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Die Nato hat den Marineeinsatz gegen Piraten vor der Küste Somalias bis Ende 2012 verlängert. Bislang war das Mandat des Einsatzes „Ocean Shield“ nur bis August dieses Jahres gültig. Nun beginnt eine Flotte von fünf Kriegsschiffen aus Griechenland, Großbritannien, Italien, Türkei und USA einen viermonatigen Einsatz und löst damit fünf andere Marineeinheiten ab.

Die Piraterie vor der Küste Somalias bedroht zum einen wichtige Schifffahrtsrouten, zum anderen beeinträchtigt diese Piraterie die Lieferung von Nahrungsmitteln nach Somalia. Militäroperationen der Nato, der EU und auch weiterer Staaten konnten nicht verhindern, dass im vergangenen Jahr die Zahl der Piratenangriffe anstieg, doch sank die Erfolgsquote der Angreifern um 40 Prozent.

Die Liste der Piratenüberfalle ist lang. Vorwiegend Frachter, Tankschiffe, Handelsschiffe, Gastanker, Containerschiffe, Chemietanker werden von den Piraten angegriffen, gekapert und verschleppt. Seit Januar 2008 gab es mehr als 120 Piratenüberfälle, 35 Handelschiffe wurden entführt und 600 Personen als Geiseln genommmen. Noch nicht alle entführten Handesschiffe wurden bislang den Eigentümern zurückgegeben. Die Höhe der insgesamt bislang gezahlten Lösegelder ist ebenfalls nicht bekannt.

Kreuzfahrtschiffe stehen weit weniger im Visier der Piratenangreifer. Bekannt sind:

05.11.2005

Piraten beschossen das Kreuzfahrtschiff „Seaborn Spirit“, wurden aber durch Wasserstrahl und Schallkanone abgewehrt.

28.11.2009

Die Deutsche Marine stoppte einen Angriff auf das Kreuzfahrtschiff „MS Astor“.

30.11.2008

Das Kreuzfahrtschiff „MS Nautica“ entkam durch sofortige Ausweichmanöver und Erhöhung der Fahrtgeschwindigkeit einem Piratenangriff.

04.03.2009

Das Kreuzfahrtschiff „Balmoral“ konnte einen Piratenangriff dadurch abwehren, indem es im Zick-Zack-Kurs die Flucht ergriff.

26.04.2009

Piraten greifen das Kreuzfahrtschiff „MS Melody“ an. Sicherheitsleute an Bord erwiderten das Feuer und schlugen die Angreifer in die Flucht.

Die Reedereien haben selbst auch Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um ihre Passagiere zu schützen. Auf allen Kreuzfahrtschiffen besteht ein hoher Standard an Sicherheitsvorkehrungen:

  • Die Bücke ist 24 Stunden besetzt,
  • jeder Gast wird persönlich eingescannt,
  • durch das Sicherheitszentrum haben die Verantwortlichen jeden Winkel im Blick,
  • durch Schallkanonen – Verteidigung ohne Waffen – werden die Piraten durch einen extrem hohen und lauten Schallstrahl abgewehrt,
  • zusätzliche Wachen am Bug und am Heck ermöglichen ein rechtzeitiges Ergreifen entsprechender Maßnahmen. 

Die Kreuzfahrtschiffe sind weniger gefährdet als Frachter, denn die Bordwände der Kreuzfahrtschiffe sind wesentlich höher, und die Kreuzfahrtschiffe fahren schneller und produzieren beim Zick-Zack-Kurs Wellen, so dass die kleinen Piratenboote ins Schlingern geraten.

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