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„Learning by doing“ heißt die Parole, als 30 Gymnasiasten und Gymnasiastinnen im Altern von 15 und 16 Jahren zum Projekt „Klassenzimmer unter Segeln“ aufbrechen, das ein halbes Jahr dauern soll. Die Jungen und Mädchen müssen gute Noten an einem bayrischen Gymnasium haben und auch Interesse an neuen und ungewohnten Situationen sowie der Verzicht auf herkömmliche Angewohnheiten als Voraussetzung zur Teilnahme mitbringen. Gleichzeitig müssen die Kids eine überdurchschnittliche Bereitschaft zu einem Engagement auf sozialem, interkulturellen und sportlichen Gebiet zeigen können. Bei einem Auswahlverfahren unter 47 Interessenten werden die 30 Jugendlichen ausgewählt, welche die Voraussetzungen zu diesem „Lehrstück fürs Leben“ mitbringen.

Die Jugendlichen treffen sich in Harlingen zu den letzten Ausrüstungsarbeiten, schrubben das Deck, wienern Messe, Kajüten und Toiletten blitzblank, verrichten Malerarbeiten, bauen Regale auf und verstauen dann die 12 Tonnen Lebensmittel . Mit Feuereifer stürzen sich diese jungen Menschen auf die verschiedensten Arbeiten, nicht einmal im Ansatz ist von einer Null-Bock-Generation zu spüren.

Es ist eine fast absolute Trennung auf Zeit, und beim Abschied fließen auf beiden Seiten ein paar Tränen. An Bord herrscht striktes Handyverbot.  Die tage vergehen nach striktem Tagesplan. Die Schüler und Schülerinnen werden in Wachen eingeteilt: drei Stunden Dienst, neun Stunden Freiwache. Nach kurzer Eingewöhnung  klappt der tägliche Bordbetrieb wie Ausguck gehen, Ruderwache, Segel setzen und bergen, Navigieren, aber auch Küchen- und Reinigungsdienste. Schon in den Anfangstagen beweist acomplia phentermine sich, dass am Ende der Tour aus manchem Halbwüchsigen ein Erwachsener geworden ist.

Die Jugendlichen haben sich in ganz kurzer Zeit mit den Daten der „Regina Maris“ vertraut gemacht, sie ist nun ihre Heimat für 183 Tage und Nächte. Die Länge über alles beträgt 48 Meter, die Breite 6,9 Meter, die maximale Masthöhe 30 Meter. An Bord sind 30 Jugendliche und 15 Erwachsene. Die gesamte Tour bedeutet keinen halbjährigen Urlaub, denn an sechs Tagen der Woche ist Unterricht, nur der Sonntag ist frei. Doch dieser Unterricht sprengt alle Grenzen des bisherigen.  Auf Exkursionen werden beispielsweise die biologischen und geologischen Besonderheiten einer Insel erkundet. Da diese jungen Menschen noch schulpflichtig sind, kommen zum normalen Schulbetrieb planmäßige Unterrichtseinheiten in Deutsch, Englisch, Chemie, Biologie und Französisch, aber auch astronomische Navigation, Projektarbeiten wie Musik, Theaterspiel und diverse Praktika mit Einsichten in das Ökosystem Meer, in Windsysteme, Thermik und Physik.

Abwechslungsreich und nochmals abwechslungsreich verläuft diese halbjährliche Schulzeit auf dem Meer.

Wirft  die „Regina Maris“ Anker, wird der menschen-leere Strand zum Klassenzimmer und Unterrichtsein-heiten wie Baden, Umgang mit Schnorchel und Tauchermaske sowie Exkursionen zum Riff stehen nun im Vordergrund und die Erforschung des besonderen Ökosystems der Karibik im Mittelpunkt. Sie tauchen ebenfalls in die Lebenswelt der Kuna-Indianer ein, unternehmen Dschungeltouren, inspizieren Fauna und Flora und krönen ihr Interesse mit einer dreiwöchigen Expedition ins Landesinnere. Hautnah erkunden sie das Ökosystem des Regenwaldes.

In der Panama-Region sind die Jugendlichen dann Gäste der panamaischen Gasteltern und lernen den dortigen Alltag und die Menschen vor Ort kennen. Aber auch bei den Gasteltern ist der Programmkalender prall gefüllt. Die Kids besteigen den 3400 Meter hohen Vulkan Baru, vertiefen ihre Spanischkenntnis, erhalten Informationen über den Kaffeeanbau und fahren in Einbäumen zu dem Stamm der Naso-Indianer.

Trotz dieser besonderen Erfahrungen in anderen Unterrichtseinheiten wird sorgsam darauf geachtet, vorrangig auf der Rückreise Lehrinhalte der 10. Jahrgangsstufe zu vermitteln, damit sie ohne Reibungsverluste wieder mit den Daheimgebliebenen konkurrieren können. Nach vielen weiteren Stationen und Destinationen wie Kuba,  Bahamas, Bermudas, Azoren und Portugal kehrt die „Regina Maris“ nach 183 Tagen und 12 000 Seemeilen nach Hamburg zurück. Die besonderen Erlebnisse, so auch ein Whale Watching, sind zu Erfahrungen geworden, die das künftige Leben der Jugendlichen wesentlich beeinflussen können. Auf alle Fälle war dieses „Klassenzimmer unter Segeln“ der schönste Teil der gesamten Schulzeit .

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