Die Schlacht am Kreuzfahrt- Buffet und was davon übrig bleibt

Wohin mit den ganzen Essensresten?

Geschnitzte Melone
Melonen Deko von Hand geschnitzt

Zugegeben, Essen und Trinken zählt auf Kreuzfahrten unbestritten zu den beliebtesten Beschäftigungen. Essen rund um die Uhr, was man möchte, wieviel man möchte und wann man möchte. Schon ehe die Türen zu den Restaurants geöffnet werden, sieht man bereits Schlangen vor den Eingängen stehen. Fast so, als hätte es schon lange nichts mehr zum Essen gegeben.

Aber mal Hand aufs Herz, geht es den meisten von uns nicht auch so? Je größer das Angebot, umso mehr wächst auch die Lust am Essen. Essen ist ja nicht nur Aufnahme von Nahrung, sondern auch ein gesellschaftliches, zwischenmenschliches Highlight.

Denkt man jedoch über die Verschwendung an Lebensmitteln auf Kreuzfahrten nach, da kommt schon das schlechte Gewissen hoch. Man kann es nicht leugnen, wo es so viel Fülle gibt, wird auch viel weggeworfen. Und wenn Verschwendung einen Namen hätte, dann wohl „all inklusive“. Es gilt die Regel: Was einmal auf dem Buffet angeboten wird, wird nicht mehr aufgetragen.

Unfassbar aber wahr: 3500 Kreuzfahrer verursachen pro Woche 16 Tonnen an Lebensmittelmüll. Was wir hier als Müll bezeichnen, sind einwandfreie Nahrungsmittel, die aus rein hygienischen Gründen nicht mehr angeboten werden dürfen. (Quelle: TUI Cruises, Stichprobenmessung Juli 2017)

Was passiert aber mit so viel Essensabfällen?

Die Antwort ist einfach: Sie werden größtenteils zu Fischfutter. Ab einer Entfernung von 12 Meilen von der Küste, dürfen Essensreste verkleinert im Meer entsorgt werden. An Bord der TUI Cruises Schiffe gibt es einen Umweltoffizier, der sich nicht nur um Müll, sondern auch um Wasseraufbereitung und die Abgassysteme kümmert

Es geht aber auch anders. Costa Kreuzfahrten wirft gute Lebensmittel nicht in den Müll sondern verschenkt sie z.B. in Barcelona, Marseille und anderen Mittelmehrhäfen an Hilfsorganisationen. Hunderte von Bedürftigen erhalten so jeden Tag eine Mahlzeit mit 3 Gängen. Verschenkt wird alles, fertig zubereitete aber übrig gebliebene Speisen genauso wie frische Lebensmittel. Costa möchte dieses Projekt noch in die Karibik ausdehnen. In Deutschland ist dies jedoch nicht möglich, das deutsche Lebensmittelrecht verhindert dies.

Was die Reedereien gegen so viel Essensmüll tun

Fast jede Reederei hat das Thema Essenmüll auf dem Plan. Essensreste werden bei vielen gewogen, es wird festgehalten was in die Tonne kommt und wieviel davon. So können Speisepläne noch mehr optimiert werden.

Eingespart werden kann beispielsweise bei der Deko. Wer hat nicht schon die von Hand geschnitzten Melonen auf dem Buffet bewundert? Gegessen werden die jedoch nicht. Genau so wenig wie all die andere Dekorationen die kunstvoll aus Lebensmitteln geformt werden. Unzählige Töpfe mit Kräutern, frische Ananas, Butter und vieles mehr landet einfach in der Tonne. Einige Reedereien haben daher entschieden, Dekoration nicht mehr aus verderblichen Lebensmitteln herzustellen sondern kreative Ideen ohne Nahrungsmittel zu verwirklichen.

Kleinere Platten und Schalen sind auch eine Möglichkeit, übrig gebliebenes zu reduzieren. Besonders am Ende der Essenszeit ist dies eine gute Möglichkeit. Zwar ist noch alles da, das Angebot wird aber etwas verknappt. Letztlich muss so am Ende weniger weggeworfen werden.

Aber auch der Kreuzfahrt-Gast selbst kann etwas tun. Wirklich nur soviel vom Buffet nehmen, wie er auch essen kann und keine Berge von Essensresten auf dem Teller hinterlassen. Da immer genügend angeboten wird, sollte zunächst eine kleine Portion probiert und dann erst nachgeholt werden.

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