Nebenkosten bei der Kreuzfahrt

Im „Hamburger Abendblatt“ vom 16. Mai 2009 findet sich ein ausführlicher Beitrag von Gudrun Herzig zum Thema „Ausgaben des persönlichen Bedarfs auf Kreuzfahrtschiffen“.

„Extras“, so führt die Autorin aus, „können auf Schiffen durchaus ins Geld gehen.“Im Folgenden beschreibt sie, was im Preis bereits enthalten ist und welche Kosten als Nebenkosten noch anfallen.

„Das richtige Schiff ist gefunden, die Kabine ausgesucht, alles gebucht, der Koffer gepackt, die Rechnung vom Reisebüro bezahlt: Die Kreuzfahrt kann beginnen. Bleibt nur die Frage: Welche Kosten fallen eigentlich unterwegs noch an? Die Antwort darauf hängt vom gewählten Kreuzfahrtschiff ab.

Grundsätzlich sind in jedem Kreuzfahrtpreis eingeschlossen: Unterbringung in der gebuchten Kabine, Vollpension (bis zu sechs Mahlzeiten pro Tag), das Unterhaltungsprogramm (wie Tanzkurs und Abendshows) an Bord, Hafengebühren, Gepäcktransfer, Willkommens- und/oder Abschiedscocktail mit dem Kapitän, Lektoren-Vorträge über Land und Leute, Benutzung der Schiffseinrichtungen wie Sauna (mit einer Ausnahme!), Fitnessraum und – falls vorhanden – Diskothek sowie Kino.

An Bord müssen jedoch noch zusätzlich die „Ausgaben des persönlichen Bedarfs“, wie es in den meisten Katalogen formuliert wird, bezahlt werden. Dazu gehören üblicherweise die Getränke an den Bars, im Restaurant, aus der Minibar in der Kabine sowie Einkäufe in der Boutique, die Landausflüge und Dienstleistungen wie Massage, Kosmetikbehandlungen, Friseur und Wäscherei/Reinigung.

Häufig lohnt es sich, die Katalogbeschreibungen sehr gründlich zu lesen – und vielleicht nachzurechnen, wie viel die Urlaubskasse tatsächlich noch über den Reisepreis hinaus hergeben muss.

Zumindest kleine Extras sind – je nach Schiff – oft noch zusätzlich inklusive. So wird auf der „Albatros“ von Phoenix Seereisen und der „Vistamar“ von Plantours & Partner der Tischwein zu Mittag- und Abendessen gratis ausgeschenkt, auf letzterem Kreuzfahrer beginnt sogar das Frühstück mit Sekt auf Kosten der Reederei. Auf der „Europa“, „Hanseatic“ und „Bremen“ werden Softdrinks und Bier in der Minibar während der gesamten Reise kostenlos aufgefüllt.

Mitunter ist es aber auch andersherum: Auf der „Delphin Renaissance“ etwa muss der Passagier, Kreuzfahrt-untypisch, für den Saunagang zahlen.

Eine noch größere Rechenaufgabe fürs Budget stellen die internationalen Reedereien dar. Die Getränkepreise auf den Barkarten wie zum Beispiel der „Queen Mary 2“ sind nur Netto-Preise, am Ende des fröhlichen Abends kommen noch einmal bis zu 15 Prozent „Service charge“ hinzu. Auch in den zusätzlichen Spezialitätenrestaurants heißt die Extra-Zahlung vornehm „Unkostenbeitrag“ und beträgt pro Person rund sieben US-Dollar. Immerhin ist das Geldausgeben an Bord eines Schiffes bequem und einfach: Beim Check-in bekommt jeder Passagier eine scheckkartengroße Plastikkarte, die gleich drei Funktionen erfüllt: Sie ist Kabinenschlüssel, persönlicher Bordausweis (muss beim Verlassen und Betreten des Schiffes vorgezeigt werden) und bargeldloses Zahlungsmittel für alle Extra-Ausgaben. Der Gast unterschreibt – wie im Hotel – nach jedem Verzehr oder Einkauf, erhält dann eine Kopie und bekommt am Ende der Reise schließlich die detaillierte Gesamtrechung. Auf längeren Reisen ab drei Wochen werden auch Zwischenabrechnungen vom Zahlmeister erstellt.

Auf einigen Kreuzfahrtschiffen ist das Trinkgeld bereits im Reisepreis eingeschlossen oder wird nicht erwartet. Jedem Gast ist es natürlich freigestellt, besonders ausgezeichneten Service individuell anzuerkennen. Aber auch auf den anderen Schiffen deutscher Anbieter herrscht kein „Trinkgeldzwang“, jedoch gehört dort der „Tip“ zum guten Ton. Die Reedereien geben lediglich Empfehlungen heraus, die zwischen fünf und 14 Euro pro Passagier und Tag liegen. Diese Summe sollte am Ende der Reise unter Tischsteward/-dess, Kabinensteward/-dess und eventuell Barkeeper aufgeteilt werden.

Auf internationalen Schiffen sind Trinkgelder (ca. 50 US-Dollar pro Woche und Passagier) allerdings quasi Pflicht, da diese das tatsächliche Gehalt der Crewmitglieder ausmachen.“

Wer bereits auf Kreuzfahrten unterwegs war, weiß, dass jede Reederei ihre eigene Definition von „all inclusive“ hat. Bis zu sechs Mahlzeiten bieten die Luxusliner auf den Fahrten an, alle sind im gebuchten Preis enthalten. Was die Getränke während des Aufenthaltes auf Kreuzfahrtschiffen betrifft, werden erhebliche Unterschiede festgestellt. AIDA Cruises und TUI Cruises haben die Tischgetränke in den Buffetrestaurants inkludiert, andere Reedereien allerdings kassieren extra oder bieten Getränkepakete für Alkoholika. Manche Reedereien bieten spezielle Kinder-Getränkepreise.

Bisweilen übersieht der Passagiere bei der eigenen Urlaubskalkulation die Preise für die Landausflüge. Die Preise variieren zwischen 45 und 99 Euro pro Tag. Der Halbtag kostet zwischen 16 und 38 Euro.

„All inclusive“ bezieht sich bei den Schiffen teils sogar auf den Spa-Bereich oder das Unterhaltungsprogramm: Bei MSC etwa können Sauna und Dampfbad nur gegen einen Aufpreis benutzt werden.

Schließlich sollte jeder Gast auch der Frage nach den erwarteten Trinkgeldern nachgehen. Bei TUI ist das Trinkgeld für Kellner und Co. Bereits im Reisepreis enthalten. Andere  Reedereien geben Trinkgeldempfehlungen heraus. Auf manchen Kreuzfahrtschiffen wird das Trinkgeld gleich vom Bordkonto abgebucht.

Um vor unliebsamen Überraschungen bewahrt zu sein, empfiehlt es sich, dass der Passagier im Reisebüro sich entsprechende Informationen einholt und beispielsweise die anfallenden Nebenkosten vor der Fahrt vergleicht und den persönlichen Gesamtpreis errechnet.

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Autor: Peter

alter Seebär und Kreuzfahrer

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