Sammelklage gegen Kreuzfahrtunternehmen

Nach den ersten Schockwellen, die die Öffentlichkeit erschütterten, geraten immer mehr Details über Vergehen und Nachlässigkeiten an die Öffentlichkeit.

So hat beispielsweise die australische Polizei gegen die Betreiberfirma eines Kreuzfahrtschiffes, die trotz mehrerer Corona-Verdachtsfälle mehrere Hundert Passagiere im Hafen von Sydney von Bord gehen ließ, Ermittlungen erhoben. Trotz eines geltenden Anlegeverbots soll ein Anlegen des Kreuzfahrtschiffes erlaubt gewesen sein und damit hätten auch nahezu 3000 Passagiere das Schiff verlassen.

Einige hundert Passagiere seien später positiv auf das Coronavirus getestet worden. Erhoben wird der Vorwurf, dass die Schiffsbesatzung den Behörden den tatsächlichen Gesundheitszustand der Passagiere und Crewmitglieder verschwiegen hätten. Dies scheint allerdings kein Einzelfall zu sein.

Wie verlautet, sollen 63 Passagiere der „Grand Princess“ eine Sammelklage gegen den Kreuzfahrtkonzern erhoben haben. Diese Klage beinhaltet den Vorwurf, dass die Hygienemaßnahmen an Bord mangelhaft gewesen seien und die Passagiere der Folgereise über diese Zustände an Bord nicht informiert wurden. Bemängelt werde außerdem, dass das Kreuzfahrtschiff, auf dem in der zuvor erfolgten Kreuzfahrt mehr als 100 Personen an Corona erkrankten, nicht intensiv genug gereinigt wurde, bevor die Gäste der Folge-Kreuzfahrt an Bord gelassen wurden.

Leinen los für die MS Karlsruhe

Wie ein Blitz hat die Corona-Pandemie auch bei den Passagierschiffen eingeschlagen. Monatelang musste auch das Passagierschiff MS Karlsruhe pandemiebedingt im Karlsruher Hafen vor Anker liegen. Für die „schneeweiße Botschafterin“ der badischen Metropole ist nunmehr glücklicherweise nach dem Lockdown eine neue Zeit angebrochen.

Bei neuen Sicherheits- und Hygienekonzepten kann die badische Botschafterin nunmehr den Gästen entschleunigende Stunden auf dem Rhein bescheren. Normalerweise haben auf der MS Karlsruhe 600 Fahrgäste Platz, doch die MS Karlsruhe muss sich nunmehr zunächst auf ihren Ausfahrten mit maximal 150 Fahrgästen mit nunmehr auch üppigen Platzverhältnissen begnügen. Jeder zweite Tisch ist mit Klebefolien für die Gäste gesperrt. Pfeile auf dem Boden markieren die erforderlichen Laufrichtungen des Einbahnsystems.

Um den monatelangen Ausfall aufzufangen und die dringend benötigten Gelder zu generieren, fungiert das Fahrgastschiff Karlsruhe von montags bis samstags abends in der Zeit zwischen 17 und 23 Uhr als Restaurant. Bis 22 Uhr gibt es warme Küche.

Arosa Neustart

Neustart mit umfangreichem Hygiene- und Gesundheitskonzept

Die Rostocker A-ROSA Flussschiff GmbH hat vor dem Eintritt in die „neue Normalität“ die Umsetzung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln an Bord ihrer Schiffe bis ins Detail definiert und über 20 Maßnahmen prognostiziert, damit nach Ende der Corona-Pandemie der Restart problemlos beginnen kann. A-ROSA ist sich sicher, dass auf ihren verhältnismäßig kleinen Flussschiffen mit verhältnismäßig wenigen Gästen sich die erforderlichen Hygiene- und Abstandsregeln sehr gut realisieren lassen. Damit auch weiterhin die Sicherheit und das Wohlergehen der Gäste und Besatzungsmitglieder höchste Priorität haben, wurden die notwendigen Vorgaben und Empfehlungen sorgfältig überprüft und angepasst. A-ROSA vertraut auch darauf, dass ihre Flussschiff-Flotte mit einer Raum-Luft-Anlage ausgestattet ist, die in den Kabinen die Frischluft von außen ansaugt, filtert und zuführt, so dass jeder Bereich und jede Kabine ihre eigene Abluft und Frischluftzufuhr hat.

Im einzelnen hat das eigens eingerichtete A-ROSA Care-Team bestehend aus internen und externen Spezialisten ein detailliertes Hygiene- und Gesundheitskonzept, das sich an den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts orientiert, mit über 20 Maßnahmen erarbeitet.

Maßnahmen für Gäste vor Antritt der Flussreise

Überprüfung des Gesundheitszustandes der Gäste mittels einer Erklärung zur Reisetauglichkeit, Temperaturmessung und Kontrolle der Symptome. Alle Gäste werden dringend ersucht, nur anzureisen, wenn sie keine relevanten Symptome aufweisen.

Maßnahmen für die Gäste an Bord

Mittels Plakaten, Schiffsdurchsagen und Info-Videos werden den Gästen die neuen Verhaltensregeln kommuniziert.

An Bord gilt stets ein Mindestabstand von 1,5 Metern, der durch ein besonderes Wegleitsystem, durch entsprechende Bodenmarkierungen sowie durch eine reduzierte Auslastung der gastronomischen Bereiche ebenso umgesetzt wird wie auch durch eine geschickte Platzierung der Sitzgruppen.

Die Gäste nehmen alle Mahlzeiten am fest zugewiesenen Tisch und zu je zwei versetzten Zeiten ein. Getränkebestellungen werden direkt am Tisch aufgenommen und auch dorthin gebracht.

Es wird besonders darauf geachtet, dass alle Angebote im SPA-ROSA zunächst reduziert und unter Beachtung der festgelegten Hygiene- und Abstandsregeln durchgeführt werden. Allerdings bleibt der Saunabereich geschlossen.

Alle Unterhaltungsprogramme werden kontaktlos gestaltet und zeitlich gestaffelt angeboten.

Reduziert werden ebenso die Gruppengrößen bei Landausflügen.

In allen öffentlichen Bereichen müssen die Gäste durchgängig auf eine Mund- und Nasen-Bedeckung achten. Diese Verpflichtung gilt aber nicht zu den Essenszeiten und in den Freiluftbereichen.

Allgemeine Maßnahmen

An allen Eingängen des Schiffs, zu den Restaurants, zum Sonnendeck, zur Lounge und zu den diversen Arbeitsbereichen werden wirksame Desinfektionsmittel bereitgestellt und auch deren Nutzung regelmäßig kontrolliert.

Zuständig für die Durchführung und Einhaltung der festgelegte Regularien ist das spezielle Care-Team sowie ein Hygienemanager.

Wichtig ist auch, dass die Reinigungs- und Desinfektionsintervalle verdichtet und intensiviert werden.

Verzichtet wird auf Menükarten, Besteckständer, Papierauslagen und Dekorationen.

Der Zutritt von Externen wird nunmehr auf das notwendige Minimum beschränkt.

Maßnahmen für die Crew

Für die Besatzungsmitglieder werden in speziellen Handbüchern alle erforderlichen Regularien aufgeführt, per E-Learning und auch Vor-Ort-Schulung eingeübt.

Für die Besatzungsmitglieder gibt es versetzte Arbeits-, pausen- und Essenszeiten.

Sichergestellt wird die regelmäßige Reinigung der persönlichen Arbeitskleidung durch die Bordwäscherei.

Der Arbeitsschutz wird den spezifischen Pandemiebedingungen angepasst, ggf. auch durch das Anbringen von Plexiglasschutz in allen Bereichen.

Kleine Brötchen für die Kreuzfahrtbranche

Die Corona-Pandemie hat die bislang verwöhnte Kreuzfahrtindustrie zum Erliegen gebracht. Die verschiedenen Redereien gaben zwar ganz verschiedene Verschiebungen für eine Wiederaufnahme des Seereisebetriebs an, mussten aber die recht knapp bemessenen Zeiträume stetig verlängern.

Niemand kann derzeit mit Sicherheit prognostizieren, wann tatsächlich die Fluss- und Seereisen wieder in sichere Gewässer gelangen können. Bekannt werden die intensiven Bemühungen beispielsweise von Flussreiseanbietern, durch eine Überprüfung und Neuorientierung der detaillierte Hygiene- und Gesundheitsmaßnahmen , die sich an den Vorgaben des RKI orientieren, auf einen Restart vorzubereiten.

Der Stillstand verschlingt Millionen, die stetig wachsenden Verluste steigen drastisch an. Sicher ist wahrscheinlich, dass die gesamte Kreuzfahrtbranche aus der Corona-Pandemie stärker als zuvor zurückkommen wird, allerdings mit einer Vielzahl von Änderungen.

Massentourismus wird abgespeckt

Angenommen wird, dass der bisherige Schiffsmassentourismus nur abgespeckt Fahrt aufnehmen wird. Da künftig auch auf den Fluss- und Kreuzfahrtschiffen die dringend erforderlichen Abstandsregeln eingehalten werden müssen, werden bisher gewohnte Menschenmassen auf Schiffen wesentlich reduziert. Dies kann und wird auf den kleineren Flussschiffen wesentlich besser gelingen als auch den „schwimmenden Kleinstädten“.

Neue Zielgebiete in der Nähe

Überlegungen konzentrieren sich derzeit auch auf neue Zielgebiete . „Warum in die Ferne schweifen, …“! Deutschlands Inselwelten und auch die ganz verschiedenen Uferlandschaften mit den Anrainern sind doch auch attraktiv und bergen einen attraktiven Zauber in sich.

Umstellungen wird es aber auch nicht nur bei den Zielführungen geben. Da beispielsweise die verschiedenen Büfetts als Virenschleudern verrufen sind, muss es international verbindliche Vorschriften und Regelungen geben, um die Sicherheit der Gäste und auch der Crewmitglieder zu gewährleisten.

Gäste benötigen mehr Zeit und Geduld

Darüber sind sich die Experten ebenfalls sicher: Passagiere werden in der Zukunft erheblich mehr Zeit und Geduld bei der Einschiffung aufbringen, denn die Gesundheitskontrollen benötigen Zeit. Doch der Gast wird sich rasch an die neuen Sicherheits- und Gesundheitsmaßnahmen gewöhnen. Die anfänglichen Skepsis wird zur neuen Normalität werden, so dass die strengeren Standards baldmöglichst zu gewohntem Tourismusbetrieb werden.

Kostendruck durch Corona

Kostendruck bei Reedereien

Unter der aktuellen Situation des Coronavirus leidet die Kreuzfahrtbranche enorm und ist gezwungen, Liquididäten zu sichern und Kosten zu senken, um die aktuelle Krise zu überstehen. Die Meldungen reißen nicht ab, dass diese erforderlichen Kostensenkungen sich immer mehr auf das Personal dieser Unternehmen auswirken. Die Unternehmen sehen sich daher gezwungen, starke Kosteneinsparungen im Bereich des Personals vorzunehmen. Dies soll durch Gehaltskürzungen ebenso gelingen wie auch durch Mitarbeiterbeurlaubungen.

Bereits vor Wochen hat die schwedische Reederei Stena Line die Entlassung von Hunderten Mitarbeiter angekündigt, da die Fährverbindungen weitgehend zusammengebrochen sind.

Auch an den weltgrößten Kreuzfahrtanbietern geht die Pandemie-Krise nicht spurlos vorbei. Auch hier sind es zu erheblichen Mitarbeiterentlassungen bzw. zur Versetzung in einen Zwangsurlaub gekommen sein.

Aber es gibt auch positive Meldungen von Kreuzfahrtunternehmen, die beispielsweise durch Stundung der Abzahlung von Kreuzfahrtschiff-Neubauten über eine ausreichende Liquididät bis zum 2. Quartal des Jahres 2021 verfügen und dadurch ohne neue Umsätze so lange durchhalten können.

Über AIDA Cruises wird berichtet, dass Teile der Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt und finanzielle Weichen für die Zukunft gelegt wurden. Zunächst konnte AIDA Cruises alles noch selbst finanzieren, doch nunmehr ist auch dieses Unternehmen auf Hilfe angewiesen.

Leinen los bei Schweizer Flussreederei Scylla

Leinen los für die Reederei Scylla

Ein erster Lichtblick am Flussreisen-Horizont: Skylla-Flussschiffe nehmen wieder Fahrt auf.

Die Schweizer Flussreederei Scylla als Allround-Partner für Charterer wird als erste Reederei nach dem Corona-Lockdown wieder auf Europas Wasserstraßen präsent sein. Zur Scylla-Flussschiffflotte zählen insgesamt 34 Flussschiffe, die an verschiedene Veranstalter verchartert sind, u.a. an Nicko Vision und Phoenix Reisen.

Mit dem Restart nehmen der Scylla-eigene Veranstalter Viva Cruises und Nicko Vision am 1. Juni 2020 zunächst Miniflussreisen Flusskreuzfahrten zwischen Passau und Düsseldorf auf. Mit diesem Neubeginn wird ein sichtbares Zeichen für eine langsame Erholung der Flussreisen-Branche nach der weltweiten Pandemie gesetzt.

In den letzten Wochen hat die Schweizer Reederei ein besonderes Sicherheits- und Hygieneverfahren ausgearbeitet, das neben der Einhaltung des Sicherheitsabstandes weitere Einschränkungen beinhaltet. U.a. zählen dazu die Teilnahme nur registrierter Personen, eine geringere Schiffsauslastung, die Maskenpflicht, regelmäßige Desinfektionen und auch das Servieren von Mahlzeiten und Getränken am Tisch. Die Schweizer Reederei hat auch entschieden, dass die Flussreisen von einem Arzt begleitet wird, der bei der Crew und den Gästen regelmäßig Konsultationen durchführt.

Die Schweizer Reederei wird nach dem Corona-Lockdown zu Beginn der Lockerungen nicht alle bisherigen Wasserstraßen bereisen können, hofft aber, das Angebot an Flussreisen nach und nach erweitern zu können.

Was bleibt ist die Sehnsucht

Kreuzfahrten in Corona Zeiten was bleibt ist die Sehnsucht canva

Weltweit ist der Kreuzfahrtbetrieb eingestellt. Trotz Corona-Pandemie bleibt die Sehnsucht nach der Begegnung mit Menschen und Kulturen anderer Länder erhalten. So wundert´s auch nicht, dass der Ruf nach Wiederaufnahme von Kreuzfahrten immer stärker wird.

Es wird sicherlich aber noch Monate dauern, bis die einzelnen Länder und Behörden einen Startschuss für die Wiederaufnahme des Kreuzfahrtbetriebs geben können.Die Verantwortlichen diverser Reedereien gehen von einem Neubeginn erst nach mindestens einem halben Jahr aus und auch in einem geringeren Maß wie zuvor.

Die Verbleibenden an Bord sind immer noch die Crews

Doch was geschieht in der Zwischenzeit mit der Crew der vielen Kreuzfahrtschiffe in aller Welt? Eine Vielzahl der Besatzungsmitglieder konnte nach Hause geflogen werden. Eine Stammmannschaft blieb an Bord. Wie einzelne Sondervereinbarungen für die Besatzungsmitglieder getroffen wurden, ist nicht bekannt.

Kündigungen und Basisgehälter

Bekannt ist, dass einzelnen Besatzungsmitgliedern bereits die Kündigungen ausgesprochen wurde, zum Teil noch für ein paar Monate die Grundvergütung ausbezahlt und diese Besatzungsmitglieder auf Kosten der jeweiligen Arbeitgeber nach Hause geflogen wurde.

Crewmitglieder, die noch an Bord der Kreuzfahrtschiffe benötigt werden, erhalten sicherlich weiterhin das Basisgehalt bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von ca. 40 Stunden. Bekannt geworden ist auch, dass auf manchen Kreuzfahrtschiffen die an Bord verbliebene Stammmannschaft Zugang zu allen öffentlichen Einrichtungen erhalten, kostenlos das Internet nutzen können um eine beständige Kontaktaufnahme mit den Familien zu garantieren und an Bord Maßnahmen zur Weiterqualifizierung getroffen werden.

Nicht jeder möchte nach Hause

Trotz dieser internen Serviceleistungen sind die Einstellungen der Crewmitglieder ganz verschieden. Viele wollen an Bord bleiben, da ihnen dadurch der sichere Lebensstandard gewährleistet wird. Andere zieht es in die Heimat wohl wissend, wie schwer es wird, in der Heimat Arbeit zu finden. Doch der drohende Verlust sozialer Bindungen ist sicherlich ein Hauptgrund dieser Entscheidung.

Motivation für die Arbeit auf einem Kreuzfahrtschiff ist sicherlich die finanzielle Basis für eine Familie. Personen aus den Philippinen beispielsweise entscheiden sich für eine Anstellung auf einem Kreuzfahrtschiff, da sie durch die Beschäftigung an Bord von ca. zehn Monaten so viel Geld verdienen, dass sie zu Hause die Familie ernähren können.

Geld ist nicht immer der Hauptmotivator

Der Verdienst an Bord macht sicherlich ein Fünf- bis Sechsfaches des Verdienstes aus, das sie zu Hause erzielen könnten. In wenigen Jahren kann ein Crewmitglied daher die sichere Basis zu einem Wohlstand erarbeiten, was zu Hause nicht möglich gewesen wäre. Bei manchem Bewerber steht nicht allein das Geld im Vordergrund, sich für die Arbeit auf einem Kreuzfahrtsiff zu bewerben, ist ist sicherlich auch der ganz besondere Lebensstil an Bord oder auch die Möglichkeit, eigene Grenzen zu erfahren, sich zu behaupten und ein Durchhaltevermögen zu etablieren.

Jeder, der sich für eine Arbeit auf einem Kreuzfahrtschiff bewirbt, weiß, dass der ausgehandelte Arbeitsvertrag lediglich eine Rahmenbedingung darstellt, die Wirklichkeit an Bord allerdings meist ganz anders ausfällt. Da fällt schon eine Menge unbezahlter Überstunden an. Die Unterbringung in einer engen fensterlosen Kabine mit einem anderen Crewmitglied muss der Bewerber ebenso einplanen wie den Verzicht auf einen arbeitsfreien Tag und die Privatsphäre. Schichtbetrieb ist ebenfalls an der Tagesordnung.

Der Verzicht auf ausreichenden Schlaf zehrt an den Kraftreserven, so dass manche Besatzungsmitglieder nach kurzer Zeit bereits körperlich ausgelaugt sind. Äußerst schwieg zu verkraften ist sicherlich ein monatelanger Verzicht auf die Familie. Mit Seefahrer-Romantik hat die Beschäftigung auf einem Kreuzfahrtschiff nichts zu tun.

Da kann auch das oft spärliche Trinkgeld nicht über die Realität an Bord hinwegsehen, zumal auch die Altersversorgung Privatsache des Beschäftigten ist.

Mit dem Blick auf die Arbeitsbedingungen der Besatzungsmitglieder auf einem Kreuzfahrtschiff muss sich aber abschließend der besondere Dank an diesen Personenkreis verbinden, der sich in besonderem Maße bemüht, den Gästen an Bord ein einmaliges Erlebnis zu schaffen.

Infektionsquelle Kreuzfahrtschiffe?

Kreuzfahrtschiffe als Infektionsquelle

Die Kreuzfahrtbranche leidet unter der Last der Covid-19-Pandemie. Noch steht in den Sternen wie und wann Kreuzfahrten überhaupt wieder realisiert werden können. Erhebliche Kosten sind längst dafür aufgelaufen, Passagiere und auch Crewmitglieder in ihre Heimatländer zurückzubringen.

Reedereien läuft Zeit und Geld davon

Kreuzfahrtschiffe können nicht einfach wie Wohnungen leer stehen, sondern wenigstens ein Notbetrieb muss aufrecht erhalten bleiben. Dies Kosten für den Notbetrieb, aber auch die Löhne und Zinsen müssen auch weiterhin bezahlt werden. So kann es auch niemanden wundern, dass die Reedereien sich bemühen, so rasch wie möglich den Kreuzfahrtbetrieb wieder aufnehmen zu können, zumal die auflaufenden Kosten z.T. täglich einen siebenstelligen Betrag ausmachen.

Pläne ab wann die Kreuzfahrt wieder losgeht

Der weltweit größte Kreuzfahrtkonzern, Carnival Cruise Line, dem u.a. auch Aida, Costa und Cunard angehören, lässt mit der Ankündigung aufhorchen, im August 2020 wieder Kreuzfahrtschiffe in See stechen zu lassen. Bereits zu Beginn des Monats August sollen beispielsweise acht Kreuzfahrtschiffe mit Ziel Karibik aufbrechen. Die anderen Kreuzfahrtschiffe von Carnival Cruise Line sollen Ende August zu Zielen in Nordamerika und Australien unterwegs sein.

Ob der weltgrößte Kreuzfahrtkonzern allerdings diese Vorhaben in die Tat umsetzen kann, hängt sicherlich auch davon ab, inwieweit der US-Kongress mit den gegen Carnival Cruise Line eingeleiteten Untersuchungen zu positiven bzw. negativen Ergebnissen gelangt. Diese Untersuchungen sollen klären, ob und inwieweit der größte Kreuzfahrtkonzern für die Verbreitung des Covid-19.Virus in den USA mitverantwortlich ist.

Kreuzfahrtcrews müssen Geduld haben

Crewmitglieder müssen viel Geduld haben
Crewmitglieder sind stark belastet

Die durch die Covid-19 ausgelösten Hafensperren und Einreiseverbote stellen nunmehr auch für die noch auf diversen Kreuzfahrtschiffen verbliebenen Crewmitglieder auf eine harte Probe.

Die körperlichen und auch emotionalen Belastungen bewirken bei einzelnen Besatzungsmitglieder bisher ungewohnte Reaktionen. In den ganz verschiedenen Medien geistern traurige, aber auch hoffnungsvolle Begebenheiten herum.

Crewmitglieder stehen Anordnungen ohnmächtig gegenüber

Da wird beispielsweise eine Information über einen in seiner Kabine tot aufgefundenes Besatzungsmitglied erwähnt. Informationen über aufkommende Unruhen unter einzelnen Crews dringen nach außen.

Verzögerte Rückführungen von Crewmitgliedern in ihre Heimatländer nagen an dem Nervenkostüm von Besatzungsmitgliedern. Das nunmehr bereits wochenlange Ausharren der Crew auf Kreuzfahrtschiffen ohne Landgänge beeinträchtigen erheblich das seelische Wohlbefinden der Crew. Nahezu ohnmächtig stehen Crewmitgliedern den Anordnungen der Schiffsführungen gegenüber, und wie in einem solchen Zusammenhang bekannt wurde, sollen Crewmitglieder sogar in einen Hungerstreik getreten sein.

Durch Reiserestriktionen können manche Reedereien ihren auf den Kreuzfahrtschiffen „gefangenen“ Crewmitgliedern keine verbindlichen Termine über eine tatsächliche Rückführung in die Heimat bekannt geben.

Die Crews sind nicht vergessen

Die noch auf Kreuzfahrtschiffen ausharrenden Crews sind keineswegs vergessen. Die Redereien setzen alles daran, ihre treuen Mitarbeiten möglichst rasch nach Hause bringen zu können. Bekannt wurde auch eine fantastische Spendenaktion für die Crew eines Kreuzfahrtschiffes. So gesellt sich aber auch zu den traurigen Nachrichten an Bord von Kreuzfahrtschiffen die Hoffnung auf eine baldige Änderung der äußerst belastenden Situationen an Bord.

Die Irrfahrt der MS Amera

Die fröhlichen Zeiten an Bord der Amera sind Vergangenheit
so fröhlich geht es normalerweise vor Brasilien an Bord zu.

Der Kapitän des Phoenix-Kreuzfahrtschiffes „MS Amera“, Elmar Mühlebach, kennt sich als erfahrener Seemann mit gefährlichen Situationen aus. Er sieht seine Berufung als Kreuzfahrtschiff-Kapitän auch darin, bei besonderen Situationen an Bord stets für Entspannung zu sorgen. Diese Haltungen und Einstellungen konnte der Zuschauer bei einem jüngst vom ZDF ausgestrahlten Interview des anerkannten und äußerst geschätzten Kapitäns des Bonner Unternehmen Phoenix Reisen erneut erkennen.

Ein Schiff irrt umher

In kurzen Zügen umriss Kapitän Mühlenbach die besonderen Herausforderungen und Belastungen seiner abenteuerlichen Kreuzfahrt mit der „MS Amera“, die am 24. Februar 2020 in Argentinien begann und nach wochenlanger Irrfahrt vor der Atlantikküste Brasiliens schließlich in Manaus gestoppt wurde. Das ganz große Brasilienabenteuer wurde zur größten Belastung, die ein Kreuzfahrtschiff jemals auszuhalten hatte. Ein ausgestrahltes Interview mit der deutschen Bundeskanzlerin Merkel verdeutlichte die Gefahren, die plötzlich nicht nur auf Deutschland hereingebrochen war. Nach Abwägen der auch für die „MS Amera“ entstandenen Situation entschloss sich Kapitän Elmar Mühlebach, umgehend das Ziel und Ende einer begonnenen Traumreise in Manaus mitten im Amazonasgebiet anzusteuern.

Passagiere und Crew bleiben eingesperrt

Zweimal überprüfte die brasilianische Gesundheitsbehörde intensiv den Gesundheitszustand an Bord und erklärte ihn als unbedenklich und virenfrei. Dennoch widersprach der Gouverneur des Bundesstaates Wilson Lima vehement dem Ansinnen des Phoenix Reisen-Kapitäns und verbot eine Ausschiffung der Passagiere, die ab Manaus in die Heimat zurückfliegen wollten. Nun blieben alle 568 Passagiere und 423 Crewmitglieder an Bord der „MS Amera“ eingesperrt.

In dieser durch die ausgesprochene Quarantäne entstandenen besonderen Situation der emotionalen Belastung setzte Elmar Mühlebach alle Hebel in Bewegung, um die !MS Amera“ aufzutanken, um mit vollen Tanks die Heimreise nach Deutschland antreten zu können. Doch es dauerte, bis zwei Tankschiffe das Kreuzfahrtschiff aufgetankt hatten. Durch die ständigen Informationen über die Lage in Deutschland und auch auf der Welt trug der Kapitän wesentlich zur allseitigen Entspannung an Bord bei, Die Passagiere zeigten Verständnis, und den „MS AMERA“ -Gästen wurde sicherlich erst wenige Tage vor Rückkehr nach Bremerhaven bewusst, in welcher Lage alle durch die von der Pandemie ausgelösten Situation befanden.

Glückliche Rückkehr der MS Amera

Am 5. April 2020 kehrte die „MS Amera“ glücklich nach Bremerhaven zurück. Das glückliche Ende hatte Elmar Mühlebach sorgfältig geplant und allen Passagieren vor Verlassen des Kreuzfahrschiffes noch zwei Masken ausgehändigt. Trotz der wochenlangen Belastung fiel der Abschied der Passagiere von dem Kreuzfahrtschiff, dem umsichtigen Kapitän Elmar Mühlebach und der gesamten Crew schwer. Am Vorabend bedankte sich der Kapitän mit bewegten Worten für die aufrechte Haltung, die Besonnenheit, das Verständnis und die Mithilfe bei der Bewältigung der äußerst schwierigen Situation dieser Horrorschiffsreise, und die Gäste sprachen der Schiffsführung und der Crew eine hohe Anerkennung für die disziplinierte und umsichtige Fürsorge, die allen Gästen entgegengebracht wurde, aus.

De „MS Amera“ ist zwar ohne weitere Schwierigkeiten sicher im Heimathafen gelandet, doch es bleibt, dass nunmehr die gesamte Kreuzfahrt vor der härtesten Prüfung in ihrer Geschichte bleibt. Alle Kreuzfahrtschiffe sind an die Häfen „gekettet“ und werden in naher Zukunft sicherlich keine beliebten Reiseziele mehr anlaufen können.