TUI Cruises: Rückkehr in die Heimatländer gestoppt, Aufstand an Bord

Mein Schiff 3 Unruhen an Bord
Crewmitglieder können nicht von Bord

Nach Ausbruch der Pandemie hatte TUI Cruises alle Crewmitglieder ihrer Flotte, die an Bord nicht mehr benötigt wurden, eingesammelt und auf der „Mein Schiff 3“ nah Cuxhaven gebracht. Von dort aus sollten dann die Crewmitglieder in ihre Heimatländer ausgeflogen werden. Kein leichtes Unterfangen, denn an Bord befinden sich 2.900 Besatzungsmitglieder aus 73 Nationen. Zunächst wurde durch die örtlichen Gesundheitsbehörden lediglich ein Besatzungsmitglied positiv auf Covid-19 getestet. Mittlerweile befinden sich nach weiteren Tests neun Personen in den umliegenden Krankenhäusern und werden dort medizinisch versorgt.

Heftige Unruhen unter der Crew der Mein Schiff 3

Ein Großteil der Besatzung verhielt sich zunächst ruhig, zeigte noch Verständnis für die angeordneten Maßnahmen. Doch mit zunehmenden Wartezeiten auf die Rückführung in ihre Heimatländer wurde die Stimmung an Bord desolater. Einzelne Crewmitglieder konnten nicht verstehen, weshalb bei vereinzelten positiven Testergebnissen die anderen an Bord festgehalten und auf eine spätere Rückführung vertröstet wurden. So ist der Frust bei einzelnen Crewmitgliedern groß, dass sie „kurz vor dem Ziel gefangen genommen wurden“. Vereinzelt soll es sogar an Bord der „Mein Schiff 3“ zu Sachbeschädigungen gekommen sein. Das Virus bedroht in besonderem Maße auch die Psyche der an Bord festgehaltenen Personen, und trotz aller Bemühungen der Verantwortlichen sind Auseinandersetzungen nicht vermeidbar.

Von Bord gehen ist nicht möglich

Inwieweit durch die Nichteinhaltung der körperlichen Abgrenzungen weitere Crewmitglieder infiziert wurden, können nur durch weitere Tests geklärt werden. Von Bord dürfen allerdings nur die Personen, die zweimal negativ auf Covid-19 getestet wurden. Durch diese negativen Befunde wurde es möglich, dass nun erneut 190 Crewmitglieder ab Flughafen Hamburg in ihre Heimatländer geflogen wurden. Es ist auch bekannt geworden, dass trotz negativer Testergebnisse Crewmitglieder die Heimreise in ihre Heimatländer an den Reiserestriktionen der Heimatländer gescheitert sind. So bleibt nur die Hoffnung, dass die Crew diesen Belastungen stand hält und keine schlimmen Dinge an Bord passieren.

Kreuzfahrtbranche: Rasch auf veränderte Umstände reagieren

Herausforderungen für die Kreuzfahrtbranche nach Corona
Herausfordernde Zeiten für die Kreuzfahrtbranche

Die Kreuzfahrtbranche war bis vor wenigen Wochen noch eine absolute Boomindustrie. Doch die Covid-19-Pandemie brachte den absoluten Stillstand. Lediglich noch einzelne Kreuzfahrtschiffe sind nach einer 14-tägigen Quarantäne unterwegs zu ihren Heimathäfen.

Manche Reedereien haben einen andere Lösung aus dieser Misere gefunden, haben ihre Passagiere und Crewmitglieder mit Charterflügen in die Heimatländer zurückgebracht oder haben ihre Kreuzfahrtschiffe in fernen Ländern ankern lassen, um nach Aufheben der Beschränkungen umgehend wieder den Reisebetrieb aufnehmen zu können.

Kriterien zur Wiederaufnahme von Kreuzfahrten

Entscheidend für die Wiederaufnahme der Kreuzfahrten wird die Abhängigkeit von Reisewarnungen und Restriktionen bei der Einreise sein. Die Tatsache, dass auf einem Kreuzfahrtschiff viele Tage, gar Wochen, Tausende von Menschen auf engem Raum zusammenleben und damit auch ideale Voraussetzungen zur Ausbreitung von Viren gegeben sind, lässt sich nicht wegdiskutieren. Die Kreuzfahrtanbieter müssen sich mit diesen Tatsachen verbindlich auseinandersetzen und Lösungen finden, die eine Wiederaufnahme der Kreuzfahrten rechtfertigen.

Zur Zeit liegt die teilweise Öffnung von bisherigen Einschränkungen und Verboten im Trend, bisweilen herrscht sogar der Eindruck vor, dass sich in Deutschland einzelne Bundesländer mit schnellerem Aufheben der bisherigen Restriktionen gegenüber anderen Bundesländer abheben wollen. Manche Warnungen vor zu raschen Öffnungen verhallen und die Gefahr weiteren Pandemie-Wellen wird ignoriert.

Maßnahmen zur Sicherheit an Bord

Als Reaktion auf das Covid-19-Virus wird die gesamte Kreuzfahrtbranche entsprechende Maßnahmen in die Wege leiten müssen, um die Sicherheit von Passagieren und der Besatzung nicht zu gefährden. Die Sicherheit aller auf den Kreuzfahrtschiffe mitreisenden Personen wird nach wie vor äußerste Priorität einnehmen.

So werden sich alle Passagiere vor Beginn der Kreuzfahrt einem detaillierten Gesundheitscheck unterziehen müssen, bei dem eine Überprüfung der Symptomanamnese auf Atembeschwerden, Fieber und Husten durchgeführt wird. Ebenfalls wird kontrolliert werden, wo sich der Passagier während der letzten 14 Tage vor Antritt einer Kreuzfahrt aufgehalten hat. Erfragt wird ebenso, ob sich in der Familie der Reisenden während der letzten beiden Wochen eine Person mit Covid-19-Erkrankung befunden hat oder der Passagier mit Personen Kontakt zu Personen hatte, bei denen der Verdacht auf Covid-19 bestand oder sogar Covid-19 diagnostiziert wurde.

Herausforderungen, die über das Händewaschen hinaus gehen

Die Kreuzfahrtbranche wird sich auf die besonderen Herausforderungen einstellen müssen. Ob es zu einer Vorlage eines Gesundheitszeugnisses oder einer erfolgten Impfung kommen wird, kann ebenso wenig derzeit schon beantwortet werden, wie die Realisierung weitgehender Änderungen an Bord der Kreuzfahrtschiffe. Zieht man die besonderen Vorschriften, die sich derzeit mit der Wiedereröffnung einzelner Sparten wie Frisör, Fußpflege oder auch Gastronomie in Betracht, wird es auf den Kreuzfahrtschiffen sicherlich ebenfalls zu detaillierten Maßnahmen kommen, um eine Gefährdung zu vermeiden: Mund- und Nasenschutz, Abstand, verstärkte Hygienemaßnahmen, „Einbahnwege“ auf Decks, mehrere Tischzeiten, Verbot der Selbstbedienung an Buffets, besondere Vorkehrung bei Abendshows …???

Kreuzfahrten haben nach wie vor eine Zukunft. Die Wiederaufnahme des Kreuzfahrtbetriebs wird sicherlich auch davon abhängen, wie rasch es der Kreuzfahrtbranche gelingt, sich auf die veränderten Umstände einzustellen.

Kreuzfahrt-Boom erstmals beendet

Die Kreuzfahrtbranche kann einigermaßen aufatmen. Trotz Covid-19 ist sie glimpflich davongekommen, es hat an Bord der vielen Kreuzfahrtschiffe glücklicherweise kaum Tote gegeben.

Dank Eigeninitiative konnten die Reedereien nie allermeisten Kreuzfahrtschiffe ihrer Flotte in die Heimat zurückholen, und dank des ganz besonderen Einsatzes der Verantwortlichen wurden Passagiere mit Charterflugzeugen in die Heimat zurückgebracht.

Einige Kreuzfahrtschiffe unterziehen sich in den Werften kleinerer Schönheitskorrekturen, andere dümpeln herum oder liegen auf Reede. Die Crews der Kreuzfahrtschiffe sind entweder an Bord geblieben oder konnten auf Umwegen in ihre Heimatländer gebracht werden. Dennoch ist die Zukunft düster, denn niemand kann vorhersagen, wann die geplanten Kreuzfahrten wieder aufgenommen werden können. Doch die Hoffnung auf bessere Zeiten ist längst nicht beerdigt.

Reedereien bitten um Verständnis und Geduld

In dieser durch die Pandemie bedingten Ausnahmesituation sind die Reedereien darauf angewiesen, dass alle Beteiligten Verständnis und Geduld aufbringen. Die einzelnen Reedereien müssen sich täglich einem enormen Aufkommen an Telefonaten und E-Mails stellen, so dass es nicht möglich, die ständigen Anfragen der Reisebüros und Kunden umgehend zu beantworten, so dass alle nunmehr gebeten werden, Verständnis zu zeigen, dass Wartezeiten derzeit nicht zu vermeiden sind, obwohl die Reedereien ihr Personal aufgestockt haben und nahezu rund um die Uhr antworten.

Reiseguthaben und Preisvorteile locken Kunden

Die verschiedenen Reedereien reagieren auf die durch die Pandemie entstandenen Probleme ganz verschieden. TUI Cruises beispielsweise setzt alles daran, Reisebüros und ihre Kreuzfahrer als treue Kunden zu erhalten. TUI Cruises vertraut darauf, dass ihre bisherigen Gäste nach Abklingen der Pandemie ihren lang ersehnten Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff zu einem späteren Zeitpunkt durchführen wollen. Daher bietet die Reederei Reiseguthaben mit Preisvorteilen für eine neue Buchung an. Diese Reiseguthaben können allerdings nur bei der Agentur eingelöst werden, bei der die ursprüngliche Kreuzfahrt gebucht wurde.

Tui lockt mit 10% Nachlass auf den Reisepreis

TUI Cruises hat mitgeteilt, dass ihre Gäste als Dankeschön für das Vertrauen und die Treue mit der Einlösung dieses „Mein Schiff Reiseguthabens“ bis Ende Oktober 2020 eine Ermäßigung in Höhe von 10% auf den neuen Reisepreis erhalten. Gästen, die sich erst später für eine neue Kreuzfahrt entscheiden können, bietet TUI Cruises immer noch 5% Ermäßigung bei Einlösung des Reiseguthabens bis Jahresende 2021 an.

Crewmitglieder der „Costa Atlantica“ positiv auf Coronavirus getestet

Virus an Bord der Costa Atlantica

An Bord des unter italienischer Flagge fahrenden Kreuzfahrtschiffes „Costa Atlantica“ ist das Coronavirus ausgebrochen. Aktuell befindet sich das Kreuzfahrtschiff zu Reparaturarbeiten in einer japanischen Werft in Nagasaki.

Zunächst wurden lediglich bei einem Crewmitglied die entsprechenden Symptome festgestellt, doch weitere Test ergaben, dass weitere 33 Crewmitglieder, die allerdings keinerlei ernste Symptome zeigten, den Corona-Virus in sich trugen.

Das läuft gerade nicht gut bei Costa

Zwischenzeitlich hat sich die Anzahl der Infizierten auf 50 erhöht, obwohl die bereits positiv Getesteten auf Einzelkabinen isoliert wurden. Das genaue Ausmaß der an Bord befindlichen Corona-Erkrankten ändert sich ständig. Japan hat als direkte Reaktion auf den Corona-Ausbruch an Bord des italienischen Kreuzfahrtschiffes einen Ausnahmezustand bis zum 6. Mai 2020 erklärt. Irgendwie läuft das gerade nicht gut bei Costa.

MSC: Weltweiter Flottenbetrieb eingestellt

Auch MSC Cruises hat alle Kreuzfahrtabfahrten bis zum 10. Juli 2020 eingestellt. Um ihre Kunden auch weiterhin an das Unternehmen zu binden, bietet MSC Cruises allen betroffenen Gästen ein Kreuzfahrtguthaben an, das sie bei einer Buchung für eine andere Kreuzfahrt bis Ende 2021 einsetzen können.

Als weiteres Bonbon bietet das Unternehmen ein Bordguthaben von 100 € bis 400 € pro Kabine je nach Länge der ursprünglichen Kreuzfahrt an. Verlängerte Umbuchungsmöglichkeiten gibt es für gebuchte Kreuzfahrten im Zeitraum 11. Juli 2020 bis 30. 09. 2020.

MSC Kreuzfahrten hat nicht alle Kreuzfahrtschiffe in ihre Heimathäfen zurückgeführt, sondern sie warten an ganz verschiedenen Orten darauf, dass nach Abklingen der Pandemie und nach günstigen Einreise- und Sicherheitsbestimmungen der Länder die 17 MSC-Kreuzfahrtschiffe wieder ihren Dienst aufnehmen können.

Hier liegen die Schiffe und erwarten das Ende der Pandemie

Nach Genua zurückgekehrt sind die MSC Opera und die MSC Splendida. In der Nähe von Ocean Cay (MSC-Privatinsel) , Bahamas, ankern die MSC Armonia, MSC Divina, MSC Meraviglia, MSC Preziosa und MSC Seaside. Vor Santos (Brasilien) ankern derzeit die MSC Musica und die MSC Seaview, vor Rio de Janeiro hält sich die MSC Sinfonia auf. Marseille hat die MSC Magnifica aufgenommen,Lissabon die MSC Fantasia und Civitavecchia die MSC Grandiosa. Fernab der Heimat befinden sich mit Stand vom 1.Mai 2020 in Dubai die MSC Bellissima und die MSC Lirica. Fern der Heimat ankert die MSC Orchestra in Durban (Südafrika).

Mein Schiff 3 unter Quarantäne gestellt

Die gesamte Kreuzfahrtbranche muss sich Tag für Tag mit Hiobsbotschaften abfinden. So überrascht die Blitznachricht im Fernsehen „TUI Schiff in Cuxhaven unter Quarantäne gestellt“ nicht wirklich, lässt aber die Emotionen erneut hochschlagen. Was ist geschehen?

Positiv getestete Crew darf nicht nach Hause

Mein Schiff 3 hatte in einer besonderen Sammel-Aktion unterwegs Crewmitglieder anderer TUI-Kreuzfahrtschiffe aufgenommen und sich auf den weg nach Norddeutschland begeben. Nach Ankunft in Cuxhaven hatten Crew-Mitglieder das Bordhospital wegen grippeähnlichen Symptomen aufgesucht. Einer der 15 Besatzungsmitglieder wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Daraufhin wurde das TUI-Kreuzfahrtschiff Mein Schiff 3 unter Quarantäne gestellt. An Bord ist die emotionale Belastung besonders groß, da sich die angesammelten Crewmitglieder auf ihre Familien in der Heimat auch besonders gefreut hatten.

Ein Kreuzfahrtschiff ohne Passagiere

Passagiere befinden sich derzeit nicht mehr an Bord der Mein Schiff 3. Nahezu 3000 Crewmitglieder müssen nunmehr an Bord ausharren und darauf warten, bis die Quarantäne aufgehoben wird und die indonesischen und philippinischen Crewmitglieder in ihre Heimatländer ausgeflogen werden können. Die bereits getesteten Crewmitglieder werden in Einzelkabinen an Bord medizinisch betreut.

Heimkehrende Crewmitglieder müssen in Quarantäne

Die bereits abgereisten Crewmitglieder wurden umgehend kontaktiert und aufgefordert, sich in ihrer Heimat umgehend in Quarantäne zu begeben. Eine Gefährdung der Bevölkerung der Stadt Cuxhaven bestand allerdings nicht, da der Personenkreis, der für die behördliche Abwicklung der Ausschiffung sich an Bord befand, bekannt ist und mit persönlicher Schutzausrüstung ausgestattet war.

MS Artania: Hoffnung auf Ende einer dramatischen Kreuzfahrt

Kapitän Morten Hansen an Bord eines Phoenix Schiffs
Kapitän Morten hält sprichwörtlich Ausschau nach einem Hafen

Nach 14-tägiger Quarantäne im Hafen der westaustralischen Stadt Fremantle konnte der 60-jährige im norwegischen Tromsø gebürtige und höchst erfahrene Kapitän Morten Hansen die MS Artania endlich auf Kurs Heimat bringen.

Ein erster Anlauf auf Bali, um dort indonesische Crewmitglieder in ihre Heimat entlassen zu können, scheiterte, doch konnte Morten Hansen einen ersten Zwischenstopp im Hafen von Manila realisieren. Da allerdings mehrere Kreuzfahrtschiffe mit gleichem Ziel in Manila ankerten, konnte das Vorhaben, die auf den Philippinen lebenden 236 Crewmitglieder, die für die Aufrechterhaltung des Schiffsbetriebs nicht mehr erforderlich waren, in ihre Heimat zu entlassen, zunächst nicht umgehend vollzogen werden. Erst am 1. Mai konnte schließlich die Mitglieder der Crew ausgeschifft werden.

Als nächsten Zwischenstopp plant Morten Hansen nunmehr den Hafen von Singapur an und hofft, am 5. Mai 2020 in Singapur einen technischen Stopp zur Aufnahme von Proviant und zum Bunkern  von Treibstoff einlegen zu können. Das nächste und letzte Reiseziel ist dann Bremerhaven, das Morten Hansen nach einer 10.000 Seemeilen langen Überfahrt voraussichtlich am 3. Juni erreichen wird.

Alle Besatzungsmitglieder und auch die Freunde des Bonner Unternehmen Phoenix Reisen drücken ihrem geschätzten Kapitän Morten Hansen alle Daumen, dass er rechtzeitig vor seinem Geburtstag am 10. Juni 2020 in seine Wahlheimat Österreich zurück sein und mit seiner Familie feiern kann.

Kreuzfahrtbranche im Sturzflug

Derzeit steckt die Kreuzfahrtbranche im eisernen Griff der Covid-19-Pandemie. Verzweifelt sucht die Branche nach Lösungen, um einen Fortbestand abzusichern. Die Meldungen darüber, dass in aller Welt Häfen geschlossen wurden und Passagiere nicht an Land durften, dass Kreuzfahrtschiffe in 14-tägiger Quarantäne festgesetzt waren, dass auf Kreuzfahrtschiffen zahlreiche Covid-19-Infektionen gegeben hat, leider auch Tote zu beklagen waren und Kreuzfahrtschiffe wochenlang auf den Weltmeeren herumirrten, werden nicht so rasch in Vergessenheit geraten.

Was kommt nach Corona?

Trotz dieser schlimmen Nachrichten beherrscht derzeit die Frage nach dem „DANACH“ die Kreuzfahrtbranche. Es wird nach Lösungen gesucht. Schließlich hängt eine Wiederaufnahme des Kreuzfahrt-Reisebetriebs von den Einreisebestimmungen der verschiedenen Länder ab. So hat das Auswärtige Amt Deutschland beispielsweise die Reisewarnungen jetzt bereits bis 14. Juni 2020 verlängert. Ob ab diesem Zeitpunkt die Kreuzfahrtbranche wieder zum „normalen“ Leben zurückfinden wird, bleibt allerdings anzuzweifeln.

Auch die Werften leiden

Die Pandemie hat auch die Werften weltweit hart getroffen. Einige Werften haben bereits Kündigungen ausgesprochen und Arbeitszeitanpassungen angeordnet. Einzelne Werften können sich noch darüber freuen, dass derzeit noch keine Auftragskündigungen eingegangen sind. Auch die Werftindustrie hofft auf staatliche Unterstützungen, damit die Auftragsbücher überhaupt noch abgearbeitet werden können. Nach Rückkehr in die Heimathäfen haben einzelne Reedereien ihre Kreuzfahrtschiffe zu kleineren Schönheitsreparaturen zu den Werften gebracht. Doch mit diesen Maßnahmen allein kann der teilweise Stillstand im Kreuzfahrtmarkt nicht behoben werden.

Neubuchungen für 2021

Trotz der gegenwärtigen kritischen Lage wird die Kreuzfahrtbranche „den Kopf nicht in den Sand stecken“, sondern optimistisch in die Zukunft blicken müssen. Es wird zu Lösungen kommen. Sicher wird die Kreuzfahrtindustrie wieder aufblühen, wenn ein entsprechender Impfstoff gegen Covid-19 gefunden wurde. Urlauber werden diese Form des Reisens weiterhin bevorzugen, weiter wieder Kreuzfahrten buchen und die Ziele in aller Welt erkunden wollen. Anlass für diesen Optimismus sind bereits Nachfragen und Buchungen für Kreuzfahrten 2021. Die Kunden werden nach Abflauen der Pandemie wieder zu Buchungen von Kreuzfahrten zurückkehren.

Ein Umdenken setzt ein

Es ist längst nicht alles verloren. Verschiedene Reedereien nutzen derzeit die ganz besondere Lage auf dem Kreuzfahrtmarkt, ihre Schiffe umzurüsten und beispielsweise mit Landstromanschlüssen auszustatten. Vielleicht wird aber auch die Sucht nach „Noch mehr, nach noch größer, nach noch exklusiver“ einer sicheren Basis weichen müssen, damit beispielsweise Städte wie Venedig und Dubrovnik nicht weiterhin in einem Overtourismus mit einer tausendfältigen Kreuzfahrerflut ersticken müssen.

Traumreise der MS Amera wird zum Horrortrip

Kapitän Morten Hansen von Phoenix Reisen

Durch den weltweiten Corona-Alarm wird die von der „MS Amera“ geplante Südamerikareise zum Horrortrip. Um eine grenzenlose Welt zu genießen, machte sich Kapitän Elmar Mühlebach mit Kreuzfahrtdirektor Christoph Schädel mit 568 Passagieren und 423 Crewmitgliedern am 24. Februar 2020 in Argentinien auf mit Ziel und Ende einer unvergesslichen Kreuzfahrt nach Brasilien bis Manaus mitten im Amazonasgebiet.

Diese ganz besondere Kreuzfahrt verlief anfänglich prächtig, doch bald ändern sich Eindrücke und Stimmungen, als bekannt wird, dass immer mehr Häfen den Kreuzfahrtschiffen verschlossen bleiben und erste Corovid-19-Opfer in Europa zu beklagen sind. Das ganz große Brasilienabenteuer scheint zur größten Belastung werden, die ein Kreuzfahrtschiff jemals auszuhalten hatte.

Offenheit damit die Lage an Bord nicht eskaliert

Kapitän Elmar Mühlebach bespricht sich intensiv mit seiner Führungsmannschaft, als auch Brasilien alle Häfen und Flughäfen schließt und in Montevideo kein Austausch der Crew geschieht, werden ständig von den neuen Entwicklungen unterrichtet. Informationen hält er nicht zurück, setzt aber alles daran, dass die Lage an Bord nicht eskaliert. Die Küchencrew verwöhnt weiterhin die Gäste, und die Phoenix Reiseleitung lässt sich ständig neue Unterhaltungsangebote einfallen, um allen Gästen doch noch eine angenehme Kreuzfahrt zu ermöglichen.

Zügiger Kurs auf Manaus

Ziel und Ende dieser Traumreise ist Manaus mitten im Amazonasgebiet, und Kapitän Elmar Mühlebach setzt nun alles daran, zügig den Amazonas zu erreichen, damit die Passagiere heim fliegen können. Der Kapitän will dann mit der Crew allein die Rückreise nach Deutschland antreten. Doch diese Planung geht nicht auf. Zweimal überprüft die Brasilianische Gesundheitsbehörde intensiv den Gesundheitszustand an Bord und erklärt ihn auch für unbedenklich und virusfrei, doch der Gouverneur des Bundesstaates verbietet die Ausschiffung.

Eingesperrt an Bord

Damit steht fest: Alle 568 Passagiere und 423 Crewmitglieder bleiben an Bord eingesperrt, sind auf der MS Amera gefangen, kein Landgang ist möglich. 18 Tage ohne Landgang, 18 Tage ohne Warenaufnahme und ebenfalls 18 tage ohne Müllentsorgung. Der Proviantmeister hat aber glücklicherweise bestens vorgesorgt, Sorgen allein bereitet der ständig wachsende Müllberg, der nicht entsorgt werden kann. Noch niemals mussten Passagiere und die Crew so viele Seetage am Stück aushalten, noch niemals standen sie vor solch großen Problemstellungen mit einer unsicheren Zukunft. Doch das Glück bleibt trotz alledem der MS Amera erhalten, an Bord entsteht keinerlei Panik, Spekulationen kommen erst gar nicht auf, alle besorgten Passagiere und Crewmitglieder werden ungeschönt über alle Ereignisse und Folgen laufend informiert.

Das Warten auf die Tankschiffe

Nun gilt es nur noch ein Problem zu lösen. Die MS Amera liegt in Belém, der zweitgrößten Stadt im Amazonasgebiet auf Reede und wartet stündlich auf die Ankunft zweier Tankschiffe. Insgesamt muss Kapitän Mühlebach 700 Tonnen Treibstoff tanken, doch das erste Tankschiff bietet nur eine Ladung von 350 Tonnen an. Bis das erforderliche zweite Tankschiff andockt, vergehen unendlich lange Stunden.

Informationen und Beschäftigung gegen den Bordkoller

Unnötigen Spekulationen begegnet Kapitän Mühlebach wieder mit detaillierten Informationen. Das Warten zehrt an den Nerven. Große Erleichterung bei allen stellt sich ein, als die MS Amera endlich vollgetankt ist und die MS Amera auch mit den erforderlichen Medikamenten versorgt ist. Nun liegen nochmals zwölf Seetage vor den Passagieren und der Crew.

Beklemmungen machen sich aber breit, als die ersten Informationen, was dem Bruderschiff MS Artania im australischen Freemantle zustößt, die Runde machen. Kreuzfahrtdirektor Christoph Schädel trommelt an Bord alle Personen zusammen und schickt der MS Artania einen ganz besonderen akustischen Gruß. Sorgen ums Überleben sind ebenso berechtigt wie auch um die Weiterverwendung und Beschäftigung der Crewmitglieder, wenn die MS Amera nach 12-tägiger Reise endlich den Heimathafen Bremerhaven anlandet.

Abgelenkt werden Crew und Passagier während der Überfahrt durch ungewöhnliche Aktionen. Während der „Schiffsquarantäne“ erbrachte ein Spendenaufruf mehr als 40.000 Euro, die für die Crew gesammelt wurden und als Spende an den Crew Welfare Fund überwiesen wurden.

Glückliches Ende und ein schwerer Abschied

Bis zur letzten Minute der höchst ungewöhnlichen Kreuzfahrt wird geplant. Beim Verlassen des Kreuzfahrtschiffes erhalten alle Personen eine Maske. Die Gäste werden in kleinen Gruppen nach Hause gebracht. Lediglich 20 Personen sind pro Bus vorgesehen, daher hat Phoenix Reisen statt 5 nunmehr 16 Busse bestellt. Alle Gäste sind sich ganz besonders sicher und auch glücklich, als die MS Amera am 1. April 2020 in Höhe von Porto angekommen ist. Den letzten Abend an Bord wird niemand vergessen, und Kapitän Elmar Mühlebach fällt der Abschied von allen Passagieren und Crewmitgliedern besonders schwer. Der Horrortrip ist zu Ende, doch geblieben sind nunmehr die Existenznöte vieler Crewmitglieder.

Die skurrilsten Kreuzfahrterlebnisse der MS Artania

Noch niemals zuvor hat der bekannte und beliebte Kapitän Morten Hansen aus Tromsømit der „MS Artania“ eine ähnliche Kreuzfahrt bei 14-tägiger Isolation in seiner eigenen Kabine,belastet durch Hassbotschaften, dem Verlust von Crewmitgliedern und auch Passagieren erleben und durchstehen müssen.

Mit dem Aufbruch aus dem australischen Freemantle zum deutschen Hafen Bremerhaven hofft nunmehr Morten Hansen, dass diese dramatische Kreuzfahrt ein glückliches Ende finden wird. Doch es werden noch viele Tage auf See vergehen, bis der Kapitän seine „MS Artania“ nach den vergangenen skurrilsten Kreuzfahrterlebnissen aller Zeiten sicher zum deutschen Heimathafen gebracht hat.

Es sind mittlerweile bereits elf Wochen dieser dramatischen Kreuzfahrt vergangen. Ursprünglich wollte der norwegische Kapitän Deutsche, Österreicher und Schweizer auf einer 137-tägigen Kreuzfahrt um die Welt segeln.

In Perth – Covid 19 an Bord

Doch bald musste Morten Hansen mit noch nie erlebten Besonderheiten kämpfen, denn durch die weltweite Pandemie bleiben Häfen geschlossen und die Passagiere konnten zunächst nicht von Bord. Da einige Passagiere die Symptome des Corovid-19 zeigten, musste ärztliche Hilfe der Kranken Häuser in Perth in Anspruch genommen werden. Immer wieder bedauerte Morten Hansen, dass ihm nicht alle erforderlichen Hilfen der australischen Gesundheitsbehörde in Freemantle gewährt wurde.

Es begann an Bord eine äußerst zermürbende Zeit. Alle an Bord gebliebenen Passagiere mussten isoliert zwei Wochen in der eigenen Kabine ausharren. Kameras und spezielles Sicherheitspersonal überwachten rund um die Uhr die Einhaltung der an Bord erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen.

Das Essen wurde in Säcken geliefert

In Säcken wurde das Essen vom Ufer geliefert und an die Kabinentüren gehängt. Auch mit ständigen Tests wurde der Gesundheitszustand jedes einzelnen überwacht. Nach Ablauf der von australischen Behörde angeordneten 14-tägigen Quarantäne konnte das Bonner Unternehmen Phoenix Reisen mit Chartermaschinen die Passagiere nach Hause holen.

Hassbotschaften aus Freemantle

Morten Hansen wird niemals Hassbotschaften und Bedrohungen vergessen können. Die Anwohner der kleinen australischen Hafenstadt Freemantle zeigten sich äußerst frustriert darüber, dass nun Kreuzfahrtpassagiere des deutschen Schiffes die Bettenkapazität des Krankenhauses in Freemantle in Anspruch nahmen.

Doch Kapitän Morten Hansen zeigte Übersicht und Würde zugleich. In den sozialen Medien bedankte er sich bei den Einwohner der Stadt Freemantle für die ganz besondere Hilfe in dieser äußerst schwierigen Situation. Mit dem Bekenntnis „Wir sind nur Menschen“ hat er trotz allen Bedenken zahlreiche Anwohner für die Überwindung der Schwierigkeiten gewinnen können.

Danke von Schülern der Stadt Perth

Andererseits wird Morten Hansen auch nicht vergessen, dass Schüler der Stadt Perth und Umgebung jedem einzelnen Crewmitglied eine ganz persönliche Postkarte geschrieben und damit sowohl den Dank aber auch Anerkennung ausgesprochen hatten.