MS Artania: Hoffnung auf Ende einer dramatischen Kreuzfahrt

Kapitän Morten Hansen an Bord eines Phoenix Schiffs
Kapitän Morten hält sprichwörtlich Ausschau nach einem Hafen

Nach 14-tägiger Quarantäne im Hafen der westaustralischen Stadt Fremantle konnte der 60-jährige im norwegischen Tromsø gebürtige und höchst erfahrene Kapitän Morten Hansen die MS Artania endlich auf Kurs Heimat bringen.

Ein erster Anlauf auf Bali, um dort indonesische Crewmitglieder in ihre Heimat entlassen zu können, scheiterte, doch konnte Morten Hansen einen ersten Zwischenstopp im Hafen von Manila realisieren. Da allerdings mehrere Kreuzfahrtschiffe mit gleichem Ziel in Manila ankerten, konnte das Vorhaben, die auf den Philippinen lebenden 236 Crewmitglieder, die für die Aufrechterhaltung des Schiffsbetriebs nicht mehr erforderlich waren, in ihre Heimat zu entlassen, zunächst nicht umgehend vollzogen werden. Erst am 1. Mai konnte schließlich die Mitglieder der Crew ausgeschifft werden.

Als nächsten Zwischenstopp plant Morten Hansen nunmehr den Hafen von Singapur an und hofft, am 5. Mai 2020 in Singapur einen technischen Stopp zur Aufnahme von Proviant und zum Bunkern  von Treibstoff einlegen zu können. Das nächste und letzte Reiseziel ist dann Bremerhaven, das Morten Hansen nach einer 10.000 Seemeilen langen Überfahrt voraussichtlich am 3. Juni erreichen wird.

Alle Besatzungsmitglieder und auch die Freunde des Bonner Unternehmen Phoenix Reisen drücken ihrem geschätzten Kapitän Morten Hansen alle Daumen, dass er rechtzeitig vor seinem Geburtstag am 10. Juni 2020 in seine Wahlheimat Österreich zurück sein und mit seiner Familie feiern kann.

Kreuzfahrtbranche im Sturzflug

Derzeit steckt die Kreuzfahrtbranche im eisernen Griff der Covid-19-Pandemie. Verzweifelt sucht die Branche nach Lösungen, um einen Fortbestand abzusichern. Die Meldungen darüber, dass in aller Welt Häfen geschlossen wurden und Passagiere nicht an Land durften, dass Kreuzfahrtschiffe in 14-tägiger Quarantäne festgesetzt waren, dass auf Kreuzfahrtschiffen zahlreiche Covid-19-Infektionen gegeben hat, leider auch Tote zu beklagen waren und Kreuzfahrtschiffe wochenlang auf den Weltmeeren herumirrten, werden nicht so rasch in Vergessenheit geraten.

Was kommt nach Corona?

Trotz dieser schlimmen Nachrichten beherrscht derzeit die Frage nach dem „DANACH“ die Kreuzfahrtbranche. Es wird nach Lösungen gesucht. Schließlich hängt eine Wiederaufnahme des Kreuzfahrt-Reisebetriebs von den Einreisebestimmungen der verschiedenen Länder ab. So hat das Auswärtige Amt Deutschland beispielsweise die Reisewarnungen jetzt bereits bis 14. Juni 2020 verlängert. Ob ab diesem Zeitpunkt die Kreuzfahrtbranche wieder zum „normalen“ Leben zurückfinden wird, bleibt allerdings anzuzweifeln.

Auch die Werften leiden

Die Pandemie hat auch die Werften weltweit hart getroffen. Einige Werften haben bereits Kündigungen ausgesprochen und Arbeitszeitanpassungen angeordnet. Einzelne Werften können sich noch darüber freuen, dass derzeit noch keine Auftragskündigungen eingegangen sind. Auch die Werftindustrie hofft auf staatliche Unterstützungen, damit die Auftragsbücher überhaupt noch abgearbeitet werden können. Nach Rückkehr in die Heimathäfen haben einzelne Reedereien ihre Kreuzfahrtschiffe zu kleineren Schönheitsreparaturen zu den Werften gebracht. Doch mit diesen Maßnahmen allein kann der teilweise Stillstand im Kreuzfahrtmarkt nicht behoben werden.

Neubuchungen für 2021

Trotz der gegenwärtigen kritischen Lage wird die Kreuzfahrtbranche „den Kopf nicht in den Sand stecken“, sondern optimistisch in die Zukunft blicken müssen. Es wird zu Lösungen kommen. Sicher wird die Kreuzfahrtindustrie wieder aufblühen, wenn ein entsprechender Impfstoff gegen Covid-19 gefunden wurde. Urlauber werden diese Form des Reisens weiterhin bevorzugen, weiter wieder Kreuzfahrten buchen und die Ziele in aller Welt erkunden wollen. Anlass für diesen Optimismus sind bereits Nachfragen und Buchungen für Kreuzfahrten 2021. Die Kunden werden nach Abflauen der Pandemie wieder zu Buchungen von Kreuzfahrten zurückkehren.

Ein Umdenken setzt ein

Es ist längst nicht alles verloren. Verschiedene Reedereien nutzen derzeit die ganz besondere Lage auf dem Kreuzfahrtmarkt, ihre Schiffe umzurüsten und beispielsweise mit Landstromanschlüssen auszustatten. Vielleicht wird aber auch die Sucht nach „Noch mehr, nach noch größer, nach noch exklusiver“ einer sicheren Basis weichen müssen, damit beispielsweise Städte wie Venedig und Dubrovnik nicht weiterhin in einem Overtourismus mit einer tausendfältigen Kreuzfahrerflut ersticken müssen.

Traumreise der MS Amera wird zum Horrortrip

Kapitän Morten Hansen von Phoenix Reisen

Durch den weltweiten Corona-Alarm wird die von der „MS Amera“ geplante Südamerikareise zum Horrortrip. Um eine grenzenlose Welt zu genießen, machte sich Kapitän Elmar Mühlebach mit Kreuzfahrtdirektor Christoph Schädel mit 568 Passagieren und 423 Crewmitgliedern am 24. Februar 2020 in Argentinien auf mit Ziel und Ende einer unvergesslichen Kreuzfahrt nach Brasilien bis Manaus mitten im Amazonasgebiet.

Diese ganz besondere Kreuzfahrt verlief anfänglich prächtig, doch bald ändern sich Eindrücke und Stimmungen, als bekannt wird, dass immer mehr Häfen den Kreuzfahrtschiffen verschlossen bleiben und erste Corovid-19-Opfer in Europa zu beklagen sind. Das ganz große Brasilienabenteuer scheint zur größten Belastung werden, die ein Kreuzfahrtschiff jemals auszuhalten hatte.

Offenheit damit die Lage an Bord nicht eskaliert

Kapitän Elmar Mühlebach bespricht sich intensiv mit seiner Führungsmannschaft, als auch Brasilien alle Häfen und Flughäfen schließt und in Montevideo kein Austausch der Crew geschieht, werden ständig von den neuen Entwicklungen unterrichtet. Informationen hält er nicht zurück, setzt aber alles daran, dass die Lage an Bord nicht eskaliert. Die Küchencrew verwöhnt weiterhin die Gäste, und die Phoenix Reiseleitung lässt sich ständig neue Unterhaltungsangebote einfallen, um allen Gästen doch noch eine angenehme Kreuzfahrt zu ermöglichen.

Zügiger Kurs auf Manaus

Ziel und Ende dieser Traumreise ist Manaus mitten im Amazonasgebiet, und Kapitän Elmar Mühlebach setzt nun alles daran, zügig den Amazonas zu erreichen, damit die Passagiere heim fliegen können. Der Kapitän will dann mit der Crew allein die Rückreise nach Deutschland antreten. Doch diese Planung geht nicht auf. Zweimal überprüft die Brasilianische Gesundheitsbehörde intensiv den Gesundheitszustand an Bord und erklärt ihn auch für unbedenklich und virusfrei, doch der Gouverneur des Bundesstaates verbietet die Ausschiffung.

Eingesperrt an Bord

Damit steht fest: Alle 568 Passagiere und 423 Crewmitglieder bleiben an Bord eingesperrt, sind auf der MS Amera gefangen, kein Landgang ist möglich. 18 Tage ohne Landgang, 18 Tage ohne Warenaufnahme und ebenfalls 18 tage ohne Müllentsorgung. Der Proviantmeister hat aber glücklicherweise bestens vorgesorgt, Sorgen allein bereitet der ständig wachsende Müllberg, der nicht entsorgt werden kann. Noch niemals mussten Passagiere und die Crew so viele Seetage am Stück aushalten, noch niemals standen sie vor solch großen Problemstellungen mit einer unsicheren Zukunft. Doch das Glück bleibt trotz alledem der MS Amera erhalten, an Bord entsteht keinerlei Panik, Spekulationen kommen erst gar nicht auf, alle besorgten Passagiere und Crewmitglieder werden ungeschönt über alle Ereignisse und Folgen laufend informiert.

Das Warten auf die Tankschiffe

Nun gilt es nur noch ein Problem zu lösen. Die MS Amera liegt in Belém, der zweitgrößten Stadt im Amazonasgebiet auf Reede und wartet stündlich auf die Ankunft zweier Tankschiffe. Insgesamt muss Kapitän Mühlebach 700 Tonnen Treibstoff tanken, doch das erste Tankschiff bietet nur eine Ladung von 350 Tonnen an. Bis das erforderliche zweite Tankschiff andockt, vergehen unendlich lange Stunden.

Informationen und Beschäftigung gegen den Bordkoller

Unnötigen Spekulationen begegnet Kapitän Mühlebach wieder mit detaillierten Informationen. Das Warten zehrt an den Nerven. Große Erleichterung bei allen stellt sich ein, als die MS Amera endlich vollgetankt ist und die MS Amera auch mit den erforderlichen Medikamenten versorgt ist. Nun liegen nochmals zwölf Seetage vor den Passagieren und der Crew.

Beklemmungen machen sich aber breit, als die ersten Informationen, was dem Bruderschiff MS Artania im australischen Freemantle zustößt, die Runde machen. Kreuzfahrtdirektor Christoph Schädel trommelt an Bord alle Personen zusammen und schickt der MS Artania einen ganz besonderen akustischen Gruß. Sorgen ums Überleben sind ebenso berechtigt wie auch um die Weiterverwendung und Beschäftigung der Crewmitglieder, wenn die MS Amera nach 12-tägiger Reise endlich den Heimathafen Bremerhaven anlandet.

Abgelenkt werden Crew und Passagier während der Überfahrt durch ungewöhnliche Aktionen. Während der „Schiffsquarantäne“ erbrachte ein Spendenaufruf mehr als 40.000 Euro, die für die Crew gesammelt wurden und als Spende an den Crew Welfare Fund überwiesen wurden.

Glückliches Ende und ein schwerer Abschied

Bis zur letzten Minute der höchst ungewöhnlichen Kreuzfahrt wird geplant. Beim Verlassen des Kreuzfahrtschiffes erhalten alle Personen eine Maske. Die Gäste werden in kleinen Gruppen nach Hause gebracht. Lediglich 20 Personen sind pro Bus vorgesehen, daher hat Phoenix Reisen statt 5 nunmehr 16 Busse bestellt. Alle Gäste sind sich ganz besonders sicher und auch glücklich, als die MS Amera am 1. April 2020 in Höhe von Porto angekommen ist. Den letzten Abend an Bord wird niemand vergessen, und Kapitän Elmar Mühlebach fällt der Abschied von allen Passagieren und Crewmitgliedern besonders schwer. Der Horrortrip ist zu Ende, doch geblieben sind nunmehr die Existenznöte vieler Crewmitglieder.

Kreuzfahrtschiffe weltweit an der Leine

canva.com

Derzeit sind weltweit alle Kreuzfahrten gestoppt, und die Kreuzfahrtschiffe befinden sich in Warteposition auf ihre Gäste. Niemand kann allerdings voraussagen, wann die verschiedenen Reedereien wieder Kreuzfahrten anbieten können.

Die Reedereien versuchen aus der Not eine Tugend zu schaffen, haben die Crew in den Kabinen der Passagiere untergebracht, lassen die Kreuzfahrtschiffe gründlich reinigen und versuchen, durch „Schönheitsreparaturen“ noch attraktiver für die neuen Kunden zu werden.

Aus der Erfahrung, dass auf den stets gründlich gesäuberten Kreuzfahrtschiffen keine Infektion ausbrechen kann, hingegen nach Landgängen Viren aufs Schiff eingeschleppt werden können, werden diverse Anbieter sich mit Überlegungen anfreunden, die Anzahl der Landgänge wesentlich zu reduzieren und den Seetagen den Vorzug zu geben.

Durch die verheerenden Auswirkungen der derzeitigen weltweiten Coronavirus-Pandemie kann aber nicht gefolgert werden, dass es zu einer Abkehr vom Kreuzfahrttourismus kommt. Der Blick der Kreuzfahrtverantwortlichen ist auf alle Fälle positiv in die Zukunft gerichtet. Die Krise wird vorüber gehen und die Kreuzfahrten werden – ggf. in veränderter Form – wieder die Zustimmung der bisherigen Kundschaft finden.

Überlegungen werden publiziert, dass nach Bewältigung der derzeitigen Krise Kunden beispielsweise bei der Einschiffung einen Impfnachweis vorlegen müssen. Diskutiert wird auch eine künftige Maskenpflicht auf Kreuzfahrtschiffen. Gefordert wird auch die Vorgabe, dass das Bordhospital PCR-Test durchführen kann. Meinungen werden auch geäußert, dass künftige Kreuzfahrten vermehrt von jüngeren Kunden gebucht werden, da die älteren zur gefährdeten Risikogruppe zählen.

Warum aber den berühmten Teufel an die Wand malen? Warten wir doch erst einmal die Entwicklungen ab. Es werden mit Bestimmtheit Lösungen angeboten werden können, damit allen Generationen künftighin Kreuzfahrten nicht verwehrt bleiben.

Katerstimmung bei der Kreuzfahrtindustrie

Die weltweite Corona-Virus-Pandemie gleicht einer Naturkatastrophe. Eine vergleichbare Situation war bislang für die Kreuzfahrtindustrie ausgeblieben. Doch nunmehr hat diese Pandemie auch die Kreuzfahrt weltweit hart getroffen. Diverse Reedereien machten sich gewaltige Sorgen über Kreuzfahrtschiffe, die keinen Hafen mehr anlaufen durften, die tagelang in den Weltmeeren herumirrten und schließlich von den Gesundheitsbehörden in aller Welt in Quarantäne gelegt wurden.

Derzeit befinden sich neben der MS Artania von Phoenix Reisen noch andere Kreuzfahrtschiffe auf dem Heimweg, bereits in der Heimat angekommene Kreuzfahrtschiffe haben für kleinere Schönheitskorrekturen die bekannten und favorisierten Werften aufgesucht.

Die Frage, wann die Kreuzfahrtindustrie wieder ihren Betrieb aufnehmen kann, steht sicherlich in den Sternen. Eine verbindliche Prognose, wann die ersten Kreuzfahrtschiffe wieder in See stechen können, kann niemand verbindlich geben. Zuverlässige Aussagen kann derzeit noch keine Reederei treffen. Derzeit herrscht die gewaltige Sorge um die wirtschaftliche Existenz vor. Ob alle Kreuzfahrtunternehmen diese finanzielle Durststrecke aushalten können, bleibt ebenso vage. Sicher sind sich die Experten allerdings darüber, dass bei den ganz Großen die Liquidität noch kein Problem ist.

Vorherrschend ist aber auch das Prinzip der Hoffnung, denn die verschiedenen Länder entwickeln auch ganz verschiedene Vorschriften, wann die Reisebeschränkungen wieder aufgehoben werden können. Hinzu kommt aber auch noch die Wirkung der verheerenden Schlagzeilen in jüngster Zeit. Die Verunsicherung der bisherigen treuen Kundschaft ist ebenso groß. Passagiere, der viele Tage in ihrer Kabine eingesperrt waren und dort die ausgesprochene Quarantäne aushalten mussten, werden diese Belastung kaum ohne bleibende Wirkung beiseite schieben. Gleichwohl werden auch Kreuzfahrer, die nach langen Wartefristen endlich per Flugzeug die Heimreise antreten und danach sich in 14-tägige Quarantäne begeben mussten, diese Einschränkungen und Beeinträchtigungen nicht so leicht vergessen.

Aber: Der Deutsche lässt sich seinen Urlaub nicht verbieten. Die geplagten Kreuzfahrtbegeisterten werden erlebte Dramen auf See auch verarbeiten. Nach Anfangsschwierigkeiten wird die Kreuzfahrtindustrie wieder Fahrt aufnehmen, und die Kunden werden erneut ihre Treue zu ihren Kreuzfahrtanbietern beweisen, wohl wissend und in der Überzeugung, dass die Ansteckungsgefahr an Bord, unter Beachtung der Hygienevorschriften auch nicht höher als an Land ist.

Virenalarm auf Kreuzfahrtschiffen und kreuzfahren in Corona Zeiten

Derzeit reißen die Berichte über Coronavirus-Ausbrüche auf Kreuzfahrtschiffen nicht ab. Neben dem Anprangern der Kreuzfahrtschiffe als Dreckschleudern muss sich nunmehr die gesamte Kreuzfahrtindustrie sich mit dem Vorwurf, dass die Kreuzfahrtschiffe nunmehr zu Alptraumschiffen geworden sind, auseinandersetzen.

Fazit: Die Kreuzfahrt steckt durch die weltweite Ausbreitung des Coronavirus in einer tiefen Krise. Kreuzfahrtschiffe mussten in jüngster Zeit nicht nur ständig ihre Reiserouten ändern, weil sie die geplante Häfen nicht anlanden durften, vielfältig wurden Kreuzfahrtschiffe an die „Kette“ gelegt und müssen nun in Quarantäne verharren.

  • An Bord der „Greg Mortimer“ ereignete sich ein Corona Virendrama, nachdem mehr als die Hälfte der Passagiere sich mit dem Coronavirus infiziert hatte. Nach einer 2600 Kilometer langen Irrfahrt entlang der Atlantikküste durfte dieses Kreuzfahrtschiff endlich am 10. April in Montevideo vor Anker gehen.
  • Die „MS Artania“ wartet im Hafen von Freemantle (Australien) auf das Ende der behördlich angesetzten und überwachten Quarantäne.
  • Wann die „Zaandam“ endlich in den Hafen von Lauderdale einlaufen darf, ist noch nicht entschieden.
  • Die „Costa Magica“ wurde sechs Meilen vor der Küste von Martinique unter Quarantäne gestellt.
  • Auch auf der „Grand Princess“ ergaben Untersuchungen eine Reihe von Infektionen. Passagiere wurden in Krankenhäusern des US-Bundesstaates Kalifornien ärztlich betreut, die Besatzungsmitglieder allerdings an Bord unter Quarantäne gestellt.
  • Die „Westerdam“ durfte mehrere Häfen in verschiedenen Staaten Südostasiens nicht anlaufen. Thailand veranlasste ein Einreiseverbot für die Passagiere der „Westerdam“.
  • Das Kreuzfahrtschiff „World Dream“ wurde vor Hongkong unter Quarantäne gestellt.
  • Das gleiche Schicksal erlitt die „Diamond Princess“ mit rund 3600 Passagieren im Hafen von Yokohama.

Im Hinblick auf diese Erfahrungen empfehlen die Ärzte derzeit dringend, auf Kreuzfahrten mit Kontakt zu vielen Menschen zu verzichten.

Es ist längst bekannt, dass die Problematik von Infektionen auf hoher See nicht neu ist, und die Reedereien sich stets auch dafür eingesetzt haben, dass Passagiere das Angebot zur Desinfektion der Hände, beispielsweise vor dem Betreten der Restaurants, auch wahrnehmen.

Bekannt ist aber auch, dass es genügend Passagiere gegeben hat, die äußerst nachlässig mit dem Desinfektions-Angebot am Tag der Einschiffung, bei der Rückkehr von einem Landausflug und auch vor allen Mahlzeiten umgegangen sind. Dies, obwohl sie wissen mussten, dass auf Kreuzfahrten ein großes Risiko besteht, sich anzustecken und es sehr rasch zu einer gefährlichen „Infektionsgemeinschaft“ kommen kann.

Schmierinfektionen: Auf den Kreuzfahrtschiffen gibt es überall Spender mit Desinfektionsmitteln, um Schmierinfektionen zu vermeiden. Während der Reisen achten die Verantwortlichen ständig darauf, dass beispielsweise die Handläufe rund um das Schiff desinfiziert werden; denn es ist davon auszugehen, dass der Gast sich den Virus nicht vom Kreuzfahrtschiff selbst fängt, sondern in der Regel von anderen Passagieren.

Nicht zu vermeiden sind allerdings sog. „aerogene Infektionen“, wenn die Klimaanlagen von Kreuzfahrtschiffen die Außenluft mit der Innenluft ständig mischen, um Energie und damit auch Kosten zu sparen.

Von besonderer Gefährlichkeit an Bord sind auch die hohe Dosierung von Viren an Bord eines Kreuzfahrtschiffes, die dann durchaus zu mehr Infektionen und schwerwiegenden Erkrankungen führen.

Was kann man also tun?

  • Am besten auf allzu enge Kontakte verzichten. Auf einem Kreuzfahrtschiff dürfte dies jedoch schwer werden.
  • Schutzimpfungen auffrischen. Dazu zählt auch die saisonale Influenza oder ab 60 Jahren die Pneumokokken Impfung.
  • Experten schätzen, dass Ende 2020 ein Impfstoff gegen SARS-CoV-2 auf den Markt kommen könnte. Insbesondere Risikopatienten sollten sich so schnell als möglich impfen lassen.
  • Hände waschen und Handdesinfektion sind unerlässlich und auf sich ins Gesicht zu fassen lieber verzichten.

Hurtigruten: Sicherheit und Wohlbefinden von Gästen und Crew haben Vorrang

Aufgrund des weltweiten Ausbruchs des Coronavirus hat auch Hurtigruten den Betrieb vorübergehend eingestellt und somit auch nach mehr als 127 Jahren auf dem Meer wichtige Entscheidungen getroffen. Nichts ist für Hurtigruten wichtiger als die Sicherheit und das Wohlbefinden der Kunden und der Crew.

Hurtigruten stellt Betrieb wegen Corona ein canva.com

Gäste, die bei Hurtigruten die „Schönste Kreuzfahrt der Welt“ gebucht haben, sollten sich umgehend bei ihrem favorisierten Reisebüro über die Bedingungen und Details von Stornierungen, Umbuchen und Absagen informieren lassen.

Vorab aber hier schon einige aktuellen Informationen zu Reiseabsagen:

  • Allen Gästen, deren Kreuzfahrt auf der klassischen Postschiffroute mit Abfahrtsterminen bis 20. Mai 2020 storniert wurde, bietet Hurtigruten eine kostenlose Umbuchung auf eine zukünftige Hurtigruten-Reise im Zeitraum vom 1. Juli 2020 bis zum 31.Dezember 2020 an.
  • Der Kunde erhält einen Reisegutschein von 125% des Gesamtpreises für die Umbuchung von Reisen, die der Veranstalter selbst abgesagt hat, und zusätzlich noch 10% Ermäßigung auf eine zukünftige Seereise. Der Gutschein kann mit allen anderen Hurtigruten-Angeboten kombiniert werden.

Kreuzfahrt buchen in Zeiten des Corona Virus. Wer zahlt bei Stornierungen?

Längst ist es amtlich geworden. Kreuzfahrten sind durch Hafensperren und Einreiseverbote derzeit unmöglich geworden. Bis zu welchem Datum allerdings Kreuzfahrten ausgesetzt sind, ist nicht einheitlich geregelt. Das Auswärtige Amt meint:

Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Ausland wird bis mindestens Ende April 2020 gewarnt, da mit starken und weiter zunehmenden drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr, und der weltweiten Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen ist. Das Risiko, dass Sie Ihre Rückreise aufgrund der zunehmenden Einschränkungen nicht mehr antreten können, ist in vielen Destinationen derzeit hoch.“

Den Reisebüros liegt eine Liste vor, in der die verschiedenen Kreuzfahrt-Anbieter unterschiedliche Zeitangaben machen. AIDA hat beispielsweise für die gesamte Flotte alle Reisen mit Startdatum bis einschließlich 31. Mai 2020 abgesagt, auch Costa und Hapag-Lloyd Cruises schließen sich dieser Zeitgrenze an. Die meisten Redereien schließen aber aus, dass vor Mitte Mai wieder Kreuzfahrten angeboten werden können.

Eine wesentliche Überlegung beschäftigt allerdings alle Kreuzfahrt-Kunden, die jetzt eine Kreuzfahrt buchen möchten, sich aber zu recht fragen, wer die Kosten trägt, wenn sie ihre Kreuzfahrt dann doch stornieren. Der Kunde bleibt vermutlich auf den Kosten sitzen, wenn er aus Angst vor dem Corona-Virus die gebuchte Reise nicht antreten möchte, diese aber durchgeführt wird.

Anders verhält sich die Rechtslage, wenn die Kreuzfahrt von der Reederei abgesagt wird, dann gibt es in der Regel das Geld oder einen Gutschein zurück. Auch eine Umbuchung auf einen anderen Termin ist dann meist möglich.

Aber Vorsicht, wenn der Kunde am Corona-Virus selbst erkrankt und unter Quarantäne gestellt wird, zahlen die Reiseversicherungen, da es sich um eine Pandemie handelt, nicht.

Rückholaktion von Passagieren der MS Artania während der Corona Krise

MS Artania Gäste wurden während der Quarantäne Zeit gut an Bord versorgt

In besonderen Notfällen zeigt sich, welche Reederei derzeit sich in ganz besonderem Maße um die Rückkehr ihrer auf den Kreuzfahrtschiffen „gefangenen“ Gästen sorgt. Als langjähriger Fan des Bonner Unternehmen Phoenix Reisen sehe ich mich erneut darin bestätigt, wie auf dieses Bonner Reiseunternehmen Verlass ist.

Für das im Hafen der Stadt Fremantle liegende Phoenix-Kreuzfahrtschiff „MS Artania“ hat nunmehr die 14-tägige Quarantänezeit begonnen. Zuvor hatten die Gesundheitsbehörden Passagiere und Crewmitglieder der MS Artania auf Covid-19-Viren getestet. Bei sieben Personen wurden positive Ergebnisse erzielt. In enger und verantwortungsvoller Zusammenarbeit von Phoenix Reisen mit dem Auswärtigen Amt konnten Passagiere und Crewmitglieder mit vier eigens bei Condor gecharteten Maschinen von Perth über Phuket nach Frankfurt geflogen zu werden. Nach besonderer Aufforderung der australischen Behörden durften die Phoenix Reisen-Gäste lediglich ein Handgepäckstück à sieben Kilogramm auf den vier Rückhol-Flügen mitnehmen. Das weitere Gepäck wird das Bonner Unternehmen zu einem späteren Zeitpunkt nach Deutschland holen und den Gästen zustellen.

Den nach Deutschland zurückgekehrten Gästen wurde dringend angeraten, sich beim zuständigen Gesundheitsamt zu melden und sich umgehend auch in eine vierzehntägige Quarantäne zu begeben. 16 Reisegäste haben sich allerdings dazu entschieden, mit der Crew an Bord der MS Artania unter der aufmerksamen und verantwortungsvollen Obhut von Kreuzfahrtdirektor Klaus Gruschka und von Kapitän Morten Hansen zu bleiben.

Glückliche Heimkehr der MS Albatros nach Bremerhaven

Die MS Albatros ist sicher nach Bremerhaven zurück gekehrt.

Schiff sicher zurück im Hafen

Durch die exponentielle Ausbreitung des Corona-Virus steckt die Kreuzfahrt in einer tiefen Krise. Viele Kreuzfahrtschiffe liegen noch fernab der Heimat fest. Das Kreuzfahrtschiff von Phoenix Reisen Bonn, die MS Albatros, konnte am 7. April 2020 glücklich nach Bremerhaven zurückkehren.

Unermüdlich mit gewohnter Herzlichkeit und Freundlichkeit kümmerten sich Crew und Phoenix-Reiseleitung um die MS Albatros-Gäste. Mit einer ganz besonderen Überraschung endete der letzte Reisetag. An Bord wurden einzigartige Masken mit einem ganz speziellen Logo gefertigt und den Gästen bei der Ausschiffung gegen einen freiwilligen Spendenbetrag von 20 Euro für den Topf des Crew Welfare Fonds ausgehändigt.

Die Gäste dieser ganz besonderen Schiffsreise denken dankbar an diese Zeit an Bord der MS Albatros zurück, wohl wissend, dass beispielsweise im 14. Jahrhundert die Hafenstadt Venedig während einer großen Pest-Pandemie beschlossen hatte, die ankommenden Schiffe 40 Tage ( 40 auf Italienisch quaranta ) im Hafen zu isolieren und die Besatzung die Schiffe nicht verlassen durfte. Glücklicherweise ist heutzutage eine Quarantäne nicht mehr auf 40 Tage festgesetzt, sondern ihre Dauer richtet sich nach der Inkubationszeit der jeweiligen Pandemie.