Flexibilität von AIDA Cruises zahlt sich aus

Nach siebenmonatiger Zwangspause konnte die Rostocker Kreuzfahrtreederei AIDA Cruises mit der „AIDAblu“ eine siebentägige Kreuzfahrt entlang der italienischen Westküste anbieten und den 1000 Gästen ein Kreuzfahrterlebnis bis Civitavecchia anbieten. Wenn auch coronabedingt die „AIDAblu“ nur zur Hälfte besetzt war, konnten die Rostocker Anbieter dennoch eine erste positive Bilanz ziehen.

Nunmehr aber sieht sich die Kreuzfahrtreederei gezwungen, die entstandenen Risikogebiete zu umfahren, die bisherige Reiseroute zu ändern und aus dieser ersten „Bella Italia“-Kreuzfahrt eine reine Sizilien-Kreuzfahrtreise zu gestalten.

Mit Civitavecchia kann AIDA Cruises zwar den Zielhafen erhalten, obwohl Civitavecchia zu den Risikogebieten zählt, doch dieser Hafen wird lediglich als Transit und nicht als fester Aufenthalt gezählt.

Die neue Reiseroute heißt nun: Civitaveccia – Seetag – Palermo -Messina – Syrakus – Catania – Seetag – Civitavecchia.

Kreuzfahrt Corona-Ausbruch trotz Hygienekonzept

Zwei Drittel der meist 92 Schweizer Passagiere des Flussschiffes MS Swiss Crystal der Schweizer Reederei Scylla AG wurden nach der Musik-Kreuzfahrt von Passau nach Frankfurt positiv auf Corona getestet. Diese Information löste auch bei Experten insofern Entsetzen aus, als die bestehenden Corona-Maßnahmen anscheinend eingehalten wurden, aber eine Ausbreitung des Coronavirus nicht verhindern konnte.

An Bord des Flussschiffes MS Swiss Crystal befanden sich nach Aussage des Betreibers auch Schlagersänger und Blasmusiker. Nun fragen sich die Verantwortlichen, wie sich an Bord das Coronavirus trotz des detaillierten Hygienekonzepts mit Maskenpflicht und täglicher Fiebermessung ausbreiten konnte. Als Ursache könnte die Tatsache gelten, dass

  • sich Passagiere und Musiker über Stunden hinweg im gleichen Raum aufhielten,
  • gesungen und gejodelt wurde und dadurch es ggf. zu Tröpfchen- und Aerosolbildung kam,
  • beim Essen und Trinken auf engem Raum keine Maske getragen wurde,
  • alle Passagiere auf engem Raum über Tage zusammen sind,
  • bei Landgängen es zur Infizierung kam.

Die Betreiber von Schiffsreisen müssen sich sicherlich noch intensiver an die Einhaltung der Hygienemaßnahmen und des detaillierten Sicherheitskonzeptes halten und ebenso auch auf die strikte Einhaltung aller vorgegebenen und erforderlichen Regeln ohne Ausnahmen achten. Es ist wahrscheinlich aber auch davon auszugehen, dass gerade in den Landgängen und Ausflügen die Infektionsquelle zu suchen ist.

Kreuzfahrtschiff als Notunterkunft

Die Diskussionen reißen nicht ab, wie den auf der Insel Lesbos untergebrachten Moria-Flüchtlingen nachhaltig geholfen werden könnte. Deutschland hat leider im europäischen Lager keine Mitstreiter gefunden, um den Geflüchteten und damit aber auch den Inselbewohnern Entlastung zu schaffen. Zwar haben Europaabgeordnete Vorschläge unterbreitet, diese Flüchtlinge auf Kreuzfahrtschiffen vor der Küste oder am Hafen von Lesbos einzuquartieren, doch nun sichert ein Stacheldrahtzaun eine eiligst aufgebaute Zeltstadt davor, dass die Flüchtlinge weiterziehen können. Stimmen mehren sich, dass nicht nur die griechische Asylpolitik nach wie vor gescheitert ist.

Spontan reagierte auch das Kölner Reiseunternehmen Phoenix Reisen mit dem Angebot, nach Bekanntwerden der Brandkatastrophe ein Kreuzfahrtschiff nach Lesbos zu schicken, um den Flüchtlingen und auch der Inselbevölkerung vor Ort zu helfen. Phoenix Reisen signalisierte sogar die Bereitschaft, ggf. ein Kreuzfahrtschiff zweckgebunden zu verschenken.

Ach TUI Cruises signalisierte Hilfsbereitschaft. Da aber die Umsetzung von humanitären Schutz- und Unterbringungsmaßnahmen stattliche Aufgabe ist, haben die Reiseunternehmer nur wenig Kompetenz und die „Lösung“ heißt nach wie vor Zeltstadt.

Rückschlag für die Kreuzfahrt Branche

Die Besserwissser reiben sich zwar nicht die Hände, doch sie unterstreichen ihre Meinung, dass sie „es“ gewusst haben, dass „es“ ja so kommen musste. Wegen der Corona-Virus-Pandemie hatten die griechischen Behörden bereits im März alle Häfen für Kreuzfahrtschiffe gesperrt. Durch das von TUI Cruises vorgelegt Infektionsschutzkonzeptes durfte allerdings das Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 6“ mit 922 Gästen und nahezu 700 Crewmitgliedern ab der kretischen Hafenstadt Heraklion zu einer Kreuzfahrt auslaufen.

Doch das erhoffte Kreuzfahrt-Vergnügen wurde nach kurzer Dauer jäh unterbrochen. Im Hafen von Piräus legte die „Mein Schiff 6“ mit mehreren Corona-Infizierten an und muss nunmehr zunächst in Quarantäne bleiben.

Die griechischen Behörden ordneten umgehend den Corona-Test für alle an Bord befindlichen Personen an. Die zwölf positiv auf das Corona-Virus getesteten Besatzungsmitglieder wurden umgehend auf dem Kreuzfahrtschiff isoliert.

So muss erneut die Frage gestellt werden, ob der Neustart trotz eines detaillierten Infektionsschutzkonzeptes zu früh gekommen ist. Selbst wenn diese Frage nicht eindeutig beantwortet werden kann, bedeutet das Corona-Virus auf dem Kreuzfahrtschiff „ein Schiff 6“ einen erneuten Rückschlag für die gesamte Kreuzfahrt.

Cruisen und Landgänge trotz Corona-Pandemie

Kreuzfahrten ohne Landgang? Echte Kreuzfahrt-Fans konnten sich für eine solche Entscheidung nicht erwärmen. Doch die Anbieter von Flusskreuzfahrten haben Konzepte entwickelt, die Flussreisen ermöglichten und trotz Einschränkungen und zusätzlichen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen den Gästen erholsame und abwechslungsreiche Tage an Bord bieten konnten. Die Reedereien wählten ganz besondere Routen durch heimatliche Gewässer aus. Landgänge waren meistens tabu, Flussreisen mit Rambazamba keinesfalls en vouge.

Die ersten Kreuzfahrten wurden möglich, weil die Reedereien neue Gesundheits- und Sicherheitskonzepte umsetzte. So erhielt beispielsweise bei Kreuzfahrten jeder Gast ein eigenes Zeitfenster bei der Einschiffung. Die erforderlichen Gesundheitskontrollen umfassten eine Temperaturmessung, den medizinischen Check des Gesundheitsbogens und auch einen Covid-19-Antikörper-Abstrich. Social Distancing an Bord wurden ebenso überwacht wie auch die Einhaltung der Maskenpflicht.

Die Passagierzahl wurde auf ca. 60% beschränkt, die Tische mit erforderlichem Abstand platziert, die Kellner trugen Handschuhe und Mundschutz und das gewohnte Buffet gehörte der Vergangenheit an. Durch solche Maßnahmen konnte der Neustart gelingen, der kontrolliert, besonnen und professionell gemanagt wird. Die Gäste ordneten sich bewusst den neuen Rahmenbedingungen unter und konnten somit an Bord neben Sicherheit viel Freude und Erlebnisse erhalten.

PONANT beispielsweise plante für die Reisen exklusive Destinationen ein, und die Gäste konnten auch Ausfahrten mit dem Zodiac und auch Landgänge an einsamen Stränden und in abgelegene Buchten erleben. Durch dieses Konzept „An vom Schuss“ wurden wieder viele und abwechslungsreiche Aktivitäten trotz Pandemie möglich.

Kreuzfahrten im Würgegriff der Covid-19 Pandemie

Nun sind bereits viele Monate vergangen, dass die gesamte Kreuzfahrtbranche in der tiefsten Krise seit ihrem Bestehen steckt. Nicht nur die Kreuzfahrtfans sehnen endlich die Corona-Pandemie herbei. Doch die Wissenschaftler aus vielen Nationen sind sich einig, dass sich alle wahrscheinlich noch mindestens zwei Jahre gedulden müssen.

Jeder muss sich damit abfinden, dass das Virus nicht plötzlich verschwindet und alle Beteiligten damit leben müssen. Die Reedereien haben sich im besonderen bemüht, durch detaillierte Sicherheits- und Hygienekonzepte einen Restart zu ermöglichen. Teilweise haben einzelne Kreuzfahrtschiffe dies ersten Test auch Bestanden. Die Passagiere haben sich mit den neuen Begebenheiten angefreundet, wenn auch das richtige Kreuzfahrtfeeling noch vermisst wurde. Von der gewohnten Normalität ist die Kreuzfahrtbranche noch weit entfernt.

So lange keine geeigneten Behandlungsmaßnahmen greifen, solange kein Impfstoff und auch keine wirksamen Medikamente auf dem Markt sind und allen Bevölkerungsgruppen zur Verfügung stehen, müssen sich die Gäste zum Erhalt der Kreuzfahrtbranche trauen, das Risiko einer Kreuzfahrt einzugehen. Nur wenn eine fundierte Nachfrage nach Kreuzfahrten besteht, kann die Kreuzfahrtbranche wieder zu einem Stück Normalität zurückkehren.

Einerseits sind die Kreuzfahrtfans abhängig vom weiteren Bestehen der Reedereien, andererseits sind aber auch die Reedereien abhängig vom Mut und der Vernunft der Kreuzfahrtfans.

Die Kussmund Flotte bleibt im Hafen

Planungen können leider nicht immer realisiert werden. So hat sich AIDA Cruises entschlossen, vor dem 1.November 2020 kein Schiff der Kussmund-Flotte in See stechen zu lassen. Damit fallen auch alle Kreuzfahrten, die von den Häfen Hamburg und Kiel aufbrechen sollten, ersatzlos gestrichen worden.

Allerdings sieht die Planung vor, dass beispielsweise die „Aida mar“ ab Las Palmas auf Gran Canaria rund um die Inselwelt der Kanaren starten möchte. Mit gleichen Zielen soll dann die „Aida Perla“ ab 7. November 2020 folgen.

Weitere Kreuzfahrten plant AIDA Cruises ab 12. Dezember 2020 . Die „Aida Stella“ wird dann voraussichtlich ab Palma de Mallorca einige Metropolen der Region besuchen können.

Fans der Nordlandreisen müssen sich allerdings noch ein wenig gedulden. Die AIDA-Verantwortlichen hoffen, dass Norwegen zu Beginn des Jahres 021 die Einreisesperre für Gäste aus Deutschland aufhebt und dann AIDA Cruises ihre Kreuzfahrtgäste wieder nach Norwegen fahren kann.

Rückschlag für AIDA Cruises

Auf den Vorfall auf der Roald Amundsen, Hurtigruten, hat die norwegische Regierung reagiert und weitere Kreuzfahrten in norwegischen Hoheitsgewässern verboten, um weitere Corona-Infektionen zu verhindern.

Betroffen von dem erneuten Verbot sind vor allem die Kreuzfahrtschiffe von TUI Cruises und AIDA Cruises betroffen, die im September wieder in die norwegischen Gewässer reisen wollten. Auch Fähren haben mittlerweile ihren Betrieb nach Oslo eingestellt, da die Passagiere ansonsten 14 Tage in Quarantäne müssten.

Ausgenommen von dieser Regelung sind lediglich Schiffe, die mit einer Auslastung von 50% und maximal 200 Personen (inklusive Besatzung) fahren. So müssen die Reedereien abwarten, bis die norwegische Regierung eine neue Bewertung vornimmt und dann ggf. wieder Kreuzfahrten nach Norwegen zulässt.

Auch für AIDA Cruises bedeutet die erneute Entscheidung der norwegischen Regierung ein Rückschlag in seinen Planungen. Immer noch leidet das Unternehmen unter den Entscheidungen des italienischen Flaggenstaates , das zuletzt einen möglichen Neustart bis in den September verlegt hatte. Mit dem Verbot weiterer Küstenkreuzfahrten mit über 50% und über 200 Personen bis zum 1. November 2020 mehren sich erneut die Probleme für AIDA Cruises, das nunmehr zunächst auf Fahrten in die Fjorde und norwegischen Hoheitsgewässer verzichten muss. Wozu sich nun AIDA Cruises entscheidet, ob die Reederei eine Umroutung in die Ostsee vornimmt , bleibt abzuwarten.

Restart und Leinen los für Mein Schiff 2

Angesichts der Covic-19-Pademie bleibt die Zukunft der Kreuzfahrtbranche ungewiss. Die Diskussionen reißen nicht ab, Pessimisten und Optimisten überbieten sich in Argumenten für einen Restart oder den weiteren Stillstand. Da heißt es beispielsweise: „Wer derzeit eine Kreuzfahrt bucht, ist selber schuld.“ oder „Das ist doch kein Urlaub, wenn ich den ganzen Tag eine Maske tragen muss.“ Das Lager ist gespalten. Eine Reederei will den Beweis antreten, dass eine Kreuzfahrt auch unter Corona-Bedingungen funktioniert.

TUI Cruises hat den Schritt gewagt. Seit ein paar Tagen ist die „Mein Schiff2“ nach monatelanger Zwangspause mit 1200 Passagieren zu einer dreitägigen Mini-Kreuzfahrt unterwegs über die Nordsee in Richtung Norwegen. Ist diese Kreuzfahrt genau so wie früher oder eben doch ganz anders?

Recht flexibel geht man nun an Bord der „Mein Schiff 2“ mit den Mahlzeiten um. Nicht nur in den Restaurants gilt „Social Distancing“. Auch auf regelmäßiges Händewaschen und desinfizieren wird beonders geachtet. Die Kellner tragen Masken, und die Gäste nehmen an den Tischen, die mit ausreichend Abstand von einander platziert sind, Platz. Die bislang gewohnten Besteckständer gehören der Vergangenheit an. Jeder Gast erhält, nachdem er Platz genommen hat, dicht in Papier verpackt sein Besteck.

Jeder Gast kann dann aufstehen, ans Buffet gehen, dort seine individuellen Bestellungen aufgeben, die dann ein Kellner umgehend erfüllt. Kein Gast kann sich nun mehr selbst bedienen, das gewohnte Buffet gehört der Vergangenheit an. Die Gäste verhalten sich äußerst diszipliniert. Die Erwartungen der Reederei, die auf ein verantwortungsvolles Verhalten aller Gäste gezählt hat, erfüllen sich. Die Gäste legen immer dann die Masken an, wenn ein Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann.

Um die notwendigen Distanzregeln einzuhalten, müssen die Passagier, die ein Programmangebot annehmen möchten, über das kostenfreie Bordportal die Teilnahme reservieren lassen. Die Passagiere haben viel Platz, denn von möglichen 2.900 Passagieren sind lediglich 1.200 Gäste an Bord. Die Passagiere verlaufen sich an Bord, es ist – so die Beobachtungen – fast leer an Bord. Auch die Fahrstühle sind leer. Lediglich vier Personen dürfen gleichzeitig einen der geräumigen Fahrstühle benutzen. Was besonders an Bord außerdem auffällt, sind die Desinfektionsspender an allen Ecken. So wird Sicherheit geboten, und die Gäste, so werden die ersten Eindrücke geschildert, fühlen sich an Bord wohl und auch sicher.

Diese erste Ausfahrt der „Mein Schiff 2“ rechnet sich zwar nicht, doch die Reederei erhält ein wenig Liquidität in die stark lädierte Kasse, denn die Reedereien erwirtschaften ihre Gewinne nicht nur aus dem Preis für die Passage, sondern auch aus den besonderen Angeboten an Bord, aus der Gastronomie, den Boutiquen und den Landgängen, die allerdings bei diesem Neubeginn ausgeschlossen sind. Summa summarum: Die Zukunft der Kreuzfahrtbranche bleibt ungewiss, solange die Corona-Gefahr nicht gebannt ist.

Griechenland öffnet Häfen -ob das gut geht?

Die Berichte überschlagen sich, und nicht nur die Virologen äußern ihre Bedenken, dass durch die sich ständig mehrende Sorglosigkeit der Menschen nicht nur die Infektionszahlen steigen, sondern auch die Befürchtung einer zweiten Pandemie-Welle real wird. So wundert sich auch kaum jemand, dass beispielsweise Griechenland angesichts steigender Corona-Infektionszahlen zur allgemeinen Maskenpflicht in Geschäften und anderen geschlossenen öffentlichen Räumen zurückgekehrt ist.

Trotz der Tatsache, dass Griechenland im europäischen Vergleich eine relativ niedrige Ansteckungsrate aufweist, kommt die Nachricht relativ überraschend, dass Griechenland ab dem 1. August 2020 die sechs Häfen Piräus, Rhodos, Heraklion, Korfu, Katakolon und Volos für Kreuzfahrtschiffe öffnet.

Jeder weiß, dass Griechenland in besonderem Maße vom Tourismus abhängig ist. Griechenland ist nun das erste europäische Land, das nunmehr für den Anlauf von Kreuzfahrtschiffen in den sechs Häfen wirbt. Jeder, der aufmerksam die Nachrichten über die Bemühungen der einzelnen Reedereien verfolgt, einen Restart zu realisieren, weiß aber auch, dass bislang zwar Schnupper- und Minikreuzfahrten angeboten und auch durchgeführt werden, allerdings aber ohne Landgänge.

Nun einige Kreuzfahrt-Fans können sich vorstellen, eine längere Kreuzfahrt mit Maskenpflicht, besonderen Hygiene- und Sicherheitsregeln und ohne jegliche Landgänge zu buchen. Was bewegt aber dann Griechenland, sechs Häfen für Kreuzfahrtschiff-Anlandungen zu öffnen. Sind es allein kommerzielle Gründe, durch Hafengebühren und Versorgungslieferungen die lädierten Kassen aufzufüllen?