Die Schiffe, die Gäste von Deutschland nach Skandinavien bringen, lassen sich längst nicht mehr mit dem Begriff „Fähre“ bezeichnen. Die meisten sind als Cruiseferry konzipiert und bieten praktisch einen Kurzurlaub mit Kreuzfahrtambiente. Längst vorbei ist auch der Streit, als Fährleute und Kreuzfahrtreedereien darüber stritten, ob und wann von einer Kreuzfahrt gesprochen werden kann.
Stena Line bringt seit Jahrzehnten ihre Gäste täglich über Nacht von Kiel nach Göteborg und von Göteborg nach Kiel. Gestartet wird immer um 19 Uhr, Ankunft ist stets 9 Uhr. So kann der Passagier bei der An- bzw. Abreise auf den Schiffen den Komfort genießen, ohne dass Urlaubszeit dabei verloren geht.
An Bord erwartet die Gäste ein großes kulinarisches Angebot, und der Gast kann entscheiden,, ob er sich im Büffet-Restaurant selbst die Speisen aussucht oder ob er in einem anderen Restaurant à la carte isst. Das Frühstück wird in Büffet-Form angeboten, und der Gast kann vor Aufbruch noch eine Lunchbox bestellen.
Während der Fahrt ist für gute Unterhaltung gesorgt. Im Sommer gibt es ein Kinderprogramm. Die Metropolitan-Bar begeistert mit Live-Musik, und es gibt eine C-View-Diskothek mit Themenpartys, in der am Wochenende ein DJ auflegt oder teilweise Live-Musik gespielt wird. In unserem Kino laufen internationale Spielfilme, und in dem Shop findet der Gast eine Weinbar, an der er die Weine vor dem Kauf probieren kann. Spieltische für Roulette und Black Jack, Geldspielautomaten und eine Internet-Corner sind vorhanden.
Kreuzfahrtschiffe werden immer individueller, und die Architekten benötigen ein Gespür für den Zeitgeist, damit sie der Mode nicht hinterherlaufen. Die neuen Luxusliner werden Schiffe mit zeitloser Harmonie. Derzeit liegt die neue AIDAblu noch im riesigen Baudock der Papenburger Meyer Werft, bekannt sind aber vom künftigen Fitnesstempel an Bord die Ausmaße: Schiffslänge 252 m, Schiffsbreite 32,2 m, Geschwindigkeit 20 kn, Anzahl der Decks 14, Passagierkabinen 1096, Restaurants 7, Bars 12.
Mit einem spektakulären Taufevent im Hamburger Hafen begrüßt das Kreuzfahrtunternehmen AIDA Cruises am 9. Februar 2010 seinen jüngsten Schiffsneubau AIDAblu in der Kussmundflotte. Prominente Taufpatin wird die international bekannte Designerin Jette Joop sein, die für die Offiziere und Kapitäne der AIDA-Flotte neue Uniformen entwirft.
AIDAblu ist das vierte von insgesamt sechs neuen Schiffen der AIDA Flotte, in die AIDA Cruises insgesamt über zwei Milliarden Euro investiert. Mit der aufregenden Architektur des gläsernen Theatriums, faszinierendem Design, dem größten Wellness-bereich der Weltmeere und der ersten Brauerei auf einem Schiff bietet AIDAblu seinen Gästen eine Fülle an Urlaubsideen.
Am 9. Februar 2010 bricht die AIDAblu dann in Hamburg zur 11-tägigen Jungfernfahrt auf und besucht die schönsten Metropolen Westeuropas: Paris, Le Havre, La Coruna, Lissabon, Cádiz, Valencia, Barcelona, Mallorca.
Das jüngste Mitglied der AIDA-Flotte bietet den größten Fitness- und Wellnessbereich und ein riesiges Trend- und Funsportprogramm. Der über 2600 m² große AIDA Body & Soul wird ein Spa und Fitnessbereich der Superlative sein.
Nicht nur die Ausmaße des neuen Fitnesstempels sind bekannt. Bei über 30 verschiedenen Kursen können neugierige Einsteiger ihre Lieblingssportart finden. Wer möchte, kann auf der Kreuzfahrt mit der neuen AIDAblu den ultimativen Kick beim Schluchtenklettern auf Madeira, auf einer Quadtour durch die Wälder von La Palma, beim Paragliding oder einem Fallschirmsprung oder durch ein Surftraining auf den Kanaren erleben.
Der Fitnessbereich auf Deck 11 ist mit den mordernsten Geräten ausgestattet, von Cardiogeräten für die Ausdauer über Kraftgeräte für die Muskulatur bis zur innovativen Power Plate. Die Gäste können aber auch auf dem äußeren Jogging-Parcour trainieren, den Abschlag an dem Driving Cage üben oder auch eine Runde Basketball spielen. Auch auf den Landausflügen bietet der „Neuling“ viele Möglichkeiten der aktiven Erholung. Professionelle Scouts, Trainer, Tauchlehrer und Golf Pros stehen bereit.
Aber auch die kleinen „Seefahrer“ können heute bereits von den Überraschungen träumen, die an Bord den Kids angeboten werden. Auf der AIDAblu gibt es einen eigenen Kinderbereich, wo die Kids spielen, toben, planschen oder basteln können. Die vielseitigen Speil-, Spaß- und Unterhaltungsangebote sind altersgerecht auf die Kids zugeschnitten, und während ein versiertes Betreuungsteam sich um die Kleinen kümmert, haben die Eltern auch einmal Zeit für sich und die Zweisamkeit. Für die Kids liegt während der Kreuzfahrt das Schlaraffenland auf dem Meer, und auch bei den kindgerechten kulinarischen Entdeckungsreisen sind die Kids nicht allein gelassen. Da ein hoch professionelles AIDA-Show-Ensemble mit spektakulären Shows allabendlich begeister, bleiben die Kids nicht auf der Strecke. Nach einigen Übungseinheiten heißt es dann: Bühne frei für kleine Stars.
Die nachfolgenden Schiffe kreuzen nun schon im zehnten Jahr die Meere.
| Schiffsname | 1. Jungfernfahrt | Länge | Gäste |
| Aurora | 1. Mai | 270,0 m | 1878 Gäste |
| Carnival Victory | 18. August | 272,0 m | 2758 Gäste |
| Explorer of the Seas | 28. Oktober | 311,1 m | 3114 Gäste |
| Costa Atlantica | 16. Juli | 292,5 m | 2112 Gäste |
| Olympic Yoyager | 24. Juni | 180,4 m | 840 Gäste |
| Celebrity Millenium | 1. Juli | 294,0 m | 1950 Gäste |
| Silver Shadow | 15. September | 186,0 m | 388 Gäste |
| Royal Clipper | Oktober | 134,0 m | 228 Gäste |
| Zaandam | 6. Mai | 237,0 m | 1440 Gäste |
Für Eltern ist es gar nicht so leicht, die richtige Urlaubswahl zu treffen, damit sich ihre Kinder wohl fühlen und auch altersgerecht betreut werden können. Die jüngsten Passagiere liegen MSC Kreuzfahrten besonders am Herzen. Auf allen sieben Schiffen der MSC-Reederei können die Kinder und Jugendlichen bis zu einem Altern von 17 Jahren zu allen Terminen gratis in den Kabinen der Eltern mitreisen. Auch die üblicherweise zu bezahlenden Hafengebühren entfallen für Kinder sowie Jugendliche. Des Weiteren stehen Familien-Kabinen mit Verbindungstüren zur Verfügung.
Besonders in den Sommerferien biete die MSC-Reederei attraktive Angebote. Die MSC Armonia und die MSC Poesia geht bereisen die faszinierenden Metropolen des östlichen Mittelmeers und die MSC Splendida schippert unter anderem nach Rom, Tunis, Barcelona und Marseille.
An Bord der exklusiven MSC-Kreuzfahrtschiffe erleben die Kids und Jugendlichen einen perfekten Urlaub. Ein qualifiziertes Animationsteam hält täglich für jede Altersgruppe besondere Überraschungen bereit. Speziell ausgearbeitete Programme gewährleisten eine altersgerechte Betreuung: Für kleine Kinder an Bord (3 – 6 Jahre) ist der Miniclub ein beliebter Treffpunkt. Im Junior Club (7 – 12 Jahre) werden Sportturniere, Wasserspiele oder Schnitzeljagden über das Schiff ausgetragen und für die Teenager (13 – 18 Jahre) stehen Disco-Besuche auf dem Programm.
Die Kids erleben jede Menge Spaß bei Spiel und Sport. Auch während der Essenszeiten können sich die Eltern einmal Ruhe und Erholung gönnen, denn leckere spezielle Kindermenüs stehen auf der Speisekarte. Auch für die Sicherheit an Bord wird bestens gesorgt. Kinder unter 12 Jahren erhalten auf jedem Schiff ein Sicherheitsarmband mit Namen und Kabinennummer der Eltern. Somit sind die Kinder jederzeit auffindbar und die Eltern können entspannt ihren Urlaub genießen.
Sea Cloud Cruises will mit ihren beiden 5-Sterne-Flussyachten „River Cloud“ und „River Cloud II“ den Passagieren unvergessliche Erlebnisse schenken, kulinarische Verführung ermöglichen und spannende Metropolen, malerische Landschaften und schöne Ansichten von der Mitte Europas bieten. Die Crewmitglieder verstehen einen perfekten Service als eine persönliche Aufgabe. Zum Yacht-Prinzip gehört neben einem besonderen Flair auch die Erfüllung der höchsten Ansprüche eines internationalen Publikums.
Die „River Cloud“ bietet die beste Voraussetzung für exklusive Entdeckungsfahrten auf den schönsten Flüssen und Kanälen Deutschlands, Österreichs, Belgiens und der Niederlande. Die „River Cloud“ kann höchstens 90 Gäste aufnehmen und ist eines der exklusivsten Kreuzfahrtschiffe der Welt. Wie kein zweites Flusskreuzfahrtschiff verbindet die 1996 erbaute „River Cloud“ den nostalgischen Charme der 30er Jahre mit einem Höchstmaß an Komfort in den 45 Kabinen und Suiten.
Die Fahrgebiete der 5-Sterne-Luxus-Flussyachten sind die niederländischen und belgischen Wasserstraßen, Rhein-Main-Mosel und Neckar sowie Donau und das Donaudelta.
Bei Buchung bis zum 31.10.2009 sparen die Gäste 10%, bei Buchung bis zum 31.01.2010 noch 5%. Bei Kombination von zwei reisen erhalten die Gäste auf die 2. Strecke eine 10%-ige Ermäßigung, bei Zubuchung einer 3. Reise erhalten die Gäste auf diese gar 20% Ermäßigung. Mit der Aktion „Bring a friend“ gewährt die Reederei den Gästen bei Neubuchung einer weiteren Kabine für Freunde als Dankeschön ein Bordguthaben für den Gast und die Freunde in Höhe von je 200 Euro. Kinder und Enkel bis 18 Jahren bezahlen für eine eigene Kabine lediglich 50% des veröffentlichten Reisepreises.
„Familienfreundliche Kreuzfahrten“ werden vielfältig angeboten. Doch bleiben manche Anfragen beim Reisebüro unbeantwortet, da manche Reedereien nicht detailliert auf die Unterbringung der Kids, auf die Betreuungsangebote, auf besondere Informa-tionen zu Kindern an Bord, Verpflegung , Ausflüge, Kinder-programme und Sicherheit eingehen. Ein Musterbeispiel dafür, wo und welche Hilfe im Vorfeld der Kreuzfahrtbuchung die Eltern erfahren können, bildet TUI Cruises. Detailliert erfahren die Eltern, was auf sie als Familie zukommt, welche „Voraussetzungen“ erfüllt sein müssen. Aber auch eine „Rundumbetreuung der Kids“ ist bei „Mein Schiff“ garantiert.
Unterbringung
Bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr reisen Babys und Kleinkinder kostenlos mit. Ebenfalls kostenlos mitfahren können die Kids als dritte, vierte und fünfte Person in der Elternkabine bis einschließlich 14 Jahren im Zusatzbett, d.h. auf der Bettcouch oder im Pullmann-Bett. Separate Baby- bzw. Kinderbetten stellt „Mein Schiff“ ebenfalls zur Verfügung. Aus Sicherheitsgründen und durch die eingeschränkte medizinische Versorgung – nicht jeder Schiffsarzt ist zugleich auch Kinderarzt – wird empfohlen, Babys unter zwölf Monaten nicht auf eine Kreuzfahrt mitzunehmen.
Betreuung
„Mein Schiff“ bietet in den verschiedenen Altersgruppen altersgerechte Betreuungs- und Unterhaltungsprogramm an. So werden in die Gruppe „Krabben“ Kinder von 3 – 6 Jahren aufgenommen, in die Gruppe „Seeteufel“ Kinder von 7 – 12 Jahren und schließlich in die Gruppe der „Teens“ Kinder und Jugendliche von m13 bis 17 Jahren. Das Teens-Programm kann nur während der Ferienzeiten angeboten werden.
Kinder ab drei Jahren, die „windelfrei“ sind, werden im Kids-Club von qualifizierten TUI Cruises-Mitarbeitern mit den unterschiedlichsten altersgerechten Programmen betreut. Allerdings, um an den Kinderprogrammen teilnehmen zu können, muss gewährleistet sein, das das jeweilige Kind von seinem Entwicklungsstand und Verhalten in die jeweilige Gruppe integriert werden kann. Die Eltern müssen für diese Betreuungsmaßnahmen eine Einverständniserklärung abgeben. Damit die Eltern ihren Tagesablauf individuell gestalten können, können ihre Kids beispielsweise auch während der Ausflugszeiten vom „Mein Schiff“ – Betreuungsteam betreut werden. Auch während der Essenszeiten sind die Kids bei dem Betreuungsteam bestens aufgehoben. Bevor die Restaurants ihre Tore für die übrigen Gäste öffnen, können die Kids gesunde, leckere und energiegeladene Mahlzeiten genießen. Die „Seeteufel“ und „Teens“ starten mit ihren Betreuern nach dem Abendessen gemeinsam ein aktionsreiches Abend-programm.
Auch nach der abendlichen Programmzeit können die Kinder noch bis 22 Uhr betreut werden. Während der Landausflüge sollten allerdings Kinder unter 12 Jahren nicht unbeaufsichtigt an Bord zurückgelassen werden. Während der angebotenen Programme und Betreuungszeiten übernehmen die Kinderbetreuer die Aufsichtspflicht. Da der Kids-Club im Outdoor-Bereich über einen Kinderpool verfügt, sollten die Kids während der Betreuungszeiten stets Handtuch und Badesachen dabei haben, denn auch der Pool eignet sich für manche Spielvarianten.
Viele Ausflüge eignen sich für die ganzen Familien. Darüber hinaus organisiert das Betreuungsteam für die einzelnen Altersgruppen spezielle Landausflüge. Somit werden die interessanten Aktivitäten an Bord durch abenteuerliche und recht aufschlussreiche Landausflüge ergänzt, damit Langeweile während der Kreuzfahrt keine Chance hat.
Verhaltensregeln
Um von vornherein jegliche Schwierigkeiten und Probleme zu minimieren, müssen die Eltern darauf achten, dass ihre Kinder nicht an der Reling und an den Geländern herumklettern. „Mein Schiff“ hat für Ballspiele spezielle Bereiche eingerichtet, in denen die Kids auch außerhalb der Kinderprogramme verweilen, spielen und austoben können. Kinder unter zwölf Jahren dürfen den Spa&Meer-Bereich nur in Begleitung ihrer Eltern nutzen. Eltern müssen ihre Kids auch dazu anhalten, dass keinerlei Gegenstände über Bord geworfen werden (gilt übrigens auch für alle Erwachsene). Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist der Zutritt in die Casinos nicht gestattet. Was den Disco-Besuch betrifft, gibt es ebenfalls eine klare Vereinbarung: Jugendliche ab 13 Jahren, die am Teensprogramm teilnehmen, dürfen, sofern das Einverständnis der Eltern vorliegt, mit den Betreuern in die Diskothek. Die Kids unter 16 Jahren dürfen die Diskothek in Begleitung ihrer Eltern besuchen. Haben die Jugendlichen aber das Alter von 16 Jahren erreicht, dürfen sie auch ohne Begleitung ihrer Eltern bis Mitternacht in der Diskothek bleiben.
Nicht extra muss die Reederei darauf hinweisen, dass auch an Bord von „Mein Schiff“ die Vorschriften des Deutschen Jugendschutzgesetzes für den Konsum von Tabak und Alkohol durch Kinder und Jugendliche gelten.
Nicht nur für Kinder gilt das absolute Verbot, mitgebrachte Tauchsieder, Wasserwärmer, Bügeleisen, Wärmedecken und Kerzen an Bord von „Mein Schiff“ zu benutzen.
All diese Vereinbarungen und Empfehlungen sind dafür geeignet, allen Kreuzfahrtteilnehmer, den Kids ebenso wie den Eltern, einen stressfreien und harmonischen Aufenthalt an Bord von „Mein Schiff“ zu ermöglichen. Während die Eltern auch einmal einen stressfreien Urlaub individuell erleben und gestalten können, genießen die Kids ihren Spaß, werden spielerisch an Themen wie Meeresschutz, Schutz von gefährdeten Tierarten sowie Fauna und Flora herangeführt, genießen die altersgerechten Sport- und Spielangebote der bestens ausgebildeten Betreuer und Betreuerinnen, kurzum:
Eine Kreuzfahrt mit „Mein Schiff“ ist für Kids u n d Eltern ein einmaliges, stressfreies und erholsames Erlebnis.
Inclusiv bedeutet nicht auf allen Kreuzfahrtschiffen wirklich inclusiv. Manch versteckte Nebenkosten und nicht vorher-sehbare Ausgaben spiegeln sich dann in der Endabrechnung wider. Doch die Gäste, welche dem Versprechen von „Mein Schiff“ Glauben schenkten, sahen sich in keiner Weise getäuscht, im Gegenteil: Bei „Mein Schiff“ bedeutet „Inclusiv“ wirklich „INCLUSIV“. Und die Gäste berichten, dass sie sich ganz auf ihren Urlaub konzentrieren konnten, da sie ihre Reisekosten fest im Griff hatten und keine Bange haben mussten, dass trotz des Versprechens doch noch Kosten anfielen.
Die Tischgetränke –Tischwein, Bier, Softdrinks, Wasser und Kaffee – sind im Buffet-Restaurant Anckelmannplatz und im Menü-Restaurant Atlantik zu den Hauptmahlzeiten inkludiert, ebenso die Angebote in Bistros und Bars wie im Italia-Bistro La Vela und am Cliff 24 Grill. Wenn der Gast Fischspezialitäten von Gosch Sylt, mediterrane Häppchen im Tappas y Mas oder Sushi in der Blauen Welt Bar genießen möchte, bekommt er diese Angebote durch das immer freundliche Service-Team:
k o s t e n l o s!
Über das kostenlose Wasserangebot an den vielen Stationen zeigt sich der Gast ebenso erfreut wie an der Nepresso-Maschine auf seiner Kabine. Zum Wachwerden kann sich der Gast täglich noch vor dem Frühstück einen köstlichen Kaffee oder Espresso gönnen. Fall er weitere Kapseln benötigt, wendet er sich einfach an seinen Kabinensteward.
Die Auflistung eines individuellen und kostenlosen Services ist längst nicht erschöpft:
- Badetücher und Handtücher stehen dem Gast in der Kabine sowie am Pool-Kiosk zur Verfügung. Ein weiterer Kostenfaktor entfällt ebenfalls auf „Mein Schiff“.
- Dem Gast wird keine Trinkgeldpauschale von seinem Bordkonto abgebucht, denn die Trinkgelder für das Bordpersonal sind ebenfalls im Reisepreis enthalten.
- Für die Ein- und Ausschiffung fallen keinerlei Gebühren an.
- Auch für die Benutzung des öffentlichen Fitness- und Spabereiches fallen keine Kosten an.
- Bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr fahren Kleinkinder auf den „Mein Schiff“-Kreuzfahrten kostenfrei mit, ebenso Kinder als dritte, vierte oder fünfte Person in der Kabine der Eltern bis einschließlich 14 Jahren.
Die stets abwechslungsreiche kulinarisch aufregende Vollpension muss der Gast nicht bezahlen, falls er aber bisweilen dem Küchenchef nicht widerstehen kann und auch den Fitnessbereich links liegen lässt, wird er sicherlich nach seiner Heimkehr den Schneider aufsuchen müssen, leider nicht kostenlos!
Teil 3/3
Mittwoch, 09. Juni
Die Sonne ist schon sehr früh um 3.45 Uhr aufgegangen und hüllt die schneebedeckten Berggipfel mit einem rosa Mantel ein. Ab 4 Uhr hält uns nichts mehr in den Betten. Wir haben das Fenster geöffnet, denn wir wollen uns auf keinen Fall diese Fjordlandschaft entgehen lassen. Und außerdem sind die Fensterscheiben dicht mit Wassertropfen übersät.
Und bald informiert uns der Bordsprecher über die Einfahrt in den Geirangerfjord und begleitet diese besondere Wegstrecke mit interessanten Informationen. Kaum einer kann es fassen, dass nach der angekündigten Schlechtwetterfront uns ein „Kaiserwetter“ begleitet und auch nicht mehr so schnell verlässt. Kurz bevor unser Schiff den Anker setzt, wird unser Kreuzfahrtschiff vom Ufer aus mit drei Böllerschüssen willkommen geheißen. Und unser Kapitän erwidert diesen Willkommensgruß mit dreimaligem Sirenengeheul.
Zügig beginnt das Tendern bei glatter See. Schon um 8.30 Uhr sind wir an Land und besteigen den Bus, der uns über 48 Haarnadelkurven zum 1500 Meter hohen Dalsnibba bringt. Alle Versprechungen der verschiedenen Reiseführer erfüllen sich. Die Majestät der Bergwelt liegt uns zu Füßen. Das „Yakee-Wetter“ hält nach wie vor an. 16° herrschen draußen. Die Guides der Maxim Gorki können es nicht fassen, mit welchem Wetter unsere Gruppe gesegnet ist.
Wenke ist die örtliche Reiseführerin. Sie erzählt uns während der Fahrt über die Schwierigkeiten beim Bau des Straßensystems, bei dem 300 Arbeiter ganze neun Jahre zur Vollendung benötigten – bei einem Tageslohn von umgerechnet 63 €-Cent. 17 km ist heute diese Hochstraße lang. Beträchtliche Schneemassen lassen im Winter jeglichen Verkehr zum Erliegen kommen. Mächtige Schneeberge türmen sich heutzutage auf, wenn drei Männer in zehn Tagen das Straßensystem maschinell geräumt haben.
Bald lässt Menke den Bus halten. Wir haben Flydalsjuvet mit dem bekannten Blick über die Schlucht erreicht. Jeder versucht, das Ansichtskartenmotiv von Geiranger zu verewigen. Nach dem ersten Fotostopp bringt uns der Bus zur Aussichtsplattform des Dalsnibba auf 1500 Meter.
Der Blick über Gletscher, Hochgebirgsgipfel, die Straßenkehren, Geröllhalden und den im Tal liegenden Fjord ist beeindruckend. Kaum kann einer verstehen, weshalb wir hoch oben in dieser Märchenlandschaft zur Eile angetrieben werden. Lediglich 15 Minuten stehen uns zur Verfügung. Die Zeit gerade noch, um über ein Schneefeld zu huschen, die „Adlerschwingen“ auszufahren, wenn auch der harte Schnee sich einen Weg in die Unterwäsche sucht.
Dann fahren wir zum Dorf Geiranger zurück. Um abermals einen anderen Teil der Fjordberge zu besuchen. Lediglich 11 Haarnadelkurven muss der sichere Busfahrer bewältigen, aber er gönnt uns in 625 Meter Höhe einen längeren Aufenthalt. Die Meisten nutzen ihn für weitere Fotos auf unser Kreuzfahrtschiff und die umliegenden Wasserfälle. Andere, die im Tal nicht die Toilette aufsuchen konnten, suchen ein stilles Örtchen im Freien. Auf der Rückfahrt müssen wir uns neidlos eingestehen, dass kein anderer Fjord dem Geirangerfjord das Wasser reichen kann, was Ausstrahlung, Eindrücke und Naturschönheit betrifft. Auch wir erkennen, dass diese Aussicht in den von Schneegipfeln gesäumten Fjord in der Rangliste der Fotomotive ganz oben steht.
Der „Böllermann“ verabschiedet uns wieder mit dreifachem Salut, und später gesteht Isolde, dass sie auf der Kom-mandobrücke den letzten Signalton abgeben durfte.
Auch auf der Rückfahrt aus dem Geirangerfjord juckt mein fotohungriger Finger, und ich fange nun von Bord aus weitere Fotomotive ein, so auch eine Stelle auf der Backbordseite, wo Schiffe auf der 500 Meter senkrecht aufsteigenden Felswand ihre Namen eingraviert haben. Leider zieht sich aber am Nachmittag der Himmel zu, und auch die Temperaturen sinken ab. Dennoch hoffen wir, dass das Wetter auch noch am letzten Ausflugstag hält.
Nach dem Abendessen teilt sich die Gruppe wieder auf. Während die einen einer Show der Illusionen mit dem österreichischen Staatsmeister der Magie zusehen, bevorzugen andere das klassische Konzert mit Musik des norwegischen Komponisten Grieg.
Die erwartete „Große Disco-Nacht“ fällt der allgemeinen Müdigkeit zum Opfer, und auch das Motto „Verschieben Sie Ihr Diät-Programm auf Zuhause“ lässt uns nahezu kalt, lediglich einige Naschkatzen unserer Gruppe können dem angepriesenen Kaiserschmarren nicht widerstehen. Der Wind pfeift ums Schiff und die hohen Wellenberge verbreiten doch ein wenig Unbehagen, als wir kurz nach Mitternacht in unsere Kabinen zurückkehren.
Donnerstag,10. Juni
Heute küsst uns Lutz musikalisch mit der Erkennungsmelodie wach. Während der Nacht hat der hohe Wellengang angehalten. Nicht jeder konnte die Nachtruhe genießen. Zu sehr hat unser Schiff geschaukelt. Die Wolkendecke ist nicht aufgerissen, was wir uns so sehr gewünscht haben. Erstmals können wir die Sonne am frühen Morgen nicht sehen. Werden wir wirklich einen Regentag erdulden müssen? So gehen wir aber zunächst einmal zum Frühstück. Das Wetter können wir ohnehin nicht beeinflussen.
Lutz beschwört nochmals mit dem Song „Guten Morgen, Sonnenschein“ das Wetter und „ermahnt“ uns mit dem Tagesspruch:„Wer nicht genießen kann, wird ungenießbar.“
Um 8.30 Uhr haben wir in Bergen festgemacht. Eine dichte Regendecke legt sich über die Stadt. Die Meisten unserer Gruppe haben sich für den Tagesausflug zum Hardangerfjord entschieden. Zunächst fahren wir durch Bergens Innenstadt. Der örtliche Reiseleiter Martin Henze gestaltet eine sehr einfühlsame, anregende und informative Stadtführung per Bus, und dabei vergessen wir zunächst das Tief, das sich in der Region bergen festgesetzt hat. Die Fahrt führt an der Festhalle vorbei, dem Rest der ehemaligen Hansahäuser, dem aus dem 13. Jahrhundert stammenden pittoresken Fischmarkt, den wir allerdings erst nach Beendigung der Tagesfahrt besuchen wollen.
Wir schauen auf „Die Mauer“, das erste Wohnhaus, das aus Stein gebaut wurde, hören die Informationen über die besonders schweren Explosions- und Brandunglücke, die das heutige „Tor zu den norwegischen Fjorden“ heimsuchten.
Henze macht uns auch auf die Regenschirmautomaten aufmerksam, die derzeit in Bergen wie die Pilze aus dem Boden schießen, verständlich, wenn wir erfahren, dass Bergen die regenreichste Stadt Norwegens ist. Das Aquarium, so eine Art Unterwasserzoo, wird vornehmlich von der norwegischen Stammbevölkerung besucht. Als bedeutendstes Jugendstil-gebäude Skandinaviens stellt uns der Reiseführer das Theater vor. Der in den 60er Jahren einsetzende Ölboom hat wesentlich zur Verbesserung der Infrastruktur beigetragen. Dem Hoch-technologiezentrum ist es zu verdanken, dass deren Forschungsergebnisse die Ausbeute bei der Ölförderung nahezu verdoppelt haben. Auch die Heilsarmee, so Henze weiter, unterhält in allen größeren Ortschaften einen Secondhand-Laden mit verbilligten Waren vorwiegend für Ruheständler. Auch die „amerikanische Botschaft“, ein Mc Donald, liegt am Weg, bevor wir die Stadt in südlicher Richtung verlassen und lediglich zu einem kurzen Fotostopp an den Ruinen des geschleiften Lyseklosters anhalten.
Unsere besondere Aufmerksamkeit nehmen die blühenden Rhododendron-Büsche in Anspruch. Kurz vor 11 Uhr überqueren wir bei strömendem Regen mit der Fähre den Samnanger-Fjord. Das schlechte Wetter nutz unser örtlicher Reiseführer, uns über das Gastgeberland Norwegen zu informieren:
„ Norwegen ist das Land mit der höchsten Lebensqualität. Bei 42 Wochenarbeitsstunden erreichen die Norweger das Rentenalter erst mit 67 Jahren. Sie haben weit weniger Urlaub als deutsche Beschäftigte, ebenfalls weniger Feiertage. Die Lebenskosten sind allerdings doppelt so hoch. Ab 16 Jahren müssen die Zahnbehandlungen privat getragen werden. Der Krankenhausaufenthalt ist kostenlos und dauert immer nur wenige Tage. Die Patienten werden sehr rasch in die Obhut des Hausarztes zurückgegeben. 80% der Wohnungen sind in privater Hand.
Die Lebenserwartung liegt bei Frauen bei 82 Jahren, bei Männern durchschnittlich bei 79 Jahren. Ein enormer Druck geht auf junge Beziehungen aus. 50% der Paare leben ohne Trauschein. Von den restlichen 50% werden durchschnittlich wieder 46% der Ehen wieder geschieden.
Der Staat zeigt sich sehr kinderfreundlich. Frauen mit einem Kind können sich entscheiden, ob sie ein Jahr nach der Entbindung mit einer Vergütung von 80% des letzten Nettolohnes leben wollen oder dem Modell acht Monate bei 100% den Vorzug geben. Kinder werden schon mit einem Lebensjahr betreut, so dass auch die Mütter wieder ihren reservierten Arbeitsplatz einnehmen können. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 3,5 – 4,5%, wobei diese Arbeitslosigkeit zu 10% aus einer Unterqualifizierung resultiert. Der Ausländeranteil liegt bei 4,5%. Davon sind aber nur die Hälfte Nichteuropäer.“
Um 12.15 Uhr kommen wir am Hardangerfjord an. Es regnet immer noch. Er ist durchschnittlich 10 km breit und weist eine Tiefe von 800 Meter auf. Gegen Mittag erreichen wir die Ortschaft Norheimsund, wo für uns ein Mittagessen vorbereitet ist und zwar im gleichen Hotel Sandvern, wo schon Kaiser Wilhelm das erste Essen auf norwegischem Boden einnahm. Alle sind vom warmen und kalten Buffet begeistert und greifen auch mächtig zu.
Um 14.45 Uhr treten wir die Heimfahrt an. Der mächtige Steindalfossen-Wasserfall zieht uns bald in seinen Bann. Er ist der einzige seiner Art, hinter dem man auf die mächtigen Wassermassen blicken kann, die 20 Meter im freien Fall ins Tal stürzen. Die Fahrstraße führt danach durch die Takapille-Schlucht mit einem guten Dutzend Tunnels. Auch am Kvamskogen-Wasserfall drängen die Fotografen nach draußen.
Nach höchst interessanter Fahrt kehren wir nach Bergen zurück. Wir haben noch genügend Zeit bis zum Ablegen der Maxim Gorki. Der Busfahrer fährt die zehn „Unermüdlichen“ zum traditionellen Fischmarkt zurück, einem Anziehungspunkt, dem kaum ein Tourist widerstehen kann. Den 1,5 km langen Rückweg werden wir zu Fuß bewältigen. Um 18 Uhr sind wir schon wieder zurück, nehmen das Nachtessen ein und vereinbaren unseren zweiten Info-Treff.
Freitag, 11. Juni
Die Sonne ist zwar aufgegangen, aber vor lauter Müdigkeit und einer dichten Wolkenschicht konnten wir die Sonne nicht ausmachen. Gegen 7 Uhr, informiert uns der Bordsprecher, sind wir bereits in den Lysefjord eingefahren. Diese Einfahrt haben die Wenigsten mitbekommen. Unser Körper brauchte endlich einmal etwas Ruhe. Doch nach dem Frühstück werden wir putzmunter, als uns der Bordsprecher auf die Felsenkanzel Preikestolen aufmerksam macht, die 600 Meter senkrecht aus dem Fjord aufsteigt. Die Fjordlandschaft hat sich zwar verschleiert, doch im richtigen Augenblick haben wir freie Sicht auf diese Naturschönheit.
Nach dem Frühstück wollen wir unseren eigenen Fototermin realisieren. Leider hat unser Reisebegleiter vergessen, uns auf die Mitnahme der „Yakee travel – Mütze“ hinzuweisen, so müssen einige wieder zu den Kabinen zurückkehren. Aber für ein gutes, zudem billiges Foto, sind doch fast alle bereit, den Weg zur Kabine nochmals zu gehen. Zwei verschiedene Stellen haben wir ausgesucht: mit Blick auf den markanten Schornstein und mit Blick auf die offene See.
Kurz danach setzt die „Zitterpartie“ ein. Unser Reisebegleiter will den Videofilm über diese Nordlandreise mit kleinen Statements aller Gruppenmitglieder beenden. Es gibt kein richtiges Interview, und die Beiträge fallen recht unter-schiedlich aus. Peter will keinerlei Änderungen oder Abstriche vornehmen, und so sind alle schon auf die erste Vorführung gespannt, die allerdings einige Zeit auf sich warten lassen wird.
Den gestern noch erwünschten Sekt-Frühschoppen lassen wir ausfallen, reagieren flexibel auf die vorgebrachten Wünsche. Die gestrige Schnapsrunde war vielleicht doch zu viel, und wir wollen die heutigen Aktivitäten nochmals in vollen Zügen genießen. Mit zwei besonderen Geschenken wartet die Reisegruppe für die beiden Reibegleiter auf. Die CD „The Best of Grieg“ wird bei der Vertonung der Video-Dokumentation beste Verwendung finden, und Irmgards Steinmännchen bekommt in der Vitrine einen Ehrenplatz.
Dann hat jeder große Mühe, die vielen Termine noch unter einen Hut zu bekommen:
10.00 Abholung der Reisepässe
10.15 Abholung der bestellten Bilder
10.30 Videofilm Nordkapreise
11.00 Abschiedsfrühschoppen
12.30 Mittagessen
15.30 Filmdokumentation
16.00 Kaffeestunde
17.30 ökumenischer Gottesdienst
19.00 Abschiedscocktail
19.30 Abschiedsessen
21.30 Do Swidanja
Langeweile kam auch an diesem Tag nicht auf, und am Nachmittag kam auch noch die Sonne durch. Nach der Abschiedsshow treffen wir uns nochmals im geblumten Separée und lassen gereimt die besonderen Ereignisse an uns vorüber ziehen.Der harte Kern will nicht vor Mitternacht die Kabinen aufsuchen, sondern wagt im Captains Club noch ein Tänzchen und genießt einen abschließenden Pfefferwodka. Die Koffer müssen spätestens um 4 Uhr vor der Kabine stehen. Die restliche Zeit reicht uns noch spielend.
Samstag, 12. Juni
Das heutige Tagesprogramm steht ganz auf Abschied. Auf der Vorderseite haben die verantwortlichen das schottische Abschiedslied „Nehmt Abschied, Brüder, ungewiss ist alle Wiederkehr“ abgedruckt. Kommt da nicht ein bisschen Wehmut auf, wenn wir die recht angenehme Zeit auf der Maxim Gorki Revue passieren lassen?
Dann lesen wir aber auch eine chinesische Spruchweisheit:
„Leuchtende Tage, nicht weinen, dass sie vergangen,
lächeln, dass sie gewesen, denn Ihr habt sie gelebt!“
Jeder mag sich daran erinnern, was er gerade am letzten Tag gefühlt hat.
Äußerst interessant finden wir aber die Aufstellung über die zurückgelegte Reisestrecke und die Mengen des Verzehrs. Unser Kreuzfahrtschiff hat auf dieser Reise „Nordkap und Norwegens schönste Fjorde“ eine Strecke von 3282 Seemeilen zurückgelegt. Dies entspricht einer Entfernung von 6078 Kilometern.
Überrascht sind wir , was auf dieser Reise verbraucht wurde:
Fisch 2350 kg; Fleisch 6140 kg; Gemüse 10200 kg; Obst 16350 kg; Speiseeis 1850 Liter; Eier 28650; Rotwein 2650 Liter; Weißwein 2540 Liter, Wodka 576 Liter; Fassbier 1380 Liter; Flaschenbier 1155.
Teil 2/3
Sonntag, 05. Juni
Heute rüttelt uns Paula wach und informiert uns über Kanal 2 über die Tagesaktivitäten, die gegen 1.30 Uhr mit einer „Deftigen Erbsensuppe und Spaghetti Carbonara“ für die „hungrigen Heimkehrer“ vom Nordkap ein sättigendes Ende nehmen werden. Nicht alle hören dem Bordwecker zu. Längst haben sie die Duschen verlassen, stürzen sich in den Außenpool oder beginnen mit Patric den Kampf gegen die überflüssigen Kreuzfahrtpfunde. Vor dem Frühstück schauen wir an der Rezeption vorbei und drucken uns die verschiedenen Stempel in unser Tagebuch. Von wegen freier Sonntag! Die individuelle Planung fällt bei dem Riesenangebot an Gestaltungsmöglich-keiten nicht leicht. Noch 127 Seemeilen gilt es noch bis Honningsvag zu bewältigen. Gegen 17.30 Uhr werden wir das Nordkap passieren. Und der Bordsprecher weist auf die heutigen Highlights hin:
10.30 Uhr: Festliche Tafeldekoration mit Maitre d´Hotel Maritta
11.30 Uhr: Phantastisches aus Eis mit dem philippinischen Küchenartisten Juan
14.00 Uhr: Gemüseschnitzereien mit Juan
15.30 Uhr: Dia-Show „ Der nicht ganz nördlichste Punkt Europas“
17.30 Uhr: Nordkap
Das Glockenspiel ruft uns zum Mittagessen, das heute mit kleinen Verwirrungen verläuft.: Bestellungen werden falsch verstanden, die Steaks müssen nachgerichtet werden. Doch zur Gemüseschnitzerei reicht es immer noch, und wir können sehen, wie Juan mit wenigen Handgriffen aus Obst eine Ente, einen Pinguin und einen Hasen zaubert. Konditorin Roberta möchte dann noch Marzipan-Figürchen modellieren und ruft die Zuschauer an ihren Arbeitstisch. Doch hat sie wenig über die Folgen nachgedacht, denn bald versperrt eine dichte Menschen-traube jegliche Sicht auf ihre Arbeit und die Produkte.
Danach freuen wir uns wieder auf die Vortragsreihe mit Georg Hahn: „Von Tromsö zum Nordkap – eine Begegnung mit dem Land der Mitternachtssonne“. Mit geschliffener und prägnanter Sprache begleitet Hahn seine Diashow und macht uns richtig heiß auf die Begegnung mit dem Nordkap. Lediglich einige Stichworte seiner exzellenten Ausführungen möchten wir hier wiedergeben, die uns an seinen Vortrag erinnern lassen:
Schlachtschiff Tirpitz, Paris des Nordens, Pforte zum Eismeer, Eismeerkathedrale, Finanzierungssystem verschiedener Projekte, Ausgangspunkt mehrerer Expeditionen, Skischanzen, mildes Klima, Seilbahn zum Aussichtsplateau Storsteinen, Nomaden. Rentier, zerklüftete Küstenlinie, Nordkapplateau, falscher Berechnungspunkt, Auswirkung der deutschen Besatzung.
Kaum ist dieser Vortrag zu Ende, stürmt die Masse zur Kuchentheke, was ja verständlich ist, zumal das Mittagessen wiederum sooooo knapp bemessen war. Kurz nach 17 Uhr ruft uns der Kapitän an Deck. In einer Viertelstunde wird das Nordkap in Sicht kommen. In einem geringen Abstand wird die Maxim Gorki an dem Felsenmassiv vorbeifahren. Erwartungsvoll gehen wir an Deck. Es ist bitterkalt. Der Sturm und auch der Regen lassen kaum Besichtigungsfreude aufkommen. Das Felsenmassiv liegt unter einer dichten Dunstwand. Kaum können wir das Observatorium und die Meridiankugel ausmachen.
Das kann heute keine Fotoausbeute geben. Enttäuschung macht sich breit. Sollte der Traum, am Nordkap zu stehen, die Mitternachtssonne zu genießen und einen herrlichen Blick von Europas Nordspitze aufs Meer wirklich peitschendem Regen zum Opfer fallen? Wir haben kaum noch Hoffnung, vertrauen aber immer noch – wenn auch fast aussichtslos erscheinend – auf unsere „Yakee-Travel_Wetterformel“.
Ernüchtert kehren wir dem Deck den Rücken. Die Damen haben sich zwischenzeitlich selbst in Stress gebracht. Mit „Strahlend leuchtenden Augen“ wollen sie nach einer Einmalbehandlung die Männerwelt betören. Auch da ist berechtigter Zweifel angesagt. Doch das kostenlose Gesichtsseminar mit einer Gesichtsmassage lässt bei den Damen kein Zweifeln zu. Die Männer jedoch bleiben in der Zuversicht zurück, die so „Behan-delten“ am Abend doch wieder zu erkennen.
Unser Reisebegleiter hat durch die Außenaufnahmen kalte Hände bekommen.. Nach zwei Tobis kehrt eine angenehme Wärme in die abgekühlten Gliedmaßen zurück. Nach dem Abendessen gibt es wieder die ersten Landgangsinformationen. Tatsächlich erreichen wir um 21 Uhr Honningsvag, und 20 Minuten später am Pier fest gemacht. Der Landgang richtet sich nach der Farbe der Landgangskarte. Unsere Reisegruppe ist an 1. und 3. Stelle. Bei 3° und anhaltendem Regen sind warme Kleidung und Regenschutz angesagt. Wir haben die Hoffnung immer noch nicht aufgegeben, dass sich die Wetterlage noch bessert und wir den erhofften Höhepunkt dieser Reise auch genießen können. Zuerst gibt es aber Schneeregen. Dann keimt doch noch ein Hoffnungsschimmer auf. Die Sonne bricht durch. Mit Yakee travel unterwegs, da muss es einfach schön sein! Und die Fahrt in den Bussen beginnt tatsächlich mit Sonnenschein. Unser Wetter hat sich durchgesetzt. Die Faszination dieser nördlichsten Landmasse hält uns so lange gefangen, bis wir endlich den grauschwarzen, von tiefen Rissen durchfurchten Schieferklotz erreichen, und zunächst noch fest eingehüllt gelangen wir zur Meridiankugel, die 1978 hier aufgestellt wurde und seitdem zum Symbol des Nordkaps wurde.
Unterwegs legen wir aber noch eine kleine Pause bei einer Nomadenfamilie ein, die uns in ihrer rotblauen, farbig-bestickten Tracht empfangen. Geduldig stellt sich das Familienoberhaupt mit seinem „Polarhirsch“ dem Blitzlichtgewitter. Und es ist gar nicht so einfach, ein Foto zu schießen, da die allermeisten Gäste ohne Augen und ohne Gefühl für die Mitreisenden den Fotografen ständig vor die Linse rennen.
Dann haben wir es aber nach einer Fahrt über das sonnendurchflutete Hochland geschafft. Um 22 Uhr stehen wir auf dem Plateau mit nur spärlichem Bewuchs. Zum Meer fällt der Schieferklotz abrupt ab. Die Menschenmassen jagen zum Globus, erklimmen das Monument und lassen sich vorwiegend im Gegenlicht ablichten. Stille, Einsamkeit und mächtige Natur kann man hier oben kaum genießen.
Das Denkmal „Kinder dieser Erde“ aus dem Jahre 1989, von sieben Kindern aus verschiedenen Teilen der Erde gestaltet, weckt ebenfalls unser Interesse. Und eine Gedenktafel erklärt, dass diese „Räder“ die grenzenlose Gemeinschaft, Freundschaft, Hoffnung und Freude symbolisieren.
Leider haben wir – wie so oft an bedeutenden Stellen - zu wenig Zeit, um heute die Mitternachtssonne zu genießen, zumal uns auch alle Verantwortlichen immer wieder erklären, selten einen solch schönen Tag hier oben erlebt zu haben. Doch schon ruft wieder der Bus. Um 0.30 Uhr sind wir auf der Maxim Gorki zurück. Ins Bett will noch niemand gehen. Zu sehr hat uns dieses Ereignis aufgewühlt. Wir überschlagen uns in Superlativen: diese Sonne, diese Aussicht, dieses Wetter, diese Einmaligkeit …!
Wir nutzen erstmals das Angebot der Küche für die „hungrigen Heimkehrer vom Nordkap“. Bei einem kühlen Bier legt sich allmählich die Aufregung. Leider kehren die einzelnen Gruppen wieder zu unterschiedlichen Zeiten zurück, so dass wir lediglich in Kleingruppen unsere Gedanken und Empfindungen austauschen können. Problemlos legt die Maxim Gorki aber wieder ab und verabschiedet sich von Honningsvag. Mittlerweile ist es schon längst Sonntag geworden.
Sonntag, 06. Juni
Auf der Weiterfahrt durch die norwegische Fjordenwelt nach Tromsö nutzt unser Kapitän die ruhige Innenpassage.. Nach 178 sm werden wir gegen 14.30 Uhr in Tromsö ankommen. So können wir endlich mal wieder ausschlafen, zumal wir so spät ins Bett gekommen sind. „Grau in Grau“ heißt der erste Kommentar nach einem Blick aus dem Bullauge. Thomas hat es aber doch wieder geschafft, um 7.30 Uhr alle zum Aufstehen zu bewegen. Das angekündigte Tagesprogramm verspricht wieder einen ausgefüllten Tag. Wieder nichts mit Ausschlafen! Langsam kommen wir nach fünf Stunden Schlaf zu uns und können über den Tagesspruch nachdenken:
„ Klug ist, wer nur die Hälfte von dem glaubt, was er hört. Noch klüger ist, wer erkennt, welche Hälfte die richtige ist.“
Heute müssen wir die Temperatur in der Kabine erhöhen. Es ist kalt geworden, und der wenige Schlaf verstärkt noch unser Kälteempfinden. Um 9 Uhr schneit es sogar. Doch schon eine Stunde später meldet sich die Sonne zurück.
„Kirchweih“ an Deck ab 11 Uhr! Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Das Promenadendeck wird zur Schausteller-Attraktion. „Sportlich“ wird es bald hier zugehen. Jeder kann seine Geschicklichkeit unter Beweis stellen, und mit Belohnungen will die Crew nicht sparen. Auch für das leibliche Wohl ist vortrefflich gesorgt. Und wer die vielen aktiven Eindrücke noch mit der phantastischen Inselwelt bereichern möchte, der heftet seinen Blick auf das gemächlich vorbeiziehende Panorama.
Unbemerkt von vielen Gästen hat unser Kreuzfahrtschiff während des Mittagessens Tromsö erreicht und mit der Backbordseite am Pier festgemacht. Die meisten unserer Reisegruppe haben sich für den Ausflug „Storsteinen“ entschieden. Aber zunächst werden wir mit einem abenteuerlichen Wetter begrüßt. Ein heftiger Schneeregen hat die Gegend eingezuckert. So erinnern wir uns zunächst an die Informationen, die wir über diese Stadt erhalten haben:
„ Die größte Stadt Nordnorwegens liegt auf einer kleinen Insel, die mit dem Festland durch eine 1036 m lange und 43 m hohe Brücke verbunden ist. Tromsö war und ist ein Ausgangspunkt für Expeditionen in die Arktis. Sehenswert ist die architektonisch interessante Tromsdalen-Kirche ( Eismeerkathedrale, 1965 erbaut ). Im Volkspark liegt das Tromsö-Museum mit natur- und völkerkundlichen Sammlungen und Gebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Nahebei liegt das dazugehörige Seeaquarium Am Stortorget liegt die nördlichste katholische Kirche. Eine Besonderheit der Flora ist die bis zu zwei Meter hoch werdende Tromsö-Palme
Die Reisebeschreibungen lügen nicht. Wir können uns von der besonderen Lage auf der Insel sowie von den umgebenden Schneegipfeln überzeugen. Den ersten Stopp legt unsere Gruppe bei der Eismeerkathedrale ein. Der örtliche Guide kennt sich glücklicherweise gut aus.
Er erklärt uns:
Der 7. Dezember 1955 war ein wichtiger Meilenstein. An diesem Tag beschloss der Gemeinderat von Tromsö den besonderen Kirchenbau und beauftragte den Architekten Inge Hovig mit der Planung. Die Bauarbeiten begannen aber erst am 1. April 1964. Eismeerkathedrale heißt die Kirche im Volksmund. Die Vorderseite ist 35 Meter hoch. Das Dach besteht aus Betonplatten, die bis zum Erdboden reichen und mit lackiertem, perlgrauem Aluminium beschichtet sind. Leuchtröhren an den Fenstern strahlen die Platten von außen an und geben dem Kircheninneren gleichzeitig Licht. Das Glasmosaik wurde 1972 geweiht. Es ist 23 Meter hoch und bedeckt eine Fläche von 140 m². Seine Dreieckform füllt die gesamte Ostwand der Kirche. Hauptmotiv des Mosaiks ist Christi Wiederkehr in Herrlichkeit.“
Über die 1036 m lange Brücke gelangen wir zur Fjellheisen-Bergbahn, deren Kabinen uns in wenigen Minuten zu dem 420 m ü.M. gelegenen Aussichtspunkt „Storsteinen“ bringen. An der Talstation macht sich bei der letzten Gruppe Unmut breit. Plötzlich hüllt eine dichte Nebelwand die Bergstation völlig ein. Das war´s wohl mit der prophezeiten fantastischen Aussicht auf die „eingebettete“ Stadt.
Die erste Gruppe hat weit mehr Glück und kann den Zauber der Aussicht noch genießen, bevor auch sie in das warme Bergrestaurant flieht und die bekannte Waffel-Delikatesse versucht. Erst nach Rückkehr in die Stadt verzieht sich das Schneetreiben.
Nach dem Besuch des natur- und völkerkundlichen Museums, in dem man uns im Besonderen die Lebensweise der Samen erklärt, kehren wir zum Kreuzfahrtschiff zurück und verlassen pünktlich um 19 Uhr Tromsö in Richtung Leknes auf den Lofoten.
Noch über zwei Stunden bleiben uns, bis uns die russische und ukrainische Besatzung mit einem ausgewogenen Unter–haltungsprogramm überraschen wird. Elizaveta führt durchs Programm. Die Kabinenstewardess Olga hat die Hauptlast des Abends zu tragen. Dieser Abend mit Musik, Gesang und Tänzen aus der Heimat der Laienkünstler kommt bei allen Gästen gut an. Noch vor Mitternacht kommen wir ausnahmsweise in unsere Kabinen zurück.
Das Meer ist unruhig geworden. Dem Schwanken müssen wir unsere Gehweise anpassen. Der Pfefferwodka kann auch kein Gegengewicht bringen. Niemand kommt zu Schaden und findet auch seine Kabine. Wir schlafen mit dem Wunsch ein, dass auf dem Rest der 316 sm langen Passage zu den Lofoten Neptun beruhigend auf sein Element einwirkt.
Montag, 07. Juni
„Nimm den Frauen das letzte Wort und erinnere die Männer an ihr erstes“. Mit diesem Part eines alten Gebets weckt uns der fröhliche Bordwecker Güli. Das Meer ist nahezu glatt, und die Sonne wird die momentane Außentemperatur von 5° noch anheben können, bis wir gegen 14 Uhr die schroff aus dem Meer aufragenden Lofoten erreichen und mit den Tenderbooten bei Leknes an Land gebracht werden. Und falls das gute Wetter anhält, werden uns die gezackten, jäh aus dem Meer bis in eine Höhe von 1000 m emporragenden Gipfel ein Naturschauspiel vom Feinsten anbieten.
Doch lesen wir zunächst, wie der Reiseveranstalter das heutige Reiseziel beschreibt:
„ Die Lofoten bestehen aus einer durch den Vesrfjord vom Festland getrennten bergigen Inselkette, die fast 150 km lang ist und sich von Nordosten nach Südwesten in den Ozean hinauszieht.
Die vier großen Inseln Austvagoy, Vestvagoy, Moskanesoy und Flakstadoy sowie einige mittelgroße Inseln schließen sich so nahe aneinander an, dass sie aus der Ferne den Eindruck eines lang gestreckten Gebirgskammes erwecken. Den Haupterwerbszweig bilden der Fischfang und die damit verbundene Industrie. Daneben wird stellenweise noch etwas Schafzucht betrieben. Der Fremdenverkehr spielt auf den Inseln zu allen Jahreszeiten eine große Rolle.“
Nach dem Frühstück wird dann noch Georg Hahn einen spannenden Diavortrag „Die Lofoten und ein Inselparadies im Polarmeer“ halten und uns dann mit diesem Wissen in die Realität entlassen. Auch über diesen Vortrag halten wir die wichtigsten Stichwörter fest:
Gemäßigtes Klima, Name bedeutet Luchsfuß, steinzeitliche Besiedlung, Asphaltschafe, Stützpunkt der Wikinger, Dorschsaison, derzeit nur noch 4000 Fischer, Unterwassertunnel, Boote in den Kirchen, Stockfisch.
Die Sonne hat uns heute wieder lieb. Auf Deck suchen wir nach den windgeschützten Stellen, um diese erneute Sonnengabe nutzen zu können.
Mit dem Fotoshop konnte ich einen Termin für ein professionelles Gruppenfoto vereinbaren. Die Bordband SKIFS trifft den vollen Geschmack vieler Gäste, die sich zum Frühschoppen um 11 Uhr mit Leberkäse und Kartoffelsalat an der Neptun-Bar eingefunden haben und wenig später das Mittagessen nicht verschmähen.
Unser Kreuzfahrtschiff ist sehr gut vorangekommen, muss daher eine ganze Weile vor den Lofoten kreuzen, bis der Lotse an Bord kommt und sie nach Leknes leitet. Auch wir müssen uns noch ein wenig gedulden, bis wir vor Reede liegen und die Tenderboote uns an Land bringen dürfen.
Unser Tagesausflug beginnt zwar mit einer Stunde Verspätung, bringt uns aber durch eine landschaftlich wunderschöne Umgebung. Erste Attraktion ist der 1800 m lange Tunnel unter dem Nappstrom hindurch. Die Fahrbahn befindet sich nunmehr 65 Meter unter der Wasseroberfläche und 30 Meter unter dem Meeresboden. Bei der Ausfahrt auf die Insel Flakstadoy erwartet uns bei strahlendem Sonnenschein ein beein-druckendes Landschaftsbild. Bizarr ragen die Bergzinnen bis nahezu 1000 Meter in den Himmel, die Hänge sind teilweise tief durchfurcht, teilweise glatt wie poliert. Grüne Täler und tiefblaue Bergseen wechseln einander ab. Die Berghänge sind teilweise mit gedrungenen Bergkiefern und Birken bewaldet. Auffällig sind auch die zahllosen Findlinge, hinter und auf denen sich bisweilen kleinere Schafherden verbergen. Bisweilen treten die Bergflanken auch zur Seite und geben den Blick auf das offene Meer und bei Ramberg sogar auf einen einzigartigen weißen Sandstrand frei.
Unsere Reiseführerin Karina ist der deutschen Sprache mächtig und schiebt auf dieser Erkundungsfahrt immer wieder Stopps für die Fotografen ein. Und neben den bereits aufgezeigten landschaftlichen Besonderheiten fällt unser Blick auch auf die mit Wollgras übersäten Wiesenflächen.
In Sund besichtigen wir eine Kunstschmiede, und einige suchen auch das Museum heim. Andere zieht es über die Bergkuppe mit Blick auf die rot gestrichenen Holzhäuser – meist auf Stelzen errichtet. Karina erklärt uns auch, weshalb hier die Bewohner in Holzhäusern leben und für Heizung und Licht Elektrizität eingespeist wird. Besonders fallen uns aber auch die mit Gras bewachsenen Häuser auf, die manchmal Ziegen einen willkommenen Futterplatz bieten. Allerdings können wir uns kaum erklären, wie diese Tiere auf die hohen Dächer gelangen konnten. Das wechselhafte Wetter kann uns auch heute nichts anhaben. Nach allen Stopps erreichen wir trocken unseren Reisebus. Der nächste Stopp ist von besonderem Interesse. Auf einer freien Wiesenfläche steht die Flakstad-Kirche, die – wie uns Karina erläutert – 1780 in Blockbauweise erstellt wurde. Im letzten Jahrhundert wurde diese Kirche stark verändert. Man baute Emporen ein, versetzte den Kirchturm und wählte eine andere Farbe zur Bemalung.
Auch die Flakstad-Kirche hat als typisches Kennzeichen den über dem Kreuz erbauten, zwiebelförmigen, spitzen Turm. Im Chor steht der Altar. Das Hauptbild aus dem Jahre 1765 ist dem Abendmahl gewidmet. Es wird flankiert von Moses und Aaron, während das darüber platzierte Bild Christi Himmelfahrt darstellt.
Mit dem Besuch des Fischerdorfes Nusfjord betreten wir Boden und Region, die auf der UNESCO-Liste für erhaltungswürdiges Kulturerbe steht. Nirgends in Nordnorwegen hat sich die Atmosphäre eines Fischerdorfes so authentisch erhalten. Die scharfen Schreie der Möwen begleiten uns auf unserem Rundgang, und auf einer Tafel entdecke ich folgenden Text:
„ Nusfjord besteht aus einer Ansammlung gut erhaltener alter Häuser aus der Zeit, als die „Dorfkönige“ auf den Lofoten herrschten. Im Architekturschutzjahr 1975 war Nusfjord ein Pilotprojekt, und das Fischerdorf steht auf der UNESCO-Liste über erhaltene Baumilieus.“
Kaum biegen wir um die Ecke, begrüßen uns getrocknete Fischköpfe und machen auf die Bedeutung des Fischfangs aufmerksam. Karina erläutert die Zusammenhänge:
„ Die gilt dem arktischen Dorsch ( jungen Kabeljau ), der zwischen Januar und April zum Laichen aus der Barentsee in den Vestfjord kommt, während der Küstendorsch das ganze Jahr über gefangen wird. Getrocknet als Trockenfisch war der Dorsch lange Zeit Exportartikel, der besonders in die Mittelmeerländer verkauft wurde. Die Zahl der Fischer und auch der Fangquoten haben erheblich abgenommen, und mit dieser Entwicklung wuchs die Bedeutung der Fischzucht.“
Wir haben Glück. Auf einer kleinen Anhöhe entdecken wir die Gestelle mit Hunderten getrockneter Fischköpfe, die später zu Fischmehl verarbeitet werden. Der unverkennbare Geruch vermischt sich mit dem des Meeres und Tangs. Ebenso beeindruckend sind die zahlreichen Fischkutter, die im Hafen liegen, und die blutrot gestrichenen Fischerhütten auf Stelzen ( Rorbuer), die allerdings nun ihrem ureigenen Zweck entfremdet den Touristen als Unterkunft dienen.
Noch rechtzeitig vor Regenbeginn erreichen wir wieder unseren Bus. Doch an der Anlegestelle erwartet uns wieder Sonnenschein. Mit den Tenderbooten kehren wir an Bord der zurück. Viel Freizeit bleibt uns nicht. Das Abendessen beginnt. Eigentlich wollten wir ja anschließend Manuels Zaubershow ansehen, doch durch die verschiedenen Ankunftszeiten der Ausflügler verschiebt sich nicht nur der Beginn. Als wir uns in der Rossia-Lounge einfinden, bekommt unsere Gruppe keinen Platz mehr. Lange brauchen wir nicht zu überlegen. Wir siedeln auf das Promenadendeck um. In aller Ruhe lassen wir diesen ereignisreichen Tag ausklingen. Doch für mich ist es schon wieder 1.30 Uhr geworden, bis der laufende Tagesbericht ergänzt und aktualisiert ist. Nun heißt es wieder schnell zu schlafen, bis der Seetag, der längst angebrochen ist, wiederum mit vielfältigen Aktivitäten aufwartet.
Dienstag, 08. Juni
Da heute Seetag ist und keine Eile besteht, hat Joe die Aufgabe übernommen, uns heute aus den Federn zu locken. Aber er hat ein leichtes Spiel, denn die Devise „Fit in den Tag beim Frühsport mit Patric“ haben sich einige Reiseteilnehmer längst auf ihre Fahnen geschrieben. Andere haben das „Wellenbad“ entdeckt und verwöhnen ihren Körper im 32° warmen Element.
Unbemerkt haben wir um 5 Uhr wieder den Polarkreis überquert, die Temperaturen haben wieder zugenommen und für 23.37 Uhr ist wieder Sonnenuntergang angekündigt, eine gute Nachricht für diejenigen, denen bei Tageslicht das Schlafvermögen etwas abhanden gekommen ist.
Joe geht mit uns den Tagesplan durch, und trotz „Ruhetag“ sind wir sicher, dass es bei manchen zu terminlichen Überschnei-dungen kommen wird. Nur ein Termin ist heute für die Gruppe zunächst verbindlich: 12.15 Uhr Gruppenfoto.
Zum Serviettenfalten treffen sich um 10.30 Uhr einige Reiseteilnehmer im Restaurant Odessa. Maritta hat aber mit diesem Zuspruch nicht gerechnet. Glücklicherweise kann sie auf zwei Helferinnen zurückgreifen, die vor Ort unterstützend eingreifen und zum Gelingen beitragen. Um 11 Uhr wollen wir die Plauderstunde mit dem Kreuzfahrtdirektor nicht verpassen.
Problemlos können wir nun aber dem Fototermin entgegen sehen. Der Bordfotograf ist sehr pünktlich. Wegen des regnerischen Wetters will er eine Innenaufnahme als Gruppenbild gestalten. Er geleitet uns in den Club Zhiguli und drapiert uns um die große Weltkugel. Kaum sind die Fotos geschossen, ruft uns das Glockenspiel zum Mittagessen.
Eine weitere Veranstaltung wartet auf uns. Im Fernsehen wird die Dokumentation „Die schwersten Stunden der Maxim im Eismeer“ über die Kollision im Eismeer im Jahre 1989 gezeigt. Uns kann dies glücklicherweise nicht passieren!
Georg Hahn ruft uns um 15.30 Uhr in die Realität zurück. Mit seinem Vortrag „Eine Fjordlandexpedition – der Geirangerfjord und sein Umland“ stimmt er uns bestens auf den morgigen Ausflug ein und versorgt uns mit dem erforderlichen Grundwissen über diese beeindruckende Destination. Ab 16.15 Uhr fiebern wir der großen Tombola mit Preisen aus den Schiffsboutiquen entgegen. Vielleicht hat heute Margit wieder eine glückliche Hand. Schon gestern hatte sie beim Ratespiel den einzigen Preis, ein geschmiedetes Blatt, gewonnen. Und? Margit ist wieder bei den Gewinnern. Die anderen werden von der Moderatorin, die mit viel Witz, Charme und sprachlichen Holpersteinen die Verlosung leitet, am Schluss dieser Veranstaltung damit getröstet, dass sie vielleicht Pech beim Spiel aber umso mehr „Gluck in die Liebe“ haben werden.
Noch um 17.30 Uhr ist es auf Deck recht warm. Der Wind hat sich gelegt. Wir genießen die wärmenden Sonnenstrahlen, und vorwiegend die Damen walken wieder eine Meile.
Dann dürfen wir das Gala-Buffet fotografieren und filmen. Die Köche haben wieder ein glänzendes Ergebnis abgeliefert. Die Gäste geraten ins Schwärmen und überlegen dabei, welche Dekorationen sie zu Hause bei eigenen Festlichkeiten nachahmen könnten.
Beim Essen sind wir für die zweite Gruppe eingeteilt. Die „Schlacht“ beginnt bei uns erst später um 20.30 Uhr. Besonders geben wir Acht, dass die Augen nicht größer als der Magen sind, picken uns Leckerbissen aus dem Angebot heraus und haben schließlich doch wieder viel zu viel gegessen. Nun würde uns Bewegung überhaupt nicht schaden, doch wir steigen in den Gala-Show-Express und anerkennen die wesentliche Steigerung der Künstlerdarbietungen gegenüber der Eröffnungsshow. Mittlerweile ist es 23 Uhr geworden. Die Sonne hat den ganzen Tag durchgehalten und wird uns erst um 23.37 Uhr verlassen, um aber bereits wieder um 3.45 Uhr uns aus dem Schlaf zu rütteln. Ab 6.30 Uhr soll es schon Frühstück geben, damit wir gegen 7 Uhr nicht die Einfahrt in den Geirangerfjord verpassen. Das Tendern zu den Landausflügen ist bereits auf 8.15 Uhr festgesetzt. Wir rufen vor dem Schlafengehen uns nochmals die Informationen zurück, die wir am Nachmittag bei der Diashow erhalten haben, und hoffen auf ein beständiges Sonnenwetter.
In der Info-Schrift steht:
„Der Geirangerfjord ist der südlichste Arm des Storfjords und zählt mit der ihn umgebenden Landschaft zu den größten Naturschönheiten Norwegens. Über dem ca 16 km langen Fjord steigt eine riesige Felswand auf, von der imposante Wasserfälle herunterstürzen, darunter „die sieben Schwestern“, „der Freier“ und „die Brautschleier“.“
Und wir erinnern uns auch an den Vortrag von Georg Hahn. Er meinte u.a.:
„ Der lange, tiefe und steilwandige Geirangerfjord bietet die ganze landschaftliche Pracht, die Norwegen berühmt gemacht hat. Das Schauspiel beginnt schon draußen auf offener See, wo die Kreuzfahrtschiffe in der Nähe des Runde-Felsens einen Lotsen an Bord holen. In diesem Naturschutzgebiet nisten über 70 Vogelarten. Hunderttausende von Seevögeln kann man hier beobachten, wie sie auf den Klippen sitzen oder wie Schneeflocken über dem dunklen Wasser wirbeln…
Ab Stranda werden die Fjordwände immer steiler, und nach einer starken Linkskurve können Sie die ganze Pracht norwegischer Landschaften „geballt“ bewundern: senkrechte Felswände, Wasserfälle im Gegenlicht, Fjordbauernhöfe im Briefmarkenformat, die verwegen an den Felswänden kleben.“
Teil 3 des Reiseberichtes „Norwegens schönste Fjorde und Nordkap“ folgt.
Wer sich als Eltern für eine Kreuzfahrt gemeinsam mit den Kindern entscheidet, wird sich bei seinem Reisebüro über die Einrichtungen, den speziellen Service und die Betreuungs-angebote informieren. Dies erscheint auch dringend geboten, da die einzelnen Reedereien ganz verschiedene Praktiken verfolgen.
Probleme können sich bereits vor Beginn einer Kreuzfahrt ergeben, wenn ein Kleinkind im Kinderwagen zum Schiff geleitet wird. Einmal stehen in manchen Hafenanlagen viele Treppenstufen einem reibungslosen Zugang entgegen, zum andern darf auf dem Kreuzfahrtschiff kein Kinderwagen auf dem Gang stehen bleiben, um Unfälle bei hohem Seegang beispielsweise zu vermeiden. So wird den Eltern dringend empfohlen, sich für einen leichten Buggy zu entscheiden.
Viele Kreuzfahrtschiffe werben mit einem familienfreundlichen Service an Bord, doch müssen Eltern auch wissen, dass die angebotene Kinderbetreuung erst für Kinder ab 3 Jahren angesagt ist, die Windelkinder aber von den Eltern selbst versorgt und betreut werden müssen. Windelkinder dürfen durchaus die Bordeinrichtungen wie „Bällebad“, Rutschen und Spielbereich nutzen, allerdings mit der Vorgabe, dass zumindest ein Elternteil anwesend ist. Die Pools auf den Sonnendecks sind gewöhnlich mit ungechlortem Meerwasser gefüllt, daher ist die Benutzung dieser Pools aus hygienischen Gründen für Windelkinder nicht erlaubt. Die neuesten Kreuzfahrtschiffe bieten allerdings schon eigene Kinderbecken mit gechlortem Wasser an.
Wenn die Eltern ihre Kids allein in der Kabine zurücklassen, empfiehlt es sich, an Bord spezielle DECT-Babyphones zu leihen, die dann auch wirklich funktionieren und die Eltern sich ohne Sorgen anderen Aktivitäten widmen können. Kinderhochstühle werden auf allen Familienfahrten angeboten, auch ist das Serviceteam bereit, das Fläschchen und/oder Brei anzuwärmen. Verboten ist auf allen Kreuzfahrtschiffen, dass mitgebrachte Wasserkocher oder andere mit Heizfunktion ausgestattete Geräte verwendet werden.
Auf den Kreuzfahrtschiffen kann nicht unbedingt säuglings-gerechte Kost angeboten werden, so dass die Eltern die benötigte Gläschen Kost in ausreichender Menge mitbringen müssen.
Auf einen ausreichenden Impfschutz der Kids müssen Eltern ebenfalls achten. An Bord können zwar die Passagiere ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, doch die meisten Schiffsärzte sind nicht als Kinderärzte ausgebildet. Um eventuelle auftretende Schwierigkeiten zu minimieren, wird dringend geraten, vor Antritt der Kreuzfahrt doch den Kinderarzt in der Heimat zu konsultieren.
Letztlich müssen die Eltern beachten, dass normalerweise Kinder unter sechs Monaten an Bord eines Kreuzfahrtschiffes nicht mitgenommen werden dürfen und von Kindern unter einem Jahr oftmals eine Reisefähigkeitsbescheinigung verlangt wird.
