Kreuzfahrten – Gigantismus auf hoher See

Der Trend ist kaum aufzuhalten. Die Neubauten werden immer größer, die Passagierkapazitäten klettern in ungeahnte Höhen! Doch mit dem unaufhörlichen Wachstum der Mega-Liner wachsen auch die kritischen Fragen nach der Sicherheit der großen Kreuzfahrtschiffe, z.B.
 
  • Kann für große Kreuzfahrtschiffe mit mehr als 4000 Gästen an Bord im Seenotfall überhaupt noch die Sicherheit von Passagieren und Besatzung gewährleistet werden?
  • Kippen Ozeanriesen lichter um, weil sie extrem in die Höhe ragen und im Verhältnis dazu wenig Tiefgang haben?
  • Reichen die Rettungsmittel an Bord überhaupt noch aus?
  • Lässt sich ein Kreuzfahrtschiff mit mehr als 4000 Passagieren im Notfall überhaupt geordnet evakuieren?
 
Hierzu einige Anmerkungen:
Die Werften überprüfen bei Computersimulationen und Schleppversuchen, wie sich die großen Kreuzfahrtschiffe bei starkem Seegang verhalten. Selbst Monsterwellen werden bei der Statik berücksichtigt.
 
Nach dem SOLAS-Abkommen muss gewährleistet sein, dass auch bei großen Kreuzfahrtschiffen in weniger als 80 Minuten die vollständige Evakuierung erfolgt.
 
Der Wettbewerb zwischen den einzelnen Reedereien geht nicht zu Lasten der Sicherheit. Die Sicherheitsvorkehrungen sind für alle zwingend vorgeschrieben und werden regelmäßig überprüft.
 
Auf großen Kreuzfahrtschiffen stehen ausreichend Rettungsboote zur Verfügung. Die Rettungswege sind auch auf den Mega-Linern exakt vorgeschrieben. Allerdings wird es etwas länger dauern, bis die Passagiere zu ihren Rettungsbooten gelangen.
 
Bei allen Auskünften und Versicherungen der für die Sicherheit an Bord Verantwortlichen bleibt dennoch das ungute Gefühl. Die Sicherheitsvorkehrungen werden sicherlich beim Bau berücksichtigt und auch ständig kontrolliert. Auch die Schulung der Crewmitglieder ist für alle Reedereien verbindlich. Die verbindlichen Seenotrettungsübungen, an der jeder Gast teilnehmen muss, werden künftig auch noch vor Verlassen des Hafens durchgeführt. Doch was ist mit dem Faktor MENSCH? Sind sich die Verantwortlichen sicher, dass es im Katastrophenfall – beispielsweise im Falle eines Sinkens mit Schlagseite – zu einer halbwegs geordneten Evakuierung kommen kann, wenn Passagiere in Panik geraten und alle geplanten Sicherheitsvorkehrungen außer Kraft setzen?
 
 
Werbung

Autor: Peter

alter Seebär und Kreuzfahrer

Schreibe einen Kommentar