Kreuzfahrt Checkliste – Was mitnehmen – Newbies & Neulinge

Spätestens auf dem Weg zum Flughafen bzw. zum Einschiffungshafen  beginnt es im Kopf der Kreuzfahrer-Neulinge zu rattern: „Habe ich auch nichts vergessen?“ Doch dann ist es meist zu spät. Damit jeder Kreuzfahrtgast sich ohne Stress optimal auf die Kreuzfahrt  einstellen können, hat u. a. Reisebüros Yakee travel eine Checkliste mit den wichtigsten Reisevorbereitungen zusammengestellt. Man kann freilich geteilter Meinung darüber sein, was man mitnehmen soll. Die einen sagen, man solle alles zusammenstellen, was man mitnehmen möchte und dann die Hälfte zu hause lassen. Andere meinen, nimm alles mit, du wirst es schon brauchen. Wir meinen: Jeder sollte einen gesunden Zwischenweg finden. Die Entscheidung, was in den Koffer gehört, hängt von vielen Faktoren ab: Destination, Jahreszeit, Klima. Dennoch kann eine Checkliste helfen, die Vorbereitungen auf die Kreuzfahrt entspannt anzugehen.

Rechtzeitig vor Reisebeginn prüfen und erledigen

  • Information über den politischen Zustand des Reiselandes (Reisewarnung des Auswärtigen Amtes)
  • Einreisebestimmungen, Visabestimmungen, medizinische Hinweise
  • Gültigkeit der Reisepapiere
  • Zahlungsmöglichkeiten klären/Geld umtauschen Reiseversicherungen abschließen
  • Impfungen und Arztbesuche (z.B. Impfung ) erledigen
  • Auslandskrankenversicherung abklären ggf. abschließen
  • offene Rechnungen begleichen
  • Zeitung um- oder abbestellen
  • regelmäßige Hauslieferungen abbestellen
  • Fotokopie des Personalausweises/Reisepasses
  • Vertrauensperson für Pflanzen, Tiere, Post, Müll
  • Wohnungsaufsicht organisieren
  • Registriernummer des Fotos/der Videokamera notieren und auf die Reise mitnehmen

Einen Tag vorher

  • Gepäck wiegen ( 20 kg)
  • Netz-, Antenne, Telefonstecker herausziehen
  • Außensteckdosen abschalten
  • Haus- und Briefkastenschlüssel hinterlegen
  • Urlaubsanschrift hinterlassen
  • Gepäckstücke mit Adressenanhängern versehen

Am Urlaubstag

  • Gas, Licht abschalten
  • Kühlschrank abschalten/abtauen ggf. Tür offen lassen
  • Heizung aus-/niedrig schalten
  • Wasser bei Geschirrspüler, Waschmaschine abdrehen
  • order cheap acomplia Fenster und Türen sichern à Alarmanlage
  • Kleingeld für Taxi, Gepäckträger richten
  • rechtzeitig Fahrt zum Flughafen/Zubringerbus antreten

Was gehört ins Handgepäck?

  • Bargeld / Reiseschecks
  • Tickets und Hotelgutschein
  • Impfausweis
  • Kreditkarte
  • Personalausweis/Reisepass
  • Foto, Videokamera Filme, Videokassetten
  • Sonnenbrille
  • Ersatzbrille
  • Foto, Kamera
  • Medikamente

Reise-Apotheke

  • persönliche Medikamente
  • Magen-Darmtabletten (Beipackzettel)
  • Abführmittel (Beipackzettel)
  • Mittel gegen Übelkeit (Beipackzettel) und Reisekrankheit
  • Pflaster
  • Bescheinigung des Arztes bei der Mitnahme von Spritzen
  • Erfrischungstücher
  • Tempotaschentücher
  • Impfpass/Blutspendepass
  • ggf. Mittel gegen Thrombose

Was gehört in den Koffer?

  • Schere, Nagelfeile, Haarspray , Kosmetika
  • Kleidung für warme und kalte Tage
  • Schlafsachen
  • Badesachen und Badeschuhe
  • Geldversteck (z. B. Brustbeutel)
  • Schuhe für jeden Anlass
  • Waschutensilien für Körper und Kleidung
  • Schuhputzmittel
  • Pflegemittel (Shampoo, Deo, Kosmetika)
  • Zahnpflegemittel
  • Nähzeug
  • Unterwäsche
  • Socken, Strümpfe, Strumpfhosen
  • T-Shirt, Obertteile, Rock, Hosen
  • Kopfbedeckung für die Sonne
  • ggf. Stromadapter, Fön, Rasierapparat
  • Taschenlampe
  • Sonnenbrille
  • Ladegerät für Akku
  • Reiseführer / Urlaubslektüre
  • Schreibzeug / Adressenliste
  • Visitenkarten
  • spezielle Adressen

Dokumentenliste

Der Gast sollte eine solche Liste mit allen Angaben sorgfältig anlegen, damit er im Verlustfalle sofort und ohne lange zu suchen alle Daten durchgeben kann und ihm kein weiterer Schaden entsteht.

EC-Karte:

Nummer: _______________________

Sperren unter: +49 (0)

VISA-Karte:

Nummer: _______________________

Sperren :Inland          116 116

Ausland+49 116 116

Personalausweis

Nummer: _______________________­_

Ausstellungsdatum: ________________

Ausstellungsort: ___________________

Reisepass

Passnummer: _____________________

Ausstellungsdatum: ________________

Ausstellungsort: _________________

Auf jeden Fall sollte der Gast eine Sicherheitskopie dieser Dokumente anfertigen und gesondert aufbe-wahren.

Kamera/Videokamera

Fabrikat: ……………………………………………….

Bezeichnung: ……………………………………….

Reg.-Nr. ………………………………………………..

Merkmale: …………………………………………….

Tipps zum Kofferpacken

  • 1. Der Koffer sollte mit einem bunten Band umgürtet sein. So kann er jederzeit wieder rechtzeitig aufgefunden werden. Dieses Band ist auch hilfreich für den Fall, dass einmal das Schloss bricht.
  • 2. Wer mit seinem Partner reist, packt die Kleidungsstücke am besten gemischt ein. Sollte beispielsweise auf dem Flug zum Einschiffungshafen ein Koffer verloren gehen, so hast der Gast wenigstens einen Teil seiner Garderobe an Bord.
  • 3. Wer seine Koffer abschließt, sollte stets auch einen Ersatzschlüssel mitnehmen, damit bei Verlust eines Schlüssels der Koffer nicht aufgebrochen werden muss.
  • 4. der Name und die Heimatadresse (groß auf einem Extrablatt) sollte der Gast ebenfalls in dem Koffer aufbewahren.

Jeder Kreuzfahrer empfindet es als eine Wohltat, dass er während seines Aufenthaltes auf dem Kreuzfahrtschiff  sein Zimmer ( sprich Kabine ) nicht wechseln muss und somit das Kofferpacken mehrmals während seines Urlaubs entfällt.

Normalerweise gibt es für den Gast auf dem Kreuzfahrtschiff kein Limit, wie viel Gepäck er mitnehmen darf. Durch den doch eingeschränkten Schrankplatz sollte der Gast lediglich die Kleidung mitnehmen, die er wirklich benötigt. Platz sollte der Gast auch noch für Sachen haben, die er während seiner Kreuzfahrt kauft.

Gepäckservice TEfra

Mit dem Gepäckservice TEFra beginnt die Kreuzfahrt bereits an der Haustür. TEfra befördert das Gepäck von dort bis in Ihre Kabine und auch wieder zurück, so dass der Gast entspannt seiner Kreuzfahrt entgegen sehen kann. Die gebührenfreie Rufnummer ist: 0800 500 2352.

Größtes Flusskreuzfahrtschiff der Welt fährt ab September auf dem chinesischen Yantse

 

Mit dem größten Flusskreuzfahrtschiff der Welt schreibt VICTORIA CRUISES, der „Victoria Jenna“,  ein neues Kapitel in der Tourismusgeschichte und wird am 6. September 2009 das technologisch modernste Flusskreuzfahrtschiff in Chongging in Dienst stellen.

buying acomplia online justify;“>Flachbildschirme mit westlichen Fernsehkanälen, Balkon an jeder Kabine, Internetzugang sowie mehrere Restaurants werden eine Reise durch das historische und moderne China  auf dem längsten Strom Asiens und durch den weltgrößten Staudamm zu einem unvergesslichem Erlebnis machen.

Die „Victoria Jenna“ ist 134 Meter lang und 19 Meter breit. Sie besitzt mehr Suiten, verfügt über 189 Kabinen und kann maximal 378 Gäste befördern. Die Standardkabine ist knapp 21 m² groß, die Shangri-La-Suite verwöhnt mit 55 m² und einer 20 m² großen Terrasse.

Der Gast kann sich bei den Mahlzeiten entweder für das Hauptrestaurant entscheiden oder auf dem Oberdeck das à-la-carte-Restaurant aufsuchen. Zur Ausstattung gehören zwei Salons, zwar Bars, ein Fitnessraum, ein Schönheitssalon, ein Massagezimmer eine Arztpraxis, ein Souvenirladen und eine Bibliothek.

Im „Yangtse Club“, einem im Stile eines Theaters gehaltenen Nachtklub, erfahren die Fahrgäste auf Wunsch Interessantes zur Geschichte des Landes und des Flusses, über Sprache und Kultur, können an T’ai-Chi-Kursen teilnehmen oder Mahjong spielen.

Der beliebte Kurztrip zwischen Yichang und Chongqing (4 Nächte) oder zurück (3 Nächte) mit der Besichtigung des gigantischen Drei-Schluchten-Staudamms als Höhepunkt der Reise wird von zahlreichen Veranstaltern in Deutschland und der Schweiz angeboten.

„Mein Schiff“: Kids herzlich willkommen!

 

„Familienfreundliche Kreuzfahrten“ werden vielfältig angeboten. Doch bleiben manche Anfragen beim Reisebüro unbeantwortet, da manche Reedereien nicht detailliert auf die Unterbringung der Kids, auf die Betreuungsangebote, auf besondere Informa-tionen zu Kindern an Bord, Verpflegung , Ausflüge, Kinder-programme und Sicherheit eingehen. Ein Musterbeispiel dafür, wo und welche Hilfe im Vorfeld der Kreuzfahrtbuchung die Eltern erfahren können, bildet TUI Cruises. Detailliert erfahren die Eltern, was auf sie als Familie zukommt, welche „Voraussetzungen“ erfüllt sein müssen. Aber auch eine „Rundumbetreuung der Kids“ ist bei „Mein Schiff“ garantiert.

Unterbringung

Bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr reisen Babys und Kleinkinder kostenlos mit. Ebenfalls kostenlos mitfahren können die Kids als dritte, vierte und fünfte Person in der Elternkabine bis einschließlich 14 Jahren im Zusatzbett, d.h. auf der Bettcouch oder im Pullmann-Bett. Separate Baby- bzw. Kinderbetten stellt „Mein Schiff“ ebenfalls zur Verfügung. Aus Sicherheitsgründen und durch die eingeschränkte medizinische Versorgung – nicht jeder Schiffsarzt ist zugleich auch Kinderarzt – wird empfohlen, Babys unter zwölf Monaten nicht auf eine Kreuzfahrt mitzunehmen.

Betreuung

„Mein Schiff“ bietet in den verschiedenen Altersgruppen altersgerechte Betreuungs- und Unterhaltungsprogramm an. So werden in die Gruppe „Krabben“ Kinder von 3 – 6 Jahren aufgenommen, in die Gruppe „Seeteufel“ Kinder von 7 – 12 Jahren und schließlich in die Gruppe der „Teens“ Kinder und Jugendliche von m13 bis 17 Jahren. Das Teens-Programm kann nur während der Ferienzeiten angeboten werden.

Kinder ab drei Jahren, die „windelfrei“ sind, werden im Kids-Club von qualifizierten TUI Cruises-Mitarbeitern mit den unterschiedlichsten altersgerechten Programmen betreut. Allerdings, um an den Kinderprogrammen teilnehmen zu können, muss gewährleistet sein, das das jeweilige Kind von seinem Entwicklungsstand und Verhalten in die jeweilige Gruppe integriert werden kann. Die Eltern müssen für diese Betreuungsmaßnahmen eine Einverständniserklärung abgeben. Damit die Eltern ihren Tagesablauf individuell gestalten können, können ihre Kids beispielsweise auch während der Ausflugszeiten vom „Mein Schiff“ – Betreuungsteam betreut werden. Auch während der Essenszeiten sind die Kids bei dem Betreuungsteam bestens aufgehoben.  Bevor die Restaurants ihre Tore für die übrigen Gäste öffnen, können die Kids gesunde, leckere und energiegeladene Mahlzeiten genießen.  Die „Seeteufel“ und „Teens“ starten mit ihren Betreuern nach dem Abendessen gemeinsam ein aktionsreiches Abend-programm.

Auch nach der abendlichen Programmzeit können die Kinder noch bis 22 Uhr betreut werden. Während der Landausflüge sollten allerdings Kinder unter 12 Jahren nicht unbeaufsichtigt an Bord zurückgelassen werden. Während der angebotenen Programme und Betreuungszeiten übernehmen die Kinderbetreuer die Aufsichtspflicht. Da der Kids-Club im Outdoor-Bereich über einen Kinderpool verfügt, sollten die Kids während der Betreuungszeiten stets Handtuch und Badesachen dabei haben, denn auch der Pool eignet sich für manche Spielvarianten.

Viele Ausflüge eignen sich für die ganzen Familien. Darüber hinaus organisiert das Betreuungsteam für die einzelnen Altersgruppen spezielle Landausflüge. Somit werden die interessanten Aktivitäten an Bord durch abenteuerliche und recht aufschlussreiche Landausflüge ergänzt, damit Langeweile während der Kreuzfahrt keine Chance hat.

Verhaltensregeln

Um von vornherein jegliche Schwierigkeiten und Probleme zu minimieren, müssen die Eltern darauf achten, dass ihre Kinder nicht an der Reling und an den Geländern herumklettern. „Mein Schiff“ hat für Ballspiele spezielle Bereiche eingerichtet, in denen die Kids auch außerhalb der Kinderprogramme verweilen, spielen und austoben können. Kinder unter zwölf Jahren dürfen den Spa&Meer-Bereich nur in Begleitung ihrer Eltern nutzen. Eltern müssen ihre Kids auch dazu anhalten, dass keinerlei Gegenstände über Bord geworfen werden (gilt übrigens auch für alle Erwachsene). Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist der Zutritt in die Casinos nicht gestattet. Was den Disco-Besuch betrifft, gibt es ebenfalls eine klare Vereinbarung: Jugendliche ab 13 Jahren, die am Teensprogramm teilnehmen, dürfen, sofern das Einverständnis der Eltern vorliegt, mit den Betreuern in die Diskothek. Die Kids unter 16 Jahren dürfen die Diskothek in Begleitung ihrer Eltern besuchen. Haben die Jugendlichen aber das Alter von 16 Jahren erreicht, dürfen sie auch ohne Begleitung ihrer Eltern bis Mitternacht in der Diskothek bleiben.

Nicht extra muss die Reederei darauf hinweisen, dass auch an Bord von „Mein Schiff“ die Vorschriften des Deutschen Jugendschutzgesetzes für den Konsum von Tabak und Alkohol durch Kinder und Jugendliche gelten.

Nicht nur für Kinder gilt das absolute Verbot, mitgebrachte Tauchsieder, Wasserwärmer, Bügeleisen, Wärmedecken und Kerzen an Bord von „Mein Schiff“ zu benutzen.

All diese Vereinbarungen und Empfehlungen sind dafür geeignet, allen Kreuzfahrtteilnehmer, den Kids ebenso wie den Eltern, einen stressfreien und harmonischen Aufenthalt an Bord von „Mein Schiff“ zu ermöglichen. Während die Eltern auch einmal einen stressfreien Urlaub individuell erleben und gestalten können, genießen die Kids ihren Spaß, werden spielerisch an Themen wie Meeresschutz, Schutz von gefährdeten Tierarten sowie Fauna und Flora herangeführt, genießen die altersgerechten Sport- und Spielangebote der bestens ausgebildeten Betreuer und Betreuerinnen, kurzum:

Eine Kreuzfahrt mit „Mein Schiff“  ist für Kids  u n d Eltern ein einmaliges, stressfreies und erholsames Erlebnis.

 

 

 

Kreuzfahrtreedereien stellen sich auf Menschen mit körperlichen Handicaps ein

 

Touristische Angebote bleiben für Menschen mit Behinderungen bisweilen aufgrund fehlender eintsprechender Einrichungen verwehrt, doch manche Reedereien haben dieses Problem erkannt und haben reagiert, indem sie ihre Kreuzfahrtschiffe auch auf die Bedürfnisse körperlich benachteiligter Menschen ausgerichtet haben. Bislang scheute sich dieses Klientel oft davor, eine Kreuzfahrt zu buchen, weil ihm die Hürden zui groß erschien

Doch die Kreuzfahrtschiffe der neuen Generation warten mit vielen technischen Raffinessen, einem hochwertigen Equipment, einem Arzt, einer Krankenstation und einer hervorragenden behindertengerechten Ausstattung auf, die jegliche Bedenken beiseite räumen.

Die Preise für eine behindertengerechte Kabine entsprechen denen der anderen Kabinen. Bei Bedarf empfiehlt es sich, rechtzeitig zu buchen.

Norwegens schönste Fjode und Nordkap

 

Teil 3/3

Mittwoch, 09. Juni

Die Sonne ist schon sehr früh um 3.45 Uhr aufgegangen und hüllt die schneebedeckten Berggipfel mit einem rosa Mantel ein. Ab 4 Uhr hält uns nichts mehr in den Betten. Wir haben das Fenster geöffnet, denn wir wollen uns auf keinen Fall diese Fjordlandschaft entgehen lassen. Und außerdem sind die Fensterscheiben dicht mit Wassertropfen übersät.

Und bald informiert uns der Bordsprecher über die Einfahrt in den Geirangerfjord und begleitet diese besondere Wegstrecke mit interessanten Informationen. Kaum einer kann es fassen, dass nach der angekündigten Schlechtwetterfront uns ein „Kaiserwetter“ begleitet und auch nicht mehr so schnell verlässt. Kurz bevor unser Schiff den Anker setzt, wird unser Kreuzfahrtschiff vom Ufer aus mit drei Böllerschüssen willkommen geheißen. Und unser Kapitän erwidert diesen Willkommensgruß mit dreimaligem Sirenengeheul.

Zügig beginnt das Tendern bei glatter See. Schon um 8.30 Uhr sind wir an Land und besteigen den Bus, der uns über 48 Haarnadelkurven zum 1500 Meter hohen Dalsnibba bringt. Alle Versprechungen der verschiedenen Reiseführer erfüllen sich. Die Majestät der Bergwelt liegt uns zu Füßen. Das „Yakee-Wetter“ hält nach wie vor an. 16° herrschen draußen. Die Guides der Maxim Gorki können es nicht fassen, mit welchem Wetter unsere Gruppe gesegnet ist.

Wenke ist die örtliche Reiseführerin. Sie erzählt uns während der Fahrt über die Schwierigkeiten beim Bau des Straßensystems, bei dem 300 Arbeiter ganze neun Jahre zur Vollendung benötigten – bei einem Tageslohn von umgerechnet 63 €-Cent. 17 km ist heute diese Hochstraße lang. Beträchtliche Schneemassen lassen im Winter jeglichen Verkehr zum Erliegen kommen. Mächtige Schneeberge türmen sich heutzutage auf, wenn drei Männer in zehn Tagen das Straßensystem maschinell geräumt haben.

Bald lässt Menke den Bus halten. Wir haben Flydalsjuvet mit dem bekannten Blick über die Schlucht erreicht. Jeder versucht, das Ansichtskartenmotiv von Geiranger zu verewigen. Nach dem ersten Fotostopp bringt uns der Bus zur Aussichtsplattform des Dalsnibba auf 1500 Meter.

Der Blick über Gletscher, Hochgebirgsgipfel, die Straßenkehren, Geröllhalden und den im Tal liegenden Fjord ist beeindruckend. Kaum kann einer verstehen, weshalb wir hoch oben in dieser Märchenlandschaft zur Eile angetrieben werden. Lediglich 15 Minuten stehen uns zur Verfügung. Die Zeit gerade noch, um über ein Schneefeld zu huschen, die „Adlerschwingen“ auszufahren, wenn auch der harte Schnee sich einen Weg in die Unterwäsche sucht.

Dann fahren wir zum Dorf Geiranger zurück. Um abermals einen anderen Teil der Fjordberge zu besuchen. Lediglich 11 Haarnadelkurven muss der sichere Busfahrer bewältigen, aber er gönnt uns in 625 Meter Höhe einen längeren Aufenthalt. Die Meisten nutzen ihn für weitere Fotos auf unser Kreuzfahrtschiff und die umliegenden Wasserfälle. Andere, die im Tal nicht die Toilette aufsuchen konnten, suchen ein stilles Örtchen im Freien. Auf der Rückfahrt müssen wir uns neidlos eingestehen, dass kein anderer Fjord dem Geirangerfjord das Wasser reichen kann, was Ausstrahlung, Eindrücke und Naturschönheit betrifft. Auch wir erkennen, dass diese Aussicht in den von Schneegipfeln gesäumten Fjord in der Rangliste der Fotomotive ganz oben steht.

Der „Böllermann“ verabschiedet uns wieder mit dreifachem Salut, und später gesteht Isolde, dass sie auf der Kom-mandobrücke den letzten Signalton abgeben durfte.

Auch auf der Rückfahrt aus dem Geirangerfjord juckt mein fotohungriger Finger, und ich fange nun von Bord aus weitere Fotomotive ein, so auch eine Stelle auf der Backbordseite, wo Schiffe auf der 500 Meter senkrecht aufsteigenden Felswand ihre Namen eingraviert haben. Leider zieht sich aber am Nachmittag der Himmel zu, und auch die Temperaturen sinken ab. Dennoch hoffen wir, dass das Wetter auch noch am letzten Ausflugstag hält.

Nach dem Abendessen teilt sich die Gruppe wieder auf. Während die einen einer Show der Illusionen mit dem österreichischen Staatsmeister der Magie zusehen, bevorzugen andere das klassische Konzert mit Musik des norwegischen Komponisten Grieg.

Die erwartete „Große Disco-Nacht“ fällt der allgemeinen Müdigkeit zum Opfer, und auch das Motto „Verschieben Sie Ihr Diät-Programm auf Zuhause“ lässt uns nahezu kalt, lediglich einige Naschkatzen unserer Gruppe können dem angepriesenen Kaiserschmarren nicht widerstehen. Der Wind pfeift ums Schiff und die hohen Wellenberge verbreiten doch ein wenig Unbehagen, als wir kurz nach Mitternacht in unsere Kabinen zurückkehren.

Donnerstag,10. Juni

Heute küsst uns Lutz musikalisch mit der Erkennungsmelodie wach. Während der Nacht hat der hohe Wellengang angehalten. Nicht jeder konnte die Nachtruhe genießen. Zu sehr hat unser Schiff geschaukelt. Die Wolkendecke ist nicht aufgerissen, was wir uns so sehr gewünscht haben. Erstmals können wir die Sonne am frühen Morgen nicht sehen. Werden wir wirklich einen Regentag erdulden müssen? So gehen wir aber zunächst einmal zum Frühstück. Das Wetter können wir ohnehin nicht beeinflussen.

Lutz beschwört nochmals mit dem Song „Guten Morgen, Sonnenschein“ das Wetter und „ermahnt“ uns mit dem Tagesspruch:„Wer nicht genießen kann, wird ungenießbar.“

Um 8.30 Uhr haben wir in Bergen festgemacht. Eine dichte Regendecke legt sich über die Stadt. Die Meisten unserer Gruppe haben sich für den Tagesausflug zum Hardangerfjord entschieden. Zunächst fahren wir durch Bergens Innenstadt. Der örtliche Reiseleiter Martin Henze gestaltet eine sehr einfühlsame, anregende und informative Stadtführung per Bus, und dabei vergessen wir zunächst das Tief, das sich in der Region bergen festgesetzt hat. Die Fahrt führt an der Festhalle vorbei, dem Rest der ehemaligen Hansahäuser, dem aus dem 13. Jahrhundert stammenden pittoresken Fischmarkt, den wir allerdings erst nach Beendigung der Tagesfahrt besuchen wollen.

Wir schauen auf „Die Mauer“, das erste Wohnhaus, das aus Stein gebaut wurde, hören die Informationen über die besonders schweren Explosions- und Brandunglücke, die das heutige „Tor zu den norwegischen Fjorden“ heimsuchten.

Henze macht uns auch auf die Regenschirmautomaten aufmerksam, die derzeit in Bergen wie die Pilze aus dem Boden schießen, verständlich, wenn wir erfahren, dass Bergen die regenreichste Stadt Norwegens ist. Das Aquarium, so eine Art Unterwasserzoo, wird vornehmlich von der norwegischen Stammbevölkerung besucht. Als bedeutendstes Jugendstil-gebäude Skandinaviens  stellt uns der Reiseführer das Theater vor. Der in den 60er Jahren einsetzende Ölboom hat wesentlich zur Verbesserung der Infrastruktur beigetragen. Dem Hoch-technologiezentrum ist es zu verdanken, dass deren Forschungsergebnisse die Ausbeute bei der Ölförderung nahezu verdoppelt haben. Auch die Heilsarmee, so Henze weiter, unterhält in allen größeren Ortschaften einen Secondhand-Laden mit verbilligten Waren vorwiegend für Ruheständler. Auch die „amerikanische Botschaft“, ein Mc Donald, liegt am Weg, bevor wir die Stadt in südlicher Richtung verlassen und lediglich zu einem kurzen Fotostopp an den Ruinen des geschleiften Lyseklosters anhalten.

Unsere besondere Aufmerksamkeit nehmen die blühenden Rhododendron-Büsche in Anspruch. Kurz vor 11 Uhr überqueren wir bei strömendem Regen mit der Fähre den Samnanger-Fjord.  Das schlechte Wetter nutz unser örtlicher Reiseführer, uns über das Gastgeberland Norwegen zu informieren:

„ Norwegen ist das Land mit der höchsten Lebensqualität. Bei 42 Wochenarbeitsstunden erreichen die Norweger das Rentenalter erst mit 67 Jahren. Sie haben weit weniger Urlaub als deutsche Beschäftigte, ebenfalls weniger Feiertage. Die Lebenskosten sind allerdings doppelt so hoch. Ab 16 Jahren müssen die Zahnbehandlungen privat getragen werden. Der Krankenhausaufenthalt ist kostenlos und dauert immer nur wenige Tage. Die Patienten werden sehr rasch in die Obhut des Hausarztes zurückgegeben. 80% der Wohnungen sind in privater Hand.

Die Lebenserwartung liegt bei Frauen bei 82 Jahren, bei Männern durchschnittlich bei 79 Jahren. Ein enormer Druck geht auf junge Beziehungen aus. 50% der Paare leben ohne Trauschein. Von den restlichen 50% werden durchschnittlich wieder 46% der Ehen wieder geschieden.

Der Staat zeigt sich sehr kinderfreundlich. Frauen mit einem Kind können sich entscheiden, ob sie ein Jahr nach der Entbindung mit einer Vergütung von 80% des letzten Nettolohnes leben wollen oder dem Modell acht Monate bei 100% den Vorzug geben. Kinder werden schon mit einem Lebensjahr betreut, so dass auch die Mütter wieder ihren reservierten Arbeitsplatz einnehmen können.  Die Arbeitslosigkeit liegt bei 3,5 – 4,5%, wobei diese Arbeitslosigkeit zu 10% aus einer Unterqualifizierung resultiert. Der Ausländeranteil liegt bei 4,5%. Davon sind aber nur die Hälfte Nichteuropäer.“

Um 12.15 Uhr kommen wir am Hardangerfjord an. Es regnet immer noch. Er ist durchschnittlich 10 km breit und weist eine Tiefe von 800 Meter auf. Gegen Mittag erreichen wir die Ortschaft Norheimsund, wo für uns ein Mittagessen vorbereitet ist und zwar im gleichen Hotel Sandvern, wo schon Kaiser Wilhelm das erste Essen auf norwegischem Boden einnahm. Alle sind vom warmen und kalten Buffet begeistert und greifen auch mächtig zu.

Um 14.45 Uhr treten wir die Heimfahrt an. Der mächtige Steindalfossen-Wasserfall zieht uns bald in seinen Bann. Er ist der einzige seiner Art, hinter dem man auf die mächtigen Wassermassen blicken kann, die 20 Meter im freien Fall ins Tal stürzen. Die Fahrstraße führt danach durch die Takapille-Schlucht mit einem guten Dutzend Tunnels. Auch am Kvamskogen-Wasserfall drängen die Fotografen nach draußen.

Nach höchst interessanter Fahrt kehren wir nach Bergen zurück. Wir haben noch genügend Zeit bis zum Ablegen der Maxim Gorki. Der Busfahrer fährt die zehn „Unermüdlichen“ zum traditionellen Fischmarkt zurück, einem Anziehungspunkt, dem kaum ein Tourist widerstehen kann. Den 1,5 km langen Rückweg werden wir zu Fuß bewältigen. Um 18 Uhr sind wir schon wieder zurück, nehmen das Nachtessen ein und vereinbaren unseren zweiten Info-Treff.

Freitag, 11. Juni

Die Sonne ist zwar aufgegangen, aber vor lauter Müdigkeit und einer dichten Wolkenschicht konnten wir die Sonne nicht ausmachen. Gegen 7 Uhr, informiert uns der Bordsprecher, sind wir bereits in den Lysefjord eingefahren. Diese Einfahrt haben die Wenigsten mitbekommen. Unser Körper brauchte endlich einmal etwas Ruhe. Doch nach dem Frühstück werden wir putzmunter, als uns der Bordsprecher auf die Felsenkanzel Preikestolen aufmerksam macht, die 600 Meter senkrecht aus dem Fjord aufsteigt. Die Fjordlandschaft hat sich zwar verschleiert, doch im richtigen Augenblick haben wir freie Sicht auf diese Naturschönheit.

Nach dem Frühstück wollen wir unseren eigenen Fototermin realisieren. Leider hat unser Reisebegleiter vergessen, uns auf die Mitnahme der „Yakee travel – Mütze“ hinzuweisen, so müssen einige wieder zu den Kabinen zurückkehren. Aber für ein gutes, zudem billiges Foto, sind doch fast alle bereit, den Weg zur Kabine nochmals zu gehen. Zwei verschiedene Stellen haben wir ausgesucht: mit Blick auf den markanten Schornstein und mit Blick auf die offene See.

Kurz danach setzt die „Zitterpartie“ ein. Unser Reisebegleiter will den Videofilm über diese Nordlandreise mit kleinen Statements aller Gruppenmitglieder beenden. Es gibt kein richtiges Interview, und die Beiträge fallen recht unter-schiedlich aus. Peter will keinerlei Änderungen oder Abstriche vornehmen, und so sind alle schon auf die erste Vorführung gespannt, die allerdings einige Zeit auf sich warten lassen wird.

Den gestern noch erwünschten Sekt-Frühschoppen lassen wir ausfallen, reagieren flexibel auf die vorgebrachten Wünsche. Die gestrige Schnapsrunde war vielleicht doch zu viel, und wir wollen die heutigen Aktivitäten nochmals in vollen Zügen genießen.  Mit zwei besonderen Geschenken wartet die Reisegruppe für die beiden Reibegleiter auf. Die CD „The Best of Grieg“ wird bei der Vertonung der Video-Dokumentation beste Verwendung finden, und Irmgards Steinmännchen bekommt in der Vitrine einen Ehrenplatz.

Dann hat jeder große Mühe, die vielen Termine noch unter einen Hut zu bekommen:

10.00 Abholung der Reisepässe

10.15 Abholung der bestellten Bilder

10.30 Videofilm Nordkapreise

11.00 Abschiedsfrühschoppen

12.30 Mittagessen

15.30 Filmdokumentation

16.00 Kaffeestunde

17.30 ökumenischer Gottesdienst

19.00 Abschiedscocktail

19.30 Abschiedsessen

21.30 Do Swidanja

Langeweile kam auch an diesem Tag nicht auf, und am Nachmittag kam auch noch die Sonne durch. Nach der Abschiedsshow treffen wir uns nochmals im geblumten Separée und lassen gereimt die besonderen Ereignisse an uns vorüber ziehen.Der harte Kern will nicht vor Mitternacht die Kabinen aufsuchen, sondern wagt im Captains Club noch ein Tänzchen und genießt einen abschließenden Pfefferwodka. Die Koffer müssen spätestens um 4 Uhr vor der Kabine stehen. Die restliche Zeit reicht uns noch spielend.

Samstag, 12. Juni

Das heutige Tagesprogramm steht ganz auf Abschied. Auf der Vorderseite haben die verantwortlichen das schottische Abschiedslied  „Nehmt Abschied, Brüder, ungewiss ist alle Wiederkehr“ abgedruckt. Kommt da nicht ein bisschen Wehmut auf, wenn wir die recht angenehme Zeit auf der Maxim Gorki   Revue passieren lassen?

Dann lesen wir aber auch eine chinesische Spruchweisheit:

„Leuchtende Tage, nicht weinen, dass sie vergangen,

lächeln, dass sie gewesen, denn Ihr habt sie gelebt!“

Jeder mag sich daran erinnern, was er gerade am letzten Tag gefühlt hat.

Äußerst interessant finden wir aber die Aufstellung über die zurückgelegte Reisestrecke und die Mengen des Verzehrs.  Unser Kreuzfahrtschiff hat auf dieser Reise „Nordkap und Norwegens schönste Fjorde“ eine Strecke von 3282 Seemeilen zurückgelegt. Dies entspricht einer Entfernung von 6078 Kilometern.

Überrascht sind wir , was auf dieser Reise verbraucht wurde:

Fisch 2350 kg; Fleisch 6140 kg; Gemüse 10200 kg; Obst 16350 kg; Speiseeis 1850 Liter; Eier 28650; Rotwein 2650 Liter; Weißwein 2540 Liter, Wodka 576 Liter; Fassbier 1380 Liter; Flaschenbier 1155.

 

Seekrankheit auf Kreuzfahrtschiffen

 

Je nach Schwere der Seekrankheit werden von den Betroffenen über folgende Beschwerden geklagt. Über Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit du Antriebarmut klagen Passagiere, die nur leicht betroffen sind.  Mittelschwer Betroffene klagen darüber hinaus noch über Übelkeit und Erbrechen. Wen es gar voll „erwischt“ hat, klagte über folgende Symptome: starkes Krankheitsgefühl, Erbrechen von Magensaft und Gallenflüssig-keit, Ekelgefühl gegenüber Nahrung, Koordinationsstörungen und völlige Antriebslosigkeit.

Niemand müsste heutzutage eigentlich auf Kreuzfahrtschiffen seekrank werden. Sollte ein Passagier aber doch von der Seekrankheit befallen werden, so sollte er umgehend den Schiffsarzt aufsuchen, der mit Tabletten, Pflaster oder auch Injektionen helfen kann.

Vorbeugung gegen Seekrankheit

  • Frische Luft
  • Aufenthalt etwa mittschiffs nahe dem Längs- und Querpunkt des Schiffes,
  • möglichst intensive Beschäftigung der Aufmerksamkeit (Geschicklichkeitsspiel und  geistige Konzentation)
  • ein leerer Magen fördert die Seekrankheit ebenso wie ein überfüllter
  • Einsatz von rezeptfreien Antihistaminika (Reise-Kautabeltten)
  • Pflaster mit Skopolamin

Alte Hausmittel gegen Seekrankheit

  • Kauen einer scharfen Ingwerwurzel
  • Manche Reisende schwören auf einen Schluck Alkohol
  • Vitamin C

Der Passagier braucht nicht überängstlich sein und befürchten, dass er auf einer Kreuzfahrt seekrank wird.  Die meisten Kreuzfahrtschiffe fahren oft in Schönwettergebiete, wo starke Winde oder gar Stürme selten sind. Glücklicherweise haben die meisten Kreuzfahrtschiffe ausreichend große Stabilisatoren, welche die Schiffsbewegungen ausgleichen. Sollte ein Gast dennoch seekrank werden, hält der Schiffsarzt entsprechende Medikamente beriet. Außerdem hilft der Blick in Fahrtrichtung und die frische Seeluft. Der Betroffene sollte reichlich Flüssigkeit (aber keinen Alkohol) und eine leichte, fettarme Kost zu sich nehmen.

 

Kinder an Bord von Kreuzfahrtschiffen

 

Wer sich als Eltern für eine Kreuzfahrt gemeinsam mit den Kindern entscheidet, wird sich bei seinem Reisebüro über die Einrichtungen, den speziellen Service und die Betreuungs-angebote informieren. Dies erscheint auch dringend geboten, da die einzelnen Reedereien ganz verschiedene Praktiken verfolgen.

Probleme können sich bereits vor Beginn einer Kreuzfahrt ergeben, wenn ein Kleinkind im Kinderwagen zum Schiff geleitet wird. Einmal stehen in manchen Hafenanlagen viele Treppenstufen einem reibungslosen Zugang entgegen, zum andern darf auf dem Kreuzfahrtschiff kein Kinderwagen auf dem Gang stehen bleiben, um Unfälle bei hohem Seegang beispielsweise zu vermeiden. So wird den Eltern dringend empfohlen, sich für einen leichten Buggy zu entscheiden.

Viele Kreuzfahrtschiffe werben mit einem familienfreundlichen Service an Bord, doch müssen Eltern auch wissen, dass die angebotene Kinderbetreuung erst für Kinder ab 3 Jahren angesagt ist, die Windelkinder aber von den Eltern selbst versorgt und betreut werden müssen. Windelkinder dürfen durchaus die Bordeinrichtungen wie „Bällebad“, Rutschen und Spielbereich nutzen, allerdings mit der Vorgabe, dass zumindest ein Elternteil anwesend ist. Die Pools auf den Sonnendecks sind gewöhnlich mit ungechlortem Meerwasser gefüllt, daher ist die Benutzung dieser Pools aus hygienischen Gründen für Windelkinder nicht erlaubt. Die neuesten Kreuzfahrtschiffe bieten allerdings schon eigene Kinderbecken mit gechlortem Wasser an.

Wenn die Eltern ihre Kids allein in der Kabine zurücklassen, empfiehlt es sich, an Bord spezielle DECT-Babyphones zu leihen, die dann auch wirklich funktionieren und die Eltern sich ohne Sorgen anderen Aktivitäten widmen können. Kinderhochstühle werden auf allen Familienfahrten angeboten, auch ist das Serviceteam bereit, das Fläschchen und/oder Brei anzuwärmen. Verboten ist auf allen Kreuzfahrtschiffen, dass mitgebrachte Wasserkocher oder andere mit Heizfunktion ausgestattete Geräte verwendet werden.

Auf den Kreuzfahrtschiffen kann nicht unbedingt säuglings-gerechte Kost angeboten werden, so dass die Eltern die benötigte Gläschen Kost in ausreichender Menge mitbringen müssen.

Auf einen ausreichenden Impfschutz der Kids müssen Eltern ebenfalls achten. An Bord können zwar die Passagiere ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, doch die meisten Schiffsärzte sind nicht als Kinderärzte ausgebildet. Um eventuelle auftretende Schwierigkeiten zu minimieren, wird dringend geraten, vor Antritt der Kreuzfahrt doch den Kinderarzt in der Heimat zu konsultieren.

Letztlich müssen die Eltern beachten, dass normalerweise Kinder unter sechs Monaten an Bord eines Kreuzfahrtschiffes nicht mitgenommen werden dürfen und von Kindern unter einem Jahr oftmals eine Reisefähigkeitsbescheinigung verlangt wird.

 

Zum ewigen Eis nach Spitzbergen

 

Teil 3/3

Sonntag, 26. 06.

Heute herrscht leider kein Sonntagswetter. Die Außentemperatur von 7°  lässt ebenfalls keine Hochstimmung aufkommen. Nichts als Nebel können wir an Deck ausmachen.

Ali zieht mit seiner Sportgruppe “um die Häuser”, und bei einer Schiffslänge von 133 hat er bald auch seine Meile erreicht. An Deck sind die allermeisten Gäste in Bewegung. Ali hat sie an-scheinend angesteckt.  Immer wieder kommt es daher durch die gegenläufigen Laufrichtungen zu Stockungen, zumal auch manche Gäste mitten auf der Umlaufbahn gehen. Doch keine Meeres-vögel umkreisen die “Alex”. Nieselregen setzt ein und vertreibt die Bewegungs-hungrigen.

Noch drei Stunden werden vergehen, bevor wir in Tromso am Pier festmachen. Norwegens Küste können wir zwar schon erkennen, doch die fehlende Sonne und der Regen lassen kaum Fotos zu.

Wir nutzen die Zeit bis zum Tagesausflug, dass wir uns bei Sven Achtermann Informationen über Eisbären abholen, die wir leider auf Spitzbergen nicht zu Gesicht bekommen haben, aber doch vorwiegend am Treibeis des Nordpolarmeeres und an den umgebenden arktischen Landstrichen beheimatet ist:

  • Körperlänge 2,5 m, Schulterhöhe 1,6 m
  • Normalgewicht 500 kg, vor dem Winterschlag 700 kg
  • schmaler Kopf mit kleinen abgerundeten Ohren
  • guter Geruchssinn
  • besitzen kaum Mimik oder Gebärden
  • gelten daher als unberechenbar
  • gelblich weißes Fell
  • Fußsohle dicht behaart ( Kälteschutz und Rutschfestigkeit )
  • Füße sind “Schneeschuhe” und “Paddel” zugleich
  • hervorragende Schwimmer und Taucher
  • haben kein festes Revier;                                                                                    
  • schnelle und ausdauernde Läufer
  • gewaltige Sprungkraft, überspringen leicht Gletscherspalten bis 5m Breite
  • vorwiegend Fleischfresser, bis zu 60-80 Robben pro Jahr;
  • aber  auch Allesfress (Vorräte der Forschungsstationen )
  • typische ruppige Einzelgänger
  • halten Winterschlaf für 4 Monate; Herzfrequenz wird um 50% reduziert, verlieren dabei ¼ ihres Körpergewichts
  • Alter: 20 Jahre

Gegen 11.30 Uhr kreuz die Alexander von Humboldt vor den Fjorden der Nordküste. Der Lotse kommt an Bord, und auch die “Begleitmöven” finden sich wieder ein. Den Tagesausflug schenken wir uns und machen uns allein auf, die Stadt zu besichtigen, zumal wir im Vorjahr an einem geführten Tagesausflug teilgenommen haben. Die Hafenstadt liegt auf einer kleinen Insel, die mit dem Festland durch eine 1036 m lange und 43 m hohe Brücke verbunden ist. Tromso ist ein bedeutender Fischereiplatz, die Vegetation üppig. Auffällig ist besonders die “Tromso-Palme”, eine Mischung  aus Farn, Palme und Brennnessel. Tromso war Ausgangspunkt vieler Arktis-Expeditionen ( Tor zur Arktis ). Die “Alex” muss die ganze Insel umfahren, bevor sie im Stadtzentrum anlegen kann.

Uns ist diese Entscheidung recht. Nun können wir zu Fuß die wichtigsten Stationen in der Stadt besuchen.

Selbst der Regen hält uns heute nicht zurück. Wichtige Stationen ist für uns das Seefahrerdenkmal auf dem Marktplatz und am Südende der Storget – Fußgängerzone die Domkirche ( 1861 aus Holz erbaut ). Die Straßen sind ziemlich leer. Am heutigen Sonntag sind alle Läden geschlossen, ein Einkaufsbummel fällt daher buch-stäblich ins Wasser. Aber wir entschließen uns, über die Tromso-Brücke zur Eismeerkathedrale zu wandern.

1965 wurde sie von Architekt Jan Inge Hovig entworfen und gebaut. Ihre beiden Giebel stellen die Polarnacht und das Nordlicht dar. Unsere Aufmerksamkeit wird aber auf das 140m² große Glasgemälde gelenkt, das die Wiederkehr Christi darstellt. Ohne Umschweife legen wir den Rückweg zum Schiff zurück bei 7° Außentemperatur und völlig aufgeweicht. Nach zwei-stündigem Fußweg triefen wir, doch im Bügelzimmer gegenüber unserer Kabine können wir die Jeans wieder trocknen. Die Jacken hängen wir dekorativ in unserer Kabine auf. Heute werden wir im Restaurant das Nachtessen einnehmen. Wir sind angenehm überrascht, was Angebot und Service betrifft.

Und auch der interessante und lebendige  Dia-Vortrag von Winfried Prinz ( Erstes Abenteuer Antarktis mit der Alexander von Humboldt ) trägt dazu bei, dass wir wieder einmal einen ereignisreichen und abwechslungsreichen Tag auf der “Alex” verbringen durften. Der Bar statten wir heute nur einen kurzen Besuch ab, denn morgen steht ab 6.30 Uhr ein wichtiges Ereignis an: Wir passieren den Eingang zum Troll-Fjord.

Montag, 27. 06.

Heute sind wir schon früh auf den Beinen. Ab 4 Uhr können wir nicht mehr schlafen. Wir blicken auf das Meer, es ist bewegt, aber noch nicht unangenehm. Um 5.30 Uhr hält´s uns nicht mehr im Bett: aufstehen, duschen, anziehen. Nach Ankündigung von Winfried Prinz werden wir um 6.30 Uhr den Eingang zum engen Trollfjord passieren. Der Wind frischt auf, und da sind wir doppelt froh, um 6.45 Uhr tatsächlich in den Trollfjord einzubiegen.

Langsam gleitet die “Alex” an den steilen Felswänden vorbei. Wasserfälle springen in den Fjord, dennoch umgibt uns eine unglaubliche Ruhe.

An einem Felswandabschnitt haben sich die Besucherschiffe mit großen aufgemalten Schriftzügen verewigt. John Mouls lenkt die “Alex” bis zum Fjordende, dreht dann langsam auf der Stelle und kehrt zurück.

 Leider verdirbt dann doch starker Regen die Fotoausbeute auf dem Rückweg.

Nach diesem eindrucksvollen Abstecher in den sagenumwobenen Trollfjord bringt uns die Alexander von Humboldt zum Hauptort und Verwaltungszentrum der Lofoten, nach Svolvaer an der südlichen Küste der Insel Austvagoy. Gerade einmal 4000 Einwohner leben hier, allerdings steigt diese Zahl um weitere 2000 Personen wäh-rend der Zeit des Dorschfangs zwischen Februar und April. Der Besuch der Lofoten lohnt sich. “Zerklüftete, mit ewigem Schnee überzuckerte Bergspitzen ragen jäh aus dem Meer auf. Die Inselgruppe liegt vollständig über dem nördlichen Polarkreis und bildet eine 120 km lange Kette, die vom Festland durch die dunklen Tiefen des Vestfjords getrennt wird.

Viele kleinere und größere Inseln sind unsere ständigen Begleiter. Nackter Fels ist dominant, aber auch eine eigenartige Vegetation prägt diese Inselkette.  Während wir vorbei gleiten, stellt sich die Frage: Sind alle Inseln unbewohnt? Wir können keine Häuser entdecken. Doch später beantworten Hütte und Häuser die gestellte Frage. In der geschützten Zone gleitet die “Alex” ruhig dahin, doch wir beobachten auch starke Brandung, die schäumend auf die Inselgruppe prallt. Um 8 Uhr sind wir noch 3 sm von Svolvaer entfernt. Die “Alex” verlangsamt ihre Fahrt. Der Wind nimmt zu. Seestärke 3 meldet die Brücke.

Schon bei der Hafenmole entdecken wir die leeren Trockengestelle für die Stockfische. Die Ausbeute wurde längst in alle Welt, vornehmlich auch nach Italien verschickt.

Für den Ausflug werden wir der Reiseleiterin Bettina und dem Busfahrer Knut zugewiesen. Die fünf Hauptinseln sind durch Tunnels verbunden. 25000 Einwohner leben hier auf 183 km². Die mittlere Insel Lofoda ( Luchsfuß ) hat der gesamten Inselgruppe den Namen gegeben. Die kleineren Berge wurden während der Eiszeit abgeschliffen, sind daher rund, die höheren Berg, die bis auf 900 m ansteigen, sind spitz, allerdings nicht mit Eis bedeckt.

In Kabelvog fällt die Holzkirche auf, die 1200 Personen Platz bietet. Viele Fischer werden zur Laichzeit der arktischen Dorsche angelockt. Früher lebten diese Fischer zunächst unter den umgedrehten Booten. Später ließ der König für diese Fischer kleine Holzhütten ( “rorbuer” ) bauen.

Jeweils 12 Personen fanden in diesen Hütten Platz und waren nun viel besser gegen die harte Witterung geschützt. Der Fischfang wurde gleich an Ort und Stelle verarbeitet: Kopf ab, ausgenommen, jeweils zwei Dorsche am Schwanz zusammengebunden und über die Trockengestelle gehängt. Während der Trockenphase verloren die Dorsche 80° ihres Gewichts. Die getrockneten Fische sind dann anbegrenzt haltbar.

Wir fahren mit dem Bus nach Henningsvaer weiter. Während des kaum einstündigen Aufenthalts gibt uns eine Diaschau einen instruktiven Einblick in den Jahresablauf der Bewohner. Nur noch 20% der Bevölkerung lebt derzeit von der Fischerei. Allerdings bildet die Lachszucht die drittgrößte Einnahmequelle des Staates. Bettina weiß zu berichten, dass 70% der Lachsproduktion aus norwegischen Zuchten stammt und die Fische etwa vier Wochen vor der “Ernte” für eine rote Färbung des Fleisches Betacaroton als Futterzusatz erhalten.

Auf der Insel gibt es zwei lokale Zeitungen. Besonders beliebt ist die Oktoberausgabe mit einer Auflistung aller Einwohner. In diese Liste sind auch die Angaben Verdienst, Steuern und Vermögen aufgenommen. Die Banken melden jeweils zum 31. 12. Die Kontostände aller Einwohner. Die Versicherungen melden alle Objekte. Somit steht für das Finanzamt die Vermögenssteuer fest. Das durchschnittliche Alter eines Pkw liegt bei 17 Jahren. Beim Kauf eines Autos erhebt der Staat Luxussteuern, die allerdings wieder in den Ausbau des Straßennetzes zurückfließen. Mit rund 35000€ Jahreseinkommen lie-gen die Inselbewohner deut-lich höher als ein mittleres Jahreseinkommen in Deutschland. Etwa 40% des Einkommens fallen auf den Lofoten für Steuern und Sozialabgaben an. Die Mehrwertsteuer liegt aber bei 25%. Schon in frühen Jahren erwirbt man sich ein Haus oder eine Eigentumswohnung.

Nach diesem gedanklichen Ausflug in das Realleben stat ten wir dem 1989 eröffneten Lofotenaquarium in Kabelvog einen Besuch ab. Jährlich bringt der Besucherstrom 50000 Interessierte nach Kabelvog. Dennoch müssen wir uns eingestehen, dass das Umfeld und die Außenanlagen keinen “berauschenden Ein-druck” auf uns machen.

Kurz nach 12 Uhr sind wir auf der Alexander von Humboldt zurück. Erstmals finden wir im Veranda-Restaurant zum Mittagessen keinen Platz  und weichen in die angrenzende Bar aus. Danach gönnen wir uns eine längere Verschnaufpause. Die Auf- und Abwärtsbewegung der “Alex” schaukelt uns in den Schlaf. Den interessanten Vortrag des Ornithologen Sven Achtermann “Fas-zinierender Vogelflug”  verpassen wir fast, können aber auf Kanal 2 des Fernsehens den Vortrag mitverfolgen.

Ein Blick nach draußen verspricht eine Wetterbesserung. Die Wolkendecke reißt stellenweise auf, und die Sonne lässt kleinere und größere Flächen schillernd aufleuchten. Die Seestärke frischt bisweilen auf 5 auf, die Außentemperatur bleibt mit 11° konstant. Isoldes “Takelage” dauert heute länger.

Das “Skandinavische Abendessen” hat längst begonnen, und sie fönt immer noch ihre Haare. Und mit einem “Totaler Stress!” schlüpft sie dann doch noch in das richtige Outfit.

Mit einer “Crewshow” ist das Abend programm gerettet. Der Zweite Kapitän Michael Block führt durch das abwechslungsreiche Programm. Einzelkünstler tragen Lieder aus ihrer Heimat vor, bieten Tänze aus den Philippinen dar. Ali führt in die Welt der Zauberei ein. Zur großen Überraschung trägt dann aber auch die “Alex-Band” unter Mitwirkung des Kapitäns, des Kreuzfahrtdirektors , des Bordarztes und des Sicherheitschefs bei. Und  als sich als Abschluss alle Akteure zu einem furiosen Finale auf der Bühne einfinden, unterstreichen alle Gäste ihre Zustimmung und Begeisterung für die Aussage des Gesamtchors “We are the Champion”  und ernten herzlichen Beifall, der vielleicht einer Profigruppe in diesem Maße nicht zuteil geworden wäre.

Isolde ist die Schaukelei nicht bekommen. Um 1 Uhr “opfert” sie wieder ihr Nachtessen.

Dienstag, 28. 06.

Der neue Tag beginnt, wie der Montag sich verabschiedet hat: Seestärke 4-6, Luftfeuchtigkeit 90%, Außentemperatur 9°.  25 sm von der norwegischen Küste entfernt fährt die “Alex” nach Süden. Um 11.15 Uhr sind wir noch 80 sm von Kristiansund entfernt. Ein Aufenthalt an Deck bei Nässe, Wind und Seestärke garantiert “Un-freundlichkeit”. Wir folgen der Empfehlung von Sven Achtermann (“Auch wer nicht selbst fotografiert, aber schöne Bilder liebt, der ist hier richtig.”) und folgen interessiert seinen Ausführungen zum Thema “Fototipps und Tricks für schöne Bilder”. Im Einzelnen unterstreicht der Referent folgende Kernpunkte, die es zu beachten gilt:

  • ran an das Objekt
  • Vordergrund wählen, wenn die Betonung auf einem Motiv im
  • Hintergrund liegt
  • Licht und Schatten ins Spiel bringen ( Wolken/Sonne)
  • unterschiedliche Wirkung von Hoch- und Querformat
  • Mut zum Detail
  • Z-Sprünge ( Versatz )
  • Objekt nicht in die Mitte setzen
  • Herunterziehen des Horizonts
  • ungewöhnliche Perspektive suchen
  • Mut zur Gegenlichtaufnahme ( scharfe  Kontraste )
  • Personenfotografie ( um Erlaubnis fragen )
  • bei Tieren auf die gleiche Ebene gehen
  • Spiegeln der Sonne in den Augen des Tieres

 Um 16.10 Uhr muss die “Alex” die Stabilisatoren einfahren, um den Lotsen an Bord nehmen zu können. Das Expeditionsschiff rollt dann ein bisschen stärker. Die Ankunft in Kristiansund verzögert sich um eine ganze Stunde. Jo informiert wieder über den Bordlautsprecher:

“Das Stadtgebiet südwestlich von Trondheim erstreckt sich über drei im Meer liegende Inseln, die über Brücken miteinander verbunden sind.  Krifast heißt die Konstruktion der Superlative, die die Stadt seit 1992 mit dem Festland verbindet. Sie besteht aus der einzigen Schwimmbrücke der Welt ohne Seitenverankerung, dem längsten unterseeischen Straßentunnel und der längsten Hängebrückenkonstruktion Norwegens. “

Die Sonne lässt uns beim heutigen Ausflug im Stich. Reiseleiterin Manit bemüht sich, der Enttäuschung ihrer Gäste durch informative Ausführungen zu begegnen. Das “Klippfischweib” am Hafen erinnert an die Zeit, als hier der gesalzene Dorsch zum Trocknen auf die Klippen gelegt wurde. Heute spiele aber der Fischfang kaum noch eine Rolle.

Vom 1983 erbauten Aussichtsturm Verden haben wir einen guten Rundblick. Ins Auge fallen immer wieder die für die Gegend typischen bunten Holzhäuser. 1971 begann für Kristiansund das “Ölmärchen”. Allein 1000 Arbeitsplätzen verdankt die Stadt dem Erdöl.

Interessant für alle ist der Besuch des Klippfischmuseums, wo uns in Worten anschaulich und mit Bildern illustriert die Herstellung der Klippfische dargestellt wurde.

Vorwiegend Frauen wurden seinerzeit in diesem Gewerbe beschäftigt. Heute übernehmen Fabriken diese Knochenarbeit. Wir erfahren, dass der Klippfisch vorwiegend in katholische Länder exportiert wurde. Auf dem Rückweg von Spanien nach Norwegen brachten die Schiffe Erdreich mit, so dass viele verstorbene in “spanischer Erde” beigesetzt werden konnten.

Das Abendessen nehmen wir heute recht spät ein. Der Ausflug war heute nicht berauschend, aber auch das schlechte Wetter beeinträchtigte den “Erfolg” des Ausflugs wesentlich

Mittwoch, 29. 06.

Nur noch zwei Tage! Aber die wollen wir ausnutzen! Seit 5 Uhr befindet sich die “Alex” im Nordfjord, der sich 100 km tief ins Land zieht und doch eine durchschnittliche Wassertiefe von 500 – 600 Metern aufweist. Unser Tagesziel heißt Olden und liegt am Ende des südlichsten dreier Seitenarme. Wir haben die Panoramafahrt  nach Fosnes zum Nationalparkzentrum gebucht. Vicky ist versiert und versteht es, in gutem Deutsch – nach der Schule weilte sie zwei Jahre in Deutschland und will Touristik studieren – uns ihre Heimat nahe zu bringen. Wir fahren mit dem Bus durch eine zauberhafte Landschaft mit hohen Bergen ( bis 1700 m ), Bergseen, Flussläufen, Wasserfällen und verstreuten Ansiedlungen zu-nächst die Küstenstraße entlang und dann hinauf die Bergregionen mit phantastischen Ausblicken auf die Bergregion und in die Täler.

  An einem besonderen Aussichtspunkt sprudeln aus zwei Touristikbussen die “Alex”-Gäste, blicken auf Berghänge, Eisfelder, Schneekuppen und das üppige Grün eines Flusstales.

In Fosnes sind wir im Nationalparkzentrum zunächst zu einem informativen Film über die Region eingeladen, danach zu Kaffee und dem norwegischen Nationalgebäck Svele. Wir haben genügend Zeit, um die Pause zu genießen, uns in dem groß-zügig angelegten Botanischen Garten mit 325 einheimischen Pflanzen  umzusehen und auch die Ausstellung des Geologieparkes mit Steinexemplaren aus ganz Norwegen zu besuchen.

Das Hauptgebäude ist im Wikingerstil errichtet und etwa so groß wie das größte Langhaus der Wikinger, das je in Norwegen gefunden wurde. Wir bedauern nicht, diesen Ausflug “aus Versehen” gebucht zu haben. Mit herrlichen Fotomotiven wird unser “Irrtum” belohnt.

Unsere “Wikingerin” gibt uns einen Einblick in Lebens-gewohnheiten der Norweger, zeigt die hohen Strafen bei Verstößen gegen die Verkehrsregeln auf, erläutert uns u. a. das norwegische Schulsystem und die Möglichkeiten einer Altersversorgung. Vicky berichtet uns während der fahrt, dass alljährlich unzählige Lawinen zu Tal donnern. Erhebliche Stein-massen stürzen dann in den See Lovatn. Eine solche Lawine löste 1936 eine 70 Meter hohe Flutwelle aus, die ein ganzes Dorf verschluckte und auch Todesopfer forderte.

Wenigstens am Abschlusstag herrscht “Kaiserwetter”, Sonne pur! Als wir auf die “Alex” zurückkehren, sind an Deck bereits die vielen Liegestühle aufgebaut. Es gerät zum Lotteriespiel, welche Seite wir belegen sollen, damit wir bei der Ausfahrt aus dem Fjord auch die volle Sonne genießen können. Und wir haben uns richtig entschieden. Das Wasser des heute spiegelglatten Fjords schenkt uns die atemberaubende Landschaft gleich zweimal, einmal im Original und dann auch als Spiegelbild im kristallklaren Wasser.  Wir bewundern das Spiel der Wellenkämme mit Lichtreflexion, Spiegelung des blauen Himmels und der grandiosen Bergkulisse. Tausende “Glitzersterne” tanzen auf der Wasseroberfläche. Die “Alex”gleitet langsam durch die vielen Windungen des Fjords dem offenen Meer zu. Neue Seitentäler öffnen sich und lassen immer wieder andere Einblicke zu, keine Wiederholungen, kein “da capo”. Die Eintönigkeit der Schiffsmotoren unterstreicht den Kontrast zu dieser einzigartigen Welt. Schmelzwasser rinnt über die glatt geschliffenen Felswände und springt dann als Wasserfall in die Tiefe.

Und dann bietet die Bordküche noch “Wiener Apfelstrudel-Variationen mit Vanillesoße” an. Keine Wasservögel begleiten unser Schiff. Kleine Boote am Fjordufer deuten darauf hin, dass die verstreuten Gehöfte doch noch bewohnt sind. Kurz vor Sonnenuntergang um 23.20 Uhr begegnen wir der “Jewel of the sea “, die mehr als 2000 Gäste aufnimmt.

Donnerstag, 30. 06.

Das Meer hat sich weiterhin beruhigt. Der Morgen beginnt mit einem strahlenden Blau.

 Heute können wir uns am letzten Seetag vor Ankunft in Bremerhaven effektiv dem Tagesprogramm widmen. Um 10 Uhr sind wir Zuhörer bei Sven Achtermann im Musiksalon. Er widmet sich in seinem letzten Vortrag dem Thema “Helgoland – deutsche Hochseeinsel in der Nordsee”. Und anschließend sehen wir uns im Kino den 2. Teil der Filmdokumentation “Zum ewigen Eis nach Spitzbergen” von Longyearbyen nach Olden an.

Gegen 16 Uhr ist die Schönwetterperiode vorbei. Die Wolkendecke nimmt zu, und auch die Kälte ist auf dem Vormarsch. Wir haben uns in die Kabine zurückgezogen und haben keine Mühe, die Koffern zu packen bis auf die “Gala-Uniform”, die wir für das Abschiedsdinner benötigen. Wir legen die benötigten Kleider für die Busheimfahrt zur Seite und müssen am Abend nur noch den Abenddress einpacken. Vor 4Uhr müssen die Koffer vor der Kabine zur Abholung bereit stehen.

John Mouls dankt in seiner Abschiedsrede allen unsichtbaren und sichtbaren Geistern seiner “Alex” und auch den “besten Gästen, die er jemals gefahren habe” und schloss mit dem Versprechen, nie wieder vor Publikum zu singen.

Winfried Prinz richtete seinen Dank zunächst an den Kapitän, der wesentlich am Gelingen dieser außergewöhnlichen Reise bei-getragen habe. Trotz aller Widrigkeiten wie Nebel und Eisbarrieren habe er jeweils die richtige Entscheidung getroffen und den Gästen zu einmaligen und unübertrefflichen Erlebnisse verholfen. Mit seiner Crew sei er sich einig, dass keine Nordlandreise zuvor mit solchen Erlebnissen erfüllt gewesen sei.

Nach Rückkehr vom Nachtessen an der “Schwäbischen Tafel” liegt in unserer Kabine das komplette Ausschiffungsprogramm, das übersichtlich alle wichtigen Details für eine reibungslose Ausschiffung darlegt. So erfahren wir auch, dass wir auf der 2. Etappe dieser Nordlandreise von Longyearbyen nach Bremerhaven 2342 sm bzw. 4437 km zurückgelegt haben. Auch den Titel der Auslaufmelodie erfahren wir: “Chariots of Fire” von Vangelis.  Wir fallen in einen tiefen Schlaf und bekommen auch nicht mit, als die Koffer vor den Kabinen abgeholt werden.

Freitag, 01. 07.

Der letzte Tag ist angebrochen. Nach dem Frühstück lernen wir noch Peter Tönninghoff, Rekateur der Jahreszeitschrift “Welcome aboard” kennen. Er hat ein Bild von Isolde (im Hintergrund die Maxim Gorki ) geschossen und holt ihr Einverständnis zur Veröf-fentlichung ein. Alle drei Phoenix-Schiffe laufen nacheinander in Bremerhaven ein und machen am Columbuskai fest. Wir haben keine Eile und können das Sektfrühstück ausdehnen. Nach vorher bekanntem Plan werden wir aufgerufen, um von Bord zu gehen.

Gemerkt haben wir uns noch den 14. August, wenn Winfried Prinz bei “FLIEGE” auftritt. Unsere Koffer stehen vor dem Bus bereit und können eingeladen werden. Leider können wir Bigi nicht treffen. Sie ist an Bord der Maxim Gorki geblieben, um wichtige Arbeiten zu erledigen. So können wir ihr lediglich einen Gruß ausrichten lassen.

Die Rückfahrt mit dem Bus verläuft “fast nach Plan”. Durch mehrere Staus werden die Pausen verkürzt, so dass die angekündigte Rückkehr eingehalten werden kann. Unterwegs stimmen wir mit Mario und Silvia den Abholtermin ab, und kaum sind wir in Karlsruhe angekommen, trifft auch schon unser “Abholtaxi” ein.

Zum Schluss dieser Nordlandreise denken wir an das “Wort zum Tag”, das uns die Bordzeitung noch mit auf den Weg geben hat:

“Leuchtende Tage – nicht weinen, dass sie vergangen,

sondern lächeln, dass sie gewesen, denn ihr habt sie erlebt.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum ewigen Eis nach Spitzbergen

 

Teil 1/3

Kurz entschlossen wollten auch wir den “Vorstoß in den weißen Kosmos” wagen. Unsere Reise wird in der nördlichsten Siedlung der Welt, in Longyearbyen, beginnen. Dort soll es alles geben, außer genügend Sonnenlicht, an 112 Tages des Jahres nur Finsternis. Und weitere interessante Informationen liefert uns das Internet:

Die Zivilisation ist nur eine hauchfeine Schicht über der unerbittlichen arktischen Natur. Als man auf Spitzbergen Steinkohle entdeckt, rückten die ersten Grubengesellschaften an, und mit ihnen kam der Bostoner Geschäftsmann  Munro Longyear, der 1906 seinen Claim dort absteckte, wo heute die Stadt Longyearbyen liegt. 80 Jahre war Longyearbyen nicht mehr als eine triste Bergarbeiter-Siedlung, rund 1200 km vor dem Nordpol.

Neben wunderschönen Lanschaftsformen, bizarren Glet-scherformationen, einer wundersamen Welt aus “weißen Scherben”, einer Stille der Einsamkeit erwarten wir aber auch aufregende Tierbeobachtungen. Aber erzählen wir zunächst einmal von vorn.

Mittwoch, 22. 06.

In knapp 5 Stunden fliegt uns die HHI von Frankfurt nach Longyearbyen. Erst kurz vor der Landung reißt die Wolkendecke auf und gibt einen Blick auf Spitzbergen, die Inselgruppe im Nördlichen Eismeer, frei.

Es ist zwar bereits Mitternacht vorbei, doch fahles Tageslicht beleuchtet die Szenerie, die vom Kohleabbau bestimmt ist.  Das Panorama ist nicht berauschend. Wir blicken auf Förderbänder, Kohlenhalden und Blech- und Holzhütten. Da uns dieser Anblick ohnehin nicht gefangen nimmt, wenden wir uns unmittelbar nach der Landung dem Begrüßungskomitee und der Phoenix-Reiseleitung zu, die fröstelnd auf uns gewartet haben. Longyearbyen ist, so erklärt man uns auf der kurzen Fahrt zur Schiffsanlegestelle,  die größte norwegische Siedlung auf Spitzbergen.

Donnerstag, 23. 06.

Eigentlich ist es ja schon Morgen, als wir kurz vor dem Pier anhalten, von Kreuzfahrtdirektor Winfried Prinz persönlich begrüßt werden und nach kurzer Erledigung der Formalitäten unsere Kabine aufsuchen. Auf das Gepäck müssen wir noch warten. So gönnen wir uns so wie auch die anderen 146 Neuankömmlinge im Veranda-Restaurant – es ist mittlerweile 01-00 Uhr geworden – eine heiße Suppe und schauen von der Reling auf die unmittelbare Umgebung von Longyearbyen, die sich im Sonnenschein von uns verabschieden möchte.

Nach einem kurzen ersten Erkundungsgang suchen wir unsere Kabine ( A 31 ) auf. Die Koffer sind zwischen-zeitlich gebracht worden. So können wir auch schon einräumen und uns häuslich in unserem Domizil für die nächste Woche niederlassen.  Um 3.00 Uhr nimmt die Alexander von Humboldt Fahrt auf mit Kurs auf den 146 sm entfernten Magdalenenfjord.

Schlaf haben wir in der ersten Nacht kaum gefunden. Und als wir unsere Kabine zum Frühstück verlassen, lernen wir auch unserer Stewardess Princess kennen. Trotz Spritzen, die ich mir in der Heimat vom Hausarzt noch geben ließ, haben sich die Beschwerden nicht gebessert. Kaum kann ich mich bewegen. Doch an Bord ist glücklicherweise ein Arzt. Und das Glück ist mir doppelt hold. Dr. Koller ist Orthopäde und gleichzeitig auch Mannschaftsarzt der Nationalelf der deutschen Hockeydamen. Da bin ich ja in besten Händen. Acht Spritzen werden mir sicherlich Linderung verschaffen.

Die obligatorische Rettungsübung ist unmittelbar nach dem Frühstück angesetzt. Im Musiksalon zeigt man uns das richtige Anlegen der Rettungswesten und erläutert uns das richtige Verhalten im Notfalle. Einen weiten Raum nimmt dann auch die Instruktion für die Benutzung der Zodiacs ein.

Mit seinem Beitrag “Auf ein Wort” beschließt Winfried Prinz die Morgenveranstaltungen, und wir können schon erahnen, was auf uns zukommt, als Winfried Prinz zitiert: “Wir sind nicht hier zum Schlafen, sondern um etwas zu erleben.”

Auf dieser Route werden wir, so Winfried Prinz, nicht die einzelnen Punkte des Katalogangebots abhaken, sondern nach Rücksprache mit Behörden und bei Anpassung an die situativen Bedingungen Änderungen vornehmen, um allen Gästen einzigartige Erlebnisse anzubieten. Die Alexander von Humboldt ist ein Expeditionsschiff mit hoher Eisklasse 1B. Durch seine hohe Manövrierfähigkeit kann es noch in Fjorde einfahren und wenden, was andere Kreuz-fahrtschiffe nicht realisieren können. Von großem Vorteil erweist sich das Promenadendeck, das alle Passagiere umlaufen können. Das großzügige Kino bieten 98 Personen Platz, und die Bibliothek ist bestens, wenn auch vorwiegend mit englischer Literatur, ausgestattet.

Dem Urteil, dass es sich bei der Alexander von Humboldt um ein gemütliches Schiff handelt, können wir uns nur anschließen. Auch die lockere Ordnung bei den Mahlzeiten kommt an. Die aktuellen Informationen von der Brücke kann jeder Gast gut in seiner Kabine über Kanal 1 empfangen. Auch das sensible Thema “Trinkgeld” spricht Winfried Prinz an.

Noch vor dem Mittagessen werfen wir einen Blick auf die Fjord- und Küstenlandschaft. Leider scheinen uns dichte Nebelschwaden diese besonderen Landschaftsformen verwehren zu wollen. Und während des Mittagessens aktiviert eine Borddurchsage “Walross backbord” die Massen. Auch uns erfasst dieser Sog. Doch wir bekommen nur Robben auf treibenden Eisschollen zu Gesicht und vor die Linse.

Dann dreht die “Alex” auch schon bei und geht im Magdalenenfjord auf Reede. In landschaftlicher Hinsicht ist dieser vergleichsweise kleine Fjord wohl der bekannteste Spitzbergens, da eine Mischung aus alpiner Bergwelt, steilen Fjordwänden und in den Fjord abstürzenden Gletscher sehr reizvoll ist.

Auf der Südseite ragt eine kleine flache Landzunge in den Fjord, auf die mehrere alte Gräber zusammengelegt wurden und vom norwegischen Staat 1930 mit einem Gedenkstein an die Walfänger versehen wurden, die dort vor 200 – 300 Jahren während der “Großen Jagd” ihr Leben verloren.

Trotz Nebel erweist sich diese Anlegestelle als eine Topadresse für alle Kreuzfahrtschiffe. Auch wir sind begeistert. Die vielfältig geformten und gefärbten Eisschollen erzeugen im Sonnenlicht märchenhafte Farb- und Lichtimpressionen.

Das Meer ist weiterhin recht ruhig. Meeresvögel demonstrieren uns bei der Einfahrt ihre Flugkünste.

Leblos erscheinen uns die Berge,  aber bei genauerem Hinsehen mit dem Fernglas entdecken wir Flecken von Moos und Flechten. Kleinere und größere Gletscherzungen sind bis zum Meer vorgedrungen. Kleinere Bruchstücke – grob als auch bizarr – weiß bis türkisblau gefärbt ziehen an uns vorüber

Und wir haben erneutes Glück. Seevögel und Robben zeigen uns ihre “Wohnungen”.

Zodiac-Boote bringen jeweils zehn Personen auf die öde, felsenübersäte Halbinsel an Land und wir gelangen auf einem “breiten Pfad” (jeder sucht sich einen  Weg ) zum Denkmal in der Nähe der Hütte, die den Sysselmannen als Quartier dient.

Vier Ranger achten auf die Einhaltung der Verhaltensregeln in diesem Naturschutzgebiet und achten aber auch im Besonderen darauf, dass keine Eisbären für eine unliebsame Überraschung sorgen. Spuren von Eisbären sind sehr wohl in der Nähe, der frische Abdruck einer Tatze und Fellhaare, die ein Bär beim Wälzen auf dem Boden hinterlassen hat. Aber nicht alle haben ein Auge für diese kleinen Überraschungen: Der Glühweinstand und auch die Würstchenbude lockt manche an.

Vor Betreten dieses Naturschutzgebietes wurden wir speziell auch darum gebeten, auf die brütenden Meeresvögel zu achten, doch mancher der Gäste muss am eigenen Körper erfahren, wie hartnäckig und wirkungsvoll diese Tiere ihr Gelege verteidigen und die “Angreifer” oder zumindest “Eindringlinge” in die Flucht schlagen.

Lediglich eine Stunde dauert der erste Landgang. Wir kehren auf die Alexander von Humboldt zurück, bleiben aber an Deck und blicken auf die Gletscher und Gebirgszüge des Festlandes zurück. Welche Ruhe strahlt diese majestätische Landschaft aus! Bald lichten sich die Nebelschwaden und geben den Blick frei auf die prächtige Bergwelt.  Unbeeindruckt von uns “Störenfrieden” treibt eine Robbe auf einer Eisscholle vorbei.  Mit der Ruhe ist es aber vorbei, als die Borddurchsage “Beluga backbord” alle aufschreckt . Doch der “Sänger der Meere” ist längst wieder abgetaucht, bis alle fotohungrigen Gäste mit Fotoapparat und Videokamera bewaffnet an Deck erscheinen. Der Beluga bleibt in seinem Revier. Eine Borddurchsage muntert uns auf. Wir sollen nicht traurig sein, wenn wir dieses Mal  keinen Erfolg beim Beobachten hatten. Wir sollten uns viel häufiger an Deck aufhalten, das Meer mit dem Fernglas absuchen.

Die “Alex” nimmt um 16.30 Uhr wieder Fahrt auf und erreicht eine Stunde später das offene Meer Richtung Norden. In vier Stunden soll der zweite Landgang erfolgen. Isolde widmet sich kaum den Durchsagen. Sie will einfach raus, hält es in der Kabine nicht mehr aus. Doch alle Informationen sind auf dem ganzen Schiff zu hören, als Winfried Prinz die weitere Planung bekannt gibt.

Gegen 19.40 Uhr wurde die Wasa-Halbinsel umrundet, und die “Alex” fährt nun in den Raudfjord ein. Derzeit herrscht eine Außentemperatur von 1°Celsius. Eine Entscheidung wird erst gegen 21 Uhr getroffen. So hofft jeder, dass sich der dichte Nebel lichtet und uns die prächtigen Ausblicke nicht weiterhin verschließt. Gegen 20 Uhr ist es spannend geworden. Auf der Steuerbordseite machen wir die Hügel- und Bergketten der Fjordlandschaft aus. Darüber hängt aber immer noch eine dichte Dunstglocke, und die Sonne hält sich weiterhin verborgen, was Winfried Prinz lakonisch kommentiert: ”Wie Sie sehen, sehen Sie nichts.” Wir erfahren, dass an dieser Stelle der Fjord fünf Kilometer breit ist und die Berge bis 800 Meter ansteigen.

Dann startet ein Scoutboot um 20.30 Uhr mit den vier Rangern, Winfried Prinz, dem Vizekapitän Michael Block sowie den beiden Lektoren. Und sie kehren mit erfreu-licher Nachricht zurück. Sie haben eine günstige Anlegestelle gefunden.

Überraschend viele Mitreisende entscheiden sich für diesen Landgang, eine Fahrt mit den Zodiacs auf eine Insel, die mit Geröll, Schnee- und Eisflächen, Baumstämmen aus Sibirien und auch Wohlstandsmüll übersät ist. Selbst kleine Korallenästchen finden wir auf diesem Eiland. Das Packeis muss sie von weither hergebracht haben. Der Nebel ist noch dichter geworden. Unser Zodiacfahrer orientiert sich mit dem Kompass und trifft auch ohne Umschweife auf die Alexander von Humboldt.

Die Eindrücke müssen wir erst noch verarbeiten und suchen die Bar auf. Ein “Blue ice” und ein Bier werden uns in den Schlaf wiegen, Doch mein Rücken schmerzt auch noch nach der zweiten Spritzenbehandlung.

Freitag, 24. 06.

Mit einer frühen Durchsage um 7.15 Uhr bringt uns Winfried Prinz auf die Beine. Bereits um 5 Uhr war die “Alex” am Lieftefjord angekommen, aber bald wieder umgekehrt, weil keine Sichtweite garantiert war. Dann trifft die Crew eine folgerichtige Entscheidung. Kapitän John Moulds will seinen Gästen unbedingt etwas bieten und fährt ganz in den Norden Spitzbergens zur Insel Moffen. Und tatsächlich: ein Volltreffer!

Eine Walrosskolonie sonnt sich auf der flachen Insel. Bis 700 Meter kann John Moulds das Schiff heranbringen, und all die Gäste sind im Vorteil, die mit einem besonderen Fotoequipment ausgestattet sind und die Walrösser heranzoomen können.

Gegen 12 Uhr brechen wir zum Magdalenenfjord auf. John Moulds will dicht an die Gletscher heranfahren, sofern der Fjord überhaupt eisfrei ist. Und die Fahrt wird nicht langweilig. Viele Naturbeobachtungen erweitern unseren Horizont. So beobachten wir beispielsweise, wie eine Raubmöve eine Eidermöve tötet.

Mit seinem Vortrag über die Region gibt uns Sven Achtermann Einblick in die klimatischen Zusammenhänge und das reichliche Tierleben. Im Gegensatz zur Antarktis ist das Nordpolarmeer von Land umgeben. Bei 80° Nördlicher Breite haucht der Golfstrom seinen letzten Atem aus, bevor er bei Spitzbergen abknickt und Richtung Süden auf eine salzreiche Tiefenströmung trifft. Während des Vortrags passieren wir die Däneninsel, die sich hinter einer gewaltigen Nebelbank versteckt. Unsere “Alex” wird von allerlei Meeresvögeln begleitet, die ihre Flugkünste vorführen.

Und beim Mittagessen fahren wir in den Madgalenenfjord ein. Der Kapitän hat die richtige Entscheidung getroffen. Bei strahlendem Sonnenschein und bester Sicht nähert sich die “Alex” – vorbei an der gestrigen Anlegestelle –  bis auf 700 Meter an den Gletscher Gullybreen und dann noch vorbei am mächtigen Waggonwaybreen. Deutlich können wir die Bruchkante der Gletscher erkennen und diese tollen Motive auf die Platte bannen.

Gemächlich dreht die “Alex”,  und wir fahren wieder aufs offene Meer hinaus. Mächtige und bizarre Eisschollen bilden eine fotogene Eskorte.

Um 15 Uhr hält Joe einen Informationsvortrag über die geplanten Ausflüge, die der Bericht lediglich stichwortartig erfasst:

Tromso.

Stadtrundfahrt mit Eismeerkathedrale, Botanischer Garten, Universitätsstadt, Tromso-Palme, typische bunte Holzhäuser, teures Urlaubsland, Seefahrerdenkmal am Marktplatz, größter Holzdom Norwegens, Roald Amundsen-Denkmal, 1036 m lange Brücke zur Eismeerkathedrale mit 140 m² Glasfenster.

Tromso.

Stadtrundfahrt mit Storsteinen, Dom, Denkmale, Museum mit Samen, Tromso-Brücke, Eis-meerkathedrale, Kabinenfahrt zu den Storsteinen.

Lofoten.

Fahrt nach Svolvaer und Henningsvaer, Lofotenaquarium, Kunstausstellung mit Filmvorführung.

Kristiansund.

Panoramafahrt zum Klippfischmuseum, interessanter Friedhof (spanische Erde ).

Olden.

Briksdalgletscher, Oldensee mit schönen Fotomotiven, Fußweg zum Gletscher oder Fahrt mit einem Elektrofahrzeug; oder: Jostedalgletscher mit Nationalpark, Fahrt mit 19 Serpentinen und 600 Höhenmetern, Botanischer Garten, Filmdokumentation, danach traditionelles Gebäck “Svele”.

Da im Musiksalon recht “arktische” Temperaturen herrschten, bevorzugen wir nach kurzem Nachmittagskaffee eine heiße Dusche in unserer Kabine. Seit Stunden zieht die “Alex” an Landschaften vorbei, die wir allerdings wegen des Nebels nicht zu Gesicht bekommen. Gut erwärmt  begeben wir uns dann schon um 18 Uhr zum Polar-Galadinner, bei dem alle Gäste, die in Longyearbyen zugestiegen sind,  erwartet werden. Kleidersorgen hat Isolde ausnahmsweise überhaupt keine!

Um 19.30 Uhr werden alle neuen Gäste offiziell durch Kapitän John Moulds und Kreuzfahrtdirektor Winfried Prinz begrüßt, die uns ihre jeweilige Crew vorstellen. John Moulds ist – wie er selbst bestätigt – ein typischer Engländer. Er beherrscht lediglich eine Sprache, kennt aber das deutsche Wort “Buckelwal” und arbeitet derzeit am zweiten Wort “Zwergwal”. Seine Crewmitglieder beherrschen allerdings mindestens zwei Sprachen, viele sogar bis zu sieben Sprachen.   Winfried Prinz bringt in seinen Begrüßungsworten  die Ereignisse der letzten beiden Tage auf den Punkt: “Die letzten beiden Tage sind wir durch Himmel und Hölle gegangen. Nach der Phase der Depression folgte glücklicherweise nun die der Euphorie.” Alle Gäste konnten in dieser kurzen Zeit bereits wichtige und einmalige Highlights erleben getreu des Mottos: das Beste für die Gäste! Trotz neuer Orientierungen und Abstimmungen sei die “Alex” im Zeitplan. Eine echte und gute Teamarbeit habe die beste Lösung  zwischen Anspruch und Machbarkeit gefunden.

Im Anschluss an die Begrüßung nehmen wir die Beiträge der Polar-Galashow mit Künstlern wie Olga Caspruk und Oscar Vadillo auf, die mit einem bunten Potpourri unter der musikalischen Begleitung der Metrogold-Band einen bunten Melodienstrauß offeriert.

 Während wir uns während der Happy Hour noch einen Drink in der Bar genehmigen, denken wir auch über das heutige Motto nach. “Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen – die Auswahl ist groß genug.”

Mitternacht ist längst vorbei. Doch die Faszination über ein unglaubliches Panorama lässt uns nicht zur Ruhe kommen. Die Sonne hat sich zwar hinter einer dichten Wolkenbank versteckt, doch ist es immer noch taghell. Die Eisbarriere begleitet uns an der Backbordseite. Hier am 80. Breitengrad erstreckt sie sich nicht als feste Eismasse, sondern in Form Tausender dicht gedrängter Eisschollen.                         

Dieses “Pfannkucheneis” umschwirren zahlreiche Meeresvögel. Dann müssen wir noch Abschied von den beiden Sysselmannen nehmen.

                                                                                                                    Ein Zodiac nimmt die beiden treuen Begleiter an Bord, wassert und fährt sie einem anderen Boot entgegen, das sich aus der Tiefe nähert. Es dauert, bis beide nebeneinander anlegen können. Die “Fahrrinne” ist ständig blockiert, aber die wendigen Boote haben keine Mühe, sich durch die Eisbrocken zu bahnen.

Der zweite Teil des Reiseberichtes „Zum ewigen Eis nach Spitzbergen“ folgt.

Kofferpacken vor der Kreuzfahrt

Spätestens auf dem Weg zum Flughafen bzw. zum Einschiffungshafen  beginnt es im Kopf der Kreuzfahrer-Neulinge zu rattern: „Habe ich auch nichts vergessen?“ Doch dann ist es meist zu spät. Damit jeder Kreuzfahrtgast sich ohne Stress optimal auf die Kreuzfahrt  einstellen können, hat u. a. Reisebüros Yakee travel eine Checkliste mit den wichtigsten Reisevorbereitungen zusammengestellt. Man kann freilich geteilter Meinung darüber sein, was man mitnehmen soll. Die einen sagen, man solle alles zusammenstellen, was man mitnehmen möchte und dann die Hälfte zu hause lassen. Andere meinen, nimm alles mit, du wirst es schon brauchen. Wir meinen: Jeder sollte einen gesunden Zwischenweg finden. Die Entscheidung, was in den Koffer gehört, hängt von vielen Faktoren ab: Destination, Jahreszeit, Klima. Dennoch kann eine Checkliste helfen, die Vorbereitungen auf die Kreuzfahrt entspannt anzugehen. 

Rechtzeitig vor Reisebeginn prüfen und erledigen

  • Information über den politischen Zustand des Reiselandes (Reisewarnung des Auswärtigen Amtes) Einreisebestimmungen, Visabestimmungen, medizinische Hinweise, Gültigkeit der Reisepapiere
  • Zahlungsmöglichkeiten klären/Geld umtauschen
  • Reiseversicherungen abschließen
  • Impfungen und Arztbesuche (z.B. Impfung ) erledigen
  • Auslandskrankenversicherung abklären ggf. abschließen
  • offene Rechnungen begleichen
  • Zeitung um- oder abbestellen
  • regelmäßige Hauslieferungen abbestellen
  • Fotokopie des Personalausweises/Reisepasses
  • Vertrauensperson für Pflanzen, Tiere, Post, Müll
  • Wohnungsaufsicht organisieren
  • Registriernummer des Fotos/der Videokamera notieren und auf die Reise mitnehmen

Einen Tag vorher

  • Gepäck wiegen ( 20 kg)
  • Netz-, Antenne, Telefonstecker herausziehen
  • Außensteckdosen abschalten
  • Haus- und Briefkastenschlüssel hinterlegen
  • Urlaubsanschrift hinterlassen
  • Gepäckstücke mit Adressenanhängern versehen

Am Urlaubstag

  • Gas, Licht abschalten
  • Kühlschrank abschalten/abtauen ggf. Tür offen lassen
  • Heizung aus-/niedrig schalten
  • Wasser bei Geschirrspüler, Waschmaschine abdrehen
  • Fenster und Türen sichern à Alarmanlage
  • Kleingeld für Taxi, Gepäckträger richten
  • rechtzeitig Fahrt zum Flughafen/Zubringerbus antreten

Was gehört ins Handgepäck?

  • Bargeld / Reiseschecks
  • Tickets und Hotelgutschein
  • Impfausweis
  • Kreditkarte
  • Personalausweis/Reisepass
  • Foto, Videokamera Filme, Videokassetten
  • Sonnenbrille
  • Ersatzbrille
  • Foto, Kamera
  • Medikamente
  • Reise-Apotheke
  • persönliche Medikamente
  • Magen-Darmtabletten (Beipackzettel)
  • Abführmittel (Beipackzettel)
  • Mittel gegen Übelkeit (Beipackzettel) und Reisekrankheit
  • Pflaster
  • Bescheinigung des Arztes bei der Mitnahme von Spritzen
  • Erfrischungstücher
  • TempotaschentücherImpfpass/Blutspendepass
  • ggf. Mittel gegen Thrombose

Was gehört in den Koffer?

  • Schere, Nagelfeile, Haarspray , Kosmetika
  • Kleidung für warme und kalte Tage
  • Schlafsachen
  • Badesachen und Badeschuhe
  • Geldversteck (z. B. Brustbeutel)
  • Schuhe für jeden Anlass
  • Waschutensilien für Körper und Kleidung
  • Schuhputzmittel
  • Pflegemittel (Shampoo, Deo, Kosmetika)
  • Zahnpflegemittel
  • Nähzeug
  • Unterwäsche
  • Socken, Strümpfe, Strumpfhosen
  • T-Shirt, Obertteile, Rock, Hosen
  • Kopfbedeckung für die Sonne
  • ggf. Stromadapter, Fön, Rasierapparat
  • Taschenlampe
  • Sonnenbrille
  • Ladegerät für Akku
  • Reiseführer / Urlaubslektüre
  • Schreibzeug / Adressenliste
  • Visitenkarten
  • spezielle Adressen

Dokumentenliste

Der Gast sollte eine solche Liste mit allen Angaben sorgfältig anlegen, damit er im Verlustfalle sofort und ohne lange zu suchen alle Daten durchgeben kann und ihm kein weiterer Schaden entsteht.

EC-Karte:

Nummer:  
Sperren unter: +49 (0)

VISA-Karte:

Nummer:  
Sperren im Inland: 116 116
Sperren im Ausland: +49 116 116

Personalausweis

Nummer:  
Ausstellungsdatum:  
Ausstellungsort:  

Reisepass

Passnummer:  
Ausstellungsdatum:  
Ausstellungsort:  

Auf jeden Fall sollte der Gast eine Sicherheitskopie dieser Dokumente anfertigen und gesondert aufbewahren.

Kamera/Videokamera

Fabrikat:  
Bezeichnung:  
Reg.-Nr.:  
Merkmale:  

Tipps zum Kofferpacke

  • 1. Der Koffer sollte mit einem bunten Band umgürtet sein. So kann er jederzeit wieder rechtzeitig aufgefunden werden. Dieses Band ist auch hilfreich für den Fall, dass einmal das Schloss bricht.
  • 2. Wer mit seinem Partner reist, packt die Kleidungsstücke am besten gemischt ein. Sollte beispielsweise auf dem Flug zum Einschiffungshafen ein Koffer verloren gehen, so hast der Gast wenigstens einen Teil seiner Garderobe an Bord.
  • 3. Wer seine Koffer abschließt, sollte stets auch einen Ersatzschlüssel mitnehmen, damit bei Verlust eines Schlüssels der Koffer nicht aufgebrochen werden muss.
  • 4. der Name und die Heimatadresse (groß auf einem Extrablatt) sollte der Gast ebenfalls in dem Koffer aufbewahren.

Jeder Kreuzfahrer empfindet es als eine Wohltat, dass er während seines Aufenthaltes auf dem Kreuzfahrtschiff  sein Zimmer ( sprich Kabine ) nicht wechseln muss und somit das Kofferpacken mehrmals während seines Urlaubs entfällt.

Normalerweise gibt es für den Gast auf dem Kreuzfahrtschiff kein Limit, wie viel Gepäck er mitnehmen darf. Durch den doch eingeschränkten Schrankplatz sollte der Gast lediglich die Kleidung mitnehmen, die er wirklich benötigt. Platz sollte der Gast auch noch für Sachen haben, die er während seiner Kreuzfahrt kauft.

Gepäckservice TEfra

Mit dem Gepäckservice TEFra beginnt die Kreuzfahrt bereits an der Haustür. TEfra befördert das Gepäck von dort bis in Ihre Kabine und auch wieder zurück, so dass der Gast entspannt seiner Kreuzfahrt entgegen sehen kann. Die gebührenfreie Rufnummer ist: 0800 500 2352.