Wer einmal die Antarktis besuchen konnte, für den wurde ein Traum wahr. Bei wem sich aber dieser Traum noch nicht erfüllen konnte, der wird weiterhin davon träumen, einmal im Leben Millionen von Tieren und einer Unmenge Eis zu begegnen. Die besonderen Erlebnisse in einer faszinierenden Welt der Antarktis ziehen jedes Jahr im antarktischen Sommer zwischen November und Februar immer mehr Naturbegeisterte an, die vorwiegend auf einem der nahezu 40 Kreuzfahrtschiffe Kurs auf den weißen Kontinent, auf das letzte Naturparadies nehmen.
Einmal mit Pinguinen auf Du und Du zu sein, kann nur auf solchen Expeditionskreuzfahrten ins ewige Eis gelingen. Der Aqntarktis-Tourist muss sich von vornherein aber auf eine lange Anreise einstellen. Wer aus Deutschland anreist, muss schon einmal vier Tage für den Hin- und Rückflug veranschlagen. Vier Seetage fallen auf alle Fälle an, wenn sich die wendigen Expeditionsschiffe mit Eisklasse durch die berüchtigte Drake-Passage, in der sich das Meer zu hohen Wellen auftürmt und der Wind aus Leibeskräften an den Nerven der Gäste zerrt, „quälen“. Vor der Buchung sollte der Naturbegeisterte genau die jeweilige Ausschreibugn der Anbieter studieren, wie viel Zeit tatsächlich für die Erkundung der Antarktis zur Verfügugn steht.
Die einzelnen Anbieter, so beispielsweise die „Hanseatic“ (Hapag-Lloyd Kreuzfahrten), die „Delphin“ (Hansa Kreuzfahrten) oder die „Fram“ (Hurtigruten), auf denen die Bordsprache Deutsch ist, geben zwar eine Planung und den Verlauf der Reiseroute vor, doch die Kapitäne dieser Expeditionsschiffe müssen sehr flexibel auf die sehr wechselhaften Wetterbedingungen und das unberechenbare Eis reagieren, so dass eine Antarktisfahrt bisweilen ganz anders als ursprünglich geplant verläuft. Und auch die Gäste müssen sich stets auf die Flexibilität des Schiffsverantwortlichen einstellen können, wenn beispielsweise zu heftiger Wind das Anlanden mit den Zodiacs oder Polarcirkelbooten verhindert. Und auch das unberechenbare Eis – so ggf. eine fest geschlossene Eisdecke – lässt bisweilen keine Anlandung zu.
Wer sich für eine Antarktisreise entscheidet, sollte auch wissen, dass die Schiffsgröße in der Antarktis ein recht wichtige Rolle spielt, nicht allein bezüglich des Preises und auch der möglichen Seekrankheit. Die Höchstzahl der Gäste, die gleichzeitig an Land sein dürfen, ist begrenzt. Lediglich 100 Gäste sollten es auf Südgeorgien sein. Da ist leicht auszurechnen, dass auf kleineren Expeditionsschiffen („Hanseatic“-165 Passagiere / „Delphin“ – 375 Passagiere / “Fram“ – 250 Passagiere ) für jeden Passagier mehr Zeit an Land zur Verfügung steht als auf größeren Schiffen.
Auf diesen Expeditionsfahrten treten Lektoren an die Stelle der auf Kreuzfahrten üblichen Reiseleiter. An Bord der Expeditionsschiffe sind Biologen, Ornithologen, Geologen, Historiker. Die Anzahl der die Antartisreisen begleitenden Wissenschaftler ist unterschiedlich. Entscheidend ist, dass diese Lektoren an Bord jeweils Vorträge über ihr Fachgebiet halten, alle Gäste auf besondere Regelns zum Schutz dieser recht sensiblen Region anhalten, bei den jeweiligen Anlandungen die Vorhut bidlen, vor Ort den Gästen das Verhalten der jeweiligen einheimischen Tierarten erklären und darauf achten, dass alle Passagiere stets den vorgeschriebenen Abstand von mindestens fünf Metern zu den Tieren halten – wenn sich auch manche Tiere kaum an diese dringend erforderliche Verhaltensregel halten – .
Wie heißt es doch in der Kreuzfahrtbranche? Nach der Reise ist vor der Reise. So ist es auch beim Antarktisbesuch. Nach der Erfüllung des lang ersehnten Traumes steht das Träumen über diese einzigartige Reise mit Überraschungen und ganz besonderen Erlebnissen und Eindrücken.