Quo Vadis Schandfleck Costa Concordia?

Am 13. Januar 2013 jährt sich das Costa-Concordia-Unglück, als die Costa Concordia vor der italienischen Insel Giglio einen Felsen schrammte, kenterte und 32 Menschen ihr Leben verloren. Auch am Jahrestag dieser Costa-Concordia-Havarie liegt der Koloss noch vor Giglios Küste, und die 1500 Einwohner bezeichnen das Wrack als Schandfleck, das zunächst zwar Tagesgäste anlockte, dann aber die Stammgäste vertrieb. Der Schaden für den Tourismus ist gewaltig.
 
Als unmenschliches und inakzeptables Benehmen der Rederei wird die Entscheidung der Kreuzfahrtgesellschaft bezeichnet, die Überlebenden der Costa Concordia nicht an der Gedenkfeier teilnehmen zu lassen. Überlebende, die am Jahrestag nach Giglio reisen wollten, um den Einwohnern für alles zu danken, was sie in dieser schrecklichen Unglücksnacht für die Kreuzfahrer getan hatten, sollen nicht anreisen, sondern an dezentralen Feiern im jeweiligen Herkunftsland teilnehmen. Erwünscht sind lediglich die Familienangehörigen der 32 Opfer.
 
Die Gedenkfeier findet in der Inselkirche des 1500-Seelen-Dorfes statt. Zum Auftakt soll das abgerissene Felsstück – versehen mit einer Gedenktafel mit den Namen der Opfer – an seinem ursprünglichen Platz versenkt werden. Helfern aus der Unglücksnacht sollen Medaillen verliehen werden, und zum Zeitpunkt der Kollision – 21.45 Uhr – sollen im Hafen die Schiffssirenen ertönen. Auf allen Costa-Schiffen werden außerdem Gottesdienst abgehalten und die Flaggen auf Halbmast gesetzt.
 
Die größte Bergungsaktion der Geschichte verzögert sich, obwohl Tag und Nacht 400 Arbeiter eingesetzt sind. Nach Angaben internationaler Spezialisten kann das gestrandete Wrack der Costa Concordia voraussichtlich erst im September 2013 abgeschleppt werden.
 
Die Reederei erstattete bislang den Überlebenden den vollen Reisepreis zurück und zahlte auch eine Entschädigung von 11 000 Euro pro Per5son. Mit der Annahme verzichten die Überlegenden auf weitere Entschädigungen. Andere Überlebende haben sich einer US-Sammelklage angeschlossen und versprechen sich eine weit höhere Entschädigungssumme. Gegen zehn mutmaßlich Verantwortliche ermittelt die Staatsanwaltschaft, unter ihnen drei Führungskräfte der Kreuzfahrtgesellschaft sowie Kapitän Francesco Schettino, der das riskante „Verneigungs“-Manöver zum Gruß der Inselbewohner veranlasst haben soll, sich der Verantwortung entzog, hilflose Reisende und Besatzungsmitglieder an Bord zurückließ und sich vorzeitig in Sicherheit brachte.
 
 
 
 

Vor einem Jahr havarierte die COSTA CONCORDIA

Vor einem Jahr ereignete sich das tödliche Drama der COSTA CONCORDIA mit mehr als 4200 Personen an Bord, als das Costa-Kreuzfahrtschiff vor der italienischen Giglio an einem Felsen den Rumpf aufschlitzte und unweit des Ufers kenterte. 32 Personen fanden den Tod.
 
Die Wunden der gesamten Kreuzfahrtbranche sind einigermaßen abgeheilt, doch das Wrack liegt nach wie vor an der gleichen Stelle, die schwierige Bergung unter der Leitung des US-Unternehmens Titan Salvage kommt nur schleppend voran, und die Geschädigten warten weiterhin auf eine Entschädigung. Die Ermittlungen sind anscheinend abgeschlossen, doch die Angeklagten, unter ihnen Kapitän Schettino, haben nunmehr nochmals die Gelegenheit, sich zu ihrem Fall zu äußern.
 
Zum Leidwesen der vom Tourismus lebenden Bewohner der Insel Giglio liegt das Wrack wie ein Mahnmal in Ufernähe, obwohl ca. 400 Spezialisten Tag und Nacht auf Dutzenden von Plattformen daran arbeiten, damit sie die Costa Concordia in einem Stück aufrichten können, damit es dann in eine italienische Werft abtransportiert und dort verschrottet werden kann.