Kofferpacken vor der Kreuzfahrt

Spätestens auf dem Weg zum Flughafen bzw. zum Einschiffungshafen  beginnt es im Kopf der Kreuzfahrer-Neulinge zu rattern: „Habe ich auch nichts vergessen?“ Doch dann ist es meist zu spät. Damit jeder Kreuzfahrtgast sich ohne Stress optimal auf die Kreuzfahrt  einstellen können, hat u. a. Reisebüros Yakee travel eine Checkliste mit den wichtigsten Reisevorbereitungen zusammengestellt. Man kann freilich geteilter Meinung darüber sein, was man mitnehmen soll. Die einen sagen, man solle alles zusammenstellen, was man mitnehmen möchte und dann die Hälfte zu hause lassen. Andere meinen, nimm alles mit, du wirst es schon brauchen. Wir meinen: Jeder sollte einen gesunden Zwischenweg finden. Die Entscheidung, was in den Koffer gehört, hängt von vielen Faktoren ab: Destination, Jahreszeit, Klima. Dennoch kann eine Checkliste helfen, die Vorbereitungen auf die Kreuzfahrt entspannt anzugehen. 

Rechtzeitig vor Reisebeginn prüfen und erledigen

  • Information über den politischen Zustand des Reiselandes (Reisewarnung des Auswärtigen Amtes) Einreisebestimmungen, Visabestimmungen, medizinische Hinweise, Gültigkeit der Reisepapiere
  • Zahlungsmöglichkeiten klären/Geld umtauschen
  • Reiseversicherungen abschließen
  • Impfungen und Arztbesuche (z.B. Impfung ) erledigen
  • Auslandskrankenversicherung abklären ggf. abschließen
  • offene Rechnungen begleichen
  • Zeitung um- oder abbestellen
  • regelmäßige Hauslieferungen abbestellen
  • Fotokopie des Personalausweises/Reisepasses
  • Vertrauensperson für Pflanzen, Tiere, Post, Müll
  • Wohnungsaufsicht organisieren
  • Registriernummer des Fotos/der Videokamera notieren und auf die Reise mitnehmen

Einen Tag vorher

  • Gepäck wiegen ( 20 kg)
  • Netz-, Antenne, Telefonstecker herausziehen
  • Außensteckdosen abschalten
  • Haus- und Briefkastenschlüssel hinterlegen
  • Urlaubsanschrift hinterlassen
  • Gepäckstücke mit Adressenanhängern versehen

Am Urlaubstag

  • Gas, Licht abschalten
  • Kühlschrank abschalten/abtauen ggf. Tür offen lassen
  • Heizung aus-/niedrig schalten
  • Wasser bei Geschirrspüler, Waschmaschine abdrehen
  • Fenster und Türen sichern à Alarmanlage
  • Kleingeld für Taxi, Gepäckträger richten
  • rechtzeitig Fahrt zum Flughafen/Zubringerbus antreten

Was gehört ins Handgepäck?

  • Bargeld / Reiseschecks
  • Tickets und Hotelgutschein
  • Impfausweis
  • Kreditkarte
  • Personalausweis/Reisepass
  • Foto, Videokamera Filme, Videokassetten
  • Sonnenbrille
  • Ersatzbrille
  • Foto, Kamera
  • Medikamente
  • Reise-Apotheke
  • persönliche Medikamente
  • Magen-Darmtabletten (Beipackzettel)
  • Abführmittel (Beipackzettel)
  • Mittel gegen Übelkeit (Beipackzettel) und Reisekrankheit
  • Pflaster
  • Bescheinigung des Arztes bei der Mitnahme von Spritzen
  • Erfrischungstücher
  • TempotaschentücherImpfpass/Blutspendepass
  • ggf. Mittel gegen Thrombose

Was gehört in den Koffer?

  • Schere, Nagelfeile, Haarspray , Kosmetika
  • Kleidung für warme und kalte Tage
  • Schlafsachen
  • Badesachen und Badeschuhe
  • Geldversteck (z. B. Brustbeutel)
  • Schuhe für jeden Anlass
  • Waschutensilien für Körper und Kleidung
  • Schuhputzmittel
  • Pflegemittel (Shampoo, Deo, Kosmetika)
  • Zahnpflegemittel
  • Nähzeug
  • Unterwäsche
  • Socken, Strümpfe, Strumpfhosen
  • T-Shirt, Obertteile, Rock, Hosen
  • Kopfbedeckung für die Sonne
  • ggf. Stromadapter, Fön, Rasierapparat
  • Taschenlampe
  • Sonnenbrille
  • Ladegerät für Akku
  • Reiseführer / Urlaubslektüre
  • Schreibzeug / Adressenliste
  • Visitenkarten
  • spezielle Adressen

Dokumentenliste

Der Gast sollte eine solche Liste mit allen Angaben sorgfältig anlegen, damit er im Verlustfalle sofort und ohne lange zu suchen alle Daten durchgeben kann und ihm kein weiterer Schaden entsteht.

EC-Karte:

Nummer:  
Sperren unter: +49 (0)

VISA-Karte:

Nummer:  
Sperren im Inland: 116 116
Sperren im Ausland: +49 116 116

Personalausweis

Nummer:  
Ausstellungsdatum:  
Ausstellungsort:  

Reisepass

Passnummer:  
Ausstellungsdatum:  
Ausstellungsort:  

Auf jeden Fall sollte der Gast eine Sicherheitskopie dieser Dokumente anfertigen und gesondert aufbewahren.

Kamera/Videokamera

Fabrikat:  
Bezeichnung:  
Reg.-Nr.:  
Merkmale:  

Tipps zum Kofferpacke

  • 1. Der Koffer sollte mit einem bunten Band umgürtet sein. So kann er jederzeit wieder rechtzeitig aufgefunden werden. Dieses Band ist auch hilfreich für den Fall, dass einmal das Schloss bricht.
  • 2. Wer mit seinem Partner reist, packt die Kleidungsstücke am besten gemischt ein. Sollte beispielsweise auf dem Flug zum Einschiffungshafen ein Koffer verloren gehen, so hast der Gast wenigstens einen Teil seiner Garderobe an Bord.
  • 3. Wer seine Koffer abschließt, sollte stets auch einen Ersatzschlüssel mitnehmen, damit bei Verlust eines Schlüssels der Koffer nicht aufgebrochen werden muss.
  • 4. der Name und die Heimatadresse (groß auf einem Extrablatt) sollte der Gast ebenfalls in dem Koffer aufbewahren.

Jeder Kreuzfahrer empfindet es als eine Wohltat, dass er während seines Aufenthaltes auf dem Kreuzfahrtschiff  sein Zimmer ( sprich Kabine ) nicht wechseln muss und somit das Kofferpacken mehrmals während seines Urlaubs entfällt.

Normalerweise gibt es für den Gast auf dem Kreuzfahrtschiff kein Limit, wie viel Gepäck er mitnehmen darf. Durch den doch eingeschränkten Schrankplatz sollte der Gast lediglich die Kleidung mitnehmen, die er wirklich benötigt. Platz sollte der Gast auch noch für Sachen haben, die er während seiner Kreuzfahrt kauft.

Gepäckservice TEfra

Mit dem Gepäckservice TEFra beginnt die Kreuzfahrt bereits an der Haustür. TEfra befördert das Gepäck von dort bis in Ihre Kabine und auch wieder zurück, so dass der Gast entspannt seiner Kreuzfahrt entgegen sehen kann. Die gebührenfreie Rufnummer ist: 0800 500 2352.

Kooperation von Dertour und NCL

Mit einer Premiere sind Dertour und die US-amerikanische Reederei NCL in den Kreuzfahrtsommer 2009 gestartet und bieten ab sofort Kreuzfahrten ab/bis Warnemünde an. Auf ihren 12-Nächte-Kreuzfahrten zwischen dem 01. Mai und dem 29. August 2009 steuert die Norwegian Jewel ab/bis Warnemünde an insgesamt elf Terminen Metropolen des Baltikums, Skandinaviens und Englands an. Diese Kreuzfahrtrouten beinhalten die Anlaufhäfen Tallinn (Estland), St. Petersburg (Russland / zwei Tage), Helsinki (Finnland), Stockholm (Schweden), Dover (England) und Kopenhagen (Dänemark).

Aida zahlt „Urlaubsgeld“ für Familien

Auf den Kreuzfahrten der AIDA Bella im Mittelmeer und der AIUDA Luna rund um die Kanaren will AIDA Cruises im Herbst 2009 Familien mit einem Bordguthaben aufs Schiff locken. Für zwei belegte Kabinen erhält die Familie 200 Euro Urlaubsgeld, bei drei belegten Kabinen sogar 300 Euro Urlaubsgeld. Dieses Familien-Spezial ist ab sofort gültig bis einschließlich 24. Mai. Das Bordguthaben können die Reisebüros für ihre Kunden nach der Buchung beim AIDA-Service-Center unter der Rufnummer 0381/20 27 07 07 beantragen.

Kleines maritimes Wörterbuch

Achtern der hintere Teil des Bootes
Anleger Ponton, eine Kaimauer oder einen Steg, an dem das Boot anlegt
auslaufen Das Boot verlässt den Hafen .
ausschiffen Die Passagiere gehen von Bord .
Backbord linke Seite des Schiffes in Fahrtrichtung
Boje Ist ein schwimmender Körper auf der Wasseroberfläche, der auf Gefahren unter Wasser hinweist.
Bord Für das Innere des Boote – „wir gehen an Bord“ – auch das Deck oder die Seite des Bootes
Brücke die Kommandozentrale, der Steuerstand
Bruttoregistertonne (BRT) Die BRT ist eine Maßeinheit, die angibt, wie viel das Schiff laden kann.
Bug der vordere Teil des Bootes
Bullauge die runden Fenster im Boot
Bunker großer Treibstoff – oder Wassertank
Davit Haltevorrichtung für Rettungsboote und Beiboote
Deck das „Dach“ des Schiffsrumpfes
dippen das Grüßen von einem Schiff zu einem anderen
Dock Anlegestelle, Pier, Kai
Ebbe Gezeiten mit tiefem Wasserstand
Echolot Das Echolot sendet Schallimpulse zum Grund und der schickt sie wieder zurück, errechnet die Wassertiefe.
Einschiffen an Bord des Schiffes gehen
Faden Längenmaß in der Nautik , Faden entspricht 1,82 m
Flunke Schaufelteile eines Ankers
Flut Gezeiten mit hohem Wasserstand
Freihafen Hafen ohne Zollvorschriften
Gangway bei Kreuzfahrern die Eingangstreppe
Havarie Unglücke wie Grundberührungen, Zusammenstöße
Heck das Hinterteil des Schiffes
Jungfernfahrt die erste Reise eines Schiffes
kabbelig Unruhige See durch Seegang aus zwei verschiedenen Richtungen
Kabelgatt Stauraum für Kabel, Leinen oder Ankerkette im Vorschiff
Kabinen die einzelnen Zimmer an Bord
Kai das Gleiche wie Dock, Pier, Anlegeplatz
Kapitän der oberste Chef des Schiffes.
Kaventsmann riesige Welle
Kiel das unterste und erste Bauteil eines Schiffes.
Kielwasser die Spur, die ein Schiff beim Fahren durch das Wasser zieht
Koje Bett an Bord
Kombüse Küche an Bord
Kurs Fahrtrichtung
Lee vom Wind abgewandte Seite
Leck Undichtigkeit am Schiffsrumpf
Liegeplatz der Halteplatz eines Bootes im Hafen
Log Geschwindigkeitsmesser eines Bootes
Logbuch Schiffstagebuch
Logis Mannschaftsunterkünfte
Manöver wenn ein Schiff in eine andere Lage oder geänderte Position gebracht wird
Mittschiffs die Mitte des Schiffes, zwischen Bug und Heck
Navigation Standortbestimmung des Schiffes, Vorausplanung der gewünschten Route
Pier Wand/Mauer in einem Hafen zum Anlegen von Schiffen
Querab Seitlich des Schiffes
Radar RADAR ist die Abkürzung von :  Radio detecting and ranging.  Das ist die Ortung von Objekten über Wasser mittels hochfrequenter Funkwellen..
Reede Ankerplatz vor einem Hafen
Reeder Betreiber einer Reederei.
Reling Geländer am Außenrand eines Decks
Rumpf Schiffskörper ohne Aufbauten
Schlingern Seitliches Schaukeln
Seegang durch den Wind hervorgerufene Bewegung des Wassers
Seemeile Nautisches Längenmaß , auch nautische Meile. Sie entspricht 1,85201 km
SOS Internationales Notrufzeichen
Stampfen Schaukeln in Längsrichtung
Stapellauf Wassern eines neu gebauten Schiffes
Steuerbord rechte Seite des Schiffes
Tender Boot zum Aus- und Einschiffen der Passagiere
Tiefgang Maß von der Wasseroberfläche bis zum tiefsten Punkt des Kiels
Untiefe Flache Wasserstelle, Fels unter Wasser

10 neue Luxusliner auf den Weltmeeren

Der Kreuzfahrtboom hält weiterhin an. Mit einer feierlichen Zeremonie werden im Jahre 2009 gleich zehn neue Kreuzfahrtschiffe in den Dienst gestellt. Nach dem Zerschellen der Champagnerflasche am Bug der einzelnen Luxusliner laufen die Schiffsneulinge zu ihren ersten Fahrten aus.

Schiff Reederei Taufe Hafen Passagiere Länge
AIDAluna AIDA Cruises 04.04. 09 Mallorca

2050

252 m
Mein Schiff TUI Cruises 15.05.09 Hamburg

1960

263 m
Costa Pacifica Costa Crociere 05.06.09 Genua

3780

290
Costa Luminosa Costa Crociere 05.06.09 Genua

2828

292
Seaborn Odyssey Seaborn Cruise Line 24.06.09 Venedig

450

198 m
MSC Splendida MSC Juli 2009 Barcelona

3959

333 m
Celebrity Equinox Celebrity Cruises 08.08.09 South-

hampton

2850

315 m
Carnival Dream Carnival Cruises November

2009

Port

Canaveral

3646

306 m
Oasis of the Sea Royal Caribbean 12.12.09 Port Everglades

5400

360 m
Silver Spirit Silversea Cruises 23.12.09 Barcelona

540

196 m

Perlen der Ostsee

Erkunden Sie die schönsten Städte und Landschaften rundum die Ostsee und verbringen Sie einen unvergesslichen Urlaub in Harmonie. Die besonderen Sehenswürdigkeiten reihen sich entlang der Ostseeküste wie eine Perlenkette auf. Viele Reedereien bieten solche Ostsee-Kreuzfahrten an, u.a.:

 

Schiff Termin Tage Reise/Destinationen
MSC Orchsetra 2009:26.07.09.08.,23.08.,

31.05.,14.06.,

28.06.,12.07.

8 Schweden,Estland, Russland
MSC Orchestra 2009:01.08.,15.08. 8 Metropolen der Ostsee
MS DelphinVoyager 19.-30.05.09 12 Danzig,Klaipeda,Riga,St.Petersburg,

Tallin,Stockholm

MS Columbus 06.-18.06.09 12 Schätze und SchlösserIm Reich der Ostsee
MS Columbus 14.-26.07.09 13 Von Roland, Wikin-gern & einer kleinen Meeeerjungfrau
MS AIDAblu 2010:25.05.,04.06., 14.06.,

24.06., 04.07.,

14.07., 24.07.,

03.08., 13.08.

11 Oswtsee
MS NorwegianJewel 2009: 25.05.,03.06., 15.06.,

27.06., 09.07., 21.07.,02.08.,

14.08., 26.08.,

07.09.

2010: 29.04., 11.05., 23.05.,

04.06., 16.06.,

28.06., 10.07.,

22.07., 03.08.,

15.08., 27.08.

13 Hauptstädte der Ost-see
MS DelphinVoyager 15.-29.07.09 15 Weiße Nächte in der Ostsee
MS DelphinVoyager 15.-27.08.09 13 Metropolen der Ostsee
MS PrincessDaphine 20.-30.05.09 11 Impressionen der Ost-see
MS PrincessDaphine 30.05.-11.06.09 13 Pfingsten-Kreuzfahrt in die goldene Ostsee
MS PrincessDaphine 05.-15.07.0915.-25.07.09 11 Perlen der Ostsee
MS Delphin 19.-31.08.09 13 Zarengold und Balti-kum
MS Albatros 25.05.-06.06.0914.-29.09.09 13 Perlen der Ostsee
MS Amadea 27.08.-12.09.09 17 Ostsee total
MS TahitianPrincess 05.-19.06.09 15 Ostsee pur
MSDeutschland 17.-28.08.09 12 Zauberhaftes Zarenland
MSDeutschland 31.08.-10.09.09 11 Baltische Schätze
MS Amadea 2010:06.-22-06. 17 Die große Mitsommer-Osterreise
MS Amadea 2010:05.-17.09. 13 Spätsommerliche Ballade im Baltikum
MS Albatros 2010:29.05.-10.06

10.-22.06.

13 Die Perlen der Ostsee

Auf den Spuren der Pharaonen

Zu früheren Zeiten war eine Nilkreuzfahrt lediglich den Reichen, Mächtigen, Diplomaten, Schriftstellern, Geschäftsleuten und Weltenbummlern vorbehalten. Heute jedoch zieht diese Lebensader Ägyptens die Besucher aus aller Welt in ihren Bann. Mit einer gewaltigen Flotte an Kreuzfahrtschiffen – die Anzahl der zugelassenen Schiffe ist kontingiert, liegt zwischen 300 und 400 Flusskreuzfahrtschiffen – können die einzelnen Reedereien den Massenzustrom bewältigen. Eine Flusskreuzfahrt auf dem Nil ist ein besonderes Erlebnis, zumal die schönsten Sehenswürdigkeiten Ägyptens direkt am Nilufer liegen. Hinzu kommt das besondere Erlebnis der sich ständig wandelnden Flusslandschaft, wenn der Gast an Deck steht und seinen Blick schweifen lässt. Nie gleicht ein Stück dem anderen, und an den Ufern gibt es immer etwas zu entdecken.  So bewundert jeder Besucher Flora und Fauna, beobachtet die Einheimischen bei ihren täglichen Arbeiten, betrachtet von geringer Ferne aus die altägyptischen Tempelanlagen und genießt bei einem kühlen Getränk an Deck immer wieder den faszinierenden Sonnenuntergang.Zu den Highlights der Nilkreuzfahrer gehören auf alle Fälle Luxor, wo die meisten Kreuzfahten auch beginnen, das Tal der Könige, Kom Ombo, Assuan, Philae und Abu Simbel. Links und rechts entdeckt der Reisende immer nur Meisterwerke. Fast im Stundentakt ziehen auf jeder Nilreise von Assuan nach Abu Simbel die antiken Tempel und altägyptischen Monumentalbauten vorbei. Auf dieser 280 Kilometer langen Nilstrecke sind die meisten Sehenswürdigkeiten zu finden. Jede Nilkreuzfahrt auf der Strecke Assua bis Abu Simbel gleicht einer Reise zu den Wurzeln der Hochkultur.

Wenn im Deutschland die kälteren Temperaturen vorherrschen,  es kalt und ungemütlich geworden ist, dann herrschen am Nil meistens Temperaturen von 30°, aber die ständige leichte Brise macht die hohen Temperaturen erträglich. Dennoch sollte eine Wasserflasche der ständige Begleiter jedes Gastes sein.

Gerade einmal fünf Flugstunden dauert der Flug von Deutschland nach Luxor, wo die deutschsprachige Reiseleitung die Gäste des jeweiligen Flusskreuzfahrtschiffes in Empfang nimmt und zum Nilufer bringt. Um das Gepäck braucht sich der Gast nicht zu kümmern. Der ausgefüllte Kofferanhänger leitet das Gepäck sicher in die Kabine der Gäste.

Nach einem vielseitigen und  vorzüglich schmeckenden Essen – meistens in Buffetform angeboten – beginnt das Programm bereits am ersten Reisetag, üblicherweise in Luxor mit der Besichtigung des Karnaktempels und des Tempels von Luxor. Der Nil trennt das alte Theben in zwei Hälften. Auf dem Ostufer befinden sich die Ruinen der Stadt der Lebenden mit Wohnhäusern, Palästen und den Tempeln für Gott Amun, am Westufer erstreckt sich eine riesige Nekropole mit den Totentempeln der Herrscher.  Die Gräber wurden tief in die Felsen abgelegener Täler geschlagen. Dennoch zog die Gier nach den funkelnden Schätzen immer wieder Grabräuber an. Lediglich das Grab Tutanchamuns, in einer versteckten Schlucht inmitten des kahlen, abweisenden Wüstengebirges gelegen, blieb durch Zufall verschont und wurde 1922 durch Howard Carter entdeckt.

Auf der Liste der Nilbesucher steht auch der Tempel der Hatschepsut. Eine grandiose Kulisse hat sich Hatschepsut ausgesucht, die mächtigste Frau auf dem Pharaonenthron. Wie eine riesige Bühne schmiegt sich die großartige und weitläufige Anlage in drei Terrassen unter eine Felswand. In der Monumentalanlage von göttlichen Dimensionen kommt sich der Besucher des Luxor-Tempels zwischen den riesigen Toren, Obelisken, Säulen und Statuen wie ein Zwerg vor.

Nach diesen faszinierenden Ausflügen ins Reich der Toten und Pharaonen kehrt der Gast gerne wieder auf sein „schwimmendes Domizil“ zurück und findet vor den Mahlzeiten noch genug Zeitraum zum Relaxen. Selbst in diesen Ruhephasen lässt der Gast seine Blicke über die Ufer schweifen, an denen sich Hotels und Restaurants aneinander reihen. Unter allen Komforthotels fällt eines besonders auf: der legendäre Old Winter Palace im charmanten Belle-Èpoque-Stil erbaut.

Auf dem Besichtigungsprogramm steht auch der Besuch des Tempels von Edfu, des besterhaltenen Tempels Ägyptens. Bei all diesen Ausflügen wird der Gast ständig von Bettlern und Verkäufern belagert, die ziemlich aufdringlich werden und auch schlecht wieder abzuwimmeln sind. Da heißt es aber: Augen zu und durch!

Auich der charmanten Stadt am ersten Katarakt, Assuan,  wird ein Besuch abgestattet. Hier ist der Nil am schönsten. Viele Orte versanken nach dem Bau des gewaltigen Nasser-Stausees in den Fluten des Nils. Aber auch zwei Dutzend Tempelanlagen teilten das gleiche Schicksal, die aber in aufwändigen Aktionen auf sicheres Land versetzt wurden. Am bekanntesten ist wohl die Tempelanlage Abu Simbel, welche die Gäste bei einem Tagesausflug erleben, Sonnenaufgang und Fata Morgana inclusive. Am Nassersee wartet Nubiens größte und prachtvollste Tempelanlage von Ramses II. Am Eingang erheben sich vier 22 Meter hohe Statuen des Herrschers.  Von der Sonne in ockerfarbenes Licht getaucht, blicken dieses riesigen Ramses-Figuren auf den glitzernden Nassersee. Tief in den Berg gehauen erwartet das Allerheiligste die Nilbesucher. Fotografieren ist im Innern der gewaltigen Anlage nicht erlaubt, doch mit paar Münzen kommt der Gast doch zu seiner Fotoserie.

Wenn das Flusskreuzfahrtschiff umkehrt und Kurs auf Luxor nimmt, steht ein Zwischenstopp in Kom Ombo im Zeichen der Tempelanlage, die dem Krokodil-Gott Sobek geweiht ist. Der absolute Höhepunkt und gleichzeitige Ende solcher Kreuzfahrten ist eine beeindruckende Show im Karnak-Tempel mit einem imposanten Licht- und Tonschauspiel, das den Gast in die Zeit des alten Theben zur Zeit der Pharaonen zurückversetzt.

Auf der Suche nach Eisbären

 Spitzbergen ist eine Inselgruppe, deren Nordteil weiter von Norwegen entfernt ist als vom Nordpol. Der Norden hat so unendlich viel Schönes zu bieten: Riesige Gletscher, kristallklares Wasser, kleine bunte Städtchen und lebhafte Zentren – abwechslungsreicher und zauberhafter kann eine Seereise kaum sein.

Für mich ist Spitzbergen ein Land wo der Wind wohnt und die Sonne nicht schlafen geht. Spitzbergen ist eine Region, die man einfach gesehen haben muss.

Viele Anbieter geben auch in diesem Sommer den Gästen die Gelegenheit, Spitzbergen zu erleben und sicherlich alle imposanten Eindrücke niemals zu vergessen.

Beginn Schiff Hafen ab/bis Tage
10.06.09 MS Costa Magica Kiel 14
13.06.09 MS Amadea Bremerhaven 17
13.06.09 MS Albatros Bremerhaven 17
14.06.09 MS Costa Magica Kiel 14
19.06.09 MS Tahitian Princess Dover 18
22.06.09 MS Albatros Bremerhaven 17
22.06.09 MS Amadea Bremerhaven 17
21.06.09 MS Astar Bremerhaven 16
23.06.09 MS Queen Victoria Southhampton 14
27.06.09 MS Costa Magica Kiel 14
27.06.09 MS Bremen Travemünde 16
30.06.09 MS Amadea Bremerhaven 17
30.06.09 MS Albatros Bremerhaven 17
07.07.09 MS Astor Bremerhaven 16
09.07.09 MS Albatros Bremerhaven 17
09.07.09 MS Amadea Bremerhaven 17
10.07.09 MS Costa Luminosa Amsterdam 14
17.07.09 MS Amadea Bremerhaven 17
17.07.09 MS Albatros Bremerhaven 17
20.07.09 MS Europa Hamburg 19
26.07.09 MS Columbus Kiel 18
26.07.09 MS Costa Magica Kiel 14
26.07.09 MS Albatros Bremerhaven 17
26.07.09 MS Amadea Bremerhaven 17
03.08.09 MS Albatros Bremerhaven 17

Zum ewigen Eis nach Spitzbergen

Kurz entschlossen wollten auch wir den „Vorstoß in den weißen Kosmos“ wagen. Unsere Reise wird in der nördlichsten Siedlung der Welt, in Longyearbyen, beginnen. Dort soll es alles geben, außer genügend Sonnenlicht, an 112 Tages des Jahres nur Finsternis.

Und weitere interessante Informationen liefert uns das Internet:

„Die Zivilisation ist nur eine hauchfeine Schicht über der unerbittlichen arktischen Na-ur. Als man auf Spitzbergen Steinkohle entdeckt, rückten die ersten Grubengesellschaften an, und mit ihnen kam der Bostoner Geschäftsmann John Munro Longyear, der 1906 seinen Claim dort absteckte, wo heute die Stadt Longyearbyen liegt. 80 Jahre war Longyearbyen nicht mehr als eine triste Bergarbeiter-Siedlung, rund 1200 km vor dem Nordpol.“

Neben wunderschönen Landschaftsformen, bizarren Glet-scherformationen, einer wundersamen Welt aus „weißen Scherben“, einer Stille der Einsamkeit erwarten wir aber auch aufregende Tierbeobachtungen. Aber erzählen wir zunächst einmal von vorn.

Mittwoch

In knapp 5 Stunden fliegt uns die HHI von Frankfurt nach Longyearbyen. Erst kurz vor der Landung reißt die Wolkendecke auf und gibt einen Blick auf Spitzbergen, die Inselgruppe im Nördlichen Eismeer, frei.

Es ist zwar bereits Mitternacht vorbei, doch fahles Tageslicht be-leuchtet die Szenerie, die vom Kohleabbau bestimmt ist.  Das Panorama ist nicht berauschend. Wir blicken auf Förderbänder, Kohlenhalden und Blech- und Holzhütten. Da uns dieser Anblick ohnehin nicht gefangen nimmt, wenden wir uns unmittelbar nach der Landung dem Begrüßungskomitee und der Reiseleitung zu, die fröstelnd auf uns gewartet haben. Longyearbyen ist, so erklärt man uns auf der kurzen Fahrt zur Schiffsanlegestelle,  die größte norwegische Siedlung auf Spitzbergen.

Donnerstag

Eigentlich ist es ja schon Morgen, als wir kurz vor dem Pier anhalten, vom Kreuzfahrtdirektor persönlich begrüßt werden und nach kurzer Erledigung der Formalitäten unsere Kabine aufsuchen. Auf das Gepäck müssen wir noch warten. So gönnen wir uns so wie auch die anderen 146 Neuankömmlinge im Veranda-Restaurant – es ist mittlerweile 01-00 Uhr geworden – eine heiße Suppe und schauen von der Reling auf die unmittelbare Umgebung von Longyearbyen, die sich im Sonnenschein von uns verabschieden möchte.

Nach einem kurzen ersten Erkundungsgang suchen wir unsere Kabine auf. Die Koffer sind zwischenzeitlich gebracht worden. So können wir auch schon einräumen und uns häuslich in unserem Domizil für die nächste Woche niederlassen.  Um 3.00 Uhr nimmt unser Kreuzfahrtschiff Fahrt auf mit Kurs auf den 146 sm entfernten Magdalenenfjord.

Schlaf haben wir in der ersten Nacht kaum gefunden. Und als wir unsere Kabine zum Frühstück verlassen, lernen wir auch unsere Stewardess kennen. Trotz Spritzen, die ich mir in der Heimat vom Hausarzt noch geben ließ, haben sich die Beschwerden nicht gebessert. Kaum kann ich mich bewegen. Doch an Bord ist glücklicherweise ein Orthopäde. Acht Spritzen werden mir sicherlich Linderung verschaffen.

Die obligatorische Rettungsübung ist unmittelbar nach dem Frühstück angesetzt. Im Musiksalon zeigt man uns das richtige Anlegen der Rettungswesten und erläutert uns das richtige Verhalten im Notfalle. Einen weiten Raum nimmt dann auch die Instruktion für die Benutzung der Zodiacs ein.

Mit seinem Beitrag „Auf ein Wort“ beschließt der Kreuzfahrtdirektor die Morgenveranstaltungen, und wir können schon erahnen, was auf uns zukommt, als  der Kreuzfahrtdirektor zitiert: „Wir sind nicht hier zum Schlafen, sondern um etwas zu erleben.“

Auf dieser Route werden wir  nicht die einzelnen Punkte des Katalogangebots abhaken, sondern nach Rücksprache mit Behörden und bei Anpassung an die situativen Bedingungen Änderungen vornehmen, um allen Gästen einzigartige Erlebnisse anzubieten. Unser Expeditionsschiff hat die  hohe Eisklasse 1B. Durch seine hohe Manövrierfähigkeit kann es noch in Fjorde einfahren und wenden, was andere Kreuzfahrtschiffe nicht realisieren können. Von großem Vorteil erweist sich das Promena-dendeck, das alle Passagiere umlaufen können. Das großzügige Kino bieten 98 Personen Platz, und die Bibliothek ist bestens, wenn auch vorwiegend mit englischer Literatur, ausgestattet.

Dem Urteil, dass es sich bei unserem Kreuzfahrtschiff um ein gemütliches Schiff handelt, können wir uns nur anschließen. Auch die lockere Ordnung bei den Mahlzeiten kommt an. Die aktuellen Informationen von der Brücke kann jeder Gast gut in seiner Kabine über Kanal 1 empfangen. Auch das sensible Thema „Trinkgeld“ wird währen der Infoveranstaltung

Noch vor dem Mittagessen werfen wir einen Blick auf die Fjord- und Küstenlandschaft. Leider scheinen uns dichte Nebelschwaden diese besonderen Landschaftsformen verwehren zu wollen. Und während des Mittagessens aktiviert eine Borddurchsage „Walross backbord“ die Massen. Auch uns erfasst dieser Sog. Doch wir bekommen nur Robben auf treibenden Eisschollen zu Gesicht und vor die Linse.

Dann dreht unser „schwimmendes Hotel“  auch schon bei und geht im Magdalenenfjord auf Reede. In landschaftlicher Hinsicht ist dieser vergleichsweise kleine Fjord wohl der bekannteste Spitzbergens, da eine Mischung aus alpiner Bergwelt, steilen Fjordwänden und in den Fjord abstürzenden Gletscher sehr reizvoll ist.

Auf der Südseite ragt eine kleine flache Landzunge in den Fjord,, auf die mehrere alte Gräber zusammengelegt wurden und vom norwegischen Staat 1930 mit einem Gedenkstein an die Walfänger versehen wurden, die dort vor 200 – 300 Jahren während der „Großen Jagd“ ihr Leben verloren.

Trotz Nebel erweist sich diese Anlegestelle als eine Topadresse für alle Kreuzfahrtschiffe. Auch wir sind begeistert. Die vielfältig ge-formten und gefärbten Eisschollen erzeugen im Sonnenlicht märchenhafte Farb- und Lichtimpressionen.

Das Meer ist weiterhin recht ruhig. Meeresvögel demonstrieren uns bei der Einfahrt ihre Flugkünste.

Leblos erscheinen uns die Berge,  aber bei genauerem Hinsehen mit dem Fernglas entdecken wir Flecken von Moos und Flechten. Kleinere und größere Gletscherzungen sind bis zum Meer vorge-drungen. Kleinere Bruchstücke – grob als auch bizarr – weiß bis türkisblau gefärbt ziehen an uns vorüber.

Und wir haben erneutes Glück. Seevögel und Robben zeigen uns ihre „Wohnungen“.

Zodiac-Boote bringen jeweils zehn Personen auf die öde, felsenübersäte Halbinsel an Land, und wir gelangen auf einem „breiten Pfad“ (jeder sucht sich einen  Weg ) zum Denkmal in der Nähe der Hütte, die den Sysselmannen als Quartier dient.

Vier Ranger achten auf die Einhaltung der Verhaltensregeln in diesem Naturschutzgebiet und achten aber auch im Besonderen darauf, dass keine Eisbären für eine unliebsame Überraschung sorgen. Spuren von Eisbären sind sehr wohl in der Nähe, der frische Abdruck einer Tatze und Fellhaare, die ein Bär beim Wälzen auf dem Boden hinterlassen hat. Aber nicht alle haben ein Auge für diese kleinen Überraschungen: Der Glühweinstand und auch die Würstchenbude locken manche an.

Vor Betreten dieses Naturschutzgebietes wurden wir speziell auch darum gebeten, auf die brütenden Meeresvögel zu achten, doch mancher der Gäste muss am eigenen Körper erfahren, wie hartnäckig und wirkungsvoll diese Tiere ihr Gelege verteidigen und die „Angreifer“ oder zumindest „Eindringlinge“ in die Flucht schlagen.

Lediglich eine Stunde dauert der erste Landgang. Wir kehren auf unser Kreuzfahrtschiff zurück, bleiben aber an Deck und blicken auf die Gletscher und Gebirgszüge des Festlandes zurück. Welche Ruhe strahlt diese majestätische Landschaft aus! Bald lichten sich die Nebelschwaden und geben den Blick frei auf die prächtige Bergwelt.  Unbeeindruckt von uns „Störenfrieden“ treibt eine Robbe auf einer Eisscholle vorbei.  Mit der Ruhe ist es aber vorbei, als die Borddurchsage „Beluga backbord“ alle aufschreckt . Doch der „Sänger der Meere“ ist längst wieder abgetaucht, bis alle fotohungrigen Gäste mit Fotoapparat und Videokamera bewaffnet an Deck erscheinen. Der Beluga bleibt in seinem Revier. Eine Borddurchsage muntert uns auf. Wir sollen nicht traurig sein, wenn wir dieses Mal  keinen Erfolg beim Beobachten hatten. Wir sollten uns viel häufiger an Deck aufhalten, das Meer mit dem Fernglas absuchen.

Um 16.30 Uhr nehmen wir wieder Fahrt auf und erreichen eine Stunde später das offene Meer Richtung Norden. In vier Stunden soll der zweite Landgang erfolgen

Gegen 19.40 Uhr wurde die Wasa-Halbinsel umrundet, und unser Schiff fährt nun in den Raudfjord ein. Derzeit herrscht eine Außentemperatur von 1°Celsius. Eine Entscheidung wird erst gegen 21 Uhr getroffen. So hofft jeder, dass sich der dichte Nebel lichtet und uns die prächtigen Ausblicke nicht weiterhin verschließt. Gegen 20 Uhr ist es spannend geworden. Auf der Steuerbordseite machen wir die Hügel- und Bergketten der Fjordlandschaft aus. Darüber hängt aber immer noch eine dichte Dunstglocke, und die Sonne hält sich weiterhin verborgen. Wir erfahren, dass an dieser Stelle der Fjord fünf Kilometer breit ist und die Berge bis 800 Meter ansteigen.

Dann startet ein Scoutboot um 20.30 Uhr mit den vier Rangern, Und sie kehren mit erfreulicher Nachricht zurück. Sie haben eine günstige Anlegestelle gefunden.

Überraschend viele Mitreisende entscheiden sich für diesen Landgang, eine Fahrt mit den Zodiacs auf eine Insel, die mit Geröll, Schnee- und Eisflächen, Baumstämmen aus Sibirien und auch Wohlstandsmüll übersät ist. Selbst kleine Korallenästchen finden wir auf diesem Eiland. Das Packeis muss sie von weither hergebracht haben. Der Nebel ist noch dichter geworden. Unser Zodiacfahrer orientiert sich mit dem Kompass und trifft auch ohne Umschweife wieder unser Schiff..

Die Eindrücke müssen wir erst noch verarbeiten und suchen die Bar auf. Ein „Blue Ice“ und ein Bier werden uns in den Schlaf wiegen.

Freitag

Mit einer frühen Durchsage um 7.15 Uhr bringt uns der Weckdienst auf die Beine. Bereits um 5 Uhr war unser Kreuzfahrtschiff am Lieftefjord angekommen, aber bald wieder umgekehrt, weil keine Sichtweite garantiert war. Dann trifft die Crew eine folgerichtige Entscheidung. Unser Kapitän will seinen Gästen unbedingt etwas bieten und fährt ganz in den Norden Spitzbergens zur Insel Moffen. Und tatsächlich: ein Volltreffer!

Eine Walrosskolonie sonnt sich auf der flachen Insel. Bis 700 Meter kann der Kapitän das Schiff heranbringen, und all die Gäste sind im Vorteil, die mit einem besonderen Fotoequipment ausgestattet sind und die Walrösser heranzoomen können.

Gegen 12 Uhr brechen wir zum Magdalenenfjord auf. Unser Kapitänj  will dicht an die Gletscher heranfahren, sofern der Fjord überhaupt eisfrei ist. Und die Fahrt wird nicht langweilig. Viele Naturbeobachtungen erweitern unseren Horizont. So beobachten wir beispielsweise, wie eine Raubmöve eine Eidermöve tötet.

Mit seinem Vortrag über die Region bekommen wir einen Einblick in die klimatischen Zusammenhänge und das reichliche Tierleben. Im Gegensatz zur Antarktis ist das Nordpolarmeer von Land umgeben. Bei 80° Nördlicher Breite haucht der Golfstrom seinen letzten Atem aus, bevor er bei Spitzbergen abknickt und Richtung Süden auf eine salzreiche Tiefenströmung trifft. Während des Vortrags passieren wir die Däneninsel, die sich hinter einer gewaltigen Nebelbank versteckt. Unsere „Alex“ wird von allerlei Meeresvögeln begleitet, die ihre Flugkünste vorführen.

Und beim Mittagessen fahren wir in den Madgalenenfjord ein. Der Kapitän hat die richtige Entscheidung getroffen. Bei strahlendem Sonnenschein und bester Sicht nähert sich unser Schiff – vorbei an der gestrigen Anlegestelle –  bis auf 700 Meter an den Gletscher Gullybreen und dann noch vorbei am mächtigen Wag-gonwaybreen. Deutlich können wir die Bruchkante der Gletscher erkennen und diese tollen Motive auf die Platte bannen.

Gemächlich fahren wir wieder aufs offene Meer hinaus. Mächtige und bizarre Eisschollen bilden eine fotogene Eskorte.

Um 15 Uhr hält Joe einen Informationsvortrag über die geplanten Ausflüge, die der Bericht lediglich stichwortartig erfasst:

Tromso.

Stadtrundfahrt mit Eismeerkathedrale, Botanischer Gar-ten, Universitätsstadt, Tromso-Palme, typische bunte Holzhäuser, teures Urlaubsland, Seefahrerdenkmal am Marktplatz, größter Holzdom Nor-wegens, Roald Amundsen-Denkmal, 1036 m lange Brücke zur Eismeerkathedrale mit 140 m² Glasfenster.

Tromso.

Stadtrundfahrt mit Storsteinen, Dom, Denkmale, Museum mit Samen, Tromso-Brücke, Eismeerkathedrale, Kabinenfahrt zu den Storsteinen.

Lofoten.

Fahrt nach Svolvaer und Henningsvaer, Lofotenaquarium, Kunstausstellung mit Filmvorführung.

Kristiansund.

Panoramafahrt zum Klippfischmuseum, interessanter Friedhof (spanische Erde ).

Olden.

Briksdalgletscher, Oldensee mit schönen Fotomotiven, Fußweg zum Gletscher oder Fahrt mit einem Elektrofahrzeug; oder: Joste-dalgletscher mit Nationalpark, Fahrt mit 19 Serpentinen und 600 Höhenmetern, Botanischer Garten, Filmdokumentation, danach traditionelles Gebäck „Svele“.

Da im Musiksalon recht „arktische“ Temperaturen herrschten, bevorzugen wir nach kurzem Nachmittagskaffee eine heiße Dusche in unserer Kabine. Seit Stunden zieht unser Kreuzfahrtschiff an Landschaften vorbei, die wir allerdings wegen des Nebels nicht zu Gesicht bekommen. Gut erwärmt  begeben wir uns dann schon um 18 Uhr zum Polar-Galadinner, bei dem alle Gäste, die in Longyearbyen zugestiegen sind,  erwartet werden.

Um 19.30 Uhr werden alle neuen Gäste offiziell durch den Kapitän und Kreuzfahrtdirektor begrüßt, die uns ihre jeweilige Crew vorstellen. Unser Kapitän ist – wie er selbst bestätigt – ein typischer Engländer. Er beherrscht lediglich eine Sprache, kennt aber das deutsche Wort „Buckelwal“ und arbeitet derzeit am zweiten Wort „Zwergwal“. Seine Crewmitglieder beherrschen allerdings mindestens zwei Sprachen, viele sogar bis zu sieben Sprachen.   Unser Kreuzfahrtdirektor bringt in seinen Begrüßungsworten  die Ereignisse der letzten beiden Tage auf den Punkt: „Die letzten beiden Tage sind wir durch Himmel und Hölle gegangen. Nach der Phase der Depression folgte glücklicherweise nun die der Euphorie.“ Alle Gäste konnten in dieser kurzen Zeit bereits wichtige und einmalige Highlights erleben getreu des Mottos: Das Beste für die Gäste! Trotz neuer Orientierungen und Abstim-mungen sei unser Kreuzfahrtschiff im Zeitplan. Eine echte und gute Teamarbeit habe die beste Lösung  zwischen Anspruch und Machbarkeit gefunden.

Im Anschluss an die Begrüßung nehmen wir die Beiträge der Polar-Galashow mit Künstlern wie Olga Caspruk und Oscar Vadillo auf, die mit einem bunten Potpourri unter der musikalischen Begleitung der Metrogold-Band einen bunten Melodienstrauß offeriert.

Während wir uns während der Happy Hour noch einen Drink in der Bar genehmigen, denken wir auch über das heutige Motto nach. „Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen – die Auswahl ist groß genug.

Mitternacht ist längst vorbei. Doch die Faszination über ein unglaubliches Panorama lässt uns nicht zur Ruhe kommen. Die Sonne hat sich zwar hinter einer dichten Wolkenbank versteckt, doch ist es immer noch taghell. Die Eisbarriere begleitet uns an der Backbordseite. Hier am 80. Breitengrad erstreckt sie sich nicht als feste Eismasse, sondern in Form Tausender dicht gedrängter Eisschollen.

Dieses „Pfannkucheneis“ umschwirren zahlreiche Meeresvögel. Dann müssen wir noch Abschied von den beiden Sysselmannen nehmen. Ein Zodiac nimmt die beiden treuen Begleiter an Bord, wassert und fährt sie einem anderen Boot entgegen, das sich aus der Tiefe nähert. Es dauert, bis beide nebeneinander anlegen können. Die „Fahrrinne“ ist ständig blockiert, aber die wendigen Boote haben keine Mühe, sich durch die Eisbrocken zu bahnen.

Samstag

Die Anstrengung der beiden letzten Tage sind auch bei Kreuzfahrtdirektor nicht spurlos vorüber gegangen. Er wirkt etwas müde. Wir haben uns in der Zeit vertan und sind bereits um 6.45 Uhr fertig und an Deck. Die ganze Nacht sind wir an der Eiskante entlang gefahren. Unser Kapitän hat für alle ein weiteres Highlight bereit. Er fährt nochmals ins Eis hinein, und wir können kaum glauben, was wir zu Gesicht bekommen.

Tausende von Sattelrobben liegen auf den Eisschollen. Wir nähern uns ganz vorsichtig den Tieren.  Erst kurz bevor dem Bug die Eisscholle berührt, kommt Bewegung in die Massen, und die Sattelrobben tauchen nacheinander unter, tauchen etwas später wieder auf und schwimmen in gleichem Rhythmus zu einer anderen sicheren Eisscholle. Es herrschen zwar nur 0,5° Außentemperatur, doch keiner der „Kreuzfahrer“ rührt sich von seinem Beobachtungsplatz.

Fast lautlos steuert der Kapitän durch die Eisgrenze. Immer wieder liegen kleinere und größere Gruppen von Sattelrobben auf diesen Plattformen, verharren, starren auf den nahenden Koloss, doch dann ist die Fluchtdistanz erreicht. Sie tauchen unter.

Auf der Brücke ist man sich einig, noch niemals zuvor auf den vielen Nordlandreisen eine solche Ansammlung von Robbenkolonien gesehen zu haben. Die Finger sind bei der Temperatur um den Nullpunkt klamm geworden, und wir ziehen uns kurz in unsere Kabine zurück, um uns aufzuwärmen. Der Himmel ist wieder total bewölkt. Wir nutzen nun die Zeit vor dem Mittagessen mit einem Einkaufsbummel.

Unser Schiff ist ein äußerst familiäres Kreuzfahrtschiff. Gerade die letzten Tage haben auch gezeigt, dass mit dem Expeditionsschiff viel mehr als mit den anderen zu machen ist. Für Ende Juni gab es ungewöhnlich viel Eis an der Südspitze des Eisfjords. Es gab keine Möglichkeit, in den Hornsund einzufahren. Andere Kreuzfahrtschiffe  waren zeitweise im Eis gefangen, denn die Meeresströmung hatte den Eingang zum Eisfjord verschlossen. Sie verloren viel Zeit und müssen Landgänge ausfallen lassen, um die Zeit wieder einzuholen.

Der filmische Rückblick auf Spitzbergen von Sven Achtermann ergänzt am Nachmittag die überwältigenden Eindrücke dieser Fahrt. Auch für den Lektor Achtermann war diese Reise nach Spitzbergen gespickt mit Highlights:

  • die Beobachtung der Minkwale, die mehrfach aus dem Wasser sprangen und fast senkrecht wieder eintauchten.
  • Jagd der Belugawale
  • Bartrobbe auf einer Eisscholle
  • Kolonie der Sattelrobben – Fellwechsel – „Sattelrobben on the rocks“
  • Walrösser auf der Insel Moffen
  • Abdruck einer Bärentatze
  • Verteidigung der Brut-gelege durch die Küs-tenmöven
  • Jagdverhalten der Schmarotzerraubmöven
  • Treibholz aus Sibirien
  • Küstenseeschwalben im Nebel
  • Färbungsvarianten der Eisschollen
  • gewandter Flug der Eissturmvögel
  • fliegende Zäpfchen in Gruppen
  • Papageientaucher mit dem markanten Schnabel

Mitten im Vortrag unterbricht der Kreuzfahrtdirektor für eine wichtige Mitteilung. Wir eilen an Deck und dürfen die unglaubliche Jagd zweier Buckelwale verfolgen.

Die großen Meeressäuger treiben den Fischschwarm an die Wasseroberfläche, legen einen Blasring und schlagen auch mit der Schwanzflosse auf den Fischschwarm. Das Wasser nimmt eine andere Färbung an, weithin sichtbar. Die Fische sind bewe-gungsunfähig geworden und landen größtenteils im Maul der Jäger. Die übrigen Fische werden Beute der  die Jagd begleitenden Dreizehenmöven. Immer wieder stellen wir uns die Frage, wo die Buckelwale nochmals auftauchen werden. Die Kameras sind aufs Meer gerichtet, und das Warten wird auch belohnt.

Sonntag

Heute herrscht leider kein Sonntagswetter. Die Außentemperatur von 7° lässt ebenfalls keine Hochstimmung aufkommen. Nichts als Nebel können wir an Deck ausmachen.

Ali zieht mit seiner Sportgruppe „um die Häuser“, und bei einer Schiffslänge von 133 hat er bald auch seine Meile erreicht. An Deck sind die allermeisten Gäste in Bewegung. Ali hat sie an-scheinend angesteckt. Immer wieder kommt es daher durch die gegenläufigen Laufrichtungen zu Stockungen, zumal auch manche Gäste mitten auf der Umlaufbahn gehen. Doch keine Meeres-vögel umkreisen uns. Nieselregen setzt ein und vertreibt die Bewegungs-hungrigen.

Noch drei Stunden werden vergehen, bevor wir in Tromso am Pier festmachen. Norwegens Küste können wir zwar schon erkennen, doch die fehlende Sonne und der Regen lassen kaum Fotos zu.

Wir nutzen die Zeit bis zum Tagesausflug, dass wir uns bei Sven Achtermann Informationen über Eisbären abholen, die wir leider auf Spitzbergen nicht zu Gesicht bekommen haben, aber doch vorwiegend am Treibeis des Nordpolarmeeres und an den umgebenden arktischen Landstrichen beheimatet ist:

  • Körperlänge 2,5 m, Schulterhöhe 1,6 m
  • Normalgewicht 500 kg, vor dem Winterschlag 700 kg
  • schmaler Kopf mit kleinen abgerundeten Ohren
  • guter Geruchssinn
  • besitzen kaum Mimik oder Gebärden
  • gelten daher als unberechenbar
  • gelblich weißes Fell
  • (ideal Tarnung im Eis )
  • Fußsohle dicht behaart ( Kälteschutz und Rutschfestigkeit )
  • Füße sind „Schneeschuhe“ und „Paddel“ zugleich
  • hervorragende Schwimmer und Taucher
  • schnelle und ausdauernde Läufer
  • ( 40km/h )
  • gewaltige Sprungkraft, überspringen leicht Gletscherspalten bis 5m Breite
  • vorwiegend Fleischfresser, bis zu 60-80 Robben pro Jahr;
  • typische ruppige Einzelgänger
  • halten Winterschlaf für 4 Monate; Herzfrequenz wird um 50% reduziert, verlieren dabei ¼ ihres Körpergewichts
  • Alter: 20 Jahre

Gegen 11.30 Uhr kreuzt unser Schiff vor den Fjorden der Nordküste. Der Lotse kommt an Bord, und auch die „Begleitmöven“ finden sich wieder ein. Den Tagesausflug schenken wir uns und machen uns allein auf, die Stadt zu besichtigen, zumal wir im Vorjahr an einem geführten Tagesausflug teilgenommen haben. Die Hafenstadt liegt auf einer kleinen Insel, die mit dem Festland durch eine 1036 m lange und 43 m hohe Brücke verbunden ist. Tromso ist ein bedeutender Fischereiplatz, die Vegetation üppig. Auffällig ist besonders die „Tromso-Palme“, eine Mischung  aus Farn, Palme und Brennnessel. Tromso war Ausgangspunkt vieler Arktis-Expeditionen ( Tor zur Arktis

Selbst der Regen hält uns heute nicht zurück. Wichtige Stationen ist für uns das Seefahrerdenkmal auf dem Marktplatz und am Südende der Storget – Fußgängerzone die Domkirche ( 1861 aus Holz erbaut ). Die Straßen sind ziemlich leer. Am heutigen Sonntag sind alle Läden geschlossen, ein Einkaufsbummel fällt daher buch-stäblich ins Wasser. Aber wir entschließen uns, über die Tromso-Brücke zur Eismeerkathedrale zu wandern.

1965 wurde sie von Architekt Jan Inge Hovig entworfen und gebaut. Ihre beiden Giebel stellen die Polarnacht und das Nordlicht dar. Unsere Aufmerksamkeit wird aber auf das 140m² große Glasgemälde gelenkt, das die Wiederkehr Christi darstellt. Ohne Umschweife legen wir den Rückweg zum Schiff zurück bei 7° Außentemperatur und völlig aufgeweicht. Nach zwei-stündigem Fußweg triefen wir, doch im Bügelzimmer gegenüber unserer Kabine können wir die Jeans wieder trocknen. Die Jacken hängen wir dekorativ in unserer Kabine auf. Heute werden wir im Restaurant das Nachtessen einnehmen. Wir sind angenehm überrascht, was Angebot und Service betrifft.

Montag

Heute sind wir schon früh auf den Beinen. Ab 4 Uhr können wir nicht mehr schlafen. Wir blicken auf das Meer, es ist bewegt, aber noch nicht unangenehm. Um 5.30 Uhr hält´s uns nicht mehr im Bett: aufstehen, duschen, anziehen. Nach Ankündigung werden wir um 6.30 Uhr den Eingang zum engen Trollfjord passieren. Der Wind frischt auf, und da sind wir doppelt froh, um 6.45 Uhr tatsächlich in den Trollfjord einzubiegen.

Langsam gleitet unser Kreuzfahrtschiff an den steilen Felswänden vorbei. Wasserfälle springen in den Fjord, dennoch umgibt uns eine unglaubliche Ruhe.

An einem Felswandabschnitt haben sich die Besucherschiffe mit großen aufgemalten Schriftzügen verewigt. Unser Kapiotän lenkt sein Schiff bis zum Fjordende, dreht dann langsam auf der Stelle und kehrt zurück. Leider verdirbt dann doch starker Regen die Fotoausbeute auf dem Rückweg.

Nach diesem eindrucksvollen Abstecher in den sagenumwobenen Trollfjord bringt uns unser Schiff zum Hauptort und Verwaltungszentrum der Lofoten, nach Svolvaer an der südlichen Küste der Insel Austvagoy. Gerade einmal 4000 Einwohner leben hier, allerdings steigt diese Zahl um weitere 2000 Personen wäh-rend der Zeit des Dorschfangs zwischen Februar und April. Der Besuch der Lofoten lohnt sich. „Zerklüftete, mit ewigem Schnee überzuckerte Bergspitzen ragen jäh aus dem Meer auf. Die Inselgruppe liegt vollständig über dem nördlichen Polarkreis und bildet eine 120 km lange Kette, die vom Festland durch die dunklen Tiefen des Vestfjords getrennt wird.“

Viele kleinere und größere Inseln sind unsere ständigen Begleiter. Nackter Fels ist dominant, aber auch eine eigenartige Vegetation prägt diese Inselkette.  Während wir vorbei gleiten, stellt sich die Frage: Sind alle Inseln unbewohnt? Wir können keine Häuser entdecken. Doch später beantworten Hütte und Häuser die gestellte Frage. In der geschützten Zone gleitet unser Kreuzfahrtschiff ruhig dahin, doch wir beobachten auch starke Brandung, die schäumend auf die Inselgruppe prallt. Um 8 Uhr sind wir noch noch 3 sm von Svolvaer entfernt.

Schon bei der Hafenmole entdecken wir die leeren Trockengestelle für die Stockfische. Die Ausbeute wurde längst in alle Welt, vornehmlich auch nach Italien verschickt.

Für den Ausflug werden wir der Reiseleiterin Bettina und dem Busfahrer Knut zugewiesen. Die fünf Hauptinseln sind durch Tunnels verbunden. 25000 Einwohner leben hier auf 183 km². Die mittlere Insel Lofoda ( Luchsfuß ) hat der gesamten Inselgruppe den Namen gegeben. Die kleineren Berge wurden während der Eiszeit abgeschliffen, sind daher rund, die höheren Berg, die bis auf 900 m ansteigen, sind spitz, allerdings nicht mit Eis bedeckt.

In Kabelvog fällt die Holzkirche auf, die 1200 Personen Platz bietet. Viele Fischer werden zur Laichzeit der arktischen Dorsche angelockt. Früher lebten diese Fischer zunächst unter den umgedrehten Booten. Später ließ der König für diese Fischer kleine Holzhütten ( „rorbuer“ ) bauen.

Jeweils 12 Personen fanden in diesen Hütten Platz und waren nun viel besser gegen die harte Witterung geschützt. Der Fischfang wurde gleich an Ort und Stelle verarbeitet: Kopf ab, ausgenommen, jeweils zwei Dorsche am Schwanz zusammengebunden und über die Trockengestelle gehängt. Während der Trockenphase verloren die Dorsche 80° ihres Gewichts. Die getrockneten Fische sind dann anbegrenzt haltbar.

Wir fahren mit dem Bus nach Henningsvaer weiter. Während des kaum einstündigen Aufenthalts gibt uns eine Diaschau einen instruktiven Einblick in den Jahresablauf der Bewohner. Nur noch 20% der Bevölkerung lebt derzeit von der Fischerei. Allerdings bildet die Lachszucht die drittgrößte Einnahmequelle des Staates. Bettina weiß zu berichten, dass 70% der Lachsproduktion aus norwegischen Zuchten stammt und die Fische etwa vier Wochen vor der „Ernte“ für eine rote Färbung des Fleisches Betacaroton als Futterzusatz erhalten.

Auf der Insel gibt es zwei lokale Zeitungen. Besonders beliebt ist die Oktoberausgabe mit einer Auflistung aller Einwohner. In diese Liste sind auch die Angaben Verdienst, Steuern und Vermögen aufgenommen. Die Banken melden jeweils zum 31. 12. Die Kontostände aller Einwohner. Die Versicherungen melden alle Objekte. Somit steht für das Finanzamt die Vermögenssteuer fest. Das durchschnittliche Alter eines Pkw liegt bei 17 Jahren. Beim Kauf eines Autos erhebt der Staat Luxussteuern, die allerdings wieder in den Ausbau des Straßennetzes zurückfließen. Mit rund 35000€ Jahreseinkommen liegen die Inselbewohner deut-lich höher als ein mittleres Jahreseinkommen in Deutschland. Etwa 40% des Einkommens fallen auf den Lofoten für Steuern und Sozialabgaben an. Die Mehrwertsteuer liegt aber bei 25%. Schon in frühen Jahren erwirbt man sich ein Haus oder eine Eigentumswohnung.

Nach diesem gedanklichen Ausflug in das Realleben statten wir dem 1989 eröffneten Lofotenaquarium in Kabelvog einen Besuch ab. Jährlich bringt der Besucherstrom 50000 Interessierte nach Kabelvog. Dennoch müssen wir uns eingestehen, dass das Umfeld und die Außenanlagen keinen „berauschenden Ein-druck“ auf uns machen.

Kurz nach 12 Uhr sind wir zurück. Erstmals finden wir im Veranda-Restaurant zum Mittagessen keinen Platz  und weichen in die angrenzende Bar aus. Danach gönnen wir uns eine längere Verschnaufpause. Die Auf- und Abwärtsbewegung unseres Kreuzfahrtschiffes schaukelt uns in den Schlaf. Den interessanten Vortrag des Ornithologen Sven Achtermann „Faszinierender Vogelflug“  verpassen wir fast, können aber auf Kanal 2 des Fernsehens den Vortrag mitverfolgen.

Ein Blick nach draußen verspricht eine Wetterbesserung. Die Wolkendecke reißt stellenweise auf, und die Sonne lässt kleinere und größere Flächen schillernd aufleuchten. Die Seestärke frischt bisweilen auf 5 auf, die Außentemperatur bleibt mit 11° konstant. Isoldes „Takelage“ dauert heute länger.

Mit einer „Crewshow“ ist das Abendprogramm gerettet. Der Zweite Kapitän führt durch das abwechslungsreiche Programm. Einzelkünstler tragen Lieder aus ihrer Heimat vor, bieten Tänze aus den Philippinen dar. Ali führt in die Welt der Zauberei ein. Zur großen Überraschung trägt dann aber auch die Schiffsband unter Mitwirkung des Kapitäns, des Kreuzfahrtdirektors , des Bordarztes und des Sicherheitschefs bei. Und  als sich als Abschluss alle Akteure zu einem furiosen Finale auf der Bühne einfinden, unterstreichen alle Gäste ihre Zustimmung und Begeisterung für die Aussage des Gesamtchors „We are the Champion“  und ernten herzlichen Beifall, der vielleicht einer Profigruppe in diesem Maße nicht zuteil geworden wäre.

Dienstag

Der neue Tag beginnt, wie der Montag sich verabschiedet hat: Seestärke 4-6, Luftfeuchtigkeit 90%, Außentemperatur 9°.  25 sm von der norwegischen Küste entfernt fährt die „Alex“ nach Süden. Um 11.15 Uhr sind wir noch 80 sm von Kristiansund entfernt. Ein Aufenthalt an Deck bei Nässe, Wind und Seestärke garantiert „Un-freundlichkeit“. Wir folgen der Empfehlung von Sven Achtermann („Auch wer nicht selbst fotografiert, aber schöne Bilder liebt, der ist hier richtig.“) und folgen interessiert seinen Ausführungen zum Thema „Fototipps und Tricks für schöne Bilder“. Im Einzelnen unterstreicht der Referent folgende Kernpunkte, die es zu beachten gilt:

  • ran an das Objekt
  • Vordergrund wählen, wenn die Betonung auf einem Motiv im
  • Hintergrund liegt
  • Licht und Schatten ins Spiel bringen ( Wolken/Sonne)
  • unterschiedliche Wirkung von Hoch- und Querformat
  • Mut zum Detail
  • Z-Sprünge ( Versatz )
  • Objekt nicht in die Mitte setzen
  • Herunterziehen des Horizonts
  • ungewöhnliche Perspektive suchen
  • Mut zur Gegenlichtaufnahme ( scharfe Kontraste )
  • Personenfotografie ( um Erlaubnis fragen )
  • bei Tieren auf die gleiche Ebene gehen
  • Spiegeln der Sonne in den Augen des Tieres

Um 16.10 Uhr muss unser Kreuzfahrtschiff die Stabilisatoren einfahren, um den Lotsen an Bord nehmen zu können. Das Expeditionsschiff rollt dann ein bisschen stärker. Die Ankunft in Kristiansund verzögert sich um eine ganze Stunde.

„Das Stadtgebiet südwestlich von Trondheim erstreckt sich über drei im Meer liegende Inseln, die über Brücken miteinander verbunden sind.  Krifast heißt die Konstruktion der Superlative, die die Stadt seit 1992 mit dem Festland verbindet. Sie besteht aus der einzigen Schwimmbrücke der Welt ohne Seitenverankerung, dem längsten unterseeischen Straßentunnel und der längsten Hängebrückenkonstruktion Norwegens. „

Die Sonne lässt uns beim heutigen Ausflug im Stich. Unsere Reiseleiterin bemüht sich, der Enttäuschung ihrer Gäste durch informative Ausführungen zu begegnen. Das „Klippfischweib“ am Hafen erinnert an die Zeit, als hier der gesalzene Dorsch zum Trocknen auf die Klippen gelegt wurde. Heute spiele aber der Fischfang kaum noch eine Rolle.

Vom 1983 erbauten Aussichtsturm Verden haben wir einen guten Rundblick. Ins Auge fallen immer wieder die für die Gegend typischen bunten Holzhäuser. 1971 begann für Kristiansund das „Ölmärchen“. Allein 1000 Arbeitsplätzen verdankt die Stadt dem Erdöl. Interessant für alle ist der Besuch des Klippfischmuseums, wo uns in Worten anschaulich und mit Bildern illustriert die Herstellung der Klippfische dargestellt wurde.

Vorwiegend Frauen wurden seinerzeit in diesem Gewerbe beschäftigt. Heute übernehmen Fabriken diese Knochenarbeit. Wir erfahren, dass der Klippfisch vorwiegend in katholische Länder exportiert wurde. Auf dem Rückweg von Spanien nach Norwegen brachten die Schiffe Erdreich mit, so dass viele verstorbene in „spanischer Erde“ beigesetzt werden konnten. Das Abendessen nehmen wir heute recht spät ein. Der Ausflug war heute nicht berauschend, aber auch das schlechte Wetter beeinträchtigte den „Erfolg“ des Ausflugs wesentlich.

Mittwoch

Nur noch zwei Tage! Aber die wollen wir ausnutzen! Seit 5 Uhr befindet sich unser Schiff im Nordfjord, der sich 100 km tief ins Land zieht und doch eine durchschnittliche Wassertiefe von 500 – 600 Metern aufweist. Unser Tagesziel heißt Olden und liegt am Ende des südlichsten dreier Seitenarme. Wir haben die Panoramafahrt  nach Fosnes zum Nationalparkzentrum gebucht. Unsere neue Reiseleiterin ist versiert und versteht es, in gutem Deutsch – nach der Schule weilte sie zwei Jahre in Deutschland und will Touristik studieren – uns ihre Heimat nahe zu bringen. Wir fahren mit dem Bus durch eine zauberhafte Landschaft mit hohen Bergen ( bis 1700 m ), Bergseen, Flussläufen, Wasserfällen und verstreuten Ansiedlungen zu-nächst die Küstenstraße entlang und dann hinauf die Bergregionen mit phantastischen Ausblicken auf die Bergregion und in die Täler.

An einem besonderen Aussichtspunkt sprudeln aus zwei Touristikbussen die Gäste, blicken auf Berghänge, Eisfelder, Schneekuppen und das üppige Grün eines Flusstales.

In Fosnes sind wir im Nationalparkzentrum zunächst zu einem informativen Film über die Region eingeladen, danach zu Kaffee und dem norwegischen Nationalgebäck Svele. Wir haben genügend Zeit, um die Pause zu genießen, uns in dem groß-zügig angelegten Botanischen Garten mit 325 einheimischen Pflanzen  umzusehen und auch die Ausstellung des Geologieparkes mit Steinexemplaren aus ganz Norwegen zu besuchen.

Das Hauptgebäude ist im Wikingerstil errichtet und etwa so groß wie das größte Langhaus der Wikinger, das je in Norwegen gefunden wurde. Wir bedauern nicht, diesen Ausflug „aus Versehen“ gebucht zu haben. Mit herrlichen Fotomotiven wird unser „Irrtum“ belohnt.

Unsere „Wikingerin“ gibt uns einen Einblick in Lebens-gewohnheiten der Norweger, zeigt die hohen Strafen bei Verstößen gegen die Verkehrsregeln auf, erläutert uns u. a. das norwegische Schulsystem und die Möglichkeiten einer Altersversorgung. Sie berichtet uns während der Fahrt, dass alljährlich unzählige Lawinen zu Tal donnern. Erhebliche Stein-massen stürzen dann in den See Lovatn. Eine solche Lawine löste 1936 eine 70 Meter hohe Flutwelle aus, die ein ganzes Dorf verschluckte und auch Todesopfer forderte.

Wenigstens am Abschlusstag herrscht „Kaiserwetter“, Sonne pur! Als wir zurückkehren, sind an Deck bereits die vielen Liegestühle aufgebaut. Es gerät zum Lotteriespiel, welche Seite wir belegen sollen, damit wir bei der Ausfahrt aus dem Fjord auch die volle Sonne genießen können. Und wir haben uns richtig entschieden. Das Wasser des heute spiegelglatten Fjords schenkt uns die atemberaubende Landschaft gleich zweimal, einmal im Original und dann auch als Spiegelbild im kristallklaren Wasser.  Wir bewundern das Spiel der Wellenkämme mit Lichtreflexion, Spiegelung des blauen Himmels und der grandiosen Bergkulisse. Tausende „Glitzersterne“ tanzen auf der Wasseroberfläche. Langsam gleitet unser Schiff durch die vielen Windungen des Fjords dem offenen Meer zu. Neue Seitentäler öffnen sich und lassen immer wieder andere Einblicke zu, keine Wiederholungen, kein „da capo“. Die Eintönigkeit der Schiffsmotoren unterstreicht den Kontrast zu dieser einzigartigen Welt. Schmelzwasser rinnt über die glatt geschliffenen Felswände und springt dann als Wasserfall in die Tiefe.

Und dann bietet die Bordküche noch „Wiener Apfelstrudel-Variationen mit Vanillesoße“ an. Keine Wasservögel begleiten unser Schiff. Kleine Boote am Fjordufer deuten darauf hin, dass die verstreuten Gehöfte doch noch bewohnt sind. Kurz vor Sonnenuntergang um 23.20 Uhr begegnen wir der „Jewel of the sea „, die mehr als 2000 Gäste aufnimmt.

Donnerstag

Das Meer hat sich weiterhin beruhigt. Der Morgen beginnt mit einem strahlenden Blau.  Heute können wir uns am letzten Seetag vor Ankunft in Bremerhaven effektiv dem Tagesprogramm widmen. Um 10 Uhr sind wir Zuhörer bei Sven Achtermann im Musiksalon. Er widmet sich in seinem letzten Vortrag dem Thema „Helgoland – deutsche Hochseeinsel in der Nordsee“. Und anschließend sehen wir uns im Kino den 2. Teil der Filmdokumentation „Zum ewigen Eis nach Spitzbergen“ von Longyearbyen nach Olden an.

Gegen 16 Uhr ist die Schönwetterperiode vorbei. Die Wolkendecke nimmt zu, und auch die Kälte ist auf dem Vormarsch. Wir haben uns in die Kabine zurückgezogen und haben keine Mühe, die Koffern zu packen bis auf die „Gala-Uniform“, die wir für das Abschiedsdinner benötigen. Wir legen die benötigten Kleider für die Busheimfahrt zur Seite und müssen am Abend nur noch den Abenddress einpacken. Vor 4Uhr müssen die Koffer vor der Kabine zur Abholung bereit stehen.

Der Kapitän dankt in seiner Abschiedsrede allen unsichtbaren und sichtbaren Geistern seines Schiffes  und auch den „besten Gästen, die er jemals gefahren habe“ und schloss mit dem Versprechen, nie wieder vor Publikum zu singen.

Der Kreuzfahrtzdirektor richtete seinen Dank zunächst an den Kapitän, der wesentlich am Gelingen dieser außergewöhnlichen Reise beigetragen habe. Trotz aller Widrigkeiten wie Nebel und Eisbarrieren habe er jeweils die richtige Entscheidung getroffen und den Gästen zu einmaligen und unübertrefflichen Erlebnisse verholfen. Mit seiner Crew sei er sich einig, dass keine Nordlandreise zuvor mit solchen Erlebnissen erfüllt gewesen sei.

Nach Rückkehr vom Nachtessen an der „Schwäbischen Tafel“ liegt in unserer Kabine das komplette Ausschiffungsprogramm, das übersichtlich alle wichtigen Details für eine reibungslose Ausschiffung darlegt. So erfahren wir auch, dass wir auf der 2. Etappe dieser Nordlandreise von Longyearbyen nach Bremerhaven 2342 sm bzw. 4437 km zurückgelegt haben. Auch den Titel der Auslaufmelodie erfahren wir: „Chariots of Fire“ von Vangelis.  Wir fallen in einen tiefen Schlaf und bekommen auch nicht mit, als die Koffer vor den Kabinen abgeholt werden.

Freitag

Der letzte Tag ist angebrochen. Unsere Koffer stehen vor dem Bus bereit und können eingeladen werden. Die Rückfahrt mit dem Bus verläuft „fast nach Plan“. Durch mehrere Staus werden die Pausen verkürzt, so dass die angekündigte Rückkehr eingehalten werden kann. Zum Schluss dieser Nordlandreise denken wir an das „Wort zum Tag“, das uns die Bordzeitung noch mit auf den Weg geben hat:

„Leuchtende Tage – nicht weinen, dass sie vergangen, sondern lächeln, dass sie gewesen, denn ihr habt sie erlebt.“

NCL Auch auf der Epic wird es bunt

Die US-Reederei NCL enthüllt die Rumpfbemalung für ihr neues Flaggschiff. Einzelplatz-Buchungen auf der Norwegian Epic sind ab 21. Mai möglich.

NCL hat die Rumpfbemalung für die Norwegian Epic enthüllt, das im Mai 2010 zur Flotte stoßen soll. Beide Seiten des Rumpfes sind mit Wellenmustern unterschiedlicher Größe bemalt, in den Farben hellgrün, aquamarin, rot und lila. Silberfarbene Punkte sollen Akzente setzen.

Zudem hat die Reederei den Termin für den Start der Einzelplatz-Buchungen bekannt gegeben: der 21. Mai. Für Mitglieder des Treueprogramms Latitudes gibt es bereits einen Vorverkauf am 20. Mai.

Erstmals zum Einsatz kommt die Norwegian Epic bei Premieren-Events in Europa und den USA, bevor sie ab der Sommersaison 2010 von ihrem Heimathafen Miami aus ganzjährig auf wechselnden Sieben-Nächte-Routen in der östlichen und westlichen Karibik kreuzen soll.