Kreuzfahrt ade

Nun ist bereits ein Jahr vergangen, dass einige Kreuzfahrtschiffe keine keine Passagiere mehr aufnehmen konnten, vor den Häfen dümpelten oder auf den Docks Schönheitsreparaturen durchführten. Die Pandemie hat über die allermeisten Kreuzfahrtschiffe einen traurigen Schleier gelegt. Die doch so stolzen Weltmeereroberer durften keine Gäste mehr an Bord begrüßen, und auch Hunderttausende Kreuzfahrtfans wurden von den Auswirkungen der Pandemie betroffen.

Die ständigen Verlegungen und Absagen müssen darauf schließen, dass die Anzahl der Kreuzfahrtschiffe, ein Jahr ohne Passagiere bleiben mussten, diese traurige Marke ebenfalls knacken müssen. Viele Kreuzfahrtschiffe werden noch dazukommen, und es ist nicht abzusehen, wann die Kreuzfahrt-Flotten wieder ihren Regelbetrieb aufnehmen können.

Die Landesregierungen unternehmen zwar besondere Anstrengungen, um die Pandemie endlich eindämmen zu können, doch auch die begonnenen Impfstrategien müssen sich nun noch gegen aufkommende Mutationen zur Wehr setzen.

Doch nicht nur die pausierenden Kreuzfahrtschiffe müssen erhebliche Einbußen erleiden, verschiedene Reedereien mussten ihre Kreuzfahrtschiffe sogar verkaufen bzw. sie in Alang und Aliaga verschrotten lassen.

So bleibt derzeit nur die Hoffnung, dass es möglichst bald wieder SCHIFF AHOI statt SCHIFF ADE heißt.

Verschrottung von Kreuzfahrtschiffen ein Trauerspiel

Die derzeit gefürchtesten Orte für Kreuzfahrtfans sind die beiden Orte Aliaga und Alang. Diese beiden Orte sind Sitz der bekannten Schiffsabwrackwerfte: Aliaga (Türkei), Alang (Indien). Bisher bekannt geworden sind Meldungen, dass bereits im letzten Jahr Kreuzfahrtschiffe im türkischen Aliaga verschrottet werden. Nun häufen sich aber auch Meldungen, dass auch Kreuzfahrtschiffe den letzten Weg zur Abwrackwerft am Strand der Stadt Lang im indischen Bundesstaat Gujarat angetreten haben. Nie mehr werden diese einstige Weltmeer-Eroberer auf den Weltmeeren zu sehen sein. Ein echtes Trauerspiel für die vielen Kreuzfahrer, denen diese Kreuzfahrtschiffe unvergessliche Momente und Aufenthalte bescherten.

Die Corona-Pandemie hat nun auch die MSAstor erwischt, die besonders auf dem deutschen Kreuzfahrtmarkt beliebt war. Es wir nur wenige Wochen dauern, bis von dem beliebten Kreuzfahrtschiff nichts mehr übrig bleibt.

Ein Blick zurück zeigt, dass das Abwracken von Schiffen bereits in den 90er-Jahren begonnen hat. Innerhalb von 25 Jahren wurden offiziellen Angaben zufolge mehr als 4500 Schiffe verschrottet. Meldungen über die Arbeitsbedingungen vor Ort zeigen allerdings auch die recht unsicheren Arbeitsbedingungen und die erheblichen Umweltschäden auf. Erschreckend muss da doch die Information gelten, dass ein toter Arbeiter pro Tag keine Seltenheit darstellt.

Flexibilität von AIDA Cruises zahlt sich aus

Nach siebenmonatiger Zwangspause konnte die Rostocker Kreuzfahrtreederei AIDA Cruises mit der „AIDAblu“ eine siebentägige Kreuzfahrt entlang der italienischen Westküste anbieten und den 1000 Gästen ein Kreuzfahrterlebnis bis Civitavecchia anbieten. Wenn auch coronabedingt die „AIDAblu“ nur zur Hälfte besetzt war, konnten die Rostocker Anbieter dennoch eine erste positive Bilanz ziehen.

Nunmehr aber sieht sich die Kreuzfahrtreederei gezwungen, die entstandenen Risikogebiete zu umfahren, die bisherige Reiseroute zu ändern und aus dieser ersten „Bella Italia“-Kreuzfahrt eine reine Sizilien-Kreuzfahrtreise zu gestalten.

Mit Civitavecchia kann AIDA Cruises zwar den Zielhafen erhalten, obwohl Civitavecchia zu den Risikogebieten zählt, doch dieser Hafen wird lediglich als Transit und nicht als fester Aufenthalt gezählt.

Die neue Reiseroute heißt nun: Civitaveccia – Seetag – Palermo -Messina – Syrakus – Catania – Seetag – Civitavecchia.

Kreuzfahrt Corona-Ausbruch trotz Hygienekonzept

Zwei Drittel der meist 92 Schweizer Passagiere des Flussschiffes MS Swiss Crystal der Schweizer Reederei Scylla AG wurden nach der Musik-Kreuzfahrt von Passau nach Frankfurt positiv auf Corona getestet. Diese Information löste auch bei Experten insofern Entsetzen aus, als die bestehenden Corona-Maßnahmen anscheinend eingehalten wurden, aber eine Ausbreitung des Coronavirus nicht verhindern konnte.

An Bord des Flussschiffes MS Swiss Crystal befanden sich nach Aussage des Betreibers auch Schlagersänger und Blasmusiker. Nun fragen sich die Verantwortlichen, wie sich an Bord das Coronavirus trotz des detaillierten Hygienekonzepts mit Maskenpflicht und täglicher Fiebermessung ausbreiten konnte. Als Ursache könnte die Tatsache gelten, dass

  • sich Passagiere und Musiker über Stunden hinweg im gleichen Raum aufhielten,
  • gesungen und gejodelt wurde und dadurch es ggf. zu Tröpfchen- und Aerosolbildung kam,
  • beim Essen und Trinken auf engem Raum keine Maske getragen wurde,
  • alle Passagiere auf engem Raum über Tage zusammen sind,
  • bei Landgängen es zur Infizierung kam.

Die Betreiber von Schiffsreisen müssen sich sicherlich noch intensiver an die Einhaltung der Hygienemaßnahmen und des detaillierten Sicherheitskonzeptes halten und ebenso auch auf die strikte Einhaltung aller vorgegebenen und erforderlichen Regeln ohne Ausnahmen achten. Es ist wahrscheinlich aber auch davon auszugehen, dass gerade in den Landgängen und Ausflügen die Infektionsquelle zu suchen ist.

Wie Reedereien und Häfen zusammenrücken

Costa Crociere hat nach der Freigabe des italienischen Flaggenstaates ihr neues umfassendes Betriebsprotokoll umgesetzt. Zur aktuellen Lage hat das Unternehmen folgendes Statement herausgegeben:

Costa Crociere setzt sich für ein sicheres und gesundes Reisen für alle Passagiere und die Besatzung an Bord ein. Auf Unternehmensebene (Costa Group) pflegen wir eine langfristige enge Zusammenarbeit mit den zuständigen internationalen Gesundheitsbehörden, und wir arbeiten daran, sicherzustellen, dass auf allen Kreuzfahrten strikte Gesundheits- vorkehrungen und -verfahren gelten.

Es ist unsere oberste Priorität, die Gesundheit und Sicherheit von Passagieren und Besatzung zu gewährleisten, daher werden während dieser Zeit zusätzlich folgende Maßnahmen durchgesetzt:

Alle Gäste mit einem Reisepass aus China/Taiwan/HK erhalten einen Gesundheitsfragebogen vor der Einschiffung, und medizinisches Personal steht zur Verfügung, um bei Bedarf zusätzliche Untersuchungen der Gäste, der Besatzung und der Besucher durchzuführen.

Wer eine Krankheit hat, die für die internationale öffentliche Gesundheit von Bedeutung ist, darf nicht an Bord gehen.

Costa arbeitet in enger Koordination mit der zuständigen Gesundheitsbehörde in jedem Hafen, der angelaufen wird, zusammen.

Wir schenken der aktuelle Lage und Entwicklung der Epidemie gemäß den Angaben der WHO und der CDC – immer in Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Behörden und unseren lokalen Partnern vor Ort – größte Aufmerksamkeit.“

Diese positive Entwicklung ergibt auch die enge Zusammenarbeit mit den Häfen. So konnte Costa Crociere beispielsweise eng mit dem Hafen Piombino zusammenarbeiten. Innerhalb der Restartroute sind nunmehr noch die beiden italienischen Häfen Corigliano und Syrakus dazugekommen, die im normalen Betrieb nicht genutzt werden. Bislang klappte bereits die Zusammenarbeit mit italienischen Häfen insofern, als Costa Crociere regelmäßige Lebensmittelspenden für die italienische Tafel realisierte.

Kreuzfahrtbranche in schwerer See

Noch bis zum Jahreswechsel war die Kreuzfahrtbranche eine reine Goldgrube. Die Anbieter der Kreuzfahrten konnten die Nachfrage kaum befriedigen. Verschiedene Reedereien sahen sich i der Pflicht, immer größere Kreuzfahrtschiffe bauen zu lassen, und aus den übersichtlichen „schwimmenden Hotels“ wurden Riesenpötte, die bald an der 7000er-Grenze kratzten.

Ein kleiner Virus legt schwimmende Kleinstädte lahm

Doch dann legte das kleine Virus die mächtigen „schwimmenden Kleinstädte“ an die Leine. Seit März dümpelten die Kreuzfahrtschiffe meist in den Häfen. Die einzelnen Crews waren in ihre Heimatländer zurückgekehrt, lediglich eine geringe Schrumpfmannschaft blieb zur Unterhaltung und zur Durchführung kleinerer Reparaturen an Bord. Diese Entscheidungen mussten getroffen werden, weil das Ansteckungsrisiko an Bord auf engstem Raum zu groß war.

Reedereien reagieren mit Sicherheitskonzepten

Die Reedereien blieben allerdings nicht untätig. Detaillierte Sicherheits- und Hygienekonzepte wurden erarbeitet, und man hoffte auf einen Neuanfang, wenn auch mit geänderten Bedingungen und Beschränkungen, so beispielsweise lediglich mit einer 50%-igen Auslastung und dem Verzicht auf Landgänge. Einzelne Reedereien sind nun vorgeprescht und haben Minikreuzfahrten mit geringer Dauer und eingeschränktem Bewegungsradius angeboten.

Sicherlich hat jeder Verständnis dafür, dass die Reedereien sich besonders bemühen müssen, die Verluste, die das Virus bislang den Reedereien beschert hat, so gering wie möglich zu halten. Bereits heute mussten die Reedereien Verluste in zweistellige Milliardenhöhe hinnehmen. Kurzarbeiten in den Werften waren ebenfalls eine Folge . Für die bereits bestellten 100 Kreuzfahrtschiffe musste der Bauprozess verlangsamt werden. Bereits eine Vielzahl von älteren Kreuzfahrtschiffen wurden zur Verschrottung freigegeben.

Erste Kreuzfahrten finden wieder statt

Erste Kreuzfahrtschiffe sind aufs Wasser zurückgekehrt. Die Sehnsucht auf das Kreuzfahrterlebnis scheint ungetrübt zu sein. Doch es stellen sich viele Fragen nach dem Versuch, zur Normalität zurückzukehren. Fühlt sich eine Kreuzfahrt unter den strengen Sicherheits- und Hygienebedingungen noch an wie ein Urlaub? Was ist von der Sehnsucht Kreuzfahrt geblieben?

Richtig ist, dass solche Kreuzfahrten in engen Grenzen nach wie vor ein gewisses Risiko mit sich bringen. Wer derzeit eine Kreuzfahrt bucht, unternimmt sie auf eigene Gefahr. Nicht alle Passagere halten sich aber strikt an die Vorgaben. Die Besatzungsmitglieder haben den ersten Erfahrungen nach schon erhebliche Mühe, die strenge Auflagen durchzusetzen und die Passagiere immer wieder anzuhalten, sich gemäß der detaillierten neuen Konzepte zu verhalten. Um das Risiko einer Infizierung zu vermeiden, wird auf den Kreuzfahrtschiffen ständig und erheblich desinfiziert.

Kreuzfahrten ohne Landgänge

Landgänge bleiben nach wie vor tabu. Gerade deutschen Passagieren werden diese Bereiche der Urlaubsgestaltung aber fehlen. Auf amerikanischen Kreuzfahrtschiffen ist das Kreuzfahrtschiff das Ziel der reise, deutsche Passagiere erwarten aber die Begegnung mit fremden Menschen, Kulturen und Ländern.

Geglückter Restart von Flusskreuzfahrten, aber auch Rückschläge

Die ersten Flussreiseanbieter haben ihre Planungen realisieren können. Mitte Juni hat A-ROSA ihren Restart erfolgreich vollzogen. An Bord weilten einige Gruppen und FIT-Gäste, die zur Umsetzung des Sicherheits- und Hygienekonzepts ein erfreuliches Feedback gaben.

Auch Nicko Cruises zählte zu den ersten Anbietern von Flussreisen wegen der Corona-Pandemie. Doch leider musste der Anbieter einen herben Rückschlag hinnehmen. Die aktuelle Reise der Rhein Symphonie musste wegen eines Maschinenschadens abgesagt werden. Als Ersatz soll nunmehr die River Voyager eingesetzt werden.

Während die Anbieter von Flussreisen den Kreuzfahrt-Anbietern bereits ein paar Schritte voraus sind, komplettieren sich allmählich die Reihen der Flussreisen-Anbieter. Auch das Bonner Unternehmen Phoenix Reisen hat auf dem Fluss wieder den Betrieb aufgenommen. Mit der MS Switzerland war der Bonner Reiseveranstalter auf dem Rhein und der Mosel unterwegs.

Alle Anbieter haben ein detailliertes Sicherheits- und Hygienekonzept entwickelt, damit sie der Sicherheit ihrer Gäste höchste Priorität einräumen können. Dazu gehört u.a. das Ausfüllen eines Gesundheitsfragebogens, die Messung der Körpertemperatur, das Tragen eines Mund-Nasenschutzes in den öffentlichen Bereichen und auch die Einhaltung des Mindestabstandes.

Mit den ersten positiven Erfahrungen verbindet sich aber auch die Hoffnung, dass sich auf den Schiffen nicht die Nachlässigkeit bei der Beachtung erforderlicher Maßnahmen zur Vermeidung einer weiteren Verbreitung des Corona-Virus einschleicht, die bereits vielerorts leider fast überall wieder zu beobachten ist.

Kreuzfahrt – Quo vadis?

Dass die Corona-Flaute der Kreuzfahrtbranche erheblich zu schaffen macht, liegt auf der Hand. Das Covid-19-Virus hat die Kreuzfahrtindustrie in die Knie gezwungen. Statt den erwarteten Einnahmen schlagen nunmehr recht hohe Ausgaben zu Buche. Allein das Bonner Kreuzfahrtunternehmen Phoenix Reisen muss mehr als fünf Millionen Euro für ihre Flotte investieren, die in den Häfen bzw. auf den Docks kleinere Reparaturaufgaben erledigen. Hinzu kamen bislang noch ca. 15 Millionen Euro für die Rückführung der auf den Weltmeeren gestrandeten Gäste und Crewmitglieder sowie für die Rückerstattungen der abgesagten Schiffsreisen. Aber nicht nur Phoenix Reisen musste bereits mehrstellige Millionen-Kredite bei den Banken anfordern.

Obwohl die Schiffe beispielsweise in den Docks Millionen Euro täglich verschlingen, setzen die Reedereien alles daran, ihre Schiffe für den Betrieb nach einem Restart zu erhalten, und sie nutzen die Zeit auch für die Zukunft. Es ist allerdings nicht leicht, machbare Lösungen für den Wiedereinstieg zu finden, da es nicht leicht fällt, die unterschiedlichsten Konzepte zu koordinieren.

Die Pandemie hat aber nicht nur die Konzerte in mehrerer Hinsicht getroffen. Allein in Deutschland stecken mehr als 11.000 Reisebüros in der größten Krise der Reisewirtschaft. Christian Baumann, beispielsweise, der jahrelang als Zweiter Offizier bei Phoenix Reisen zur See gefahren ist, setzte nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst auf das stetige Wachstum der Kreuzfahrtbranche. Doch das Covid-19-Virus zerbrach ein lohnendes Geschäft und statt Verkaufen von Kreuzfahrten heißt es nunmehr nur noch vertrösten. Lediglich die Tatsache, dass statt Storno der Reisen nun auch Umbuchungen stattfanden, ließ die Hoffnung auf einen glimpflichen Ausgang der Pandemie wieder aufkeimen.

Für den Naturschutzbund Deutschland ist der Stopp der Kreuzfahrtindustrie ein zweischneidiges Schwert. Die CO2-Emission der Kreuzfahrtschiffe wurde zwar durch den allseitigen Stopp drastisch reduziert, doch diese Verbesserungen sind keineswegs nachhaltig. Sobald die Kreuzfahrtbranche wieder in sichere Fahrwasser gelangt, treten die gleichen Probleme wieder zutage. Der Schadstoffausstoß durch die Luft belastet nach wie vor die Städte, in den die Kreuzfahrtschiffe gerade liegen.

In der Zwischenzeit geht die Suche nach alternativen Brennstoffen weiter. Statt Schweröl wird künftig vorwiegend Marineöl eingesetzt. Die Kreuzfahrtindustrie übernimmt quasi eine Vorreiterrolle für die gesamte Schifffahrt, ist der Innovationstreiber. Durch den öffentlichen Druck zielen die gesamten Entscheidungen in die richtige Richtung. Wichtig ist aber auch, zu wissen, dass ohne das Geld aus der Kreuzfahrtbranchen nicht in umweltfreundliche Antriebe investiert wird. Fehlen die Milliarden aus der Kreuzfahrtbranche, kommt es zu einem Stillstand bei der Suche nach umweltfreundlicheren Technologien.

Dem Branchenverband CLIA (Cruise Line International Association) stiegen in den letzten zehn Jahren die jährlichen Passagierzahlen von 17,8 Millionen auf 30 Millionen. Auch für 2020 ging CLIA von einer weiteren Steigerung aus. Doch das Corona-Virus zwang die Kreuzfahrt in die Knie. Wie es wirklich weitergehen wird, ist schwer einzuschätzen. Von einer Euphorie ist nichts zu spüren. Doch die Hoffnung bleibt erhalten, zumal die Zahl der Vorbuchungen für Kreuzfahrten enorm ist. Weltweit muss es zu einheitlicheren Regelungen beim Umgang mit der Pandemie kommen. Die Frage bleib, ob es tatsächlich zu einem zeitnahen Comeback ohne einen wirksamen Impfstoff kommen kann. Geplant sind eine Weiterfahrt mit Social Distancing-Plänen, einer geringeren Auslastung von ca. 50 bis 60%, ständigen Temperaturmessungen, Absage an Buffets, keine Landgänge und eine effiziente Umsetzung detaillierter Hygiene- und Sicherheitskonzepte an Bord.

Die Frage bleibt: Sind Passagiere, Länder und Städte für diese geplanten Maßnahmen schon bereit? Wird die Maßzahl „Mehr Meer statt mehr Land?“ die erwartete Akzeptanz finden? Quo vadis Kreuzfahrt? Wer kennt schon eine verbindliche Antwort?

Kreuzfahrt: Lockerungen zielen auf einen Restart

Gibt es bald einen Restart für Kreuzfahrten nach Corona? canva.com
Restart für Kreuzfahrten

Eine Lockerungswelle bietet der Covid-19-Pandemie die Stirn. Doch werden diese für alle Kunden positive Nachrichten bereits dadurch getrübt, dass mit den Lockerungen beispielsweise einem Kirchgang und/oder einem Schulbesuch wieder eine Zurücknahme der lange ersehnten Erleichterungen einhergehen. Lockerungen mit verbindlichen Auflagen werden aber zum Teil nicht mehr so ernst genommen und erneute behördlich angeordnete Schließungen sind die Folge.

Urlauber freuen sich auf ihren Urlaub

Der Urlauber, der sich nach mehrmonatigen Beschränkungen auf den Antritt eines Urlaubs freut, verfolgt die ständig sich ändernden Ankündigungen der Anbieter und ist auf die Reisewarnungen ins Ausland seitens des Auswärtigen Amtes angewiesen. Wer demnach in diesem Sommer eine Reise ins Ausland antritt, entscheidet sich auf seine eigene Verantwortung. Wie verlautet, wird Deutschland beispielsweise eine erneute großangelegte Rückholaktion in diesem Jahr nicht mehr durchführen.

Reedereien bereiten sich vor

Ein Blick auf die Anbieter von Flussreisen und Kreuzfahrten zeigt, dass die Reedereien und Reiseveranstalter gewissenhaft die aktuellen Entwicklungen unter dem Aspekt des Wohls und der Sicherheit aller Gäste und Besatzungsmitglieder beobachten und bewerten und daher auch bereits angekündigte Änderungen auf die dynamisch fortschreitenden Entwicklung anpassen, die Durchführbarkeit von Fluss- und Seereisen neu bewerten und die erforderlichen Anpassungen vornehmen.

Gehen Kreuzfahrten wieder ab Ende Juli los?

Ein Blick auf die Informationen der einzelnen Reedereien und Unternehmen zeigt, dass die Durchführungen der maritimen Reisen voraussichtlich erst zum Ende des Monats Juli 2020 möglich sein dürfte. Derzeit wird noch an einem umfangreichen und detaillierten Hygiene- und Gesundheitskonzept gearbeitet, das dann für alle Gäste verbindlich sein wird. Alle Anbieter arbeiten derzeit intensiv an einem Konzept für die zeitnahe Wiederaufnahme des Fluss- und Seereisebetriebs. Abhängig ist aber der Restart von der Erreichbarkeit der Häfen und den ländereigenen detaillierten Reisebestimmungen.

Leinen los für die MS Karlsruhe

Wie ein Blitz hat die Corona-Pandemie auch bei den Passagierschiffen eingeschlagen. Monatelang musste auch das Passagierschiff MS Karlsruhe pandemiebedingt im Karlsruher Hafen vor Anker liegen. Für die „schneeweiße Botschafterin“ der badischen Metropole ist nunmehr glücklicherweise nach dem Lockdown eine neue Zeit angebrochen.

Bei neuen Sicherheits- und Hygienekonzepten kann die badische Botschafterin nunmehr den Gästen entschleunigende Stunden auf dem Rhein bescheren. Normalerweise haben auf der MS Karlsruhe 600 Fahrgäste Platz, doch die MS Karlsruhe muss sich nunmehr zunächst auf ihren Ausfahrten mit maximal 150 Fahrgästen mit nunmehr auch üppigen Platzverhältnissen begnügen. Jeder zweite Tisch ist mit Klebefolien für die Gäste gesperrt. Pfeile auf dem Boden markieren die erforderlichen Laufrichtungen des Einbahnsystems.

Um den monatelangen Ausfall aufzufangen und die dringend benötigten Gelder zu generieren, fungiert das Fahrgastschiff Karlsruhe von montags bis samstags abends in der Zeit zwischen 17 und 23 Uhr als Restaurant. Bis 22 Uhr gibt es warme Küche.