Seelsorger auf großer Fahrt

 

„Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“

Der Rest einer vergangenen Epoche „christlicher Seefahrt“ findet sich heute noch auf Kreuzfahrtschiffen: die Bordgeistlichen. Mit dem früheren Schiffs-Prediger, dem „Seligmachermaat“, hat allerdings der heutige Urlaubs-seelsorger nichts mehr gemein.

Heute treten Kirchenbeamte, Pfarrer und Geistliche beider Konfessionen, auf einem Kreuzfahrtschiff ihren Dienst an. Ihr Gehalt läuft weiter, wenn der Geistliche seinen Dienst an Bord versieht. Für die Reederei ist dies eine günstige Lösung, geradezu billig, denn sie bezahlt lediglich in Naturalien: kostenloser Aufenthalt und kostenlose Vollpension. Der Geistliche, der sich auf ein Engagement „Bordseelsorge“ einlässt und an Bord den „Passagierstatus“ hat, weiß, dass er auf einem Kreuzfahrtschiff gegebenenfalls auch das „Kabinenwechselfieber“ bekommt. Je nach Belegung muss er auch einmal die Kabine wechseln, umziehen von Deck zu Deck, und wenn er Glück hat, darf er seine Zeit an Bord auch einmal in einer Suite verbringen.

Welche Aufgaben nimmt der Bordgeistliche wahr? Diese können recht vielfältig sein bzw. im Laufe der Kreuzfahrt werden. Zunächst beinhaltet die Bordseelsorge Gottesdienste, Andachten, Vorträge, seelsorgerliche Gespräche mit Passagieren und auch mit Besatzungsmitgliedern. Er bietet Seelsorge an, ist stets zu Gesprächen bereit. Als Bordpastor isdt er auch Ansprechpartner derjenigen, die ihre Kirche aus irgendwelchen Gründen verlassen haben.

Probleme reisen auf den Kreuzfahrten mit. Da ist der Bordpfarrer eine gute Ansprechadresse: eine Frau hat ihren krebskranken Mann verloren oder eine Frau/ein Mann betrauert die gescheiterte Ehe.  Da der Bordgeistliche zur Verschwiegenheit verpflichtet ist, öffnen sich die Menschen an Bord leichter als in ihrer Heimatgemeinde.  Wichtig ist, dass solche seelsorgerliche Gespräche fast an jedem Ort des Kreuz-fahrtschiffes stattfinden können, denn der Bordgeistliche hat kein Amtszimmer. Auf Wunsch besucht er den Ratsuchenden auch in dessen Kabine. Wichtig ist, dass sich der Bordgeistliche Zeit nimmt und in zwangloser Atmosphäre Lösungen für die Fragen und Probleme sucht. Eine dramatische Ausnahmesituation ist ein Todesfall auf Kreuzfahrtschiffen. Da ist der Bordseelsorger gefragt, kümmert sich in aller Stille um die Angehörigen und beruhigt auch die Passagiere, welche den Todesfall mitbekommen haben.

Neben seiner Aufgabe als Trauerbegleiter und „Krisenmanager, Überbringer von schlechten Nachrichten, ist der Bordseelsorger aber auch Begleiter in freudigen Lebenssituationen. Manche Gäste haben sich für eine Kreuzfahrt entschlossen, um das freudige Ereignis einer Silbernen oder Goldenen Hochzeit in dieser Form zu begehen oder aber auch um Trauer und Krisen zu bewältigen oder zu verdrängen.

Im Eröffnungsprogramm, bei der Vorstellung des Kapitäns und der Offiziere, des Küchenchefs und das Unterhaltungsteam wird der Bordseelsorger auch den Passagieren vorgestellt. Dabei kann er auch seine Vorstellungen der seelsorgerlichen Betreuung vorstellen:

  • tägliche ökumenische Andachten
  • Hl. Messe an Sonntagen
  • Vorträge und Diskussionen
  • Sprechstunde an Bord
  • Hinweis auf das Wort zum Sonntag (Bord-TV)

Die Möglichkeiten den Bordpastor anzusprechen, sind vielfältig: nach den Gottesdiensten, an der Reling, beim Essen,auf Ausflügen, bei Landgängen – der Bordseelsorger übernimmt auch bisweilen den Job als Reiseleiter -, eigentlich immer, wenn man auf ihn trifft.

Der Bordgeistliche wird Seelsorge an Bord stets in ökumenischer Form anbieten. Wegen der hohen Temperaturen in entsprechenden Regionen verzichtet der Bordseelsorger gerne auf einen Talar. Die Erfahrung zeigt, dass gerade diese Entscheidung bisweilen den Zugang der Gäste zum Bordseelsorger erleichtert. Gerade an Seetagen, wenn die Gäste Zeit zur Muße haben, begegnen die Passagiere dem Bordseelsorger und suchen Aussprachen über eigene Probleme, über „Gott und die Welt“, über den Heimatpfarrer, über die Kirche im allgemeinen, über …

Der Bordseelsorger bietet aber auch dann, wenn sich alle Gäste von Bord bei Stadtbesichtigungen oder auf ganztätigen Ausflügen befinden, Crew-Gottesdienste an. Der Seelsorger sollte demnach auch in der Lage sein, fremdsprachig zu kommunizieren, denn die Crew stammt häufig aus aller Herren Länder. Diese Angebote sind wichtig, da die Besatzung oft zehn Monate an Bord ohne Urlaub ist, der Kontakt zur Familie – wenn überhaupt – nur aus Mails besteht und somit Heimweh und Konflikte an der Tagesordnung sind.

 

 

Ich bin ein Star – holt mich an Bord!

 

Fan-Kreuzfahrt ist der neue Trend in der Kreuzfahrtbranche. Dabei geht es weniger um die Reiseroute und das Schiff, nein, allein die persönliche Begegnung mit einem Star ist der Grund für die Entscheidung, eine Kreuzfahrt auf Schiff X zu buchen. Aber auch die Feststellung trifft zu: Kreuzfahrtschiffe lieben Prominente – und Promis lieben Luxusliner. Immer mehr Promis aus Show, Politik und Sport sind auf Kreuzfahrtschiffen anzutreffen. Auf der MS Europa beispielsweise werden im Jahr rund 30 Reisen mit mindestens einem bekannten Namen an Bord durchgeführt.

Dazu einige Pressesplitter:

  • Andrea Doria lässt grüßen. Udo Lindenberg Flaggschiff von gilt schon lange als seefest.
  • Noch ein singender Udo, der sich auf Luxusdampfern wohlfühlt: Udo Jürgens verbindet seine Bordaufenthalte mit Soloabenden.
  • Man trifft immer häufiger auf Prominente wie etwa TV-Lady Dagmar Berghoff und Opernsängerin Nicole Mühle an Deck an.
  • Der Markt für Kreuzfahrten boomt – und ein Ende ist nicht in Sicht. Fernsehmoderator Marco Schreyl und der Sänger Patrick Lindner sind gern gesehene Gäste
  • Auf dem europäischen Markt ist die Passagierzahl im vergangenen Jahr um 15 Prozent gestiegen. Dabei waren auch Sänger Patrick Lindner, Anna Maria Kaufmann, Rüdiger Wolff, Entertainerin Marlene Charell, Sängerin Dorthe Kollo, Sänger Michael Holm und Moderator Michael Thürnau.
  • Während der obligatorischen Rettungssübung steht die Diskuswerferin Franka Dietzsch an Bord der „AIDAaura“.
  • Kunstturner Fabian Hambüchen sitzt im Sessel, der sonst dem Kapitän vorbehalten ist. Das Ganze läuft über einen Sponsoringvertrag.
  • Ex-Sozialminister Norbert Bluem im Jahr 2007 an Bord der „MS Europa“.
  • Sänger Jay Alexander und seine Frau Vanessa in Hamburg als Gäste auf dem Ozeanriesen „Freedom of the Seas“.
  • Alexandra und Michael Stich sowie …
  • … Tom Buhrow und Ehefrau an Bord der mehrfach ausgezeichneten „Europa“ bei einem Event vor und auf Sylt (2007).
  • Bordküche: Ein Koch für Prominente, der selbst prominent ist – Karlheinz Hauser vom Hamburger Süllberg.
  • Marcus Schenkenberg (Model und Schauspieler), Ute Ohoven (Unesco-Botschafterin) und Hagen Armin Damasche (Kapitän der MS Europa) bei einer Gala-Nacht vor Cannes im Jahr 2007.
  • Die bayrische Kabarettisten Lisa Fritz fährt zweimal zur Norsee-Kurzvisite mit.
  • Zu den Stammstars gehören die Temptations und Hot Chocolate.
  • Geplant ist ein Galaabend mit Hannelore Elsner und Mario Adorf.
  • An Bord sind die Künstler Michael Schade, Patricia Petibon, Oleg Maisenberg, Mischa Maisky, Giora Feidmann, Annette Dasch und Alina Pogostkina.
  • Mit dabei waren die weltberühmten Wiener Philharmoniker und der chinesische Konzertpianist Lang Lang.
  • Zeit für eine kleine Expedition hat auch der bekannte Extrembergsteiger, Buch- und Filmautor, Naturschützer und Politiker Reinhold Messner.
  •  

Warum tragen Schiffe einen weiblichen Namen?

 

Immer wieder taucht die Frage auf, weshalb die meisten Schiffe stets einen weiblichen Namen tragen. Die Tradition, ein Schiff als weibliches Wesen anzusehen, existiert schon lange. Nach Erkenntnissen von Historikern waren Schiffe schon zu römischer Zeit weiblich. Schiffe werden anscheinend  deshalb meist als weiblich betrachtet, weil sie „teuer und schwierig zu handhaben“ seien – „genau wie Frauen“; dies ist eine Erklärung.

Andere, die Realisten, argumentieren damit, dass die weiblichen Eigenschaften dominieren: Sie haben tolle Formen, werden ein Leben lang von Männern umschwärmt. Sie brauchen viel Farbe, um gut auszusehen, sie zeigen nach Außen immer ihr Bestes, hoch sind auch immer ihre Unterhaltskosten, und es braucht einen erfahren Mann – sprich Kapitän – ,um „sie“ richtig zu führen.

Schiffe tragen auch heutzutage fast immer  weibliche Namen. Meistens tragen sie den Namen von berühmten Frauen oder Göttinnen, und früher prangte am Bug eines Schiffes oft eine Frauenfigur (die sogenannten Gallionsfiguren). Allein das Wort „Jungfernfahrt“ zeigt die Verbundenheit von Schiffen und Frauen.

Und wenn schon die meisten Schiffsnamen weiblich sind, dann müssen auch weibliche Taufpatinnen den festlichen Akt vollziehen. Dies unterstreicht auch die Liste der meist prominenten Taufpatinnen der letzten Jahre.

Reederei Schiffsname Taufe Taufpatin Beruf
AIDA Cruises AIDAblu 2010 Jette Joob Designerin
TUI Cruises Mein schiff 2009 Ina Müller Sängerin
MSC Crociere MSC Splendida 2009 Sophia Loren Schauspielerin
AIDA Cruises AIDAbella 2008 Eva Padberg Top-Model
Costa Kreuzf. Costa Luminosa 2009 Valentina Vezzali Fechterin
Costa Kreuzf. Costa Pacifica 2009 Noa Isr. Sängerin
AIDA Cruises AIDAluna 2009 Frantiska Knupper Top-Model
AIDA Cruises AIDAdiva 2007 Maria Galleski Verw.Angestellte
AIDA Cruises AIDAcara 1996 ChristianeHerzog Frau desBundespräsidenten
AIDA Cruises AIDAaura 2003 Heidi Klum Top-Model
A-Rosa Arosablue 2002 Iris Berben Schauspielerin
CelebrityCruises CelebritySolstice 2008 Sharon L.Smith Meereswissenschaftlerin
Costa Kreuzf. Costa Serena 2007 Marion Cotillard Schauspielerin
Cunard Line Queen Victoria 2007 Camilla R.Mountbatten Herzoginvon Cornwall
MSC MSC Orchestra 2007 Sophia Loren Schauspielerin
AIDA Cruises AIDAvita 2002 Doris Schröder-Köpf Frau d. Bundeskanzlers
MSC MSC Fantasia 2008 Sophia Loren Schauspielerin
PHOENIX MS Gloria 2005 Annette Frier Comedy-Star
PHOENIX Alexander v. Humboldt 2005 Susanne Prinz Ehefrau d.Kreuzfahrtdirektors
Cunard Line Queen Mary II 2003 Queen Elisabeth II Königin
2010

2011

2012

Und weitere Taufen mit weiblichen Taufpatinnen werden folgen.

Rhein in Flammen

Die Presse berichtete:

„Gigantische Feuerwerke verzauberten den Himmel über dem Rhein und verwandelten Landschaft und Burgen des Mittelrheintales in eine märchenhafte Kulisse – ein echter Augenschmaus zwischen Trechtingshausen, Bingen und Rüdesheim. Die Burgen der Region erstrahlten wie „brennende“ Festungen in bengalischem Feuer. Nicht nur am Rheinufer, auch auf über 45 Rheinschiffen versammelten sich Tausende Menschen, um das Schauspiel am Tor zum Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal zu bestaunen. Krönender Abschlusswar das Feuerwerk von der Fähre mitten auf dem Rhein zwischen Bingen und Rüdesheim. Der Südwestrundfunk und der Hessische Rundfunk übertrugen gemeinsam den Augenschmaus am Rhein live – von „hüben“ und „drüben“. “ 

Noch bis September erstrahlt das Mittelrheintal im Glanz der Feuerwerke. Das muss man einmal gesehen haben! Eine ganze Armada von stimmungsvoll beleuchteten Schiffen schwimmt auf dem Rhein, Tausende bengalischer Lichter werden entzündet, es gibt großartige Feuerwerke, und auch die Burgen entlang der Strecke stehen dem Lichterzauber nicht nach. Jeder kann bei diesem Feuerzauber dabei sein.

Wer auf einem Schiff diesen Lichterspektakel erleben möchte, hat die Wahl zwischen verschiedenen Terminen, doch manche Schiffe sind bereits in diesem und zum Teil bereits fürs das nächste Jahr ausgebucht. So muss sich der Interessierte beeilen und sich rasch entscheiden, um noch ein Ticket zu bekommen.

Dies sind Termine für die Nacht der Nächte.

1. Die Nacht der Bengalfeuer – Bonn bis Linz

01.05.2010, 07.05.2011, 05.05.2012

Die Uferpromenaden und Sehenswürdigkeiten leuchten  im rot fluoreszierenden Licht von 2.000 Bengalfeuern. Sie weisen der Flotte von über 60 geflaggten und illuminierten Rheinschiffen den Weg stromabwärts auf der mit 26 km längsten Strecke von Rhein in Flammen.

2. Die Nacht des Feuerzaubers – Bingen bis Rüdesheim

03.07.2010, 02.07.2011, 07.07.2012

Rund ums Binger Loch wird hierbei die Nacht des Feuerzaubers gefeiert. Burgen, Kirchen und der Mäuseturm erglühen in bengalischem Feuer. Hoch über Rüdesheim erstahlt das Niederwald-Denkmal. Zwischen 18.00 Uhr und 21.00 Uhr legt die über 50 Schiffe starke Beleuchtungsflotte in Rüdesheim, Bingen und Assmannshausen ab.
3. Die Nacht der tausend Feuer – Oberwesel

12.09.2009, 11.09.2010, 10.09.2011, 08.09.2012

Die Stadt der Türme und des Weines feiert ihren Schiffskorso mit einem bei Rhein in Flammen einmaligen Musikfeuerwerk. Über 50 bunt beleuchtete Rheinschiffe versammeln sich gegen 20.00 Uhr bei St. Goar und ziehen gemeinsam sieben Kilometer stromauf gen Oberwesel. Etwa gegen 20.40 Uhr wird der sagenumwobene Loreleyfelsen bengalisch beleuchtet.
4. Die Nacht der Loreley – St. Goar und St. Goarshausen

19.09.2009, 18.09.2010, 17.09.2011, 15.09.2012

Rheinromantik pur bestimmt diesen Abend. Die gegenüber-liegenden Schwesterstädte St. Goar und St. Goarshausen feiern zu Füßen der Loreley und der romantischen Burgen Rheinfels, Katz und Maus ein wunderschönes Fest mit mehreren Feuer-werken. Wer sie vom Rhein aus erleben möchte, findet einen Logenplatz auf den 70 Schiffen der weißen Flotte.

Wer bei Europas längstem Schiffskonvoi dabei sein möchte, wenn  das nächtliche Mittelrheintal in phantastischen Farben beleuchtet wird, wenn unzählige Großfeuerwerke bezaubern auch in diesem Jahr mit ihrem farbenprächtigen Schauspiel am Himmel und zu Wasser bezaubern, der kann sich ein Schiffsticket sichern oder auch ein ganzes Schiff chartern.

Ein Donau-Höhepunkt: Das Eiserne Tor

 

Mittlerweile hat es sich herumgesprochen: Flusskreuzfahrten werden immer beliebter. Besonders ältere Menschen schätzen diese Art des Reisens, denn sie können in wenigen Tagen verschiedene Städte und Sehenswürdigkeiten besuchen, müssen das Quartier nicht wechseln und können in einer besonderen Art und Weise die schönsten Städte und Landschaften an sich vorüber ziehen lassen.

Die Donau hat bei den Flussreisen-Liebhaber an Attraktivität nicht verloren. Als einziger europäischer Fluss fließt die Donau von Westen nach Osten,demnach in Richtung Sonnenaufgang, und so können die Gäste auf einem Flusskreuzfahrtschiff die malerischen Naturlandschaften im Glanz der Morgensonne erleben. Und auf dem Rückweg werden die Gäste die Landschaften in einem ganz anderen Licht sehen.  Auf einer Donautour können die Gäste nicht nur die klassische Strecke Passau – Budapest erleben, sondern auch die Strecke bis zum Donaudelta buchen und somit   als einzigartiges Highlight die Metropole Belgrad erleben und die Kataraktenstrecke bis zum „Eisernen Tor“ durchfahren. Einen ganzen Tag verbringt das Donauschiff in dieser fjordähnlichen Landschaft, einem der imposantesten Taldurchbrüche Europas.

Eine Flusskreuzfahrt vom „bayrischen Venedig“ bis ins ukrainische Donaudelta führt durch neun Länder: Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Rumänien und Ukraine. Nicht nur die bedeutenden Metropolen können die Gäste besuchen. Sie werden über die Vielfalt der Donaulandschaften und die besonderen Dorfszenarien staunen, auf der Fahrt einen Blick auf verfallene Burgruinen werfen und trotz der vielen Höhepunkte viel Zeit, Ruhe und Muße auf dem Sonnendeck verbringen. Auf den Landausflügen lernen die Passagiere mit den Schwarzmeerimpressionen ein spannendes Kontrastprogramm zu den Flusslandschaften kennen.

Als absoluter Höhepunkt einer Donaureise gilt die Passage des Eisernen Tores.  Doch dank des Staudammbaus, der gigantischen Doppelschleusenanlagen von Derdap und der Sprengung der gefährlichen Felsenriffe hat die von Legenden und Horrorgeschichten umwobene Engstelle seinen Schrecken verloren.

Doch die Gäste auf dem Donau-Flusskreuzfahrtschiff genießen nach wie vor das Naturschauspiel,wenn auf der Steuerbordseite die imposanten Reste der Festung Golubac den Eingang zum Eisernen Tor markieren. Kurz danach rücken die Berge bis auf 150 Meter zusammen. Die gigantischen Berghänge sind zum Teil noch bewaldet. Der Blick fällt auf die wild romantischen, stets wechselnden Uferformationen. Eingeklemmt zwischen Karpaten und Balkan nimmt die Donau an dieser „berüchtigen“ Stelle einen fjordähnlichen Charakter an. Aber seit dem Schleusenbau –einem Gemeinschaftswerk der Rumänen und Jugoslawen – und dem Anstieg des Wasserspiegels um 35 Meter ist die Durchfahrt auch für Flusskreuzfahrtschiffe problemlos geworden.

 

 

 

 

Empfangskomitee im „Frack“

 

Bald ist es wieder soweit. Wenn auf Südgeorgien der kurze atlantische Sommer während der Monate November bis März herrscht, laufen mehrere Kreuzfahrtschiffe diese Insel an, denn die stark vergletscherte und gut 100 Kilometer lange Insel ist nur auf dem Seeweg erreichbar. Die „Eindringlinge“ staunen über eine zerklüftete, alpin anmutende Gebirgslandschaft mit markanten Bergspitzen und majestätischen Gletschern.

Die Besuchergruppen werden mit Zodiacs ans Ufer gebracht. Vom sandigen Ufer bis zu den Bergwänden haben sich ausgedehnte Tierkolonien niedergelassen. Im gelb-rötlichen Brustgefieder begrüßen die Königspinguine die im roten Parka „vermummten“ Gäste. Manche Robbensorten liegen faul auf dem Sandboden, andere beschnuppern neugierig die Ankömmlinge. Lediglich fünfzehn Minuten darf eine Gruppe im Kreis der Tiere verweilen, fotografieren, was das Zeug hält. In sicherem Abstand beobachten die Gäste die See-Elefanten, die zunächst recht faul auf die Gäste wirken, sich aber dann doch unversehens erheben, in Angriffshaltung übergehen, trompeten und gurgeln, sich wiegen und drehen, mit Sand bespritzen und danach wieder – glücklicherweise – in ihre Ruhelage zurücksacken.

Doch die meisten der einheimischen Tiere, ob Pinguine, See-Elefanten, Robben und Raubmöven zeigen keine Scheu vor den Besuchern. Sie fühlen instinktiv, dass ihnen von diesen  unbekannten roten Individuen keine Gefahr droht.

Südgeorgien ist bislang noch keinem Lebendigen zur Heimat geworden. Die Besucher erleben  die Veränderungen nicht mehr, wenn am Ende des kurzen Sommers die Insel wieder in Schneestürmen, Eiseskälte, Dunkelheit und Schwermut versinkt.

Kreuzfahrtschiffe im Trend zum Gigantismus

 

Im vergangenen Jahr haben zehn neue Kreuzfahrtschiffe ihre Jungfernfahrt angetreten. Die „Neulinge“ warten mit attraktiven Neuerungen, gigantischen Ausstattungen und Ausmaßen sowie mit äußerst ungewöhnlichen Attraktionen auf. Der Trend zum Gigantismus ist ungebrochen. Bei den neuen Kreisfahrtschiffen beherrschen die Attribute wie  „Schwimmende Kleinstadt“, „Meeresoase“, „Giga-Luxusliner“ die Kreuzfahrtbranche.

Schiffsname Länge Breite Gäste
AIDAbella 252,0 m 32,2 m 2050
Ventura 290,0 m 36,0 m 3092
Independence of the Seas 339,0 m 56,0 m 3600
Carnival Splendor 290,0 m 32,2 m 3006
MSC Fantasia 333,3 m 37,9 m 3274
Celebrity Solstice 315,0 m 36,8 m 2850
Ruby Princess 290,o m 36,0 m 3070
Princess Albert II 108,0 m 15,8 m   132
Eurodam 290,0 m 32,2 m 2044
MSC Poesia 293,0 m 32,2 m 2550

 

Äußere Kennzeichen der „Neulinge“ sind mehrere Decks mit Balkonen.

Für das Jahr 2009 waren weitere zwölf Neubauten angekündigt. Einige der „Neulinge“ wurden bereits getauft und befinden sich auf hoher See.

Die Neuen heißen:

AIDAluna, Carnival Dream, Costa Luminosa, Costa Pacifica, Celebrity Equinox, MSC Splendida, MSC Magnifica, Oasis of the Seas, Seabourn Odyssey, Silver Spirit und zwei Schiffe von Pearl Sea Cruises und Norwegian Cruise Line.

Der Trend zu weiteren Großbauten hält unvermindert an. Im Jahre 2010 werden insgesamt 19 Neubauten folgen, 2011 nochmals zwölf und schließlich 2012 acht weitere Kreuzfahrtschiffe.

Maritime Geburtstagskinder

 

Die nachfolgenden Schiffe kreuzen nun schon im zehnten Jahr die Meere.

Schiffsname 1. Jungfernfahrt Länge Gäste
Aurora 1. Mai 270,0 m 1878 Gäste
Carnival Victory 18. August 272,0 m 2758 Gäste
Explorer of the Seas 28. Oktober 311,1 m 3114 Gäste
Costa Atlantica 16. Juli 292,5 m 2112 Gäste
Olympic Yoyager 24. Juni 180,4 m  840 Gäste
Celebrity Millenium 1. Juli 294,0 m 1950 Gäste
Silver Shadow 15. September 186,0 m  388 Gäste
Royal Clipper Oktober 134,0 m  228 Gäste
Zaandam 6. Mai 237,0 m 1440 Gäste

Das Thema „Piraterie“ ist bei der Kreuzfahrtbranche noch nicht vom Tisch

 

Aufmerksam verfolgen die Kreuzfahrtreedereien und auch die Kreuzfahrtfans die Berichte in den Medien über die Piraterie vor der Küste Somalias. Allein im ersten Halbjahr 2009 gab es 146 Attacken von Piraten auf vorwiegend Frachtschiffe. Nur wenige dieser Attacken waren bislang erfolgreich, sicherlich ein Erfolg des Einsatzes der Seestreitkräfte aus der Europäischen Union. Unter den Reedereien gibt es nunmehr Kreuzfahrtunternehmen, die explizit die Fahrt durch das gefährdete Gewässer ihren Kunden nicht mehr anbieten. Andere Kreuzfahrtschiffe durchfuhren den Golf von Aden ohne Passagiere. Die Devise heißt: „Ja kein Risiko eingehen.“

Nicht jedes Schiff benötigt einen militärischen Schutz, wie ihn die EU-Operation Atalanta anbietet, lediglich verwundbare. Die allermeisten Kreuzfahrtschiffe gehören nicht zu den „verwundbaren“ Schiffen. Ihre Bordwand ist über der Wasseroberfläche mehr als fünf Meter hoch und kann mehr als 18 Knoten schnell sein.

Dennoch achten die Reedereien auf erhöhte Aufmerksamkeit. Auf der Brücke befinden sich stets zwei Wachoffiziere mit starkem Fernglas Die Mannschaft kontrolliert vom Heck aus kontinuierlich das Meer. Manch ein Ozeanliner verfügt über eine Schallkanone, deren unerträglich lauter Ton die Angreifer vertreiben soll. Durch Zick-Zack-Fahren werden hohe Wellen erzeugt, welche die Schnellbote der Piraten in Bedrängnis bringen. Manche Reedereien sprechen von einem hohen Sicherheitsstandard. Ob die Crew allerdings mit Waffen ausgerüstet werden kann, diese Frage bleibt noch offen.

Und wie werden „verwundbare Schiffe“ geschützt? Der Auftrag der EU-Operation Atalanta  ist der Schutz der Schiffe des Welternährungsprogrammes.  Einzelschiffe werden aber grund-sätzlich nicht eskortiert. Wenn Kapazitäten frei sind, begleitet eine militärische Eskorte solche Schiffe in Gruppen, die sich zuvor aber beim Maritime Security Centre Horn of Africa angemeldet haben. Fünf bis zehn Schiffe fahren dann bei gleicher Geschwindigkeit durch den gefährdeten Korridor.

Täglich werden auch uneskortierte Group Transit angeboten, die von Kriegsschiffen beobachtet werden, die entlang des Verkehrskorridors stationiert sind. Eskortierte Gruppen befahren in der Regel einmal pro Richtung den Korridor.

Doch so lange das Land Somalia über keine funktionierende Staatsgewalt verfügt, wird die Piraterie in dieser Region auf der Tagesordnung bleiben.

 

Die kleine Meerjungfrau in Kopenhagen

 

Nahezu auf jeder Ostsee-Kreuzfahrt ankern die Kreuzfahrt-schiffe im Hafen von Kopenhagen. Jeder Gast möchte einmal in seinem Leben die berühmte kleine Meerjungsfrau sehen und fotografieren. Die berühmteste Meerjungfrau der Welt sitzt auf einem Granitstein und schaut sehnsüchtig aufs Meer hinaus. Sie ist aus Bronze, stolze 175 kg schwer und mit ihren 125 cm weitaus kleiner, als viele Touristen erwarten. Finanziert und ermöglicht wurde die Figur durch den Carlsberg Bierbrauer Carl Jacobsen (1842-1914), der 1909 Hans Beck’s Ballettaufführung „Die kleine Meerjungfrau“ besuchte und von der traurigen Geschichte des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen, als auch von der Primaballerina Ellen Price (1878-1968) als kleine Meerjungfrau, so angetan war, dass er zu Ehren der Ballettkunst eine Statue in Auftrag gab, dessen Umsetzung sich der Bildhauer Edward Eriksen (1876-1959) annahm. Für das Gesicht der Nixe, stand Ellen Price höchstpersönlich Modell. Weil sich diese jedoch nicht entkleiden mochte, diente Eriksens Ehefrau Eline als Vorlage für den Oberkörper.

„Die Kleine Meerjungfrau (dän. Den lille Havfrue) ist eine weltbekannte Figur aus einem gleichnamigen Märchen des dänischen Dichters Hans Christian Andersen. Es beruht auf der Undinensage und war eine der Keimzellen des Librettos für Antonín Dvořáks Oper Rusalka.

Der Kopenhagener Bildhauer Edvard Eriksen (1876–1959) schuf die Skulptur Kleine Meerjungfrau, die zum Wahrzeichen Kopenhagens wurde. Den Kopf gestaltete er nach dem Vorbild der Primaballerina Ellen Price (1878–1968), die 1909 in Kopenhagen als Hauptdarstellerin in einem gleichnamigen Ballett sehr beliebt war, und den Körper nach dem seiner Ehefrau Eline (1881–1963). Der Grund war, dass Ellen Price nicht nackt dem Künstler Modell sitzen wollte, so musste seine Frau einspringen.

Auftraggeber war der Kunstmäzen und Gründer der Kopenhagener Ny Carlsberg-Brauerei, Carl Jacobsen. Am 23. August 1913 wurde eine Kopie der Figur, die 175 kg wiegt und 125 cm groß ist, an ihrem heutigen Platz an der Uferpromenade der Langelinie aufgestellt. Das Original wird von den Nachfahren Eriksens an einem geheimen Ort aufbewahrt.

Immer wieder wurde die Statue von Unbekannten angemalt oder Opfer anderer Beschädigungen. So wurde ihr am 24. April 1964 und am 6. Januar 1998 der Kopf abgesägt, einmal der rechte Arm abgesägt und Anfang September 2003 die komplette Meerjungfrau, wahrscheinlich mit Hilfe von Sprengstoff, von ihrem Felsen gestürzt. Nach aufwändigen Restaurierungsarbeiten, bei denen auch eine der noch vorhandenen zwei Original-Gipsfiguren verwendet wurde, ist die Meerjungfrau seit 2004 wieder auf ihrem angestammten Platz zu besichtigen. Die letzte Schändung fand bei einer Demonstration in Kopenhagen am 3. März 2007 statt: Demonstranten besprühten sie mit pinker Farbe.

Im Unterschied zu anderen Wahrzeichen ist die Kleine Meerjungfrau mit einer Höhe von nur 125 cm sehr klein. Sie gilt auch als eines der kleinsten Wahrzeichen der Erde.

Quelle: Wikipedia

Eriksens Original-Gussformen sind bis heute erhalten geblieben und helfen regelmäßig bei der Rekonstruktion des Kunstwerkes. Für die Nachkommen des Bildhauers ist die kleine Nixe zur goldenen Gans geworden. Die Rechte an allen Kopien bringen ihnen jedes Jahr Hunderttausende ein.