute keine Fotoausbeute geben. Enttäuschung macht sich breit. Sollte der Traum, am Nordkap zu stehen, die Mitternachtssonne zu genießen und einen herrlichen Blick von Europas Nordspitze aufs Meer wirklich peitschendem Regen zum Opfer fallen? Wir haben kaum noch Hoffnung, vertrauen aber immer noch – wenn auch fast aussichtslos erscheinend – auf unsere „Yakee-Travel_Wetterformel“.
Ernüchtert kehren wir dem Deck den Rücken. Die Damen haben sich zwischenzeitlich selbst in Stress gebracht. Mit „Strahlend leuchtenden Augen“ wollen sie nach einer Einmalbehandlung die Männerwelt betören. Auch da ist berechtigter Zweifel angesagt. Doch das kostenlose Gesichtsseminar mit einer Gesichtsmassage lässt bei den Damen kein Zweifeln zu. Die Männer jedoch bleiben in der Zuversicht zurück, die so „Behan-delten“ am Abend doch wieder zu erkennen.
Unser Reisebegleiter hat durch die Außenaufnahmen kalte Hände bekommen.. Nach zwei Tobis kehrt eine angenehme Wärme in die abgekühlten Gliedmaßen zurück. Nach dem Abendessen gibt es wieder die ersten Landgangsinformationen. Tatsächlich erreichen wir um 21 Uhr Honningsvag, und 20 Minuten später am Pier fest gemacht. Der Landgang richtet sich nach der Farbe der Landgangskarte. Unsere Reisegruppe ist an 1. und 3. Stelle. Bei 3° und anhaltendem Regen sind warme Kleidung und Regenschutz angesagt. Wir haben die Hoffnung immer noch nicht aufgegeben, dass sich die Wetterlage noch bessert und wir den erhofften Höhepunkt dieser Reise auch genießen können. Zuerst gibt es aber Schneeregen. Dann keimt doch noch ein Hoffnungsschimmer auf. Die Sonne bricht durch. Mit Yakee travel unterwegs, da muss es einfach schön sein! Und die Fahrt in den Bussen beginnt tatsächlich mit Sonnenschein. Unser Wetter hat sich durchgesetzt. Die Faszination dieser nördlichsten Landmasse hält uns so lange gefangen, bis wir endlich den grauschwarzen, von tiefen Rissen durchfurchten Schieferklotz erreichen, und zunächst noch fest eingehüllt gelangen wir zur Meridiankugel, die 1978 hier aufgestellt wurde und seitdem zum Symbol des Nordkaps wurde.
Unterwegs legen wir aber noch eine kleine Pause bei einer Nomadenfamilie ein, die uns in ihrer rotblauen, farbig-bestickten Tracht empfangen. Geduldig stellt sich das Familienoberhaupt mit seinem „Polarhirsch“ dem Blitzlichtgewitter. Und es ist gar nicht so einfach, ein Foto zu schießen, da die allermeisten Gäste ohne Augen und ohne Gefühl für die Mitreisenden den Fotografen ständig vor die Linse rennen.
Dann haben wir es aber nach einer Fahrt über das sonnendurchflutete Hochland geschafft. Um 22 Uhr stehen wir auf dem Plateau mit nur spärlichem Bewuchs. Zum Meer fällt der Schieferklotz abrupt ab. Die Menschenmassen jagen zum Globus, erklimmen das Monument und lassen sich vorwiegend im Gegenlicht ablichten. Stille, Einsamkeit und mächtige Natur kann man hier oben kaum genießen.
Das Denkmal „Kinder dieser Erde“ aus dem Jahre 1989, von sieben Kindern aus verschiedenen Teilen der Erde gestaltet, weckt ebenfalls unser Interesse. Und eine Gedenktafel erklärt, dass diese „Räder“ die grenzenlose Gemeinschaft, Freundschaft, Hoffnung und Freude symbolisieren.
Leider haben wir – wie so oft an bedeutenden Stellen - zu wenig Zeit, um heute die Mitternachtssonne zu genießen, zumal uns auch alle Verantwortlichen immer wieder erklären, selten einen solch schönen Tag hier oben erlebt zu haben. Doch schon ruft wieder der Bus. Um 0.30 Uhr sind wir auf der Maxim Gorki zurück. Ins Bett will noch niemand gehen. Zu sehr hat uns dieses Ereignis aufgewühlt. Wir überschlagen uns in Superlativen: diese Sonne, diese Aussicht, dieses Wetter, diese Einmaligkeit …!
Wir nutzen erstmals das Angebot der Küche für die „hungrigen Heimkehrer vom Nordkap“. Bei einem kühlen Bier legt sich allmählich die Aufregung. Leider kehren die einzelnen Gruppen wieder zu unterschiedlichen Zeiten zurück, so dass wir lediglich in Kleingruppen unsere Gedanken und Empfindungen austauschen können. Problemlos legt die Maxim Gorki aber wieder ab und verabschiedet sich von Honningsvag. Mittlerweile ist es schon längst Sonntag geworden.
Sonntag, 06. Juni
Auf der Weiterfahrt durch die norwegische Fjordenwelt nach Tromsö nutzt unser Kapitän die ruhige Innenpassage.. Nach 178 sm werden wir gegen 14.30 Uhr in Tromsö ankommen. So können wir endlich mal wieder ausschlafen, zumal wir so spät ins Bett gekommen sind. „Grau in Grau“ heißt der erste Kommentar nach einem Blick aus dem Bullauge. Thomas hat es aber doch wieder geschafft, um 7.30 Uhr alle zum Aufstehen zu bewegen. Das angekündigte Tagesprogramm verspricht wieder einen ausgefüllten Tag. Wieder nichts mit Ausschlafen! Langsam kommen wir nach fünf Stunden Schlaf zu uns und können über den Tagesspruch nachdenken:
„ Klug ist, wer nur die Hälfte von dem glaubt, was er hört. Noch klüger ist, wer erkennt, welche Hälfte die richtige ist.“
Heute müssen wir die Temperatur in der Kabine erhöhen. Es ist kalt geworden, und der wenige Schlaf verstärkt noch unser Kälteempfinden. Um 9 Uhr schneit es sogar. Doch schon eine Stunde später meldet sich die Sonne zurück.
„Kirchweih“ an Deck ab 11 Uhr! Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Das Promenadendeck wird zur Schausteller-Attraktion. „Sportlich“ wird es bald hier zugehen. Jeder kann seine Geschicklichkeit unter Beweis stellen, und mit Belohnungen will die Crew nicht sparen. Auch für das leibliche Wohl ist vortrefflich gesorgt. Und wer die vielen aktiven Eindrücke noch mit der phantastischen Inselwelt bereichern möchte, der heftet seinen Blick auf das gemächlich vorbeiziehende Panorama.
Unbemerkt von vielen Gästen hat unser Kreuzfahrtschiff während des Mittagessens Tromsö erreicht und mit der Backbordseite am Pier festgemacht. Die meisten unserer Reisegruppe haben sich für den Ausflug „Storsteinen“ entschieden. Aber zunächst werden wir mit einem abenteuerlichen Wetter begrüßt. Ein heftiger Schneeregen hat die Gegend eingezuckert. So erinnern wir uns zunächst an die Informationen, die wir über diese Stadt erhalten haben:
„ Die größte Stadt Nordnorwegens liegt auf einer kleinen Insel, die mit dem Festland durch eine 1036 m lange und 43 m hohe Brücke verbunden ist. Tromsö war und ist ein Ausgangspunkt für Expeditionen in die Arktis. Sehenswert ist die architektonisch interessante Tromsdalen-Kirche ( Eismeerkathedrale, 1965 erbaut ). Im Volkspark liegt das Tromsö-Museum mit natur- und völkerkundlichen Sammlungen und Gebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Nahebei liegt das dazugehörige Seeaquarium Am Stortorget liegt die nördlichste katholische Kirche. Eine Besonderheit der Flora ist die bis zu zwei Meter hoch werdende Tromsö-Palme
Die Reisebeschreibungen lügen nicht. Wir können uns von der besonderen Lage auf der Insel sowie von den umgebenden Schneegipfeln überzeugen. Den ersten Stopp legt unsere Gruppe bei der Eismeerkathedrale ein. Der örtliche Guide kennt sich glücklicherweise gut aus.
Er erklärt uns:
Der 7. Dezember 1955 war ein wichtiger Meilenstein. An diesem Tag beschloss der Gemeinderat von Tromsö den besonderen Kirchenbau und beauftragte den Architekten Inge Hovig mit der Planung. Die Bauarbeiten begannen aber erst am 1. April 1964. Eismeerkathedrale heißt die Kirche im Volksmund. Die Vorderseite ist 35 Meter hoch. Das Dach besteht aus Betonplatten, die bis zum Erdboden reichen und mit lackiertem, perlgrauem Aluminium beschichtet sind. Leuchtröhren an den Fenstern strahlen die Platten von außen an und geben dem Kircheninneren gleichzeitig Licht. Das Glasmosaik wurde 1972 geweiht. Es ist 23 Meter hoch und bedeckt eine Fläche von 140 m². Seine Dreieckform füllt die gesamte Ostwand der Kirche. Hauptmotiv des Mosaiks ist Christi Wiederkehr in Herrlichkeit.“
Über die 1036 m lange Brücke gelangen wir zur Fjellheisen-Bergbahn, deren Kabinen uns in wenigen Minuten zu dem 420 m ü.M. gelegenen Aussichtspunkt „Storsteinen“ bringen. An der Talstation macht sich bei der letzten Gruppe Unmut breit. Plötzlich hüllt eine dichte Nebelwand die Bergstation völlig ein. Das war´s wohl mit der prophezeiten fantastischen Aussicht auf die „eingebettete“ Stadt.
Die erste Gruppe hat weit mehr Glück und kann den Zauber der Aussicht noch genießen, bevor auch sie in das warme Bergrestaurant flieht und die bekannte Waffel-Delikatesse versucht. Erst nach Rückkehr in die Stadt verzieht sich das Schneetreiben.
Nach dem Besuch des natur- und völkerkundlichen Museums, in dem man uns im Besonderen die Lebensweise der Samen erklärt, kehren wir zum Kreuzfahrtschiff zurück und verlassen pünktlich um 19 Uhr Tromsö in Richtung Leknes auf den Lofoten.
Noch über zwei Stunden bleiben uns, bis uns die russische und ukrainische Besatzung mit einem ausgewogenen Unter–haltungsprogramm überraschen wird. Elizaveta führt durchs Programm. Die Kabinenstewardess Olga hat die Hauptlast des Abends zu tragen. Dieser Abend mit Musik, Gesang und Tänzen aus der Heimat der Laienkünstler kommt bei allen Gästen gut an. Noch vor Mitternacht kommen wir ausnahmsweise in unsere Kabinen zurück.
Das Meer ist unruhig geworden. Dem Schwanken müssen wir unsere Gehweise anpassen. Der Pfefferwodka kann auch kein Gegengewicht bringen. Niemand kommt zu Schaden und findet auch seine Kabine. Wir schlafen mit dem Wunsch ein, dass auf dem Rest der 316 sm langen Passage zu den Lofoten Neptun beruhigend auf sein Element einwirkt.
Montag, 07. Juni
„Nimm den Frauen das letzte Wort und erinnere die Männer an ihr erstes“. Mit diesem Part eines alten Gebets weckt uns der fröhliche Bordwecker Güli. Das Meer ist nahezu glatt, und die Sonne wird die momentane Außentemperatur von 5° noch anheben können, bis wir gegen 14 Uhr die schroff aus dem Meer aufragenden Lofoten erreichen und mit den Tenderbooten bei Leknes an Land gebracht werden. Und falls das gute Wetter anhält, werden uns die gezackten, jäh aus dem Meer bis in eine Höhe von 1000 m emporragenden Gipfel ein Naturschauspiel vom Feinsten anbieten.
Doch lesen wir zunächst, wie der Reiseveranstalter das heutige Reiseziel beschreibt:
„ Die Lofoten bestehen aus einer durch den Vesrfjord vom Festland getrennten bergigen Inselkette, die fast 150 km lang ist und sich von Nordosten nach Südwesten in den Ozean hinauszieht.
Die vier großen Inseln Austvagoy, Vestvagoy, Moskanesoy und Flakstadoy sowie einige mittelgroße Inseln schließen sich so nahe aneinander an, dass sie aus der Ferne den Eindruck eines lang gestreckten Gebirgskammes erwecken. Den Haupterwerbszweig bilden der Fischfang und die damit verbundene Industrie. Daneben wird stellenweise noch etwas Schafzucht betrieben. Der Fremdenverkehr spielt auf den Inseln zu allen Jahreszeiten eine große Rolle.“
Nach dem Frühstück wird dann noch Georg Hahn einen spannenden Diavortrag „Die Lofoten und ein Inselparadies im Polarmeer“ halten und uns dann mit diesem Wissen in die Realität entlassen. Auch über diesen Vortrag halten wir die wichtigsten Stichwörter fest:
Gemäßigtes Klima, Name bedeutet Luchsfuß, steinzeitliche Besiedlung, Asphaltschafe, Stützpunkt der Wikinger, Dorschsaison, derzeit nur noch 4000 Fischer, Unterwassertunnel, Boote in den Kirchen, Stockfisch.
Die Sonne hat uns heute wieder lieb. Auf Deck suchen wir nach den windgeschützten Stellen, um diese erneute Sonnengabe nutzen zu können.
Mit dem Fotoshop konnte ich einen Termin für ein professionelles Gruppenfoto vereinbaren. Die Bordband SKIFS trifft den vollen Geschmack vieler Gäste, die sich zum Frühschoppen um 11 Uhr mit Leberkäse und Kartoffelsalat an der Neptun-Bar eingefunden haben und wenig später das Mittagessen nicht verschmähen.
Unser Kreuzfahrtschiff ist sehr gut vorangekommen, muss daher eine ganze Weile vor den Lofoten kreuzen, bis der Lotse an Bord kommt und sie nach Leknes leitet. Auch wir müssen uns noch ein wenig gedulden, bis wir vor Reede liegen und die Tenderboote uns an Land bringen dürfen.
Unser Tagesausflug beginnt zwar mit einer Stunde Verspätung, bringt uns aber durch eine landschaftlich wunderschöne Umgebung. Erste Attraktion ist der 1800 m lange Tunnel unter dem Nappstrom hindurch. Die Fahrbahn befindet sich nunmehr 65 Meter unter der Wasseroberfläche und 30 Meter unter dem Meeresboden. Bei der Ausfahrt auf die Insel Flakstadoy erwartet uns bei strahlendem Sonnenschein ein beein-druckendes Landschaftsbild. Bizarr ragen die Bergzinnen bis nahezu 1000 Meter in den Himmel, die Hänge sind teilweise tief durchfurcht, teilweise glatt wie poliert. Grüne Täler und tiefblaue Bergseen wechseln einander ab. Die Berghänge sind teilweise mit gedrungenen Bergkiefern und Birken bewaldet. Auffällig sind auch die zahllosen Findlinge, hinter und auf denen sich bisweilen kleinere Schafherden verbergen. Bisweilen treten die Bergflanken auch zur Seite und geben den Blick auf das offene Meer und bei Ramberg sogar auf einen einzigartigen weißen Sandstrand frei.
Unsere Reiseführerin Karina ist der deutschen Sprache mächtig und schiebt auf dieser Erkundungsfahrt immer wieder Stopps für die Fotografen ein. Und neben den bereits aufgezeigten landschaftlichen Besonderheiten fällt unser Blick auch auf die mit Wollgras übersäten Wiesenflächen.
In Sund besichtigen wir eine Kunstschmiede, und einige suchen auch das Museum heim. Andere zieht es über die Bergkuppe mit Blick auf die rot gestrichenen Holzhäuser – meist auf Stelzen errichtet. Karina erklärt uns auch, weshalb hier die Bewohner in Holzhäusern leben und für Heizung und Licht Elektrizität eingespeist wird. Besonders fallen uns aber auch die mit Gras bewachsenen Häuser auf, die manchmal Ziegen einen willkommenen Futterplatz bieten. Allerdings können wir uns kaum erklären, wie diese Tiere auf die hohen Dächer gelangen konnten. Das wechselhafte Wetter kann uns auch heute nichts anhaben. Nach allen Stopps erreichen wir trocken unseren Reisebus. Der nächste Stopp ist von besonderem Interesse. Auf einer freien Wiesenfläche steht die Flakstad-Kirche, die – wie uns Karina erläutert – 1780 in Blockbauweise erstellt wurde. Im letzten Jahrhundert wurde diese Kirche stark verändert. Man baute Emporen ein, versetzte den Kirchturm und wählte eine andere Farbe zur Bemalung.
Auch die Flakstad-Kirche hat als typisches Kennzeichen den über dem Kreuz erbauten, zwiebelförmigen, spitzen Turm. Im Chor steht der Altar. Das Hauptbild aus dem Jahre 1765 ist dem Abendmahl gewidmet. Es wird flankiert von Moses und Aaron, während das darüber platzierte Bild Christi Himmelfahrt darstellt.
Mit dem Besuch des Fischerdorfes Nusfjord betreten wir Boden und Region, die auf der UNESCO-Liste für erhaltungswürdiges Kulturerbe steht. Nirgends in Nordnorwegen hat sich die Atmosphäre eines Fischerdorfes so authentisch erhalten. Die scharfen Schreie der Möwen begleiten uns auf unserem Rundgang, und auf einer Tafel entdecke ich folgenden Text:
„ Nusfjord besteht aus einer Ansammlung gut erhaltener alter Häuser aus der Zeit, als die „Dorfkönige“ auf den Lofoten herrschten. Im Architekturschutzjahr 1975 war Nusfjord ein Pilotprojekt, und das Fischerdorf steht auf der UNESCO-Liste über erhaltene Baumilieus.“
Kaum biegen wir um die Ecke, begrüßen uns getrocknete Fischköpfe und machen auf die Bedeutung des Fischfangs aufmerksam. Karina erläutert die Zusammenhänge:
„ Die gilt dem arktischen Dorsch ( jungen Kabeljau ), der zwischen Januar und April zum Laichen aus der Barentsee in den Vestfjord kommt, während der Küstendorsch das ganze Jahr über gefangen wird. Getrocknet als Trockenfisch war der Dorsch lange Zeit Exportartikel, der besonders in die Mittelmeerländer verkauft wurde. Die Zahl der Fischer und auch der Fangquoten haben erheblich abgenommen, und mit dieser Entwicklung wuchs die Bedeutung der Fischzucht.“
Wir haben Glück. Auf einer kleinen Anhöhe entdecken wir die Gestelle mit Hunderten getrockneter Fischköpfe, die später zu Fischmehl verarbeitet werden. Der unverkennbare Geruch vermischt sich mit dem des Meeres und Tangs. Ebenso beeindruckend sind die zahlreichen Fischkutter, die im Hafen liegen, und die blutrot gestrichenen Fischerhütten auf Stelzen ( Rorbuer), die allerdings nun ihrem ureigenen Zweck entfremdet den Touristen als Unterkunft dienen.
Noch rechtzeitig vor Regenbeginn erreichen wir wieder unseren Bus. Doch an der Anlegestelle erwartet uns wieder Sonnenschein. Mit den Tenderbooten kehren wir an Bord der zurück. Viel Freizeit bleibt uns nicht. Das Abendessen beginnt. Eigentlich wollten wir ja anschließend Manuels Zaubershow ansehen, doch durch die verschiedenen Ankunftszeiten der Ausflügler verschiebt sich nicht nur der Beginn. Als wir uns in der Rossia-Lounge einfinden, bekommt unsere Gruppe keinen Platz mehr. Lange brauchen wir nicht zu überlegen. Wir siedeln auf das Promenadendeck um. In aller Ruhe lassen wir diesen ereignisreichen Tag ausklingen. Doch für mich ist es schon wieder 1.30 Uhr geworden, bis der laufende Tagesbericht ergänzt und aktualisiert ist. Nun heißt es wieder schnell zu schlafen, bis der Seetag, der längst angebrochen ist, wiederum mit vielfältigen Aktivitäten aufwartet.
Dienstag, 08. Juni
Da heute Seetag ist und keine Eile besteht, hat Joe die Aufgabe übernommen, uns heute aus den Federn zu locken. Aber er hat ein leichtes Spiel, denn die Devise „Fit in den Tag beim Frühsport mit Patric“ haben sich einige Reiseteilnehmer längst auf ihre Fahnen geschrieben. Andere haben das „Wellenbad“ entdeckt und verwöhnen ihren Körper im 32° warmen Element.
Unbemerkt haben wir um 5 Uhr wieder den Polarkreis überquert, die Temperaturen haben wieder zugenommen und für 23.37 Uhr ist wieder Sonnenuntergang angekündigt, eine gute Nachricht für diejenigen, denen bei Tageslicht das Schlafvermögen etwas abhanden gekommen ist.
Joe geht mit uns den Tagesplan durch, und trotz „Ruhetag“ sind wir sicher, dass es bei manchen zu terminlichen Überschnei-dungen kommen wird. Nur ein Termin ist heute für die Gruppe zunächst verbindlich: 12.15 Uhr Gruppenfoto.
Zum Serviettenfalten treffen sich um 10.30 Uhr einige Reiseteilnehmer im Restaurant Odessa. Maritta hat aber mit diesem Zuspruch nicht gerechnet. Glücklicherweise kann sie auf zwei Helferinnen zurückgreifen, die vor Ort unterstützend eingreifen und zum Gelingen beitragen. Um 11 Uhr wollen wir die Plauderstunde mit dem Kreuzfahrtdirektor nicht verpassen.
Problemlos können wir nun aber dem Fototermin entgegen sehen. Der Bordfotograf ist sehr pünktlich. Wegen des regnerischen Wetters will er eine Innenaufnahme als Gruppenbild gestalten. Er geleitet uns in den Club Zhiguli und drapiert uns um die große Weltkugel. Kaum sind die Fotos geschossen, ruft uns das Glockenspiel zum Mittagessen.
Eine weitere Veranstaltung wartet auf uns. Im Fernsehen wird die Dokumentation „Die schwersten Stunden der Maxim im Eismeer“ über die Kollision im Eismeer im Jahre 1989 gezeigt. Uns kann dies glücklicherweise nicht passieren!
Georg Hahn ruft uns um 15.30 Uhr in die Realität zurück. Mit seinem Vortrag „Eine Fjordlandexpedition – der Geirangerfjord und sein Umland“ stimmt er uns bestens auf den morgigen Ausflug ein und versorgt uns mit dem erforderlichen Grundwissen über diese beeindruckende Destination. Ab 16.15 Uhr fiebern wir der großen Tombola mit Preisen aus den Schiffsboutiquen entgegen. Vielleicht hat heute Margit wieder eine glückliche Hand. Schon gestern hatte sie beim Ratespiel den einzigen Preis, ein geschmiedetes Blatt, gewonnen. Und? Margit ist wieder bei den Gewinnern. Die anderen werden von der Moderatorin, die mit viel Witz, Charme und sprachlichen Holpersteinen die Verlosung leitet, am Schluss dieser Veranstaltung damit getröstet, dass sie vielleicht Pech beim Spiel aber umso mehr „Gluck in die Liebe“ haben werden.
Noch um 17.30 Uhr ist es auf Deck recht warm. Der Wind hat sich gelegt. Wir genießen die wärmenden Sonnenstrahlen, und vorwiegend die Damen walken wieder eine Meile.
Dann dürfen wir das Gala-Buffet fotografieren und filmen. Die Köche haben wieder ein glänzendes Ergebnis abgeliefert. Die Gäste geraten ins Schwärmen und überlegen dabei, welche Dekorationen sie zu Hause bei eigenen Festlichkeiten nachahmen könnten.
Beim Essen sind wir für die zweite Gruppe eingeteilt. Die „Schlacht“ beginnt bei uns erst später um 20.30 Uhr. Besonders geben wir Acht, dass die Augen nicht größer als der Magen sind, picken uns Leckerbissen aus dem Angebot heraus und haben schließlich doch wieder viel zu viel gegessen. Nun würde uns Bewegung überhaupt nicht schaden, doch wir steigen in den Gala-Show-Express und anerkennen die wesentliche Steigerung der Künstlerdarbietungen gegenüber der Eröffnungsshow. Mittlerweile ist es 23 Uhr geworden. Die Sonne hat den ganzen Tag durchgehalten und wird uns erst um 23.37 Uhr verlassen, um aber bereits wieder um 3.45 Uhr uns aus dem Schlaf zu rütteln. Ab 6.30 Uhr soll es schon Frühstück geben, damit wir gegen 7 Uhr nicht die Einfahrt in den Geirangerfjord verpassen. Das Tendern zu den Landausflügen ist bereits auf 8.15 Uhr festgesetzt. Wir rufen vor dem Schlafengehen uns nochmals die Informationen zurück, die wir am Nachmittag bei der Diashow erhalten haben, und hoffen auf ein beständiges Sonnenwetter.
In der Info-Schrift steht:
„Der Geirangerfjord ist der südlichste Arm des Storfjords und zählt mit der ihn umgebenden Landschaft zu den größten Naturschönheiten Norwegens. Über dem ca 16 km langen Fjord steigt eine riesige Felswand auf, von der imposante Wasserfälle herunterstürzen, darunter „die sieben Schwestern“, „der Freier“ und „die Brautschleier“.“
Und wir erinnern uns auch an den Vortrag von Georg Hahn. Er meinte u.a.:
„ Der lange, tiefe und steilwandige Geirangerfjord bietet die ganze landschaftliche Pracht, die Norwegen berühmt gemacht hat. Das Schauspiel beginnt schon draußen auf offener See, wo die Kreuzfahrtschiffe in der Nähe des Runde-Felsens einen Lotsen an Bord holen. In diesem Naturschutzgebiet nisten über 70 Vogelarten. Hunderttausende von Seevögeln kann man hier beobachten, wie sie auf den Klippen sitzen oder wie Schneeflocken über dem dunklen Wasser wirbeln…
Ab Stranda werden die Fjordwände immer steiler, und nach einer starken Linkskurve können Sie die ganze Pracht norwegischer Landschaften „geballt“ bewundern: senkrechte Felswände, Wasserfälle im Gegenlicht, Fjordbauernhöfe im Briefmarkenformat, die verwegen an den Felswänden kleben.“
Teil 3 des Reiseberichtes „Norwegens schönste Fjorde und Nordkap“ folgt.
