Das Thema „Piraterie“ ist bei der Kreuzfahrtbranche noch nicht vom Tisch

 

Aufmerksam verfolgen die Kreuzfahrtreedereien und auch die Kreuzfahrtfans die Berichte in den Medien über die Piraterie vor der Küste Somalias. Allein im ersten Halbjahr 2009 gab es 146 Attacken von Piraten auf vorwiegend Frachtschiffe. Nur wenige dieser Attacken waren bislang erfolgreich, sicherlich ein Erfolg des Einsatzes der Seestreitkräfte aus der Europäischen Union. Unter den Reedereien gibt es nunmehr Kreuzfahrtunternehmen, die explizit die Fahrt durch das gefährdete Gewässer ihren Kunden nicht mehr anbieten. Andere Kreuzfahrtschiffe durchfuhren den Golf von Aden ohne Passagiere. Die Devise heißt: „Ja kein Risiko eingehen.“

Nicht jedes Schiff benötigt einen militärischen Schutz, wie ihn die EU-Operation Atalanta anbietet, lediglich verwundbare. Die allermeisten Kreuzfahrtschiffe gehören nicht zu den „verwundbaren“ Schiffen. Ihre Bordwand ist über der Wasseroberfläche mehr als fünf Meter hoch und kann mehr als 18 Knoten schnell sein.

Dennoch achten die Reedereien auf erhöhte Aufmerksamkeit. Auf der Brücke befinden sich stets zwei Wachoffiziere mit starkem Fernglas Die Mannschaft kontrolliert vom Heck aus kontinuierlich das Meer. Manch ein Ozeanliner verfügt über eine Schallkanone, deren unerträglich lauter Ton die Angreifer vertreiben soll. Durch Zick-Zack-Fahren werden hohe Wellen erzeugt, welche die Schnellbote der Piraten in Bedrängnis bringen. Manche Reedereien sprechen von einem hohen Sicherheitsstandard. Ob die Crew allerdings mit Waffen ausgerüstet werden kann, diese Frage bleibt noch offen.

Und wie werden „verwundbare Schiffe“ geschützt? Der Auftrag der EU-Operation Atalanta  ist der Schutz der Schiffe des Welternährungsprogrammes.  Einzelschiffe werden aber grund-sätzlich nicht eskortiert. Wenn Kapazitäten frei sind, begleitet eine militärische Eskorte solche Schiffe in Gruppen, die sich zuvor aber beim Maritime Security Centre Horn of Africa angemeldet haben. Fünf bis zehn Schiffe fahren dann bei gleicher Geschwindigkeit durch den gefährdeten Korridor.

Täglich werden auch uneskortierte Group Transit angeboten, die von Kriegsschiffen beobachtet werden, die entlang des Verkehrskorridors stationiert sind. Eskortierte Gruppen befahren in der Regel einmal pro Richtung den Korridor.

Doch so lange das Land Somalia über keine funktionierende Staatsgewalt verfügt, wird die Piraterie in dieser Region auf der Tagesordnung bleiben.

 

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Autor: Peter

alter Seebär und Kreuzfahrer

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