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Reisebericht

In diesem Jahr beschließt unsere Yakee travel-Reisegruppe, bei der Kreuzfahrt „Höhepunkte der Ostsee” die Metropolen der Anrainerstaaten kennen zu lernen. Ganz besonders freuen wir uns auf den zweitägigen Aufenthalt in St. Petersburg. Als uns vor fünf Jahren die MS Maxim Gorki zum Nordkap gebracht hatte, war sich unsere Reisegruppe einig, dass es keine schönere und bequemere Art gibt, unsere herrliche Welt zu entdecken;denn wer nur durchs eigene Fenster schaut, lernt nie die Welt kennen ( russisches Sprichwort). Diese Vergangenheit ist  in diesem Jahr wieder für uns Gegenwart geworden. Auf dem Kreuzfahrtschiff fühlen wir uns wie zu Hause und können die Ereignisse und Erlebnisse der kommenden 14 Tage kaum erwarten.

1. Tag

Alle Teilnehmer/innen unserer erneuten Gruppenreise finden sich pünktlich am Treffpunkt unseres Heimatortes  ein, und auch der Busfahrer von Airport Express ist überpünktlich zur Stelle. Bereits um 5.20 Uhr sind wir in Karlsruhe und erwarten den Zubringerbus der Firma Steck nach Bremerhaven. Ohne Verzögerungen erreichen wir den Kolumbuskaje in Bremerhaven, wo uns die Reiseleitung begrüßt. können wir die Schon eine Stunde später beginnt unsere die Kreuzfahrt. Das Auslaufen genießen wir bei einem Drink an der Bar bei flotter Musik der Bordband. In legerer Kleidung finden wir uns schon um 19.30 Uhr zum „Gute-Reise-Abendessen” ein. Schon am ersten Abend müssen wir die ersten Termine erfüllen: Buchung der Ausflüge an den drei Folgetagen. Jeder kann sich gemäß seiner individuellen Neigungen und Erwartungen entscheiden, und jeder lässt den ersten Abend auch auf seine Art ausklingen. Einige Teilnehmer bedauern allerdings, dass während der Nacht die Passage „” erfolgt. Die Nordsee beginnt sich leicht zu regen und wiegt uns sanft in den verdienten Schlaf.

2. Tag

Bevor wir am Abend einschlafen konnten, hat uns die Reiseleitung noch wichtige Informationen über den Nord-Ostsee-Kanal übermittelt:

Der Kanal zwischen Nord- und Ostsee ist die drittgrößte und meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Mit rund 55000 Schiffen jährlich ist das Verkehrsaufkommen mehrfach höher als das des Suez- oder Panamakanals.  Das maritime Meisterwerk hat eine Länge von 98,7 km. Die Schleusen befinden sich in Kiel-Holtenau und Brunsbüttel. Der bekannteste Ort entlang des Kanals ist Rendsburg. Eröffnet wurde der Kanal 1895, wurde ständig erweitert und vertieft. Seine Tiefe beträgt ca. 11 m.Die Schleusenanlage von Holtenau ist mit 310 m Länge, 45 m Breite und 14 m Tiefe  weltweit die größte.

Bevor uns der „fröhlicher Bordwecker” ab 7.30 Uhr in den neuen Tag begleitet, treffen sich die Frühaufsteher bereits um 7.00 Uhr auf den Außendecks. Fahles Licht verbreiten die Laternen, die den Uferpfad säumen. Und die Sonne bemüht sich, die dichte Wolkendecke zu durchdringen. Dann passieren wir auch schon die ersten Brücken. In einsamer Stille sitzen Fischer am Ufer und warten auf Anglerglück. Eine Schulklasse hat sich am Ufer eingefunden und begrüßt uns lautstark. Bald sind die Außendecks propervoll,  und an der Bugseite drängen sich die Massen in mehreren Reihen hintereinander. Unbeeindruckt von diesen Menschenmassen ziehen Schwäne am Uferbereich ihre Bahnen. Bald ist es 9.30 Uhr geworden. Die Brücke informiert uns über die gewaltige Schleusenanlage Kiel-Holstein, in die unser Kreuzfahrtschiff einfährt. Die kleinere Anlage bleibt den Segelschiffen und kleineren Booten vorbe-halten. Bei dem regen Verkehr hat die Crew alle Hände voll zu tun, muss sich erheblich konzentrieren. Bald fahren wir in das Hauptbecken ein, und das hintere Schleusentor schließt sich. Wenige Meter abgesenkt kann unser Schiff bald wieder ihre Fahrt in der Kieler Fjörde fortsetzen.

Wir sind beeindruckt von der gewaltigen Weite der Kieler Bucht, den zahlreichen Segelhäfen und den verschiedensten Schiffstypen, die unseren Weg kreuzen. Dann nimmt Laboe mit dem Marine-Ehrenmal und dem U-Boot-Museum sowie den langgestreckten Sandstränden unsere Aufmerksamkeit in Beschlag. Mittlerweile herrscht wieder das sprichwörtliche „Yakee-Wetter”. Die Sonne verwöhnt uns. Glatt liegt die Ostsee vor uns, als unser Kreuzfahrtschiff Fahrt zum ersten Reiseziel Gdynia aufnimmt. Zur Mittagszeit nimmt die Bewölkung leicht zu, aber wir haben ja die ersten „Verabredung” mit dem Küchenchef, der sich mit gegrilltem Zackenbarsch und Schwäbischem Schweinenacken nicht sonderlich gut einführt.  Der Maitre de Hotel scheint über unsere „Kritik” einigermaßen erstaunt zu sein, verspricht aber, dass der auf alle Fälle noch zu toppen sei, was, wie sich später herausstellt, auch zutrifft.

Für 14.15 Uhr ist ein für alle Gäste verbindliche Übungsalarm angesetzt. Dieser Alarm soll uns mit den Rettungseinrichtungen an Bord vertraut machen. Wir sollen die Schwimmwesten anlegen und vor der Kabine auf unsere Stewardess warten, die uns dann zum Bootsdeck zu dem zugewiesenen Rettungsboot führen wird. Nicht alle sind in der Lage, ihre Rettungsweste allein anzulegen. Doch die hilfsbereiten Stewardessen wissen Rat und helfen beim Anlegen. Je eine Stewardess ist jeder Gruppe am Anfang und Ende zugewiesen. Und auch an den Treppen und Gängen stehen Helfer bereit und leiten die Gruppen auf den richtigen Weg zu den Rettungsbooten. Reibungslos, so unser Eindruck, läuft dieser wichtige Übungsalarm ab.

Nach dem Übungsalarm ist keineswegs Ruhe angesagt. Ein volles Tagesprogramm erwartet uns:

15.00 Uhr Pässe mit Manifestnummer abholen (Kopie ist für den Landgang St. Petersburg)
15.10 Uhr Russisches TV_Studio „Danzig – Geschichte der alten Hansestadt und das heutige Danzig”
16.00 Uhr Landgangsinformationen über Danzig
17.00 Uhr „Auf ein Wort”; wichtige Informationen für alle Gäste rund um das Schiff und über die jetzige Reise
18.00 Uhr Persönliche Begrüßung aller Gäste in der Galerie vor dem Musiksalon durch den Kapitän und den Kreuzfahrtdirektor
19.00 Uhr Begrüßungscocktail
19.30 Uhr Kapitäns-Dinner in festlicher Atmosphäre in den Restaurants
21.45 Uhr „Welcome”: Die Künstler stellen sich vor, die uns auf dieser Reise begleiten, ebenfalls das Showorchester
22.30 Uhr Mitternachtssnack „Flambierte Früchte”
23.00 Uhr Die Nacht ist noch lange nicht zu Ende! Im Anschluss an die Willkommensshow legt ein DJ im Captain´s Club für die Nachtschwärmer Hits und Evergreens auf.

Beim Mitternachtssnack bleiben wir standhaft. Und in den Kabinen erwartet uns eine weitere Info-Flut. Nun müssen wir noch rasch alle Akkus aufladen bzw. während der Nacht die Geräte wechseln. Bevor wir zu Bett gehen, blicken wir noch aufs Meer hinaus. Der Vollmond wirft sein fahles Licht auf die Ostsee. Dann fallen uns aber doch noch die Augen zu.

3. Tag

Mit der Weckmelodie „Et les oiseaux chantaient” aus der CD „Summer Dream” von Sweet People stimmt uns der persönliche Bordwecker auf das Wochenende ein. Morgenmuffel haben bei ihr keine Chance. Nach aktuellen Infos über Wetter und Tagesprogramm sollen wir gut gelaunt in den neuen Tag starten. Um 7.30 Uhr treffen wir uns zum , und um 9.00 Uhr kommen wir in Gdynia an. Überpünktlich macht sie am Kai fest. Die Sonne lädt uns zum Landgang ein.

Unsere Yakee travel-Reisegruppe ist Bus 6 zugeteilt. Aurelia ist unsere örtliche Reiseleiterin, Wittek der Busfahrer. Auf der Fahrt nach Danzig gibt uns Aurelia einen Einblick in die bewegte Geschichte dieser Stadt:

Als Ostsee-Bollwerk mit 1000-jähriger Vergangenheit ist Danzig tief in der nordeuropäischen Seefahrertradition verwurzelt, Sie liegt am Schnittpunkt der einst wichtigen Handelswege, die ihr zum wirtschaftlichen Aufschwung verhalfen. Danzig wurde von den Deutschordensrittern erobert, war Mitglied der mächtigen Hanse und Zankapfel für Preußen und Slawen. Das Tauziehen um Danzig zwischen Deutschland und Polen mit „Zwischenspielen” auswärtiger Mächte währte Jahrhunderte. Als Danzig 1945 unter polnische Verwaltung kam, lag es beinahe in Schutt und Asche. Seither ist das glanzvolle architektonische Erbe aus stattlichen städtischen Bauten und prächtigen alten Häusern jedoch weitgehend restauriert und wieder aufgebaut worden. Heute ist das polnische Gdansk das führende Schiffsbauzentrum des Landes, und zusammen mit dem benachbarten Badeort Zoppot und Gdingen, Polens wichtigstem Seehafen, bildet es die „Dreistadt”, einen dicht besiedelten, rund 30 km langen Küstenstreifen an der Danziger Bucht.

Bald spüren wir, dass wir japanischen Besuchergruppen längst ebenbürtig sind: aussteigen, anschauen, fotografieren, ein-steigen, weiterfahren! Dennoch nehmen wir interessante Informationen auf. Humorvoll weist uns Aurelia auf die erste westliche Botschaft, Mc Donald´s, hin, zeigt uns die Plattenbaukomplexe, die zur Linderung der Wohnungsnot bis zu 7000 Personen aufnahmen, verhehlt aber auch nicht die unter westlichem Einfluss geschaffenen Neubauten. Kurzweilig gestaltet sich die Fahrt nach Danzig. Der Rundgang durch diese außergewöhnliche Stadt beginnt am Krantor.

Und wir spüren die geheime Macht, die es schafft, dass jeder Besuch in Danzig unvergessliche Eindrücke hinterlässt und den Wunsch offenbart, wiederzukommen. Bei der Marienkirche stoßen wir auf ein „Marinefest”, können in einer Seitenstraße echte Bernsteinprodukte einkaufen und individuell zum vereinbarten Treffpunkt am Neptunsbrunnen schlendern. Über die Lindenallee (1700 Bäume) kehren wir zum Hafen zurück. Aurelia lässt es sich nicht nehmen, uns musikalisch zu verabschieden. Ihrem Urteil können wir uns anschließen, einen wunderschönen Vormittag in der wunderschönen Stadt verbracht zu haben, in einer Stadt von besonderer Schönheit, reich gesegnet an historischen Gebäuden und Plätzen, von einer imponierenden Architektur geprägt. Unser Dank gilt einer Reiseleiterin, die es verstanden hat, uns Danzig, Stadt ihrer Träume, nicht nur vorzustellen, sondern auch lieben zu lernen.

Nach dem Mittagessen bleibt wenig Freizeit, denn schon um 14.30 Uhr hält Patric einen Informationsvortrag mit 264 Dias über die Ausflugsmöglichkeiten in St. Petersburg bis Kopenhagen. Zur Wodka-Probe können sich nicht alle entscheiden, und auch zur „Russischen Teestunde” mit leckeren Süßigkeiten finden sich nicht alle ein. Wir  sind zum Cocktail- und Plauderstündchen mit dem Kapitän und dem Kreuzfahrtdirektor eingeladen. Die Zeit verfliegt wie im Nu, und nach dem „Russischen Abendessen” werden je nach den farbigen Landgangskarten zwei Abendveranstaltungen angeboten: der Crewabend und ein klassisches Konzert „Polowetzer Tänze”.

Wir dürfen uns auf den Crew-Abend freuen, der die „Versteckten Talente” der russischen und ukrainischen Besatzung längst entdeckt hat. Alle Mitwirkende liefern eine begeisternde Show ab. Lange bleibt die Erinnerung in uns haften, was Tamara und Svetlana gesanglich angeboten haben. Und die Tanzgruppe überzeugte durch Natürlichkeit, Witz und „Einfällen”. Bereits auf unserer Nordlandreise durften wir diese Gruppe bewundern und konnten in diesem Jahr eine wesentliche und beachtliche  Steigerung feststellen Galina führt einfühlsam in dieses besondere Programm ein und bittet alle Gäste, die Darbietungen nicht als „Profi-Show” zu werten, sondern lediglich im Blick auf die Berufe der Akteure zu würdigen.Nach dieser erfrischenden Crew-Show gehen wir zur Black&White-Party, und bald füllt sich die Tanzfläche. Wieder ist es Mitternacht geworden, und wir sind kein bisschen müde. Bevor wir aber zu Bett gehen, müssen wir die Uhren noch eine Stunde vorstellen.

4. Tag

Ab 7.30 Uhr versucht der stets gut gelaunte Bordwecker, uns munter in den „Wahlsonntag” einzustimmen. Zur musikalischen Morgendusche hält sie eine irische Künstlerin bereit. Ein Blick aus dem Kabinenfenster bestätigt wiederum unser „Yakee-Wetter”. Butterzopf und süße Crepes locken uns zum Frühstücksbuffet. Und danach begebe ich mich auf „Fotojagd” an Deck. Sportliche Aktivitäten möchte ich einfangen. Doch die allermeisten unserer Gruppe halten sich äußerst bedeckt. Einige Gruppenmitglieder ziehen im Außenpool ihre Runden. Andere haben sich in den Fitness-Raum zurückgezogen. Und ganz Mutige freuen sich auf die Bauch-Beine-Po-Gymnastik. Da wird das Mittagessen um 12.00 Uhr doppelt so gut schmecken.

Die Ausflüge plündern ganz schön unsere Geldbörsen. Aber wenn wir schon zu den Metropolen an der Ostsee unterwegs sind, wollen wir auch die vielseitigen Angebote nutzen. Wir haben uns heute für den Ausflug „Jurmala & Altstadt Riga” entschieden. Das Juwel des Baltikums wollen wir uns nicht entgehen lassen. Stolz steht die alte Handelsniederlassung Riga in der gleich-namigen Bucht an den Ufern der Daugava. Bald können wir uns davon überzeugen, weshalb die lettische Hauptstadt als eine der schönsten Städte im Nordwesten Europas gilt. Ungewöhnlich ist ihre architektonische Vielfalt: Bauwerke aus Romanik und Gotik, Renaissance und Barock, Klassizistik und Jugendstil, daneben auch die sowjetischen Plattenbauten und Wolkenkratzer.

Das außergewöhnlich schöne alte Zentrum wurde anlässlich des 800. Geburtstages von Riga im Jahre 2001 einer umfassenden Restauration unterzogen. Mit seinen Kopfsteinpflastergassen mit hanseatischen Speicherhäusern, schiefergedeckten Giebel-bauten und gotischen Kirchen zählt es zu den prächtigsten mittellterlichen Gebäudeensembles von Nordeuropa und wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Kaum 20 km von Riga entfernt liegt der populärste Badeort Jurmala am Golf von Riga. Neben altwürdigen Jugendstilhäusern fallen uns aber auch die prächtigen Neubauten wohlhabender Russen auf. 35 km Sandstrand erwarten uns. Der Spaziergang an der frischen Luft und später entlang der Einkaufsstraße, in der vornehmlich Frauen selbstgefertigte Waren anbieten, bekommt uns. Nach Rückkehr müssen wir uns in eine lange Warteschlange einreihen. Alle Busse sind fast gleichzeitig zurückgekehrt.

Bald ruft auch schon wieder das Abendessen, und den Abend gestalten die Pawlowskis mit einem politischen Kabarett „Verblüffende Nebenwirkungen”. Vater und Sohn beantworten die Frage, welche Nebenwirkungen es haben könnte, wenn man sich entschließt, morgens aus dem Bett zu steigen mit der Absicht, auf einem Wahlzettel ein Kreuzchen zu machen. Ihre Beiträge „Jammerseminar”, „Wir operieren jetzt zu Haus” und das moderne Märchen „Rotkäppchen” lösen Heiterkeit aus, und als beide Akteure die Anti-Aging-Sucht mit dem Beitrag „Altbausanierung” aufs Korn nehmen, quittieren Gäste diesen Beitrag mit „standing ovations”.  In der Bar beschließen wir den mit Highlights angereicherten Abend mit einem Schlummertrunk. Die Seestärke hat zugenommen. Es wird eine unruhige Nacht geben.

Erfahren Sie im nächsten Teil wie es weiter geht.

 

Die Begeisterung für Kreuzfahrten ist mir nach vielen Welterkundungen nicht abhanden gekommen. Wundervolle Tage durfte ich an Bord erleben. Einen dieser perfekten Tage möchte ich aus der Fülle der bisherigen herausgreifen und nachstehend den Interessenten, den Kreuzfahrtliebhabern ebenso wie den Neulingen vorlegen. Ich  war auf der Kreuzfahrt „Höhepunkte der Ostsee”. Hier ist das Tagesprogramm und eine Übersicht über Aktivitäten, aber auch die Speisekarte darf nicht fehlen. 

Tagesprogramm

07.00-08.00 Early Bird – Tee, Kaffee und Gebäck für Frühaufsteher im Café
07.30 Musikalischer Weckruf
08.00-10.00 in den Restaurants
08.00-10.30 Frühstück im Café
ca. 09.00 Das Kreuzfahrtschiff passiert die Festung Kronstadt
09.15 Morgenandacht mit Abendmahlfeier
10.30 Zeichentrickfilm Anastasia im Theater
10.45 Dekoration mit Tischservietten
11,00-12.00 Aperitifstunde
12.00-13.30 Mittagessen in den Restaurants
12.00-13.30 Lunch-Buffet im Café
ca. 13.30 Ankunft in St. Petersburg
13.30 Ausflug Petershof
13.45 Stadtrundfahrt mit Isaak-Kathedrale
14.00 Ausflug Eremitage
15.00 Film: Herr der Gezeiten
16.00-17.00 Tee- und Kaffeestunde
17.00-18.00 Aperitifstunde
18.00-19.00 Einlass in den Restaurants zum Abendessen
18.00-20.30 Rustikaler Snack im Café
19.15 Abendveranstaltung Ballett
19.30 Galaabend im Jusupovpalast
21.00 „Einen bezaubernden Abend” (Zauberkünstler)
21.00 Film: Das Russlandhaus
21.00-00.30 Tanzabend
22.00-23.00 Happy Hour
22.00-01.00 Plausch in der Taverne
22.00-02.00 Disco
23.00-24.00 Mitternachtssnack

 

Sport- und Animationsprogramm

08.00 Frühsport
09.00 Erklärung der Fitnessgeräte
09.30 Fatburner
10.00 Schachspiel
10.00 Rückengymnastik
10.30 Bauch-Beine-Po-Gymnastik
10.45 Atemübungen
10.30 Tischtennisturnier
12.00 Aperitivspiel

 

Mittagessen

Getränke Weißwein, Rotwein, Fruchtsäfte, Zitronenlimo-nade, Apfelsaft, Wasser
KalteVorspeise Asiatischer Salat mit Palmherzen, Lauch, Chinakohl und Hüherfleisch
Suppen Karottencremesuppe mit LauchstreifenMango-Orangenkaltschale mit Ananas Sorbet
Warme Vorspeise Farfalle an Basilikumsauce mit Tomatenconcasse
Buffet Saisonsalate vom Buffet mit einem Dressing nach eigener Wahl
Hauptgericht Paniertes Seelachsfilet an würziger Remouladensauce mit KartoffelsalatPutenschnitzel „§Hawaii” mit Schinken, Ananas und Käse überbacken an Geflügelveloute, Broccoliröschen und Curry-Reis

Aus der Mannschaftsküche: Spare Ribs mit pikanter Barbecuesauce, Maiskolben, Grillto-mate, Würfelkartoffeln

Nachspeise Apfeljalousie mit Vanille-Marzipancreme
Eiscreme Eisbecher „Neuseeland”; Rum-Rosineneiscreme mit marinierten Pflaumen-Aprikosen und Schlagsahne
  Internationales KäsesortimentFrische Früchte der Saison

Tee und Kaffee

 

Abendessen

Getränke Weißwein, Rotwein, Fruchtsäfte, Multivitaminsaft, Tomatensaft, Wasser
Kalte Vorspeise „Harzer Fleisch”Schweinefleisch in Aspik auf Zwiebel-Senf-Vinaigrette

Erfrischender Ananas-Mango-Cocktail mit brasilianischem Rum

Suppen Wiener Sauerrahmsuppe mit KartoffelcroutonsRinderkraftbrühe mit Eierstreifen und Gemüse
Warme Vorspeise Risotto mit Champignons, Steinpilzen und Mascarpone
Buffet Saisonsalate mit eigenem Dressing nach Wahl
Hauptgericht Rotbarschfilet nach „skandinavischer Art mit Zitronen, Kräutern, Tomatenwürfel und brauner Butter, Sellerie-Karottengemüse und Butterreis„Holzfäller-Steak”: Schweinenackensteak mit Speck und Spiegelei, Blumenkohl und Spiralnudeln

Mariniertes Grillhähnchen mit Natursau-ce,buntem Gemüse und Pommes Frites

Desserts Eisbecher „Genuese”Stracciatelle-Eiscreme mit Sahne und Eierlikör

Mohr im Hemd mit Schokoladensauce

  Internationales Käsesortiment vom BuffetFrische Früchte der Saison

Tee und Kaffee

 

Auch ich hatte jeden Tag das Problem, aus den vielfältigen Angeboten meinen eigenen Tagesplan zu erstellen, um ein ausgewogenes Verhältnis von Aktivitäten und Relaxen zu finden.

Doch,wie hieß das Tagesmotto dieses Tages?

Wer nur durchs eigene Fenster schaut,

lernt nie die Welt kennen.

Kurz entschlossen wollten auch wir den “Vorstoß in den weißen Kosmos” wagen. Unsere Reise wird in der nördlichsten Siedlung der Welt, in Longyearbyen, beginnen. Dort soll es alles geben, außer genügend Sonnenlicht, an 112 Tages des Jahres nur Finsternis.

Und weitere interessante Informationen liefert uns das Internet:

„Die Zivilisation ist nur eine hauchfeine Schicht über der unerbittlichen arktischen Na-ur. Als man auf Spitzbergen Steinkohle entdeckt, rückten die ersten Grubengesellschaften an, und mit ihnen kam der Bostoner Geschäftsmann John Munro Longyear, der 1906 seinen Claim dort absteckte, wo heute die Stadt Longyearbyen liegt. 80 Jahre war Longyearbyen nicht mehr als eine triste Bergarbeiter-Siedlung, rund 1200 km vor dem Nordpol.”

Neben wunderschönen Landschaftsformen, bizarren Glet-scherformationen, einer wundersamen Welt aus “weißen Scherben”, einer Stille der Einsamkeit erwarten wir aber auch aufregende Tierbeobachtungen. Aber erzählen wir zunächst einmal von vorn.

Mittwoch

In knapp 5 Stunden fliegt uns die HHI von Frankfurt nach Longyearbyen. Erst kurz vor der Landung reißt die Wolkendecke auf und gibt einen Blick auf Spitzbergen, die Inselgruppe im Nördlichen Eismeer, frei.

Es ist zwar bereits Mitternacht vorbei, doch fahles Tageslicht be-leuchtet die Szenerie, die vom Kohleabbau bestimmt ist.  Das Panorama ist nicht berauschend. Wir blicken auf Förderbänder, Kohlenhalden und Blech- und Holzhütten. Da uns dieser Anblick ohnehin nicht gefangen nimmt, wenden wir uns unmittelbar nach der Landung dem Begrüßungskomitee und der Reiseleitung zu, die fröstelnd auf uns gewartet haben. Longyearbyen ist, so erklärt man uns auf der kurzen Fahrt zur Schiffsanlegestelle,  die größte norwegische Siedlung auf Spitzbergen.

Donnerstag

Eigentlich ist es ja schon Morgen, als wir kurz vor dem Pier anhalten, vom Kreuzfahrtdirektor persönlich begrüßt werden und nach kurzer Erledigung der Formalitäten unsere Kabine aufsuchen. Auf das müssen wir noch warten. So gönnen wir uns so wie auch die anderen 146 Neuankömmlinge im Veranda-Restaurant – es ist mittlerweile 01-00 Uhr geworden – eine heiße Suppe und schauen von der Reling auf die unmittelbare Umgebung von Longyearbyen, die sich im Sonnenschein von uns verabschieden möchte.

Nach einem kurzen ersten Erkundungsgang suchen wir unsere Kabine auf. Die Koffer sind zwischenzeitlich gebracht worden. So können wir auch schon einräumen und uns häuslich in unserem Domizil für die nächste Woche niederlassen.  Um 3.00 Uhr nimmt unser Kreuzfahrtschiff Fahrt auf mit Kurs auf den 146 sm entfernten Magdalenenfjord.

Schlaf haben wir in der ersten Nacht kaum gefunden. Und als wir unsere Kabine zum verlassen, lernen wir auch unsere Stewardess kennen. Trotz Spritzen, die ich mir in der Heimat vom Hausarzt noch geben ließ, haben sich die Beschwerden nicht gebessert. Kaum kann ich mich bewegen. Doch an Bord ist glücklicherweise ein Orthopäde. Acht Spritzen werden mir sicherlich Linderung verschaffen.

Die obligatorische Rettungsübung ist unmittelbar nach dem Frühstück angesetzt. Im Musiksalon zeigt man uns das richtige Anlegen der Rettungswesten und erläutert uns das richtige Verhalten im Notfalle. Einen weiten Raum nimmt dann auch die Instruktion für die Benutzung der Zodiacs ein.

Mit seinem Beitrag “Auf ein Wort” beschließt der Kreuzfahrtdirektor die Morgenveranstaltungen, und wir können schon erahnen, was auf uns zukommt, als  der Kreuzfahrtdirektor zitiert: “Wir sind nicht hier zum Schlafen, sondern um etwas zu erleben.”

Auf dieser Route werden wir  nicht die einzelnen Punkte des Katalogangebots abhaken, sondern nach Rücksprache mit Behörden und bei Anpassung an die situativen Bedingungen Änderungen vornehmen, um allen Gästen einzigartige Erlebnisse anzubieten. Unser hat die  hohe Eisklasse 1B. Durch seine hohe Manövrierfähigkeit kann es noch in Fjorde einfahren und wenden, was andere Kreuzfahrtschiffe nicht realisieren können. Von großem Vorteil erweist sich das Promena-dendeck, das alle Passagiere umlaufen können. Das großzügige Kino bieten 98 Personen Platz, und die Bibliothek ist bestens, wenn auch vorwiegend mit englischer Literatur, ausgestattet.

Dem Urteil, dass es sich bei unserem Kreuzfahrtschiff um ein gemütliches Schiff handelt, können wir uns nur anschließen. Auch die lockere Ordnung bei den Mahlzeiten kommt an. Die aktuellen Informationen von der Brücke kann jeder Gast gut in seiner Kabine über Kanal 1 empfangen. Auch das sensible Thema “” wird währen der Infoveranstaltung

Noch vor dem Mittagessen werfen wir einen Blick auf die Fjord- und Küstenlandschaft. Leider scheinen uns dichte Nebelschwaden diese besonderen Landschaftsformen verwehren zu wollen. Und während des Mittagessens aktiviert eine Borddurchsage “Walross backbord” die Massen. Auch uns erfasst dieser Sog. Doch wir bekommen nur Robben auf treibenden Eisschollen zu Gesicht und vor die Linse.

Dann dreht unser „schwimmendes Hotel”  auch schon bei und geht im Magdalenenfjord auf Reede. In landschaftlicher Hinsicht ist dieser vergleichsweise kleine Fjord wohl der bekannteste Spitzbergens, da eine Mischung aus alpiner Bergwelt, steilen Fjordwänden und in den Fjord abstürzenden sehr reizvoll ist.

Auf der Südseite ragt eine kleine flache Landzunge in den Fjord,, auf die mehrere alte Gräber zusammengelegt wurden und vom norwegischen Staat 1930 mit einem Gedenkstein an die Walfänger versehen wurden, die dort vor 200 – 300 Jahren während der “Großen Jagd” ihr Leben verloren.

Trotz Nebel erweist sich diese Anlegestelle als eine Topadresse für alle Kreuzfahrtschiffe. Auch wir sind begeistert. Die vielfältig ge-formten und gefärbten Eisschollen erzeugen im Sonnenlicht märchenhafte Farb- und Lichtimpressionen.

Das Meer ist weiterhin recht ruhig. Meeresvögel demonstrieren uns bei der Einfahrt ihre Flugkünste.

Leblos erscheinen uns die Berge,  aber bei genauerem Hinsehen mit dem Fernglas entdecken wir Flecken von Moos und Flechten. Kleinere und größere Gletscherzungen sind bis zum Meer vorge-drungen. Kleinere Bruchstücke – grob als auch bizarr – weiß bis türkisblau gefärbt ziehen an uns vorüber.

Und wir haben erneutes Glück. Seevögel und Robben zeigen uns ihre “Wohnungen”.

Zodiac-Boote bringen jeweils zehn Personen auf die öde, felsenübersäte Halbinsel an Land, und wir gelangen auf einem “breiten Pfad” (jeder sucht sich einen  Weg ) zum Denkmal in der Nähe der Hütte, die den Sysselmannen als Quartier dient.

Vier Ranger achten auf die Einhaltung der Verhaltensregeln in diesem Naturschutzgebiet und achten aber auch im Besonderen darauf, dass keine Eisbären für eine unliebsame Überraschung sorgen. Spuren von Eisbären sind sehr wohl in der Nähe, der frische Abdruck einer Tatze und Fellhaare, die ein Bär beim Wälzen auf dem Boden hinterlassen hat. Aber nicht alle haben ein Auge für diese kleinen Überraschungen: Der Glühweinstand und auch die Würstchenbude locken manche an.

Vor Betreten dieses Naturschutzgebietes wurden wir speziell auch darum gebeten, auf die brütenden Meeresvögel zu achten, doch mancher der Gäste muss am eigenen Körper erfahren, wie hartnäckig und wirkungsvoll diese Tiere ihr Gelege verteidigen und die “Angreifer” oder zumindest “Eindringlinge” in die Flucht schlagen.

Lediglich eine Stunde dauert der erste Landgang. Wir kehren auf unser Kreuzfahrtschiff zurück, bleiben aber an Deck und blicken auf die Gletscher und Gebirgszüge des Festlandes zurück. Welche Ruhe strahlt diese majestätische Landschaft aus! Bald lichten sich die Nebelschwaden und geben den Blick frei auf die prächtige Bergwelt.  Unbeeindruckt von uns “Störenfrieden” treibt eine Robbe auf einer Eisscholle vorbei.  Mit der Ruhe ist es aber vorbei, als die Borddurchsage “Beluga backbord” alle aufschreckt . Doch der “Sänger der Meere” ist längst wieder abgetaucht, bis alle fotohungrigen Gäste mit Fotoapparat und Videokamera bewaffnet an Deck erscheinen. Der Beluga bleibt in seinem Revier. Eine Borddurchsage muntert uns auf. Wir sollen nicht traurig sein, wenn wir dieses Mal  keinen Erfolg beim Beobachten hatten. Wir sollten uns viel häufiger an Deck aufhalten, das Meer mit dem Fernglas absuchen.

Um 16.30 Uhr nehmen wir wieder Fahrt auf und erreichen eine Stunde später das offene Meer Richtung Norden. In vier Stunden soll der zweite Landgang erfolgen

Gegen 19.40 Uhr wurde die Wasa-Halbinsel umrundet, und unser Schiff fährt nun in den Raudfjord ein. Derzeit herrscht eine Außentemperatur von 1°Celsius. Eine Entscheidung wird erst gegen 21 Uhr getroffen. So hofft jeder, dass sich der dichte Nebel lichtet und uns die prächtigen Ausblicke nicht weiterhin verschließt. Gegen 20 Uhr ist es spannend geworden. Auf der Steuerbordseite machen wir die Hügel- und Bergketten der Fjordlandschaft aus. Darüber hängt aber immer noch eine dichte Dunstglocke, und die Sonne hält sich weiterhin verborgen. Wir erfahren, dass an dieser Stelle der Fjord fünf Kilometer breit ist und die Berge bis 800 Meter ansteigen.

Dann startet ein Scoutboot um 20.30 Uhr mit den vier Rangern, Und sie kehren mit erfreulicher Nachricht zurück. Sie haben eine günstige Anlegestelle gefunden.

Überraschend viele Mitreisende entscheiden sich für diesen Landgang, eine Fahrt mit den Zodiacs auf eine Insel, die mit Geröll, Schnee- und Eisflächen, Baumstämmen aus Sibirien und auch Wohlstandsmüll übersät ist. Selbst kleine Korallenästchen finden wir auf diesem Eiland. Das Packeis muss sie von weither hergebracht haben. Der Nebel ist noch dichter geworden. Unser Zodiacfahrer orientiert sich mit dem Kompass und trifft auch ohne Umschweife wieder unser Schiff..

Die Eindrücke müssen wir erst noch verarbeiten und suchen die Bar auf. Ein “Blue Ice” und ein Bier werden uns in den Schlaf wiegen.

Freitag

Mit einer frühen Durchsage um 7.15 Uhr bringt uns der Weckdienst auf die Beine. Bereits um 5 Uhr war unser Kreuzfahrtschiff am Lieftefjord angekommen, aber bald wieder umgekehrt, weil keine Sichtweite garantiert war. Dann trifft die Crew eine folgerichtige Entscheidung. Unser Kapitän will seinen Gästen unbedingt etwas bieten und fährt ganz in den Norden Spitzbergens zur Insel Moffen. Und tatsächlich: ein Volltreffer!

Eine Walrosskolonie sonnt sich auf der flachen Insel. Bis 700 Meter kann der Kapitän das Schiff heranbringen, und all die Gäste sind im Vorteil, die mit einem besonderen Fotoequipment ausgestattet sind und die Walrösser heranzoomen können.

Gegen 12 Uhr brechen wir zum Magdalenenfjord auf. Unser Kapitänj  will dicht an die Gletscher heranfahren, sofern der Fjord überhaupt eisfrei ist. Und die Fahrt wird nicht langweilig. Viele Naturbeobachtungen erweitern unseren Horizont. So beobachten wir beispielsweise, wie eine Raubmöve eine Eidermöve tötet.

Mit seinem Vortrag über die Region bekommen wir einen Einblick in die klimatischen Zusammenhänge und das reichliche Tierleben. Im Gegensatz zur Antarktis ist das Nordpolarmeer von Land umgeben. Bei 80° Nördlicher Breite haucht der Golfstrom seinen letzten Atem aus, bevor er bei Spitzbergen abknickt und Richtung Süden auf eine salzreiche Tiefenströmung trifft. Während des Vortrags passieren wir die Däneninsel, die sich hinter einer gewaltigen Nebelbank versteckt. Unsere “Alex” wird von allerlei Meeresvögeln begleitet, die ihre Flugkünste vorführen.

Und beim Mittagessen fahren wir in den Madgalenenfjord ein. Der Kapitän hat die richtige Entscheidung getroffen. Bei strahlendem Sonnenschein und bester Sicht nähert sich unser Schiff – vorbei an der gestrigen Anlegestelle -  bis auf 700 Meter an den Gletscher Gullybreen und dann noch vorbei am mächtigen Wag-gonwaybreen. Deutlich können wir die Bruchkante der Gletscher erkennen und diese tollen Motive auf die Platte bannen.

Gemächlich fahren wir wieder aufs offene Meer hinaus. Mächtige und bizarre Eisschollen bilden eine fotogene Eskorte.

Um 15 Uhr hält Joe einen Informationsvortrag über die geplanten Ausflüge, die der Bericht lediglich stichwortartig erfasst:

Tromso.

Stadtrundfahrt mit Eismeerkathedrale, Botanischer Gar-ten, Universitätsstadt, Tromso-Palme, typische bunte Holzhäuser, teures Urlaubsland, Seefahrerdenkmal am Marktplatz, größter Holzdom Nor-wegens, Roald Amundsen-Denkmal, 1036 m lange Brücke zur Eismeerkathedrale mit 140 m² Glasfenster.

Tromso.

Stadtrundfahrt mit Storsteinen, Dom, Denkmale, Museum mit Samen, Tromso-Brücke, Eismeerkathedrale, Kabinenfahrt zu den Storsteinen.

Lofoten.

Fahrt nach Svolvaer und Henningsvaer, Lofotenaquarium, Kunstausstellung mit Filmvorführung.

Kristiansund.

Panoramafahrt zum Klippfischmuseum, interessanter Friedhof (spanische Erde ).

Olden.

Briksdalgletscher, Oldensee mit schönen Fotomotiven, Fußweg zum Gletscher oder Fahrt mit einem Elektrofahrzeug; oder: Joste-dalgletscher mit Nationalpark, Fahrt mit 19 Serpentinen und 600 Höhenmetern, Botanischer Garten, Filmdokumentation, danach traditionelles Gebäck “Svele”.

Da im Musiksalon recht “arktische” Temperaturen herrschten, bevorzugen wir nach kurzem Nachmittagskaffee eine heiße Dusche in unserer Kabine. Seit Stunden zieht unser Kreuzfahrtschiff an Landschaften vorbei, die wir allerdings wegen des Nebels nicht zu Gesicht bekommen. Gut erwärmt  begeben wir uns dann schon um 18 Uhr zum Polar-Galadinner, bei dem alle Gäste, die in Longyearbyen zugestiegen sind,  erwartet werden.

Um 19.30 Uhr werden alle neuen Gäste offiziell durch den Kapitän und Kreuzfahrtdirektor begrüßt, die uns ihre jeweilige Crew vorstellen. Unser Kapitän ist – wie er selbst bestätigt – ein typischer Engländer. Er beherrscht lediglich eine Sprache, kennt aber das deutsche Wort “Buckelwal” und arbeitet derzeit am zweiten Wort “Zwergwal”. Seine Crewmitglieder beherrschen allerdings mindestens zwei Sprachen, viele sogar bis zu sieben Sprachen.   Unser Kreuzfahrtdirektor bringt in seinen Begrüßungsworten  die Ereignisse der letzten beiden Tage auf den Punkt: “Die letzten beiden Tage sind wir durch Himmel und Hölle gegangen. Nach der Phase der Depression folgte glücklicherweise nun die der Euphorie.” Alle Gäste konnten in dieser kurzen Zeit bereits wichtige und einmalige Highlights erleben getreu des Mottos: Das Beste für die Gäste! Trotz neuer Orientierungen und Abstim-mungen sei unser Kreuzfahrtschiff im Zeitplan. Eine echte und gute Teamarbeit habe die beste Lösung  zwischen Anspruch und Machbarkeit gefunden.

Im Anschluss an die Begrüßung nehmen wir die Beiträge der Polar-Galashow mit Künstlern wie Olga Caspruk und Oscar Vadillo auf, die mit einem bunten Potpourri unter der musikalischen Begleitung der Metrogold-Band einen bunten Melodienstrauß offeriert.

Während wir uns während der Happy Hour noch einen Drink in der Bar genehmigen, denken wir auch über das heutige Motto nach. “Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen – die Auswahl ist groß genug.

Mitternacht ist längst vorbei. Doch die Faszination über ein unglaubliches Panorama lässt uns nicht zur Ruhe kommen. Die Sonne hat sich zwar hinter einer dichten Wolkenbank versteckt, doch ist es immer noch taghell. Die Eisbarriere begleitet uns an der Backbordseite. Hier am 80. Breitengrad erstreckt sie sich nicht als feste Eismasse, sondern in Form Tausender dicht gedrängter Eisschollen.

Dieses “Pfannkucheneis” umschwirren zahlreiche Meeresvögel. Dann müssen wir noch Abschied von den beiden Sysselmannen nehmen. Ein Zodiac nimmt die beiden treuen Begleiter an Bord, wassert und fährt sie einem anderen Boot entgegen, das sich aus der Tiefe nähert. Es dauert, bis beide nebeneinander anlegen können. Die “Fahrrinne” ist ständig blockiert, aber die wendigen Boote haben keine Mühe, sich durch die Eisbrocken zu bahnen.

Samstag

Die Anstrengung der beiden letzten Tage sind auch bei Kreuzfahrtdirektor nicht spurlos vorüber gegangen. Er wirkt etwas müde. Wir haben uns in der Zeit vertan und sind bereits um 6.45 Uhr fertig und an Deck. Die ganze Nacht sind wir an der Eiskante entlang gefahren. Unser Kapitän hat für alle ein weiteres Highlight bereit. Er fährt nochmals ins Eis hinein, und wir können kaum glauben, was wir zu Gesicht bekommen.

Tausende von Sattelrobben liegen auf den Eisschollen. Wir nähern uns ganz vorsichtig den Tieren.  Erst kurz bevor dem Bug die Eisscholle berührt, kommt Bewegung in die Massen, und die Sattelrobben tauchen nacheinander unter, tauchen etwas später wieder auf und schwimmen in gleichem Rhythmus zu einer anderen sicheren Eisscholle. Es herrschen zwar nur 0,5° Außentemperatur, doch keiner der “Kreuzfahrer” rührt sich von seinem Beobachtungsplatz.

Fast lautlos steuert der Kapitän durch die Eisgrenze. Immer wieder liegen kleinere und größere Gruppen von Sattelrobben auf diesen Plattformen, verharren, starren auf den nahenden Koloss, doch dann ist die Fluchtdistanz erreicht. Sie tauchen unter.

Auf der Brücke ist man sich einig, noch niemals zuvor auf den vielen Nordlandreisen eine solche Ansammlung von Robbenkolonien gesehen zu haben. Die Finger sind bei der Temperatur um den Nullpunkt klamm geworden, und wir ziehen uns kurz in unsere Kabine zurück, um uns aufzuwärmen. Der Himmel ist wieder total bewölkt. Wir nutzen nun die Zeit vor dem Mittagessen mit einem Einkaufsbummel.

Unser Schiff ist ein äußerst familiäres Kreuzfahrtschiff. Gerade die letzten Tage haben auch gezeigt, dass mit dem Expeditionsschiff viel mehr als mit den anderen zu machen ist. Für Ende Juni gab es ungewöhnlich viel Eis an der Südspitze des Eisfjords. Es gab keine Möglichkeit, in den Hornsund einzufahren. Andere Kreuzfahrtschiffe  waren zeitweise im Eis gefangen, denn die Meeresströmung hatte den Eingang zum Eisfjord verschlossen. Sie verloren viel Zeit und müssen Landgänge ausfallen lassen, um die Zeit wieder einzuholen.

Der filmische Rückblick auf Spitzbergen von Sven Achtermann ergänzt am Nachmittag die überwältigenden Eindrücke dieser Fahrt. Auch für den Lektor Achtermann war diese Reise nach Spitzbergen gespickt mit Highlights:

  • die Beobachtung der Minkwale, die mehrfach aus dem Wasser sprangen und fast senkrecht wieder eintauchten.
  • Jagd der Belugawale
  • Bartrobbe auf einer Eisscholle
  • Kolonie der Sattelrobben – Fellwechsel – “Sattelrobben on the rocks”
  • Walrösser auf der Insel Moffen
  • Abdruck einer Bärentatze
  • Verteidigung der Brut-gelege durch die Küs-tenmöven
  • Jagdverhalten der Schmarotzerraubmöven
  • Treibholz aus Sibirien
  • Küstenseeschwalben im Nebel
  • Färbungsvarianten der Eisschollen
  • gewandter Flug der Eissturmvögel
  • fliegende Zäpfchen in Gruppen
  • Papageientaucher mit dem markanten Schnabel

Mitten im Vortrag unterbricht der Kreuzfahrtdirektor für eine wichtige Mitteilung. Wir eilen an Deck und dürfen die unglaubliche Jagd zweier Buckelwale verfolgen.

Die großen Meeressäuger treiben den Fischschwarm an die Wasseroberfläche, legen einen Blasring und schlagen auch mit der Schwanzflosse auf den Fischschwarm. Das Wasser nimmt eine andere Färbung an, weithin sichtbar. Die Fische sind bewe-gungsunfähig geworden und landen größtenteils im Maul der Jäger. Die übrigen Fische werden Beute der  die Jagd begleitenden Dreizehenmöven. Immer wieder stellen wir uns die Frage, wo die Buckelwale nochmals auftauchen werden. Die Kameras sind aufs Meer gerichtet, und das Warten wird auch belohnt.

Sonntag

Heute herrscht leider kein Sonntagswetter. Die Außentemperatur von 7° lässt ebenfalls keine Hochstimmung aufkommen. Nichts als Nebel können wir an Deck ausmachen.

Ali zieht mit seiner Sportgruppe “um die Häuser”, und bei einer Schiffslänge von 133 hat er bald auch seine Meile erreicht. An Deck sind die allermeisten Gäste in Bewegung. Ali hat sie an-scheinend angesteckt. Immer wieder kommt es daher durch die gegenläufigen Laufrichtungen zu Stockungen, zumal auch manche Gäste mitten auf der Umlaufbahn gehen. Doch keine Meeres-vögel umkreisen uns. Nieselregen setzt ein und vertreibt die Bewegungs-hungrigen.

Noch drei Stunden werden vergehen, bevor wir in Tromso am Pier festmachen. Norwegens Küste können wir zwar schon erkennen, doch die fehlende Sonne und der Regen lassen kaum Fotos zu.

Wir nutzen die Zeit bis zum Tagesausflug, dass wir uns bei Sven Achtermann Informationen über Eisbären abholen, die wir leider auf Spitzbergen nicht zu Gesicht bekommen haben, aber doch vorwiegend am Treibeis des Nordpolarmeeres und an den umgebenden arktischen Landstrichen beheimatet ist:

  • Körperlänge 2,5 m, Schulterhöhe 1,6 m
  • Normalgewicht 500 kg, vor dem Winterschlag 700 kg
  • schmaler Kopf mit kleinen abgerundeten Ohren
  • guter Geruchssinn
  • besitzen kaum Mimik oder Gebärden
  • gelten daher als unberechenbar
  • gelblich weißes Fell
  • (ideal Tarnung im Eis )
  • Fußsohle dicht behaart ( Kälteschutz und Rutschfestigkeit )
  • Füße sind “Schneeschuhe” und “Paddel” zugleich
  • hervorragende Schwimmer und Taucher
  • schnelle und ausdauernde Läufer
  • ( 40km/h )
  • gewaltige Sprungkraft, überspringen leicht Gletscherspalten bis 5m Breite
  • vorwiegend Fleischfresser, bis zu 60-80 Robben pro Jahr;
  • typische ruppige Einzelgänger
  • halten Winterschlaf für 4 Monate; Herzfrequenz wird um 50% reduziert, verlieren dabei ¼ ihres Körpergewichts
  • Alter: 20 Jahre

Gegen 11.30 Uhr kreuzt unser Schiff vor den Fjorden der Nordküste. Der Lotse kommt an Bord, und auch die “Begleitmöven” finden sich wieder ein. Den Tagesausflug schenken wir uns und machen uns allein auf, die Stadt zu besichtigen, zumal wir im Vorjahr an einem geführten Tagesausflug teilgenommen haben. Die Hafenstadt liegt auf einer kleinen Insel, die mit dem Festland durch eine 1036 m lange und 43 m hohe Brücke verbunden ist. Tromso ist ein bedeutender Fischereiplatz, die Vegetation üppig. Auffällig ist besonders die “Tromso-Palme”, eine Mischung  aus Farn, Palme und Brennnessel. Tromso war Ausgangspunkt vieler Arktis-Expeditionen ( Tor zur Arktis

Selbst der Regen hält uns heute nicht zurück. Wichtige Stationen ist für uns das Seefahrerdenkmal auf dem Marktplatz und am Südende der Storget – Fußgängerzone die Domkirche ( 1861 aus Holz erbaut ). Die Straßen sind ziemlich leer. Am heutigen Sonntag sind alle Läden geschlossen, ein Einkaufsbummel fällt daher buch-stäblich ins Wasser. Aber wir entschließen uns, über die Tromso-Brücke zur Eismeerkathedrale zu wandern.

1965 wurde sie von Architekt Jan Inge Hovig entworfen und gebaut. Ihre beiden Giebel stellen die Polarnacht und das Nordlicht dar. Unsere Aufmerksamkeit wird aber auf das 140m² große Glasgemälde gelenkt, das die Wiederkehr Christi darstellt. Ohne Umschweife legen wir den Rückweg zum Schiff zurück bei 7° Außentemperatur und völlig aufgeweicht. Nach zwei-stündigem Fußweg triefen wir, doch im Bügelzimmer gegenüber unserer Kabine können wir die Jeans wieder trocknen. Die Jacken hängen wir dekorativ in unserer Kabine auf. Heute werden wir im Restaurant das Nachtessen einnehmen. Wir sind angenehm überrascht, was Angebot und betrifft.

Montag

Heute sind wir schon früh auf den Beinen. Ab 4 Uhr können wir nicht mehr schlafen. Wir blicken auf das Meer, es ist bewegt, aber noch nicht unangenehm. Um 5.30 Uhr hält´s uns nicht mehr im Bett: aufstehen, duschen, anziehen. Nach Ankündigung werden wir um 6.30 Uhr den Eingang zum engen Trollfjord passieren. Der Wind frischt auf, und da sind wir doppelt froh, um 6.45 Uhr tatsächlich in den Trollfjord einzubiegen.

Langsam gleitet unser Kreuzfahrtschiff an den steilen Felswänden vorbei. Wasserfälle springen in den Fjord, dennoch umgibt uns eine unglaubliche Ruhe.

An einem Felswandabschnitt haben sich die Besucherschiffe mit großen aufgemalten Schriftzügen verewigt. Unser Kapiotän lenkt sein Schiff bis zum Fjordende, dreht dann langsam auf der Stelle und kehrt zurück. Leider verdirbt dann doch starker Regen die Fotoausbeute auf dem Rückweg.

Nach diesem eindrucksvollen Abstecher in den sagenumwobenen Trollfjord bringt uns unser Schiff zum Hauptort und Verwaltungszentrum der Lofoten, nach Svolvaer an der südlichen Küste der Insel Austvagoy. Gerade einmal 4000 Einwohner leben hier, allerdings steigt diese Zahl um weitere 2000 Personen wäh-rend der Zeit des Dorschfangs zwischen Februar und April. Der Besuch der Lofoten lohnt sich. “Zerklüftete, mit ewigem Schnee überzuckerte Bergspitzen ragen jäh aus dem Meer auf. Die Inselgruppe liegt vollständig über dem nördlichen Polarkreis und bildet eine 120 km lange Kette, die vom Festland durch die dunklen Tiefen des Vestfjords getrennt wird.”

Viele kleinere und größere Inseln sind unsere ständigen Begleiter. Nackter Fels ist dominant, aber auch eine eigenartige Vegetation prägt diese Inselkette.  Während wir vorbei gleiten, stellt sich die Frage: Sind alle Inseln unbewohnt? Wir können keine Häuser entdecken. Doch später beantworten Hütte und Häuser die gestellte Frage. In der geschützten Zone gleitet unser Kreuzfahrtschiff ruhig dahin, doch wir beobachten auch starke Brandung, die schäumend auf die Inselgruppe prallt. Um 8 Uhr sind wir noch noch 3 sm von Svolvaer entfernt.

Schon bei der Hafenmole entdecken wir die leeren Trockengestelle für die Stockfische. Die Ausbeute wurde längst in alle Welt, vornehmlich auch nach Italien verschickt.

Für den Ausflug werden wir der Reiseleiterin Bettina und dem Busfahrer Knut zugewiesen. Die fünf Hauptinseln sind durch Tunnels verbunden. 25000 Einwohner leben hier auf 183 km². Die mittlere Insel Lofoda ( Luchsfuß ) hat der gesamten Inselgruppe den Namen gegeben. Die kleineren Berge wurden während der Eiszeit abgeschliffen, sind daher rund, die höheren Berg, die bis auf 900 m ansteigen, sind spitz, allerdings nicht mit Eis bedeckt.

In Kabelvog fällt die Holzkirche auf, die 1200 Personen Platz bietet. Viele Fischer werden zur Laichzeit der arktischen Dorsche angelockt. Früher lebten diese Fischer zunächst unter den umgedrehten Booten. Später ließ der König für diese Fischer kleine Holzhütten ( “rorbuer” ) bauen.

Jeweils 12 Personen fanden in diesen Hütten Platz und waren nun viel besser gegen die harte Witterung geschützt. Der Fischfang wurde gleich an Ort und Stelle verarbeitet: Kopf ab, ausgenommen, jeweils zwei Dorsche am Schwanz zusammengebunden und über die Trockengestelle gehängt. Während der Trockenphase verloren die Dorsche 80° ihres Gewichts. Die getrockneten Fische sind dann anbegrenzt haltbar.

Wir fahren mit dem Bus nach Henningsvaer weiter. Während des kaum einstündigen Aufenthalts gibt uns eine Diaschau einen instruktiven Einblick in den Jahresablauf der Bewohner. Nur noch 20% der Bevölkerung lebt derzeit von der Fischerei. Allerdings bildet die Lachszucht die drittgrößte Einnahmequelle des Staates. Bettina weiß zu berichten, dass 70% der Lachsproduktion aus norwegischen Zuchten stammt und die Fische etwa vier Wochen vor der “Ernte” für eine rote Färbung des Fleisches Betacaroton als Futterzusatz erhalten.

Auf der Insel gibt es zwei lokale Zeitungen. Besonders beliebt ist die Oktoberausgabe mit einer Auflistung aller Einwohner. In diese Liste sind auch die Angaben Verdienst, Steuern und Vermögen aufgenommen. Die Banken melden jeweils zum 31. 12. Die Kontostände aller Einwohner. Die Versicherungen melden alle Objekte. Somit steht für das Finanzamt die Vermögenssteuer fest. Das durchschnittliche Alter eines Pkw liegt bei 17 Jahren. Beim Kauf eines Autos erhebt der Staat Luxussteuern, die allerdings wieder in den Ausbau des Straßennetzes zurückfließen. Mit rund 35000€ Jahreseinkommen liegen die Inselbewohner deut-lich höher als ein mittleres Jahreseinkommen in Deutschland. Etwa 40% des Einkommens fallen auf den Lofoten für Steuern und Sozialabgaben an. Die Mehrwertsteuer liegt aber bei 25%. Schon in frühen Jahren erwirbt man sich ein Haus oder eine Eigentumswohnung.

Nach diesem gedanklichen Ausflug in das Realleben statten wir dem 1989 eröffneten Lofotenaquarium in Kabelvog einen Besuch ab. Jährlich bringt der Besucherstrom 50000 Interessierte nach Kabelvog. Dennoch müssen wir uns eingestehen, dass das Umfeld und die Außenanlagen keinen “berauschenden Ein-druck” auf uns machen.

Kurz nach 12 Uhr sind wir zurück. Erstmals finden wir im Veranda-Restaurant zum Mittagessen keinen Platz  und weichen in die angrenzende Bar aus. Danach gönnen wir uns eine längere Verschnaufpause. Die Auf- und Abwärtsbewegung unseres Kreuzfahrtschiffes schaukelt uns in den Schlaf. Den interessanten Vortrag des Ornithologen Sven Achtermann “Faszinierender Vogelflug”  verpassen wir fast, können aber auf Kanal 2 des Fernsehens den Vortrag mitverfolgen.

Ein Blick nach draußen verspricht eine Wetterbesserung. Die Wolkendecke reißt stellenweise auf, und die Sonne lässt kleinere und größere Flächen schillernd aufleuchten. Die Seestärke frischt bisweilen auf 5 auf, die Außentemperatur bleibt mit 11° konstant. Isoldes “Takelage” dauert heute länger.

Mit einer “Crewshow” ist das Abendprogramm gerettet. Der Zweite Kapitän führt durch das abwechslungsreiche Programm. Einzelkünstler tragen Lieder aus ihrer Heimat vor, bieten Tänze aus den Philippinen dar. Ali führt in die Welt der Zauberei ein. Zur großen Überraschung trägt dann aber auch die Schiffsband unter Mitwirkung des Kapitäns, des Kreuzfahrtdirektors , des Bordarztes und des Sicherheitschefs bei. Und  als sich als Abschluss alle Akteure zu einem furiosen Finale auf der Bühne einfinden, unterstreichen alle Gäste ihre Zustimmung und Begeisterung für die Aussage des Gesamtchors “We are the Champion”  und ernten herzlichen Beifall, der vielleicht einer Profigruppe in diesem Maße nicht zuteil geworden wäre.

Dienstag

Der neue Tag beginnt, wie der Montag sich verabschiedet hat: Seestärke 4-6, Luftfeuchtigkeit 90%, Außentemperatur 9°.  25 sm von der norwegischen Küste entfernt fährt die “Alex” nach Süden. Um 11.15 Uhr sind wir noch 80 sm von Kristiansund entfernt. Ein Aufenthalt an Deck bei Nässe, Wind und Seestärke garantiert “Un-freundlichkeit”. Wir folgen der Empfehlung von Sven Achtermann (“Auch wer nicht selbst fotografiert, aber schöne Bilder liebt, der ist hier richtig.”) und folgen interessiert seinen Ausführungen zum Thema “Fototipps und Tricks für schöne Bilder”. Im Einzelnen unterstreicht der Referent folgende Kernpunkte, die es zu beachten gilt:

  • ran an das Objekt
  • Vordergrund wählen, wenn die Betonung auf einem Motiv im
  • Hintergrund liegt
  • Licht und Schatten ins Spiel bringen ( Wolken/Sonne)
  • unterschiedliche Wirkung von Hoch- und Querformat
  • Mut zum Detail
  • Z-Sprünge ( Versatz )
  • Objekt nicht in die Mitte setzen
  • Herunterziehen des Horizonts
  • ungewöhnliche Perspektive suchen
  • Mut zur Gegenlichtaufnahme ( scharfe Kontraste )
  • Personenfotografie ( um Erlaubnis fragen )
  • bei Tieren auf die gleiche Ebene gehen
  • Spiegeln der Sonne in den Augen des Tieres

Um 16.10 Uhr muss unser Kreuzfahrtschiff die Stabilisatoren einfahren, um den Lotsen an Bord nehmen zu können. Das Expeditionsschiff rollt dann ein bisschen stärker. Die Ankunft in Kristiansund verzögert sich um eine ganze Stunde.

“Das Stadtgebiet südwestlich von Trondheim erstreckt sich über drei im Meer liegende Inseln, die über Brücken miteinander verbunden sind.  Krifast heißt die Konstruktion der Superlative, die die Stadt seit 1992 mit dem Festland verbindet. Sie besteht aus der einzigen Schwimmbrücke der Welt ohne Seitenverankerung, dem längsten unterseeischen Straßentunnel und der längsten Hängebrückenkonstruktion Norwegens. “

Die Sonne lässt uns beim heutigen Ausflug im Stich. Unsere Reiseleiterin bemüht sich, der Enttäuschung ihrer Gäste durch informative Ausführungen zu begegnen. Das “Klippfischweib” am Hafen erinnert an die Zeit, als hier der gesalzene Dorsch zum Trocknen auf die Klippen gelegt wurde. Heute spiele aber der Fischfang kaum noch eine Rolle.

Vom 1983 erbauten Aussichtsturm Verden haben wir einen guten Rundblick. Ins Auge fallen immer wieder die für die Gegend typischen bunten Holzhäuser. 1971 begann für Kristiansund das “Ölmärchen”. Allein 1000 Arbeitsplätzen verdankt die Stadt dem Erdöl. Interessant für alle ist der Besuch des Klippfischmuseums, wo uns in Worten anschaulich und mit Bildern illustriert die Herstellung der Klippfische dargestellt wurde.

Vorwiegend Frauen wurden seinerzeit in diesem Gewerbe beschäftigt. Heute übernehmen Fabriken diese Knochenarbeit. Wir erfahren, dass der Klippfisch vorwiegend in katholische Länder exportiert wurde. Auf dem Rückweg von Spanien nach Norwegen brachten die Schiffe Erdreich mit, so dass viele verstorbene in “spanischer Erde” beigesetzt werden konnten. Das Abendessen nehmen wir heute recht spät ein. Der Ausflug war heute nicht berauschend, aber auch das schlechte Wetter beeinträchtigte den “Erfolg” des Ausflugs wesentlich.

Mittwoch

Nur noch zwei Tage! Aber die wollen wir ausnutzen! Seit 5 Uhr befindet sich unser Schiff im Nordfjord, der sich 100 km tief ins Land zieht und doch eine durchschnittliche Wassertiefe von 500 – 600 Metern aufweist. Unser Tagesziel heißt Olden und liegt am Ende des südlichsten dreier Seitenarme. Wir haben die Panoramafahrt  nach Fosnes zum Nationalparkzentrum gebucht. Unsere neue Reiseleiterin ist versiert und versteht es, in gutem Deutsch – nach der Schule weilte sie zwei Jahre in Deutschland und will Touristik studieren – uns ihre Heimat nahe zu bringen. Wir fahren mit dem Bus durch eine zauberhafte Landschaft mit hohen Bergen ( bis 1700 m ), Bergseen, Flussläufen, Wasserfällen und verstreuten Ansiedlungen zu-nächst die Küstenstraße entlang und dann hinauf die Bergregionen mit phantastischen Ausblicken auf die Bergregion und in die Täler.

An einem besonderen Aussichtspunkt sprudeln aus zwei Touristikbussen die Gäste, blicken auf Berghänge, Eisfelder, Schneekuppen und das üppige Grün eines Flusstales.

In Fosnes sind wir im Nationalparkzentrum zunächst zu einem informativen Film über die Region eingeladen, danach zu Kaffee und dem norwegischen Nationalgebäck Svele. Wir haben genügend Zeit, um die Pause zu genießen, uns in dem groß-zügig angelegten Botanischen Garten mit 325 einheimischen Pflanzen  umzusehen und auch die Ausstellung des Geologieparkes mit Steinexemplaren aus ganz Norwegen zu besuchen.

Das Hauptgebäude ist im Wikingerstil errichtet und etwa so groß wie das größte Langhaus der Wikinger, das je in Norwegen gefunden wurde. Wir bedauern nicht, diesen Ausflug “aus Versehen” gebucht zu haben. Mit herrlichen Fotomotiven wird unser “Irrtum” belohnt.

Unsere “Wikingerin” gibt uns einen Einblick in Lebens-gewohnheiten der Norweger, zeigt die hohen Strafen bei Verstößen gegen die Verkehrsregeln auf, erläutert uns u. a. das norwegische Schulsystem und die Möglichkeiten einer Altersversorgung. Sie berichtet uns während der Fahrt, dass alljährlich unzählige Lawinen zu Tal donnern. Erhebliche Stein-massen stürzen dann in den See Lovatn. Eine solche Lawine löste 1936 eine 70 Meter hohe Flutwelle aus, die ein ganzes Dorf verschluckte und auch Todesopfer forderte.

Wenigstens am Abschlusstag herrscht “Kaiserwetter”, Sonne pur! Als wir zurückkehren, sind an Deck bereits die vielen Liegestühle aufgebaut. Es gerät zum Lotteriespiel, welche Seite wir belegen sollen, damit wir bei der Ausfahrt aus dem Fjord auch die volle Sonne genießen können. Und wir haben uns richtig entschieden. Das Wasser des heute spiegelglatten Fjords schenkt uns die atemberaubende Landschaft gleich zweimal, einmal im Original und dann auch als Spiegelbild im kristallklaren Wasser.  Wir bewundern das Spiel der Wellenkämme mit Lichtreflexion, Spiegelung des blauen Himmels und der grandiosen Bergkulisse. Tausende “Glitzersterne” tanzen auf der Wasseroberfläche. Langsam gleitet unser Schiff durch die vielen Windungen des Fjords dem offenen Meer zu. Neue Seitentäler öffnen sich und lassen immer wieder andere Einblicke zu, keine Wiederholungen, kein “da capo”. Die Eintönigkeit der Schiffsmotoren unterstreicht den Kontrast zu dieser einzigartigen Welt. Schmelzwasser rinnt über die glatt geschliffenen Felswände und springt dann als Wasserfall in die Tiefe.

Und dann bietet die Bordküche noch “Wiener Apfelstrudel-Variationen mit Vanillesoße” an. Keine Wasservögel begleiten unser Schiff. Kleine Boote am Fjordufer deuten darauf hin, dass die verstreuten Gehöfte doch noch bewohnt sind. Kurz vor Sonnenuntergang um 23.20 Uhr begegnen wir der “Jewel of the sea “, die mehr als 2000 Gäste aufnimmt.

Donnerstag

Das Meer hat sich weiterhin beruhigt. Der Morgen beginnt mit einem strahlenden Blau.  Heute können wir uns am letzten Seetag vor Ankunft in Bremerhaven effektiv dem Tagesprogramm widmen. Um 10 Uhr sind wir Zuhörer bei Sven Achtermann im Musiksalon. Er widmet sich in seinem letzten Vortrag dem Thema “Helgoland – deutsche Hochseeinsel in der Nordsee”. Und anschließend sehen wir uns im Kino den 2. Teil der Filmdokumentation “Zum ewigen Eis nach Spitzbergen” von Longyearbyen nach Olden an.

Gegen 16 Uhr ist die Schönwetterperiode vorbei. Die Wolkendecke nimmt zu, und auch die Kälte ist auf dem Vormarsch. Wir haben uns in die Kabine zurückgezogen und haben keine Mühe, die Koffern zu packen bis auf die “Gala-Uniform”, die wir für das Abschiedsdinner benötigen. Wir legen die benötigten Kleider für die Busheimfahrt zur Seite und müssen am Abend nur noch den Abenddress einpacken. Vor 4Uhr müssen die Koffer vor der Kabine zur Abholung bereit stehen.

Der Kapitän dankt in seiner Abschiedsrede allen unsichtbaren und sichtbaren Geistern seines Schiffes  und auch den “besten Gästen, die er jemals gefahren habe” und schloss mit dem Versprechen, nie wieder vor Publikum zu singen.

Der Kreuzfahrtzdirektor richtete seinen Dank zunächst an den Kapitän, der wesentlich am Gelingen dieser außergewöhnlichen Reise beigetragen habe. Trotz aller Widrigkeiten wie Nebel und Eisbarrieren habe er jeweils die richtige Entscheidung getroffen und den Gästen zu einmaligen und unübertrefflichen Erlebnisse verholfen. Mit seiner Crew sei er sich einig, dass keine Nordlandreise zuvor mit solchen Erlebnissen erfüllt gewesen sei.

Nach Rückkehr vom Nachtessen an der “Schwäbischen Tafel” liegt in unserer Kabine das komplette Ausschiffungsprogramm, das übersichtlich alle wichtigen Details für eine reibungslose Ausschiffung darlegt. So erfahren wir auch, dass wir auf der 2. Etappe dieser Nordlandreise von Longyearbyen nach Bremerhaven 2342 sm bzw. 4437 km zurückgelegt haben. Auch den Titel der Auslaufmelodie erfahren wir: “Chariots of Fire” von Vangelis.  Wir fallen in einen tiefen Schlaf und bekommen auch nicht mit, als die Koffer vor den Kabinen abgeholt werden.

Freitag

Der letzte Tag ist angebrochen. Unsere Koffer stehen vor dem Bus bereit und können eingeladen werden. Die Rückfahrt mit dem Bus verläuft “fast nach Plan”. Durch mehrere Staus werden die Pausen verkürzt, so dass die angekündigte Rückkehr eingehalten werden kann. Zum Schluss dieser Nordlandreise denken wir an das “Wort zum Tag”, das uns die Bordzeitung noch mit auf den Weg geben hat:

“Leuchtende Tage – nicht weinen, dass sie vergangen, sondern lächeln, dass sie gewesen, denn ihr habt sie erlebt.”

„Auf dieser Reise können Sie sich fühlen wie Gott in Frankreich.“ Dies verspricht der Spezialist für Kreuzfahrten auf der Rhone. Um bereits das Resumee vorwegzunehmen: Die Werbung hat das gehalten, was sie versprach.

Bislang brachten mich Kreuzfahrten schon fast um den Erdball. Flusskreuzfahrten schienen mir dagegen eher langweilig zu sein. Doch auf der Flusskreuzfahrt von Lyon nach Arles bin ich auf den Geschmack gekommen; denn auf der aRosa-Luna, dem Flussschiff mit dem Kussmund und der roten Rose auf dem Bug, konnte ich mich blendend erholen, erlebte viel, erfuhr Genuss im Überfluss.

Ich genoss die überraschend lockere Atmosphäre an Bord und genoss am frühen Morgen bei geöffneter Tür den Anblick der in  zauberhaftem Licht getauchten Uferlandschaft. Nur wenige Passagiere finden sich kurz vor Sonnenaufgang auf dem Deck ein, werden aber mit einzigartigen Bildern belohnt. Eine abwechslungsreiche Landschaft zieht an mir vorüber.

Immer ist Land in Sicht. Langsam gleitet die aRosa-Luna an Dörfern vorbei, die inmitten von Weinbergen thronen. Burgruinen grüßen von den sanften Hügeln. Ich kann mich kaum von den vielfältigen Eindrücken losreißen, doch das ruft, und so verbindet sich Schauen mit Schlemmen, eine perfekte Symbiose.

Nach dem Schlemmen ist wieder das Schauen angesagt. Am Horizont taucht die schöne Kulisse von Avignon auf. Und ich

freue mich schon auf das antike Architektur-Meisterwerk,die perfekt erhaltene Pont du Gard, das dreigeschossige römische Aquädukt mit einer Länge von 275 Metern, das den Rhonezufluss Gardon überspannt. Leider ist die „Brücke von Avignon“ nur noch zum Teil erhalten, und ich bedauere lediglich, dass ich dieses spektakuläre Bauwerk nicht mit der abendlichen Beleuchtung erleben kann.

Das nächste Highlight meiner Südfrankreich-Erkundung per Schiff lässt nicht lange auf sich warten. Da die engen Schleusen und Brücken niedrig sind, müssen Sonnensegel und Steuerkabine hydraulisch abgesenkt werden. Die Passagiere  werden aber nicht von Deck verbannt.  Im besonderen bin ich auf den Besuch der Camarque gespannt. In der Sumpflandschaft der Camarque verschmelzen Land und Meer übergangslos.

Ich erkunde diese einmalige Landschaft mit dem Jeep und erkunde den besonderen Spaß, das sumpfige Gelände abseits der ausgetrampelten Touristenpfade zu durchqueren. Und die besonderen Attraktionen bleiben auch nicht aus. Mit meinen Begleitern erlebe ich Natur pur, beobachte die schwarzen frei lebenden Stiere und bestaune die berühmten weißen Pferde, die ebenfalls in freier Wildbahn leben und zu unserer Begrüßung sich friedlich am Wegrand einfinden. Und auch die rosa Flamingos im Teichwasser des Étang des Vaccères zählen zu den beliebten Fotomotiven dieses Erlebnistages.

Die Ankündigung „Leben wie Gott in Frankreich“ bewahrheitet sich bei der kulinarischen Vielfalt ebenso wie bei den einzigartigen -Angeboten. Auch die vielseitige und eindrucksvolle Erlebnispalette ist ein harmonischer Baustein für den „Genuss im Überfluss“.

Per Bus erkunde ich die atemberaubenden Schluchten der südlichen Ardèche-Region.  Von einem Ausssichtspunkt genieße ich  den beeindruckenden Felsdurchbruch Pont d´Arc – ein Tor von gut 20 m Höhe und Spannbreite. Auch die beeindruckende Wirkung bei der Besichtigung der nahe gelegenen Tropfsteinhöhle bleibt noch lange erhalten. Kaum haben wir wieder die aRosa-Luna erreicht, zaubert wieder der Chefkoch ein exzellentes Buffet.

Ohne auf das detaillierte Besichtigungsprogramm einzugehen mit einer Stadtrundfahrt Lyon, einer Kostprobe in den Markthallen, mit der Besichtigung des Papstpalastes in Avignon, mit der Erkundung der traumhaften mittelalterlichen Bergfestung „Les Baux de Provence“ und auch mit verschiedenen Weltkulturerben der UNESCO habe ich einen weiteren wertvollen und angenehmen Baustein meiner weiteren Urlaubsgestaltungen kennen- und schätzen gelernt: die gelungene Symbiose zwischen den Annehmlichkeiten eines schwimmenden Hotels und der Kultur des bereisten Landes.