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Monats-Archive: Oktober 2015

Jahrelang haben Umweltschutzverbände und Bürgerinitiativen dafür gekämpft, dass die gewaltigen Kreuzfahrt-Riesen nicht mehr in die Lagunenstadt Venedig einfahren dürfen. Noch vor einem Jahr hatten die Akteure einen Teilerfolg erstritten und erreicht, dass die Anzahl der Kreuzfahrtschiffe deutlich begrenzt wurde. Doch die Gefahren für die instabile Stadt waren damit längst nicht gebannt. Auch mit der Planung, dass mit dem Canale Concorta-Sanrt´Angelo eine andere Wasserstraße gefunden werden sollte, ist das Problem durch die Wellen und Schadstoffe keinesfalls gelöst.

Nun schreckt eine Nachricht alle Venedig-Fans auf. Ein Verwaltungsgericht hat das Kreuzfahrtschiff-Verbot in Venedig mit der Begründung gekippt, dass ein Verbot erst nach dem Vorhandensein von Alternativrouten bestehen könnte. Man muss nicht Schlechtes denken, warum ein Gericht den Bann aufgehoben hat. Die Einnahmen für Stadt und Hafenverwaltung sind doch beträchtlich. Immerhin muss ein Kreuzfahrtschiff bis zu 60.000 Euro pro Liegeplatz und Tag bezahlen. Weitere nicht unerhebliche Einnahmen werden durch die verbindliche Lieferung des Treibstoffes für die Meeres-Riesen erzielt, ganz zu schweigen von den Tageseinnahmen, die die tägliche Touristenschwemme mit sich bringt.

Vielleicht kann aber die Realisierung des Projekts „Venis Cruise 2.0“, eine künstliche Insel an der nördlichen, die Bucht umschließenden Landzunge zu errichten und einen neues Kreuzfahrtterminal zu bauen, die seit Jahrzehnten bestehende Bedrohung der Lagunenstadt wenigstens mindern.