Arosa Neustart

Neustart mit umfangreichem Hygiene- und Gesundheitskonzept

Die Rostocker A-ROSA Flussschiff GmbH hat vor dem Eintritt in die „neue Normalität“ die Umsetzung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln an Bord ihrer Schiffe bis ins Detail definiert und über 20 Maßnahmen prognostiziert, damit nach Ende der Corona-Pandemie der Restart problemlos beginnen kann. A-ROSA ist sich sicher, dass auf ihren verhältnismäßig kleinen Flussschiffen mit verhältnismäßig wenigen Gästen sich die erforderlichen Hygiene- und Abstandsregeln sehr gut realisieren lassen. Damit auch weiterhin die Sicherheit und das Wohlergehen der Gäste und Besatzungsmitglieder höchste Priorität haben, wurden die notwendigen Vorgaben und Empfehlungen sorgfältig überprüft und angepasst. A-ROSA vertraut auch darauf, dass ihre Flussschiff-Flotte mit einer Raum-Luft-Anlage ausgestattet ist, die in den Kabinen die Frischluft von außen ansaugt, filtert und zuführt, so dass jeder Bereich und jede Kabine ihre eigene Abluft und Frischluftzufuhr hat.

Im einzelnen hat das eigens eingerichtete A-ROSA Care-Team bestehend aus internen und externen Spezialisten ein detailliertes Hygiene- und Gesundheitskonzept, das sich an den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts orientiert, mit über 20 Maßnahmen erarbeitet.

Maßnahmen für Gäste vor Antritt der Flussreise

Überprüfung des Gesundheitszustandes der Gäste mittels einer Erklärung zur Reisetauglichkeit, Temperaturmessung und Kontrolle der Symptome. Alle Gäste werden dringend ersucht, nur anzureisen, wenn sie keine relevanten Symptome aufweisen.

Maßnahmen für die Gäste an Bord

Mittels Plakaten, Schiffsdurchsagen und Info-Videos werden den Gästen die neuen Verhaltensregeln kommuniziert.

An Bord gilt stets ein Mindestabstand von 1,5 Metern, der durch ein besonderes Wegleitsystem, durch entsprechende Bodenmarkierungen sowie durch eine reduzierte Auslastung der gastronomischen Bereiche ebenso umgesetzt wird wie auch durch eine geschickte Platzierung der Sitzgruppen.

Die Gäste nehmen alle Mahlzeiten am fest zugewiesenen Tisch und zu je zwei versetzten Zeiten ein. Getränkebestellungen werden direkt am Tisch aufgenommen und auch dorthin gebracht.

Es wird besonders darauf geachtet, dass alle Angebote im SPA-ROSA zunächst reduziert und unter Beachtung der festgelegten Hygiene- und Abstandsregeln durchgeführt werden. Allerdings bleibt der Saunabereich geschlossen.

Alle Unterhaltungsprogramme werden kontaktlos gestaltet und zeitlich gestaffelt angeboten.

Reduziert werden ebenso die Gruppengrößen bei Landausflügen.

In allen öffentlichen Bereichen müssen die Gäste durchgängig auf eine Mund- und Nasen-Bedeckung achten. Diese Verpflichtung gilt aber nicht zu den Essenszeiten und in den Freiluftbereichen.

Allgemeine Maßnahmen

An allen Eingängen des Schiffs, zu den Restaurants, zum Sonnendeck, zur Lounge und zu den diversen Arbeitsbereichen werden wirksame Desinfektionsmittel bereitgestellt und auch deren Nutzung regelmäßig kontrolliert.

Zuständig für die Durchführung und Einhaltung der festgelegte Regularien ist das spezielle Care-Team sowie ein Hygienemanager.

Wichtig ist auch, dass die Reinigungs- und Desinfektionsintervalle verdichtet und intensiviert werden.

Verzichtet wird auf Menükarten, Besteckständer, Papierauslagen und Dekorationen.

Der Zutritt von Externen wird nunmehr auf das notwendige Minimum beschränkt.

Maßnahmen für die Crew

Für die Besatzungsmitglieder werden in speziellen Handbüchern alle erforderlichen Regularien aufgeführt, per E-Learning und auch Vor-Ort-Schulung eingeübt.

Für die Besatzungsmitglieder gibt es versetzte Arbeits-, pausen- und Essenszeiten.

Sichergestellt wird die regelmäßige Reinigung der persönlichen Arbeitskleidung durch die Bordwäscherei.

Der Arbeitsschutz wird den spezifischen Pandemiebedingungen angepasst, ggf. auch durch das Anbringen von Plexiglasschutz in allen Bereichen.

Kostendruck durch Corona

Kostendruck bei Reedereien

Unter der aktuellen Situation des Coronavirus leidet die Kreuzfahrtbranche enorm und ist gezwungen, Liquididäten zu sichern und Kosten zu senken, um die aktuelle Krise zu überstehen. Die Meldungen reißen nicht ab, dass diese erforderlichen Kostensenkungen sich immer mehr auf das Personal dieser Unternehmen auswirken. Die Unternehmen sehen sich daher gezwungen, starke Kosteneinsparungen im Bereich des Personals vorzunehmen. Dies soll durch Gehaltskürzungen ebenso gelingen wie auch durch Mitarbeiterbeurlaubungen.

Bereits vor Wochen hat die schwedische Reederei Stena Line die Entlassung von Hunderten Mitarbeiter angekündigt, da die Fährverbindungen weitgehend zusammengebrochen sind.

Auch an den weltgrößten Kreuzfahrtanbietern geht die Pandemie-Krise nicht spurlos vorbei. Auch hier sind es zu erheblichen Mitarbeiterentlassungen bzw. zur Versetzung in einen Zwangsurlaub gekommen sein.

Aber es gibt auch positive Meldungen von Kreuzfahrtunternehmen, die beispielsweise durch Stundung der Abzahlung von Kreuzfahrtschiff-Neubauten über eine ausreichende Liquididät bis zum 2. Quartal des Jahres 2021 verfügen und dadurch ohne neue Umsätze so lange durchhalten können.

Über AIDA Cruises wird berichtet, dass Teile der Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt und finanzielle Weichen für die Zukunft gelegt wurden. Zunächst konnte AIDA Cruises alles noch selbst finanzieren, doch nunmehr ist auch dieses Unternehmen auf Hilfe angewiesen.

Leinen los bei Schweizer Flussreederei Scylla

Leinen los für die Reederei Scylla

Ein erster Lichtblick am Flussreisen-Horizont: Skylla-Flussschiffe nehmen wieder Fahrt auf.

Die Schweizer Flussreederei Scylla als Allround-Partner für Charterer wird als erste Reederei nach dem Corona-Lockdown wieder auf Europas Wasserstraßen präsent sein. Zur Scylla-Flussschiffflotte zählen insgesamt 34 Flussschiffe, die an verschiedene Veranstalter verchartert sind, u.a. an Nicko Vision und Phoenix Reisen.

Mit dem Restart nehmen der Scylla-eigene Veranstalter Viva Cruises und Nicko Vision am 1. Juni 2020 zunächst Miniflussreisen Flusskreuzfahrten zwischen Passau und Düsseldorf auf. Mit diesem Neubeginn wird ein sichtbares Zeichen für eine langsame Erholung der Flussreisen-Branche nach der weltweiten Pandemie gesetzt.

In den letzten Wochen hat die Schweizer Reederei ein besonderes Sicherheits- und Hygieneverfahren ausgearbeitet, das neben der Einhaltung des Sicherheitsabstandes weitere Einschränkungen beinhaltet. U.a. zählen dazu die Teilnahme nur registrierter Personen, eine geringere Schiffsauslastung, die Maskenpflicht, regelmäßige Desinfektionen und auch das Servieren von Mahlzeiten und Getränken am Tisch. Die Schweizer Reederei hat auch entschieden, dass die Flussreisen von einem Arzt begleitet wird, der bei der Crew und den Gästen regelmäßig Konsultationen durchführt.

Die Schweizer Reederei wird nach dem Corona-Lockdown zu Beginn der Lockerungen nicht alle bisherigen Wasserstraßen bereisen können, hofft aber, das Angebot an Flussreisen nach und nach erweitern zu können.

Humanitäre Hilfe für die MS Artania

Humanitäre Hilfe in Corona Zeiten für MS Artania

Durch die weltweite Corona-Pandemie konnte das Kreuzfahrtschiff MS Artania erst am 18. April 2020 nach erfolgreicher Beendigung der 14-tägigen Quarantäne den australischen Hafen von Fremantle verlassen und Kurs auf Europa nehmen.

Ohne den intensiven und aufopferungsvollen Einsatz von AUSMAT (Australian Medical Assistence Team), einer Gruppe von Ärzten, Krankenschwestern, Feuerwehrleuten und Logistikern, hätten die Verantwortlichen an Bord mit einer Crew-Stammmannschaft wohl kaum diese harte Zeit mit schweren Prüfungen derart problemlos überstehen können.

Das 18 Personen zählende AUSMAT-teamaus allen Teilen Australiens sorgte an Bord dafür, dass es zu keiner weiteren Corona-Ausbreitung an Bord des Phoenix Reisen-Kreuzfahrtschiffes kam. Alle Personen auf dem Kreuzfahrtschiff wurden in Einzelkabinen untergebracht, erhielten einmal pro Tag eine Tüte Essen an die Tür gebracht.

Durch diese großartige logistische Leistung für 400 Personen konnte die 14-tägige Quarantäne erfolgreich beendet und mit den allerbesten Wünschen für eine glückliche Heimkehr nach Bremerhaven verabschiedet werden.

Nach kurzen Aufenthalten in Jakarta, Singapur und Colombo konnte die MS Artania nunmehr bereits den Suez-Kanal erreichen und wird Anfang Juni in Deutschland ankommen.

Hygiene und Sicherheitskonzepte auf Flusskreuzfahrten

Was sich nach Corona bei Flusskreuzfahrten ändern muss canva

Auch derr Flusskreuzfahrtbranche ist die gesamte Kundschaft weggebrochen. Fieberhaft arbeiten die Verantwortlichen an neuen Sicherheitskonzepten, die bei der Wiederaufnahme der Flusskreuzfahrten nach der Pandemie greifen müssen, um die Sicherheit der Besatzungsmitglieder und aller Gäste garantieren zu können. Es bleibt abzuwarten, mit welchen detaillierten Vorsichts- und Hygienemaßnahmen die Verantwortlichen aufwarten werden, damit das Flussreisegeschäft wieder angekurbelt werden kann.

Abstandsregeln und zwei Essenszeiten

Im besonderen werden die Veranstalter darauf achten müssen, auf einen besseren Abstand der Gäste zu achten. Statt einer gemeinsamen Essenszeit werden auf den Flusskreuzfahrtschiffen sicherlich zwei Essenszeiten angeboten.

Geringere Auslastung und Gesundheitsfragebogen

Des weiteren wird von einer 100%-igen Auslastung der einzelnen Flussschiffe Abstand genommen werden müssen.

Es bleibt noch abzuwarten, wie ganz besondere Hygienemaßnahmen greifen müssen, um die Sicherheit aller an Bord zu garantieren. Vielleicht werden alle Gäste rechtzeitig vor Antritt einer Flussreise einen detaillierten Gesundheitsfragebogen erhalten, den sie dann bei der Einschiffung vorlegen müssen. Inwieweit es vor Betreten der Flussschiffe zu Körpertemperaturmessungen kommt, bleibt ebenso abzuwarten.

Hygiene an Bord

An Bord werden die Verantwortlichen sicherlich die bisherigen Hygienemaßnahmen verstärken und auf alle Fälle prophylaktische Desinfektionsmaßnahmen in Form von Desinfektionsgeräten bereit stellen.

Es ist auch davon auszugehen, dass die täglichen Reinigungs- und Desinfektionszyklen in allen Bereichen der Flussschiffe ausgeweitet werden. So werden die Gäste vermehrt an verschiedenen Stellen des Flussschiffes, nicht nur in den Kabinen und vor den Restaurants, auf regelmäßiges Händewaschen und Desinfektion der Hände hingewiesen.

In welcher Art und Weise die wichtigen Abstände der Gäste beispielsweise auf den Decks und den Treppenbereichen gewährleistet werden können, bedarf weiterer Überlegungen und Entscheidungen.

Alle Überlegungen und Entscheidungen hängen aber davon ab, inwieweit die betreffenden Länder, in den Flussreisen durchgeführt werden könnten, erhebliche Fortschritte im Kampf gegen das Corona-Virus erzielen können.

Was bleibt ist die Sehnsucht

Kreuzfahrten in Corona Zeiten was bleibt ist die Sehnsucht canva

Weltweit ist der Kreuzfahrtbetrieb eingestellt. Trotz Corona-Pandemie bleibt die Sehnsucht nach der Begegnung mit Menschen und Kulturen anderer Länder erhalten. So wundert´s auch nicht, dass der Ruf nach Wiederaufnahme von Kreuzfahrten immer stärker wird.

Es wird sicherlich aber noch Monate dauern, bis die einzelnen Länder und Behörden einen Startschuss für die Wiederaufnahme des Kreuzfahrtbetriebs geben können.Die Verantwortlichen diverser Reedereien gehen von einem Neubeginn erst nach mindestens einem halben Jahr aus und auch in einem geringeren Maß wie zuvor.

Die Verbleibenden an Bord sind immer noch die Crews

Doch was geschieht in der Zwischenzeit mit der Crew der vielen Kreuzfahrtschiffe in aller Welt? Eine Vielzahl der Besatzungsmitglieder konnte nach Hause geflogen werden. Eine Stammmannschaft blieb an Bord. Wie einzelne Sondervereinbarungen für die Besatzungsmitglieder getroffen wurden, ist nicht bekannt.

Kündigungen und Basisgehälter

Bekannt ist, dass einzelnen Besatzungsmitgliedern bereits die Kündigungen ausgesprochen wurde, zum Teil noch für ein paar Monate die Grundvergütung ausbezahlt und diese Besatzungsmitglieder auf Kosten der jeweiligen Arbeitgeber nach Hause geflogen wurde.

Crewmitglieder, die noch an Bord der Kreuzfahrtschiffe benötigt werden, erhalten sicherlich weiterhin das Basisgehalt bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von ca. 40 Stunden. Bekannt geworden ist auch, dass auf manchen Kreuzfahrtschiffen die an Bord verbliebene Stammmannschaft Zugang zu allen öffentlichen Einrichtungen erhalten, kostenlos das Internet nutzen können um eine beständige Kontaktaufnahme mit den Familien zu garantieren und an Bord Maßnahmen zur Weiterqualifizierung getroffen werden.

Nicht jeder möchte nach Hause

Trotz dieser internen Serviceleistungen sind die Einstellungen der Crewmitglieder ganz verschieden. Viele wollen an Bord bleiben, da ihnen dadurch der sichere Lebensstandard gewährleistet wird. Andere zieht es in die Heimat wohl wissend, wie schwer es wird, in der Heimat Arbeit zu finden. Doch der drohende Verlust sozialer Bindungen ist sicherlich ein Hauptgrund dieser Entscheidung.

Motivation für die Arbeit auf einem Kreuzfahrtschiff ist sicherlich die finanzielle Basis für eine Familie. Personen aus den Philippinen beispielsweise entscheiden sich für eine Anstellung auf einem Kreuzfahrtschiff, da sie durch die Beschäftigung an Bord von ca. zehn Monaten so viel Geld verdienen, dass sie zu Hause die Familie ernähren können.

Geld ist nicht immer der Hauptmotivator

Der Verdienst an Bord macht sicherlich ein Fünf- bis Sechsfaches des Verdienstes aus, das sie zu Hause erzielen könnten. In wenigen Jahren kann ein Crewmitglied daher die sichere Basis zu einem Wohlstand erarbeiten, was zu Hause nicht möglich gewesen wäre. Bei manchem Bewerber steht nicht allein das Geld im Vordergrund, sich für die Arbeit auf einem Kreuzfahrtsiff zu bewerben, ist ist sicherlich auch der ganz besondere Lebensstil an Bord oder auch die Möglichkeit, eigene Grenzen zu erfahren, sich zu behaupten und ein Durchhaltevermögen zu etablieren.

Jeder, der sich für eine Arbeit auf einem Kreuzfahrtschiff bewirbt, weiß, dass der ausgehandelte Arbeitsvertrag lediglich eine Rahmenbedingung darstellt, die Wirklichkeit an Bord allerdings meist ganz anders ausfällt. Da fällt schon eine Menge unbezahlter Überstunden an. Die Unterbringung in einer engen fensterlosen Kabine mit einem anderen Crewmitglied muss der Bewerber ebenso einplanen wie den Verzicht auf einen arbeitsfreien Tag und die Privatsphäre. Schichtbetrieb ist ebenfalls an der Tagesordnung.

Der Verzicht auf ausreichenden Schlaf zehrt an den Kraftreserven, so dass manche Besatzungsmitglieder nach kurzer Zeit bereits körperlich ausgelaugt sind. Äußerst schwieg zu verkraften ist sicherlich ein monatelanger Verzicht auf die Familie. Mit Seefahrer-Romantik hat die Beschäftigung auf einem Kreuzfahrtschiff nichts zu tun.

Da kann auch das oft spärliche Trinkgeld nicht über die Realität an Bord hinwegsehen, zumal auch die Altersversorgung Privatsache des Beschäftigten ist.

Mit dem Blick auf die Arbeitsbedingungen der Besatzungsmitglieder auf einem Kreuzfahrtschiff muss sich aber abschließend der besondere Dank an diesen Personenkreis verbinden, der sich in besonderem Maße bemüht, den Gästen an Bord ein einmaliges Erlebnis zu schaffen.

Planungsspiele vor Wiederaufnahme von Kreuzfahrten

Was muss getan werden damit Kreuzfahrten nicht zum Gesundheitsrisiko werden
Planungsszenarien bei den Reedereien

Derzeit dringen immer mehr Informationen an die Öffentlichkeit, wie sich die verschiedenen Reedereien auf eine kurzfristige Wiederaufnahme der Kreuzfahrten vorbereiten. Alle Planungen sind zunächst aber nur Planungsspiele, die dann greifen sollen, wenn zu einem gewünschten Zeitpunkt die gesamte Kreuzfahrtbranche wieder aufatmen und das Seereisegeschäft wieder aktivieren kann.

Volle Schiffe wird es nicht geben

Eine Entscheidung scheint sich durchzusetzen, dass die Passagierkapazitäten an Bord der Kreuzfahrtschiffe zunächst nur zu einem Bruchteil ausgenutzt werden. Um größere Menschenansammlungen bei der Einschiffung zu vermeiden, scheint die Planung sich auf eine zeitlich gestaffelte Einschiffung einzustellen.

Hygienestandards müssen erst entwickelt werden

Zu den erforderlichen Hygienemaßnamen gibt es derzeit noch ganz verschiedene Planungsansätze. Mit Fragebögen werden vielleicht die Gäste in Bezug auf Corona-relevante Symptome überprüft. An Bord muss gewährleistet sein, dass erforderliche Hygienemaßnahmen vorgeschrieben, eingehalten und ständig überprüft werden. Neben dem Hinweis auf Desinfektion der Hände beispielsweise muss die Schiffsbesatzung angehalten sein, in kurzen Abständen alle durch Gäste und Besatzungsmitglieder häufig berührte Oberflächen zu säubern und zu desinfizieren.

Selbstbedienung war gestern

Selbstbedienung wird auf alle Fälle der Vergangenheit angehören. Es wird keine leichte Aufgabe sein, Lösungen für das morgendliche Frühstück zu finden, wenn das bislang gewohnte Buffet mit Selbstbedienung ausfällt.

Essensitzungen, Shows und Landausflüge

In die Planungsspiele werden auch Lösungsmöglichkeiten einbezogen werden, wie eine Sitzordnung bei den abendlichen Shows gewährleistet, dass eine Virus-Ansteckung vermieden werden kann. Gezielte Überlegungen müssen auch erfolgen, ob und wenn wie Landausflüge gestaltet werden, um die Sicherheit der Gäste zu gewährleisten.

Es muss davon ausgegangen werden, dass die Reedereien rechtzeitig vor einer möglichen Wiederaufnahme des Kreuzfahrtbetriebs detaillierte und verbindliche Aussagen zu den neuen Verhaltens- und Hygieneregeln publizieren.

Die gesamte Problematik wird aber nur dann aufgelöst werden, wenn es einen Impfstoff gegen Covid-19 gibt.

TUI Cruises: Rückkehr in die Heimatländer gestoppt, Aufstand an Bord

Mein Schiff 3 Unruhen an Bord
Crewmitglieder können nicht von Bord

Nach Ausbruch der Pandemie hatte TUI Cruises alle Crewmitglieder ihrer Flotte, die an Bord nicht mehr benötigt wurden, eingesammelt und auf der „Mein Schiff 3“ nah Cuxhaven gebracht. Von dort aus sollten dann die Crewmitglieder in ihre Heimatländer ausgeflogen werden. Kein leichtes Unterfangen, denn an Bord befinden sich 2.900 Besatzungsmitglieder aus 73 Nationen. Zunächst wurde durch die örtlichen Gesundheitsbehörden lediglich ein Besatzungsmitglied positiv auf Covid-19 getestet. Mittlerweile befinden sich nach weiteren Tests neun Personen in den umliegenden Krankenhäusern und werden dort medizinisch versorgt.

Heftige Unruhen unter der Crew der Mein Schiff 3

Ein Großteil der Besatzung verhielt sich zunächst ruhig, zeigte noch Verständnis für die angeordneten Maßnahmen. Doch mit zunehmenden Wartezeiten auf die Rückführung in ihre Heimatländer wurde die Stimmung an Bord desolater. Einzelne Crewmitglieder konnten nicht verstehen, weshalb bei vereinzelten positiven Testergebnissen die anderen an Bord festgehalten und auf eine spätere Rückführung vertröstet wurden. So ist der Frust bei einzelnen Crewmitgliedern groß, dass sie „kurz vor dem Ziel gefangen genommen wurden“. Vereinzelt soll es sogar an Bord der „Mein Schiff 3“ zu Sachbeschädigungen gekommen sein. Das Virus bedroht in besonderem Maße auch die Psyche der an Bord festgehaltenen Personen, und trotz aller Bemühungen der Verantwortlichen sind Auseinandersetzungen nicht vermeidbar.

Von Bord gehen ist nicht möglich

Inwieweit durch die Nichteinhaltung der körperlichen Abgrenzungen weitere Crewmitglieder infiziert wurden, können nur durch weitere Tests geklärt werden. Von Bord dürfen allerdings nur die Personen, die zweimal negativ auf Covid-19 getestet wurden. Durch diese negativen Befunde wurde es möglich, dass nun erneut 190 Crewmitglieder ab Flughafen Hamburg in ihre Heimatländer geflogen wurden. Es ist auch bekannt geworden, dass trotz negativer Testergebnisse Crewmitglieder die Heimreise in ihre Heimatländer an den Reiserestriktionen der Heimatländer gescheitert sind. So bleibt nur die Hoffnung, dass die Crew diesen Belastungen stand hält und keine schlimmen Dinge an Bord passieren.

Kreuzfahrtbranche im Sturzflug

Derzeit steckt die Kreuzfahrtbranche im eisernen Griff der Covid-19-Pandemie. Verzweifelt sucht die Branche nach Lösungen, um einen Fortbestand abzusichern. Die Meldungen darüber, dass in aller Welt Häfen geschlossen wurden und Passagiere nicht an Land durften, dass Kreuzfahrtschiffe in 14-tägiger Quarantäne festgesetzt waren, dass auf Kreuzfahrtschiffen zahlreiche Covid-19-Infektionen gegeben hat, leider auch Tote zu beklagen waren und Kreuzfahrtschiffe wochenlang auf den Weltmeeren herumirrten, werden nicht so rasch in Vergessenheit geraten.

Was kommt nach Corona?

Trotz dieser schlimmen Nachrichten beherrscht derzeit die Frage nach dem „DANACH“ die Kreuzfahrtbranche. Es wird nach Lösungen gesucht. Schließlich hängt eine Wiederaufnahme des Kreuzfahrt-Reisebetriebs von den Einreisebestimmungen der verschiedenen Länder ab. So hat das Auswärtige Amt Deutschland beispielsweise die Reisewarnungen jetzt bereits bis 14. Juni 2020 verlängert. Ob ab diesem Zeitpunkt die Kreuzfahrtbranche wieder zum „normalen“ Leben zurückfinden wird, bleibt allerdings anzuzweifeln.

Auch die Werften leiden

Die Pandemie hat auch die Werften weltweit hart getroffen. Einige Werften haben bereits Kündigungen ausgesprochen und Arbeitszeitanpassungen angeordnet. Einzelne Werften können sich noch darüber freuen, dass derzeit noch keine Auftragskündigungen eingegangen sind. Auch die Werftindustrie hofft auf staatliche Unterstützungen, damit die Auftragsbücher überhaupt noch abgearbeitet werden können. Nach Rückkehr in die Heimathäfen haben einzelne Reedereien ihre Kreuzfahrtschiffe zu kleineren Schönheitsreparaturen zu den Werften gebracht. Doch mit diesen Maßnahmen allein kann der teilweise Stillstand im Kreuzfahrtmarkt nicht behoben werden.

Neubuchungen für 2021

Trotz der gegenwärtigen kritischen Lage wird die Kreuzfahrtbranche „den Kopf nicht in den Sand stecken“, sondern optimistisch in die Zukunft blicken müssen. Es wird zu Lösungen kommen. Sicher wird die Kreuzfahrtindustrie wieder aufblühen, wenn ein entsprechender Impfstoff gegen Covid-19 gefunden wurde. Urlauber werden diese Form des Reisens weiterhin bevorzugen, weiter wieder Kreuzfahrten buchen und die Ziele in aller Welt erkunden wollen. Anlass für diesen Optimismus sind bereits Nachfragen und Buchungen für Kreuzfahrten 2021. Die Kunden werden nach Abflauen der Pandemie wieder zu Buchungen von Kreuzfahrten zurückkehren.

Ein Umdenken setzt ein

Es ist längst nicht alles verloren. Verschiedene Reedereien nutzen derzeit die ganz besondere Lage auf dem Kreuzfahrtmarkt, ihre Schiffe umzurüsten und beispielsweise mit Landstromanschlüssen auszustatten. Vielleicht wird aber auch die Sucht nach „Noch mehr, nach noch größer, nach noch exklusiver“ einer sicheren Basis weichen müssen, damit beispielsweise Städte wie Venedig und Dubrovnik nicht weiterhin in einem Overtourismus mit einer tausendfältigen Kreuzfahrerflut ersticken müssen.

Traumreise der MS Amera wird zum Horrortrip

Kapitän Morten Hansen von Phoenix Reisen

Durch den weltweiten Corona-Alarm wird die von der „MS Amera“ geplante Südamerikareise zum Horrortrip. Um eine grenzenlose Welt zu genießen, machte sich Kapitän Elmar Mühlebach mit Kreuzfahrtdirektor Christoph Schädel mit 568 Passagieren und 423 Crewmitgliedern am 24. Februar 2020 in Argentinien auf mit Ziel und Ende einer unvergesslichen Kreuzfahrt nach Brasilien bis Manaus mitten im Amazonasgebiet.

Diese ganz besondere Kreuzfahrt verlief anfänglich prächtig, doch bald ändern sich Eindrücke und Stimmungen, als bekannt wird, dass immer mehr Häfen den Kreuzfahrtschiffen verschlossen bleiben und erste Corovid-19-Opfer in Europa zu beklagen sind. Das ganz große Brasilienabenteuer scheint zur größten Belastung werden, die ein Kreuzfahrtschiff jemals auszuhalten hatte.

Offenheit damit die Lage an Bord nicht eskaliert

Kapitän Elmar Mühlebach bespricht sich intensiv mit seiner Führungsmannschaft, als auch Brasilien alle Häfen und Flughäfen schließt und in Montevideo kein Austausch der Crew geschieht, werden ständig von den neuen Entwicklungen unterrichtet. Informationen hält er nicht zurück, setzt aber alles daran, dass die Lage an Bord nicht eskaliert. Die Küchencrew verwöhnt weiterhin die Gäste, und die Phoenix Reiseleitung lässt sich ständig neue Unterhaltungsangebote einfallen, um allen Gästen doch noch eine angenehme Kreuzfahrt zu ermöglichen.

Zügiger Kurs auf Manaus

Ziel und Ende dieser Traumreise ist Manaus mitten im Amazonasgebiet, und Kapitän Elmar Mühlebach setzt nun alles daran, zügig den Amazonas zu erreichen, damit die Passagiere heim fliegen können. Der Kapitän will dann mit der Crew allein die Rückreise nach Deutschland antreten. Doch diese Planung geht nicht auf. Zweimal überprüft die Brasilianische Gesundheitsbehörde intensiv den Gesundheitszustand an Bord und erklärt ihn auch für unbedenklich und virusfrei, doch der Gouverneur des Bundesstaates verbietet die Ausschiffung.

Eingesperrt an Bord

Damit steht fest: Alle 568 Passagiere und 423 Crewmitglieder bleiben an Bord eingesperrt, sind auf der MS Amera gefangen, kein Landgang ist möglich. 18 Tage ohne Landgang, 18 Tage ohne Warenaufnahme und ebenfalls 18 tage ohne Müllentsorgung. Der Proviantmeister hat aber glücklicherweise bestens vorgesorgt, Sorgen allein bereitet der ständig wachsende Müllberg, der nicht entsorgt werden kann. Noch niemals mussten Passagiere und die Crew so viele Seetage am Stück aushalten, noch niemals standen sie vor solch großen Problemstellungen mit einer unsicheren Zukunft. Doch das Glück bleibt trotz alledem der MS Amera erhalten, an Bord entsteht keinerlei Panik, Spekulationen kommen erst gar nicht auf, alle besorgten Passagiere und Crewmitglieder werden ungeschönt über alle Ereignisse und Folgen laufend informiert.

Das Warten auf die Tankschiffe

Nun gilt es nur noch ein Problem zu lösen. Die MS Amera liegt in Belém, der zweitgrößten Stadt im Amazonasgebiet auf Reede und wartet stündlich auf die Ankunft zweier Tankschiffe. Insgesamt muss Kapitän Mühlebach 700 Tonnen Treibstoff tanken, doch das erste Tankschiff bietet nur eine Ladung von 350 Tonnen an. Bis das erforderliche zweite Tankschiff andockt, vergehen unendlich lange Stunden.

Informationen und Beschäftigung gegen den Bordkoller

Unnötigen Spekulationen begegnet Kapitän Mühlebach wieder mit detaillierten Informationen. Das Warten zehrt an den Nerven. Große Erleichterung bei allen stellt sich ein, als die MS Amera endlich vollgetankt ist und die MS Amera auch mit den erforderlichen Medikamenten versorgt ist. Nun liegen nochmals zwölf Seetage vor den Passagieren und der Crew.

Beklemmungen machen sich aber breit, als die ersten Informationen, was dem Bruderschiff MS Artania im australischen Freemantle zustößt, die Runde machen. Kreuzfahrtdirektor Christoph Schädel trommelt an Bord alle Personen zusammen und schickt der MS Artania einen ganz besonderen akustischen Gruß. Sorgen ums Überleben sind ebenso berechtigt wie auch um die Weiterverwendung und Beschäftigung der Crewmitglieder, wenn die MS Amera nach 12-tägiger Reise endlich den Heimathafen Bremerhaven anlandet.

Abgelenkt werden Crew und Passagier während der Überfahrt durch ungewöhnliche Aktionen. Während der „Schiffsquarantäne“ erbrachte ein Spendenaufruf mehr als 40.000 Euro, die für die Crew gesammelt wurden und als Spende an den Crew Welfare Fund überwiesen wurden.

Glückliches Ende und ein schwerer Abschied

Bis zur letzten Minute der höchst ungewöhnlichen Kreuzfahrt wird geplant. Beim Verlassen des Kreuzfahrtschiffes erhalten alle Personen eine Maske. Die Gäste werden in kleinen Gruppen nach Hause gebracht. Lediglich 20 Personen sind pro Bus vorgesehen, daher hat Phoenix Reisen statt 5 nunmehr 16 Busse bestellt. Alle Gäste sind sich ganz besonders sicher und auch glücklich, als die MS Amera am 1. April 2020 in Höhe von Porto angekommen ist. Den letzten Abend an Bord wird niemand vergessen, und Kapitän Elmar Mühlebach fällt der Abschied von allen Passagieren und Crewmitgliedern besonders schwer. Der Horrortrip ist zu Ende, doch geblieben sind nunmehr die Existenznöte vieler Crewmitglieder.