Felix Federhahns Erfahrungen in der Antarktis

„Behutsamkeit und Respekt vor den Geschöpfen“ hatten ihm, dem Felix Federhahn, noch vor der Ankunft in dem weißen Kontinent die Referenten an Bord des Eisbrechers eingetrichtert. Daran wollte er sich unbedingt auch halten.

Nun stand er auf einer riesigen Eisfläche, stand nur da, wo er von dem Expeditionsschlauchboot abgesetzt worden war, und wusste wirklich nicht, wie er der übermächtigen Gruppe der Pinguine begegnen sollte. Er sollte ja unbedingt Abstand wahren, dieses Tiere auf keinen Fall stören und sich auch nicht hektisch bewegen. Wie denn? Kaum konnte Felix Federhahn ein paar Schritte zur Seite wagen. Überall hockten, lagen, standen oder kackten die Pinguine. Auch zur anderen Seite konnte er sich nicht bewegen, und nach vorn und hinten buying acomplia online gab es die gleichen Probleme.

Kein Reiseleiter war zugegen, den er hätte um Rat fragen können. So blieb ihm nichts anderes übrig, als sich überhaupt nicht zu bewegen, schon gar nicht hektisch, blieb wie eine erstarrte Säule vor Ort – er wollte ja auch niemanden stören – und blieb auf Maximalabstand.

Felix Federhahn hielt sich an die Vorgabe, sich ja nicht hektisch zu bewegen und auch Abstand zu halten. Wie konnte er diese Frackträger denn stören! Allerdings hielten sich nicht alle Pinguine an den Referenten-Auftrag. Ein Prachtexemplar löste sich alsbald aus der Gruppe , scherte aus und watschelte schnurstracks auf den ungebetenen Gast zu, blieb vor ihm stehen, bewegte sondierend seinen Kopf hin und her, starrte gebannt auf das rechte Bein von Felix Federhahn und hackte zielsicher zu. Damit aber nicht genug, das Pinguinmännchen – oder war es doch ein Pinguinweibchen – zog und zerrte an seiner Hose, zog und zerrte und schlug wie wild mit den Stummelflügelchen. Endlich ließ der Antarktisbewohner unter erbärmlichem Krächzen los und verabschiedete sich mit einem weißen, stinkenden Strahl auf Felix Federhahns Hose.

Felix Federhahn blieb immer noch ruhig stehen, machte keine hektischen Bewegungen und vermochte auch niemanden zu stören. Der Pinguin hatte sich längst wieder zu seinesgleichen begeben und berichtete triumphierend von seiner Begegnung mit dem regungslosen Zweibeiner, der sich nicht bewegen konnte. Felix Federhahn hatte für heute genug Vorgaben eingehalten und ließ sich umgehend zum Expeditionsschiff zurückbringen, wo er sogleich die Bord-Wäscherei aufsuchte.

Eine Frage ließ ihn in den nächsten Stunden nicht mehr los. Warum hatte er sich für diese Expeditionsreise in die Antarktis entschlossen? Da gab es schon viele Antworten. Die grenzenlose Schönheit wollte er erleben, die Wunder mit eigenen Augen sehen, die blau schimmernden Eisberge beobachten und unvergessliche Landgänge genießen. Die erste Bilanz auf dem weißen Kontinent fiel alles andere als beglückend aus. Die Fahrt durch die Drake-Passage hatte Felix Federhahn nur mit einem Klebepflaster hinter seinem rechten Ohr einigermaßen überstanden, hatte die ersten Mahlzeiten an Bord meistens allein zu sich genommen, obwohl er sich für einen Sechsertisch hatte einteilen lassen, und vermisste die versierte Mittelsechzigerin, die auf dem Flug neben ihm gesessen und ihm ununterbrochen die Vorzüge einer solchen Antarktisreise eingeredet hatte, zumal sie – sie hatte sich übrigens als Veronika vorgestellt – bereits zum dritten Mal die gleiche Reise angetreten hatte.

Kaum war das Expeditionsboot am Ziel eingetroffen, herrschte äußerste Aufregung an Bord. Die Mitreisenden stürmten von links nach rechts, nach vorn und nach hinten, immer wieder lockte eine Durchsage des Kapitäns die Massen in die bevorzugte Beobachtungsecke. Mal war eine schneebedeckter Berggipfel in Sicht, dann faszinierte ein riesiger Tafeleisberg, dann tauchte ein Wal auf, und die Mitreisenden blieben ständig in Bewegung, das durften sie ja auch an Bord, nur an Land sollten sie sich kaum und schon gar nicht hektisch bewegen. Die Hektik tobten die meisten selbsternannten Entdecker an Bord aus.

Felix Federhahn wollte sich unbedingt an seine Flugnachbarin halten, die doch so viel über die örtlichen Begebenheiten zu berichten wusste, und er als völliger Antarktis-Neuling vom Erfahrungsgut der Veronika profitieren wollte. Doch wo war Veronika? Die Teilnehmer dieser Expeditionsreise trugen alle die gleichen Expeditionsjacken, waren mit Schals, Mützen und bisweilen sogar mit übertriebenen Gletscherbrillen zur Unkenntlichkeit vermummt, so dass Felix Federhahn mehrere Versuche starten und dieses Vermummungspotential ansprechen musste, bevor er endlich Veronika vor sich hatte und die ihn dann – wie erwartet – mit einem überschwänglichen Redeefluss überfiel.

Veronika führte ihn dann auch schon am gleichen Nachmittag beim Bord-Kaffee in die Antarktisgesellschaft ein. Er lernte die äußerst schlanke Marie aus Korsika kennen, die eher einer Bohnenstange als einem weiblichen Modell glich, sollte sich mit der Tischnachbarin Vanessa aus dem hohen Norden unterhalten, die ihn allerdings ständig und konsequent mit einem falsettähnlichen Gepiepse überhäufte und er sich überhaupt nicht vorstellen konnte, wie er die nächsten Tage bei diesen verbalen Attacken überleben sollte. Lange wusste Felix Federhahn auch nicht, wen er am meisten bedauern sollte, Vanessa, Mari, Veronika oder doch sich selbst. So entschloss er sich, die Antwort auf diese schwerwiegende Frage zunächst zurückzustellen.

Da Felix Federhahn liebevoll in den Kreis dieser Damen eingeführt und auch aufgenommen worden war, konnte er sich beim nächsten Landgang auch nicht dieser Damenriege entziehen, entschloss sich aber, mehr auf die Natur zu achten, Abstand zu halten, keine hektischen Bewegungen zu machen und auch niemanden zu stören.

Gemeinsam mit den Drei-Mädel-Club hatte Felix Federhahn die Brutkolonie von Kaiserpinguinen betreten. Vanessa übte sich gerade wieder mit höchsten Wortfetzen, war sie doch nicht sicheren Fußes auf der Eisfläche gestrandet, sondern hatte vor lauter Gerede den sicheren Abstand von Wasser zu Eis verpasst und mit dem rechten Fuß im eiskalten Wasser gelandet. Doch sie wollte nicht aufs sichere Schiff zurück, sondern unbedingt Bekanntschaft mit dem Pinguin-Empfangskomitee machen. Das Glück klebte Vanessa allerdings an diesem Tag nicht auf den Sohlen. Während sie sich wirklich vorbildlich an die Referenten-Vorgaben hielt, sich nicht hektisch bewegte, niemanden zu stören versuchte und auch Abstand hielt, hatte sie allerdings die Rechnung ohne die gefiederten Bewohner gemacht. Kaum hatte sich Vanessa von der eiskalten Begegnung erholt, stürzte sich ein Prachtexemplar von Sturmvogel im Sturzflug auf Vanessas Kopfbedeckung, erwischte sie auch mit dem festen Schnabel, ließ sie aber nach wenigen Metern wieder plumpsen. Doch die Beute fiel nicht auf die Eisfläche, sondern landete im Wasser, was die Stimmlage der Beraubten noch höher anschwellen ließ.

Doch diese Attacke war nicht die einzige, die Vanessa an diesem Tag überstehen musste. Denn auch der Besuch einer Robbenkolonie stand auf dem Tagesprogramm. Die meisten Bewohner ließen sich von den Eindringlingen nicht stören, beachteten sie auch kaum, und selbst hektische Bewegungen hätten diese Fleischrollen kaum aus der Ruhe bringen können. Einen kurzen Augenblick vergaß Vanessa allerdings, was die Referenten allen Mitreisenden dringend ans Herz gelegt hatten: Abstand halten!

Sie näherte sich einer Robbe, die anscheinend tot neben ihren Genossen lag. Vanessa wollte sich sogar davon überzeugen, dass dieses Prachtexemplar wirklich nicht mehr lebte. Doch als Bewegung in die Robbe kam, sie fauchend auf Vanessa zurobbte und eindringlich zeigte, wer Herr des Landes war, floh Vanessa kreischend zum Landungssteg. Nach dieser Begegnung wurde es still um Vanessa, sie entschwand nach Rückkehr aufs Schiff in ihrer Kabine und kehrte erst am nächsten Tag in den Kreis der Mädel-Riege zurück.

Felix Federhahn beschloss, sich erst einmal am Buffet zu stärken, bevor auch er in den Kreis der mitreisenden Damen zurückkehrte, die sich bereits wieder für die nächste Expeditionsreise interessierten, ihre Adressen austauschten und auch Felix Federhahn animierten, Gleiches zu tun. Doch der Angesprochene litt plötzlich unter Gedächtnisverlust und gab Veronika, Vanessa und auch Marie die Anschrift seines betagten Freundes. Ein nochmaliges Treffen wollte er auf alle Fälle vermeiden, selbst wenn er sich zu einer Wiederholung dieser Reise entschließen sollte. Er hielt sich an die Vorgaben der Referenten, die eigentlich doch nur auf die Begegnung mit der Tierwelt gedacht waren: Abstand halten, niemanden stören!

Erfolgreiche Verschönerung der Expeditionsschiff MS Hanseatic

Das vor 25 Jahren in Dienst gestellte einzigartige Expeditionsschiff mit 5 Sternen, die „MS Hanseatic“ hat eine erfolgreiche Verschönerung auf der Bredo-Werft in Bremerhaven erfahren. Das mit der höchsten Eisklasse ausgestattete Passagierschiff, 123 m lang und 18 m breit, kann lediglich 184 Gäste aufnehmen.

Nunmehr hat sich die „MS Hanseatic“ für die kommenden Passagiere herausgeputzt und sie erstrahlt in neuem Glanz. Zu den umfangreichsten Arbeiten gehörte der Austausch aller Kabinenfenster, außerdem wurden die Bäder in den Suiten erneuert. Dort finden sich nun separate Badewannen und Duschen. Für die Wände wurde Marmor verwendet und Granit für die Fußböden. Außerdem erhielten zwei Suiten ein komplett neues Design.

Umgebaut wurden der Friseursalon in ein Styling- und Kosmetikstudio. Außerdem findet sich an Deck nun eine neue Beleuchtungs- und Soundanlage. Mit einem neuem “Kunst an Bord”-Konzept möchte man nicht nur für ein moderneres Ambiente sorgen, sondern auch den Expeditionsgedanken des Expeditions-schiffes unterstreichen. Die hochwertigen Schwarzweißdrucke zeigen Aufnahmen aus der Natur- und Tierfotografie.

Aktive Naturerlebnisse bei Polar-Expeditionen

Die niederländische Reederei Oceanwide Expeditions hat mit dem ehemaligen Marineschiff „MS Plancius“ ein neues Expeditionskreuzfahrtschiff aufgenommen. Die „MS Plancius“, 1976 gebaut, diente bis 2004 als ozeanografisches Forschungsschiff für die Königliche Holländische Marine. Im Jahre 2009 wird das Schiff komplett umgebaut und startet nun ab Januar 2010 auf technisch neustem Stand als modernes Expeditionsschiff für Polarfahrten.

Bis zum Winter 2010/2011 bricht die „MS Plancius“ zu insgesamt 19 Antarktis-Routen auf, in die Arktis führen noch zwölf Seereisen. Die Reederei setzt bei ihren Expeditionsreisen auf aktive Naturerlebnisse wie Campen, Kajakfahren, Tauchen und Schneeschuhwandern.

Eine spezielle Trekking-Tour gibt es im Sommer 2010 in Spitzbergen. Im Oktober 2010 werden sich die Gäste mit Skiern und Schlitten in Südgeorgien den Spuren des Polarforschers Sir Ernest Shackleton folgen.

Die hautnahen Naturerlebnisse bei den Expeditionsreisen der „MS Plancius“ sind in den Katalogen vieler deutscher Veranstalter zu finden.

Eistörns nach Spitzbergen

 

Die Eis-Spezialistin „Fram“ unter der Hurtigruten-Flagge unternimmt im Herbst 2009 zum ersten Male eine Nordland-Expeditionsreise nach Grönland, Labrador und Neufundland.  Diese Kreuzfahrt beginnt an der südgrönländischen Küste, nimmt Fahrt auf nach Kanada und endet mit der spektakulären Einfahrt in den New Yorker Hafen.

„Nordstjernen“, das traditionelle und älteste  Hurtigruten-Schiff, wird an 22 Terminen zu einer „Stippvisite Spitzbergen“ aufbrechen und auch eine vierzehntägige Nordlandreise zu den norwegischen Inseln und Fjorden unternehmen.

Wer einen Termin verpasst hat, kann auch mit dem Eisbrecher „Polar Star“ an elf Terminen im Juni und August Spitzbergen besuchen. Die MS Polar Star wurde 1969 in Finnland gebaut und fuhr als Eisbrecher unter dem Namen „Njord“ in der schwedischen Marine. Seit dem letzten Umbau im Jahr 2001 stellt sie ein ideales, modernes Expeditionsschiff für die Polarmeere dar. Die MS Polar Star ist der erste Eisbrecher, der ausschließlich für Expeditionsreisen umgebaut wurde.

 

 

Kreuzfahrt ins Reich der Eisbären und Pinguine

 

Im August 2009 bringt die „Antarctic Dream“ die Gäste auf den Spuren der berühmten Polarforschen nach Spitzbergen isn Reich der Eisbären.  Geleitet wird diese Kreuzfahrt vom Naturfotografen und Reiseleiter Helfried Weyer. Mit dabei sind wissenschaftliche Lektoren, welche die Landgänge gestalten.

Bereits vor 560 Jahren wurde die Antarctic Dream in den Niederlanden gebaut, stand zunächst im Dienst der Chilenischen Marine und wurde 2004 zu einem schicken Expeditionsschiff mit Eisklasse 1a und mit besonderer Note umgebaut.  Die Antarctic Dream ist 83 Meter lang und 12 Meter breit und verfügt über 42 Kabinen, die alle mit DU/WC ausgestattet sind. Nicht nur die einmalige Eis- und Gletscherwelt wird die Passagiere begeistern, sondern auch die artenreiche und unverwechselbare Tierwelt.

Praktisch auf jeder polaren Schiffsreise ergeben sich – wenn auch kurze – Gelegenheiten, Wale und Delfine zu beobachten. Der Gast sollte allerdings sein Fernglas immer in Griffnähe haben. In den flachen Küstengewässern oder an den Packeisflächen bei Spitzbergen kann der Passagier oftmals ganze Kolonien von Walrossen beobachten. Auch hierbei ist es wichtig, ein Fernglas und/oder einen Foto mit Teleobjektiv zur Hand zu haben, denn näher als 500 Meter wird der Kapitän das Kreuzfahrtschiff nicht an die Kolonien der größten Robben heranbringen.  Beim Durchfahren von Packeiszonen werden aber zahllose kleinere Robbenarten die Eisplatten bevölkern und dem langsam dahingleitenden Expeditionsschiff nur unmittelbar vor einer Berühung ausweichen und abtauchen. Den Eisbär kann der Passagier lediglich nur mit viel Glück zu Gesicht bekommen. Durch das schwindende und abschmelzende Eis ist der Lebensraum des größten Landtieres der Erde knapp geworden. Die Chance, einem Eisbär wirklich zu begegnen, ist auf Spitzbergen eher gegeben als in Grönland

Ab dem 7. Dezember 2009 und ab dem 18. Februar 2010 bringt die Antarctis Dream die Antarktis-Fans durch die berühmte Drake-Passage elf Tage lang zu etlichen Highlights der Antarktis. Der Antarktis-Liebhaber weiß, dass das Südpolargebiet diejenigen Meere und Landflächen umfasst, die südlich der Polarfront liegen.  Zur Antarktis gehören der Kontinent Antarktika und das ihn umschließende Südpolarmeer. Über 99% der Antarktis sind vergletschert, und mit etwas Glück kann der Gast beobachten, wie die weltgrößten Eisberge von riesigen Schelfeisflächen abbrechen.

Der geografische Südpol liegt im Zentrum der Antarktika, einer riesigen Eiskappe. Außer Moosen und Flechten bekommt der Gast kaum anderen Pflanzen zu Gesicht, die Antarktis ist sicherlich kein Ort zum Botanisieren, lediglich an den eisfreien Küstenstreifen kann er auf die Antarktis-Schmiele und den Antarktischen Perlwurz treffen. 

Entschädigt wird der Naturliebhaber aber durch die Zutraulichkeit der Tiere, besonders der Pinguine. Da es vor Ort keine Landraubtiere gibt, fühlen sich die „Fracktiere“ und auch die Vögel und Säuger an den Ufern sicher und nehmen von den Besuchern kaum Notiz. Walsichtungen sind in der Antarktis aber wahrscheinlicher als im Norden. Begeistert wird der Gast auch über die großen Kolonien der See-Elefanten sein. Schließlich wird sich der Gast kaum an den zahllosen Pinguinen satt sehen können, die den Weißen Kontinent wie keine andere Tierart versinnbildlichen.

 

Zum ewigen Eis nach Spitzbergen

 

Teil 3/3

Sonntag, 26. 06.

Heute herrscht leider kein Sonntagswetter. Die Außentemperatur von 7°  lässt ebenfalls keine Hochstimmung aufkommen. Nichts als Nebel können wir an Deck ausmachen.

Ali zieht mit seiner Sportgruppe “um die Häuser”, und bei einer Schiffslänge von 133 hat er bald auch seine Meile erreicht. An Deck sind die allermeisten Gäste in Bewegung. Ali hat sie an-scheinend angesteckt.  Immer wieder kommt es daher durch die gegenläufigen Laufrichtungen zu Stockungen, zumal auch manche Gäste mitten auf der Umlaufbahn gehen. Doch keine Meeres-vögel umkreisen die “Alex”. Nieselregen setzt ein und vertreibt die Bewegungs-hungrigen.

Noch drei Stunden werden vergehen, bevor wir in Tromso am Pier festmachen. Norwegens Küste können wir zwar schon erkennen, doch die fehlende Sonne und der Regen lassen kaum Fotos zu.

Wir nutzen die Zeit bis zum Tagesausflug, dass wir uns bei Sven Achtermann Informationen über Eisbären abholen, die wir leider auf Spitzbergen nicht zu Gesicht bekommen haben, aber doch vorwiegend am Treibeis des Nordpolarmeeres und an den umgebenden arktischen Landstrichen beheimatet ist:

  • Körperlänge 2,5 m, Schulterhöhe 1,6 m
  • Normalgewicht 500 kg, vor dem Winterschlag 700 kg
  • schmaler Kopf mit kleinen abgerundeten Ohren
  • guter Geruchssinn
  • besitzen kaum Mimik oder Gebärden
  • gelten daher als unberechenbar
  • gelblich weißes Fell
  • Fußsohle dicht behaart ( Kälteschutz und Rutschfestigkeit )
  • Füße sind “Schneeschuhe” und “Paddel” zugleich
  • hervorragende Schwimmer und Taucher
  • haben kein festes Revier;                                                                                    
  • schnelle und ausdauernde Läufer
  • gewaltige Sprungkraft, überspringen leicht Gletscherspalten bis 5m Breite
  • vorwiegend Fleischfresser, bis zu 60-80 Robben pro Jahr;
  • aber  auch Allesfress (Vorräte der Forschungsstationen )
  • typische ruppige Einzelgänger
  • halten Winterschlaf für 4 Monate; Herzfrequenz wird um 50% reduziert, verlieren dabei ¼ ihres Körpergewichts
  • Alter: 20 Jahre

Gegen 11.30 Uhr kreuz die Alexander von Humboldt vor den Fjorden der Nordküste. Der Lotse kommt an Bord, und auch die “Begleitmöven” finden sich wieder ein. Den Tagesausflug schenken wir uns und machen uns allein auf, die Stadt zu besichtigen, zumal wir im Vorjahr an einem geführten Tagesausflug teilgenommen haben. Die Hafenstadt liegt auf einer kleinen Insel, die mit dem Festland durch eine 1036 m lange und 43 m hohe Brücke verbunden ist. Tromso ist ein bedeutender Fischereiplatz, die Vegetation üppig. Auffällig ist besonders die “Tromso-Palme”, eine Mischung  aus Farn, Palme und Brennnessel. Tromso war Ausgangspunkt vieler Arktis-Expeditionen ( Tor zur Arktis ). Die “Alex” muss die ganze Insel umfahren, bevor sie im Stadtzentrum anlegen kann.

Uns ist diese Entscheidung recht. Nun können wir zu Fuß die wichtigsten Stationen in der Stadt besuchen.

Selbst der Regen hält uns heute nicht zurück. Wichtige Stationen ist für uns das Seefahrerdenkmal auf dem Marktplatz und am Südende der Storget – Fußgängerzone die Domkirche ( 1861 aus Holz erbaut ). Die Straßen sind ziemlich leer. Am heutigen Sonntag sind alle Läden geschlossen, ein Einkaufsbummel fällt daher buch-stäblich ins Wasser. Aber wir entschließen uns, über die Tromso-Brücke zur Eismeerkathedrale zu wandern.

1965 wurde sie von Architekt Jan Inge Hovig entworfen und gebaut. Ihre beiden Giebel stellen die Polarnacht und das Nordlicht dar. Unsere Aufmerksamkeit wird aber auf das 140m² große Glasgemälde gelenkt, das die Wiederkehr Christi darstellt. Ohne Umschweife legen wir den Rückweg zum Schiff zurück bei 7° Außentemperatur und völlig aufgeweicht. Nach zwei-stündigem Fußweg triefen wir, doch im Bügelzimmer gegenüber unserer Kabine können wir die Jeans wieder trocknen. Die Jacken hängen wir dekorativ in unserer Kabine auf. Heute werden wir im Restaurant das Nachtessen einnehmen. Wir sind angenehm überrascht, was Angebot und Service betrifft.

Und auch der interessante und lebendige  Dia-Vortrag von Winfried Prinz ( Erstes Abenteuer Antarktis mit der Alexander von Humboldt ) trägt dazu bei, dass wir wieder einmal einen ereignisreichen und abwechslungsreichen Tag auf der “Alex” verbringen durften. Der Bar statten wir heute nur einen kurzen Besuch ab, denn morgen steht ab 6.30 Uhr ein wichtiges Ereignis an: Wir passieren den Eingang zum Troll-Fjord.

Montag, 27. 06.

Heute sind wir schon früh auf den Beinen. Ab 4 Uhr können wir nicht mehr schlafen. Wir blicken auf das Meer, es ist bewegt, aber noch nicht unangenehm. Um 5.30 Uhr hält´s uns nicht mehr im Bett: aufstehen, duschen, anziehen. Nach Ankündigung von Winfried Prinz werden wir um 6.30 Uhr den Eingang zum engen Trollfjord passieren. Der Wind frischt auf, und da sind wir doppelt froh, um 6.45 Uhr tatsächlich in den Trollfjord einzubiegen.

Langsam gleitet die “Alex” an den steilen Felswänden vorbei. Wasserfälle springen in den Fjord, dennoch umgibt uns eine unglaubliche Ruhe.

An einem Felswandabschnitt haben sich die Besucherschiffe mit großen aufgemalten Schriftzügen verewigt. John Mouls lenkt die “Alex” bis zum Fjordende, dreht dann langsam auf der Stelle und kehrt zurück.

 Leider verdirbt dann doch starker Regen die Fotoausbeute auf dem Rückweg.

Nach diesem eindrucksvollen Abstecher in den sagenumwobenen Trollfjord bringt uns die Alexander von Humboldt zum Hauptort und Verwaltungszentrum der Lofoten, nach Svolvaer an der südlichen Küste der Insel Austvagoy. Gerade einmal 4000 Einwohner leben hier, allerdings steigt diese Zahl um weitere 2000 Personen wäh-rend der Zeit des Dorschfangs zwischen Februar und April. Der Besuch der Lofoten lohnt sich. “Zerklüftete, mit ewigem Schnee überzuckerte Bergspitzen ragen jäh aus dem Meer auf. Die Inselgruppe liegt vollständig über dem nördlichen Polarkreis und bildet eine 120 km lange Kette, die vom Festland durch die dunklen Tiefen des Vestfjords getrennt wird.

Viele kleinere und größere Inseln sind unsere ständigen Begleiter. Nackter Fels ist dominant, aber auch eine eigenartige Vegetation prägt diese Inselkette.  Während wir vorbei gleiten, stellt sich die Frage: Sind alle Inseln unbewohnt? Wir können keine Häuser entdecken. Doch später beantworten Hütte und Häuser die gestellte Frage. In der geschützten Zone gleitet die “Alex” ruhig dahin, doch wir beobachten auch starke Brandung, die schäumend auf die Inselgruppe prallt. Um 8 Uhr sind wir noch 3 sm von Svolvaer entfernt. Die “Alex” verlangsamt ihre Fahrt. Der Wind nimmt zu. Seestärke 3 meldet die Brücke.

Schon bei der Hafenmole entdecken wir die leeren Trockengestelle für die Stockfische. Die Ausbeute wurde längst in alle Welt, vornehmlich auch nach Italien verschickt.

Für den Ausflug werden wir der Reiseleiterin Bettina und dem Busfahrer Knut zugewiesen. Die fünf Hauptinseln sind durch Tunnels verbunden. 25000 Einwohner leben hier auf 183 km². Die mittlere Insel Lofoda ( Luchsfuß ) hat der gesamten Inselgruppe den Namen gegeben. Die kleineren Berge wurden während der Eiszeit abgeschliffen, sind daher rund, die höheren Berg, die bis auf 900 m ansteigen, sind spitz, allerdings nicht mit Eis bedeckt.

In Kabelvog fällt die Holzkirche auf, die 1200 Personen Platz bietet. Viele Fischer werden zur Laichzeit der arktischen Dorsche angelockt. Früher lebten diese Fischer zunächst unter den umgedrehten Booten. Später ließ der König für diese Fischer kleine Holzhütten ( “rorbuer” ) bauen.

Jeweils 12 Personen fanden in diesen Hütten Platz und waren nun viel besser gegen die harte Witterung geschützt. Der Fischfang wurde gleich an Ort und Stelle verarbeitet: Kopf ab, ausgenommen, jeweils zwei Dorsche am Schwanz zusammengebunden und über die Trockengestelle gehängt. Während der Trockenphase verloren die Dorsche 80° ihres Gewichts. Die getrockneten Fische sind dann anbegrenzt haltbar.

Wir fahren mit dem Bus nach Henningsvaer weiter. Während des kaum einstündigen Aufenthalts gibt uns eine Diaschau einen instruktiven Einblick in den Jahresablauf der Bewohner. Nur noch 20% der Bevölkerung lebt derzeit von der Fischerei. Allerdings bildet die Lachszucht die drittgrößte Einnahmequelle des Staates. Bettina weiß zu berichten, dass 70% der Lachsproduktion aus norwegischen Zuchten stammt und die Fische etwa vier Wochen vor der “Ernte” für eine rote Färbung des Fleisches Betacaroton als Futterzusatz erhalten.

Auf der Insel gibt es zwei lokale Zeitungen. Besonders beliebt ist die Oktoberausgabe mit einer Auflistung aller Einwohner. In diese Liste sind auch die Angaben Verdienst, Steuern und Vermögen aufgenommen. Die Banken melden jeweils zum 31. 12. Die Kontostände aller Einwohner. Die Versicherungen melden alle Objekte. Somit steht für das Finanzamt die Vermögenssteuer fest. Das durchschnittliche Alter eines Pkw liegt bei 17 Jahren. Beim Kauf eines Autos erhebt der Staat Luxussteuern, die allerdings wieder in den Ausbau des Straßennetzes zurückfließen. Mit rund 35000€ Jahreseinkommen lie-gen die Inselbewohner deut-lich höher als ein mittleres Jahreseinkommen in Deutschland. Etwa 40% des Einkommens fallen auf den Lofoten für Steuern und Sozialabgaben an. Die Mehrwertsteuer liegt aber bei 25%. Schon in frühen Jahren erwirbt man sich ein Haus oder eine Eigentumswohnung.

Nach diesem gedanklichen Ausflug in das Realleben stat ten wir dem 1989 eröffneten Lofotenaquarium in Kabelvog einen Besuch ab. Jährlich bringt der Besucherstrom 50000 Interessierte nach Kabelvog. Dennoch müssen wir uns eingestehen, dass das Umfeld und die Außenanlagen keinen “berauschenden Ein-druck” auf uns machen.

Kurz nach 12 Uhr sind wir auf der Alexander von Humboldt zurück. Erstmals finden wir im Veranda-Restaurant zum Mittagessen keinen Platz  und weichen in die angrenzende Bar aus. Danach gönnen wir uns eine längere Verschnaufpause. Die Auf- und Abwärtsbewegung der “Alex” schaukelt uns in den Schlaf. Den interessanten Vortrag des Ornithologen Sven Achtermann “Fas-zinierender Vogelflug”  verpassen wir fast, können aber auf Kanal 2 des Fernsehens den Vortrag mitverfolgen.

Ein Blick nach draußen verspricht eine Wetterbesserung. Die Wolkendecke reißt stellenweise auf, und die Sonne lässt kleinere und größere Flächen schillernd aufleuchten. Die Seestärke frischt bisweilen auf 5 auf, die Außentemperatur bleibt mit 11° konstant. Isoldes “Takelage” dauert heute länger.

Das “Skandinavische Abendessen” hat längst begonnen, und sie fönt immer noch ihre Haare. Und mit einem “Totaler Stress!” schlüpft sie dann doch noch in das richtige Outfit.

Mit einer “Crewshow” ist das Abend programm gerettet. Der Zweite Kapitän Michael Block führt durch das abwechslungsreiche Programm. Einzelkünstler tragen Lieder aus ihrer Heimat vor, bieten Tänze aus den Philippinen dar. Ali führt in die Welt der Zauberei ein. Zur großen Überraschung trägt dann aber auch die “Alex-Band” unter Mitwirkung des Kapitäns, des Kreuzfahrtdirektors , des Bordarztes und des Sicherheitschefs bei. Und  als sich als Abschluss alle Akteure zu einem furiosen Finale auf der Bühne einfinden, unterstreichen alle Gäste ihre Zustimmung und Begeisterung für die Aussage des Gesamtchors “We are the Champion”  und ernten herzlichen Beifall, der vielleicht einer Profigruppe in diesem Maße nicht zuteil geworden wäre.

Isolde ist die Schaukelei nicht bekommen. Um 1 Uhr “opfert” sie wieder ihr Nachtessen.

Dienstag, 28. 06.

Der neue Tag beginnt, wie der Montag sich verabschiedet hat: Seestärke 4-6, Luftfeuchtigkeit 90%, Außentemperatur 9°.  25 sm von der norwegischen Küste entfernt fährt die “Alex” nach Süden. Um 11.15 Uhr sind wir noch 80 sm von Kristiansund entfernt. Ein Aufenthalt an Deck bei Nässe, Wind und Seestärke garantiert “Un-freundlichkeit”. Wir folgen der Empfehlung von Sven Achtermann (“Auch wer nicht selbst fotografiert, aber schöne Bilder liebt, der ist hier richtig.”) und folgen interessiert seinen Ausführungen zum Thema “Fototipps und Tricks für schöne Bilder”. Im Einzelnen unterstreicht der Referent folgende Kernpunkte, die es zu beachten gilt:

  • ran an das Objekt
  • Vordergrund wählen, wenn die Betonung auf einem Motiv im
  • Hintergrund liegt
  • Licht und Schatten ins Spiel bringen ( Wolken/Sonne)
  • unterschiedliche Wirkung von Hoch- und Querformat
  • Mut zum Detail
  • Z-Sprünge ( Versatz )
  • Objekt nicht in die Mitte setzen
  • Herunterziehen des Horizonts
  • ungewöhnliche Perspektive suchen
  • Mut zur Gegenlichtaufnahme ( scharfe  Kontraste )
  • Personenfotografie ( um Erlaubnis fragen )
  • bei Tieren auf die gleiche Ebene gehen
  • Spiegeln der Sonne in den Augen des Tieres

 Um 16.10 Uhr muss die “Alex” die Stabilisatoren einfahren, um den Lotsen an Bord nehmen zu können. Das Expeditionsschiff rollt dann ein bisschen stärker. Die Ankunft in Kristiansund verzögert sich um eine ganze Stunde. Jo informiert wieder über den Bordlautsprecher:

“Das Stadtgebiet südwestlich von Trondheim erstreckt sich über drei im Meer liegende Inseln, die über Brücken miteinander verbunden sind.  Krifast heißt die Konstruktion der Superlative, die die Stadt seit 1992 mit dem Festland verbindet. Sie besteht aus der einzigen Schwimmbrücke der Welt ohne Seitenverankerung, dem längsten unterseeischen Straßentunnel und der längsten Hängebrückenkonstruktion Norwegens. “

Die Sonne lässt uns beim heutigen Ausflug im Stich. Reiseleiterin Manit bemüht sich, der Enttäuschung ihrer Gäste durch informative Ausführungen zu begegnen. Das “Klippfischweib” am Hafen erinnert an die Zeit, als hier der gesalzene Dorsch zum Trocknen auf die Klippen gelegt wurde. Heute spiele aber der Fischfang kaum noch eine Rolle.

Vom 1983 erbauten Aussichtsturm Verden haben wir einen guten Rundblick. Ins Auge fallen immer wieder die für die Gegend typischen bunten Holzhäuser. 1971 begann für Kristiansund das “Ölmärchen”. Allein 1000 Arbeitsplätzen verdankt die Stadt dem Erdöl.

Interessant für alle ist der Besuch des Klippfischmuseums, wo uns in Worten anschaulich und mit Bildern illustriert die Herstellung der Klippfische dargestellt wurde.

Vorwiegend Frauen wurden seinerzeit in diesem Gewerbe beschäftigt. Heute übernehmen Fabriken diese Knochenarbeit. Wir erfahren, dass der Klippfisch vorwiegend in katholische Länder exportiert wurde. Auf dem Rückweg von Spanien nach Norwegen brachten die Schiffe Erdreich mit, so dass viele verstorbene in “spanischer Erde” beigesetzt werden konnten.

Das Abendessen nehmen wir heute recht spät ein. Der Ausflug war heute nicht berauschend, aber auch das schlechte Wetter beeinträchtigte den “Erfolg” des Ausflugs wesentlich

Mittwoch, 29. 06.

Nur noch zwei Tage! Aber die wollen wir ausnutzen! Seit 5 Uhr befindet sich die “Alex” im Nordfjord, der sich 100 km tief ins Land zieht und doch eine durchschnittliche Wassertiefe von 500 – 600 Metern aufweist. Unser Tagesziel heißt Olden und liegt am Ende des südlichsten dreier Seitenarme. Wir haben die Panoramafahrt  nach Fosnes zum Nationalparkzentrum gebucht. Vicky ist versiert und versteht es, in gutem Deutsch – nach der Schule weilte sie zwei Jahre in Deutschland und will Touristik studieren – uns ihre Heimat nahe zu bringen. Wir fahren mit dem Bus durch eine zauberhafte Landschaft mit hohen Bergen ( bis 1700 m ), Bergseen, Flussläufen, Wasserfällen und verstreuten Ansiedlungen zu-nächst die Küstenstraße entlang und dann hinauf die Bergregionen mit phantastischen Ausblicken auf die Bergregion und in die Täler.

  An einem besonderen Aussichtspunkt sprudeln aus zwei Touristikbussen die “Alex”-Gäste, blicken auf Berghänge, Eisfelder, Schneekuppen und das üppige Grün eines Flusstales.

In Fosnes sind wir im Nationalparkzentrum zunächst zu einem informativen Film über die Region eingeladen, danach zu Kaffee und dem norwegischen Nationalgebäck Svele. Wir haben genügend Zeit, um die Pause zu genießen, uns in dem groß-zügig angelegten Botanischen Garten mit 325 einheimischen Pflanzen  umzusehen und auch die Ausstellung des Geologieparkes mit Steinexemplaren aus ganz Norwegen zu besuchen.

Das Hauptgebäude ist im Wikingerstil errichtet und etwa so groß wie das größte Langhaus der Wikinger, das je in Norwegen gefunden wurde. Wir bedauern nicht, diesen Ausflug “aus Versehen” gebucht zu haben. Mit herrlichen Fotomotiven wird unser “Irrtum” belohnt.

Unsere “Wikingerin” gibt uns einen Einblick in Lebens-gewohnheiten der Norweger, zeigt die hohen Strafen bei Verstößen gegen die Verkehrsregeln auf, erläutert uns u. a. das norwegische Schulsystem und die Möglichkeiten einer Altersversorgung. Vicky berichtet uns während der fahrt, dass alljährlich unzählige Lawinen zu Tal donnern. Erhebliche Stein-massen stürzen dann in den See Lovatn. Eine solche Lawine löste 1936 eine 70 Meter hohe Flutwelle aus, die ein ganzes Dorf verschluckte und auch Todesopfer forderte.

Wenigstens am Abschlusstag herrscht “Kaiserwetter”, Sonne pur! Als wir auf die “Alex” zurückkehren, sind an Deck bereits die vielen Liegestühle aufgebaut. Es gerät zum Lotteriespiel, welche Seite wir belegen sollen, damit wir bei der Ausfahrt aus dem Fjord auch die volle Sonne genießen können. Und wir haben uns richtig entschieden. Das Wasser des heute spiegelglatten Fjords schenkt uns die atemberaubende Landschaft gleich zweimal, einmal im Original und dann auch als Spiegelbild im kristallklaren Wasser.  Wir bewundern das Spiel der Wellenkämme mit Lichtreflexion, Spiegelung des blauen Himmels und der grandiosen Bergkulisse. Tausende “Glitzersterne” tanzen auf der Wasseroberfläche. Die “Alex”gleitet langsam durch die vielen Windungen des Fjords dem offenen Meer zu. Neue Seitentäler öffnen sich und lassen immer wieder andere Einblicke zu, keine Wiederholungen, kein “da capo”. Die Eintönigkeit der Schiffsmotoren unterstreicht den Kontrast zu dieser einzigartigen Welt. Schmelzwasser rinnt über die glatt geschliffenen Felswände und springt dann als Wasserfall in die Tiefe.

Und dann bietet die Bordküche noch “Wiener Apfelstrudel-Variationen mit Vanillesoße” an. Keine Wasservögel begleiten unser Schiff. Kleine Boote am Fjordufer deuten darauf hin, dass die verstreuten Gehöfte doch noch bewohnt sind. Kurz vor Sonnenuntergang um 23.20 Uhr begegnen wir der “Jewel of the sea “, die mehr als 2000 Gäste aufnimmt.

Donnerstag, 30. 06.

Das Meer hat sich weiterhin beruhigt. Der Morgen beginnt mit einem strahlenden Blau.

 Heute können wir uns am letzten Seetag vor Ankunft in Bremerhaven effektiv dem Tagesprogramm widmen. Um 10 Uhr sind wir Zuhörer bei Sven Achtermann im Musiksalon. Er widmet sich in seinem letzten Vortrag dem Thema “Helgoland – deutsche Hochseeinsel in der Nordsee”. Und anschließend sehen wir uns im Kino den 2. Teil der Filmdokumentation “Zum ewigen Eis nach Spitzbergen” von Longyearbyen nach Olden an.

Gegen 16 Uhr ist die Schönwetterperiode vorbei. Die Wolkendecke nimmt zu, und auch die Kälte ist auf dem Vormarsch. Wir haben uns in die Kabine zurückgezogen und haben keine Mühe, die Koffern zu packen bis auf die “Gala-Uniform”, die wir für das Abschiedsdinner benötigen. Wir legen die benötigten Kleider für die Busheimfahrt zur Seite und müssen am Abend nur noch den Abenddress einpacken. Vor 4Uhr müssen die Koffer vor der Kabine zur Abholung bereit stehen.

John Mouls dankt in seiner Abschiedsrede allen unsichtbaren und sichtbaren Geistern seiner “Alex” und auch den “besten Gästen, die er jemals gefahren habe” und schloss mit dem Versprechen, nie wieder vor Publikum zu singen.

Winfried Prinz richtete seinen Dank zunächst an den Kapitän, der wesentlich am Gelingen dieser außergewöhnlichen Reise bei-getragen habe. Trotz aller Widrigkeiten wie Nebel und Eisbarrieren habe er jeweils die richtige Entscheidung getroffen und den Gästen zu einmaligen und unübertrefflichen Erlebnisse verholfen. Mit seiner Crew sei er sich einig, dass keine Nordlandreise zuvor mit solchen Erlebnissen erfüllt gewesen sei.

Nach Rückkehr vom Nachtessen an der “Schwäbischen Tafel” liegt in unserer Kabine das komplette Ausschiffungsprogramm, das übersichtlich alle wichtigen Details für eine reibungslose Ausschiffung darlegt. So erfahren wir auch, dass wir auf der 2. Etappe dieser Nordlandreise von Longyearbyen nach Bremerhaven 2342 sm bzw. 4437 km zurückgelegt haben. Auch den Titel der Auslaufmelodie erfahren wir: “Chariots of Fire” von Vangelis.  Wir fallen in einen tiefen Schlaf und bekommen auch nicht mit, als die Koffer vor den Kabinen abgeholt werden.

Freitag, 01. 07.

Der letzte Tag ist angebrochen. Nach dem Frühstück lernen wir noch Peter Tönninghoff, Rekateur der Jahreszeitschrift “Welcome aboard” kennen. Er hat ein Bild von Isolde (im Hintergrund die Maxim Gorki ) geschossen und holt ihr Einverständnis zur Veröf-fentlichung ein. Alle drei Phoenix-Schiffe laufen nacheinander in Bremerhaven ein und machen am Columbuskai fest. Wir haben keine Eile und können das Sektfrühstück ausdehnen. Nach vorher bekanntem Plan werden wir aufgerufen, um von Bord zu gehen.

Gemerkt haben wir uns noch den 14. August, wenn Winfried Prinz bei “FLIEGE” auftritt. Unsere Koffer stehen vor dem Bus bereit und können eingeladen werden. Leider können wir Bigi nicht treffen. Sie ist an Bord der Maxim Gorki geblieben, um wichtige Arbeiten zu erledigen. So können wir ihr lediglich einen Gruß ausrichten lassen.

Die Rückfahrt mit dem Bus verläuft “fast nach Plan”. Durch mehrere Staus werden die Pausen verkürzt, so dass die angekündigte Rückkehr eingehalten werden kann. Unterwegs stimmen wir mit Mario und Silvia den Abholtermin ab, und kaum sind wir in Karlsruhe angekommen, trifft auch schon unser “Abholtaxi” ein.

Zum Schluss dieser Nordlandreise denken wir an das “Wort zum Tag”, das uns die Bordzeitung noch mit auf den Weg geben hat:

“Leuchtende Tage – nicht weinen, dass sie vergangen,

sondern lächeln, dass sie gewesen, denn ihr habt sie erlebt.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum ewigen Eis nach Spitzbergen

 

Teil 2/3

Samstag, 25. 06.

Die Anstrengung der beiden letzten Tage sind auch bei Winfried Prinz nicht spurlos vorüber gegangen. Er wirkt etwas müde. Wir haben uns in der Zeit vertan und sind bereits um 6.45 Uhr fertig und an Deck. Die ganze Nacht sind wir an der Eiskante entlang gefahren. Kapitän John Moule hat für alle ein weiteres Highlight bereit. Er fährt nochmals ins Eis hinein, und wir können kaum glauben, was wir zu Gesicht bekommen.

Tausende von Sattelrobben liegen auf den Eisschollen. Die “Alex” nähert sich ganz vorsichtig den Tieren.  Erst kurz bevor dem Bug die Eisscholle berührt, kommt Bewegung in die Massen, und die Sattelrobben tauchen nacheinander unter, tauchen etwas später wieder auf und schwimmen in gleichem Rhythmus zu einer anderen sicheren Eisscholle. Es herrschen zwar nur 0,5° Außentemperatur, doch keiner der “Kreuzfahrer” rührt sich von seinem Beobachtungsplatz.

Fast lautlos steuert John Moulds die “Alex” durch die Eisgrenze. Immer wieder liegen kleinere und größere Gruppen von Sattelrobben auf diesen Plattformen, verharren, starren auf den nahenden Koloss, doch dann ist die Fluchtdistanz erreicht. Sie tauchen unter.

Auf der Brücke ist man sich einig, noch niemals zuvor auf den vielen Nordlandreisen eine solche Ansammlung von Robbenkolonien gesehen zu haben. Die Finger sind bei der Temperatur um den Nullpunkt klamm geworden, und wir ziehen uns kurz in unsere Kabine zurück, um uns aufzuwärmen. Der Himmel ist wieder total bewölkt. Wir nutzen nun die Zeit vor dem Mittagessen mit einem Einkaufsbummel. Isolde benötigt dringend eine Uhr und eine dicke, windabweisende Fliesjacke.

 Um 11 Uhr werden wir zu Winfrieds “Plauderstunde” gehen. Im Musiksalon angekommen, spüren wir erstmals die Bewegungen der “Alex”. Beim Blick durch die großen Fenster senkt und hebt sich der Horizont merklich. Dennoch verspüren wir noch keine unangenehmen Gefühle. In seiner “Plauderstunde” streift Winfried viele Themen wie auch die Havarie 1989 im Eis, stellt alle Schiffe – auch die neue  MS Amadea – vor.

 Die Alexander von Humboldt ist ein äußerst familiäres Kreuzfahrtschiff. Gerade die letzten Tage haben auch gezeigt, dass mit dem Expeditionsschiff viel mehr als mit den anderen zu machen ist. Für Ende Juni gab es ungewöhnlich viel Eis an der Südspitze des Eisfjords. Es gab keine Möglichkeit, in den Hornsund einzufahren. Die beiden anderen Phoenix-Schiffe. Maxim Gorki und Albatros, waren zeitweise im Eis gefangen, denn die Meeresströmung hatte den Eingang zum Eisfjord ver-schlossen. Sie verloren viel Zeit und müssen Landgänge ausfallen lassen, um die Zeit wieder einzuholen. Viel mehr Glück war aber der “Alex” beschieden. Sie weist zwar mit 1B eine hohe Eisklasse auf, ist aber kein Eisbrecher.

Das Flaggschiff Maxim Gorki genießt in Deutschland große Popularität. 1988 wurde sie von Neckermann abgegeben und nahtlos von PhoenixReisen übernommen. Es gibt wohl kein Schiff, das so viele Weltreisen unternommen hat. Derzeit werden Ge-spräche geführt, um über das Jahr 2007 einen Verlän-gerungsvertrag abschließen zu können. Die Albatros ist das günstigste Schiff bei PhoenixReisen.

Die Alexander von Humboldt bietet lediglich eine Tischzeit an. 1996 als Minerva gebaut, fuhr sie als Saga Pearl und seit Jahren bei den USA als Discovery 2. Mitte November bis März eines Jahres bleibt die “Alex” in der Antarktis. Kapitän und Besatzung bleiben aber ganzjährig.

Das neue Schiff mit Namen Asuka wurde 1991 gebaut. Sie ist knapp 200 Meter lang und weist eine Breite von sieben Metern auf. Von den 300 Kabinen sind 108 mit Balkon ausgestattet, was allerdings auch einen Nachteil mit sich bringt; denn das Sozialleben an Bord wird doch merklich beeinträchtigt. Die Asuka, bei Phoenix nunmehr MS Amadea, hat ein offenes Promenadendeck. Ab 7. März 2006 wird sie in Diensten von PhoenixReisen ganzjährig auch die klassischen Routen befahren. Bei der neuen MS Amadea werden günstige Preisangebote angestrebt, die zwischen Maxim Gorki und Albatros liegen werden.

Auch auf den anhaltenden Trend der Flusskreuzfahrten geht Winfried in der “Plauderstunde” ein. Allein 48 Schiffe fahren in Diensten von PhoenixReisen.

Zum Schluss seiner Ausführungen gerät Winfried nochmals ins Schwärmen. “Auf der Alexander von Humboldt  macht die Arbeit einfach Spaß. Die Antarktis ist das Schönste, das beste, was man machen kann.” Die Intensität der Erlebnisse sei nicht mehr zu toppen. Man staune nur über die gigantische Naturkulisse. Vom Eis gehe eine unvorstellbare Attraktivität und Anziehungskraft aus.

Der filmische Rückblick auf Spitzbergen von Sven Achtermann ergänzt am Nachmittag die überwältigenden Eindrücke dieser Fahrt. Auch für den Lektor Achtermann war diese Reise nach Spitzbergen gespickt mit Highlights:

  • die Beobachtung der Minkwale, die mehrfach aus dem Wasser sprangen und fast senkrecht wieder eintauchten.
  • Jagd der Belugawale
  • Bartrobbe auf einer Eisscholle
  • Kolonie der Sattelrobben – Fellwechsel – “Sattelrobben on the rocks”
  • Walrösser auf der Insel Moffen
  • Abdruck einer Bärentatze
  • Verteidigung der Brutgelege durch die Küstenmöven
  • Jagdverhalten der Schmarotzerraubmöven
  • Treibholz aus Sibirien
  • Küstenseeschwalben im Nebel
  • Färbungsvarianten der Eisschollen
  • gewandter Flug der Eissturmvögel
  • fliegende Zäpfchen in Gruppen
  • Papageientaucher mit dem markanten Schnabel

Mitten im Vortrag unterbricht Winfried Prinz für eine wichtige Mitteilung. Wir eilen an Deck und dürfen die unglaubliche Jagd zweier Buckelwale verfolgen.

Die großen Meeressäuger treiben den Fischschwarm an die Wasseroberfläche, legen einen Blasring und schlagen auch mit der Schwanzflosse auf den Fischschwarm. Das Wasser nimmt eine andere Färbung an, weithin sichtbar. Die Fische sind bewe-gungsunfähig geworden und landen größtenteils im Maul der Jäger. Die übrigen Fische werden Beute der  die Jagd begleitenden Dreizehenmöven. Immer wieder stellen wir uns die Frage, wo die Buckelwale nochmals auftauchen werden. Die Kameras sind aufs Meer gerichtet, und das Warten wird auch belohnt.

Nach der Naturbeobachtung steht auch Fußball auf dem Programm. In der Halbzeitpause widmen wir uns dem “Russischen Nachtessen”, allerdings nur dem Salatbuffet und einem Dessert.  Sehr attraktiv ist heute das Angebot ausnahmsweise nicht. Nach der zweiten Halbzeit steht es 3:2 für Brasilien. Doch die deutschen Fans sind nicht enttäuscht. Sie haben eine kämpferische und einsatzwillige deutsche Elf gesehen. Das trübe Wetter lockt uns nach der Sportschau nichts mehr nach draußen.

O mit O² ( Olga mit Oper und Operette ) schenken wir uns. In der Pianobar ist es heute besonders laut. So treffen wir die richtige Entscheidung und gehen um 22.30 Uhr ins Bett, um wieder einmal richtig auszuschlafen.

Teil 3 des Reiseberichtes „Zum ewigen Eis nach Spitzbergen“ folgt.

Zum ewigen Eis nach Spitzbergen

 

Teil 1/3

Kurz entschlossen wollten auch wir den “Vorstoß in den weißen Kosmos” wagen. Unsere Reise wird in der nördlichsten Siedlung der Welt, in Longyearbyen, beginnen. Dort soll es alles geben, außer genügend Sonnenlicht, an 112 Tages des Jahres nur Finsternis. Und weitere interessante Informationen liefert uns das Internet:

Die Zivilisation ist nur eine hauchfeine Schicht über der unerbittlichen arktischen Natur. Als man auf Spitzbergen Steinkohle entdeckt, rückten die ersten Grubengesellschaften an, und mit ihnen kam der Bostoner Geschäftsmann  Munro Longyear, der 1906 seinen Claim dort absteckte, wo heute die Stadt Longyearbyen liegt. 80 Jahre war Longyearbyen nicht mehr als eine triste Bergarbeiter-Siedlung, rund 1200 km vor dem Nordpol.

Neben wunderschönen Lanschaftsformen, bizarren Glet-scherformationen, einer wundersamen Welt aus “weißen Scherben”, einer Stille der Einsamkeit erwarten wir aber auch aufregende Tierbeobachtungen. Aber erzählen wir zunächst einmal von vorn.

Mittwoch, 22. 06.

In knapp 5 Stunden fliegt uns die HHI von Frankfurt nach Longyearbyen. Erst kurz vor der Landung reißt die Wolkendecke auf und gibt einen Blick auf Spitzbergen, die Inselgruppe im Nördlichen Eismeer, frei.

Es ist zwar bereits Mitternacht vorbei, doch fahles Tageslicht beleuchtet die Szenerie, die vom Kohleabbau bestimmt ist.  Das Panorama ist nicht berauschend. Wir blicken auf Förderbänder, Kohlenhalden und Blech- und Holzhütten. Da uns dieser Anblick ohnehin nicht gefangen nimmt, wenden wir uns unmittelbar nach der Landung dem Begrüßungskomitee und der Phoenix-Reiseleitung zu, die fröstelnd auf uns gewartet haben. Longyearbyen ist, so erklärt man uns auf der kurzen Fahrt zur Schiffsanlegestelle,  die größte norwegische Siedlung auf Spitzbergen.

Donnerstag, 23. 06.

Eigentlich ist es ja schon Morgen, als wir kurz vor dem Pier anhalten, von Kreuzfahrtdirektor Winfried Prinz persönlich begrüßt werden und nach kurzer Erledigung der Formalitäten unsere Kabine aufsuchen. Auf das Gepäck müssen wir noch warten. So gönnen wir uns so wie auch die anderen 146 Neuankömmlinge im Veranda-Restaurant – es ist mittlerweile 01-00 Uhr geworden – eine heiße Suppe und schauen von der Reling auf die unmittelbare Umgebung von Longyearbyen, die sich im Sonnenschein von uns verabschieden möchte.

Nach einem kurzen ersten Erkundungsgang suchen wir unsere Kabine ( A 31 ) auf. Die Koffer sind zwischen-zeitlich gebracht worden. So können wir auch schon einräumen und uns häuslich in unserem Domizil für die nächste Woche niederlassen.  Um 3.00 Uhr nimmt die Alexander von Humboldt Fahrt auf mit Kurs auf den 146 sm entfernten Magdalenenfjord.

Schlaf haben wir in der ersten Nacht kaum gefunden. Und als wir unsere Kabine zum Frühstück verlassen, lernen wir auch unserer Stewardess Princess kennen. Trotz Spritzen, die ich mir in der Heimat vom Hausarzt noch geben ließ, haben sich die Beschwerden nicht gebessert. Kaum kann ich mich bewegen. Doch an Bord ist glücklicherweise ein Arzt. Und das Glück ist mir doppelt hold. Dr. Koller ist Orthopäde und gleichzeitig auch Mannschaftsarzt der Nationalelf der deutschen Hockeydamen. Da bin ich ja in besten Händen. Acht Spritzen werden mir sicherlich Linderung verschaffen.

Die obligatorische Rettungsübung ist unmittelbar nach dem Frühstück angesetzt. Im Musiksalon zeigt man uns das richtige Anlegen der Rettungswesten und erläutert uns das richtige Verhalten im Notfalle. Einen weiten Raum nimmt dann auch die Instruktion für die Benutzung der Zodiacs ein.

Mit seinem Beitrag “Auf ein Wort” beschließt Winfried Prinz die Morgenveranstaltungen, und wir können schon erahnen, was auf uns zukommt, als Winfried Prinz zitiert: “Wir sind nicht hier zum Schlafen, sondern um etwas zu erleben.”

Auf dieser Route werden wir, so Winfried Prinz, nicht die einzelnen Punkte des Katalogangebots abhaken, sondern nach Rücksprache mit Behörden und bei Anpassung an die situativen Bedingungen Änderungen vornehmen, um allen Gästen einzigartige Erlebnisse anzubieten. Die Alexander von Humboldt ist ein Expeditionsschiff mit hoher Eisklasse 1B. Durch seine hohe Manövrierfähigkeit kann es noch in Fjorde einfahren und wenden, was andere Kreuz-fahrtschiffe nicht realisieren können. Von großem Vorteil erweist sich das Promenadendeck, das alle Passagiere umlaufen können. Das großzügige Kino bieten 98 Personen Platz, und die Bibliothek ist bestens, wenn auch vorwiegend mit englischer Literatur, ausgestattet.

Dem Urteil, dass es sich bei der Alexander von Humboldt um ein gemütliches Schiff handelt, können wir uns nur anschließen. Auch die lockere Ordnung bei den Mahlzeiten kommt an. Die aktuellen Informationen von der Brücke kann jeder Gast gut in seiner Kabine über Kanal 1 empfangen. Auch das sensible Thema “Trinkgeld” spricht Winfried Prinz an.

Noch vor dem Mittagessen werfen wir einen Blick auf die Fjord- und Küstenlandschaft. Leider scheinen uns dichte Nebelschwaden diese besonderen Landschaftsformen verwehren zu wollen. Und während des Mittagessens aktiviert eine Borddurchsage “Walross backbord” die Massen. Auch uns erfasst dieser Sog. Doch wir bekommen nur Robben auf treibenden Eisschollen zu Gesicht und vor die Linse.

Dann dreht die “Alex” auch schon bei und geht im Magdalenenfjord auf Reede. In landschaftlicher Hinsicht ist dieser vergleichsweise kleine Fjord wohl der bekannteste Spitzbergens, da eine Mischung aus alpiner Bergwelt, steilen Fjordwänden und in den Fjord abstürzenden Gletscher sehr reizvoll ist.

Auf der Südseite ragt eine kleine flache Landzunge in den Fjord, auf die mehrere alte Gräber zusammengelegt wurden und vom norwegischen Staat 1930 mit einem Gedenkstein an die Walfänger versehen wurden, die dort vor 200 – 300 Jahren während der “Großen Jagd” ihr Leben verloren.

Trotz Nebel erweist sich diese Anlegestelle als eine Topadresse für alle Kreuzfahrtschiffe. Auch wir sind begeistert. Die vielfältig geformten und gefärbten Eisschollen erzeugen im Sonnenlicht märchenhafte Farb- und Lichtimpressionen.

Das Meer ist weiterhin recht ruhig. Meeresvögel demonstrieren uns bei der Einfahrt ihre Flugkünste.

Leblos erscheinen uns die Berge,  aber bei genauerem Hinsehen mit dem Fernglas entdecken wir Flecken von Moos und Flechten. Kleinere und größere Gletscherzungen sind bis zum Meer vorgedrungen. Kleinere Bruchstücke – grob als auch bizarr – weiß bis türkisblau gefärbt ziehen an uns vorüber

Und wir haben erneutes Glück. Seevögel und Robben zeigen uns ihre “Wohnungen”.

Zodiac-Boote bringen jeweils zehn Personen auf die öde, felsenübersäte Halbinsel an Land und wir gelangen auf einem “breiten Pfad” (jeder sucht sich einen  Weg ) zum Denkmal in der Nähe der Hütte, die den Sysselmannen als Quartier dient.

Vier Ranger achten auf die Einhaltung der Verhaltensregeln in diesem Naturschutzgebiet und achten aber auch im Besonderen darauf, dass keine Eisbären für eine unliebsame Überraschung sorgen. Spuren von Eisbären sind sehr wohl in der Nähe, der frische Abdruck einer Tatze und Fellhaare, die ein Bär beim Wälzen auf dem Boden hinterlassen hat. Aber nicht alle haben ein Auge für diese kleinen Überraschungen: Der Glühweinstand und auch die Würstchenbude lockt manche an.

Vor Betreten dieses Naturschutzgebietes wurden wir speziell auch darum gebeten, auf die brütenden Meeresvögel zu achten, doch mancher der Gäste muss am eigenen Körper erfahren, wie hartnäckig und wirkungsvoll diese Tiere ihr Gelege verteidigen und die “Angreifer” oder zumindest “Eindringlinge” in die Flucht schlagen.

Lediglich eine Stunde dauert der erste Landgang. Wir kehren auf die Alexander von Humboldt zurück, bleiben aber an Deck und blicken auf die Gletscher und Gebirgszüge des Festlandes zurück. Welche Ruhe strahlt diese majestätische Landschaft aus! Bald lichten sich die Nebelschwaden und geben den Blick frei auf die prächtige Bergwelt.  Unbeeindruckt von uns “Störenfrieden” treibt eine Robbe auf einer Eisscholle vorbei.  Mit der Ruhe ist es aber vorbei, als die Borddurchsage “Beluga backbord” alle aufschreckt . Doch der “Sänger der Meere” ist längst wieder abgetaucht, bis alle fotohungrigen Gäste mit Fotoapparat und Videokamera bewaffnet an Deck erscheinen. Der Beluga bleibt in seinem Revier. Eine Borddurchsage muntert uns auf. Wir sollen nicht traurig sein, wenn wir dieses Mal  keinen Erfolg beim Beobachten hatten. Wir sollten uns viel häufiger an Deck aufhalten, das Meer mit dem Fernglas absuchen.

Die “Alex” nimmt um 16.30 Uhr wieder Fahrt auf und erreicht eine Stunde später das offene Meer Richtung Norden. In vier Stunden soll der zweite Landgang erfolgen. Isolde widmet sich kaum den Durchsagen. Sie will einfach raus, hält es in der Kabine nicht mehr aus. Doch alle Informationen sind auf dem ganzen Schiff zu hören, als Winfried Prinz die weitere Planung bekannt gibt.

Gegen 19.40 Uhr wurde die Wasa-Halbinsel umrundet, und die “Alex” fährt nun in den Raudfjord ein. Derzeit herrscht eine Außentemperatur von 1°Celsius. Eine Entscheidung wird erst gegen 21 Uhr getroffen. So hofft jeder, dass sich der dichte Nebel lichtet und uns die prächtigen Ausblicke nicht weiterhin verschließt. Gegen 20 Uhr ist es spannend geworden. Auf der Steuerbordseite machen wir die Hügel- und Bergketten der Fjordlandschaft aus. Darüber hängt aber immer noch eine dichte Dunstglocke, und die Sonne hält sich weiterhin verborgen, was Winfried Prinz lakonisch kommentiert: ”Wie Sie sehen, sehen Sie nichts.” Wir erfahren, dass an dieser Stelle der Fjord fünf Kilometer breit ist und die Berge bis 800 Meter ansteigen.

Dann startet ein Scoutboot um 20.30 Uhr mit den vier Rangern, Winfried Prinz, dem Vizekapitän Michael Block sowie den beiden Lektoren. Und sie kehren mit erfreu-licher Nachricht zurück. Sie haben eine günstige Anlegestelle gefunden.

Überraschend viele Mitreisende entscheiden sich für diesen Landgang, eine Fahrt mit den Zodiacs auf eine Insel, die mit Geröll, Schnee- und Eisflächen, Baumstämmen aus Sibirien und auch Wohlstandsmüll übersät ist. Selbst kleine Korallenästchen finden wir auf diesem Eiland. Das Packeis muss sie von weither hergebracht haben. Der Nebel ist noch dichter geworden. Unser Zodiacfahrer orientiert sich mit dem Kompass und trifft auch ohne Umschweife auf die Alexander von Humboldt.

Die Eindrücke müssen wir erst noch verarbeiten und suchen die Bar auf. Ein “Blue ice” und ein Bier werden uns in den Schlaf wiegen, Doch mein Rücken schmerzt auch noch nach der zweiten Spritzenbehandlung.

Freitag, 24. 06.

Mit einer frühen Durchsage um 7.15 Uhr bringt uns Winfried Prinz auf die Beine. Bereits um 5 Uhr war die “Alex” am Lieftefjord angekommen, aber bald wieder umgekehrt, weil keine Sichtweite garantiert war. Dann trifft die Crew eine folgerichtige Entscheidung. Kapitän John Moulds will seinen Gästen unbedingt etwas bieten und fährt ganz in den Norden Spitzbergens zur Insel Moffen. Und tatsächlich: ein Volltreffer!

Eine Walrosskolonie sonnt sich auf der flachen Insel. Bis 700 Meter kann John Moulds das Schiff heranbringen, und all die Gäste sind im Vorteil, die mit einem besonderen Fotoequipment ausgestattet sind und die Walrösser heranzoomen können.

Gegen 12 Uhr brechen wir zum Magdalenenfjord auf. John Moulds will dicht an die Gletscher heranfahren, sofern der Fjord überhaupt eisfrei ist. Und die Fahrt wird nicht langweilig. Viele Naturbeobachtungen erweitern unseren Horizont. So beobachten wir beispielsweise, wie eine Raubmöve eine Eidermöve tötet.

Mit seinem Vortrag über die Region gibt uns Sven Achtermann Einblick in die klimatischen Zusammenhänge und das reichliche Tierleben. Im Gegensatz zur Antarktis ist das Nordpolarmeer von Land umgeben. Bei 80° Nördlicher Breite haucht der Golfstrom seinen letzten Atem aus, bevor er bei Spitzbergen abknickt und Richtung Süden auf eine salzreiche Tiefenströmung trifft. Während des Vortrags passieren wir die Däneninsel, die sich hinter einer gewaltigen Nebelbank versteckt. Unsere “Alex” wird von allerlei Meeresvögeln begleitet, die ihre Flugkünste vorführen.

Und beim Mittagessen fahren wir in den Madgalenenfjord ein. Der Kapitän hat die richtige Entscheidung getroffen. Bei strahlendem Sonnenschein und bester Sicht nähert sich die “Alex” – vorbei an der gestrigen Anlegestelle –  bis auf 700 Meter an den Gletscher Gullybreen und dann noch vorbei am mächtigen Waggonwaybreen. Deutlich können wir die Bruchkante der Gletscher erkennen und diese tollen Motive auf die Platte bannen.

Gemächlich dreht die “Alex”,  und wir fahren wieder aufs offene Meer hinaus. Mächtige und bizarre Eisschollen bilden eine fotogene Eskorte.

Um 15 Uhr hält Joe einen Informationsvortrag über die geplanten Ausflüge, die der Bericht lediglich stichwortartig erfasst:

Tromso.

Stadtrundfahrt mit Eismeerkathedrale, Botanischer Garten, Universitätsstadt, Tromso-Palme, typische bunte Holzhäuser, teures Urlaubsland, Seefahrerdenkmal am Marktplatz, größter Holzdom Norwegens, Roald Amundsen-Denkmal, 1036 m lange Brücke zur Eismeerkathedrale mit 140 m² Glasfenster.

Tromso.

Stadtrundfahrt mit Storsteinen, Dom, Denkmale, Museum mit Samen, Tromso-Brücke, Eis-meerkathedrale, Kabinenfahrt zu den Storsteinen.

Lofoten.

Fahrt nach Svolvaer und Henningsvaer, Lofotenaquarium, Kunstausstellung mit Filmvorführung.

Kristiansund.

Panoramafahrt zum Klippfischmuseum, interessanter Friedhof (spanische Erde ).

Olden.

Briksdalgletscher, Oldensee mit schönen Fotomotiven, Fußweg zum Gletscher oder Fahrt mit einem Elektrofahrzeug; oder: Jostedalgletscher mit Nationalpark, Fahrt mit 19 Serpentinen und 600 Höhenmetern, Botanischer Garten, Filmdokumentation, danach traditionelles Gebäck “Svele”.

Da im Musiksalon recht “arktische” Temperaturen herrschten, bevorzugen wir nach kurzem Nachmittagskaffee eine heiße Dusche in unserer Kabine. Seit Stunden zieht die “Alex” an Landschaften vorbei, die wir allerdings wegen des Nebels nicht zu Gesicht bekommen. Gut erwärmt  begeben wir uns dann schon um 18 Uhr zum Polar-Galadinner, bei dem alle Gäste, die in Longyearbyen zugestiegen sind,  erwartet werden. Kleidersorgen hat Isolde ausnahmsweise überhaupt keine!

Um 19.30 Uhr werden alle neuen Gäste offiziell durch Kapitän John Moulds und Kreuzfahrtdirektor Winfried Prinz begrüßt, die uns ihre jeweilige Crew vorstellen. John Moulds ist – wie er selbst bestätigt – ein typischer Engländer. Er beherrscht lediglich eine Sprache, kennt aber das deutsche Wort “Buckelwal” und arbeitet derzeit am zweiten Wort “Zwergwal”. Seine Crewmitglieder beherrschen allerdings mindestens zwei Sprachen, viele sogar bis zu sieben Sprachen.   Winfried Prinz bringt in seinen Begrüßungsworten  die Ereignisse der letzten beiden Tage auf den Punkt: “Die letzten beiden Tage sind wir durch Himmel und Hölle gegangen. Nach der Phase der Depression folgte glücklicherweise nun die der Euphorie.” Alle Gäste konnten in dieser kurzen Zeit bereits wichtige und einmalige Highlights erleben getreu des Mottos: das Beste für die Gäste! Trotz neuer Orientierungen und Abstimmungen sei die “Alex” im Zeitplan. Eine echte und gute Teamarbeit habe die beste Lösung  zwischen Anspruch und Machbarkeit gefunden.

Im Anschluss an die Begrüßung nehmen wir die Beiträge der Polar-Galashow mit Künstlern wie Olga Caspruk und Oscar Vadillo auf, die mit einem bunten Potpourri unter der musikalischen Begleitung der Metrogold-Band einen bunten Melodienstrauß offeriert.

 Während wir uns während der Happy Hour noch einen Drink in der Bar genehmigen, denken wir auch über das heutige Motto nach. “Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen – die Auswahl ist groß genug.”

Mitternacht ist längst vorbei. Doch die Faszination über ein unglaubliches Panorama lässt uns nicht zur Ruhe kommen. Die Sonne hat sich zwar hinter einer dichten Wolkenbank versteckt, doch ist es immer noch taghell. Die Eisbarriere begleitet uns an der Backbordseite. Hier am 80. Breitengrad erstreckt sie sich nicht als feste Eismasse, sondern in Form Tausender dicht gedrängter Eisschollen.                         

Dieses “Pfannkucheneis” umschwirren zahlreiche Meeresvögel. Dann müssen wir noch Abschied von den beiden Sysselmannen nehmen.

                                                                                                                    Ein Zodiac nimmt die beiden treuen Begleiter an Bord, wassert und fährt sie einem anderen Boot entgegen, das sich aus der Tiefe nähert. Es dauert, bis beide nebeneinander anlegen können. Die “Fahrrinne” ist ständig blockiert, aber die wendigen Boote haben keine Mühe, sich durch die Eisbrocken zu bahnen.

Der zweite Teil des Reiseberichtes „Zum ewigen Eis nach Spitzbergen“ folgt.

Höchste Eisklasse für das „Abenteuer Antarktis“

 

Dank höchster Eisklasse für Passagierschiffe, des geringen Tiefgangs und hoher Manövrierfähigkeit und auch der jahrelangen Erfahrung der Expeditionscrew kann  die MS HANSEATIC tief in die glitzernd weiße Eiswelt der Antarktis vordingen. Am 10. November 2009 beginnt erneut eine 23tägige Expedition ins ewige Eis der Antarktis. Mit ihren gigantischen Eisbergen, den magischen Lichtstimmungen, der unberührten Natur und der vielfältigen Tierwelt zieht die Antarktis jahrjährlich viele Besucher in ihren Bann und bestaunen das Reich der Superlative.

Auf und zwischen den Eisschollen tummeln sich Seehunde und Pelzrobben, aber auch Wale und See-Elefanten begrüßen die Gäste aus einem fremden Reich. Auf der Expeditionsreise bringt die Crew mit den expeditionstauglichen Schlauchbooten (Zodiacs) die Gäste in unmittelbare Nachbarschaft und auf Tuchfühlung mit der einheimischen Tierwelt der Antarktis

Höhepunkte der MS HANSEATIC-Expedition sind

  • Faszinierende Beobachtungen von Kormoranen und Albatrossen bei Wanderungen auf Carcass und New Island,
  • Zodiac-Anlandungen auf Südgeorgien zu den Königspin-guinkolonien, den Goldschopfpinguinen, den Pelzrobben und den See-Elefanten,
  • spektakuläre Passage durch den engen Lemaire-Kanal,
  • Erkundung der antarktischen Halbinsel an der Hope Bay,
  • Kap Horn mit Blick auf das Südpolarmeer

An Bord des 5-Sterne-Expeditionsschiffes erleben die Passa-giere die artenreiche Tierwelt und die zauberhafte Natur des sechsten Kontinents, bisweilen eingerahmt von bis zu 1000 Meter hohen schneebedeckten Berggipfeln, und werden auf dieser spektakulären Expedition immer wieder in grenzenloses Staunen versetzt.

Die Reiseroute beginnt nach dem Flug von Deutschland nach Buenos Aires mit einer Stadtrundfahrt und Einschiffung auf das Expeditionsschiff am Folgetag. Weitere Destinationen sind die Falkland-Inseln, Südgeorgien, Süd-Shetland-Inseln, Drake Passage, Ushuaia, Flug nach Buenos Aires und Rückflug nach Deutschland.

 

 

 

Schiff des Jahres 2009

Das Kreuzfahrtschiff der Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, MS Hanseatic, überzeugt mit dem einmaligen Konzept, Expeditionsfahrten in entlegene Gebiete mit Service und Küche der Luxusklasse anzubieten, und wurde zum „Schiff des Jahres 2009″ gekürt. Diese Expeditionsfahrten verbinden Komfort mit Erlebnischarakter. Die Hanseatic hat lediglich einen Tiefgang von 4,8 Metern und kann deshalb auch abgelegene und kleinere Häfen anlaufen und auch Flüsse wie den Amazonas befahren.

1993 wurde das MS Hanseatic in Finnland gebaut. Hapag-Lloyd Kreuzfahrten bietet mit dem MS Hanseatic für 184 Passagiere unter anderem Kreuzfahrten zu entlegenen Orten der Arktis und Antarktis an. Es besitzt das Sicherheitszertifikat „Höchste Eisklasse“ und kann als Expeditionsschiff mit den bordeigenen Zodiacs sowohl in argentinische Flusslandschaften als auch in der Antarktis und Arktis Passagiere ganz nah an Sehens-würdigkeiten heranführen.