MSC Lirica wurde auf einer der renommiertesten Werften der Welt gebaut, Atmosphäre und der Service an Bord scheuen keinen Vergleich mit den besten italienischen Hotels. MSC Lirica ist mit Materialien von höchster Qualität und luxuriösen Einrichtungen für ihre Gäste ausgestattet. Auf der MSC Lirica erleben die Passagiere die traditionelle Gastfreundschaft in komfortabler und unverwechselbarer Atmosphäre. Dank der hochwertigen Materialien und der schlicht-eleganten Einrichtung fühlt sich der Gast in diesem typisch italienischen Ambiente sofort zuhause.
Das Sicherheits- und Service-Nineau an Bord wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Die Gäste erleben auf diesen MSC-Kreuzfahrten an Bord der MSC Lirica Gastfreundschaft, Eleganz, Lebensfreude, Geschätzt wird von den Gästen das einmalige italienische Ambiente in Kombination mit moderner Ausstattung und Technologie.
Am 18. August 2009 können Interessierte, die den MSC-Luxusliner Lirica besichtigen wollen, mit dem Kreuzfahrt-Experten Peter Ehrmann an Bord gehen und sich selbst einen Eindruck und Überblick verschaffen. Der Eintritt ist frei, inclusive Schiffsrundgang, Essen und Getränke. Treffpunkt ist das Columbus Cruise Center Bremerhaven. Anmeldungen für diese Erkundungstour muss bis zum 10. August 2009 per E-Mail an lounge@traveltalk.de erfolgen.
„Familienfreundliche Kreuzfahrten“ werden vielfältig angeboten. Doch bleiben manche Anfragen beim Reisebüro unbeantwortet, da manche Reedereien nicht detailliert auf die Unterbringung der Kids, auf die Betreuungsangebote, auf besondere Informa-tionen zu Kindern an Bord, Verpflegung , Ausflüge, Kinder-programme und Sicherheit eingehen. Ein Musterbeispiel dafür, wo und welche Hilfe im Vorfeld der Kreuzfahrtbuchung die Eltern erfahren können, bildet TUI Cruises. Detailliert erfahren die Eltern, was auf sie als Familie zukommt, welche „Voraussetzungen“ erfüllt sein müssen. Aber auch eine „Rundumbetreuung der Kids“ ist bei „Mein Schiff“ garantiert.
Unterbringung
Bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr reisen Babys und Kleinkinder kostenlos mit. Ebenfalls kostenlos mitfahren können die Kids als dritte, vierte und fünfte Person in der Elternkabine bis einschließlich 14 Jahren im Zusatzbett, d.h. auf der Bettcouch oder im Pullmann-Bett. Separate Baby- bzw. Kinderbetten stellt „Mein Schiff“ ebenfalls zur Verfügung. Aus Sicherheitsgründen und durch die eingeschränkte medizinische Versorgung – nicht jeder Schiffsarzt ist zugleich auch Kinderarzt – wird empfohlen, Babys unter zwölf Monaten nicht auf eine Kreuzfahrt mitzunehmen.
Betreuung
„Mein Schiff“ bietet in den verschiedenen Altersgruppen altersgerechte Betreuungs- und Unterhaltungsprogramm an. So werden in die Gruppe „Krabben“ Kinder von 3 – 6 Jahren aufgenommen, in die Gruppe „Seeteufel“ Kinder von 7 – 12 Jahren und schließlich in die Gruppe der „Teens“ Kinder und Jugendliche von m13 bis 17 Jahren. Das Teens-Programm kann nur während der Ferienzeiten angeboten werden.
Kinder ab drei Jahren, die „windelfrei“ sind, werden im Kids-Club von qualifizierten TUI Cruises-Mitarbeitern mit den unterschiedlichsten altersgerechten Programmen betreut. Allerdings, um an den Kinderprogrammen teilnehmen zu können, muss gewährleistet sein, das das jeweilige Kind von seinem Entwicklungsstand und Verhalten in die jeweilige Gruppe integriert werden kann. Die Eltern müssen für diese Betreuungsmaßnahmen eine Einverständniserklärung abgeben. Damit die Eltern ihren Tagesablauf individuell gestalten können, können ihre Kids beispielsweise auch während der Ausflugszeiten vom „Mein Schiff“ – Betreuungsteam betreut werden. Auch während der Essenszeiten sind die Kids bei dem Betreuungsteam bestens aufgehoben. Bevor die Restaurants ihre Tore für die übrigen Gäste öffnen, können die Kids gesunde, leckere und energiegeladene Mahlzeiten genießen. Die „Seeteufel“ und „Teens“ starten mit ihren Betreuern nach dem Abendessen gemeinsam ein aktionsreiches Abend-programm.
Auch nach der abendlichen Programmzeit können die Kinder noch bis 22 Uhr betreut werden. Während der Landausflüge sollten allerdings Kinder unter 12 Jahren nicht unbeaufsichtigt an Bord zurückgelassen werden. Während der angebotenen Programme und Betreuungszeiten übernehmen die Kinderbetreuer die Aufsichtspflicht. Da der Kids-Club im Outdoor-Bereich über einen Kinderpool verfügt, sollten die Kids während der Betreuungszeiten stets Handtuch und Badesachen dabei haben, denn auch der Pool eignet sich für manche Spielvarianten.
Viele Ausflüge eignen sich für die ganzen Familien. Darüber hinaus organisiert das Betreuungsteam für die einzelnen Altersgruppen spezielle Landausflüge. Somit werden die interessanten Aktivitäten an Bord durch abenteuerliche und recht aufschlussreiche Landausflüge ergänzt, damit Langeweile während der Kreuzfahrt keine Chance hat.
Verhaltensregeln
Um von vornherein jegliche Schwierigkeiten und Probleme zu minimieren, müssen die Eltern darauf achten, dass ihre Kinder nicht an der Reling und an den Geländern herumklettern. „Mein Schiff“ hat für Ballspiele spezielle Bereiche eingerichtet, in denen die Kids auch außerhalb der Kinderprogramme verweilen, spielen und austoben können. Kinder unter zwölf Jahren dürfen den Spa&Meer-Bereich nur in Begleitung ihrer Eltern nutzen. Eltern müssen ihre Kids auch dazu anhalten, dass keinerlei Gegenstände über Bord geworfen werden (gilt übrigens auch für alle Erwachsene). Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist der Zutritt in die Casinos nicht gestattet. Was den Disco-Besuch betrifft, gibt es ebenfalls eine klare Vereinbarung: Jugendliche ab 13 Jahren, die am Teensprogramm teilnehmen, dürfen, sofern das Einverständnis der Eltern vorliegt, mit den Betreuern in die Diskothek. Die Kids unter 16 Jahren dürfen die Diskothek in Begleitung ihrer Eltern besuchen. Haben die Jugendlichen aber das Alter von 16 Jahren erreicht, dürfen sie auch ohne Begleitung ihrer Eltern bis Mitternacht in der Diskothek bleiben.
Nicht extra muss die Reederei darauf hinweisen, dass auch an Bord von „Mein Schiff“ die Vorschriften des Deutschen Jugendschutzgesetzes für den Konsum von Tabak und Alkohol durch Kinder und Jugendliche gelten.
Nicht nur für Kinder gilt das absolute Verbot, mitgebrachte Tauchsieder, Wasserwärmer, Bügeleisen, Wärmedecken und Kerzen an Bord von „Mein Schiff“ zu benutzen.
All diese Vereinbarungen und Empfehlungen sind dafür geeignet, allen Kreuzfahrtteilnehmer, den Kids ebenso wie den Eltern, einen stressfreien und harmonischen Aufenthalt an Bord von „Mein Schiff“ zu ermöglichen. Während die Eltern auch einmal einen stressfreien Urlaub individuell erleben und gestalten können, genießen die Kids ihren Spaß, werden spielerisch an Themen wie Meeresschutz, Schutz von gefährdeten Tierarten sowie Fauna und Flora herangeführt, genießen die altersgerechten Sport- und Spielangebote der bestens ausgebildeten Betreuer und Betreuerinnen, kurzum:
Eine Kreuzfahrt mit „Mein Schiff“ ist für Kids u n d Eltern ein einmaliges, stressfreies und erholsames Erlebnis.
Die Hiobsbotschaften reißen nicht ab. Somalische Piraten haben seit vergangenem Jahr trotz verstärkter internationaler Militärpräsenz in der Region mehr als 100 Schiffe in ihre Gewalt gebracht. Die Bilanz ist erschreckend und ernüchternd zugleich, denn bislang ist es anscheinend – auch nicht im Rahmen der EU-Mission – nicht gelungen, die Gefahr zu bannen.:
01.01.2009 “Blue Star”, ägyptisches Frachtschiff) gekapert
01.01.2009 Franz. Kriegsschiff wehrt Piratenangriff ab
03.01.2009 Dänische Marine schlägt Piraten in die Flucht
03.01.2009 Jemenitischer Tanker von Piraten gekapert
04.01.2009 Frankreichs Marine schnappt 19 Piraten
05.01.2009 Chinas Marine bei Einsatz gegen Piraten
14.01.2009 Russ. Kriegsschiff wehrt Piratenangriff ab
28.01.2009 Französische Marine fasst somalische Piraten
29.01.2009 Piraten kapern deutschen Tanker
14.02.2009 US-Marine erfolgreich – Schlag gegen Piraten
20.02.2009 Russische Marine – Piraten übergeben
24.02.2009 Chinesische Marine hält Piraten auf
02.03.2009 Zwei Piratenangriffe auf Handelsschiffe vereitelt
02.03.2009 Marine vereitelt Piratenangriff im Golf von Aden
04.03.2009 KreuzfahrtschiffBalmoralflieht
04.03.2009 Deutscher Hubschrauber rettet Opfer von Piraten
10.03.2009 Deutsche Fregatte übergibt Piraten an Kenia
14.03.2009 Piraten-Überfall „Diamond Falcon“ verhindert
20.03.2009 Griechisches Schiff gekapert
30.03.2009 Piraten greifen deutsches Versorgungsschiff an
01.04.2009 Norwegischer Frachter wehrt Piraten ab
25.04.2009 Piraten entführen deutsches Schiff «Patriot»
25.04.2009 Piraten entführen deutsches Schiff «Patriot»
26.04.2009 Überfall auf Kreuzfahrtschiff “MSC Melody”
29.04.2009 Marine nimmt 29 mutmaßliche Piraten gefangen
02.05.2009 Piraten greifen französisches Kriegsschiff an
02.05.2009 Gekapert, dennoch abgewehrt
02.05.2009 Piraten überfallen Frachter
04.05.2009 Italienische Marine schlägt Piraten in die Flucht
05.05.2009 Deutsches Frachtschiff „MV Victoria“ entführt
07.05.2009 Piraten entführen niederländischen Frachter
08.05.2009 Piraten greifen Schiff der US-Marine an
08.05.2009 Holländischer Frachter entführt
14.05.2009 Piratenangriff auf ägyptischen Frachter vereitelt
18.05.2009 Australische Marine verhindert Piratenüberfall
25.05.2009 Russisches Kriegsschiff wehrt Piratenangriff ab
03.06.2009 Spanische Marine verhindert Piratenüberfall
12.06.2009 Piraten entführen “MV Charelle”
Wer diese Auflistung aufmerksam liest, erhält Hinweise auf die internationalen Abwehrversuche ebenso wie die Tatsache, dass vorwiegend Handelsschiffe, die eine geringere Reisegeschwin-digkeit haben und deren Besatzung verhältnismäßig gering und daher leichter zu überwältigen ist, im Fokus der somalischen Piraten stehen.
Kreuzfahrtschiffe haben bislang Piraten, die voraussichtlich von Mutterschiffen aus opereieren, durch Zick-Zack-Kurse und höhere Geschwindigkeiten abschütteln, durch Sicherheitsleute (z.B. durch den Einsatz von Löschwasserschläuchen) vertreiben können. Bei rechtzeitiger Anmeldung erhalten die Kreuzfahrt-schiffe auch militärisches Geleit. Zum andern gelten die Kreuzfahrtschiffe wegen ihres schnellen Tempos und des hohen Rumpfes als weniger gefährdet.
Teil 1/3
Montag, 31. Mai
Die schönsten Fjorde Norwegens und das Nordkap sind Ziel unserer gemeinsamen Nordlandtour. Unser Kreuzfahrtschiff haben wir bereits per Video kennen gelernt, und mit Hilfe diverser schriftlicher Informationen konnten wir uns auf diese besondere Reise vorbereiten. Unsicherheiten blieben aber dennoch, weil wir das Wetter nicht einschätzen konnten. Noch vor unserem Treff wiesen die „Wetterfrösche“ auf Tempera-turen um 5° hin, und auch die heute noch kurzfristig abgeru-fenen Wetterinformationen gaben zwar für den Süden Norwegens 18° an, allerdings hielten die kalten Temperaturen im Norden an. So konnten wir die Probleme beim Packen nicht beseitigen: Sommer- und Winterkleidung mussten mitgenom-men werden. Die letzten Plätzchen im Koffer waren ausgefüllt. Aber wir mussten die Koffer ja nicht schleppen. Der angebotene Service stimmte uns froh. Heute Abend können wir bei unseren Reisebegleitern die Koffer bereits einstellen, morgen fährt Fa Schneider unser Gepäck nach Karlsruhe, und wir brauchen uns weiterhin um unser Gepäck nicht mehr zu kümmern. Wir sehen es erst wieder in unserer Kabine. Alle wichtigen Unterlagen haben wir mehrfach kontrolliert, und nun können wir uns beruhigt zurücklehnen. Um 3.30 Uhr müssen wir aufstehen. Das wird eine kurze Nacht werden.
Unsere Gedanken beschäftigen sich nun noch mehr damit, was uns diese Reise bieten wird; auf alle Fälle einen Farbrausch der Natur und Wechselspiele des Lichts. „Ja, wir lieben dieses Land … „, so beginnt die norwegische Nationalhymne. Und die meisten von uns sind sich heute schon sicher, dass dieses faszinierende Land uns in seinen Bann schlagen wird und dass auch wir uns diesem „Urteil“ anschließen werden.
Dienstag, 01. Juni
Der Reisetag ist angebrochen: ein besonderer Tag, nicht nur wegen der Werbegags von Mediamarkt „Wenn Deutschland Europameister wird, erhalten alle Käufer, die am 1. Juni einen TV erwerben, den vollen Kaufpreis zurück“. Wenig Schlaf war uns vergönnt. Die ersten Teilnehmer kommen bereits um 4 Uhr. Die „Kofferausstellung“ steht bald auf der Straße, und unser Transferdienst ist ebenfalls wie gewohnt pünktlich. Er kümmert sich allein um das Verladen des Gepäcks, und wir machen uns auf den Weg zur Straßenbahnhaltestelle. Alles klappt wie am Schnürchen. Um 5.08 Uhr kommen wir am Karlsruher Hauptbahnhof an, und wir durchqueren in wenigen Minuten die Bahnhofshalle. Unsere Plätze finden wir im „Oberdeck“. Pünktlich um 5.30 Uhr starten wir, begleitet von einem Sonnenaufgang. Dies wird sich hoffentlich als gutes Omen für unsere Reise erweisen!
Der Busfahrer erklärt wichtige Verhaltensregeln im Bus. Kaffee wird bereits zubereitet. 6.20 Uhr haben wir Heidelberg erreicht. Einige Reisegäste steigen hier zu. Um 8.00 Uhr kommen wir am Frankfurter Flughafen an. Weitere Reisegäste füllen allmählich unseren Reisebus. In Kirchheim wird „Die Reisekutsche“ die letzten Gäste aus München aufnehmen. Um 10 Uhr trifft der Zubringer ein. Als wir diese Gruppe erstmals sehen, beginnt eine Vorahnung zu keimen: Für die nächsten beiden Wochen wird unser Kreuzfahrtschiff zum „schwimmenden Altersheim“. Ab 11.30 Uhr verdichtet sich die Bewölkung, die Sonne duckt sich, aber kein Regen fällt, wenigstens vorerst nicht. Doch bereits eine Stunde später nimmt uns der Regen fast die Sicht. Zügig kommen unsere Fahrer voran, legen Pausen ein und auch die Schlangen vor den „Dufthöhlen“ werden immer länger. Als wir noch 100 km von Bremerhaven entfernt sind, lässt sich die Sonne wieder sehen. Um 16.30 Uhr hält unser Bus am Kolumbuskai.
Glücklicherweise müssen wir uns wirklich nicht um unser Gepäck kümmern. Der Weitertransport ist durchorganisiert. Wir werden bereits erwartet. Thomas geleitet uns problemlos durch den Zoll, und an Bord übernehmen uns zwei Stewardessen. Sie geleitet uns sicher zu unserer Kabine.
Erste Unsicherheiten machen sich breit. Peter wird sich um die Tischreservierung kümmern. Wir erhalten die Tische 33, 34 und 35 im Odessa-Restaurant. Schon bald aber ist unsere Vereinbarung wieder vergessen, als einzelne Reiseteilnehmer ebenfalls zum Oberdeck geschickt werden, um die Tische im Restaurant zu buchen. So müssen bald Doppelreservierungen rückgängig gemacht werden. Das Telefon bei unseren Reisebegleitern steht nicht mehr still. Doch nicht alle werden in ihren Kabinen angetroffen und können auch nicht umgehend darüber informiert werden, dass ein Glas Sekt sie am Oberdeck erwartet. Um 19 Uhr können wir dann im Odessa-Restaurant unsere zugewiesenen Plätze einnehmen. Unsere Kellnerinnen heißen Elena, Olga und Larisa. Das Abendessen ist vielseitig, und die mehrfachen Auswahlmöglichkeiten machen die kleinen Portionen wieder wett. Getränke erhalten wir gegen Beleg, der Wein aber ist kostenlos.
Der erste Bordtag hat es in sich. Beim Auslaufen regnet es. Und dann werden auch schon die ersten „Klagen“ laut: Wie kann man die Klimaanlagen abschalten? Wo finde ich den Hauptschalter für das Kabinenlicht? Wie funktioniert der Tresor? Wie erhalte ich fehlende Handtücher? Wann und wo gibt es das Frühstück? Wo buche ich den ersten Ausflug? Da heißt es wieder einmal: Ruhe bewahren! Morgen sieht die Welt wieder anders aus. Auch alle Probleme werden dann auch ausgeräumt sein.
Nach dem Nachtessen unternehmen wir einen kleinen Rundgang. An Deck erfreuen wir uns an der kühlen Brise. Wir entdecken die Einkaufsmeile auf dem Promenadendeck. An der Rezeption lassen sich sogleich auch einige Fragen klären. In der Bildergalerie werden bereits die Begrüßungsbilder präsentiert. Obwohl uns der Anreisetag doch ziemlich belastet hat, bringen wir noch die Kabine in Ordnung und machen uns mit dem Tagesprogramm des nächsten Tages vertraut. Gegen 23 Uhr aber unterbrechen wir unsere Aktivitäten und suchen die Nachtruhe bei hoffentlich ruhiger See.
Mittwoch, 02. Juni
Mitten im Schlaf – trotz harter Unterlage – spürt der Körper eine Veränderung. Als wir die Augen öffnen, dringt Helligkeit in unsere Kabine. Es ist kurz nach 5 Uhr. Die Sonne ist um 4.55 Uhr aufgegangen. Am fernen Horizont grüßt ein glühend roter Ball und sendet seine Strahlen wie wärmende Boten über das Meer direkt in unsere Kabine. Wir haben die Bullaugen-Fenster geöffnet und genießen die angenehme Frische. Trotz gestriger Anstrengungen fällt das Aufstehen nicht schwer. Erste Wolken ziehen am Himmel auf. Hoffentlich bleiben wir vom Regen verschont!
Um 7.30 Uhr meldet sich der fröhliche Bordwecker . Er zeigt sich über die ruhige See ganz begeistert. Dies sei für diese Gegend völlig ungewöhnlich. Die Temperatur der Luft beträgt 12°, der Außenpool ist mit 32° warmem Wasser gefüllt worden.
Heute ist auch Buchungsschluss für die Ausflüge. Man empfiehlt uns aber dringend, erst dem Diavortrag über alle Ausflugsmöglichkeiten zu folgen und danach erst eine Entscheidung zu treffen. Nach einer sehr informativen Dia-Show treffen wir uns auf dem Sonnendeck, um über die diversen Destinationen zu beraten. Wir haben glücklicherweise noch ausreichend Zeit bis zur endgültigen Entscheidung.
Der Tagesplan lässt heute kaum längere Pausen zu. Schon ruft das Mittagessen: vielseitig und Häppchenportionen! Lange können wir uns heute ohnehin nicht im Restaurant aufhalten. Der obligatorische Übungsalarm steht bevor.
Kaum haben wir die Rettungswesten übergestreift, werden wir vor der Kabine abgeholt und zum Hauptgang geleitet. Durch eine Generaldurchsage werden wir mit den verschiedenen Rettungseinrichtungen vertraut gemacht. Danach – der Sitz der Rettungsweste wurde bei jedem kontrolliert – führt man uns zum ausgewiesenen Borddeck. Die Übung ist kurz, und jeder hofft, dass er hoffentlich niemals mit einer ernsten Situation konfrontiert wird.
In der Kabine studieren wir erneut den Tagesplan. Bereits in einer Stunde beginnt der Diavortrag „Durch den Sognefjord nach Flam“, mit dem uns Georg Hahn auf das erste Ausflugsziel unserer Reise einstimmt. Eine Stunde später informiert uns Kreuzfahrtdirektor umfassend über den Gesamtablauf der Reise und gibt uns wichtige Informationen.
Bei der Weitläufigkeit des Schiffes ist es nicht leicht, die Gruppe zusammenzuhalten, so wird telefonisch zunächst ein-mal ein weiterer Treff vereinbart, wann wir uns zur ersten Abendveranstaltung treffen wollen.
Bald reihen wir uns in die lange Schlange der „Begrüßungswilligen“ ein, stehen uns die Beine fast in den Bauch, bevor sich die Menschentraube verjüngt und wir den Kapitän und den Kreuzfahrtdirektor persönlich begrüßen dür-fen. Der Musiksalon – für ca 380 Gäste konzipiert – platzt aus allen Nähten, muss er doch alle 600 Gäste aufnehmen. Der angekündigte Begrüßungscocktail ist in reiner Sektlaune. Nach Vorstellung aller Verantwortlichen bringt der Kapitän die Erwartung an die Kreuzfahrt auf den Punkt: „Wenn wir dabei die Daumen drücken, kommt alles bestimmt.“ Der meiste Beifall brandet allerdings bei der Vorstellung des Chefkochs auf.
Noch eine ganze Weile müssen wir es noch in unserer „Gala-Uniform“ aushalten. Beim Kapitäns-Dinner ist sogar der Kapitän persönlich anwesend und sitzt in unserer unmittelbaren Nähe an gesondertem Tisch, mit „ausgewählten“ Gästen, bei beson-derem Gedeck, Service und Ablauf. Für alle Reiseteilnehmer ist die heutige Menükarte besonders lang.
Auf der anschließenden Eröffnungs-Bühnen-Show stellt uns Bärbel Reif die Künstler vor. Das erwartete Feuerwerk bleibt aber am Boden. Die Darbietungen können kaum überzeugen. Doch wir sind höfliche Menschen und halten bis zum Schluss durch. Gefallen hat uns schon die Ballettgruppe „Advance“, doch den ehemaligen Tenor Sergej Rybin werden wir uns nicht weiterhin „gönnen“. Den angebotenen Mitternachtssnack verweigern wir, gehen lieber noch ein bißchen an die frische Luft, während andere ihre Fußballleidenschaft beim Testspiel der Deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz befriedigen können. Mittlerweile ist es 23 Uhr. Die Sonne ist endlich untergegangen. Morgen steht die Fahrt mit der Flambahn an. Erstmals werden wir morgen norwegischen Boden betreten.
Donnerstag, 03. Juni
Obwohl ich erst durch das Berichteschreiben kurz nach Mitternacht zum Schlafen gekommen bin, werde ich um 4 Uhr hellwach. Die Sonne geht auf und taucht den „Königsfjord“ in eine warme, leuchtende Szenerie. Strahlend blauer Himmel signalisiert einen heiteren und trockenen Tag. Langsam gleitet die Maxim Gorki den „König der Fjorde“ entlang und gibt den Blick frei auf „verschlafene“ Dörfer, kleine Wasserfälle und schneebedeckte Bergregionen.
Nur allmählich erreicht die Sonne das grün schimmernde Schmelzwasser. Die Berghänge präsentieren sich allerdings noch im Halbschatten. Die bizarren Felsformationen sind zum Greifen nahe. Die ersten Möwen begleiten uns.
Gegen 8 Uhr werden wir Flam erreichen. Doch zuvor genießen wir das Farbenspiel, das uns die Sonne aufs Fjordwasser zaubert. Immer wieder stürzen Wassermassen in die Tiefe und nähren den Fjord. Unser Blick wandert immer wieder vom Fuß der Bergtäler bis hínauf in die höchsten Schneeregionen.
Mit zunehmender Tagdauer erreicht das Sonnenlicht nun auch die gesamte Wasseroberfläche und gibt in doppelten Bildern die Fjordlandschaft preis. Kurz nach 6 Uhr verlangsamt unser Kreuzfahrtschiff seine Fahrt und biegt in einen Seitenarm, den Aurlandfjord, ein. Möwen machen kreischend auf ihre Flugvorführungen aufmerksam. Das Anlegemanöver dauert, doch es kommt keinerlei Hektik auf.
Gemächlich lassen wir den Tag angehen. Wir könnten zwar alle noch schlafen, da wir erst um 10 Uhr die Flambahn zur 866 m hoch gelegenen Bahnstation Myrdal nehmen, doch der heutige ereignisreiche Tag lässt alle Schlafspuren hinter sich, und um 9 Uhr verlassen wir bereits unser Schiff bei strahlendem „Yakee“- Wetter.
Eine Übersichtskarte hilft uns bei der Orientierung. Sie gibt uns auch Aufschluss über die besonderen Gegebenheiten auf der 20,200 km langen Strecke, die die Flambahn in knapp einer Stunde – die höchste 20%ige Steigung mit eingerechnet – bewältigt. Ein örtlicher Guide macht uns auf die 1667 erbaute Flamkirche ebenso aufmerksam wie auf den prächtigen Wasserfall Rjoandefossen, der senkrecht 140 Meter den Berg hinabstürzt. An der Einfahrt des Baklitunnels hält der Zug an, und wir begeben uns zu Fuß zum Wasserfall Kjosfossen.
Auf halber Höhe betört „Hilda“ mit anmutigem Gesang die Gäste. Ebenfalls auf der linken Seite blicken wir auf der Weiterfahrt auf den wunderschön gelegenen See Reinungavatnet, und schließlich erreichen wir pünktlich den Verkehrsknotenpunkt Myrdal an dem Streckenabzweig nach Oslo. Leider sind uns nur 8 Minuten Aufenthalt „genehmigt“ worden, und statt der erhofften Kaffeepause erhält jeder Fahrgast eine Vergütung von 5 €. Dennoch haben wir eine unvergessliche Eisenbahnfahrt erlebt, die Jahr für Jahr Menschen aus aller Herren Länder anlockt und zu den eindruckvollsten Touristenattraktionen Norwegens zählt. Besonders beeindruckt sind wir durch die Tatsache, dass der Fluss Flam durch Tunnels unter die Bahnlinie hindurch geleitet wird, demnach keine Brücken für die Flambahn erforderlich waren.
Auf unser Kreuzfahrtschiff zurückgekehrt, dauert es fast eine Stunde, bis unser Kreuzfahrtschiff gewendet hat. Auf der Rückfahrt können wir nochmals das atemberaubende Panorama mit den wilden Bergregionen bewundern. Dennoch müssen wir uns kurz vor 14 Uhr von den tiefen Schluchten, den Wasserfällen, den schroffen Felshängen und den schnee-bedeckten Bergen losreißen: Das Mittagessen beginnt. Danach müssen wir die restlichen Tickets für die Ausflüge abholen. In die Kabine zurückgekehrt, finden wir endlich Zeit, das Tagesprogramm zu studieren, in dem u.a. eine Beschreibung des Tageshighlights angefügt ist:
„Der Sognefjord, auch ´König der Fjorde ` genannt, liegt am Fuße der höchsten norwegischen Gebirgsgipfel und des größten festlandeuropäischen Gletschers ( Jostedalsbreen ) und ist ein Fjord der Superlative – breit und karg an seinem Ausgang, wild und dramatisch im Innern. Hauptattraktion der kleinen Ortschaft Flam, die am innersten Ende des Aurlandfjordes gelegen ist, ist die Flambahn, die sich auf einer Strecke von nur 20 km durch das enge und steile Flamstal hinauf nach Myrdal windet, das in einer Höhe von 867 m liegt. Das größte Streckengefälle beträgt ca 20% ( die Bahn ist mit fünf voneinander unabhängigen Bremssystemen ausgestattet, die jedes für sich in der Lage sein sollen, den Zug zum Stehen zu bringen ). Die Flambahn wurde bereits gegen Ende des 19. Jhs. geplant, Baubeginn war dann aber erst Mitte der 20er Jahre. Der Bau des Streckennetzes dauerte 20 Jahre, die erste Fahrt fand am 1. August 1940 statt. Inzwischen zählt die Bahnfahrt, die durch 20 Tunnels führt, zu den meistbesuchten Touristenattraktionen des Fjordlandes.“
Der Sognefjord nimmt zusehends an Breite zu. Bald sind die steilen Felspartien verschwunden. Ortschaften schmiegen sich nun an die schmalen Küstenstreifen. Die Sonnenhungrigen haben ein ideales Plätzchen gesucht, andere bevorzugen den Bordkaffee, wieder andere widmen sich Bordaktivitäten wie Sprachkurs und „Walk a mile“ mit Patric, der sich allerdings zunächst wieder nicht am vereinbarten Treffpunkt einfindet. Als auch eine Suche nach dem „Fitnesstrainer“ erfolglos verläuft, stürzen sich einige in den offiziellen Fitnessraum.
Es dauert noch eine Weile, bis unsere „schwimmende Wohnung“ die Rückfahrt durch den Sognefjord bis ins offene Meer bewältigt hat. Um 19 Uhr ist es geschafft.
Zum gleichen Zeitpunkt ist Nachtessen angesagt. Es gibt allerhand zu berichten. Das Wasser im Außenpool ist ziemlich dunkel. Keiner vermag die geäußerten Vermutungen bestätigen. Und nach der „russischen Reinigungsmethode“ gibt Larisa, nachdem sie Peter die Himbeersoße auf die Hosen gekippt hat, den Tipp: „Wasser ist in Clo.“ Der guten Stimmung tut dies aber keinen Abbruch. Nach dem Essen finden wir Platz zum „Neck“-Tar-Treff im Blumenkabinett neben der Neptun-Bar. Kredenzt werden Schlehe, Topi und Zwetschgenwasser Margarete überrascht noch mit einer Flasche Sekt, doch den heben wir uns für einen anderen Anlass auf. Es will heute nicht Nacht werden. Noch um 23.30 Uhr ist es draußen taghell. Wie soll man da schlafen können! Doch die Müdigkeit holt uns ein.
Freitag, 04. Juni
Ab 1 Uhr wird es kalt und kälter. Durch das offene Fester zieht kalter Wind herein. Nun müssen wir im abgeschlossenen Raum den Schlaf versuchen. Es gelingt. Um 3.40 Uhr hüllt sich das Firmament mit einem roten bizarren Mantel ein. Eine nahezu geschlossene Wolkendecke hindert die Sonnestrahlen, bis zu unserem Kreuzfahrtschiff zu gelangen. Genüsslich können wir uns in unserem Bett räkeln und noch eine Mütze Schlaf nehmen, bis der Außenpool mit einer Temperatur von 34° – die Luft ist erst 12° warm – ruft. Die ganz Sportlichen hat das „Patric-Fieber“ gepackt, und sie drehen auf Deck ihre Runden. Eine Meile ist aber schon Pflicht!
Mit dem fast Einzigen, was hier an Bord noch fehlt, einem angenehmem Vogelgezwitscher, werden wir von Kerstin, dem heutigen Bordwecker, in den frischen Tag geführt. Heute ist zwar Seetag, dennoch gilt es eine Menge „Termine“ zu erfüllen.
Sportlich kann es den ganzen Tag zugehen: Frühsport ab 8.00 Uhr, Dartturnier ab 9.00 Uhr. Weiteren Aufschluss über die möglichen Tagesaktivitäten gibt wieder die Bordzeitung. Doch wir lassen uns in keinen „Date“-Zwang bringen, sondern werden uns erst einmal beim Frühstück auf die vielseitigen Angebote einstimmen. So geht nach dem lukullischen Morgenstart jeder seinen persönlichen Interessen nach.
Der Wind hat zwischenzeitlich aufgefrischt. Seit Flam hat unser Schiff 370 Seemeilen zurückgelegt, doch bis Honningsvag sind es noch 585 sm. Gegen 16.15 Uhr, lautet die Prognose, werden wir den Polarkreis überqueren. Dann gibt es für einige Tage keinen Sonnenaufgang und auch keinen Sonnenuntergang mehr. Wir sehen rasch in der Bordzeitung an, wie am heutigen Tag diese Polartaufe angekündigt wird:
„Neptung, die Hoheit der Meere, und sein Gefolge kommen heute an Bord. Alle vom irdischen Staub Beschmutzten werden untersucht, gestempelt und mit lauterem Wasser gereinigt und in sein eisiges Reich eingelassen, sofern sie für würdig gefunden… Im Anschluss an die Polartaufe können sich alle Gäste im Lido-Café bei einem Glühwein von dem Schrecken erholen.“
Als wir uns im Musiksalon einfinden, wissen wir immer noch nichts über den Verlauf dieser Zeremonie. Der gesamte Boden ist mit blauer Folie ausgelegt. Da schießen doch Passagen der Vorankündigung uns in den Kopf: „Eisig“ „gereinigt“! Was da auf uns zukommt! Bald ist es soweit. Die Massen sind geströmt. Kein Platz ist im Musiksalon mehr frei. Neptun zieht mit Gefolge unter lauter „Musik“ ein und nimmt auf seinem Thron Platz. Nachdem sich die Schiffscrew unterwürfig unter die Herrschaft der Meereshoheit gestellt hat, erhält sie den Goldenen Schlüssel zum Überqueren des Polarkreises. Neptun wendet sich dann an alle Neulinge, zwingt zunächst eine Vertreterin der Reiseleitung zur Erfüllung der vorgeschriebenen Weihungszeremonie und lässt dann sein Gefolge alle Neulinge einfangen und vor den Thron schleppen. Nach Erfüllung der Reinigungszeremonie – ist nicht jedermanns Geschmack – werden dann die Prüflinge mit dem Meeressiegel entlassen.
Es geht recht turbulent zu. Auch Irmgard und Anita geraten in den Sog der „Willigen“. Auch sie werden eingeseift, müssen Fisch und den Fuß der Meeresjungfrau küssen, erhalten den Stempel und werden schließlich von Käthe noch ins rechte Bild gesetzt. Nach diesem Spektakel gibt´s manches zu bereden. Doch wir haben Termin beim Kapitän auf der navigatorischen Kommandozentrale. Die meisten Informationen sind nicht nur akustisch nicht zu verstehen, sondern wir sind eher von der ausgeführten Technik und der Vielfalt der Geräte verwirrt.
Was darf´s am Nachmittag sein: ein Vortrag über Lachs und Grieg, Bingo oder Russischunterricht, eine Weinprobe oder Bilderausstellung? Die Möglichkeiten reißen nicht ab. Die Entscheidung, ein Sonnenbad zu nehmen, scheitert allerdings am Wind. Doch jeder findet eine individuelle Lösung und genießt für sich den eigenen Nachmittag bis zum gemein-samen Abendessen um 19 Uhr.
So ist es auch nicht leicht, die Gruppe am Nachmittag aufzuspüren. Einen erneuten Versuch starten die Reisebegleiter dann zur Kaffeestunde. Ganz stolz sind wir, dass wir dabei zehn Teilnehmer unserer Gruppe im Musiksalon antreffen bzw. „vereinen“ können. Da ja alle, wie wir wissen, extrem schlank sind, kommen die süßen Stückchen gerade recht. Und anschließend lernen wir erstmals Bingo kennen. Käthe und Irmgard sind aber leider nicht bei den Gewinnern.
Um 18.30 Uhr sind wir wieder in der Kabine, um auf Kanal 1 des Russischen TV-Studios die Landganginformationen über Honningsvag zu bekommen:
Heimat der Trolle, imposante Wasserfälle, Reich des Nordlichts, zauberhafte Landschaft, Fahrt zum Nordkap, alte samische Lebensweise, Meridiankugel, 71°10´21´´, Mitternachtssonne! Allein diese Ankündigung verspricht einen besonders erlebnisreichen und interessanten Ausflug.
Nach dem Abendessen nutzt jeder wieder seine Entscheidungsfreiheit. Die Reisebegleiter sehen sich im Theater den Film „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ an, der allerdings 166 Minuten dauert und erhebliche Konzentration und Ausdauer verlangt. Andere gehen zur Black&White-Party.
Das Zauberwort „Mitternachtssonne“ liegt in der Luft. Doch wir können sie an Steuerbord nicht sehen. Doch ein Blick auf die Lofoten, deren Schneegipfel ein rosa Kleid angelegt haben, lassen uns mit der Kamera nach Backbord eilen. Phantastisch!
Die Mitternachtssonne taucht Schiff, Wasser und die Inselgruppe in ein noch nie gesehenes Gold. Viele Gäste sind trotz eisiger Kälte an Deck geeilt, haben ihre Fotoapparate gezückt und halten dieses Naturschauspiel fest. Gerne hätten wir an Deck noch länger verweilt, doch der durch den Fahrtwind noch verstärke Wind und eine Außentemperatur von kaum 4° reißen uns aus der Betrachtung und schicken uns in die geschlossene Wärme zurück.
Aber auch von der Kabine aus schweift unser Blick nochmals über die faszinierende Partie der lang gestreckten Lofoten-Inselgruppe im Atlantik, bevor wir schließlich nach 1.30 Uhr das Bett aufsuchen. Da wir unsere anderen Teilnehmer nirgends finden konnten, hoffen wir, dass alle anderen dieses Naturereignis auch zu Gesicht bekamen. Morgen beim Frühstück werden wir sie befragen.
Teil 2 des Reiseberichtes „Norwegens schönste Fjorde und Nordkap“ folgt.
Teil 3/3
Sonntag, 26. 06.
Heute herrscht leider kein Sonntagswetter. Die Außentemperatur von 7° lässt ebenfalls keine Hochstimmung aufkommen. Nichts als Nebel können wir an Deck ausmachen.
Ali zieht mit seiner Sportgruppe “um die Häuser”, und bei einer Schiffslänge von 133 hat er bald auch seine Meile erreicht. An Deck sind die allermeisten Gäste in Bewegung. Ali hat sie an-scheinend angesteckt. Immer wieder kommt es daher durch die gegenläufigen Laufrichtungen zu Stockungen, zumal auch manche Gäste mitten auf der Umlaufbahn gehen. Doch keine Meeres-vögel umkreisen die “Alex”. Nieselregen setzt ein und vertreibt die Bewegungs-hungrigen.
Noch drei Stunden werden vergehen, bevor wir in Tromso am Pier festmachen. Norwegens Küste können wir zwar schon erkennen, doch die fehlende Sonne und der Regen lassen kaum Fotos zu.
Wir nutzen die Zeit bis zum Tagesausflug, dass wir uns bei Sven Achtermann Informationen über Eisbären abholen, die wir leider auf Spitzbergen nicht zu Gesicht bekommen haben, aber doch vorwiegend am Treibeis des Nordpolarmeeres und an den umgebenden arktischen Landstrichen beheimatet ist:
- Körperlänge 2,5 m, Schulterhöhe 1,6 m
- Normalgewicht 500 kg, vor dem Winterschlag 700 kg
- schmaler Kopf mit kleinen abgerundeten Ohren
- guter Geruchssinn
- besitzen kaum Mimik oder Gebärden
- gelten daher als unberechenbar
- gelblich weißes Fell
- Fußsohle dicht behaart ( Kälteschutz und Rutschfestigkeit )
- Füße sind “Schneeschuhe” und “Paddel” zugleich
- hervorragende Schwimmer und Taucher
- haben kein festes Revier;
- schnelle und ausdauernde Läufer
- gewaltige Sprungkraft, überspringen leicht Gletscherspalten bis 5m Breite
- vorwiegend Fleischfresser, bis zu 60-80 Robben pro Jahr;
- aber auch Allesfress (Vorräte der Forschungsstationen )
- typische ruppige Einzelgänger
- halten Winterschlaf für 4 Monate; Herzfrequenz wird um 50% reduziert, verlieren dabei ¼ ihres Körpergewichts
- Alter: 20 Jahre
Gegen 11.30 Uhr kreuz die Alexander von Humboldt vor den Fjorden der Nordküste. Der Lotse kommt an Bord, und auch die “Begleitmöven” finden sich wieder ein. Den Tagesausflug schenken wir uns und machen uns allein auf, die Stadt zu besichtigen, zumal wir im Vorjahr an einem geführten Tagesausflug teilgenommen haben. Die Hafenstadt liegt auf einer kleinen Insel, die mit dem Festland durch eine 1036 m lange und 43 m hohe Brücke verbunden ist. Tromso ist ein bedeutender Fischereiplatz, die Vegetation üppig. Auffällig ist besonders die “Tromso-Palme”, eine Mischung aus Farn, Palme und Brennnessel. Tromso war Ausgangspunkt vieler Arktis-Expeditionen ( Tor zur Arktis ). Die “Alex” muss die ganze Insel umfahren, bevor sie im Stadtzentrum anlegen kann.
Uns ist diese Entscheidung recht. Nun können wir zu Fuß die wichtigsten Stationen in der Stadt besuchen.
Selbst der Regen hält uns heute nicht zurück. Wichtige Stationen ist für uns das Seefahrerdenkmal auf dem Marktplatz und am Südende der Storget – Fußgängerzone die Domkirche ( 1861 aus Holz erbaut ). Die Straßen sind ziemlich leer. Am heutigen Sonntag sind alle Läden geschlossen, ein Einkaufsbummel fällt daher buch-stäblich ins Wasser. Aber wir entschließen uns, über die Tromso-Brücke zur Eismeerkathedrale zu wandern.
1965 wurde sie von Architekt Jan Inge Hovig entworfen und gebaut. Ihre beiden Giebel stellen die Polarnacht und das Nordlicht dar. Unsere Aufmerksamkeit wird aber auf das 140m² große Glasgemälde gelenkt, das die Wiederkehr Christi darstellt. Ohne Umschweife legen wir den Rückweg zum Schiff zurück bei 7° Außentemperatur und völlig aufgeweicht. Nach zwei-stündigem Fußweg triefen wir, doch im Bügelzimmer gegenüber unserer Kabine können wir die Jeans wieder trocknen. Die Jacken hängen wir dekorativ in unserer Kabine auf. Heute werden wir im Restaurant das Nachtessen einnehmen. Wir sind angenehm überrascht, was Angebot und Service betrifft.
Und auch der interessante und lebendige Dia-Vortrag von Winfried Prinz ( Erstes Abenteuer Antarktis mit der Alexander von Humboldt ) trägt dazu bei, dass wir wieder einmal einen ereignisreichen und abwechslungsreichen Tag auf der “Alex” verbringen durften. Der Bar statten wir heute nur einen kurzen Besuch ab, denn morgen steht ab 6.30 Uhr ein wichtiges Ereignis an: Wir passieren den Eingang zum Troll-Fjord.
Montag, 27. 06.
Heute sind wir schon früh auf den Beinen. Ab 4 Uhr können wir nicht mehr schlafen. Wir blicken auf das Meer, es ist bewegt, aber noch nicht unangenehm. Um 5.30 Uhr hält´s uns nicht mehr im Bett: aufstehen, duschen, anziehen. Nach Ankündigung von Winfried Prinz werden wir um 6.30 Uhr den Eingang zum engen Trollfjord passieren. Der Wind frischt auf, und da sind wir doppelt froh, um 6.45 Uhr tatsächlich in den Trollfjord einzubiegen.
Langsam gleitet die “Alex” an den steilen Felswänden vorbei. Wasserfälle springen in den Fjord, dennoch umgibt uns eine unglaubliche Ruhe.
An einem Felswandabschnitt haben sich die Besucherschiffe mit großen aufgemalten Schriftzügen verewigt. John Mouls lenkt die “Alex” bis zum Fjordende, dreht dann langsam auf der Stelle und kehrt zurück.
Leider verdirbt dann doch starker Regen die Fotoausbeute auf dem Rückweg.
Nach diesem eindrucksvollen Abstecher in den sagenumwobenen Trollfjord bringt uns die Alexander von Humboldt zum Hauptort und Verwaltungszentrum der Lofoten, nach Svolvaer an der südlichen Küste der Insel Austvagoy. Gerade einmal 4000 Einwohner leben hier, allerdings steigt diese Zahl um weitere 2000 Personen wäh-rend der Zeit des Dorschfangs zwischen Februar und April. Der Besuch der Lofoten lohnt sich. “Zerklüftete, mit ewigem Schnee überzuckerte Bergspitzen ragen jäh aus dem Meer auf. Die Inselgruppe liegt vollständig über dem nördlichen Polarkreis und bildet eine 120 km lange Kette, die vom Festland durch die dunklen Tiefen des Vestfjords getrennt wird.
Viele kleinere und größere Inseln sind unsere ständigen Begleiter. Nackter Fels ist dominant, aber auch eine eigenartige Vegetation prägt diese Inselkette. Während wir vorbei gleiten, stellt sich die Frage: Sind alle Inseln unbewohnt? Wir können keine Häuser entdecken. Doch später beantworten Hütte und Häuser die gestellte Frage. In der geschützten Zone gleitet die “Alex” ruhig dahin, doch wir beobachten auch starke Brandung, die schäumend auf die Inselgruppe prallt. Um 8 Uhr sind wir noch 3 sm von Svolvaer entfernt. Die “Alex” verlangsamt ihre Fahrt. Der Wind nimmt zu. Seestärke 3 meldet die Brücke.
Schon bei der Hafenmole entdecken wir die leeren Trockengestelle für die Stockfische. Die Ausbeute wurde längst in alle Welt, vornehmlich auch nach Italien verschickt.
Für den Ausflug werden wir der Reiseleiterin Bettina und dem Busfahrer Knut zugewiesen. Die fünf Hauptinseln sind durch Tunnels verbunden. 25000 Einwohner leben hier auf 183 km². Die mittlere Insel Lofoda ( Luchsfuß ) hat der gesamten Inselgruppe den Namen gegeben. Die kleineren Berge wurden während der Eiszeit abgeschliffen, sind daher rund, die höheren Berg, die bis auf 900 m ansteigen, sind spitz, allerdings nicht mit Eis bedeckt.
In Kabelvog fällt die Holzkirche auf, die 1200 Personen Platz bietet. Viele Fischer werden zur Laichzeit der arktischen Dorsche angelockt. Früher lebten diese Fischer zunächst unter den umgedrehten Booten. Später ließ der König für diese Fischer kleine Holzhütten ( “rorbuer” ) bauen.
Jeweils 12 Personen fanden in diesen Hütten Platz und waren nun viel besser gegen die harte Witterung geschützt. Der Fischfang wurde gleich an Ort und Stelle verarbeitet: Kopf ab, ausgenommen, jeweils zwei Dorsche am Schwanz zusammengebunden und über die Trockengestelle gehängt. Während der Trockenphase verloren die Dorsche 80° ihres Gewichts. Die getrockneten Fische sind dann anbegrenzt haltbar.
Wir fahren mit dem Bus nach Henningsvaer weiter. Während des kaum einstündigen Aufenthalts gibt uns eine Diaschau einen instruktiven Einblick in den Jahresablauf der Bewohner. Nur noch 20% der Bevölkerung lebt derzeit von der Fischerei. Allerdings bildet die Lachszucht die drittgrößte Einnahmequelle des Staates. Bettina weiß zu berichten, dass 70% der Lachsproduktion aus norwegischen Zuchten stammt und die Fische etwa vier Wochen vor der “Ernte” für eine rote Färbung des Fleisches Betacaroton als Futterzusatz erhalten.
Auf der Insel gibt es zwei lokale Zeitungen. Besonders beliebt ist die Oktoberausgabe mit einer Auflistung aller Einwohner. In diese Liste sind auch die Angaben Verdienst, Steuern und Vermögen aufgenommen. Die Banken melden jeweils zum 31. 12. Die Kontostände aller Einwohner. Die Versicherungen melden alle Objekte. Somit steht für das Finanzamt die Vermögenssteuer fest. Das durchschnittliche Alter eines Pkw liegt bei 17 Jahren. Beim Kauf eines Autos erhebt der Staat Luxussteuern, die allerdings wieder in den Ausbau des Straßennetzes zurückfließen. Mit rund 35000€ Jahreseinkommen lie-gen die Inselbewohner deut-lich höher als ein mittleres Jahreseinkommen in Deutschland. Etwa 40% des Einkommens fallen auf den Lofoten für Steuern und Sozialabgaben an. Die Mehrwertsteuer liegt aber bei 25%. Schon in frühen Jahren erwirbt man sich ein Haus oder eine Eigentumswohnung.
Nach diesem gedanklichen Ausflug in das Realleben stat ten wir dem 1989 eröffneten Lofotenaquarium in Kabelvog einen Besuch ab. Jährlich bringt der Besucherstrom 50000 Interessierte nach Kabelvog. Dennoch müssen wir uns eingestehen, dass das Umfeld und die Außenanlagen keinen “berauschenden Ein-druck” auf uns machen.
Kurz nach 12 Uhr sind wir auf der Alexander von Humboldt zurück. Erstmals finden wir im Veranda-Restaurant zum Mittagessen keinen Platz und weichen in die angrenzende Bar aus. Danach gönnen wir uns eine längere Verschnaufpause. Die Auf- und Abwärtsbewegung der “Alex” schaukelt uns in den Schlaf. Den interessanten Vortrag des Ornithologen Sven Achtermann “Fas-zinierender Vogelflug” verpassen wir fast, können aber auf Kanal 2 des Fernsehens den Vortrag mitverfolgen.
Ein Blick nach draußen verspricht eine Wetterbesserung. Die Wolkendecke reißt stellenweise auf, und die Sonne lässt kleinere und größere Flächen schillernd aufleuchten. Die Seestärke frischt bisweilen auf 5 auf, die Außentemperatur bleibt mit 11° konstant. Isoldes “Takelage” dauert heute länger.
Das “Skandinavische Abendessen” hat längst begonnen, und sie fönt immer noch ihre Haare. Und mit einem “Totaler Stress!” schlüpft sie dann doch noch in das richtige Outfit.
Mit einer “Crewshow” ist das Abend programm gerettet. Der Zweite Kapitän Michael Block führt durch das abwechslungsreiche Programm. Einzelkünstler tragen Lieder aus ihrer Heimat vor, bieten Tänze aus den Philippinen dar. Ali führt in die Welt der Zauberei ein. Zur großen Überraschung trägt dann aber auch die “Alex-Band” unter Mitwirkung des Kapitäns, des Kreuzfahrtdirektors , des Bordarztes und des Sicherheitschefs bei. Und als sich als Abschluss alle Akteure zu einem furiosen Finale auf der Bühne einfinden, unterstreichen alle Gäste ihre Zustimmung und Begeisterung für die Aussage des Gesamtchors “We are the Champion” und ernten herzlichen Beifall, der vielleicht einer Profigruppe in diesem Maße nicht zuteil geworden wäre.
Isolde ist die Schaukelei nicht bekommen. Um 1 Uhr “opfert” sie wieder ihr Nachtessen.
Dienstag, 28. 06.
Der neue Tag beginnt, wie der Montag sich verabschiedet hat: Seestärke 4-6, Luftfeuchtigkeit 90%, Außentemperatur 9°. 25 sm von der norwegischen Küste entfernt fährt die “Alex” nach Süden. Um 11.15 Uhr sind wir noch 80 sm von Kristiansund entfernt. Ein Aufenthalt an Deck bei Nässe, Wind und Seestärke garantiert “Un-freundlichkeit”. Wir folgen der Empfehlung von Sven Achtermann (“Auch wer nicht selbst fotografiert, aber schöne Bilder liebt, der ist hier richtig.”) und folgen interessiert seinen Ausführungen zum Thema “Fototipps und Tricks für schöne Bilder”. Im Einzelnen unterstreicht der Referent folgende Kernpunkte, die es zu beachten gilt:
- ran an das Objekt
- Vordergrund wählen, wenn die Betonung auf einem Motiv im
- Hintergrund liegt
- Licht und Schatten ins Spiel bringen ( Wolken/Sonne)
- unterschiedliche Wirkung von Hoch- und Querformat
- Mut zum Detail
- Z-Sprünge ( Versatz )
- Objekt nicht in die Mitte setzen
- Herunterziehen des Horizonts
- ungewöhnliche Perspektive suchen
- Mut zur Gegenlichtaufnahme ( scharfe Kontraste )
- Personenfotografie ( um Erlaubnis fragen )
- bei Tieren auf die gleiche Ebene gehen
- Spiegeln der Sonne in den Augen des Tieres
Um 16.10 Uhr muss die “Alex” die Stabilisatoren einfahren, um den Lotsen an Bord nehmen zu können. Das Expeditionsschiff rollt dann ein bisschen stärker. Die Ankunft in Kristiansund verzögert sich um eine ganze Stunde. Jo informiert wieder über den Bordlautsprecher:
“Das Stadtgebiet südwestlich von Trondheim erstreckt sich über drei im Meer liegende Inseln, die über Brücken miteinander verbunden sind. Krifast heißt die Konstruktion der Superlative, die die Stadt seit 1992 mit dem Festland verbindet. Sie besteht aus der einzigen Schwimmbrücke der Welt ohne Seitenverankerung, dem längsten unterseeischen Straßentunnel und der längsten Hängebrückenkonstruktion Norwegens. “
Die Sonne lässt uns beim heutigen Ausflug im Stich. Reiseleiterin Manit bemüht sich, der Enttäuschung ihrer Gäste durch informative Ausführungen zu begegnen. Das “Klippfischweib” am Hafen erinnert an die Zeit, als hier der gesalzene Dorsch zum Trocknen auf die Klippen gelegt wurde. Heute spiele aber der Fischfang kaum noch eine Rolle.
Vom 1983 erbauten Aussichtsturm Verden haben wir einen guten Rundblick. Ins Auge fallen immer wieder die für die Gegend typischen bunten Holzhäuser. 1971 begann für Kristiansund das “Ölmärchen”. Allein 1000 Arbeitsplätzen verdankt die Stadt dem Erdöl.
Interessant für alle ist der Besuch des Klippfischmuseums, wo uns in Worten anschaulich und mit Bildern illustriert die Herstellung der Klippfische dargestellt wurde.
Vorwiegend Frauen wurden seinerzeit in diesem Gewerbe beschäftigt. Heute übernehmen Fabriken diese Knochenarbeit. Wir erfahren, dass der Klippfisch vorwiegend in katholische Länder exportiert wurde. Auf dem Rückweg von Spanien nach Norwegen brachten die Schiffe Erdreich mit, so dass viele verstorbene in “spanischer Erde” beigesetzt werden konnten.
Das Abendessen nehmen wir heute recht spät ein. Der Ausflug war heute nicht berauschend, aber auch das schlechte Wetter beeinträchtigte den “Erfolg” des Ausflugs wesentlich
Mittwoch, 29. 06.
Nur noch zwei Tage! Aber die wollen wir ausnutzen! Seit 5 Uhr befindet sich die “Alex” im Nordfjord, der sich 100 km tief ins Land zieht und doch eine durchschnittliche Wassertiefe von 500 – 600 Metern aufweist. Unser Tagesziel heißt Olden und liegt am Ende des südlichsten dreier Seitenarme. Wir haben die Panoramafahrt nach Fosnes zum Nationalparkzentrum gebucht. Vicky ist versiert und versteht es, in gutem Deutsch – nach der Schule weilte sie zwei Jahre in Deutschland und will Touristik studieren – uns ihre Heimat nahe zu bringen. Wir fahren mit dem Bus durch eine zauberhafte Landschaft mit hohen Bergen ( bis 1700 m ), Bergseen, Flussläufen, Wasserfällen und verstreuten Ansiedlungen zu-nächst die Küstenstraße entlang und dann hinauf die Bergregionen mit phantastischen Ausblicken auf die Bergregion und in die Täler.
An einem besonderen Aussichtspunkt sprudeln aus zwei Touristikbussen die “Alex”-Gäste, blicken auf Berghänge, Eisfelder, Schneekuppen und das üppige Grün eines Flusstales.
In Fosnes sind wir im Nationalparkzentrum zunächst zu einem informativen Film über die Region eingeladen, danach zu Kaffee und dem norwegischen Nationalgebäck Svele. Wir haben genügend Zeit, um die Pause zu genießen, uns in dem groß-zügig angelegten Botanischen Garten mit 325 einheimischen Pflanzen umzusehen und auch die Ausstellung des Geologieparkes mit Steinexemplaren aus ganz Norwegen zu besuchen.
Das Hauptgebäude ist im Wikingerstil errichtet und etwa so groß wie das größte Langhaus der Wikinger, das je in Norwegen gefunden wurde. Wir bedauern nicht, diesen Ausflug “aus Versehen” gebucht zu haben. Mit herrlichen Fotomotiven wird unser “Irrtum” belohnt.
Unsere “Wikingerin” gibt uns einen Einblick in Lebens-gewohnheiten der Norweger, zeigt die hohen Strafen bei Verstößen gegen die Verkehrsregeln auf, erläutert uns u. a. das norwegische Schulsystem und die Möglichkeiten einer Altersversorgung. Vicky berichtet uns während der fahrt, dass alljährlich unzählige Lawinen zu Tal donnern. Erhebliche Stein-massen stürzen dann in den See Lovatn. Eine solche Lawine löste 1936 eine 70 Meter hohe Flutwelle aus, die ein ganzes Dorf verschluckte und auch Todesopfer forderte.
Wenigstens am Abschlusstag herrscht “Kaiserwetter”, Sonne pur! Als wir auf die “Alex” zurückkehren, sind an Deck bereits die vielen Liegestühle aufgebaut. Es gerät zum Lotteriespiel, welche Seite wir belegen sollen, damit wir bei der Ausfahrt aus dem Fjord auch die volle Sonne genießen können. Und wir haben uns richtig entschieden. Das Wasser des heute spiegelglatten Fjords schenkt uns die atemberaubende Landschaft gleich zweimal, einmal im Original und dann auch als Spiegelbild im kristallklaren Wasser. Wir bewundern das Spiel der Wellenkämme mit Lichtreflexion, Spiegelung des blauen Himmels und der grandiosen Bergkulisse. Tausende “Glitzersterne” tanzen auf der Wasseroberfläche. Die “Alex”gleitet langsam durch die vielen Windungen des Fjords dem offenen Meer zu. Neue Seitentäler öffnen sich und lassen immer wieder andere Einblicke zu, keine Wiederholungen, kein “da capo”. Die Eintönigkeit der Schiffsmotoren unterstreicht den Kontrast zu dieser einzigartigen Welt. Schmelzwasser rinnt über die glatt geschliffenen Felswände und springt dann als Wasserfall in die Tiefe.
Und dann bietet die Bordküche noch “Wiener Apfelstrudel-Variationen mit Vanillesoße” an. Keine Wasservögel begleiten unser Schiff. Kleine Boote am Fjordufer deuten darauf hin, dass die verstreuten Gehöfte doch noch bewohnt sind. Kurz vor Sonnenuntergang um 23.20 Uhr begegnen wir der “Jewel of the sea “, die mehr als 2000 Gäste aufnimmt.
Donnerstag, 30. 06.
Das Meer hat sich weiterhin beruhigt. Der Morgen beginnt mit einem strahlenden Blau.
Heute können wir uns am letzten Seetag vor Ankunft in Bremerhaven effektiv dem Tagesprogramm widmen. Um 10 Uhr sind wir Zuhörer bei Sven Achtermann im Musiksalon. Er widmet sich in seinem letzten Vortrag dem Thema “Helgoland – deutsche Hochseeinsel in der Nordsee”. Und anschließend sehen wir uns im Kino den 2. Teil der Filmdokumentation “Zum ewigen Eis nach Spitzbergen” von Longyearbyen nach Olden an.
Gegen 16 Uhr ist die Schönwetterperiode vorbei. Die Wolkendecke nimmt zu, und auch die Kälte ist auf dem Vormarsch. Wir haben uns in die Kabine zurückgezogen und haben keine Mühe, die Koffern zu packen bis auf die “Gala-Uniform”, die wir für das Abschiedsdinner benötigen. Wir legen die benötigten Kleider für die Busheimfahrt zur Seite und müssen am Abend nur noch den Abenddress einpacken. Vor 4Uhr müssen die Koffer vor der Kabine zur Abholung bereit stehen.
John Mouls dankt in seiner Abschiedsrede allen unsichtbaren und sichtbaren Geistern seiner “Alex” und auch den “besten Gästen, die er jemals gefahren habe” und schloss mit dem Versprechen, nie wieder vor Publikum zu singen.
Winfried Prinz richtete seinen Dank zunächst an den Kapitän, der wesentlich am Gelingen dieser außergewöhnlichen Reise bei-getragen habe. Trotz aller Widrigkeiten wie Nebel und Eisbarrieren habe er jeweils die richtige Entscheidung getroffen und den Gästen zu einmaligen und unübertrefflichen Erlebnisse verholfen. Mit seiner Crew sei er sich einig, dass keine Nordlandreise zuvor mit solchen Erlebnissen erfüllt gewesen sei.
Nach Rückkehr vom Nachtessen an der “Schwäbischen Tafel” liegt in unserer Kabine das komplette Ausschiffungsprogramm, das übersichtlich alle wichtigen Details für eine reibungslose Ausschiffung darlegt. So erfahren wir auch, dass wir auf der 2. Etappe dieser Nordlandreise von Longyearbyen nach Bremerhaven 2342 sm bzw. 4437 km zurückgelegt haben. Auch den Titel der Auslaufmelodie erfahren wir: “Chariots of Fire” von Vangelis. Wir fallen in einen tiefen Schlaf und bekommen auch nicht mit, als die Koffer vor den Kabinen abgeholt werden.
Freitag, 01. 07.
Der letzte Tag ist angebrochen. Nach dem Frühstück lernen wir noch Peter Tönninghoff, Rekateur der Jahreszeitschrift “Welcome aboard” kennen. Er hat ein Bild von Isolde (im Hintergrund die Maxim Gorki ) geschossen und holt ihr Einverständnis zur Veröf-fentlichung ein. Alle drei Phoenix-Schiffe laufen nacheinander in Bremerhaven ein und machen am Columbuskai fest. Wir haben keine Eile und können das Sektfrühstück ausdehnen. Nach vorher bekanntem Plan werden wir aufgerufen, um von Bord zu gehen.
Gemerkt haben wir uns noch den 14. August, wenn Winfried Prinz bei “FLIEGE” auftritt. Unsere Koffer stehen vor dem Bus bereit und können eingeladen werden. Leider können wir Bigi nicht treffen. Sie ist an Bord der Maxim Gorki geblieben, um wichtige Arbeiten zu erledigen. So können wir ihr lediglich einen Gruß ausrichten lassen.
Die Rückfahrt mit dem Bus verläuft “fast nach Plan”. Durch mehrere Staus werden die Pausen verkürzt, so dass die angekündigte Rückkehr eingehalten werden kann. Unterwegs stimmen wir mit Mario und Silvia den Abholtermin ab, und kaum sind wir in Karlsruhe angekommen, trifft auch schon unser “Abholtaxi” ein.
Zum Schluss dieser Nordlandreise denken wir an das “Wort zum Tag”, das uns die Bordzeitung noch mit auf den Weg geben hat:
“Leuchtende Tage – nicht weinen, dass sie vergangen,
sondern lächeln, dass sie gewesen, denn ihr habt sie erlebt.“
Eltern stellt sich jedes Jahr die Frage, wo sie am bestens den gemeinsamen Urlaub mit ihren Kindern verbringen können. Fällt die Entscheidung für ein Kreuzfahrtschiff, müssen sie damit rechnen, dass nicht alle Passagiere kinderfreundliche eingestellt wind, sich von den Kinderaktivitäten und auch mit dem damit verbundenen „Krach” sich gestört fühlen. Aber auch den Eltern ist es peinlich, sich mit Gästen auseinandersetzen zu müssen, weil ihre Kinder ihrem natürlichen Bewegungstrieb nachkommen und eben sprachlich nicht immer so dezent unter-einander verkehren, wie es dann die „gestörten” Erwachsenen gerne hätten.
AIDA hat sich dieser vermeidbaren Problematik angenommen und wirbt für die neue AIDAblu, die ab Februar 2010 die Meere bereisen wird, mit den verlockenden Aussichten: „Jede Menge Spaß für Kinder – Zeit zum Entspannen für die Erwachsenen”. Auf der AIDAblu wird es ein eigenes Reich für Kinder geben, wo sie ungestört spielen, toben, planschen, basteln und noch vielseitig kreativ tätig sein können. AIDAblu bietet den Familien an, dass ihre Kids im AQIDA Kids Club von einem qualifizierten Personal liebevoll betreut werden. Aber nicht nur Partys, Minidisco, Spiele und Sport sowie Bordsafaris werden von den Kids mit Sicherheit bestens angenommen.
Das spezielle AIDA-Betreuungskonzept sieht vor, dass die Spiel-, Sport- und Unterhaltungsangebote jeweils auf die verschiedenen Altersgruppen zugeschnitten sind. Dieses Konzept greift auch bei den Landausflügen und dem angebotenen Fitnessprogramm. In einer besonderen Veranstaltung werden Familien mit Babys auf das detaillierte Betreuungsangebot informiert.
Wenn die Eltern dann ihre Kids in den besten Händen wissen, können sie endlich auch einmal an sich selbst denken und einen wohlverdienten Urlaub genießen und sich auch einmal an den Landgängen und Stadtbesichtigungen ohne Kinderstress erfreuen.
Die Kinder entdecken bald, dass das Schlaraffenland in erreichbarer Nähe liegt. Schon in den „normalen” Restaurants sind die Kids auf ständiger kulinarischer Entdeckungsreise, und die Köche legen großen Wert darauf, leichte und gesunde Köstlichkeiten mit marktfrischen Zutaten zuzubereiten, um dem täglichen Kinderwunsch auf Pommes und Eis entgegenzuwirken.
Da der AIUDA Kids Club täglich zum gemeinsamen Abendessen einlädt, können die Eltern auch das vielseitige Menü zu zweit genießen.
Mit Feuereifer nehmen die Kids auch das Angebot an, eine eigene Kids-Show zu arrangieren und dann nach reichlichen Proben im Theatrium aufzuführen. Nach einer solch erlebnisreichen und auf die Kids abgestimmte Kreuzfahrt werden sich die Eltern auch nicht wundern, wenn auf einmal die bisherigen „Berufswünsche” sich komplett ändern und die Kids auch einmal ganz andere Neigungen verwirklichen wollen.
Die Preise für die familienfreundlichen Angebote sind günstig. In der Kabine der Eltern reisen die Kinder bis 15 Jahren als dritte und vierte Person, in der S- und A-Saison sogar kostenlos. Gut zu wissen für die Erwachsenen, dass die medizinische Versorgung an Bord ebenfalls sehr gut ist.
Und es gibt noch ein Highlight auf der AIDAblu. In der Zeit vom 9. bis 16. Oktober 2010 richtet der Luxusliner auf seiner siebentägigen Reise rund um die Kanaren den AIDA Soccer Club ein. Rainer Bonhof, ehemaliger Fußballprofi und Weltmeister von 1974, ist dann der Chef-Coach des sechsköpfigen Trainerstabes. Die Trainingseinheiten der 8- bis 16jährigen Kicker werden in zwei Altersgruppen durchgeführt, und die Kids dürfen sich auf drei Trainingsausflüge an Land freuen. Krönender Abschluss bildet dann ein Abschlussturnier.
Urlaube in Schweden sind nach wie vor „in”. Die TT-Line betreibt eine der modernsten und jüngsten Fährschiffflotten in der Ostsee, die nach neuesten technischen Erkenntnissen gebaut wurden und alle Sicherheitsanforderungen (Schiffe in bestem Wartungszustand, kompetente Mitarbeiter an Bord, optimale Organisation der Betriebsabläufe) erfüllen.
Die Tagesfahrt von Travemünde nach Trelleborg dauert 7-8 Stunden, die Nachtfahrt 9,5 Stunden. Ab Rostock fallen die Fährzeiten kürzer aus: Tagesfahrt 5,5 Stunden, Nachtfahrt 7 Stunden.
Auf den Fährschiffen „Peter Pan”, „Nils Holgersson”, „Nils Dacke” und „Robin Hood” stehen den Gästen mit Haustieren eine begrenzte Anzahl spezieller Kabinen zur Verfügung. Auf den Passagierdecks dürfen die Hunde an der kurzen Leine mitgeführt werden, Restaurants, Bars und die Shops sind aber tabu.
Alle Kabinen und öffentlichen Bereiche sind Nichtraucherbereiche. Lediglich in spezielle ausgewiesenen Bereichen darf geraucht werden.
In maximal drei Kanistern darf der Autobesitzer 60 Liter Treibstoff in Reservekanistern nach Schweden bringen. Zur Einfuhr genehmigt werden 10 Liter hochprozentige Spirituosen, 90 Liter Wein, 110 Liter Bier, 800 Zigaretten, 1 Kilogramm Zigarren- oder Rauchtabak und Parfüm für den persönlichen Gebrauch.
Die Buffets auf den Fähren waren bereits in den 70ern beliebt. Wer seine Reise auf Donnerstag bis Samstag auf den Schiffen „Nils Holgersson” oder „Peter Pan” gelegt hat, sollte sich das Captain´s Buffet mit saisonalen kulinarischen Köstlichkeiten nicht entgehen lassen, und die Buffet-Getränke sind im Preis bereits enthalten.
Früher galt die klassische Kreuzfahrt als eine Veranstaltung für die eher gehobene Gesellschaft, und Smoking beim Abendessen war Pflicht. Doch keine Angst, heute ist alles viel entspannter. Dennoch: Die Frage aller Fragen ist sicherlich die nach der Abendgarderobe. Die Damen sind in dieser Beziehung eigentlich nur dem Druck unterworfen, den sie sich selbst machen. Die meisten Reedereien haben lockere Vorschriften in Bezug auf eine „Kleiderordnung an Bord”, die deutschen Kreuzfahrtschiffe verzichten völlig auf einen Dresscode.
Tagsüber braucht sich kein Passagier Gedanken über die passende Kleidung zu machen, da es an Deck meist recht ungezwungen zugeht. Empfehlenswert sind sportliche Kleidung, rutschfeste Schuhe und ausreichend Badekleidung, damit der Gast immer trockene Badekleidung zur Hand hat. Grundsätzlich gilt auch, dass T-Shirts, kurze Hosen und Bachfreies in den Restaurants nichts zu suchen haben.
Die Wahl der richtigen Kleidung hängt immer vom gewählten Schiff ab. Um keine unliebsamen Überraschungen an Bord zu erleben, wird jedem Gast geraten, falls er unsicher in Sachen Bordkleidung ist, rechtzeitig vor Beginn seiner Kreuzfahrt im Reisebüro gezielt nachzufragen. Beim Kofferpacken wird der Gast in Sachen Kleiderwahl auch auf die jeweilige Region achten, die von seinem Liner bereist wird. Von vornherein kann die – falls vorhandene – Unsicherheit ausgeräumt werden, da der Gast von jeder Reederei vorab bei der Buchung oder spätestens mit den Reiseunterlagen nützliche Tipps und auch Informationen zum geltenden Dresscode an Bord erhält. Auch das Tagesprogramm auf dem Schiff hilft bei der täglichen Kleiderfrage weiter.
Aus der Fülle dieser Anregungen werden einige Beispiele herausgegriffen:
Norwegian Majesty
Die lockere Atmosphäre an Bord ist eher für jüngere Gäste geeignet, die klassische Kreuzfahrten mit Dresscodes ablehnen.
Norwegian Jewel
Einmal pro Woche gibt es einen Galaabend, an dem man sich so richtig in Schale werfen k a n n, wenn man möchte.
Norwegian Cruise Line
„Das innovative Konzept für eine Kreuzfahrt heißt Freestyle Cruising. Ob formeller Abend mit „Captain´s Cocktail” und anschließendem festlichen Dinner oder ein legerer Abend ohne Krawatte und Kragen – Sie entscheiden.
Unser Dress-Code: Tragen Sie das, worauf Sie Lust haben. Was, bleibt dabei Ihnen überlassen. Bei uns heißt das Zauberwort „Resort Casual”. Wir zwängen Sie jedenfalls nicht in einen Anzug, wenn Sie das nicht möchten.”
Hurtigruten
Auf allen Schiffen der Hurtigruten herrscht eine lockere Atmosphäre und es gibt keinen Dresscode.
AIDA
Auch diese Reederei verzichtet auf einen Dresscode.
„Für das Bordleben und während der Landausflüge empfiehlt sich den Temperaturen angepasste, legere Naturfaser-bekleidung, welche an den Kulturkreis des Zielgebiets ange-passt ist. Restaurants und Bars sollten dem Anlass ent-sprechend nicht in Bade- bzw. Sportkleidung besucht werden. Abends empfehlen wir sport6lich elegante Kleidung. Smoking oder Abendkleid können Sie ruhig zu Hause lassen.”
Hapag Lloyd
Jedes Schiff hat einen ganz eigenen Charakter, so dass angeraten wird, sich vor Antritt der Kreuzfahrt die gewünschten Informationen einzuholen.
TUI Cruises
Bei TUI Cruises gibt es keinen formellen Dresscode. Mit klassisch-legerer Kleidung oder sommerlicher Eleganz liegt der Gast auf jeden Fall richtig.
Transocean Tours
Nur für kurze Zeit – die letzte Weltreise der Astoria – führt Transocean Tours eine Kleiderordnung ein, denn beim Besuch des Hafens Jeddah in Saudi Arabien müssen die männlichen Reisenden lange Hosen und die Damen einen Umhang (eine Abaya) tragen (wird vom Schiff kostenlos gestellt).
PHOENIX Reisen
„Die meisten Gäste an Bord bevorzugen legere Kleidung. Zum Abendessen trägt der Herr ein Jackett (auch ohne Krawatte), zu Gala-Abenden dagegen dunklen Anzug, Smoking oder Dinnerjackett. Für die Damen wird Abendgarderobe empfohlen.”
Premicon Queen
„An Bord gibt es keinen speziellen Dresscode. Tagsüber herrscht eine sportlich-legere Atmosphäre, abends überwiegt mit Jackett und entsprechender Garderobe legerer Chic. Zum Captain´s Dinner empfehlen wir festlich-elegante Kleidung.”
MSC Kreuzfahrten
„Für die Zeit an Bord wird sportliche Kleidung empfohlen. Bei Festen und Gala-Abenden empfehlen wir Herren einen dunklen Anzug und Damen ein Cocktail- oder Abendkleid bzw. Hosenanzug. An den informellen Abenden empfehlen wir ein Sakko für die Herren und für die Damen entsprechend.”
Costa Kreuzfahrten
„Für das Leben an Bord empfehlen wir leichte sportliche Kleidung und bequeme Schuhe. Wir bitten Sie, in den Hauptre4atsurants und Salons keine Badebekleidung zu tragen. Zum Frühstück und Mittagessen in den Buffet-Restaurants können Sie jedoch Bermuda-Shorts tragen. Es gibt keinen verbindlichen Dresscode für den Abend, aber im Tages-programm jedes Tages finden Sie eine Kleiderempfehlung. Auf jeder Kreuzfahrt findet eine oder mehrere Gala-Abende statt, für die Sie ein eleganteres Kleidungsstück mitnehmen sollten.”
Generell wird der internationale Dresscode an Bord der Kreuzfahrtschiffe wie folgt geregelt:
Casual
Zwanglose Abende; Ensemble aus Hose und Top oder Rock und Bluse bei den Damen; legere Kombination aus Hemd und Hose für die Herren, schönes Polohemd zur Stoffhose, kein Krawat-tenzwang
Informal
Kleid oder Hosenanzug für die Damen, Kostüm oder Blazer; für die Herren ein einfacher Anzug, Sportjackett oder Blazer
Formal
Bei festlichen Abenden (Welcome-Dinner, Farewell-Dinner, Captain´s Dinner ) ist elegante Kleidung geboten; Cocktail- oder Abendkleid für die Damen; dunkler Anzug mit Krawatte bzw. Smoking oder Dinnerjackett für die Herren.
Jedes Jahr gestalten Millionen von Urlaubern ihre schönste Jahreszeit als Kreuzfahrt. Zahlreiche Berichte über Unfälle und Straftaten an Bord und auch auf Landgängen könnten den Schluss nahelegen, als habe die Kreuzschiffahrt-Branche ein besonderes Problem. Dem ist aber sicherlich nicht so. Nach wie vor ist eine Kreuzfahrt immer noch sicherer als andere Urlaubsformen.
Die Sicherheit von Kreuzfahrtschiffen tangiert ganz verschiedene Bereiche: die Sicherheit an Bord und den Schutz gegen Kriminalität.
Ganz einfache Verhaltensweisen muss der Passagier an Bord beachten, damit auch für ihn die Sicherheitsmaßnahmen greifen. Bereits vor Beginn einer Kreuzfahrt ist es ratsam, von den Ausweispapieren zwei Kopien zu fertigen, eine davon zu Hause zu lassen und die zweite mit auf die Kreuzfahrt zu nehmen und bei Landgängen bei sich zu führen. Auf den Schiffen gibt es auf alle Fälle Safes. Darin sollte der Gast alle wichtigen Papiere, Tickets, Geldbeträge, Kr3editkarten und wertvollen Schmuck aufbewahren. Diese einfachen Handgriffe bedeuten aber effektive Vorkehrungen zum Schutz des persönlichen Eigentums.
Nach diesen mehr sachlichen Erwägungen ist es wichtig, dass sich jeder Passagier mit seinem Schiff vertraut macht, einen Bordplan studiert und sich den Fluchtweg zum Rettungsboot einprägt. Jeder Passagier ist außerdem verpflichtet, an der obligatorischen Rettungsübung teilzunehmen und das Anlegen der Schwimmweste zu üben.
Bei den Landgängen ist es wenig ratsam,in fremden Ländern den kostbaren Schmuck präsentieren zu wollen und damit Diebe zum Diebstahl einzuladen. Geldbörsen sollten sicher am Körper getragen werden, nicht beispielsweise bei den Damen in Handtaschen verstaut sein.
„Safety First” gilt auf allen Kreuzfahrtlinern. Seit dem Jahre 2002 haben die Hochsee tüchtigen Kreuzfahrtschiffe eine Blackbox an Bord. Rauchmelder und Feueralarmmelder sind bei allen Kreuzfahrtschiffen in allen öffentlichen Räumen, Passa-gierkabinen,in den Fluren und den Treppenhäusern Pflicht.
Trotz aller Vorsichts- und Vorbeugungsmaßnahmen, trotz erheblicher Sicherheitsbestimmungen kommt es aber dennoch vor, dass Kreuzfahrtschiffe in Unfälle verwickelt sind und es zu Havarien kommt, die bislang nur zu erheblichen Sachschaden führten, aber keine menschlichen Opfer forderten.
1989
Havarie der Maxim Gorki im Eis des Nordpolarmeeres; alle Passagiere und Besatzungsmitglieder werden gerettet und von anderen Schiffen in Sicherheit gebracht.
1993
Kollision des US-Kreuzfahrtschiffes Yorktown Clipper vor Alaska mit einem Felsen;die 134 Passagiere werden von einem Kutter,einem Hubschrauber und einem anderen Kreuzfahrtschiff übernommen.
1995
Star Princess läuft infolge eines Navigationsfehlers auf einen Felsen in Südalaska. Alle 1600 Passagiere werden unbeschadet ausgebootet.
2001
Das Kreisfahrtschiff Arkona rammt die Kaimauer auf der Baleareninsel Menorca. Die 300 Gäste werden in ihre Heimat zurückgeflogen.
2007
Das Kreuzfahrtschiff Empress of the North rammt im seichten Küstenwasser ein felsiges Riff. 50Boote der Küstenwache eilen den 248 Passagieren zu Hilfe und bringen sie in Sicherheit.
2007
Die Explorer rammt im Morgengrauen vor der argentinischen Küste einen Eisberg und schlägt leck, Die Passageire und die Besatzung werden gerettet. Das Kreuzfahrtschiff sinkt allerdings nach 15 Stunden.
2007
Auf Grund fehlerhafter Seekarten läuft die Sea Diamond in der Bucht von Santorin auf ein Riff. Die 1547 Passagiere und auch die gesamte Crew werden von Fischer und Ausflugsbooten sicher an Land gebracht. Zwei fanzösische Staatsbürger bleiben vermisst.
2008
Im ewigen Eis der Antarktis rammt die Ushuaia einen Felsen und schlägt leck. Die chilenische Marine rettet die 89 Passagiere.
2008
Die Mona Lisa läuft vor der lettischen Küste durch einen Manövrierfehler auf Grund. Die651 Passagiere werden zum Hafen von Ventspils ausgeschifft.
2009
Die in der Antarktis auf Grund gelaufene Ocean Nova kann bei Hochwasser wieder Fahrt aufnehmen. Alle 65 Passagiere bleiben unverletzt, werden aber vorsorglich auf das zu Hilfe geeilte Kreuzfahrtschiff Clipper Adventure evakuiert.
Am 5. April 2007 schreckte eine Meldung alle Kreuzfahrt-Liebhaber auf. Bei der Einfahrt in die Bucht von Santorin war die 22400 Bruttoregistertonnen große und 142 Meter lange „Sea Diamond” auf ein Riff gelaufen und leck geschlagen. Dem Kapitän Giannis Marinos war es noch gelungen, die Sicherheitsschleusen rechtzeitig zu schließen und einen unmittelbaren Untergang des Kreuzfahrtschiffes abzuwenden. Die 1547 Passagiere an Bord und auch die Besatzungsmitglieder war von Fischer- und Ausflugsbooten in Sicherheit gebracht worden. Allerdings blieben ein 45-jähriger Franzose und seine 16 Jahre alte Tochter vermisst.
Zu diesem Unglück war es auf Grund einer fehlerhaften Seekarte der griechischen Marine gekommen. Das Riff war auf dieser Karte in 58 Metern vor der Küste eingezeichnet,die tatsächliche Entfernung betrug aber 113 Meter. Die gleiche fehlerhafte Karte wies an der Unglücksstelle eine Wassertiefe von 20 Metern aus, tatsächlich sind es aber lediglich fünf Meter.
Nach 15 Stunden sank die „Sea Diamond” und liegt nun in starker Schieflage auf einem Unterwasser-Steilhang in ca. 100 Meter Tiefe. Experten haben immer wieder die Befürchtung ausgesprochen, dass das Wrack bei Bergungsversuchen in eine Tiefe von 1500 Metern abrutschen könnte.
Während der letzten beiden Jahre hatte sich die zyprische Reederei Louis Cruises , der das Schiff gehörte, dagegen gesträubt, das Schwer- und Dieselöl abpumpen zu lassen. Doch nunmehr ist glücklicherweise eine Wende eingetreten, und die 13 000 Einwohner der griechischen Kykladeninsel Santorin und auch Hunderttausende Touristen, die auf Santorin jährlich ihren Urlaub verbringen, können wieder hoffen, dass die toxische Zeitbombe entschärft wird, die Bucht nicht verseucht und die Strände nicht verpestet werden.
Eine gewaltige Operation ist nunmehr angelaufen. Zwölf Bergungsschiffe, die von einem 70 Meter langen Kommandoschiff gesteuert werden, sind an der „Operation Sea Diamond” beteiligt. Drei ferngesteuerte Tauchroboter sollen am Rumpf des Wracks andocken, sich mit Spezialbohrern zu den Treibstofftanks vorarbeiten und danach mit Sonden die noch geschätzten 250 Tonnen Treibstoff absaugen und in Spezialschiffe leiten. Das gesamte Operationsgebiet ist durch eine tausend Meter lange schwimmende Barriere geschützt. Was die Rettungsaktion betrifft, ist es bereits fünf nach zwölf! Schätzungen zufolge steigt etwa eine Tonne Öl täglich an die Oberfläche mit verheerenden Folgen für die Meeresfauna.
