Kreuzfahrten – Ausschiffungsprogramm

 

Ende gut, alles gut! Die verschiedenen Reedereien bemühen sich im besonderen, den Ausschiffungstag so zu gestalten, dass alle Passagiere problemlos die Heimreise antreten können. Am Abend vor dem Auschecken finden alle Gäste in ihrer Kabine das letzte Tagesprogramm mit ausführlichen Hinweisen auf die Gestaltung des letzten Tages an Bord . Am Beispiel Phoenix Reisen wird nachstehend aufgezeigt, welche Maßnahmen seitens der Schiffsleitung getroffen werden, damit die Heimreise aller Passagiere problemlos verlaufen kann.

Dankeschön-Briefumschläge

Die Gäste erhalten in ihren Kabinen am Vorabend vier Briefumschläge mit den Aufdrucken:

  1. Restaurant

  2. Kabinensteward

  3. Küche

  4. für die unsichtbaren Geister

Wenn die Gäste mit den Leistungen der Crew zufrieden waren und dies durch ein Trinkgeld honorieren möchten, legen sie ein Trinkgeld – ca. 5 €/Tag/Person – in das betreffenden Briefumschlag  und an der Rezeption in die dort bereitgestellte Box. Es ist aber auch durchaus gewünscht, den betreffenden Umschlag auch der betreffenden Person direkt zu übergeben.

Gepäck

Die Gäste finden ebenfalls am Vorabend farbige Einsteckkärtchen für den Kofferanhänger. Bis 02.00 Uhr stellen dann die Gäste die mit dem jeweiligen Farbkärtchen gekennzeichneten Koffer auf den Gang vor ihrer Kabinentür. Die Crewmitglieder sammeln dann während der Nachtstunden alle Gepäckstücke ein und sammeln sie getrennt nach den farbigen Einsteckkärtchen im Hafenterminal. Dort kann dann der Gast seine Gepäckstücke abholen. Wer allerdings später seinen Koffer in den Gang  stellt,  muss sich am Abreisetag selbst um sein Gepäck kümmern.

Privat abreisende Gäste, die es am Abreisetag besonders eilig haben bzw. mit wenig Gepäck reisen, stellen ihr Gepäck nicht vor ihre Kabinentür. Ca. eine halbe Stunde nach Ankunft im Abreisehafen können dann diese Gäste ohne weitere Wartezeiten mit ihrem kompletten Gepäck das Schiff verlassen und individuell ihre Heimreise antreten.

Eigentum / Fundsachen

Immer wieder kommt es vor, dass sich vornehmlich Schuhe unter dem Kabinenbett „verstecken“ und persönliche Gegenstände in den Bademanteltaschen nicht ausgeräumt werden. Manchmal werden auch Gegenstände im Safe vergessen. Wem allerdings ein solches Missgeschick passiert, sollte sich umgehend mit dem Bonner Büro von Phoenix-Reisen in Verbindung setzten.

Verlassen der Kabinen

Nach Kontrolle der Kabine lässt der Gast seine Schlüsselkarte in der Kabine liegen. Reiseunterlagen und persönliche Medikamente gehören in das Handgepäck, nicht in den Koffer. In diesem Zusammenhang ist der Hinweis nicht überflüssig, dass am Vorabend bis spätestens 02.00 Uhr auch alle Kleidungsstücke bereit gelegt, in nicht im Koffer verstaut werden, um am Abreisetag unliebsame Überraschungen zu vermeiden.

Frühstück

Am Abreisetag werden andere Frühstückszeiten angeboten. Die neuen Zeitangaben findet der Gast ebenfalls in dem Tagesprogramm. Am Abreisetag kann kein Kabinenfrühstück serviert werden. Phoenix Reisen verabschiedet alle Gäste zum Schluss der Kreuzfahrt mit einem Glas Sekt.

Abreise

Um einen reibungslosen Verlauf der Abreise zu garantieren, weist Phoenix Reisen den Gästen genaue Aufenthaltsbereiche nach dem Frühstück zu. Die Gäste verweilen in diesem Aufenthaltsbereich so lange, bis ihr Transfer aufgerufen wird und die Gäste dann zur Gangway kommen sollen.

Der Autor hat in den letzten  mehrere Kreuzfahrten mit Phoenix Reisen unternommen und kann dem Bonner Unternehmen durchaus bescheinigen, dass der Ausschiffungstag so geplant ist, dass die Gäste nach freundlicher Verabschiedung ohne Stress und ohne Schwierigkeiten ihre Heimreise antreten können.

Kreuzfahrt Checkliste – Was mitnehmen – Newbies & Neulinge

Spätestens auf dem Weg zum Flughafen bzw. zum Einschiffungshafen  beginnt es im Kopf der Kreuzfahrer-Neulinge zu rattern: „Habe ich auch nichts vergessen?“ Doch dann ist es meist zu spät. Damit jeder Kreuzfahrtgast sich ohne Stress optimal auf die Kreuzfahrt  einstellen können, hat u. a. Reisebüros Yakee travel eine Checkliste mit den wichtigsten Reisevorbereitungen zusammengestellt. Man kann freilich geteilter Meinung darüber sein, was man mitnehmen soll. Die einen sagen, man solle alles zusammenstellen, was man mitnehmen möchte und dann die Hälfte zu hause lassen. Andere meinen, nimm alles mit, du wirst es schon brauchen. Wir meinen: Jeder sollte einen gesunden Zwischenweg finden. Die Entscheidung, was in den Koffer gehört, hängt von vielen Faktoren ab: Destination, Jahreszeit, Klima. Dennoch kann eine Checkliste helfen, die Vorbereitungen auf die Kreuzfahrt entspannt anzugehen.

Rechtzeitig vor Reisebeginn prüfen und erledigen

  • Information über den politischen Zustand des Reiselandes (Reisewarnung des Auswärtigen Amtes)
  • Einreisebestimmungen, Visabestimmungen, medizinische Hinweise
  • Gültigkeit der Reisepapiere
  • Zahlungsmöglichkeiten klären/Geld umtauschen Reiseversicherungen abschließen
  • Impfungen und Arztbesuche (z.B. Impfung ) erledigen
  • Auslandskrankenversicherung abklären ggf. abschließen
  • offene Rechnungen begleichen
  • Zeitung um- oder abbestellen
  • regelmäßige Hauslieferungen abbestellen
  • Fotokopie des Personalausweises/Reisepasses
  • Vertrauensperson für Pflanzen, Tiere, Post, Müll
  • Wohnungsaufsicht organisieren
  • Registriernummer des Fotos/der Videokamera notieren und auf die Reise mitnehmen

Einen Tag vorher

  • Gepäck wiegen ( 20 kg)
  • Netz-, Antenne, Telefonstecker herausziehen
  • Außensteckdosen abschalten
  • Haus- und Briefkastenschlüssel hinterlegen
  • Urlaubsanschrift hinterlassen
  • Gepäckstücke mit Adressenanhängern versehen

Am Urlaubstag

  • Gas, Licht abschalten
  • Kühlschrank abschalten/abtauen ggf. Tür offen lassen
  • Heizung aus-/niedrig schalten
  • Wasser bei Geschirrspüler, Waschmaschine abdrehen
  • order cheap acomplia Fenster und Türen sichern à Alarmanlage
  • Kleingeld für Taxi, Gepäckträger richten
  • rechtzeitig Fahrt zum Flughafen/Zubringerbus antreten

Was gehört ins Handgepäck?

  • Bargeld / Reiseschecks
  • Tickets und Hotelgutschein
  • Impfausweis
  • Kreditkarte
  • Personalausweis/Reisepass
  • Foto, Videokamera Filme, Videokassetten
  • Sonnenbrille
  • Ersatzbrille
  • Foto, Kamera
  • Medikamente

Reise-Apotheke

  • persönliche Medikamente
  • Magen-Darmtabletten (Beipackzettel)
  • Abführmittel (Beipackzettel)
  • Mittel gegen Übelkeit (Beipackzettel) und Reisekrankheit
  • Pflaster
  • Bescheinigung des Arztes bei der Mitnahme von Spritzen
  • Erfrischungstücher
  • Tempotaschentücher
  • Impfpass/Blutspendepass
  • ggf. Mittel gegen Thrombose

Was gehört in den Koffer?

  • Schere, Nagelfeile, Haarspray , Kosmetika
  • Kleidung für warme und kalte Tage
  • Schlafsachen
  • Badesachen und Badeschuhe
  • Geldversteck (z. B. Brustbeutel)
  • Schuhe für jeden Anlass
  • Waschutensilien für Körper und Kleidung
  • Schuhputzmittel
  • Pflegemittel (Shampoo, Deo, Kosmetika)
  • Zahnpflegemittel
  • Nähzeug
  • Unterwäsche
  • Socken, Strümpfe, Strumpfhosen
  • T-Shirt, Obertteile, Rock, Hosen
  • Kopfbedeckung für die Sonne
  • ggf. Stromadapter, Fön, Rasierapparat
  • Taschenlampe
  • Sonnenbrille
  • Ladegerät für Akku
  • Reiseführer / Urlaubslektüre
  • Schreibzeug / Adressenliste
  • Visitenkarten
  • spezielle Adressen

Dokumentenliste

Der Gast sollte eine solche Liste mit allen Angaben sorgfältig anlegen, damit er im Verlustfalle sofort und ohne lange zu suchen alle Daten durchgeben kann und ihm kein weiterer Schaden entsteht.

EC-Karte:

Nummer: _______________________

Sperren unter: +49 (0)

VISA-Karte:

Nummer: _______________________

Sperren :Inland          116 116

Ausland+49 116 116

Personalausweis

Nummer: _______________________­_

Ausstellungsdatum: ________________

Ausstellungsort: ___________________

Reisepass

Passnummer: _____________________

Ausstellungsdatum: ________________

Ausstellungsort: _________________

Auf jeden Fall sollte der Gast eine Sicherheitskopie dieser Dokumente anfertigen und gesondert aufbe-wahren.

Kamera/Videokamera

Fabrikat: ……………………………………………….

Bezeichnung: ……………………………………….

Reg.-Nr. ………………………………………………..

Merkmale: …………………………………………….

Tipps zum Kofferpacken

  • 1. Der Koffer sollte mit einem bunten Band umgürtet sein. So kann er jederzeit wieder rechtzeitig aufgefunden werden. Dieses Band ist auch hilfreich für den Fall, dass einmal das Schloss bricht.
  • 2. Wer mit seinem Partner reist, packt die Kleidungsstücke am besten gemischt ein. Sollte beispielsweise auf dem Flug zum Einschiffungshafen ein Koffer verloren gehen, so hast der Gast wenigstens einen Teil seiner Garderobe an Bord.
  • 3. Wer seine Koffer abschließt, sollte stets auch einen Ersatzschlüssel mitnehmen, damit bei Verlust eines Schlüssels der Koffer nicht aufgebrochen werden muss.
  • 4. der Name und die Heimatadresse (groß auf einem Extrablatt) sollte der Gast ebenfalls in dem Koffer aufbewahren.

Jeder Kreuzfahrer empfindet es als eine Wohltat, dass er während seines Aufenthaltes auf dem Kreuzfahrtschiff  sein Zimmer ( sprich Kabine ) nicht wechseln muss und somit das Kofferpacken mehrmals während seines Urlaubs entfällt.

Normalerweise gibt es für den Gast auf dem Kreuzfahrtschiff kein Limit, wie viel Gepäck er mitnehmen darf. Durch den doch eingeschränkten Schrankplatz sollte der Gast lediglich die Kleidung mitnehmen, die er wirklich benötigt. Platz sollte der Gast auch noch für Sachen haben, die er während seiner Kreuzfahrt kauft.

Gepäckservice TEfra

Mit dem Gepäckservice TEFra beginnt die Kreuzfahrt bereits an der Haustür. TEfra befördert das Gepäck von dort bis in Ihre Kabine und auch wieder zurück, so dass der Gast entspannt seiner Kreuzfahrt entgegen sehen kann. Die gebührenfreie Rufnummer ist: 0800 500 2352.

Goldener Herbst auf hoher See

 

acomplia without prescription justify;“>Für den Herbst 2009 bietet MSC Kreuzfahrten eine Reihe Kreuzfahrten zu den beliebtesten Urlaubszielen an. Eine MSC Kreuzfahrt ist Urlaub mit bester italienischer Gastfreund-lichkeit. Aber: Speisekarten und die Tagesprogramm sind in deutscher Sprache verfasst. Besonderheiten für die Herbst-Preisgestaltung sind, dass bei Unterbringung mit zwei Erwachsenen in einer Kabine bis zu zwei Kinder bis 17 Jahre frei mitreisen, lediglich die Kosten für die An- und Abreise bezahlen müssen. Außerdem beträgt der Einzelzimmer-Zuschlag lediglich 50% des Katalogpreises.

Kreuzfahrtschiff

Route

Destinationen

MSC Splendida 59 Frankreich, Spanien, Tunesien, Malta, Italien
MSC Fantasia 60 Italien, Sizilien, Tunesien, Spanien, Frankreich
MSC Poesia 61 Italien, Griechenland, Türkei, Kroatien
MSC Orchstra 72 Spanien, Portugal, Gibraltar, Italien
MSC Musica 62 Italien, Griechenland, Kroatien
MSC Lirica 74 Italien, Spanien, Marokko, Frankreich
MSC Sinfonia 63 Monaco, Spanien, Tunesien, Italien
MSC Armonia 64 Italien, Griechenland, Kroatien

 

Eingeschlossene Leistungen

Kreuzfahrt laut Programm in der gebuchten Kategorie, Ostkorb ind er Kabine, Snacks nach der Einschiffung, Vollpension an Bord, Benutzung der Bordeinrichtungen im Passagierbereich, Veranstaltungen und Unterhaltungsprogramm, deutsch-sprachige Bordbetreuung, Ein- und Ausschiffungsgebühren, Gepäcktransport bei Ein- und Ausschiffung

 

Nicht eingeschlossene Leistungen

An- und Abreise, Transfer, Landausflüge, Trinkgelder, Getränke an Bord, persönliche Ausgaben z.B. Frisör/kosmetische Behandlungen/Massagen/Sauna, ärztliche Behandlungen, Versicherungen

Deutschlands Tor für Kreuzfahrer

 

Über acht Millionen Auswanderer sind von der berühmten Columbuskaje in die Neue Welt, nach Nordamerika,  aufgebrochen. 1890 beginnt die neue Ära, Urlaub auf den Weltmeeren zu machen, und die 60er-Jahre bedeuteten für Bremerhaven den buy acomplia Aufstieg zum wichtigsten Kreuzfahrthafen Deutschlands.

Heute ist das  im Mai 2003 eingeweihte Columbus Cruise Center das fortschrittlichste Passagier-Terminal. Es wurde nach dem modernsten Standard gebaut. Passagiere, die mit dem eigenen Auto anreisen, können direkt am Terminal parken, Hier stehen 380 Parkplätze zur Verfügung. Weitere 500 Parkplätze befinden sich im nahen Umfeld des Columbus Cruise Centers. Durch einen direkten Bahnanschluss und eine Busverbindung nach Berlin können die Passagiere auf diesem Weg anreisen.

Deutschlands Tor für Kreuzfahrer ist sehr großzügig angelegt. 4000 Passagiere können sich in den großzügigen Wartebereichen aufhalten. Das Terminal ist behindertengerecht ausgebaut, und auch Fahrstühle bringen die Gäste zu allen Ebenen.

Weitere Vorteile sind darin begründet, dass ein Taxistand direkt vor dem Gebäudekomplex liegt, dass genügend Gepäcktransportwagen bereit stehen, dass der Gast ein Telefoncenter vorfindet und vor Reiseantritt noch das Café aufsuchen kann. Das Columbus Cruise Center liegt unweit des Meeres, so dass nach der Schiffsabfertigung der Kreuzfahrtliner schnell die Fahrt aufnehmen kann.

 

TUI Cruises zahlt Baby-Bonus an Flitterwöchler

 

Mit einer etwa ungewöhnlichen Aktion unterstützt TUI Cruises Familienministerin Ursula von der Leyen: Reisepreis wird bei Nachwuchs erstattet.

Paare, die an 9. September 2009  vor den Traualtar treten und während ihrer Flitterwochen auf der „Mein Schiff” für Nachwuchs sorgen, erhalten als Überraschung von TUI Cruises den vollen Reisepreis zurückerstattet. TUI Cruises unterstützt mit dieser Aktion Familienministerin Ursula von der Leyen, nachdem die Zahl der Neugeboren im Jahr 2008 verglichen zum Vorjahr zurückging. Damit TUI Cruises den vollen Reisepreis zurück erstattet, reicht eine Bescheinigung des Gynäkologen aus.

„Für die Kreuzfahrt “Rund um Westeuropa” vom 11. bis 20. September gewährt TUI Cruises den Frischvermählten einen Hochzeitstarif. So zahlen sie pro Person nur 999 Euro statt 1.529 Euro in einer Innenkabine zum Alles-inklusive-Preis. Hochzeitspaare, die in ihrem Reisegepäck noch Platz für das Brautkleid haben, bekommen zusätzlich als persönliches Geschenk ein kostenloses Fotoshooting auf dem Schiff und erhalten so exklusive Erinnerungsbilder an ihre Hochzeitsreise.“

Der Hochzeitstarif galt leider nur bei Einreichung der benötigten Unterlagen  (Anmeldebestätigung vom Standesamt oder der Kirche)  bis zur Taufe der „Mein Schiff” am 15. Mai 2009.

 

 

 

Urlaub beginnt an der Haustür

 

Ohne die Koffer zu tragen und auch Unhandliches zum Kreuzfahrtschiff zu bringen, ist mit TEfra ganz einfach. Sie wählen einfach die Hotline 0800 – 500 23 – 50 /-51 /-52 und bestellen den TEfra-Gepäckservice.  Damit beginnt die Erholung bereits an der Haustür, denn TEfra holt Ihr Gepäck ein/zwei Tage vor Beginn der Kreuzfahrt ab und transportiert es zu Ihrem Kreuzfahrtschiff. In Ihrer Kabine können Sie dann Ihre Koffer auspacken.

Nach Ihrer Kreuzfahrt können Sie die Rückreise ebenfalls entspannt antreten. TEfra wird Ihr Gepäck wieder annehmen und ein/zwei Tage später wieder an Ihrer Haustür abliefern. Weitere Details erfragen Sie am besten unter der angegebenen Telefonnummer.

Norwegens schönste Fjorde und Nordkap

 

Teil 1/3

Montag, 31. Mai

Die schönsten Fjorde Norwegens und das Nordkap sind Ziel unserer gemeinsamen Nordlandtour. Unser Kreuzfahrtschiff haben wir bereits per Video kennen gelernt, und mit Hilfe diverser schriftlicher Informationen konnten wir uns auf diese besondere Reise vorbereiten. Unsicherheiten blieben aber dennoch, weil wir das Wetter nicht einschätzen konnten. Noch vor unserem Treff wiesen die „Wetterfrösche“ auf Tempera-turen um 5° hin, und auch die heute noch kurzfristig abgeru-fenen Wetterinformationen gaben zwar für den Süden Norwegens 18° an, allerdings hielten die kalten Temperaturen im Norden an. So konnten wir die Probleme beim Packen nicht beseitigen: Sommer- und Winterkleidung mussten mitgenom-men werden. Die letzten Plätzchen im Koffer waren ausgefüllt. Aber wir mussten die Koffer ja nicht schleppen. Der angebotene Service stimmte uns froh. Heute Abend können wir bei unseren Reisebegleitern die Koffer bereits einstellen, morgen fährt Fa Schneider unser Gepäck nach Karlsruhe, und wir brauchen uns weiterhin um unser Gepäck nicht mehr zu kümmern. Wir sehen es erst wieder in unserer Kabine. Alle wichtigen Unterlagen haben wir mehrfach kontrolliert, und nun können wir uns beruhigt zurücklehnen. Um 3.30 Uhr müssen wir aufstehen. Das wird eine kurze Nacht werden.

Unsere Gedanken beschäftigen sich nun noch mehr damit, was uns diese Reise bieten wird; auf alle Fälle einen Farbrausch der Natur und Wechselspiele des Lichts. „Ja, wir lieben dieses Land … „, so beginnt die norwegische Nationalhymne. Und die meisten von uns sind sich heute schon sicher, dass dieses faszinierende Land uns in seinen Bann schlagen wird und dass auch wir uns diesem „Urteil“ anschließen werden.

Dienstag, 01. Juni

Der Reisetag ist angebrochen: ein besonderer Tag, nicht nur wegen der Werbegags von Mediamarkt „Wenn Deutschland Europameister wird, erhalten alle Käufer, die am 1. Juni  einen TV erwerben, den vollen Kaufpreis zurück“. Wenig Schlaf war uns vergönnt. Die ersten Teilnehmer kommen bereits um 4 Uhr. Die „Kofferausstellung“ steht bald auf der Straße, und unser Transferdienst ist ebenfalls wie gewohnt pünktlich. Er kümmert sich allein um das Verladen des Gepäcks, und wir machen uns auf den Weg zur Straßenbahnhaltestelle. Alles klappt wie am Schnürchen. Um 5.08 Uhr kommen wir am Karlsruher Hauptbahnhof an, und wir durchqueren in wenigen Minuten die Bahnhofshalle. Unsere Plätze finden wir im „Oberdeck“. Pünktlich um 5.30 Uhr starten wir, begleitet von einem Sonnenaufgang. Dies wird sich hoffentlich als gutes Omen für unsere Reise erweisen!

Der Busfahrer erklärt wichtige Verhaltensregeln im Bus. Kaffee wird bereits zubereitet. 6.20 Uhr haben wir Heidelberg erreicht. Einige Reisegäste steigen hier zu. Um 8.00 Uhr kommen wir am Frankfurter Flughafen an. Weitere Reisegäste füllen allmählich unseren Reisebus. In Kirchheim wird „Die Reisekutsche“ die letzten Gäste aus München aufnehmen. Um 10 Uhr trifft der Zubringer ein. Als wir diese Gruppe erstmals sehen, beginnt eine Vorahnung zu keimen: Für die nächsten beiden Wochen wird unser Kreuzfahrtschiff zum „schwimmenden Altersheim“. Ab 11.30 Uhr verdichtet sich die Bewölkung, die Sonne duckt sich, aber kein Regen fällt, wenigstens vorerst nicht. Doch bereits eine Stunde später nimmt uns der Regen fast die Sicht. Zügig kommen unsere Fahrer voran, legen Pausen ein und auch die Schlangen vor den „Dufthöhlen“ werden immer länger. Als wir noch 100 km von Bremerhaven entfernt sind, lässt sich die Sonne wieder sehen. Um 16.30 Uhr hält unser Bus am Kolumbuskai.

Glücklicherweise müssen wir uns wirklich nicht um unser Gepäck kümmern. Der Weitertransport ist durchorganisiert. Wir werden bereits erwartet. Thomas geleitet uns  problemlos durch den Zoll, und an Bord übernehmen uns zwei Stewardessen. Sie geleitet uns sicher zu unserer Kabine.

Erste Unsicherheiten machen sich breit. Peter wird sich um die Tischreservierung kümmern. Wir erhalten die Tische 33, 34 und 35 im Odessa-Restaurant. Schon bald aber ist unsere Vereinbarung wieder vergessen, als einzelne Reiseteilnehmer ebenfalls zum Oberdeck geschickt werden, um die Tische im Restaurant zu buchen. So müssen bald Doppelreservierungen rückgängig gemacht werden. Das Telefon bei unseren Reisebegleitern steht nicht mehr still. Doch nicht alle werden in ihren Kabinen angetroffen und können auch nicht umgehend darüber informiert werden, dass ein Glas Sekt sie am Oberdeck erwartet. Um 19 Uhr können wir dann im Odessa-Restaurant unsere zugewiesenen Plätze einnehmen. Unsere Kellnerinnen heißen Elena, Olga und Larisa. Das Abendessen ist vielseitig, und die mehrfachen Auswahlmöglichkeiten machen die kleinen Portionen wieder wett. Getränke erhalten wir gegen Beleg, der Wein aber ist kostenlos.

Der erste Bordtag hat  es in sich. Beim Auslaufen regnet es. Und dann werden auch schon die ersten „Klagen“ laut: Wie kann man die Klimaanlagen abschalten? Wo finde ich den Hauptschalter für das Kabinenlicht? Wie funktioniert der Tresor? Wie erhalte ich fehlende Handtücher? Wann und wo gibt es das Frühstück? Wo buche ich den ersten Ausflug? Da heißt es wieder einmal: Ruhe bewahren! Morgen sieht die Welt wieder anders aus. Auch alle Probleme werden dann auch ausgeräumt sein.

Nach dem Nachtessen unternehmen wir einen kleinen Rundgang. An Deck erfreuen wir uns an der kühlen Brise. Wir entdecken die Einkaufsmeile auf dem Promenadendeck. An der Rezeption lassen sich sogleich auch einige Fragen klären. In der Bildergalerie werden bereits die Begrüßungsbilder präsentiert. Obwohl uns der Anreisetag doch ziemlich belastet hat, bringen wir noch die Kabine in Ordnung und machen uns mit dem Tagesprogramm des nächsten Tages vertraut. Gegen 23 Uhr aber unterbrechen wir unsere Aktivitäten und suchen die Nachtruhe bei hoffentlich ruhiger See.

Mittwoch, 02. Juni

Mitten im Schlaf – trotz harter Unterlage – spürt der Körper eine Veränderung. Als wir die Augen öffnen, dringt Helligkeit in unsere Kabine. Es ist kurz nach 5 Uhr. Die Sonne ist um 4.55 Uhr aufgegangen. Am fernen Horizont grüßt ein glühend roter Ball und sendet seine Strahlen wie wärmende Boten über das Meer direkt in unsere Kabine. Wir haben die Bullaugen-Fenster geöffnet und genießen die angenehme Frische. Trotz gestriger Anstrengungen fällt das Aufstehen nicht schwer. Erste Wolken ziehen am Himmel auf. Hoffentlich bleiben wir vom Regen verschont!

Um 7.30 Uhr meldet sich der fröhliche Bordwecker . Er zeigt sich über die ruhige See ganz begeistert. Dies sei für diese Gegend völlig ungewöhnlich. Die Temperatur der Luft beträgt 12°, der Außenpool ist mit 32° warmem Wasser gefüllt worden.

Heute ist auch Buchungsschluss für die Ausflüge. Man empfiehlt uns aber dringend, erst dem Diavortrag über alle Ausflugsmöglichkeiten zu folgen  und danach erst eine Entscheidung zu treffen. Nach einer sehr informativen Dia-Show treffen wir uns auf dem Sonnendeck, um  über die diversen Destinationen zu beraten. Wir haben glücklicherweise noch ausreichend Zeit bis zur endgültigen Entscheidung.

Der Tagesplan lässt heute kaum längere Pausen zu. Schon ruft das Mittagessen: vielseitig und Häppchenportionen!  Lange können wir uns heute ohnehin nicht im Restaurant aufhalten. Der obligatorische Übungsalarm steht bevor.

Kaum haben wir die Rettungswesten übergestreift, werden wir vor der Kabine abgeholt und zum Hauptgang geleitet.  Durch eine Generaldurchsage werden wir mit den verschiedenen Rettungseinrichtungen vertraut gemacht. Danach – der Sitz der Rettungsweste wurde bei jedem kontrolliert – führt man uns zum ausgewiesenen Borddeck. Die Übung ist kurz, und jeder hofft, dass er hoffentlich niemals mit einer ernsten Situation konfrontiert wird.

In der Kabine studieren wir erneut den Tagesplan. Bereits in einer Stunde beginnt der Diavortrag „Durch den Sognefjord nach Flam“, mit dem uns Georg Hahn auf das erste Ausflugsziel unserer Reise einstimmt. Eine Stunde später informiert uns Kreuzfahrtdirektor umfassend über den Gesamtablauf der Reise und gibt uns wichtige Informationen.

Bei der Weitläufigkeit des Schiffes ist es nicht leicht, die Gruppe zusammenzuhalten, so wird telefonisch zunächst ein-mal ein weiterer Treff vereinbart, wann wir uns zur ersten Abendveranstaltung treffen wollen.

Bald reihen wir uns in die lange Schlange der „Begrüßungswilligen“ ein, stehen uns die Beine fast in den Bauch, bevor sich die Menschentraube verjüngt und wir den Kapitän und den Kreuzfahrtdirektor persönlich begrüßen dür-fen. Der Musiksalon – für ca 380 Gäste konzipiert – platzt aus allen Nähten, muss er doch alle 600 Gäste aufnehmen. Der angekündigte Begrüßungscocktail ist in reiner Sektlaune. Nach Vorstellung aller Verantwortlichen bringt der Kapitän die Erwartung an die Kreuzfahrt auf den Punkt: „Wenn wir dabei die Daumen drücken, kommt alles bestimmt.“ Der meiste Beifall brandet allerdings bei der Vorstellung des Chefkochs auf.

Noch eine ganze Weile müssen wir es noch in unserer „Gala-Uniform“ aushalten. Beim Kapitäns-Dinner ist sogar der Kapitän persönlich anwesend und sitzt in unserer unmittelbaren Nähe an gesondertem Tisch, mit „ausgewählten“ Gästen, bei beson-derem Gedeck, Service und Ablauf. Für alle Reiseteilnehmer ist die heutige Menükarte besonders lang.

Auf der anschließenden Eröffnungs-Bühnen-Show stellt uns Bärbel Reif die Künstler vor. Das erwartete Feuerwerk bleibt aber am Boden. Die Darbietungen können kaum überzeugen. Doch wir sind höfliche Menschen und halten bis zum Schluss durch. Gefallen hat uns schon die Ballettgruppe „Advance“, doch den ehemaligen Tenor Sergej Rybin werden wir uns nicht weiterhin „gönnen“. Den angebotenen Mitternachtssnack verweigern wir, gehen lieber noch ein bißchen an die frische Luft, während andere ihre Fußballleidenschaft beim Testspiel der Deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz befriedigen können. Mittlerweile ist es 23 Uhr. Die Sonne ist endlich untergegangen. Morgen steht die Fahrt mit der Flambahn an. Erstmals werden wir morgen norwegischen Boden betreten.

Donnerstag, 03. Juni

Obwohl ich erst durch das Berichteschreiben kurz nach Mitternacht zum Schlafen gekommen bin, werde ich um 4 Uhr hellwach. Die Sonne geht auf und taucht den „Königsfjord“ in eine warme, leuchtende Szenerie. Strahlend blauer Himmel signalisiert einen heiteren und trockenen Tag. Langsam gleitet die Maxim Gorki den „König der Fjorde“ entlang und gibt den Blick frei auf „verschlafene“ Dörfer, kleine Wasserfälle und schneebedeckte Bergregionen.

Nur allmählich erreicht die Sonne das grün schimmernde Schmelzwasser. Die Berghänge präsentieren sich allerdings noch im Halbschatten. Die bizarren Felsformationen sind zum Greifen nahe. Die ersten Möwen begleiten uns.

Gegen 8 Uhr werden wir Flam erreichen. Doch zuvor genießen wir das Farbenspiel, das uns die Sonne aufs Fjordwasser zaubert. Immer wieder stürzen Wassermassen in die Tiefe und nähren den Fjord. Unser Blick wandert immer wieder vom Fuß der Bergtäler bis hínauf in die höchsten Schneeregionen.

Mit zunehmender Tagdauer erreicht das Sonnenlicht nun auch die gesamte Wasseroberfläche und gibt in doppelten Bildern die Fjordlandschaft preis.  Kurz nach 6 Uhr verlangsamt unser Kreuzfahrtschiff seine Fahrt und biegt in einen Seitenarm, den Aurlandfjord, ein. Möwen machen kreischend auf ihre Flugvorführungen aufmerksam. Das Anlegemanöver dauert, doch es kommt keinerlei Hektik auf.

Gemächlich lassen wir den Tag angehen. Wir könnten zwar alle noch schlafen, da wir erst um 10 Uhr die Flambahn zur 866 m hoch gelegenen Bahnstation Myrdal nehmen, doch der heutige ereignisreiche Tag lässt alle Schlafspuren hinter sich, und um 9 Uhr verlassen wir bereits unser Schiff bei strahlendem „Yakee“- Wetter.

Eine Übersichtskarte hilft uns bei der Orientierung. Sie gibt uns auch Aufschluss über die besonderen Gegebenheiten auf der 20,200 km langen Strecke, die die Flambahn in knapp einer Stunde – die höchste 20%ige Steigung mit eingerechnet – bewältigt. Ein örtlicher Guide macht uns auf die 1667 erbaute Flamkirche ebenso aufmerksam wie auf den prächtigen Wasserfall Rjoandefossen, der senkrecht 140 Meter den Berg hinabstürzt. An der Einfahrt des Baklitunnels hält der Zug an, und wir begeben uns zu Fuß zum Wasserfall Kjosfossen.

Auf halber Höhe betört „Hilda“ mit anmutigem Gesang die Gäste. Ebenfalls auf der linken Seite blicken wir auf der Weiterfahrt auf den wunderschön gelegenen See Reinungavatnet, und schließlich erreichen wir pünktlich den Verkehrsknotenpunkt Myrdal an dem Streckenabzweig nach Oslo. Leider sind uns nur 8 Minuten Aufenthalt „genehmigt“ worden, und statt der erhofften Kaffeepause erhält jeder Fahrgast eine Vergütung von 5 €. Dennoch haben wir eine unvergessliche Eisenbahnfahrt erlebt, die Jahr für Jahr Menschen aus aller Herren Länder anlockt und zu den eindruckvollsten Touristenattraktionen Norwegens zählt. Besonders beeindruckt sind wir durch die Tatsache, dass der Fluss Flam durch Tunnels unter die Bahnlinie hindurch geleitet wird, demnach keine Brücken für die Flambahn erforderlich waren.

Auf unser Kreuzfahrtschiff zurückgekehrt, dauert es fast eine Stunde, bis unser Kreuzfahrtschiff gewendet hat. Auf der Rückfahrt können wir nochmals das atemberaubende Panorama mit den wilden Bergregionen bewundern. Dennoch müssen wir uns kurz vor 14 Uhr von den tiefen Schluchten, den Wasserfällen, den schroffen Felshängen und den schnee-bedeckten Bergen losreißen: Das Mittagessen beginnt. Danach müssen wir die restlichen Tickets für die Ausflüge abholen. In die Kabine zurückgekehrt, finden wir endlich Zeit, das Tagesprogramm zu studieren, in dem u.a. eine Beschreibung des Tageshighlights angefügt ist:

 

„Der Sognefjord, auch ´König der Fjorde ` genannt, liegt am Fuße der höchsten norwegischen Gebirgsgipfel und des größten festlandeuropäischen Gletschers ( Jostedalsbreen ) und ist ein Fjord der Superlative – breit und karg an seinem Ausgang, wild und dramatisch im Innern. Hauptattraktion der kleinen Ortschaft Flam, die am innersten Ende des Aurlandfjordes gelegen ist, ist die Flambahn, die sich auf einer Strecke von nur 20 km durch das enge und steile Flamstal hinauf nach Myrdal windet, das in einer Höhe von 867 m liegt. Das größte Streckengefälle beträgt ca 20% ( die Bahn ist mit fünf voneinander unabhängigen Bremssystemen ausgestattet, die jedes für sich in der Lage sein sollen, den Zug zum Stehen zu bringen ). Die Flambahn wurde bereits gegen Ende des 19. Jhs. geplant, Baubeginn war dann aber erst Mitte der 20er Jahre. Der Bau des Streckennetzes dauerte 20 Jahre, die erste Fahrt fand am 1. August 1940 statt. Inzwischen zählt die Bahnfahrt, die durch 20 Tunnels führt, zu den meistbesuchten Touristenattraktionen des Fjordlandes.“

Der Sognefjord nimmt zusehends an Breite zu. Bald sind die steilen Felspartien verschwunden. Ortschaften schmiegen sich nun an die schmalen Küstenstreifen. Die Sonnenhungrigen haben ein ideales Plätzchen gesucht, andere bevorzugen den Bordkaffee, wieder andere widmen sich Bordaktivitäten wie Sprachkurs und „Walk a mile“ mit Patric, der sich allerdings zunächst wieder nicht am vereinbarten Treffpunkt einfindet. Als auch eine Suche nach dem „Fitnesstrainer“ erfolglos verläuft, stürzen sich einige in den offiziellen Fitnessraum.

Es dauert noch eine Weile, bis unsere „schwimmende Wohnung“   die Rückfahrt durch den Sognefjord bis ins offene Meer bewältigt hat. Um 19 Uhr ist es geschafft.

Zum gleichen Zeitpunkt ist Nachtessen angesagt. Es gibt allerhand zu berichten. Das Wasser im Außenpool ist ziemlich dunkel. Keiner vermag die geäußerten Vermutungen bestätigen. Und nach der „russischen Reinigungsmethode“ gibt Larisa, nachdem sie Peter die Himbeersoße auf die Hosen gekippt hat, den Tipp: „Wasser ist in Clo.“ Der guten Stimmung tut dies aber keinen Abbruch. Nach dem Essen finden wir Platz zum „Neck“-Tar-Treff im Blumenkabinett neben der Neptun-Bar. Kredenzt werden Schlehe, Topi und Zwetschgenwasser Margarete überrascht noch mit einer Flasche Sekt, doch den heben wir uns für einen anderen Anlass auf.  Es will heute nicht Nacht werden. Noch um 23.30 Uhr ist es draußen taghell. Wie soll man da schlafen können! Doch die Müdigkeit holt uns ein.

Freitag, 04. Juni

Ab 1 Uhr wird es kalt und kälter. Durch das offene Fester zieht kalter Wind herein. Nun müssen wir im abgeschlossenen Raum den Schlaf versuchen. Es gelingt. Um 3.40 Uhr hüllt sich das Firmament mit einem roten bizarren Mantel ein. Eine nahezu geschlossene Wolkendecke hindert die Sonnestrahlen, bis zu unserem Kreuzfahrtschiff zu gelangen. Genüsslich können wir uns in unserem Bett räkeln und noch eine Mütze Schlaf nehmen, bis der Außenpool mit einer Temperatur von 34°  – die Luft ist erst 12° warm – ruft. Die ganz Sportlichen hat das „Patric-Fieber“  gepackt, und sie drehen auf Deck ihre Runden. Eine Meile ist aber schon Pflicht!

Mit dem fast Einzigen, was hier an Bord noch fehlt, einem angenehmem Vogelgezwitscher, werden wir von Kerstin, dem heutigen Bordwecker, in den frischen Tag geführt. Heute ist zwar Seetag, dennoch gilt es eine Menge „Termine“ zu erfüllen.

Sportlich kann es den ganzen Tag zugehen: Frühsport ab 8.00 Uhr, Dartturnier ab 9.00 Uhr.  Weiteren  Aufschluss über die möglichen Tagesaktivitäten gibt wieder die Bordzeitung. Doch wir lassen uns in keinen „Date“-Zwang bringen, sondern werden uns erst einmal beim Frühstück auf die vielseitigen Angebote einstimmen.  So geht nach dem lukullischen Morgenstart jeder seinen persönlichen Interessen nach.

Der Wind hat zwischenzeitlich aufgefrischt. Seit Flam hat unser Schiff 370 Seemeilen zurückgelegt, doch bis Honningsvag sind es noch 585 sm. Gegen 16.15 Uhr, lautet die Prognose, werden wir den Polarkreis überqueren. Dann gibt es für einige Tage keinen Sonnenaufgang und auch keinen Sonnenuntergang mehr. Wir sehen rasch in der Bordzeitung an, wie am heutigen Tag diese Polartaufe angekündigt wird:

„Neptung, die Hoheit der Meere, und sein Gefolge kommen heute an Bord. Alle vom irdischen Staub Beschmutzten werden untersucht, gestempelt und mit lauterem Wasser gereinigt und in sein eisiges Reich eingelassen, sofern sie für würdig gefunden… Im Anschluss an die Polartaufe können sich alle Gäste im Lido-Café bei einem Glühwein von dem Schrecken erholen.“

Als wir uns im Musiksalon einfinden, wissen wir immer noch nichts über den Verlauf dieser Zeremonie. Der gesamte Boden ist mit blauer Folie ausgelegt. Da schießen doch Passagen der Vorankündigung uns in den Kopf: „Eisig“  „gereinigt“! Was da auf uns zukommt! Bald ist es soweit. Die Massen sind geströmt. Kein Platz ist im Musiksalon mehr frei. Neptun zieht mit Gefolge unter lauter „Musik“ ein und nimmt auf seinem Thron Platz. Nachdem sich die Schiffscrew unterwürfig unter die Herrschaft der Meereshoheit gestellt hat, erhält sie den Goldenen Schlüssel zum Überqueren des Polarkreises. Neptun wendet sich dann an alle Neulinge, zwingt zunächst eine Vertreterin der Reiseleitung zur Erfüllung der vorgeschriebenen Weihungszeremonie und lässt dann sein Gefolge alle Neulinge einfangen und vor den Thron schleppen. Nach Erfüllung der Reinigungszeremonie – ist nicht jedermanns Geschmack – werden dann die Prüflinge mit dem Meeressiegel entlassen.

Es geht recht turbulent zu. Auch Irmgard und Anita geraten in den Sog der „Willigen“. Auch sie werden eingeseift, müssen Fisch und den Fuß der Meeresjungfrau küssen, erhalten den Stempel und werden schließlich von Käthe noch ins rechte Bild gesetzt. Nach diesem Spektakel gibt´s manches zu bereden. Doch wir haben Termin beim Kapitän auf der navigatorischen Kommandozentrale. Die meisten Informationen sind nicht nur akustisch nicht zu verstehen, sondern wir sind eher von der ausgeführten Technik und der Vielfalt der Geräte verwirrt.

Was darf´s am Nachmittag sein: ein Vortrag über Lachs und Grieg, Bingo oder Russischunterricht, eine Weinprobe oder Bilderausstellung? Die Möglichkeiten reißen nicht ab. Die Entscheidung, ein Sonnenbad zu nehmen, scheitert allerdings am Wind. Doch jeder findet eine individuelle Lösung und genießt für sich den eigenen Nachmittag bis zum gemein-samen Abendessen um 19 Uhr.

So ist es auch nicht leicht, die Gruppe am Nachmittag aufzuspüren. Einen erneuten Versuch starten die Reisebegleiter dann zur Kaffeestunde. Ganz stolz sind wir, dass wir dabei zehn Teilnehmer unserer Gruppe im Musiksalon antreffen bzw. „vereinen“ können. Da ja alle, wie wir wissen, extrem schlank sind, kommen die süßen Stückchen gerade recht. Und anschließend lernen wir erstmals Bingo kennen. Käthe und Irmgard sind aber leider nicht bei den Gewinnern.

Um 18.30 Uhr sind wir wieder in der Kabine, um auf Kanal 1 des Russischen TV-Studios die Landganginformationen über Honningsvag zu bekommen:

Heimat der Trolle, imposante Wasserfälle, Reich des Nordlichts, zauberhafte Landschaft, Fahrt zum Nordkap, alte samische Lebensweise, Meridiankugel, 71°10´21´´, Mitternachtssonne! Allein diese Ankündigung verspricht einen besonders erlebnisreichen und interessanten Ausflug.

Nach dem Abendessen nutzt jeder wieder seine Entscheidungsfreiheit. Die Reisebegleiter sehen sich im Theater den Film „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“  an, der allerdings 166 Minuten dauert und erhebliche Konzentration und Ausdauer verlangt. Andere gehen zur Black&White-Party.

Das Zauberwort „Mitternachtssonne“ liegt in der Luft. Doch wir können sie an Steuerbord nicht sehen. Doch ein Blick auf die Lofoten, deren Schneegipfel ein rosa Kleid angelegt haben, lassen uns mit der Kamera nach Backbord eilen. Phantastisch! 

Die Mitternachtssonne taucht Schiff, Wasser und die Inselgruppe in ein noch nie gesehenes Gold. Viele Gäste sind trotz eisiger Kälte an Deck geeilt, haben ihre Fotoapparate gezückt und halten dieses Naturschauspiel fest. Gerne hätten wir an Deck noch länger verweilt, doch der durch den Fahrtwind noch verstärke Wind und eine Außentemperatur von kaum 4° reißen uns aus der Betrachtung und schicken uns in die geschlossene Wärme zurück.

Aber auch von der Kabine aus schweift unser Blick nochmals über die faszinierende Partie der lang gestreckten Lofoten-Inselgruppe im Atlantik, bevor wir schließlich nach 1.30 Uhr das Bett aufsuchen. Da wir unsere anderen Teilnehmer nirgends finden konnten, hoffen wir, dass alle anderen dieses Naturereignis auch zu Gesicht bekamen. Morgen beim Frühstück werden wir sie befragen.

 

Teil 2 des Reiseberichtes „Norwegens schönste Fjorde und Nordkap“ folgt.

Zum ewigen Eis nach Spitzbergen

 

Teil 1/3

Kurz entschlossen wollten auch wir den “Vorstoß in den weißen Kosmos” wagen. Unsere Reise wird in der nördlichsten Siedlung der Welt, in Longyearbyen, beginnen. Dort soll es alles geben, außer genügend Sonnenlicht, an 112 Tages des Jahres nur Finsternis. Und weitere interessante Informationen liefert uns das Internet:

Die Zivilisation ist nur eine hauchfeine Schicht über der unerbittlichen arktischen Natur. Als man auf Spitzbergen Steinkohle entdeckt, rückten die ersten Grubengesellschaften an, und mit ihnen kam der Bostoner Geschäftsmann  Munro Longyear, der 1906 seinen Claim dort absteckte, wo heute die Stadt Longyearbyen liegt. 80 Jahre war Longyearbyen nicht mehr als eine triste Bergarbeiter-Siedlung, rund 1200 km vor dem Nordpol.

Neben wunderschönen Lanschaftsformen, bizarren Glet-scherformationen, einer wundersamen Welt aus “weißen Scherben”, einer Stille der Einsamkeit erwarten wir aber auch aufregende Tierbeobachtungen. Aber erzählen wir zunächst einmal von vorn.

Mittwoch, 22. 06.

In knapp 5 Stunden fliegt uns die HHI von Frankfurt nach Longyearbyen. Erst kurz vor der Landung reißt die Wolkendecke auf und gibt einen Blick auf Spitzbergen, die Inselgruppe im Nördlichen Eismeer, frei.

Es ist zwar bereits Mitternacht vorbei, doch fahles Tageslicht beleuchtet die Szenerie, die vom Kohleabbau bestimmt ist.  Das Panorama ist nicht berauschend. Wir blicken auf Förderbänder, Kohlenhalden und Blech- und Holzhütten. Da uns dieser Anblick ohnehin nicht gefangen nimmt, wenden wir uns unmittelbar nach der Landung dem Begrüßungskomitee und der Phoenix-Reiseleitung zu, die fröstelnd auf uns gewartet haben. Longyearbyen ist, so erklärt man uns auf der kurzen Fahrt zur Schiffsanlegestelle,  die größte norwegische Siedlung auf Spitzbergen.

Donnerstag, 23. 06.

Eigentlich ist es ja schon Morgen, als wir kurz vor dem Pier anhalten, von Kreuzfahrtdirektor Winfried Prinz persönlich begrüßt werden und nach kurzer Erledigung der Formalitäten unsere Kabine aufsuchen. Auf das Gepäck müssen wir noch warten. So gönnen wir uns so wie auch die anderen 146 Neuankömmlinge im Veranda-Restaurant – es ist mittlerweile 01-00 Uhr geworden – eine heiße Suppe und schauen von der Reling auf die unmittelbare Umgebung von Longyearbyen, die sich im Sonnenschein von uns verabschieden möchte.

Nach einem kurzen ersten Erkundungsgang suchen wir unsere Kabine ( A 31 ) auf. Die Koffer sind zwischen-zeitlich gebracht worden. So können wir auch schon einräumen und uns häuslich in unserem Domizil für die nächste Woche niederlassen.  Um 3.00 Uhr nimmt die Alexander von Humboldt Fahrt auf mit Kurs auf den 146 sm entfernten Magdalenenfjord.

Schlaf haben wir in der ersten Nacht kaum gefunden. Und als wir unsere Kabine zum Frühstück verlassen, lernen wir auch unserer Stewardess Princess kennen. Trotz Spritzen, die ich mir in der Heimat vom Hausarzt noch geben ließ, haben sich die Beschwerden nicht gebessert. Kaum kann ich mich bewegen. Doch an Bord ist glücklicherweise ein Arzt. Und das Glück ist mir doppelt hold. Dr. Koller ist Orthopäde und gleichzeitig auch Mannschaftsarzt der Nationalelf der deutschen Hockeydamen. Da bin ich ja in besten Händen. Acht Spritzen werden mir sicherlich Linderung verschaffen.

Die obligatorische Rettungsübung ist unmittelbar nach dem Frühstück angesetzt. Im Musiksalon zeigt man uns das richtige Anlegen der Rettungswesten und erläutert uns das richtige Verhalten im Notfalle. Einen weiten Raum nimmt dann auch die Instruktion für die Benutzung der Zodiacs ein.

Mit seinem Beitrag “Auf ein Wort” beschließt Winfried Prinz die Morgenveranstaltungen, und wir können schon erahnen, was auf uns zukommt, als Winfried Prinz zitiert: “Wir sind nicht hier zum Schlafen, sondern um etwas zu erleben.”

Auf dieser Route werden wir, so Winfried Prinz, nicht die einzelnen Punkte des Katalogangebots abhaken, sondern nach Rücksprache mit Behörden und bei Anpassung an die situativen Bedingungen Änderungen vornehmen, um allen Gästen einzigartige Erlebnisse anzubieten. Die Alexander von Humboldt ist ein Expeditionsschiff mit hoher Eisklasse 1B. Durch seine hohe Manövrierfähigkeit kann es noch in Fjorde einfahren und wenden, was andere Kreuz-fahrtschiffe nicht realisieren können. Von großem Vorteil erweist sich das Promenadendeck, das alle Passagiere umlaufen können. Das großzügige Kino bieten 98 Personen Platz, und die Bibliothek ist bestens, wenn auch vorwiegend mit englischer Literatur, ausgestattet.

Dem Urteil, dass es sich bei der Alexander von Humboldt um ein gemütliches Schiff handelt, können wir uns nur anschließen. Auch die lockere Ordnung bei den Mahlzeiten kommt an. Die aktuellen Informationen von der Brücke kann jeder Gast gut in seiner Kabine über Kanal 1 empfangen. Auch das sensible Thema “Trinkgeld” spricht Winfried Prinz an.

Noch vor dem Mittagessen werfen wir einen Blick auf die Fjord- und Küstenlandschaft. Leider scheinen uns dichte Nebelschwaden diese besonderen Landschaftsformen verwehren zu wollen. Und während des Mittagessens aktiviert eine Borddurchsage “Walross backbord” die Massen. Auch uns erfasst dieser Sog. Doch wir bekommen nur Robben auf treibenden Eisschollen zu Gesicht und vor die Linse.

Dann dreht die “Alex” auch schon bei und geht im Magdalenenfjord auf Reede. In landschaftlicher Hinsicht ist dieser vergleichsweise kleine Fjord wohl der bekannteste Spitzbergens, da eine Mischung aus alpiner Bergwelt, steilen Fjordwänden und in den Fjord abstürzenden Gletscher sehr reizvoll ist.

Auf der Südseite ragt eine kleine flache Landzunge in den Fjord, auf die mehrere alte Gräber zusammengelegt wurden und vom norwegischen Staat 1930 mit einem Gedenkstein an die Walfänger versehen wurden, die dort vor 200 – 300 Jahren während der “Großen Jagd” ihr Leben verloren.

Trotz Nebel erweist sich diese Anlegestelle als eine Topadresse für alle Kreuzfahrtschiffe. Auch wir sind begeistert. Die vielfältig geformten und gefärbten Eisschollen erzeugen im Sonnenlicht märchenhafte Farb- und Lichtimpressionen.

Das Meer ist weiterhin recht ruhig. Meeresvögel demonstrieren uns bei der Einfahrt ihre Flugkünste.

Leblos erscheinen uns die Berge,  aber bei genauerem Hinsehen mit dem Fernglas entdecken wir Flecken von Moos und Flechten. Kleinere und größere Gletscherzungen sind bis zum Meer vorgedrungen. Kleinere Bruchstücke – grob als auch bizarr – weiß bis türkisblau gefärbt ziehen an uns vorüber

Und wir haben erneutes Glück. Seevögel und Robben zeigen uns ihre “Wohnungen”.

Zodiac-Boote bringen jeweils zehn Personen auf die öde, felsenübersäte Halbinsel an Land und wir gelangen auf einem “breiten Pfad” (jeder sucht sich einen  Weg ) zum Denkmal in der Nähe der Hütte, die den Sysselmannen als Quartier dient.

Vier Ranger achten auf die Einhaltung der Verhaltensregeln in diesem Naturschutzgebiet und achten aber auch im Besonderen darauf, dass keine Eisbären für eine unliebsame Überraschung sorgen. Spuren von Eisbären sind sehr wohl in der Nähe, der frische Abdruck einer Tatze und Fellhaare, die ein Bär beim Wälzen auf dem Boden hinterlassen hat. Aber nicht alle haben ein Auge für diese kleinen Überraschungen: Der Glühweinstand und auch die Würstchenbude lockt manche an.

Vor Betreten dieses Naturschutzgebietes wurden wir speziell auch darum gebeten, auf die brütenden Meeresvögel zu achten, doch mancher der Gäste muss am eigenen Körper erfahren, wie hartnäckig und wirkungsvoll diese Tiere ihr Gelege verteidigen und die “Angreifer” oder zumindest “Eindringlinge” in die Flucht schlagen.

Lediglich eine Stunde dauert der erste Landgang. Wir kehren auf die Alexander von Humboldt zurück, bleiben aber an Deck und blicken auf die Gletscher und Gebirgszüge des Festlandes zurück. Welche Ruhe strahlt diese majestätische Landschaft aus! Bald lichten sich die Nebelschwaden und geben den Blick frei auf die prächtige Bergwelt.  Unbeeindruckt von uns “Störenfrieden” treibt eine Robbe auf einer Eisscholle vorbei.  Mit der Ruhe ist es aber vorbei, als die Borddurchsage “Beluga backbord” alle aufschreckt . Doch der “Sänger der Meere” ist längst wieder abgetaucht, bis alle fotohungrigen Gäste mit Fotoapparat und Videokamera bewaffnet an Deck erscheinen. Der Beluga bleibt in seinem Revier. Eine Borddurchsage muntert uns auf. Wir sollen nicht traurig sein, wenn wir dieses Mal  keinen Erfolg beim Beobachten hatten. Wir sollten uns viel häufiger an Deck aufhalten, das Meer mit dem Fernglas absuchen.

Die “Alex” nimmt um 16.30 Uhr wieder Fahrt auf und erreicht eine Stunde später das offene Meer Richtung Norden. In vier Stunden soll der zweite Landgang erfolgen. Isolde widmet sich kaum den Durchsagen. Sie will einfach raus, hält es in der Kabine nicht mehr aus. Doch alle Informationen sind auf dem ganzen Schiff zu hören, als Winfried Prinz die weitere Planung bekannt gibt.

Gegen 19.40 Uhr wurde die Wasa-Halbinsel umrundet, und die “Alex” fährt nun in den Raudfjord ein. Derzeit herrscht eine Außentemperatur von 1°Celsius. Eine Entscheidung wird erst gegen 21 Uhr getroffen. So hofft jeder, dass sich der dichte Nebel lichtet und uns die prächtigen Ausblicke nicht weiterhin verschließt. Gegen 20 Uhr ist es spannend geworden. Auf der Steuerbordseite machen wir die Hügel- und Bergketten der Fjordlandschaft aus. Darüber hängt aber immer noch eine dichte Dunstglocke, und die Sonne hält sich weiterhin verborgen, was Winfried Prinz lakonisch kommentiert: ”Wie Sie sehen, sehen Sie nichts.” Wir erfahren, dass an dieser Stelle der Fjord fünf Kilometer breit ist und die Berge bis 800 Meter ansteigen.

Dann startet ein Scoutboot um 20.30 Uhr mit den vier Rangern, Winfried Prinz, dem Vizekapitän Michael Block sowie den beiden Lektoren. Und sie kehren mit erfreu-licher Nachricht zurück. Sie haben eine günstige Anlegestelle gefunden.

Überraschend viele Mitreisende entscheiden sich für diesen Landgang, eine Fahrt mit den Zodiacs auf eine Insel, die mit Geröll, Schnee- und Eisflächen, Baumstämmen aus Sibirien und auch Wohlstandsmüll übersät ist. Selbst kleine Korallenästchen finden wir auf diesem Eiland. Das Packeis muss sie von weither hergebracht haben. Der Nebel ist noch dichter geworden. Unser Zodiacfahrer orientiert sich mit dem Kompass und trifft auch ohne Umschweife auf die Alexander von Humboldt.

Die Eindrücke müssen wir erst noch verarbeiten und suchen die Bar auf. Ein “Blue ice” und ein Bier werden uns in den Schlaf wiegen, Doch mein Rücken schmerzt auch noch nach der zweiten Spritzenbehandlung.

Freitag, 24. 06.

Mit einer frühen Durchsage um 7.15 Uhr bringt uns Winfried Prinz auf die Beine. Bereits um 5 Uhr war die “Alex” am Lieftefjord angekommen, aber bald wieder umgekehrt, weil keine Sichtweite garantiert war. Dann trifft die Crew eine folgerichtige Entscheidung. Kapitän John Moulds will seinen Gästen unbedingt etwas bieten und fährt ganz in den Norden Spitzbergens zur Insel Moffen. Und tatsächlich: ein Volltreffer!

Eine Walrosskolonie sonnt sich auf der flachen Insel. Bis 700 Meter kann John Moulds das Schiff heranbringen, und all die Gäste sind im Vorteil, die mit einem besonderen Fotoequipment ausgestattet sind und die Walrösser heranzoomen können.

Gegen 12 Uhr brechen wir zum Magdalenenfjord auf. John Moulds will dicht an die Gletscher heranfahren, sofern der Fjord überhaupt eisfrei ist. Und die Fahrt wird nicht langweilig. Viele Naturbeobachtungen erweitern unseren Horizont. So beobachten wir beispielsweise, wie eine Raubmöve eine Eidermöve tötet.

Mit seinem Vortrag über die Region gibt uns Sven Achtermann Einblick in die klimatischen Zusammenhänge und das reichliche Tierleben. Im Gegensatz zur Antarktis ist das Nordpolarmeer von Land umgeben. Bei 80° Nördlicher Breite haucht der Golfstrom seinen letzten Atem aus, bevor er bei Spitzbergen abknickt und Richtung Süden auf eine salzreiche Tiefenströmung trifft. Während des Vortrags passieren wir die Däneninsel, die sich hinter einer gewaltigen Nebelbank versteckt. Unsere “Alex” wird von allerlei Meeresvögeln begleitet, die ihre Flugkünste vorführen.

Und beim Mittagessen fahren wir in den Madgalenenfjord ein. Der Kapitän hat die richtige Entscheidung getroffen. Bei strahlendem Sonnenschein und bester Sicht nähert sich die “Alex” – vorbei an der gestrigen Anlegestelle –  bis auf 700 Meter an den Gletscher Gullybreen und dann noch vorbei am mächtigen Waggonwaybreen. Deutlich können wir die Bruchkante der Gletscher erkennen und diese tollen Motive auf die Platte bannen.

Gemächlich dreht die “Alex”,  und wir fahren wieder aufs offene Meer hinaus. Mächtige und bizarre Eisschollen bilden eine fotogene Eskorte.

Um 15 Uhr hält Joe einen Informationsvortrag über die geplanten Ausflüge, die der Bericht lediglich stichwortartig erfasst:

Tromso.

Stadtrundfahrt mit Eismeerkathedrale, Botanischer Garten, Universitätsstadt, Tromso-Palme, typische bunte Holzhäuser, teures Urlaubsland, Seefahrerdenkmal am Marktplatz, größter Holzdom Norwegens, Roald Amundsen-Denkmal, 1036 m lange Brücke zur Eismeerkathedrale mit 140 m² Glasfenster.

Tromso.

Stadtrundfahrt mit Storsteinen, Dom, Denkmale, Museum mit Samen, Tromso-Brücke, Eis-meerkathedrale, Kabinenfahrt zu den Storsteinen.

Lofoten.

Fahrt nach Svolvaer und Henningsvaer, Lofotenaquarium, Kunstausstellung mit Filmvorführung.

Kristiansund.

Panoramafahrt zum Klippfischmuseum, interessanter Friedhof (spanische Erde ).

Olden.

Briksdalgletscher, Oldensee mit schönen Fotomotiven, Fußweg zum Gletscher oder Fahrt mit einem Elektrofahrzeug; oder: Jostedalgletscher mit Nationalpark, Fahrt mit 19 Serpentinen und 600 Höhenmetern, Botanischer Garten, Filmdokumentation, danach traditionelles Gebäck “Svele”.

Da im Musiksalon recht “arktische” Temperaturen herrschten, bevorzugen wir nach kurzem Nachmittagskaffee eine heiße Dusche in unserer Kabine. Seit Stunden zieht die “Alex” an Landschaften vorbei, die wir allerdings wegen des Nebels nicht zu Gesicht bekommen. Gut erwärmt  begeben wir uns dann schon um 18 Uhr zum Polar-Galadinner, bei dem alle Gäste, die in Longyearbyen zugestiegen sind,  erwartet werden. Kleidersorgen hat Isolde ausnahmsweise überhaupt keine!

Um 19.30 Uhr werden alle neuen Gäste offiziell durch Kapitän John Moulds und Kreuzfahrtdirektor Winfried Prinz begrüßt, die uns ihre jeweilige Crew vorstellen. John Moulds ist – wie er selbst bestätigt – ein typischer Engländer. Er beherrscht lediglich eine Sprache, kennt aber das deutsche Wort “Buckelwal” und arbeitet derzeit am zweiten Wort “Zwergwal”. Seine Crewmitglieder beherrschen allerdings mindestens zwei Sprachen, viele sogar bis zu sieben Sprachen.   Winfried Prinz bringt in seinen Begrüßungsworten  die Ereignisse der letzten beiden Tage auf den Punkt: “Die letzten beiden Tage sind wir durch Himmel und Hölle gegangen. Nach der Phase der Depression folgte glücklicherweise nun die der Euphorie.” Alle Gäste konnten in dieser kurzen Zeit bereits wichtige und einmalige Highlights erleben getreu des Mottos: das Beste für die Gäste! Trotz neuer Orientierungen und Abstimmungen sei die “Alex” im Zeitplan. Eine echte und gute Teamarbeit habe die beste Lösung  zwischen Anspruch und Machbarkeit gefunden.

Im Anschluss an die Begrüßung nehmen wir die Beiträge der Polar-Galashow mit Künstlern wie Olga Caspruk und Oscar Vadillo auf, die mit einem bunten Potpourri unter der musikalischen Begleitung der Metrogold-Band einen bunten Melodienstrauß offeriert.

 Während wir uns während der Happy Hour noch einen Drink in der Bar genehmigen, denken wir auch über das heutige Motto nach. “Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen – die Auswahl ist groß genug.”

Mitternacht ist längst vorbei. Doch die Faszination über ein unglaubliches Panorama lässt uns nicht zur Ruhe kommen. Die Sonne hat sich zwar hinter einer dichten Wolkenbank versteckt, doch ist es immer noch taghell. Die Eisbarriere begleitet uns an der Backbordseite. Hier am 80. Breitengrad erstreckt sie sich nicht als feste Eismasse, sondern in Form Tausender dicht gedrängter Eisschollen.                         

Dieses “Pfannkucheneis” umschwirren zahlreiche Meeresvögel. Dann müssen wir noch Abschied von den beiden Sysselmannen nehmen.

                                                                                                                    Ein Zodiac nimmt die beiden treuen Begleiter an Bord, wassert und fährt sie einem anderen Boot entgegen, das sich aus der Tiefe nähert. Es dauert, bis beide nebeneinander anlegen können. Die “Fahrrinne” ist ständig blockiert, aber die wendigen Boote haben keine Mühe, sich durch die Eisbrocken zu bahnen.

Der zweite Teil des Reiseberichtes „Zum ewigen Eis nach Spitzbergen“ folgt.

Höhepunkte der Ostsee – Teil 3/3

9. Tag

Wer ließe sich morgens nicht gerne wachküssen! Musikalisch besorgt dies um 7.30 Uhr unser Bordwecker, doch nicht uns, denn bereits ab 6,15 Uhr sind wir in die Schärenlandschaft Schwedens eingefahren und genießen diese Landschaft. Wir widmen uns nach dem Aufstehen dem Frühstücksbuffet und haben dann noch genügend Zeit, bis uns die örtliche Reiseleiterin zur Stadtrundfahrt verbunden mit einem Altstadtrundgang abholt. Erstmals erleben wir leider eine völlig inkompetente Botschafterin ihres Landes. Doch wir haben uns glücklicherweise vorinformiert und können dennoch bei der unverständlichen Hektik mit nur einem Fotostopp Schwedens Metropole kennen  lernen. In eindrucksvoller Lage, dort, wo sich das Kobaltblau des Mälarsees mit den dunkleren Ostseewassern mischt, breitet sich die Stadt mit über 14 Inseln aus, die 40 Brücken miteinander verbinden. Die verschiedenen Eilande gleichen sich oft so wenig, dass sie wie eine Reihe nur entfernt miteinander verwandter Miniaturstädte wirken.

Jeder Teil hat seinen eigenen Charakter. In der auf Inseln erbauten Metropole ist Wasser nie weit weg. Vor dem Schloss entlassen wir uns selbst und unternehmen einen Spaziergang durch die Altstadt. Die Sträßchen mit Kopfsteinpflaster und verwinkelten Gassen folgen dem mittelalterlichen Bauplan und sind so eng, dass die Hausgiebel fast zusammenstoßen. Den nördlichen Teil der Altstadt beherrscht das Königsschloss. Erstmals geben wir der örtlichen Reiseleiterin kein Trinkgeld, wir sind zu sehr enttäuscht von ihrer „Leistung“.

Auch am 9. Tag unserer Kreuzfahrt ist die Sonne unser ständiger Begleiter. Erst um 16.00 Uhr erreicht das Verwöhnprogramm unseres Luxusliners an der Bar bei Waffeln einen ersten Tageshöhepunkt. Und um 18.00 Uhr dürfen wir das Gala-Buffet kurz fotografieren. Wir sind in der zweiten Gruppe zum Gala-Dinner bestellt, und auch wir bestaunen den vollendeten kulinarischen Zauber. Nahtlos reiht sich der nächste Termin ein: Gala-Show-Express mit den Bordkünstlern und dem Showorchester. Die Künstler servieren einen Unterhaltungscocktail mit Musik, Tanz und Humor. Wir machen zwar noch lange nicht schlapp, hören aber auf unserer Körper, der sich nach Ruhe und Entspannung sehnt.

10. Tag

Heute ist Seetag. Unser Bordwecker lockt uns schon um 7.30 Uhr gut gelaunt aus den Träumen. Beim Studium des Tagesprogramms können wir uns nicht sogleich entscheiden, welche Termine wir wahrnehmen wollen. Zu viele Angebote erwarten uns:

10.00 Uhr Blick auf die eigenen Urlaubsfotos
10.15 Uhr Premiere des 1. Teils der Filmdokumentation „Höhepunkte der Ostsee“
10.30 Uhr Phantastisches aus Eis: Der philippinische Küchenartist zeigt, wie aus einem Eisblock bezaubernde Eisfiguren entstehen.
11.00 Uhr Frühschoppen mit Weißwurst und Brezel
12.00 Uhr VIP-Sprechstunde
12.30 Uhr Mittagessen
14.00 Uhr Gemüse-Schnitzereien und Marzipan-Figürchen

Aber auch das Sportprogramm ist verlockend:

9.30 Uhr Fat-Burner mit der Sportlehrerin
10.30 Uhr Bauch-pur-Gymnastik
15.30 Uhr Bauch-Beine-Po-Gymnastik
17.30 Uhr Stretching
17.30 Uhr Walk a mile

Den Auswirkungen des Gala-Buffets kann jeder nach Herzenslust zu Leibe rücken, und außerdem steht ja auch noch der Fitnessraum jedem zur Verfügung. „Sportlich“ nehmen wir auch die Durchsicht der Bilderflut über das Gala-Buffet.

Glutrot verabschiedet sich die Sonne um 19.00 Uhr. Und nach dem Abendessen treffen wir uns noch in gemütlicher Runde an der „Lästerpromenade“. Doch noch können wir nicht unsere Kabine aufsuchen. Schon um 20.30 Uhr ist unser Kreuzfahrtschiff in den Großen Belt eingefahren. Um 23.30 Uhr soll unser Schiff die Storebelt-Brücke passieren. Doch bereits eine Viertelstunde vor „Termin“ erreichen wir die zweitgrößte Hängebrücke zwischen Sproge und Halskov. Nun erst geben wir unserer Müdigkeit nach.

11.Tag

Seit Stockholm bis Kopenhagen musste unser Schiff eine Strecke von 664 Seemeilen zurücklegen. Um 6.00 Uhr passieren wir die engste Stelle im Sund zwischen Helsinger (Dänemark) und Helsingborg (Schweden). Um 6.30 Uhr holt uns unser Bordwecker aus den Federn und verspricht uns ein Frühstück mit Butterzopf und Tatar. Mit dem Frühstück müssen wir uns heute beeilen, denn die Landausflüge beginnen bereits um 8.20 Uhr. Einem Fährschiff müssen wir den Vorrang lassen, und so verspätet sich auch die Ankunft in Kopenhagen. Gespannt sind wir auf „Die kleine Meerjungfrau“. Sie gilt als das Wahrzeichen Kopenhagens. Die 1913 geschaffene Skulptur wurde mehrmals Opfer von Anschlägen. Mehrmals schlug man ihr den Kopf ab, ein anderes Mal verlor sie einen Arm. Da jedoch die Originalformen aufbewahrt werden, waren Nach-bildungen einzelner Teile jederzeit möglich.

Unsere Reiseleiterin zeigt sich umgehend als versierte Botschafterin Dänemarks. Nach dem Besuch der erhofften Sehenswürdigkeit gibt sie uns einen Überblick über ihre Heimatstadt ebenso wie in die sozialen Verhältnisse ihrer Bewohner. Mehrfach legt sie Fotostopps ein, so dass wir mit einer reichen Ausbeute aufs Schiff zurückkehren können. Der Gefion-Brunnen stellt die Sage der nordischen Göttin Gefion dar, die ihre vier Söhne in Ochsen verwandelte, um mit ihnen die Insel Seeland aus Schweden herauszupflügen.Ein weiteres Highlight bietet das Schloss Amalienborg der Königsfamilie an einem achteckigen gepflasterten Platz. Im Mittelpunkt dieser herrlichen Rokoko-Anlage steht ein vorzügliches Reiterdenkmal für König Frederik V. Wir haben Glück. Anne hat die Besich-tigungsabfolge bestens eingeteilt und wir können der Wachablösung vor dem Schloss beiwohnen.

Am Rathausplatz verlassen wir den Bus, nicht ohne unsere Reiseführerin für ihre vorzüglichen Erklärungen und Planungen mit einem Trinkgeld belohnt zu haben. Unser Spaziergang bringt uns in Kopenhagens berühmte Fußgängerzone Strøget mit ihren zahlreichen Straßencafés, Bars und Läden. Leider sind am Sonntag die meisten Geschäfte geschlossen! Den Rückweg finden wir allein, vorbei am Straßenknotenpunkt mit dem Reiterstandbild von König Christian V. und  dem Königlichen Theater.

Ein herausragendes Ereignis am Abend ist eine Travestie-Show.

Es gelingt eine tolle Performance, die mit einem schier endlos anhaltenden Beifall belohnt wird. In unserem Treff hinter der Bar müssen wir noch lange über diese Glanzleistung reden, und es wird wiederum Mitternacht, bis wir in unsere Kabinen zurückkehren.

12. Tag

Um 6.30 Uhr weckt uns unser fröhlicher Bordwecker. Das norwegische Arandal in Sicht? Nein, dichter Nebel behindert den gesamten Schiffsverkehr. Der Hafen ist geschlossen.  Um 8.00 Uhr will der Kapitän einen weiteren Versuch starten, um dennoch am Kai festmachen zu können. Unser „Yakee-Wetter“ lässt uns auch am letzten Ausflugstag nicht im Stich. Gegen 8.00 Uhr lichtet sich der Nebel. Und die Hafenbehörde gibt ihr Okay. Das Morgenprogramm kann wie geplant starten. Wir legen am Kai neben den drei deutschen Kriegsschiffen Main, Ammersee und Feeman an.

Die malerische Hafenstadt breitet sich auf sieben Inseln aus. Ein Spaziergang bringt uns durch die Altstadt, vorbei am Marktplatz mit dem eindrucksvollen Rathaus. Leider nehmen die Geschäfte keine Euro. Lediglich der Schokoladenbäcker hat sich auf deutsche Kunden eingestellt. Unseren Blick gefangen hält die Dreifaltigkeitskirche mit ihrem 85 m hohen Kirchturm, der die Altstadt überragt.

Die Auslaufparty verbinden wir mit dem Frühschoppen an der Außen-Bar. Zur Stärkung werden Nürnberger Bratwürste und Sauerkraut gereicht. Zum Mittagessen gönnen wir uns deswegen lediglich Kalamarisringe. Nach der alkoholischen Einstimmung an der Bar und den obligatorischen zwei Gläschen Tischwein rufen die Bettfedern. Aber lange können wir uns diese Ruhephase nicht gönnen. Sporttermine und der zweite Teil der Filmdokumentation warten auf uns. Bis zum Abschiedscocktail verkürzt das „Kofferpacken“ die Wartezeit.

Das Abschiedsdinner wird in festlicher Atmosphäre um 19.30 Uhr serviert. Die Männer mögen ja wegen des Anzugszwangs gestöhnt haben, den Frauen kam die Kleiderordnung aber recht. Endlich, und dies zum letzten Male, können sie ihre Gala-Garderobe ausführen. Und nach dem Festessen erinnern wir uns an eine Aussage einer berühmten Persönlichkeit: Es ist besser, Genossenes zu bereuen, als zu bereuen, dass man nichts genossen hat.

Zum letzten Mal treffen sich alle Gäste im Salon zur Abschiedsparty. Do Swidanja! Nun heißt es Abschied nehmen vom Reiseleiter-Team, vom Kreuzfahrtdirektor und von allen Künstlern. Und vor Mitternacht gehen die Bedienungen mit kleinen Appetithäppchen auf großen Platten durch alle Räumlichkeiten. Mit einem Hefenweizenbier sorgen wir für die nötige Bettschwere. Nur noch einen Termin müssen wir erfüllen. Bis spätestens 4.00 Uhr müssen unsere Koffer vor der Kabinentür stehen. Da sind kleinere Pannen vorprogrammiert. Der Schlafanzug ist längst im Koffer eingepackt! Uns passiert glücklicherweise nicht ein berichtetes Malheur, dass auch die gesamte Kleidung im Koffer liegt und dieses Versäumnis erst dann bemerkt wird, als die Koffer längst abgeholt sind. Lediglich ein Kabinenschlüssel befindet sich in dem bereits gepackten Koffer. Doch dieses Missgeschick wird noch rechtzeitig erkannt.

13. Tag

„Time to say goodbye!“ Anja bleibt es vorbehalten, uns zum letzten Male zu wecken. Und zum Frühstück fallen die Massen ein und stürzen sich aufs Buffet. Mehrmals gehen die Angebote zur Neige, doch satt wird jeder. Um 9.00 Uhr legt die unser „schwimmendes Hotel“ am Kolumbuskaje an. Es wird dauern, bis alles Gepäck zu den wartenden Bussen gebracht wird. Wir nutzen diese Zeit, um die freundlicherweise zur Verfügung gestellten Daten und Auflistungen zu studieren.

Auf der Kreuzfahrt „Höhepunkte der Ostsee“ hat unser Kreuzfahrtschiff Gorki eine Strecke von 2842 Seemeilen, das sind 5264 km, zurückgelegt. Die größte Teilstrecke war die Entfernung von Stockholm nach Kopenhagen mit 123o km, die kleinste von St. Petersburg nach Helsinki mit 333 km.

Interessant ist auch der Verbrauch an Lebensmitteln während dieser Reise.

Fisch

5.560 kg

Fleisch

8.650 kg

Gemüse

11.890 kg

Obst

15.800 kg

Speiseeis

1.600 Liter

Eier

22.150 Stück

Kuchenstücke

33.700 Stücke

Tischwein rot

2.700 Liter

Tischwein weiß

1.690 Liter

Wodka

209 Liter

Fassbier

1.350 Liter

Flaschenbier

1.247 Flaschen

Mahlzeiten

38.800 Stück

Wir können uns dem Dank des Kreuzfahrtdirektors und des Kapitäns nur anschließen. Wir haben eine ereignisreiche, abwechslungsreiche, harmonische und interessante Reise erlebt. Gerne nehmen wir die chinesische Spruchweisheit aus China in uns auf:

Leuchtende Tage, nicht weinen,
dass sie vergangen,
lächeln, dass sie gewesen,
denn Ihr habt sie erlebt.

Nebenkosten bei der Kreuzfahrt

Im „Hamburger Abendblatt“ vom 16. Mai 2009 findet sich ein ausführlicher Beitrag von Gudrun Herzig zum Thema „Ausgaben des persönlichen Bedarfs auf Kreuzfahrtschiffen“.

„Extras“, so führt die Autorin aus, „können auf Schiffen durchaus ins Geld gehen.“Im Folgenden beschreibt sie, was im Preis bereits enthalten ist und welche Kosten als Nebenkosten noch anfallen.

„Das richtige Schiff ist gefunden, die Kabine ausgesucht, alles gebucht, der Koffer gepackt, die Rechnung vom Reisebüro bezahlt: Die Kreuzfahrt kann beginnen. Bleibt nur die Frage: Welche Kosten fallen eigentlich unterwegs noch an? Die Antwort darauf hängt vom gewählten Kreuzfahrtschiff ab.

Grundsätzlich sind in jedem Kreuzfahrtpreis eingeschlossen: Unterbringung in der gebuchten Kabine, Vollpension (bis zu sechs Mahlzeiten pro Tag), das Unterhaltungsprogramm (wie Tanzkurs und Abendshows) an Bord, Hafengebühren, Gepäcktransfer, Willkommens- und/oder Abschiedscocktail mit dem Kapitän, Lektoren-Vorträge über Land und Leute, Benutzung der Schiffseinrichtungen wie Sauna (mit einer Ausnahme!), Fitnessraum und – falls vorhanden – Diskothek sowie Kino.

An Bord müssen jedoch noch zusätzlich die „Ausgaben des persönlichen Bedarfs“, wie es in den meisten Katalogen formuliert wird, bezahlt werden. Dazu gehören üblicherweise die Getränke an den Bars, im Restaurant, aus der Minibar in der Kabine sowie Einkäufe in der Boutique, die Landausflüge und Dienstleistungen wie Massage, Kosmetikbehandlungen, Friseur und Wäscherei/Reinigung.

Häufig lohnt es sich, die Katalogbeschreibungen sehr gründlich zu lesen – und vielleicht nachzurechnen, wie viel die Urlaubskasse tatsächlich noch über den Reisepreis hinaus hergeben muss.

Zumindest kleine Extras sind – je nach Schiff – oft noch zusätzlich inklusive. So wird auf der „Albatros“ von Phoenix Seereisen und der „Vistamar“ von Plantours & Partner der Tischwein zu Mittag- und Abendessen gratis ausgeschenkt, auf letzterem Kreuzfahrer beginnt sogar das Frühstück mit Sekt auf Kosten der Reederei. Auf der „Europa“, „Hanseatic“ und „Bremen“ werden Softdrinks und Bier in der Minibar während der gesamten Reise kostenlos aufgefüllt.

Mitunter ist es aber auch andersherum: Auf der „Delphin Renaissance“ etwa muss der Passagier, Kreuzfahrt-untypisch, für den Saunagang zahlen.

Eine noch größere Rechenaufgabe fürs Budget stellen die internationalen Reedereien dar. Die Getränkepreise auf den Barkarten wie zum Beispiel der „Queen Mary 2“ sind nur Netto-Preise, am Ende des fröhlichen Abends kommen noch einmal bis zu 15 Prozent „Service charge“ hinzu. Auch in den zusätzlichen Spezialitätenrestaurants heißt die Extra-Zahlung vornehm „Unkostenbeitrag“ und beträgt pro Person rund sieben US-Dollar. Immerhin ist das Geldausgeben an Bord eines Schiffes bequem und einfach: Beim Check-in bekommt jeder Passagier eine scheckkartengroße Plastikkarte, die gleich drei Funktionen erfüllt: Sie ist Kabinenschlüssel, persönlicher Bordausweis (muss beim Verlassen und Betreten des Schiffes vorgezeigt werden) und bargeldloses Zahlungsmittel für alle Extra-Ausgaben. Der Gast unterschreibt – wie im Hotel – nach jedem Verzehr oder Einkauf, erhält dann eine Kopie und bekommt am Ende der Reise schließlich die detaillierte Gesamtrechung. Auf längeren Reisen ab drei Wochen werden auch Zwischenabrechnungen vom Zahlmeister erstellt.

Auf einigen Kreuzfahrtschiffen ist das Trinkgeld bereits im Reisepreis eingeschlossen oder wird nicht erwartet. Jedem Gast ist es natürlich freigestellt, besonders ausgezeichneten Service individuell anzuerkennen. Aber auch auf den anderen Schiffen deutscher Anbieter herrscht kein „Trinkgeldzwang“, jedoch gehört dort der „Tip“ zum guten Ton. Die Reedereien geben lediglich Empfehlungen heraus, die zwischen fünf und 14 Euro pro Passagier und Tag liegen. Diese Summe sollte am Ende der Reise unter Tischsteward/-dess, Kabinensteward/-dess und eventuell Barkeeper aufgeteilt werden.

Auf internationalen Schiffen sind Trinkgelder (ca. 50 US-Dollar pro Woche und Passagier) allerdings quasi Pflicht, da diese das tatsächliche Gehalt der Crewmitglieder ausmachen.“

Wer bereits auf Kreuzfahrten unterwegs war, weiß, dass jede Reederei ihre eigene Definition von „all inclusive“ hat. Bis zu sechs Mahlzeiten bieten die Luxusliner auf den Fahrten an, alle sind im gebuchten Preis enthalten. Was die Getränke während des Aufenthaltes auf Kreuzfahrtschiffen betrifft, werden erhebliche Unterschiede festgestellt. AIDA Cruises und TUI Cruises haben die Tischgetränke in den Buffetrestaurants inkludiert, andere Reedereien allerdings kassieren extra oder bieten Getränkepakete für Alkoholika. Manche Reedereien bieten spezielle Kinder-Getränkepreise.

Bisweilen übersieht der Passagiere bei der eigenen Urlaubskalkulation die Preise für die Landausflüge. Die Preise variieren zwischen 45 und 99 Euro pro Tag. Der Halbtag kostet zwischen 16 und 38 Euro.

„All inclusive“ bezieht sich bei den Schiffen teils sogar auf den Spa-Bereich oder das Unterhaltungsprogramm: Bei MSC etwa können Sauna und Dampfbad nur gegen einen Aufpreis benutzt werden.

Schließlich sollte jeder Gast auch der Frage nach den erwarteten Trinkgeldern nachgehen. Bei TUI ist das Trinkgeld für Kellner und Co. Bereits im Reisepreis enthalten. Andere  Reedereien geben Trinkgeldempfehlungen heraus. Auf manchen Kreuzfahrtschiffen wird das Trinkgeld gleich vom Bordkonto abgebucht.

Um vor unliebsamen Überraschungen bewahrt zu sein, empfiehlt es sich, dass der Passagier im Reisebüro sich entsprechende Informationen einholt und beispielsweise die anfallenden Nebenkosten vor der Fahrt vergleicht und den persönlichen Gesamtpreis errechnet.