Teil 3/3
Sonntag, 26. 06.
Heute herrscht leider kein Sonntagswetter. Die Außentemperatur von 7° lässt ebenfalls keine Hochstimmung aufkommen. Nichts als Nebel können wir an Deck ausmachen.
Ali zieht mit seiner Sportgruppe “um die Häuser”, und bei einer Schiffslänge von 133 hat er bald auch seine Meile erreicht. An Deck sind die allermeisten Gäste in Bewegung. Ali hat sie an-scheinend angesteckt. Immer wieder kommt es daher durch die gegenläufigen Laufrichtungen zu Stockungen, zumal auch manche Gäste mitten auf der Umlaufbahn gehen. Doch keine Meeres-vögel umkreisen die “Alex”. Nieselregen setzt ein und vertreibt die Bewegungs-hungrigen.
Noch drei Stunden werden vergehen, bevor wir in Tromso am Pier festmachen. Norwegens Küste können wir zwar schon erkennen, doch die fehlende Sonne und der Regen lassen kaum Fotos zu.
Wir nutzen die Zeit bis zum Tagesausflug, dass wir uns bei Sven Achtermann Informationen über Eisbären abholen, die wir leider auf Spitzbergen nicht zu Gesicht bekommen haben, aber doch vorwiegend am Treibeis des Nordpolarmeeres und an den umgebenden arktischen Landstrichen beheimatet ist:
- Körperlänge 2,5 m, Schulterhöhe 1,6 m
- Normalgewicht 500 kg, vor dem Winterschlag 700 kg
- schmaler Kopf mit kleinen abgerundeten Ohren
- guter Geruchssinn
- besitzen kaum Mimik oder Gebärden
- gelten daher als unberechenbar
- gelblich weißes Fell
- Fußsohle dicht behaart ( Kälteschutz und Rutschfestigkeit )
- Füße sind “Schneeschuhe” und “Paddel” zugleich
- hervorragende Schwimmer und Taucher
- haben kein festes Revier;
- schnelle und ausdauernde Läufer
- gewaltige Sprungkraft, überspringen leicht Gletscherspalten bis 5m Breite
- vorwiegend Fleischfresser, bis zu 60-80 Robben pro Jahr;
- aber auch Allesfress (Vorräte der Forschungsstationen )
- typische ruppige Einzelgänger
- halten Winterschlaf für 4 Monate; Herzfrequenz wird um 50% reduziert, verlieren dabei ¼ ihres Körpergewichts
- Alter: 20 Jahre
Gegen 11.30 Uhr kreuz die Alexander von Humboldt vor den Fjorden der Nordküste. Der Lotse kommt an Bord, und auch die “Begleitmöven” finden sich wieder ein. Den Tagesausflug schenken wir uns und machen uns allein auf, die Stadt zu besichtigen, zumal wir im Vorjahr an einem geführten Tagesausflug teilgenommen haben. Die Hafenstadt liegt auf einer kleinen Insel, die mit dem Festland durch eine 1036 m lange und 43 m hohe Brücke verbunden ist. Tromso ist ein bedeutender Fischereiplatz, die Vegetation üppig. Auffällig ist besonders die “Tromso-Palme”, eine Mischung aus Farn, Palme und Brennnessel. Tromso war Ausgangspunkt vieler Arktis-Expeditionen ( Tor zur Arktis ). Die “Alex” muss die ganze Insel umfahren, bevor sie im Stadtzentrum anlegen kann.
Uns ist diese Entscheidung recht. Nun können wir zu Fuß die wichtigsten Stationen in der Stadt besuchen.
Selbst der Regen hält uns heute nicht zurück. Wichtige Stationen ist für uns das Seefahrerdenkmal auf dem Marktplatz und am Südende der Storget – Fußgängerzone die Domkirche ( 1861 aus Holz erbaut ). Die Straßen sind ziemlich leer. Am heutigen Sonntag sind alle Läden geschlossen, ein Einkaufsbummel fällt daher buch-stäblich ins Wasser. Aber wir entschließen uns, über die Tromso-Brücke zur Eismeerkathedrale zu wandern.
1965 wurde sie von Architekt Jan Inge Hovig entworfen und gebaut. Ihre beiden Giebel stellen die Polarnacht und das Nordlicht dar. Unsere Aufmerksamkeit wird aber auf das 140m² große Glasgemälde gelenkt, das die Wiederkehr Christi darstellt. Ohne Umschweife legen wir den Rückweg zum Schiff zurück bei 7° Außentemperatur und völlig aufgeweicht. Nach zwei-stündigem Fußweg triefen wir, doch im Bügelzimmer gegenüber unserer Kabine können wir die Jeans wieder trocknen. Die Jacken hängen wir dekorativ in unserer Kabine auf. Heute werden wir im Restaurant das Nachtessen einnehmen. Wir sind angenehm überrascht, was Angebot und Service betrifft.
Und auch der interessante und lebendige Dia-Vortrag von Winfried Prinz ( Erstes Abenteuer Antarktis mit der Alexander von Humboldt ) trägt dazu bei, dass wir wieder einmal einen ereignisreichen und abwechslungsreichen Tag auf der “Alex” verbringen durften. Der Bar statten wir heute nur einen kurzen Besuch ab, denn morgen steht ab 6.30 Uhr ein wichtiges Ereignis an: Wir passieren den Eingang zum Troll-Fjord.
Montag, 27. 06.
Heute sind wir schon früh auf den Beinen. Ab 4 Uhr können wir nicht mehr schlafen. Wir blicken auf das Meer, es ist bewegt, aber noch nicht unangenehm. Um 5.30 Uhr hält´s uns nicht mehr im Bett: aufstehen, duschen, anziehen. Nach Ankündigung von Winfried Prinz werden wir um 6.30 Uhr den Eingang zum engen Trollfjord passieren. Der Wind frischt auf, und da sind wir doppelt froh, um 6.45 Uhr tatsächlich in den Trollfjord einzubiegen.
Langsam gleitet die “Alex” an den steilen Felswänden vorbei. Wasserfälle springen in den Fjord, dennoch umgibt uns eine unglaubliche Ruhe.
An einem Felswandabschnitt haben sich die Besucherschiffe mit großen aufgemalten Schriftzügen verewigt. John Mouls lenkt die “Alex” bis zum Fjordende, dreht dann langsam auf der Stelle und kehrt zurück.
Leider verdirbt dann doch starker Regen die Fotoausbeute auf dem Rückweg.
Nach diesem eindrucksvollen Abstecher in den sagenumwobenen Trollfjord bringt uns die Alexander von Humboldt zum Hauptort und Verwaltungszentrum der Lofoten, nach Svolvaer an der südlichen Küste der Insel Austvagoy. Gerade einmal 4000 Einwohner leben hier, allerdings steigt diese Zahl um weitere 2000 Personen wäh-rend der Zeit des Dorschfangs zwischen Februar und April. Der Besuch der Lofoten lohnt sich. “Zerklüftete, mit ewigem Schnee überzuckerte Bergspitzen ragen jäh aus dem Meer auf. Die Inselgruppe liegt vollständig über dem nördlichen Polarkreis und bildet eine 120 km lange Kette, die vom Festland durch die dunklen Tiefen des Vestfjords getrennt wird.
Viele kleinere und größere Inseln sind unsere ständigen Begleiter. Nackter Fels ist dominant, aber auch eine eigenartige Vegetation prägt diese Inselkette. Während wir vorbei gleiten, stellt sich die Frage: Sind alle Inseln unbewohnt? Wir können keine Häuser entdecken. Doch später beantworten Hütte und Häuser die gestellte Frage. In der geschützten Zone gleitet die “Alex” ruhig dahin, doch wir beobachten auch starke Brandung, die schäumend auf die Inselgruppe prallt. Um 8 Uhr sind wir noch 3 sm von Svolvaer entfernt. Die “Alex” verlangsamt ihre Fahrt. Der Wind nimmt zu. Seestärke 3 meldet die Brücke.
Schon bei der Hafenmole entdecken wir die leeren Trockengestelle für die Stockfische. Die Ausbeute wurde längst in alle Welt, vornehmlich auch nach Italien verschickt.
Für den Ausflug werden wir der Reiseleiterin Bettina und dem Busfahrer Knut zugewiesen. Die fünf Hauptinseln sind durch Tunnels verbunden. 25000 Einwohner leben hier auf 183 km². Die mittlere Insel Lofoda ( Luchsfuß ) hat der gesamten Inselgruppe den Namen gegeben. Die kleineren Berge wurden während der Eiszeit abgeschliffen, sind daher rund, die höheren Berg, die bis auf 900 m ansteigen, sind spitz, allerdings nicht mit Eis bedeckt.
In Kabelvog fällt die Holzkirche auf, die 1200 Personen Platz bietet. Viele Fischer werden zur Laichzeit der arktischen Dorsche angelockt. Früher lebten diese Fischer zunächst unter den umgedrehten Booten. Später ließ der König für diese Fischer kleine Holzhütten ( “rorbuer” ) bauen.
Jeweils 12 Personen fanden in diesen Hütten Platz und waren nun viel besser gegen die harte Witterung geschützt. Der Fischfang wurde gleich an Ort und Stelle verarbeitet: Kopf ab, ausgenommen, jeweils zwei Dorsche am Schwanz zusammengebunden und über die Trockengestelle gehängt. Während der Trockenphase verloren die Dorsche 80° ihres Gewichts. Die getrockneten Fische sind dann anbegrenzt haltbar.
Wir fahren mit dem Bus nach Henningsvaer weiter. Während des kaum einstündigen Aufenthalts gibt uns eine Diaschau einen instruktiven Einblick in den Jahresablauf der Bewohner. Nur noch 20% der Bevölkerung lebt derzeit von der Fischerei. Allerdings bildet die Lachszucht die drittgrößte Einnahmequelle des Staates. Bettina weiß zu berichten, dass 70% der Lachsproduktion aus norwegischen Zuchten stammt und die Fische etwa vier Wochen vor der “Ernte” für eine rote Färbung des Fleisches Betacaroton als Futterzusatz erhalten.
Auf der Insel gibt es zwei lokale Zeitungen. Besonders beliebt ist die Oktoberausgabe mit einer Auflistung aller Einwohner. In diese Liste sind auch die Angaben Verdienst, Steuern und Vermögen aufgenommen. Die Banken melden jeweils zum 31. 12. Die Kontostände aller Einwohner. Die Versicherungen melden alle Objekte. Somit steht für das Finanzamt die Vermögenssteuer fest. Das durchschnittliche Alter eines Pkw liegt bei 17 Jahren. Beim Kauf eines Autos erhebt der Staat Luxussteuern, die allerdings wieder in den Ausbau des Straßennetzes zurückfließen. Mit rund 35000€ Jahreseinkommen lie-gen die Inselbewohner deut-lich höher als ein mittleres Jahreseinkommen in Deutschland. Etwa 40% des Einkommens fallen auf den Lofoten für Steuern und Sozialabgaben an. Die Mehrwertsteuer liegt aber bei 25%. Schon in frühen Jahren erwirbt man sich ein Haus oder eine Eigentumswohnung.
Nach diesem gedanklichen Ausflug in das Realleben stat ten wir dem 1989 eröffneten Lofotenaquarium in Kabelvog einen Besuch ab. Jährlich bringt der Besucherstrom 50000 Interessierte nach Kabelvog. Dennoch müssen wir uns eingestehen, dass das Umfeld und die Außenanlagen keinen “berauschenden Ein-druck” auf uns machen.
Kurz nach 12 Uhr sind wir auf der Alexander von Humboldt zurück. Erstmals finden wir im Veranda-Restaurant zum Mittagessen keinen Platz und weichen in die angrenzende Bar aus. Danach gönnen wir uns eine längere Verschnaufpause. Die Auf- und Abwärtsbewegung der “Alex” schaukelt uns in den Schlaf. Den interessanten Vortrag des Ornithologen Sven Achtermann “Fas-zinierender Vogelflug” verpassen wir fast, können aber auf Kanal 2 des Fernsehens den Vortrag mitverfolgen.
Ein Blick nach draußen verspricht eine Wetterbesserung. Die Wolkendecke reißt stellenweise auf, und die Sonne lässt kleinere und größere Flächen schillernd aufleuchten. Die Seestärke frischt bisweilen auf 5 auf, die Außentemperatur bleibt mit 11° konstant. Isoldes “Takelage” dauert heute länger.
Das “Skandinavische Abendessen” hat längst begonnen, und sie fönt immer noch ihre Haare. Und mit einem “Totaler Stress!” schlüpft sie dann doch noch in das richtige Outfit.
Mit einer “Crewshow” ist das Abend programm gerettet. Der Zweite Kapitän Michael Block führt durch das abwechslungsreiche Programm. Einzelkünstler tragen Lieder aus ihrer Heimat vor, bieten Tänze aus den Philippinen dar. Ali führt in die Welt der Zauberei ein. Zur großen Überraschung trägt dann aber auch die “Alex-Band” unter Mitwirkung des Kapitäns, des Kreuzfahrtdirektors , des Bordarztes und des Sicherheitschefs bei. Und als sich als Abschluss alle Akteure zu einem furiosen Finale auf der Bühne einfinden, unterstreichen alle Gäste ihre Zustimmung und Begeisterung für die Aussage des Gesamtchors “We are the Champion” und ernten herzlichen Beifall, der vielleicht einer Profigruppe in diesem Maße nicht zuteil geworden wäre.
Isolde ist die Schaukelei nicht bekommen. Um 1 Uhr “opfert” sie wieder ihr Nachtessen.
Dienstag, 28. 06.
Der neue Tag beginnt, wie der Montag sich verabschiedet hat: Seestärke 4-6, Luftfeuchtigkeit 90%, Außentemperatur 9°. 25 sm von der norwegischen Küste entfernt fährt die “Alex” nach Süden. Um 11.15 Uhr sind wir noch 80 sm von Kristiansund entfernt. Ein Aufenthalt an Deck bei Nässe, Wind und Seestärke garantiert “Un-freundlichkeit”. Wir folgen der Empfehlung von Sven Achtermann (“Auch wer nicht selbst fotografiert, aber schöne Bilder liebt, der ist hier richtig.”) und folgen interessiert seinen Ausführungen zum Thema “Fototipps und Tricks für schöne Bilder”. Im Einzelnen unterstreicht der Referent folgende Kernpunkte, die es zu beachten gilt:
- ran an das Objekt
- Vordergrund wählen, wenn die Betonung auf einem Motiv im
- Hintergrund liegt
- Licht und Schatten ins Spiel bringen ( Wolken/Sonne)
- unterschiedliche Wirkung von Hoch- und Querformat
- Mut zum Detail
- Z-Sprünge ( Versatz )
- Objekt nicht in die Mitte setzen
- Herunterziehen des Horizonts
- ungewöhnliche Perspektive suchen
- Mut zur Gegenlichtaufnahme ( scharfe Kontraste )
- Personenfotografie ( um Erlaubnis fragen )
- bei Tieren auf die gleiche Ebene gehen
- Spiegeln der Sonne in den Augen des Tieres
Um 16.10 Uhr muss die “Alex” die Stabilisatoren einfahren, um den Lotsen an Bord nehmen zu können. Das Expeditionsschiff rollt dann ein bisschen stärker. Die Ankunft in Kristiansund verzögert sich um eine ganze Stunde. Jo informiert wieder über den Bordlautsprecher:
“Das Stadtgebiet südwestlich von Trondheim erstreckt sich über drei im Meer liegende Inseln, die über Brücken miteinander verbunden sind. Krifast heißt die Konstruktion der Superlative, die die Stadt seit 1992 mit dem Festland verbindet. Sie besteht aus der einzigen Schwimmbrücke der Welt ohne Seitenverankerung, dem längsten unterseeischen Straßentunnel und der längsten Hängebrückenkonstruktion Norwegens. “
Die Sonne lässt uns beim heutigen Ausflug im Stich. Reiseleiterin Manit bemüht sich, der Enttäuschung ihrer Gäste durch informative Ausführungen zu begegnen. Das “Klippfischweib” am Hafen erinnert an die Zeit, als hier der gesalzene Dorsch zum Trocknen auf die Klippen gelegt wurde. Heute spiele aber der Fischfang kaum noch eine Rolle.
Vom 1983 erbauten Aussichtsturm Verden haben wir einen guten Rundblick. Ins Auge fallen immer wieder die für die Gegend typischen bunten Holzhäuser. 1971 begann für Kristiansund das “Ölmärchen”. Allein 1000 Arbeitsplätzen verdankt die Stadt dem Erdöl.
Interessant für alle ist der Besuch des Klippfischmuseums, wo uns in Worten anschaulich und mit Bildern illustriert die Herstellung der Klippfische dargestellt wurde.
Vorwiegend Frauen wurden seinerzeit in diesem Gewerbe beschäftigt. Heute übernehmen Fabriken diese Knochenarbeit. Wir erfahren, dass der Klippfisch vorwiegend in katholische Länder exportiert wurde. Auf dem Rückweg von Spanien nach Norwegen brachten die Schiffe Erdreich mit, so dass viele verstorbene in “spanischer Erde” beigesetzt werden konnten.
Das Abendessen nehmen wir heute recht spät ein. Der Ausflug war heute nicht berauschend, aber auch das schlechte Wetter beeinträchtigte den “Erfolg” des Ausflugs wesentlich
Mittwoch, 29. 06.
Nur noch zwei Tage! Aber die wollen wir ausnutzen! Seit 5 Uhr befindet sich die “Alex” im Nordfjord, der sich 100 km tief ins Land zieht und doch eine durchschnittliche Wassertiefe von 500 – 600 Metern aufweist. Unser Tagesziel heißt Olden und liegt am Ende des südlichsten dreier Seitenarme. Wir haben die Panoramafahrt nach Fosnes zum Nationalparkzentrum gebucht. Vicky ist versiert und versteht es, in gutem Deutsch – nach der Schule weilte sie zwei Jahre in Deutschland und will Touristik studieren – uns ihre Heimat nahe zu bringen. Wir fahren mit dem Bus durch eine zauberhafte Landschaft mit hohen Bergen ( bis 1700 m ), Bergseen, Flussläufen, Wasserfällen und verstreuten Ansiedlungen zu-nächst die Küstenstraße entlang und dann hinauf die Bergregionen mit phantastischen Ausblicken auf die Bergregion und in die Täler.
An einem besonderen Aussichtspunkt sprudeln aus zwei Touristikbussen die “Alex”-Gäste, blicken auf Berghänge, Eisfelder, Schneekuppen und das üppige Grün eines Flusstales.
In Fosnes sind wir im Nationalparkzentrum zunächst zu einem informativen Film über die Region eingeladen, danach zu Kaffee und dem norwegischen Nationalgebäck Svele. Wir haben genügend Zeit, um die Pause zu genießen, uns in dem groß-zügig angelegten Botanischen Garten mit 325 einheimischen Pflanzen umzusehen und auch die Ausstellung des Geologieparkes mit Steinexemplaren aus ganz Norwegen zu besuchen.
Das Hauptgebäude ist im Wikingerstil errichtet und etwa so groß wie das größte Langhaus der Wikinger, das je in Norwegen gefunden wurde. Wir bedauern nicht, diesen Ausflug “aus Versehen” gebucht zu haben. Mit herrlichen Fotomotiven wird unser “Irrtum” belohnt.
Unsere “Wikingerin” gibt uns einen Einblick in Lebens-gewohnheiten der Norweger, zeigt die hohen Strafen bei Verstößen gegen die Verkehrsregeln auf, erläutert uns u. a. das norwegische Schulsystem und die Möglichkeiten einer Altersversorgung. Vicky berichtet uns während der fahrt, dass alljährlich unzählige Lawinen zu Tal donnern. Erhebliche Stein-massen stürzen dann in den See Lovatn. Eine solche Lawine löste 1936 eine 70 Meter hohe Flutwelle aus, die ein ganzes Dorf verschluckte und auch Todesopfer forderte.
Wenigstens am Abschlusstag herrscht “Kaiserwetter”, Sonne pur! Als wir auf die “Alex” zurückkehren, sind an Deck bereits die vielen Liegestühle aufgebaut. Es gerät zum Lotteriespiel, welche Seite wir belegen sollen, damit wir bei der Ausfahrt aus dem Fjord auch die volle Sonne genießen können. Und wir haben uns richtig entschieden. Das Wasser des heute spiegelglatten Fjords schenkt uns die atemberaubende Landschaft gleich zweimal, einmal im Original und dann auch als Spiegelbild im kristallklaren Wasser. Wir bewundern das Spiel der Wellenkämme mit Lichtreflexion, Spiegelung des blauen Himmels und der grandiosen Bergkulisse. Tausende “Glitzersterne” tanzen auf der Wasseroberfläche. Die “Alex”gleitet langsam durch die vielen Windungen des Fjords dem offenen Meer zu. Neue Seitentäler öffnen sich und lassen immer wieder andere Einblicke zu, keine Wiederholungen, kein “da capo”. Die Eintönigkeit der Schiffsmotoren unterstreicht den Kontrast zu dieser einzigartigen Welt. Schmelzwasser rinnt über die glatt geschliffenen Felswände und springt dann als Wasserfall in die Tiefe.
Und dann bietet die Bordküche noch “Wiener Apfelstrudel-Variationen mit Vanillesoße” an. Keine Wasservögel begleiten unser Schiff. Kleine Boote am Fjordufer deuten darauf hin, dass die verstreuten Gehöfte doch noch bewohnt sind. Kurz vor Sonnenuntergang um 23.20 Uhr begegnen wir der “Jewel of the sea “, die mehr als 2000 Gäste aufnimmt.
Donnerstag, 30. 06.
Das Meer hat sich weiterhin beruhigt. Der Morgen beginnt mit einem strahlenden Blau.
Heute können wir uns am letzten Seetag vor Ankunft in Bremerhaven effektiv dem Tagesprogramm widmen. Um 10 Uhr sind wir Zuhörer bei Sven Achtermann im Musiksalon. Er widmet sich in seinem letzten Vortrag dem Thema “Helgoland – deutsche Hochseeinsel in der Nordsee”. Und anschließend sehen wir uns im Kino den 2. Teil der Filmdokumentation “Zum ewigen Eis nach Spitzbergen” von Longyearbyen nach Olden an.
Gegen 16 Uhr ist die Schönwetterperiode vorbei. Die Wolkendecke nimmt zu, und auch die Kälte ist auf dem Vormarsch. Wir haben uns in die Kabine zurückgezogen und haben keine Mühe, die Koffern zu packen bis auf die “Gala-Uniform”, die wir für das Abschiedsdinner benötigen. Wir legen die benötigten Kleider für die Busheimfahrt zur Seite und müssen am Abend nur noch den Abenddress einpacken. Vor 4Uhr müssen die Koffer vor der Kabine zur Abholung bereit stehen.
John Mouls dankt in seiner Abschiedsrede allen unsichtbaren und sichtbaren Geistern seiner “Alex” und auch den “besten Gästen, die er jemals gefahren habe” und schloss mit dem Versprechen, nie wieder vor Publikum zu singen.
Winfried Prinz richtete seinen Dank zunächst an den Kapitän, der wesentlich am Gelingen dieser außergewöhnlichen Reise bei-getragen habe. Trotz aller Widrigkeiten wie Nebel und Eisbarrieren habe er jeweils die richtige Entscheidung getroffen und den Gästen zu einmaligen und unübertrefflichen Erlebnisse verholfen. Mit seiner Crew sei er sich einig, dass keine Nordlandreise zuvor mit solchen Erlebnissen erfüllt gewesen sei.
Nach Rückkehr vom Nachtessen an der “Schwäbischen Tafel” liegt in unserer Kabine das komplette Ausschiffungsprogramm, das übersichtlich alle wichtigen Details für eine reibungslose Ausschiffung darlegt. So erfahren wir auch, dass wir auf der 2. Etappe dieser Nordlandreise von Longyearbyen nach Bremerhaven 2342 sm bzw. 4437 km zurückgelegt haben. Auch den Titel der Auslaufmelodie erfahren wir: “Chariots of Fire” von Vangelis. Wir fallen in einen tiefen Schlaf und bekommen auch nicht mit, als die Koffer vor den Kabinen abgeholt werden.
Freitag, 01. 07.
Der letzte Tag ist angebrochen. Nach dem Frühstück lernen wir noch Peter Tönninghoff, Rekateur der Jahreszeitschrift “Welcome aboard” kennen. Er hat ein Bild von Isolde (im Hintergrund die Maxim Gorki ) geschossen und holt ihr Einverständnis zur Veröf-fentlichung ein. Alle drei Phoenix-Schiffe laufen nacheinander in Bremerhaven ein und machen am Columbuskai fest. Wir haben keine Eile und können das Sektfrühstück ausdehnen. Nach vorher bekanntem Plan werden wir aufgerufen, um von Bord zu gehen.
Gemerkt haben wir uns noch den 14. August, wenn Winfried Prinz bei “FLIEGE” auftritt. Unsere Koffer stehen vor dem Bus bereit und können eingeladen werden. Leider können wir Bigi nicht treffen. Sie ist an Bord der Maxim Gorki geblieben, um wichtige Arbeiten zu erledigen. So können wir ihr lediglich einen Gruß ausrichten lassen.
Die Rückfahrt mit dem Bus verläuft “fast nach Plan”. Durch mehrere Staus werden die Pausen verkürzt, so dass die angekündigte Rückkehr eingehalten werden kann. Unterwegs stimmen wir mit Mario und Silvia den Abholtermin ab, und kaum sind wir in Karlsruhe angekommen, trifft auch schon unser “Abholtaxi” ein.
Zum Schluss dieser Nordlandreise denken wir an das “Wort zum Tag”, das uns die Bordzeitung noch mit auf den Weg geben hat:
“Leuchtende Tage – nicht weinen, dass sie vergangen,
sondern lächeln, dass sie gewesen, denn ihr habt sie erlebt.“
Bei einer 7-zägigen Expeditionsreise mit der MS Expedition kann der Gast spektakuläre Natureindrücke der Arktis mit ihrer Tierwelt erleben. Spitzbergen, die größte Insel des Svalbard-Archipels, begeistert jeden Passagier durch die kristallblauen Gletscher, die faszinierenden Fjorde,durch märchenhafte Eisformationen und eine überraschend üppige Vegetation an der Westküste.
Bei Hurtigruten kann der Gast jeweils samstags in der Zeit vom 13. Juni bis zum 22.August 2009 dies spektakuläre und faszinierende Kreuzfahrt ins ewige Eis buchen. Der Gast muss sich bei dieser Expedition darauf einstellen, dass alle geplanten Anlandungen von den örtlichen Wetter- und Eisbedingungen abhängig sind. Änderungen des Verlaufsplans nimmt der Gast aber gerne in Kauf, kann er doch im hohen Norden eine großartige Landschaft, seltene Tiere wie die unterschiedlichsten Seevögel, Eisbären, Wale, Robben und Polarfüchse, aber auch die tiefen Fjorde, leuchtende Bergspitzen und bizarre Gletscher erleben und erkunden.
1. Tag: Anreise/Oslo/Longyearbyen
Flug via Oslo nach Spitzbergen
2. Tag: Longyearbyen/Endalen/Adventdalen
Ausflug in das Endalen mit arktischer Wanderung, Mitternachtssonne, Millionen Seevögel, am Abend Ausflug zu einer Hundeschlittenfarm mit Diavortrag und „Arctic Barbecue“
3. Tag: Longyearbyen/Barentsburg
Freien Vormittag und Mittagessen im Hotel, Stadtrundfahrt durch Longyearbyen, Einschiffung und Fahrt durch den Isfjord nach Barentsburg, Besichtigung des russischen Ortes, Naturschutzgebiet Prins-Karls-Forland mit zwei Vogelreservaten, ständiger Wechsel von Sonne, Nebel und Wolken
4. Tag: Nordspitzbergen/Moffen
Fahrt in den Woodfjord und Liefdefjord, Überquerung des 80. Breitengrades, bei Moffen Pacheisgrenze, Robben und Eisbären, Licht der Mitternachtssonne, Weiterfahrt Richtung Süden zum Raudfjord, Smeerenburgfjord und dem berühmten Magdalenefjord
5. Tag: Krossfjord/Ny Ålesund/Kongsfjord
Krossfjord und Anlandung mit den wendigen Polarcirkel-Booten, Ny Ålesund als nördlichste Siedlung der Welt, Rück fahrt durch den Kongsfjord nach Süden, drei Bergspitzen „Tre Kroner“ ragen über die Abbruchfront des Kongsvegen-Gletschers empor
6. Tag: Longyearbyen
Prins-Karls-Forland, Longyearbyen, nach dem Frühstück an Bord Ausschiffung, einer Stadtrundfahrt, Nachmittag steht zur freien Verfügung, Abendessen und Übernachtung im „Spitsbergen Hotel“.
7. Tag: Longyearbyen/Rückreise
Transfer zum Flughafen. Rückflug nach Deutschland.
Teil 1/3
Kurz entschlossen wollten auch wir den “Vorstoß in den weißen Kosmos” wagen. Unsere Reise wird in der nördlichsten Siedlung der Welt, in Longyearbyen, beginnen. Dort soll es alles geben, außer genügend Sonnenlicht, an 112 Tages des Jahres nur Finsternis. Und weitere interessante Informationen liefert uns das Internet:
Die Zivilisation ist nur eine hauchfeine Schicht über der unerbittlichen arktischen Natur. Als man auf Spitzbergen Steinkohle entdeckt, rückten die ersten Grubengesellschaften an, und mit ihnen kam der Bostoner Geschäftsmann Munro Longyear, der 1906 seinen Claim dort absteckte, wo heute die Stadt Longyearbyen liegt. 80 Jahre war Longyearbyen nicht mehr als eine triste Bergarbeiter-Siedlung, rund 1200 km vor dem Nordpol.
Neben wunderschönen Lanschaftsformen, bizarren Glet-scherformationen, einer wundersamen Welt aus “weißen Scherben”, einer Stille der Einsamkeit erwarten wir aber auch aufregende Tierbeobachtungen. Aber erzählen wir zunächst einmal von vorn.
Mittwoch, 22. 06.
In knapp 5 Stunden fliegt uns die HHI von Frankfurt nach Longyearbyen. Erst kurz vor der Landung reißt die Wolkendecke auf und gibt einen Blick auf Spitzbergen, die Inselgruppe im Nördlichen Eismeer, frei.
Es ist zwar bereits Mitternacht vorbei, doch fahles Tageslicht beleuchtet die Szenerie, die vom Kohleabbau bestimmt ist. Das Panorama ist nicht berauschend. Wir blicken auf Förderbänder, Kohlenhalden und Blech- und Holzhütten. Da uns dieser Anblick ohnehin nicht gefangen nimmt, wenden wir uns unmittelbar nach der Landung dem Begrüßungskomitee und der Phoenix-Reiseleitung zu, die fröstelnd auf uns gewartet haben. Longyearbyen ist, so erklärt man uns auf der kurzen Fahrt zur Schiffsanlegestelle, die größte norwegische Siedlung auf Spitzbergen.
Donnerstag, 23. 06.
Eigentlich ist es ja schon Morgen, als wir kurz vor dem Pier anhalten, von Kreuzfahrtdirektor Winfried Prinz persönlich begrüßt werden und nach kurzer Erledigung der Formalitäten unsere Kabine aufsuchen. Auf das Gepäck müssen wir noch warten. So gönnen wir uns so wie auch die anderen 146 Neuankömmlinge im Veranda-Restaurant – es ist mittlerweile 01-00 Uhr geworden – eine heiße Suppe und schauen von der Reling auf die unmittelbare Umgebung von Longyearbyen, die sich im Sonnenschein von uns verabschieden möchte.
Nach einem kurzen ersten Erkundungsgang suchen wir unsere Kabine ( A 31 ) auf. Die Koffer sind zwischen-zeitlich gebracht worden. So können wir auch schon einräumen und uns häuslich in unserem Domizil für die nächste Woche niederlassen. Um 3.00 Uhr nimmt die Alexander von Humboldt Fahrt auf mit Kurs auf den 146 sm entfernten Magdalenenfjord.
Schlaf haben wir in der ersten Nacht kaum gefunden. Und als wir unsere Kabine zum Frühstück verlassen, lernen wir auch unserer Stewardess Princess kennen. Trotz Spritzen, die ich mir in der Heimat vom Hausarzt noch geben ließ, haben sich die Beschwerden nicht gebessert. Kaum kann ich mich bewegen. Doch an Bord ist glücklicherweise ein Arzt. Und das Glück ist mir doppelt hold. Dr. Koller ist Orthopäde und gleichzeitig auch Mannschaftsarzt der Nationalelf der deutschen Hockeydamen. Da bin ich ja in besten Händen. Acht Spritzen werden mir sicherlich Linderung verschaffen.
Die obligatorische Rettungsübung ist unmittelbar nach dem Frühstück angesetzt. Im Musiksalon zeigt man uns das richtige Anlegen der Rettungswesten und erläutert uns das richtige Verhalten im Notfalle. Einen weiten Raum nimmt dann auch die Instruktion für die Benutzung der Zodiacs ein.
Mit seinem Beitrag “Auf ein Wort” beschließt Winfried Prinz die Morgenveranstaltungen, und wir können schon erahnen, was auf uns zukommt, als Winfried Prinz zitiert: “Wir sind nicht hier zum Schlafen, sondern um etwas zu erleben.”
Auf dieser Route werden wir, so Winfried Prinz, nicht die einzelnen Punkte des Katalogangebots abhaken, sondern nach Rücksprache mit Behörden und bei Anpassung an die situativen Bedingungen Änderungen vornehmen, um allen Gästen einzigartige Erlebnisse anzubieten. Die Alexander von Humboldt ist ein Expeditionsschiff mit hoher Eisklasse 1B. Durch seine hohe Manövrierfähigkeit kann es noch in Fjorde einfahren und wenden, was andere Kreuz-fahrtschiffe nicht realisieren können. Von großem Vorteil erweist sich das Promenadendeck, das alle Passagiere umlaufen können. Das großzügige Kino bieten 98 Personen Platz, und die Bibliothek ist bestens, wenn auch vorwiegend mit englischer Literatur, ausgestattet.
Dem Urteil, dass es sich bei der Alexander von Humboldt um ein gemütliches Schiff handelt, können wir uns nur anschließen. Auch die lockere Ordnung bei den Mahlzeiten kommt an. Die aktuellen Informationen von der Brücke kann jeder Gast gut in seiner Kabine über Kanal 1 empfangen. Auch das sensible Thema “Trinkgeld” spricht Winfried Prinz an.
Noch vor dem Mittagessen werfen wir einen Blick auf die Fjord- und Küstenlandschaft. Leider scheinen uns dichte Nebelschwaden diese besonderen Landschaftsformen verwehren zu wollen. Und während des Mittagessens aktiviert eine Borddurchsage “Walross backbord” die Massen. Auch uns erfasst dieser Sog. Doch wir bekommen nur Robben auf treibenden Eisschollen zu Gesicht und vor die Linse.
Dann dreht die “Alex” auch schon bei und geht im Magdalenenfjord auf Reede. In landschaftlicher Hinsicht ist dieser vergleichsweise kleine Fjord wohl der bekannteste Spitzbergens, da eine Mischung aus alpiner Bergwelt, steilen Fjordwänden und in den Fjord abstürzenden Gletscher sehr reizvoll ist.
Auf der Südseite ragt eine kleine flache Landzunge in den Fjord, auf die mehrere alte Gräber zusammengelegt wurden und vom norwegischen Staat 1930 mit einem Gedenkstein an die Walfänger versehen wurden, die dort vor 200 – 300 Jahren während der “Großen Jagd” ihr Leben verloren.
Trotz Nebel erweist sich diese Anlegestelle als eine Topadresse für alle Kreuzfahrtschiffe. Auch wir sind begeistert. Die vielfältig geformten und gefärbten Eisschollen erzeugen im Sonnenlicht märchenhafte Farb- und Lichtimpressionen.
Das Meer ist weiterhin recht ruhig. Meeresvögel demonstrieren uns bei der Einfahrt ihre Flugkünste.
Leblos erscheinen uns die Berge, aber bei genauerem Hinsehen mit dem Fernglas entdecken wir Flecken von Moos und Flechten. Kleinere und größere Gletscherzungen sind bis zum Meer vorgedrungen. Kleinere Bruchstücke – grob als auch bizarr – weiß bis türkisblau gefärbt ziehen an uns vorüber
Und wir haben erneutes Glück. Seevögel und Robben zeigen uns ihre “Wohnungen”.
Zodiac-Boote bringen jeweils zehn Personen auf die öde, felsenübersäte Halbinsel an Land und wir gelangen auf einem “breiten Pfad” (jeder sucht sich einen Weg ) zum Denkmal in der Nähe der Hütte, die den Sysselmannen als Quartier dient.
Vier Ranger achten auf die Einhaltung der Verhaltensregeln in diesem Naturschutzgebiet und achten aber auch im Besonderen darauf, dass keine Eisbären für eine unliebsame Überraschung sorgen. Spuren von Eisbären sind sehr wohl in der Nähe, der frische Abdruck einer Tatze und Fellhaare, die ein Bär beim Wälzen auf dem Boden hinterlassen hat. Aber nicht alle haben ein Auge für diese kleinen Überraschungen: Der Glühweinstand und auch die Würstchenbude lockt manche an.
Vor Betreten dieses Naturschutzgebietes wurden wir speziell auch darum gebeten, auf die brütenden Meeresvögel zu achten, doch mancher der Gäste muss am eigenen Körper erfahren, wie hartnäckig und wirkungsvoll diese Tiere ihr Gelege verteidigen und die “Angreifer” oder zumindest “Eindringlinge” in die Flucht schlagen.
Lediglich eine Stunde dauert der erste Landgang. Wir kehren auf die Alexander von Humboldt zurück, bleiben aber an Deck und blicken auf die Gletscher und Gebirgszüge des Festlandes zurück. Welche Ruhe strahlt diese majestätische Landschaft aus! Bald lichten sich die Nebelschwaden und geben den Blick frei auf die prächtige Bergwelt. Unbeeindruckt von uns “Störenfrieden” treibt eine Robbe auf einer Eisscholle vorbei. Mit der Ruhe ist es aber vorbei, als die Borddurchsage “Beluga backbord” alle aufschreckt . Doch der “Sänger der Meere” ist längst wieder abgetaucht, bis alle fotohungrigen Gäste mit Fotoapparat und Videokamera bewaffnet an Deck erscheinen. Der Beluga bleibt in seinem Revier. Eine Borddurchsage muntert uns auf. Wir sollen nicht traurig sein, wenn wir dieses Mal keinen Erfolg beim Beobachten hatten. Wir sollten uns viel häufiger an Deck aufhalten, das Meer mit dem Fernglas absuchen.
Die “Alex” nimmt um 16.30 Uhr wieder Fahrt auf und erreicht eine Stunde später das offene Meer Richtung Norden. In vier Stunden soll der zweite Landgang erfolgen. Isolde widmet sich kaum den Durchsagen. Sie will einfach raus, hält es in der Kabine nicht mehr aus. Doch alle Informationen sind auf dem ganzen Schiff zu hören, als Winfried Prinz die weitere Planung bekannt gibt.
Gegen 19.40 Uhr wurde die Wasa-Halbinsel umrundet, und die “Alex” fährt nun in den Raudfjord ein. Derzeit herrscht eine Außentemperatur von 1°Celsius. Eine Entscheidung wird erst gegen 21 Uhr getroffen. So hofft jeder, dass sich der dichte Nebel lichtet und uns die prächtigen Ausblicke nicht weiterhin verschließt. Gegen 20 Uhr ist es spannend geworden. Auf der Steuerbordseite machen wir die Hügel- und Bergketten der Fjordlandschaft aus. Darüber hängt aber immer noch eine dichte Dunstglocke, und die Sonne hält sich weiterhin verborgen, was Winfried Prinz lakonisch kommentiert: ”Wie Sie sehen, sehen Sie nichts.” Wir erfahren, dass an dieser Stelle der Fjord fünf Kilometer breit ist und die Berge bis 800 Meter ansteigen.
Dann startet ein Scoutboot um 20.30 Uhr mit den vier Rangern, Winfried Prinz, dem Vizekapitän Michael Block sowie den beiden Lektoren. Und sie kehren mit erfreu-licher Nachricht zurück. Sie haben eine günstige Anlegestelle gefunden.
Überraschend viele Mitreisende entscheiden sich für diesen Landgang, eine Fahrt mit den Zodiacs auf eine Insel, die mit Geröll, Schnee- und Eisflächen, Baumstämmen aus Sibirien und auch Wohlstandsmüll übersät ist. Selbst kleine Korallenästchen finden wir auf diesem Eiland. Das Packeis muss sie von weither hergebracht haben. Der Nebel ist noch dichter geworden. Unser Zodiacfahrer orientiert sich mit dem Kompass und trifft auch ohne Umschweife auf die Alexander von Humboldt.
Die Eindrücke müssen wir erst noch verarbeiten und suchen die Bar auf. Ein “Blue ice” und ein Bier werden uns in den Schlaf wiegen, Doch mein Rücken schmerzt auch noch nach der zweiten Spritzenbehandlung.
Freitag, 24. 06.
Mit einer frühen Durchsage um 7.15 Uhr bringt uns Winfried Prinz auf die Beine. Bereits um 5 Uhr war die “Alex” am Lieftefjord angekommen, aber bald wieder umgekehrt, weil keine Sichtweite garantiert war. Dann trifft die Crew eine folgerichtige Entscheidung. Kapitän John Moulds will seinen Gästen unbedingt etwas bieten und fährt ganz in den Norden Spitzbergens zur Insel Moffen. Und tatsächlich: ein Volltreffer!
Eine Walrosskolonie sonnt sich auf der flachen Insel. Bis 700 Meter kann John Moulds das Schiff heranbringen, und all die Gäste sind im Vorteil, die mit einem besonderen Fotoequipment ausgestattet sind und die Walrösser heranzoomen können.
Gegen 12 Uhr brechen wir zum Magdalenenfjord auf. John Moulds will dicht an die Gletscher heranfahren, sofern der Fjord überhaupt eisfrei ist. Und die Fahrt wird nicht langweilig. Viele Naturbeobachtungen erweitern unseren Horizont. So beobachten wir beispielsweise, wie eine Raubmöve eine Eidermöve tötet.
Mit seinem Vortrag über die Region gibt uns Sven Achtermann Einblick in die klimatischen Zusammenhänge und das reichliche Tierleben. Im Gegensatz zur Antarktis ist das Nordpolarmeer von Land umgeben. Bei 80° Nördlicher Breite haucht der Golfstrom seinen letzten Atem aus, bevor er bei Spitzbergen abknickt und Richtung Süden auf eine salzreiche Tiefenströmung trifft. Während des Vortrags passieren wir die Däneninsel, die sich hinter einer gewaltigen Nebelbank versteckt. Unsere “Alex” wird von allerlei Meeresvögeln begleitet, die ihre Flugkünste vorführen.
Und beim Mittagessen fahren wir in den Madgalenenfjord ein. Der Kapitän hat die richtige Entscheidung getroffen. Bei strahlendem Sonnenschein und bester Sicht nähert sich die “Alex” – vorbei an der gestrigen Anlegestelle - bis auf 700 Meter an den Gletscher Gullybreen und dann noch vorbei am mächtigen Waggonwaybreen. Deutlich können wir die Bruchkante der Gletscher erkennen und diese tollen Motive auf die Platte bannen.
Gemächlich dreht die “Alex”, und wir fahren wieder aufs offene Meer hinaus. Mächtige und bizarre Eisschollen bilden eine fotogene Eskorte.
Um 15 Uhr hält Joe einen Informationsvortrag über die geplanten Ausflüge, die der Bericht lediglich stichwortartig erfasst:
Tromso.
Stadtrundfahrt mit Eismeerkathedrale, Botanischer Garten, Universitätsstadt, Tromso-Palme, typische bunte Holzhäuser, teures Urlaubsland, Seefahrerdenkmal am Marktplatz, größter Holzdom Norwegens, Roald Amundsen-Denkmal, 1036 m lange Brücke zur Eismeerkathedrale mit 140 m² Glasfenster.
Tromso.
Stadtrundfahrt mit Storsteinen, Dom, Denkmale, Museum mit Samen, Tromso-Brücke, Eis-meerkathedrale, Kabinenfahrt zu den Storsteinen.
Lofoten.
Fahrt nach Svolvaer und Henningsvaer, Lofotenaquarium, Kunstausstellung mit Filmvorführung.
Kristiansund.
Panoramafahrt zum Klippfischmuseum, interessanter Friedhof (spanische Erde ).
Olden.
Briksdalgletscher, Oldensee mit schönen Fotomotiven, Fußweg zum Gletscher oder Fahrt mit einem Elektrofahrzeug; oder: Jostedalgletscher mit Nationalpark, Fahrt mit 19 Serpentinen und 600 Höhenmetern, Botanischer Garten, Filmdokumentation, danach traditionelles Gebäck “Svele”.
Da im Musiksalon recht “arktische” Temperaturen herrschten, bevorzugen wir nach kurzem Nachmittagskaffee eine heiße Dusche in unserer Kabine. Seit Stunden zieht die “Alex” an Landschaften vorbei, die wir allerdings wegen des Nebels nicht zu Gesicht bekommen. Gut erwärmt begeben wir uns dann schon um 18 Uhr zum Polar-Galadinner, bei dem alle Gäste, die in Longyearbyen zugestiegen sind, erwartet werden. Kleidersorgen hat Isolde ausnahmsweise überhaupt keine!
Um 19.30 Uhr werden alle neuen Gäste offiziell durch Kapitän John Moulds und Kreuzfahrtdirektor Winfried Prinz begrüßt, die uns ihre jeweilige Crew vorstellen. John Moulds ist – wie er selbst bestätigt – ein typischer Engländer. Er beherrscht lediglich eine Sprache, kennt aber das deutsche Wort “Buckelwal” und arbeitet derzeit am zweiten Wort “Zwergwal”. Seine Crewmitglieder beherrschen allerdings mindestens zwei Sprachen, viele sogar bis zu sieben Sprachen. Winfried Prinz bringt in seinen Begrüßungsworten die Ereignisse der letzten beiden Tage auf den Punkt: “Die letzten beiden Tage sind wir durch Himmel und Hölle gegangen. Nach der Phase der Depression folgte glücklicherweise nun die der Euphorie.” Alle Gäste konnten in dieser kurzen Zeit bereits wichtige und einmalige Highlights erleben getreu des Mottos: das Beste für die Gäste! Trotz neuer Orientierungen und Abstimmungen sei die “Alex” im Zeitplan. Eine echte und gute Teamarbeit habe die beste Lösung zwischen Anspruch und Machbarkeit gefunden.
Im Anschluss an die Begrüßung nehmen wir die Beiträge der Polar-Galashow mit Künstlern wie Olga Caspruk und Oscar Vadillo auf, die mit einem bunten Potpourri unter der musikalischen Begleitung der Metrogold-Band einen bunten Melodienstrauß offeriert.
Während wir uns während der Happy Hour noch einen Drink in der Bar genehmigen, denken wir auch über das heutige Motto nach. “Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen – die Auswahl ist groß genug.”
Mitternacht ist längst vorbei. Doch die Faszination über ein unglaubliches Panorama lässt uns nicht zur Ruhe kommen. Die Sonne hat sich zwar hinter einer dichten Wolkenbank versteckt, doch ist es immer noch taghell. Die Eisbarriere begleitet uns an der Backbordseite. Hier am 80. Breitengrad erstreckt sie sich nicht als feste Eismasse, sondern in Form Tausender dicht gedrängter Eisschollen.
Dieses “Pfannkucheneis” umschwirren zahlreiche Meeresvögel. Dann müssen wir noch Abschied von den beiden Sysselmannen nehmen.
Ein Zodiac nimmt die beiden treuen Begleiter an Bord, wassert und fährt sie einem anderen Boot entgegen, das sich aus der Tiefe nähert. Es dauert, bis beide nebeneinander anlegen können. Die “Fahrrinne” ist ständig blockiert, aber die wendigen Boote haben keine Mühe, sich durch die Eisbrocken zu bahnen.
Der zweite Teil des Reiseberichtes „Zum ewigen Eis nach Spitzbergen“ folgt.
9. Tag
Wer ließe sich morgens nicht gerne wachküssen! Musikalisch besorgt dies um 7.30 Uhr unser Bordwecker, doch nicht uns, denn bereits ab 6,15 Uhr sind wir in die Schärenlandschaft Schwedens eingefahren und genießen diese Landschaft. Wir widmen uns nach dem Aufstehen dem Frühstücksbuffet und haben dann noch genügend Zeit, bis uns die örtliche Reiseleiterin zur Stadtrundfahrt verbunden mit einem Altstadtrundgang abholt. Erstmals erleben wir leider eine völlig inkompetente Botschafterin ihres Landes. Doch wir haben uns glücklicherweise vorinformiert und können dennoch bei der unverständlichen Hektik mit nur einem Fotostopp Schwedens Metropole kennen lernen. In eindrucksvoller Lage, dort, wo sich das Kobaltblau des Mälarsees mit den dunkleren Ostseewassern mischt, breitet sich die Stadt mit über 14 Inseln aus, die 40 Brücken miteinander verbinden. Die verschiedenen Eilande gleichen sich oft so wenig, dass sie wie eine Reihe nur entfernt miteinander verwandter Miniaturstädte wirken.
Jeder Teil hat seinen eigenen Charakter. In der auf Inseln erbauten Metropole ist Wasser nie weit weg. Vor dem Schloss entlassen wir uns selbst und unternehmen einen Spaziergang durch die Altstadt. Die Sträßchen mit Kopfsteinpflaster und verwinkelten Gassen folgen dem mittelalterlichen Bauplan und sind so eng, dass die Hausgiebel fast zusammenstoßen. Den nördlichen Teil der Altstadt beherrscht das Königsschloss. Erstmals geben wir der örtlichen Reiseleiterin kein Trinkgeld, wir sind zu sehr enttäuscht von ihrer „Leistung”.
Auch am 9. Tag unserer Kreuzfahrt ist die Sonne unser ständiger Begleiter. Erst um 16.00 Uhr erreicht das Verwöhnprogramm unseres Luxusliners an der Bar bei Waffeln einen ersten Tageshöhepunkt. Und um 18.00 Uhr dürfen wir das Gala-Buffet kurz fotografieren. Wir sind in der zweiten Gruppe zum Gala-Dinner bestellt, und auch wir bestaunen den vollendeten kulinarischen Zauber. Nahtlos reiht sich der nächste Termin ein: Gala-Show-Express mit den Bordkünstlern und dem Showorchester. Die Künstler servieren einen Unterhaltungscocktail mit Musik, Tanz und Humor. Wir machen zwar noch lange nicht schlapp, hören aber auf unserer Körper, der sich nach Ruhe und Entspannung sehnt.
10. Tag
Heute ist Seetag. Unser Bordwecker lockt uns schon um 7.30 Uhr gut gelaunt aus den Träumen. Beim Studium des Tagesprogramms können wir uns nicht sogleich entscheiden, welche Termine wir wahrnehmen wollen. Zu viele Angebote erwarten uns:
| 10.00 Uhr | Blick auf die eigenen Urlaubsfotos |
| 10.15 Uhr | Premiere des 1. Teils der Filmdokumentation „Höhepunkte der Ostsee” |
| 10.30 Uhr | Phantastisches aus Eis: Der philippinische Küchenartist zeigt, wie aus einem Eisblock bezaubernde Eisfiguren entstehen. |
| 11.00 Uhr | Frühschoppen mit Weißwurst und Brezel |
| 12.00 Uhr | VIP-Sprechstunde |
| 12.30 Uhr | Mittagessen |
| 14.00 Uhr | Gemüse-Schnitzereien und Marzipan-Figürchen |
Aber auch das Sportprogramm ist verlockend:
| 9.30 Uhr | Fat-Burner mit der Sportlehrerin |
| 10.30 Uhr | Bauch-pur-Gymnastik |
| 15.30 Uhr | Bauch-Beine-Po-Gymnastik |
| 17.30 Uhr | Stretching |
| 17.30 Uhr | Walk a mile |
Den Auswirkungen des Gala-Buffets kann jeder nach Herzenslust zu Leibe rücken, und außerdem steht ja auch noch der Fitnessraum jedem zur Verfügung. „Sportlich” nehmen wir auch die Durchsicht der Bilderflut über das Gala-Buffet.
Glutrot verabschiedet sich die Sonne um 19.00 Uhr. Und nach dem Abendessen treffen wir uns noch in gemütlicher Runde an der „Lästerpromenade”. Doch noch können wir nicht unsere Kabine aufsuchen. Schon um 20.30 Uhr ist unser Kreuzfahrtschiff in den Großen Belt eingefahren. Um 23.30 Uhr soll unser Schiff die Storebelt-Brücke passieren. Doch bereits eine Viertelstunde vor „Termin” erreichen wir die zweitgrößte Hängebrücke zwischen Sproge und Halskov. Nun erst geben wir unserer Müdigkeit nach.
11.Tag
Seit Stockholm bis Kopenhagen musste unser Schiff eine Strecke von 664 Seemeilen zurücklegen. Um 6.00 Uhr passieren wir die engste Stelle im Sund zwischen Helsinger (Dänemark) und Helsingborg (Schweden). Um 6.30 Uhr holt uns unser Bordwecker aus den Federn und verspricht uns ein Frühstück mit Butterzopf und Tatar. Mit dem Frühstück müssen wir uns heute beeilen, denn die Landausflüge beginnen bereits um 8.20 Uhr. Einem Fährschiff müssen wir den Vorrang lassen, und so verspätet sich auch die Ankunft in Kopenhagen. Gespannt sind wir auf „Die kleine Meerjungfrau”. Sie gilt als das Wahrzeichen Kopenhagens. Die 1913 geschaffene Skulptur wurde mehrmals Opfer von Anschlägen. Mehrmals schlug man ihr den Kopf ab, ein anderes Mal verlor sie einen Arm. Da jedoch die Originalformen aufbewahrt werden, waren Nach-bildungen einzelner Teile jederzeit möglich.
Unsere Reiseleiterin zeigt sich umgehend als versierte Botschafterin Dänemarks. Nach dem Besuch der erhofften Sehenswürdigkeit gibt sie uns einen Überblick über ihre Heimatstadt ebenso wie in die sozialen Verhältnisse ihrer Bewohner. Mehrfach legt sie Fotostopps ein, so dass wir mit einer reichen Ausbeute aufs Schiff zurückkehren können. Der Gefion-Brunnen stellt die Sage der nordischen Göttin Gefion dar, die ihre vier Söhne in Ochsen verwandelte, um mit ihnen die Insel Seeland aus Schweden herauszupflügen.Ein weiteres Highlight bietet das Schloss Amalienborg der Königsfamilie an einem achteckigen gepflasterten Platz. Im Mittelpunkt dieser herrlichen Rokoko-Anlage steht ein vorzügliches Reiterdenkmal für König Frederik V. Wir haben Glück. Anne hat die Besich-tigungsabfolge bestens eingeteilt und wir können der Wachablösung vor dem Schloss beiwohnen.
Am Rathausplatz verlassen wir den Bus, nicht ohne unsere Reiseführerin für ihre vorzüglichen Erklärungen und Planungen mit einem Trinkgeld belohnt zu haben. Unser Spaziergang bringt uns in Kopenhagens berühmte Fußgängerzone Strøget mit ihren zahlreichen Straßencafés, Bars und Läden. Leider sind am Sonntag die meisten Geschäfte geschlossen! Den Rückweg finden wir allein, vorbei am Straßenknotenpunkt mit dem Reiterstandbild von König Christian V. und dem Königlichen Theater.
Ein herausragendes Ereignis am Abend ist eine Travestie-Show.
Es gelingt eine tolle Performance, die mit einem schier endlos anhaltenden Beifall belohnt wird. In unserem Treff hinter der Bar müssen wir noch lange über diese Glanzleistung reden, und es wird wiederum Mitternacht, bis wir in unsere Kabinen zurückkehren.
12. Tag
Um 6.30 Uhr weckt uns unser fröhlicher Bordwecker. Das norwegische Arandal in Sicht? Nein, dichter Nebel behindert den gesamten Schiffsverkehr. Der Hafen ist geschlossen. Um 8.00 Uhr will der Kapitän einen weiteren Versuch starten, um dennoch am Kai festmachen zu können. Unser „Yakee-Wetter” lässt uns auch am letzten Ausflugstag nicht im Stich. Gegen 8.00 Uhr lichtet sich der Nebel. Und die Hafenbehörde gibt ihr Okay. Das Morgenprogramm kann wie geplant starten. Wir legen am Kai neben den drei deutschen Kriegsschiffen Main, Ammersee und Feeman an.
Die malerische Hafenstadt breitet sich auf sieben Inseln aus. Ein Spaziergang bringt uns durch die Altstadt, vorbei am Marktplatz mit dem eindrucksvollen Rathaus. Leider nehmen die Geschäfte keine Euro. Lediglich der Schokoladenbäcker hat sich auf deutsche Kunden eingestellt. Unseren Blick gefangen hält die Dreifaltigkeitskirche mit ihrem 85 m hohen Kirchturm, der die Altstadt überragt.
Die Auslaufparty verbinden wir mit dem Frühschoppen an der Außen-Bar. Zur Stärkung werden Nürnberger Bratwürste und Sauerkraut gereicht. Zum Mittagessen gönnen wir uns deswegen lediglich Kalamarisringe. Nach der alkoholischen Einstimmung an der Bar und den obligatorischen zwei Gläschen Tischwein rufen die Bettfedern. Aber lange können wir uns diese Ruhephase nicht gönnen. Sporttermine und der zweite Teil der Filmdokumentation warten auf uns. Bis zum Abschiedscocktail verkürzt das „Kofferpacken” die Wartezeit.
Das Abschiedsdinner wird in festlicher Atmosphäre um 19.30 Uhr serviert. Die Männer mögen ja wegen des Anzugszwangs gestöhnt haben, den Frauen kam die Kleiderordnung aber recht. Endlich, und dies zum letzten Male, können sie ihre Gala-Garderobe ausführen. Und nach dem Festessen erinnern wir uns an eine Aussage einer berühmten Persönlichkeit: Es ist besser, Genossenes zu bereuen, als zu bereuen, dass man nichts genossen hat.
Zum letzten Mal treffen sich alle Gäste im Salon zur Abschiedsparty. Do Swidanja! Nun heißt es Abschied nehmen vom Reiseleiter-Team, vom Kreuzfahrtdirektor und von allen Künstlern. Und vor Mitternacht gehen die Bedienungen mit kleinen Appetithäppchen auf großen Platten durch alle Räumlichkeiten. Mit einem Hefenweizenbier sorgen wir für die nötige Bettschwere. Nur noch einen Termin müssen wir erfüllen. Bis spätestens 4.00 Uhr müssen unsere Koffer vor der Kabinentür stehen. Da sind kleinere Pannen vorprogrammiert. Der Schlafanzug ist längst im Koffer eingepackt! Uns passiert glücklicherweise nicht ein berichtetes Malheur, dass auch die gesamte Kleidung im Koffer liegt und dieses Versäumnis erst dann bemerkt wird, als die Koffer längst abgeholt sind. Lediglich ein Kabinenschlüssel befindet sich in dem bereits gepackten Koffer. Doch dieses Missgeschick wird noch rechtzeitig erkannt.
13. Tag
„Time to say goodbye!” Anja bleibt es vorbehalten, uns zum letzten Male zu wecken. Und zum Frühstück fallen die Massen ein und stürzen sich aufs Buffet. Mehrmals gehen die Angebote zur Neige, doch satt wird jeder. Um 9.00 Uhr legt die unser „schwimmendes Hotel” am Kolumbuskaje an. Es wird dauern, bis alles Gepäck zu den wartenden Bussen gebracht wird. Wir nutzen diese Zeit, um die freundlicherweise zur Verfügung gestellten Daten und Auflistungen zu studieren.
Auf der Kreuzfahrt „Höhepunkte der Ostsee” hat unser Kreuzfahrtschiff Gorki eine Strecke von 2842 Seemeilen, das sind 5264 km, zurückgelegt. Die größte Teilstrecke war die Entfernung von Stockholm nach Kopenhagen mit 123o km, die kleinste von St. Petersburg nach Helsinki mit 333 km.
Interessant ist auch der Verbrauch an Lebensmitteln während dieser Reise.
| Fisch |
5.560 kg |
| Fleisch |
8.650 kg |
| Gemüse |
11.890 kg |
| Obst |
15.800 kg |
| Speiseeis |
1.600 Liter |
| Eier |
22.150 Stück |
| Kuchenstücke |
33.700 Stücke |
| Tischwein rot |
2.700 Liter |
| Tischwein weiß |
1.690 Liter |
| Wodka |
209 Liter |
| Fassbier |
1.350 Liter |
| Flaschenbier |
1.247 Flaschen |
| Mahlzeiten |
38.800 Stück |
Wir können uns dem Dank des Kreuzfahrtdirektors und des Kapitäns nur anschließen. Wir haben eine ereignisreiche, abwechslungsreiche, harmonische und interessante Reise erlebt. Gerne nehmen wir die chinesische Spruchweisheit aus China in uns auf:
Leuchtende Tage, nicht weinen,dass sie vergangen,
lächeln, dass sie gewesen,
denn Ihr habt sie erlebt.
„Auf dieser Reise können Sie sich fühlen wie Gott in Frankreich.“ Dies verspricht der Spezialist für Kreuzfahrten auf der Rhone. Um bereits das Resumee vorwegzunehmen: Die Werbung hat das gehalten, was sie versprach.
Bislang brachten mich Kreuzfahrten schon fast um den Erdball. Flusskreuzfahrten schienen mir dagegen eher langweilig zu sein. Doch auf der Flusskreuzfahrt von Lyon nach Arles bin ich auf den Geschmack gekommen; denn auf der aRosa-Luna, dem Flussschiff mit dem Kussmund und der roten Rose auf dem Bug, konnte ich mich blendend erholen, erlebte viel, erfuhr Genuss im Überfluss.
Ich genoss die überraschend lockere Atmosphäre an Bord und genoss am frühen Morgen bei geöffneter Tür den Anblick der in zauberhaftem Licht getauchten Uferlandschaft. Nur wenige Passagiere finden sich kurz vor Sonnenaufgang auf dem Deck ein, werden aber mit einzigartigen Bildern belohnt. Eine abwechslungsreiche Landschaft zieht an mir vorüber.
Immer ist Land in Sicht. Langsam gleitet die aRosa-Luna an Dörfern vorbei, die inmitten von Weinbergen thronen. Burgruinen grüßen von den sanften Hügeln. Ich kann mich kaum von den vielfältigen Eindrücken losreißen, doch das Frühstück ruft, und so verbindet sich Schauen mit Schlemmen, eine perfekte Symbiose.
Nach dem Schlemmen ist wieder das Schauen angesagt. Am Horizont taucht die schöne Kulisse von Avignon auf. Und ich
freue mich schon auf das antike Architektur-Meisterwerk,die perfekt erhaltene Pont du Gard, das dreigeschossige römische Aquädukt mit einer Länge von 275 Metern, das den Rhonezufluss Gardon überspannt. Leider ist die „Brücke von Avignon“ nur noch zum Teil erhalten, und ich bedauere lediglich, dass ich dieses spektakuläre Bauwerk nicht mit der abendlichen Beleuchtung erleben kann.
Das nächste Highlight meiner Südfrankreich-Erkundung per Schiff lässt nicht lange auf sich warten. Da die engen Schleusen und Brücken niedrig sind, müssen Sonnensegel und Steuerkabine hydraulisch abgesenkt werden. Die Passagiere werden aber nicht von Deck verbannt. Im besonderen bin ich auf den Besuch der Camarque gespannt. In der Sumpflandschaft der Camarque verschmelzen Land und Meer übergangslos.
Ich erkunde diese einmalige Landschaft mit dem Jeep und erkunde den besonderen Spaß, das sumpfige Gelände abseits der ausgetrampelten Touristenpfade zu durchqueren. Und die besonderen Attraktionen bleiben auch nicht aus. Mit meinen Begleitern erlebe ich Natur pur, beobachte die schwarzen frei lebenden Stiere und bestaune die berühmten weißen Pferde, die ebenfalls in freier Wildbahn leben und zu unserer Begrüßung sich friedlich am Wegrand einfinden. Und auch die rosa Flamingos im Teichwasser des Étang des Vaccères zählen zu den beliebten Fotomotiven dieses Erlebnistages.
Die Ankündigung „Leben wie Gott in Frankreich“ bewahrheitet sich bei der kulinarischen Vielfalt ebenso wie bei den einzigartigen Wellness-Angeboten. Auch die vielseitige und eindrucksvolle Erlebnispalette ist ein harmonischer Baustein für den „Genuss im Überfluss“.
Per Bus erkunde ich die atemberaubenden Schluchten der südlichen Ardèche-Region. Von einem Ausssichtspunkt genieße ich den beeindruckenden Felsdurchbruch Pont d´Arc – ein Tor von gut 20 m Höhe und Spannbreite. Auch die beeindruckende Wirkung bei der Besichtigung der nahe gelegenen Tropfsteinhöhle bleibt noch lange erhalten. Kaum haben wir wieder die aRosa-Luna erreicht, zaubert wieder der Chefkoch ein exzellentes Buffet.
Ohne auf das detaillierte Besichtigungsprogramm einzugehen mit einer Stadtrundfahrt Lyon, einer Kostprobe in den Markthallen, mit der Besichtigung des Papstpalastes in Avignon, mit der Erkundung der traumhaften mittelalterlichen Bergfestung „Les Baux de Provence“ und auch mit verschiedenen Weltkulturerben der UNESCO habe ich einen weiteren wertvollen und angenehmen Baustein meiner weiteren Urlaubsgestaltungen kennen- und schätzen gelernt: die gelungene Symbiose zwischen den Annehmlichkeiten eines schwimmenden Hotels und der Kultur des bereisten Landes.
5. Tag
Der Bordwecker holt uns um 7.30 Uhr schwungvoll aus den Federn. Sein Motto heißt „Jeden Tag ein Lächeln verändert die Welt”. Und wir haben allen Grund zu lachen. Wir erleben eine wunderschöne Reise zu den Höhenpunkten der Ostsee. Mit ihren Beiträgen betreibt sie eine lebendige Morgengymnastik für die Seele. Der Bordpfarrer hat herzlich zu einer ökumeni-schen Morgenandacht eingeladen. Keinem wird es an diesem langweilig. Die Bordband gestaltet heute einen „Singenden Frühschoppen”. Neben musikalischen Beiträgen hat auch das Küchenteam Extras vorbereitet: Leberkäse und Kartoffelsalat. Das Mittagessen könnten wir ja ausfallen lassen! Aber …
Um 15.15 Uhr wird unser Ausflug „Tallinn und Freilichtmuseum Rocca al Mare aufgerufen. Die Reiseleiterin stellt uns während der Busfahrt ihr Land vor. Die Stadt Tallinn, so erfahren wir, besteht aus drei Städten: dem Domberg mit der Oberstadt, der Unterstadt und jenseits eines Grüngürtels und der Mauern, die noch zu einem Großteil erhalten sind, die Neustadt. Das frühere Reval liegt am Finnischen Meerbusen. Von der Burg auf dem Kalksteinhügel des Dombergs überblicken wir das faszinierende Gewirr von mittelalterlichen Dächern und Pflasterstraßen, aus dem hier und da schlanke Kirch- und trutzige Wehrtürme ragen. Auffällig sind auch die prächtig gestalteten Wetterfahnen, sichtbares Zeichen von Macht und Anerkennung. Die UNESCO hat 1997 die sanierte Altstadt mit dem Bollwerk als Weltkulturerbe gewürdigt. Estland, so versichert uns die örtliche Reiseleiterin, hat den Aufbruch aus der sozialistischen Eiszeit gemeistert.
Und die Esten sind stolz auf ihre Fortschrittlichkeit. Allerdings gelten die ehemaligen russischen Bewohner als Esten zweiter Klasse, die teilweise verarmt sind, ausgegrenzt sind, lediglich ihre russische Sprache verstehen und heimatlos im Lande sind, da sie keinen estischen Pass erhalten. Das moderne Estland ist das Land der 1000 Stimmen. Seit der „singenden Revolution” in den 80er Jahren, als 200 000 Esten das verbotene Volkslied „Estland – meine Heimat” sangen, richtet Estland bedeutende und viel beachtete Sängerfeste aus. Und zur Mittsommernacht geraten die Esten völlig aus dem Häuschen. Dann sind die Schatten der Vergangenheit ebenso vergessen wie die Sorgen der Zukunft. Und überdeutlich drückt Maria immer wieder ihren Hohn gegenüber den einstigen Machthabern aus. Die sowje-tischen Plattenbauten tituliert sie als Trotzkisten. Und ein Denkmal beschreibt sie folgendermaßen: He, Taxi, mein Mann ist besoffen, mein Kind ist müde, ich will nach Hause. Und gar beim Straßenbau muss alles Sozialistische weg, damit die Autos nicht so hopsen müssen.
Das Freilichtmuseum Rocca al Mare, an der Küste 10 km westlich der Stadt gelegen, bietet mit originalgetreu wieder aufgebauten Fischerkaten, Windmühlen und Bauernhöfen einen guten Einblick in das estnische Landleben der letzten 150 Jahre.
Den interessanten Ausflug in die estnische Geschichte beschließt eine Volkstanzgruppe.
Nach dem Abendessen genießen wir ein russisches klassisches Konzert „Polowetzer Tänze”. Dieses Konzert bleibt uns in Erinnerung, da sind wir sicher. Virtuos beherrschen alle drei Künstler ihre Instrumente. Und dieser Abend zählt auf unserer Reise zu den besonderen Erlebnissen. Es fällt zwar schwer, nach diesem Konzert wieder auf den Boden zurückzukehren, aber die „Late night spezial” im Captain´s Club reizt uns dennoch. Heute haben wir es lange ausgehalten. Um 2.00 Uhr beginnt endlich die Nachtruhe.
6. Tag
Der „fröhlicheBordwecker” rüttelt uns nach kurzem Schlaf um 7.30 Uhr musikalisch wach. Eigentlich, meint sie, sei bei der Nebelsuppe kein Grund aufzustehen. Doch wir sind nicht zum Schlafen aufgebrochen. Kaum hat sich der Nebel gelichtet, passiert unsere Kreuzfahrtschiff um 9.30 Uhr die Befestigung Kronstadt auf der Insel Kotlin vor den Toren der Stadt zum Schutz vom Sankt Petersburg. Von den Nachfolgern Peter I. wurden die Pläne für den Bau einer Befestigungsanlage weiter fortgesetzt, so dass sich Kotlin in der Mitte des 18. Jahrhunderts zum wichtigsten russischen Flottenstützpunkt entwickelte. Die “traurigen” Überbleibsel können wir bei der Vorbeifahrt erkennen.
Erst nach dem Mittagessen erreichen wir um 13.00 Uhr St. Petersburg. Der Ausflugsplan sieht für uns am Nachmittag die Besichtigung des Palastes Peterhof vor, am Abend dann einen Galaabend im Jusupovpalast. Eine Hafenband begrüßt uns mit forscher Musik. Danach heißt es: Abfahrt zum ältesten Zarensitz. Der Peterhof liegt 30 km westlich von St. Petersburg. Für Peter den Großen von Jean-Babtiste Leblond, dem Architekten Ludwigs XIV., errichtet, wurde die Anlage später von Rastrelli erweitert.
Peterhof war, so unsere russische Reileleiterin, eine Sommer-residenz der russischen Zaren, ein grandioses Park- und Schlossensemble am Ufer des Finnischen Meerbusen. Damit die Böden geschont werden, müssen alle Gäste in Überschuhe schlüpfen. Peter der Große wollte daraus eine Art Denkmal für den Sieg Russlands über die Schweden machen. So versinnlicht beispielsweise die Fontäne „Samson reißt dem Löwen den Rachen auf” den Sieg bei Poltawa im Jahre 1709. Bevor wir uns aber m Park umsehen, werden wir durch die prunkvollen Räumlichkeiten des Peterhofes geleitet. Danach nimmt aber das prächtige Schauspiel der Großen Kaskade mit dem Samsonbrunnen im Zentrum unsere Aufmerksamkeit in Anspruch. Staunend verharren wir.
Wir kehren rechtzeitig um 18.00 Uhr an Bord zurück, bevor wir nach dem Essen um 19.30 Uhr zum Jusupovpalast aufbrechen. Olga übernimmt die Führung durch diesen Palast. Auf der großzügigen Freitreppe werden wir „standesgemäß” von in Rokokokostümen gekleideten „Lakaien” begrüßt. Das Palais der Fürsten Jusupov widerspiegelt den Glanz seiner Zeit. Olga geleitet uns durch die Prunksäle und verweilt im Zimmer des „Wunderheilers” Rasputin, der zunehmend Einfluss auf die Zarin gewonnen hatte. Olga zeigt uns auch den Ort, wo der vermeintliche Wunderheiler und Zarenberater im Dezember 1916 von Angehörigen der Hofgesellschaft ermordet wurde. Unklar blieb lange Zeit der tatsächliche Hergang der Ermordung Rasputins. Zunächst reichte man Rasputin mit Zyankali vergifteten Kuchen, den er aber genussvoll vor der angekündigten Audienz bei der Zarin verzehrte, ohne dass die gewünschte Wirkung eintrat. Die Verschwörer schossen danach kopflos auf Rasputin, und als er immer noch nicht sterben wollte, warf man ihn schließlich in ein Eisloch eines Nebenkanals der Mojka.
Nach einer kleinen Pause bringt uns Olga zum Sektempfang im großen Saal und danach zum kleinen Theater, wo unter der Leitung von Michael Winogradow die Solosänger vom St. Petersburger Theater für Oper und Ballett ein Gala-Konzert für die Gäste der Maxim Gorki zelebrieren von hoher Qualität, begeisternder Stimmführung und Ausstrahlung. Ohne die Qualität der Künstler schmälern zu wollen, bleiben die Auftritte der Nina Arsentjrva mit „Sizilianische Vesper” und „Nachtigall” in besonderer Erinnerung.
7. Tag
Was zwitschert denn da in unserer Kabine? Liegen wir wirklich im Bett? Wir sind doch erst vor ein paar Minuten zu Bett gegangen! Ein Blick auf die Uhr belehrt uns eines Besseren. Es ist zwar erst 6.30 Uhr, und der „Störenfried” ist wieder unser Bordwecker, der uns aus den Träumen und Federn lockt. Ein ereignisreicher zweite Tag in St. Petersburg erwartet uns: die große ganztägige Stadtrundfahrt ab 8.45 Uhr.
Wir sind die Ersten, die heute die prächtigen Gebäude, u.a. auch die Eremitage und die 47 m hohe Alexandersäule, die an den russischen Sieg über Napoleon erinnern soll, bewundern dürfen. Wie Venedig und Amsterdam ist St. Petersburg eine Wasserstadt, kreuz und quer von 65 Kanälen durchzogen und von Hunderten von Brücken zusammengehalten. Die bedeutendste Wasserstraße ist die Newa, die sich in den Finnischen Meerbusen ergießt. Innerhalb von St. Petersburg wurde sie durch Granitufer eingedämmt. Der Zauber der Stadt geht von der Anordnung der im 18. Jahrhundert entstandenen Plätzen, Parkanlagen, Paläste und Monumente aus.
Unser Reiseleiter hat ein Herz für die Fotografen. An bedeutenden Stellen lässt er den Bus anhalten und Fotostopps einschieben. Nördlich der Newa beherrscht die Peter-Pauls-Festung die Szenerie. Dieses Bollwerk, das die Flussschifffahrt überwachen sollte, wurde 1703 mit Mauern aus Holz und Lehm begonnen, danach aber beeindruckende Schutzwälle aus rotem Backstein gebaut. Das dominierende Gebäude innerhalb der Festung ist die Peter-Pauls-Kathedrale. Die zierliche vergoldete Spitze des Glockenturms trägt einen Engel mit Kreuz. Einen weiteren Fotostopp legen wir am Ende des Petrogradskaja-Kais ein. Hier liegt der Panzerkreuzer Aurora vor Anker, der 1917 mit einem Schuss das Zeichen zum Angriff auf den Winterpalast gab. Bewundern können wir auch ein weiteres Wahrzeichen der Stadt, den Turm der Admiralität mit seiner goldenen Spitze, die in einer Wetterfahne in Bootsform endet.
Charakteristisch für die Silhouette der Stadt ist auch die 1858 vollendete Isaac-Kathedrale mit ihrer riesigen, von Engelsfiguren umgebenen Goldkuppel. Die Paläste, erklärt uns unser Reiseleiter, sind vorwiegend in Privatbesitz. Mit einem Kaufvertrag haben sich die neuen Besitzer verpflichtet, die Ge-bäude zu renovieren. Uns fällt vornehmlich die dichte Bebauung auf – Gebäude reiht sich ohne Zwischenraum an das nächste Gebäude – und unser Guide berichtet, dass allein in St. Petersburg 40000 Häuser renovierungsbedürftig sind. Unser versierter Reiseleiter versteht es, seine Gäste zu unterhalten. Er fragt uns: Warum klauen die Russen in Deutschland zwei Autos? Antwort: Sie müssen noch durch Polen. Weiterhin fällt uns auf, dass wir keine Radfahrer zu Gesicht bekommen.
Das Mittagessen nehmen wir in einem Restaurant des Katharinenpalastes ein. Welche Pracht empfängt uns an diesem Ort! Nach dem gewöhnungsbedürftigen Mahl betreten wir die Parkanlage durch ein goldenes Tor. Und wiederum schlüpfen wir in leichte Überzieher, bevor uns unser Guide durch alle dem Publikum zugängigen Räumlichkeiten führt. Besondere Beachtung findet freilich das Bernsteinzimmer, das wir leider nicht fotografieren dürfen. Aber auch die Außenanlage besticht durch Eleganz und Formschönheit. Glücklicherweise müssen wir uns nicht einer höfischen Steife unterwerfen und dürfen uns frei bewegen, bis unsere Gruppe zur Besichtigung aufgerufen wird.
Fast geblendet von diesem Prunk kehren wir zu unserem Kreuzfahrtschiff zurück. Einen schwungvollen Abend gestaltet das Showballett „Vom Tango bis Kalinka”. Seit unserer ersten Begegnung mit diesem jungen Ensemble können wir einen mächtigen Fortschritt bei der Wahl der Kostüme und der Tanztechnik erkennen. Dem Angebot „Kaiserschmarren” können heute beim Mitternachtssnack nicht alle widerstehen und lassen sich zu später Stunde noch verwöhnen. Beim obligatorischen Hefenweizenbier beschließen wir den Abend im Separee hinter der Bar. Die Uhr wird heute eine Stunde zurückgestellt, so dass wir noch vor Mitternacht ins Bett kommen.
8. Tag
Für die Strecke von St.Petersburg bis nach Helsinki muss unser Kreuzfahrtschiff 180 Seemeilen zurücklegen. Schon um 6.30 Uhr ruft unser Bordwecker den neuen Tag aus. Nur 13° beträgt die Außentemperatur. Dichter Nebel verhindert jegliche Sicht. Wir haben uns dazu entschlossen, nach dem Frühstück ab 9.00 Uhr die finnische Metropole auf eigene Faust zu erkunden. Entgegen unserer Erstplanung „Fußweg” bringt und ein Shuttlebus ins Zentrum der Stadt. Die Haltestelle liegt dicht am Tagesmarkt, auf dem neben Gemüse und Obst auch Kunstprodukte des Landes angeboten werden. Doch nicht zu lange halten wir uns hier auf, besichtigen die Uspenski-Kathedrale und machen uns dann auf den Weg zum prächtigen Dom. Den klassizistische Dom (Entwurf:Carl Ludwig Engel ), mit nur einer Kuppel geplant, doch ab 1840 durch vier kleine Kuppeln mit vergoldeten Sternen erweitert, besichtigen wir, nachdem wir eine großzügige Außentreppe bestiegen haben. Der Fries ist mit Kopien der Kathedrale von Kopenhagen geschmückt. Das Innere des lutheranischen Gotteshauses ist schlicht und nüchtern, enthält aber Statuen von Luther, Melanchton und Agricola.
Bei der Stadterkundung treffen wir auf Aktivitäten des Roten Kreuzes und auf einen Aktionstag der Europaunion. Über die elegante Einkaufsstraße Esplanadi gelangen wir zum Konzerthaus Filandia, lassen unsere mit einer Visitenkarte versehenen Luftballone in den blauen Himmel steigen. Den Weg zum Sibelius-Park schaffen wir aber nicht mehr, kehren um und füttern am Hafen die zahlreichen Möven, die uns umschwirren und nach Futter betteln.
Pünktlich kehren wir in unser schwimmendes Hotel zurück, und um 16.00 Uhr verabschiedet sich unser Schiff von Helsinki und nimmt Kurs auf Stockholm. Erstmals gerät unser Kreuzfahrtschiff beim Ablegen in Schwierigkeiten. Der starke Wind treibt den Luxusliner immer wieder an die Kaimauer zurück. Ein Schlepper bietet seine Dienste an.
Da wir das Mittagessen ausfallen ließen, finden wir uns ausnahmsweise in der Lounge zur Tee- und Kaffeestunde ein. Wir halten uns aber bei der Kuchenwahl zurück, denn bereits drei Stunden später wird das internationale Abendessen serviert. Am Abend wartet wieder eine besondere musikalische Attraktion im Musiksalon auf uns. Andy Bünger nimmt uns auf eine „Musikalische Weltreise” mit und stellt seine vielseitige musikalische Begabung auf Marimbaphon, Panflöte, Hawaii-Gitarre, Schlagzeug, Trompete und Saxophon unter Beweis. Nach dem Konzert wollen wir im Captain´s Club bei der Dance-Night mit unserer Lieblingskellnerin ein Tänzchen wagen. Doch sieist zu beschäftigt und ausgepowert, um sich noch Dienstschluss den Gästen widmen zu können. Dafür haben wir Verständnis, zumal wir uns davon überzeugen können, dass ihre Augen am Morgen „noch schlafen”. Entschädigt werden wir aber dann noch in der Lounge mit einer Tanzeinlage des Reiseleitungsteams.
Hat der Jangtse seinen Reiz verloren? Werden gar Kreuzfahrten auf dem mit über 6 Kilometer längsten Fluss CDhinas eingestellt? Bange Fragen, aber: Der Jangtse ist keineswegs weniger attraktiv als der alte vor dem Dammbau.
Vor sieben Jahren unternahm ich mit der Yakee-travel-Gruppe die Jangtse-Kreuzfahrt. Und mehr als gerne erinnere ich mich an die erlebnisreichen Tage auf der 1400 Kilometer langen Flussstrecke von Chongqing bis Wuhan. In meinem Reisebericht habe ich die unvergesslichen Eindrücke festgehalten:
„8. November:
Zu beiden Flussuferseiten erkennen wir die Hochwasser-markierungen, beobachten das emsige Treiben auf den Sand- und Geröllbänken, machen die kleinen Felder an den Berghängen aus, sehen kleine Wege von den Bergen zu den Flussufern, blicken den vorbeifahrenden Fischerbooten und Lastkähnen nach, bewundern die abwechslungsreichen Uferzonen. Doch das Sonnenlicht durchdringt nur bedingt die Dunstglocke, so dass manches nur schemenhaft zu erkennen ist…
Um 15.30 Uhr beginnt der Ausflug zur Tempelanlage Fendu. Über hundert Treppen müssen wir emporsteigen, bis wir den Bus erreichen, der uns nach Fendu bringen wird. In wenigen Jahren wird Fendu 35 Meter unter der Wasseroberfläche liegen. Dann hat der größte Damm der Welt die Region am Jangtse planmäßig überflutet. Doch der Tempel der Höllengötter, 620 Treppenstufen über der Stadt, wird als Insel verschont bleiben…
Wir werden Zeitzeugen gewaltiger Abrissmaßnahmen. Soweit der Blick reicht, erfassen unsere Augen Trümmerberge. Der Lärm der von Menschenhand betriebenen Abrisshämmer erfüllt die Luft. Auf den Lift verzichten wir, sondern machen uns zu Fuß zum Ming-Berg und dem 1600 Jahre alten Kloster auf. Unterwegs rasten wir an der Markierungstafel, die auf einen Wasserstand nach Abschluss des Dammprojekts von 175 Metern hinweist…
9. November:
Gegen 6.30 Uhr erreicht die Victoria die Weiße Kaiserstadt Baidicheng und das Kui-Tor, den Eingang zur Qutang-Schlucht, der sog. Blasebalgschlucht, die mit lediglich 8 km Länge die kürzeste, aber auch die eindrucksvollste der drei Schluchten ist. Zu den üblichen Frühaufstehern haben sich die meisten Kreuzfahrtteilnehmer gesellt, um sich dieses Naturschauspiel nicht entgehen zulassen. Bei beginnender Dämmerung genießen wir die imposanten Bergformationen und die steilen Felsen, welche den Lauf des Jangtse bestimmen. Lediglich 20 Minuten dauert die Passage…
Nach dem Frühstück macht sich unsere Gruppe für den Bootsausflug auf Sampan-Booten durch die Kleinen Schluchten in Wushan fertig. Sechs Stunden wird der Ausflug auf kleinen Booten durch die Lesser-Schluchten des Dannig-Rivers dauern. Zunächst müssen wir aber erst wieder die vielen Ufertreppen meistern, bis uns der Bus durch ein Trümmerfeld zur Bootsanlegestelle bringen kann. Wir werden an Nachkriegsbilder erinnert. Ruine reiht sich an Ruine. In den Ruinenbergen schuften die Menschen, um Steine für einen Neubau an höher gelegten Orten zu retten, die Eisen mit Hämmern aus dem Beton zu lösen und die gewaltigen Schuttberge zu beseitigen. Uns bietet sich ein Bild wie nach einem gewaltigen Bombenangriff. Zwischen den Trümmerbergen hausen immer noch Menschen in unzumutbaren Behausungen, die eher schlechten Stallungen als Wohnungen gleichen. Die Eindrücke sitzen tief! Unvorstellbare Zustände!…
An der Bootsanlegestelle mit prächtigem Blick auf den Beginn der Schlucht mit steil aufragenden Felsformationen herrscht Hochbetrieb. Händlerscharen kämpfen um jeden Kunden, reagieren aggressiv auf das Eindringen anderer Händler in ihrem Aktionsradius. Boot um Boot legt ab. Wir reihen usn in die Besucherschlange ein, bis wir endlich nach einer halbstündigen Wartezeit an die Reihe kommen und über schwankende Boote unser Ausflugsboot erreichen. Mühsam bahnt sich der Bootsführer durch die enge und teilweise wenige Zentimeter tiefe Fahrrinne seinen Weg. Zwei Helfer setzen immer wieder das Boot mit langen Stangen in die richtige und günstige Position. Die Gegenströmung ist bisweilen so stark, dass das Boot kaum fahrt aufnehmen kann. In der Ferne tauchen Gestalten im Wasser mit langen Stangen auf. Doch die vermeintlichen Fischer entpuppen sich als Kinder, die im kalten Wasser stehen und mit langen Bambusstangen, an deren Ende Körbe befestigt sind, die vorbeifahrenden Boote zu erreichen versuchen. Mancher Geldschein wandert in diese Sammelkörbchen, und die meisten Mitfahrer trennen sich von ihrem Lunchpaket. Haben die Kinder mit ihren Bambusstangen ein Fenster verfehlt, rennen sie auf den Geröllfeldern nebenher, bis sie erneut eine günstige Stelle zum weiteren Anlauf, eine Spende von den Touristen zu erhaschen, gefunden haben. Auf dieser Kreuzfahrt durch die Mini-Schluchten kommen wir auch an zahlreichen Siedlungen vorbei. Wir beobachten die Bewohner bei der Bestellung der Felder ebenso wie bei der mühevollen Arbeit, die am Ufer angekommenen Waren in die höher gelegenen Wohnbereiche zu tragen. Steil ragen bisweilen die Felsen auf, und manchmal kommt es fast zur Berührung mit den Felswänden. Doch die Bootshelfer passen auf und bewahren das Boot vor einem Aufprall. An einer Kiesbank legt der Bootsführer ein Rast ein. Wie aus dem Nichts erscheinen Händler, die von den Bergen herabgestiegen sind und auf Touristen warten. Ihr Warenangebot beschränkt sich auf geschliffene Steine, Messinglocken, Schnapswärmer, Fossilien, „Antiquitäten“. Unsere Gruppe investiert einige Yuan und hinterlässt beim Ablegen des Bootes glückliche Anwohner…
10. November:
Das Tagesprogramm ist heute knapp bemessen. Lediglich zwei Stunden stehen zur Besichtigung des größten Staudamm-projektes der Welt zur Verfügung. Unmittelbar nach dem Frühstück bringt uns der Bus zur Großbaustelle. Leider hat sich wieder einmal ein Dunstschleier über die gesamte Region gelegt, so dass die Ausmaße des Projektes nur erahnt werden können. Aber allein die Materialhalden sind überwältigend. Doch in der Halle schafft ein Modell des „Drei-Schluchten-Projektes“ Klarheit, und alle Besucher können sich an Hand dieses Modells ein ausgewogenes Bild über die Anlage und deren Ausmaße machen. Der Staudamm wird 2335 Meter lang und 185 Meter hoch. An seinem Fuß bringt er es auf 130 Meter Breite. Die Baukosten werden auf 28 Milliarden US-Dollar geschätzt. Voraussichtlich soll die Fertigstellung im Jahre 2009 erfolgen. In wenigen Jahren werden 13 große Städte, 140 Orte und 1352 kleine Dörfer sowie 30 000 ha Reisfelder überschwemmt sein. Die gewaltige Umsiedlungsaktion betrifft 1,3 Millionen Chinesen…
In den letzten 100 Jahren, so Frau Zhang, sind bei Überschwemmungen des Jangtse über 700 000 Menschen zu Tode gekommen, Durch diesen Staudamm werden die Fluten des Jangtse unter Kontrolle genommen. Seeschiffe können nach Fertigstellung des Projektes bis 2500 Kilometer ins Landesinnere fahren und somit mit dem wirtschaftlichen Aufschwung auch für Millionen Wohlstand bringen. Die 26 Generatoren werden eine Strommenge von 26 Kohlekraftwerken erzeugen und damit auch die Verbrennung von 50 Millionen Tonnen Kohle jährlich vermeiden. Der Damm hebt in den nächsten Jahren den Wasserspiegel auf 175 Meter über den Meeresspiegel und schafft ein 600 Kilometer langes Wasserreservoir bis nach Chongqing mit einem Fassungsvermögen von 40 Millionen m³. Frau Zhang verschweigt aber auch nicht die Nachteile, die dieses Projekt befürchten lässt Wertvolles Ackerland wird überflutet. Die erforderliche Umsiedlung der Menschen ist mit hohen Kosten verbunden. Durch den 600 Kilometer langen Stausee werden sich Klimaveränderungen ergeben. Die Wasserqualität wegen der geringeren Fließgeschwindigkeit und dem Einleiten ungeklärter Chemieabwässer wird sinken,und auch die Gefahr der Verschlammung des Sees mit weitreichenden Folgen kann nicht verschwiegen werden. Unvorhersehbar sind auch die Gefahren bei einem möglichen Erdbeben. Kritik wird heute schon wegen der schlechten Bauqualität (Risse!) laut.“
In den Folgejahren nach meinem Jangtse-Besuch habe ich die Baufortschritte, aber auch die Bedenken mitverfolgt. Von den Nachteilen des Projekts wollte die Führung Chinas lange nichts hören. Ende 2007 meldete die staatliche Nachrichtenagentur überraschend, dass doch nicht alles nach Plan läuft. Man müsse noch mehr Menschen umsiedeln, weil sich die Umweltbedin-gungen an den Ufern des Stausees verschlechtern und es oft zu Erdrutschen kommt. Nach ersten Schätzungen wurden über zwei Millionen Menschen vertreiben. Des weiteren wurde ermittelt, dass die Entschädigung für die Zwangsumgesiedelten weit unter dem Wert ihres in Wirklichkeit eingetretenen Verlustes liegt. Auch die in Aussicht gestellten Jobs konnten den Umsiedlern nicht zur Verfügung gestellt werden. Viele der örtlichen Funktionäre, so berichteten Zeitungen, haben sich persönlich bereichert, indem sie das Geld, das für die Vertriebenen bestimmt war, in die eigene Taschen steckten und dann spurlos abtauchten. Des weiteren wurde berichtet, dass die Polizei „brutale Mittel“ eingesetzt habe, um die zahlreichen Unruhen zu unterdrücken, die durch die Probleme der Umsiedlung entstanden. Neben dem Verlust wichtiger Tempelanlagen werden auch die Folgen für das Leben im Wasser, die Wasserqualität selbst und die Gefahren durch Krieg und Attentaten angeprangert.
Andererseits werden auch Berichte veröffentlich, die bezeugen, dass der Jangtse landschaftlich nichts an Reiz verloren hat. Da werden auf die bis zu 1500 Meter in den Himmel aufragenden Steilwände verwiesen, die eine eindrucksvolle Kulisse abgeben. Nach dem Bau des Staudammes werde die Schifffahrt auf dem Jangtse sicherer. Der Kreuzfahrer, der in diesem Jahr und den folgenden den Jangtse besucht, wird vieles nicht mehr wiedererkennen. Ganze Städte wird der gast vergeblich suchen, denn sie in den Fluten versunken oder der Abrisshammer zum Opfer gefallen. Alte Brücken wurden demontiert, neu Brücken überspannen 150 Meter höher nunmehr die Schluchten. Und die Besichtigung des Staudammes wird zu den beliebtesten Ausflugszielen der Jangtse-Kreuzfahrer zählen.
Soweit Auszüge aus verschiedenen Berichten. Ob ich dadurch meine Bedenken beiseite schieben kann? Wahrscheinlich werde ich dem Jangtse einen zweiten Besuch abstatten und mir vor Ort ein eigenes Bild machen.
In diesem Jahr beschließt unsere Yakee travel-Reisegruppe, bei der Kreuzfahrt „Höhepunkte der Ostsee” die Metropolen der Anrainerstaaten kennen zu lernen. Ganz besonders freuen wir uns auf den zweitägigen Aufenthalt in St. Petersburg. Als uns vor fünf Jahren die MS Maxim Gorki zum Nordkap gebracht hatte, war sich unsere Reisegruppe einig, dass es keine schönere und bequemere Art gibt, unsere herrliche Welt zu entdecken;denn wer nur durchs eigene Fenster schaut, lernt nie die Welt kennen ( russisches Sprichwort). Diese Vergangenheit ist in diesem Jahr wieder für uns Gegenwart geworden. Auf dem Kreuzfahrtschiff fühlen wir uns wie zu Hause und können die Ereignisse und Erlebnisse der kommenden 14 Tage kaum erwarten.
1. Tag
Alle Teilnehmer/innen unserer erneuten Gruppenreise finden sich pünktlich am Treffpunkt unseres Heimatortes ein, und auch der Busfahrer von Airport Express ist überpünktlich zur Stelle. Bereits um 5.20 Uhr sind wir in Karlsruhe und erwarten den Zubringerbus der Firma Steck nach Bremerhaven. Ohne Verzögerungen erreichen wir den Kolumbuskaje in Bremerhaven, wo uns die Reiseleitung begrüßt. können wir die Schon eine Stunde später beginnt unsere die Kreuzfahrt. Das Auslaufen genießen wir bei einem Drink an der Bar bei flotter Musik der Bordband. In legerer Kleidung finden wir uns schon um 19.30 Uhr zum „Gute-Reise-Abendessen” ein. Schon am ersten Abend müssen wir die ersten Termine erfüllen: Buchung der Ausflüge an den drei Folgetagen. Jeder kann sich gemäß seiner individuellen Neigungen und Erwartungen entscheiden, und jeder lässt den ersten Abend auch auf seine Art ausklingen. Einige Teilnehmer bedauern allerdings, dass während der Nacht die Passage „Nord-Ostsee-Kanal” erfolgt. Die Nordsee beginnt sich leicht zu regen und wiegt uns sanft in den verdienten Schlaf.
2. Tag
Bevor wir am Abend einschlafen konnten, hat uns die Reiseleitung noch wichtige Informationen über den Nord-Ostsee-Kanal übermittelt:
Der Kanal zwischen Nord- und Ostsee ist die drittgrößte und meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Mit rund 55000 Schiffen jährlich ist das Verkehrsaufkommen mehrfach höher als das des Suez- oder Panamakanals. Das maritime Meisterwerk hat eine Länge von 98,7 km. Die Schleusen befinden sich in Kiel-Holtenau und Brunsbüttel. Der bekannteste Ort entlang des Kanals ist Rendsburg. Eröffnet wurde der Kanal 1895, wurde ständig erweitert und vertieft. Seine Tiefe beträgt ca. 11 m.Die Schleusenanlage von Holtenau ist mit 310 m Länge, 45 m Breite und 14 m Tiefe weltweit die größte.
Bevor uns der „fröhlicher Bordwecker” ab 7.30 Uhr in den neuen Tag begleitet, treffen sich die Frühaufsteher bereits um 7.00 Uhr auf den Außendecks. Fahles Licht verbreiten die Laternen, die den Uferpfad säumen. Und die Sonne bemüht sich, die dichte Wolkendecke zu durchdringen. Dann passieren wir auch schon die ersten Brücken. In einsamer Stille sitzen Fischer am Ufer und warten auf Anglerglück. Eine Schulklasse hat sich am Ufer eingefunden und begrüßt uns lautstark. Bald sind die Außendecks propervoll, und an der Bugseite drängen sich die Massen in mehreren Reihen hintereinander. Unbeeindruckt von diesen Menschenmassen ziehen Schwäne am Uferbereich ihre Bahnen. Bald ist es 9.30 Uhr geworden. Die Brücke informiert uns über die gewaltige Schleusenanlage Kiel-Holstein, in die unser Kreuzfahrtschiff einfährt. Die kleinere Anlage bleibt den Segelschiffen und kleineren Booten vorbe-halten. Bei dem regen Verkehr hat die Crew alle Hände voll zu tun, muss sich erheblich konzentrieren. Bald fahren wir in das Hauptbecken ein, und das hintere Schleusentor schließt sich. Wenige Meter abgesenkt kann unser Schiff bald wieder ihre Fahrt in der Kieler Fjörde fortsetzen.
Wir sind beeindruckt von der gewaltigen Weite der Kieler Bucht, den zahlreichen Segelhäfen und den verschiedensten Schiffstypen, die unseren Weg kreuzen. Dann nimmt Laboe mit dem Marine-Ehrenmal und dem U-Boot-Museum sowie den langgestreckten Sandstränden unsere Aufmerksamkeit in Beschlag. Mittlerweile herrscht wieder das sprichwörtliche „Yakee-Wetter”. Die Sonne verwöhnt uns. Glatt liegt die Ostsee vor uns, als unser Kreuzfahrtschiff Fahrt zum ersten Reiseziel Gdynia aufnimmt. Zur Mittagszeit nimmt die Bewölkung leicht zu, aber wir haben ja die ersten „Verabredung” mit dem Küchenchef, der sich mit gegrilltem Zackenbarsch und Schwäbischem Schweinenacken nicht sonderlich gut einführt. Der Maitre de Hotel scheint über unsere „Kritik” einigermaßen erstaunt zu sein, verspricht aber, dass der Service auf alle Fälle noch zu toppen sei, was, wie sich später herausstellt, auch zutrifft.
Für 14.15 Uhr ist ein für alle Gäste verbindliche Übungsalarm angesetzt. Dieser Alarm soll uns mit den Rettungseinrichtungen an Bord vertraut machen. Wir sollen die Schwimmwesten anlegen und vor der Kabine auf unsere Stewardess warten, die uns dann zum Bootsdeck zu dem zugewiesenen Rettungsboot führen wird. Nicht alle sind in der Lage, ihre Rettungsweste allein anzulegen. Doch die hilfsbereiten Stewardessen wissen Rat und helfen beim Anlegen. Je eine Stewardess ist jeder Gruppe am Anfang und Ende zugewiesen. Und auch an den Treppen und Gängen stehen Helfer bereit und leiten die Gruppen auf den richtigen Weg zu den Rettungsbooten. Reibungslos, so unser Eindruck, läuft dieser wichtige Übungsalarm ab.
Nach dem Übungsalarm ist keineswegs Ruhe angesagt. Ein volles Tagesprogramm erwartet uns:
| 15.00 Uhr | Pässe mit Manifestnummer abholen (Kopie ist für den Landgang St. Petersburg) |
| 15.10 Uhr | Russisches TV_Studio „Danzig – Geschichte der alten Hansestadt und das heutige Danzig” |
| 16.00 Uhr | Landgangsinformationen über Danzig |
| 17.00 Uhr | „Auf ein Wort”; wichtige Informationen für alle Gäste rund um das Schiff und über die jetzige Reise |
| 18.00 Uhr | Persönliche Begrüßung aller Gäste in der Galerie vor dem Musiksalon durch den Kapitän und den Kreuzfahrtdirektor |
| 19.00 Uhr | Begrüßungscocktail |
| 19.30 Uhr | Kapitäns-Dinner in festlicher Atmosphäre in den Restaurants |
| 21.45 Uhr | „Welcome”: Die Künstler stellen sich vor, die uns auf dieser Reise begleiten, ebenfalls das Showorchester |
| 22.30 Uhr | Mitternachtssnack „Flambierte Früchte” |
| 23.00 Uhr | Die Nacht ist noch lange nicht zu Ende! Im Anschluss an die Willkommensshow legt ein DJ im Captain´s Club für die Nachtschwärmer Hits und Evergreens auf. |
Beim Mitternachtssnack bleiben wir standhaft. Und in den Kabinen erwartet uns eine weitere Info-Flut. Nun müssen wir noch rasch alle Akkus aufladen bzw. während der Nacht die Geräte wechseln. Bevor wir zu Bett gehen, blicken wir noch aufs Meer hinaus. Der Vollmond wirft sein fahles Licht auf die Ostsee. Dann fallen uns aber doch noch die Augen zu.
3. Tag
Mit der Weckmelodie „Et les oiseaux chantaient” aus der CD „Summer Dream” von Sweet People stimmt uns der persönliche Bordwecker auf das Wochenende ein. Morgenmuffel haben bei ihr keine Chance. Nach aktuellen Infos über Wetter und Tagesprogramm sollen wir gut gelaunt in den neuen Tag starten. Um 7.30 Uhr treffen wir uns zum Frühstück, und um 9.00 Uhr kommen wir in Gdynia an. Überpünktlich macht sie am Kai fest. Die Sonne lädt uns zum Landgang ein.
Unsere Yakee travel-Reisegruppe ist Bus 6 zugeteilt. Aurelia ist unsere örtliche Reiseleiterin, Wittek der Busfahrer. Auf der Fahrt nach Danzig gibt uns Aurelia einen Einblick in die bewegte Geschichte dieser Stadt:
Als Ostsee-Bollwerk mit 1000-jähriger Vergangenheit ist Danzig tief in der nordeuropäischen Seefahrertradition verwurzelt, Sie liegt am Schnittpunkt der einst wichtigen Handelswege, die ihr zum wirtschaftlichen Aufschwung verhalfen. Danzig wurde von den Deutschordensrittern erobert, war Mitglied der mächtigen Hanse und Zankapfel für Preußen und Slawen. Das Tauziehen um Danzig zwischen Deutschland und Polen mit „Zwischenspielen” auswärtiger Mächte währte Jahrhunderte. Als Danzig 1945 unter polnische Verwaltung kam, lag es beinahe in Schutt und Asche. Seither ist das glanzvolle architektonische Erbe aus stattlichen städtischen Bauten und prächtigen alten Häusern jedoch weitgehend restauriert und wieder aufgebaut worden. Heute ist das polnische Gdansk das führende Schiffsbauzentrum des Landes, und zusammen mit dem benachbarten Badeort Zoppot und Gdingen, Polens wichtigstem Seehafen, bildet es die „Dreistadt”, einen dicht besiedelten, rund 30 km langen Küstenstreifen an der Danziger Bucht.
Bald spüren wir, dass wir japanischen Besuchergruppen längst ebenbürtig sind: aussteigen, anschauen, fotografieren, ein-steigen, weiterfahren! Dennoch nehmen wir interessante Informationen auf. Humorvoll weist uns Aurelia auf die erste westliche Botschaft, Mc Donald´s, hin, zeigt uns die Plattenbaukomplexe, die zur Linderung der Wohnungsnot bis zu 7000 Personen aufnahmen, verhehlt aber auch nicht die unter westlichem Einfluss geschaffenen Neubauten. Kurzweilig gestaltet sich die Fahrt nach Danzig. Der Rundgang durch diese außergewöhnliche Stadt beginnt am Krantor.
Und wir spüren die geheime Macht, die es schafft, dass jeder Besuch in Danzig unvergessliche Eindrücke hinterlässt und den Wunsch offenbart, wiederzukommen. Bei der Marienkirche stoßen wir auf ein „Marinefest”, können in einer Seitenstraße echte Bernsteinprodukte einkaufen und individuell zum vereinbarten Treffpunkt am Neptunsbrunnen schlendern. Über die Lindenallee (1700 Bäume) kehren wir zum Hafen zurück. Aurelia lässt es sich nicht nehmen, uns musikalisch zu verabschieden. Ihrem Urteil können wir uns anschließen, einen wunderschönen Vormittag in der wunderschönen Stadt verbracht zu haben, in einer Stadt von besonderer Schönheit, reich gesegnet an historischen Gebäuden und Plätzen, von einer imponierenden Architektur geprägt. Unser Dank gilt einer Reiseleiterin, die es verstanden hat, uns Danzig, Stadt ihrer Träume, nicht nur vorzustellen, sondern auch lieben zu lernen.
Nach dem Mittagessen bleibt wenig Freizeit, denn schon um 14.30 Uhr hält Patric einen Informationsvortrag mit 264 Dias über die Ausflugsmöglichkeiten in St. Petersburg bis Kopenhagen. Zur Wodka-Probe können sich nicht alle entscheiden, und auch zur „Russischen Teestunde” mit leckeren Süßigkeiten finden sich nicht alle ein. Wir sind zum Cocktail- und Plauderstündchen mit dem Kapitän und dem Kreuzfahrtdirektor eingeladen. Die Zeit verfliegt wie im Nu, und nach dem „Russischen Abendessen” werden je nach den farbigen Landgangskarten zwei Abendveranstaltungen angeboten: der Crewabend und ein klassisches Konzert „Polowetzer Tänze”.
Wir dürfen uns auf den Crew-Abend freuen, der die „Versteckten Talente” der russischen und ukrainischen Besatzung längst entdeckt hat. Alle Mitwirkende liefern eine begeisternde Show ab. Lange bleibt die Erinnerung in uns haften, was Tamara und Svetlana gesanglich angeboten haben. Und die Tanzgruppe überzeugte durch Natürlichkeit, Witz und „Einfällen”. Bereits auf unserer Nordlandreise durften wir diese Gruppe bewundern und konnten in diesem Jahr eine wesentliche und beachtliche Steigerung feststellen Galina führt einfühlsam in dieses besondere Programm ein und bittet alle Gäste, die Darbietungen nicht als „Profi-Show” zu werten, sondern lediglich im Blick auf die Berufe der Akteure zu würdigen.Nach dieser erfrischenden Crew-Show gehen wir zur Black&White-Party, und bald füllt sich die Tanzfläche. Wieder ist es Mitternacht geworden, und wir sind kein bisschen müde. Bevor wir aber zu Bett gehen, müssen wir die Uhren noch eine Stunde vorstellen.
4. Tag
Ab 7.30 Uhr versucht der stets gut gelaunte Bordwecker, uns munter in den „Wahlsonntag” einzustimmen. Zur musikalischen Morgendusche hält sie eine irische Künstlerin bereit. Ein Blick aus dem Kabinenfenster bestätigt wiederum unser „Yakee-Wetter”. Butterzopf und süße Crepes locken uns zum Frühstücksbuffet. Und danach begebe ich mich auf „Fotojagd” an Deck. Sportliche Aktivitäten möchte ich einfangen. Doch die allermeisten unserer Gruppe halten sich äußerst bedeckt. Einige Gruppenmitglieder ziehen im Außenpool ihre Runden. Andere haben sich in den Fitness-Raum zurückgezogen. Und ganz Mutige freuen sich auf die Bauch-Beine-Po-Gymnastik. Da wird das Mittagessen um 12.00 Uhr doppelt so gut schmecken.
Die Ausflüge plündern ganz schön unsere Geldbörsen. Aber wenn wir schon zu den Metropolen an der Ostsee unterwegs sind, wollen wir auch die vielseitigen Angebote nutzen. Wir haben uns heute für den Ausflug „Jurmala & Altstadt Riga” entschieden. Das Juwel des Baltikums wollen wir uns nicht entgehen lassen. Stolz steht die alte Handelsniederlassung Riga in der gleich-namigen Bucht an den Ufern der Daugava. Bald können wir uns davon überzeugen, weshalb die lettische Hauptstadt als eine der schönsten Städte im Nordwesten Europas gilt. Ungewöhnlich ist ihre architektonische Vielfalt: Bauwerke aus Romanik und Gotik, Renaissance und Barock, Klassizistik und Jugendstil, daneben auch die sowjetischen Plattenbauten und Wolkenkratzer.
Das außergewöhnlich schöne alte Zentrum wurde anlässlich des 800. Geburtstages von Riga im Jahre 2001 einer umfassenden Restauration unterzogen. Mit seinen Kopfsteinpflastergassen mit hanseatischen Speicherhäusern, schiefergedeckten Giebel-bauten und gotischen Kirchen zählt es zu den prächtigsten mittellterlichen Gebäudeensembles von Nordeuropa und wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Kaum 20 km von Riga entfernt liegt der populärste Badeort Jurmala am Golf von Riga. Neben altwürdigen Jugendstilhäusern fallen uns aber auch die prächtigen Neubauten wohlhabender Russen auf. 35 km Sandstrand erwarten uns. Der Spaziergang an der frischen Luft und später entlang der Einkaufsstraße, in der vornehmlich Frauen selbstgefertigte Waren anbieten, bekommt uns. Nach Rückkehr müssen wir uns in eine lange Warteschlange einreihen. Alle Busse sind fast gleichzeitig zurückgekehrt.
Bald ruft auch schon wieder das Abendessen, und den Abend gestalten die Pawlowskis mit einem politischen Kabarett „Verblüffende Nebenwirkungen”. Vater und Sohn beantworten die Frage, welche Nebenwirkungen es haben könnte, wenn man sich entschließt, morgens aus dem Bett zu steigen mit der Absicht, auf einem Wahlzettel ein Kreuzchen zu machen. Ihre Beiträge „Jammerseminar”, „Wir operieren jetzt zu Haus” und das moderne Märchen „Rotkäppchen” lösen Heiterkeit aus, und als beide Akteure die Anti-Aging-Sucht mit dem Beitrag „Altbausanierung” aufs Korn nehmen, quittieren Gäste diesen Beitrag mit „standing ovations”. In der Bar beschließen wir den mit Highlights angereicherten Abend mit einem Schlummertrunk. Die Seestärke hat zugenommen. Es wird eine unruhige Nacht geben.
Erfahren Sie im nächsten Teil wie es weiter geht.
Immer größer, immer komfortabler, immer attraktiver, immer größere Kapazitäten, immer …, und damit aber auch unübersichtlicher? Nicht jedem Kreuzfahrtliebhaber gefällt die Entwicklung, dass die Neubauten der Luxusliner fast nur noch Kleinstädten auf Reisen gleichen. Wer seit Jahren seine Liebe zu Kreuzfahrten entdeckt und „sein” Schiff lieb gewonnen hat, bevorzugt die familiäre und stets freundliche Atmosphäre auf einem überschaubaren Schiff mit einer zuvorkommenden Crew, die die Wünsche der Gäste rundum zufrieden stellt.
Eine solche „Heimat” haben die Kreuzfahrt-Fans in der MS Vistamar gefunden, die rechtzeitig zum Saisonbeginn 2009 renoviert und verschönert wurde. Diese „schwimmenden Oase”, die unter der plantours&Partner-Flagge fährt, ist gemütlich und locker gestaltet, stilvoll eingerichtet und auch komfortabel ausgestattet, misst lediglich 120,8 Meter und durch die ideale Bauweise mit einem Tiefgang von 4,55 Metern kann sie Destinationen ansteuern, die die sonst nur schwer erreichbar sind.
Auf der frisch renovierten MS Vistamar wurden über 2000 m² mit neuem Teppich, über 800 m² neue Polster- und Dekorstoffe sowie mehrere hundert Eimer frische Farbe verarbeitet. Nunmehr erstrahlt die MS Vistamar in neuem Glanz und bietet in den ebenfalls renovierten 150 Kabinen maximal 290 Gästen Platz.
Ein gläserner Fahrstuhl unter dem Glaskuppeldach bringt die Passagiere bequem von einem Deck zum anderen. Die Gäste erfreuen sich an der behaglichen Ambiente der Bibliothek ebenso wie an den komfortablen Kabinen mit extra breiten Betten, Telefon, Radio, Fernseher und Fön. Auf der MS Vistamar können die Gäste von morgens bis abends entspannen, am Außenpool relaxen, in dem mit vielen Grünpflanzen dekorierten Restaurant während einer gemeinsamen Tischzeit die deutsche und mediterrane Küche genießen und sich auf ein abwechslungsreiches Künstler-programm und auf die beschwingte Musik im Veranda-Club freuen. Wer seinen Urlaub aber aktiv gestalten möchte, nimmt an den interessanten Landausflügen teil und lässt sich den abendlichen Tanz nicht entgehen. Mit den Expeditionsschlauch-booten gelangt der Passagier zu grandiosen Sehens-würdigkeiten dieser Erde, die mit den normalen Tender- oder Ausflugsbooten nicht möglich sind.
Entspannen und genießen heißen die Zauberworte auf dem schwimmenden Kleinod. Im Tagesprogramm bekommt der Gast stets einen Bekleidungsvorschlag gemacht. Tagsüber ist sportlich legere Kleidung angesagt, doch an den Abenden – vor allem an den Gala-Abenden – wird eine festlichere Kleidung gerne gesehen. Tagsüber kann der Gast nach Herzenslust genießen, ja er geht tagtäglich auf eine kulinarische Entdeckungsreise, die mit einem reichhaltigen und ausgewogenen Frühstücksbuffet beginnt und mit einem Mitternachtsimbiss endet. Die Köche sind darauf aus, den Gästen landestypische Spezialitäten, klassische Menüs und besonders leckere Gaumenfreuden anzubieten. Zu den Mahlzeiten wird kostenlos Rot- und Weißwein kredenzt.
Termine und Reiserouten
- 21.06.09 Nordland Kreuzfahrt
- 01.07.09 Nordland Kreuzfahrt
- 16.07.09 Britische Inseln
- 26.07.09 Ostsee Kreuzfahrt
- 17.08.09 Britische Inseln
- 29.08.09 Ostsee Kreuzfahrt
- 09.09.09 Westeuropa Kreuzfahrt
- 12.10.09 Mittelmeer und Schwarzes Meer
- 06.12.09 Transatlantik. Kapverden, Brasilien, Argentinien
- 06.12.09 Von Kap Verden ins ewige Eis
- 20.12.09 Naturparadiese am Ende der Welt
- 05.01.10 Naturwunder Antarktis
- 20.01.10 Von den Gletschern bis zum Zuckerhut
- 20.01.10 Von Patagonien zum Amazonas
- 03.02.10 Von Rio de Janeiro auf den Amazonas
- 20.02.10 Geheimnisvoller Amazonas
- 04.03.10 Südamerika und die Karibik
- 16.03.10 Karibische Sonne und Frühling auf den Kanaren
- 16.03.10 Kreuzfahrt in der Karibik
- 26.03.10 Transatlantik: Guadeloupe, Grenadinen, Barbados, Kanaren
- 09.04.10 Von den Kanaren nach Griechenland
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Kreuzfahrt auf einem Schiff der First Class inkl. Vollpension an Bord, großer Show-Abend an Bord mit Howard Carpendale & Band und Radio-Moderator Reiner Meutsch,
