Virenalarm auf Kreuzfahrtschiffen und kreuzfahren in Corona Zeiten

Derzeit reißen die Berichte über Coronavirus-Ausbrüche auf Kreuzfahrtschiffen nicht ab. Neben dem Anprangern der Kreuzfahrtschiffe als Dreckschleudern muss sich nunmehr die gesamte Kreuzfahrtindustrie sich mit dem Vorwurf, dass die Kreuzfahrtschiffe nunmehr zu Alptraumschiffen geworden sind, auseinandersetzen.

Fazit: Die Kreuzfahrt steckt durch die weltweite Ausbreitung des Coronavirus in einer tiefen Krise. Kreuzfahrtschiffe mussten in jüngster Zeit nicht nur ständig ihre Reiserouten ändern, weil sie die geplante Häfen nicht anlanden durften, vielfältig wurden Kreuzfahrtschiffe an die „Kette“ gelegt und müssen nun in Quarantäne verharren.

  • An Bord der „Greg Mortimer“ ereignete sich ein Corona Virendrama, nachdem mehr als die Hälfte der Passagiere sich mit dem Coronavirus infiziert hatte. Nach einer 2600 Kilometer langen Irrfahrt entlang der Atlantikküste durfte dieses Kreuzfahrtschiff endlich am 10. April in Montevideo vor Anker gehen.
  • Die „MS Artania“ wartet im Hafen von Freemantle (Australien) auf das Ende der behördlich angesetzten und überwachten Quarantäne.
  • Wann die „Zaandam“ endlich in den Hafen von Lauderdale einlaufen darf, ist noch nicht entschieden.
  • Die „Costa Magica“ wurde sechs Meilen vor der Küste von Martinique unter Quarantäne gestellt.
  • Auch auf der „Grand Princess“ ergaben Untersuchungen eine Reihe von Infektionen. Passagiere wurden in Krankenhäusern des US-Bundesstaates Kalifornien ärztlich betreut, die Besatzungsmitglieder allerdings an Bord unter Quarantäne gestellt.
  • Die „Westerdam“ durfte mehrere Häfen in verschiedenen Staaten Südostasiens nicht anlaufen. Thailand veranlasste ein Einreiseverbot für die Passagiere der „Westerdam“.
  • Das Kreuzfahrtschiff „World Dream“ wurde vor Hongkong unter Quarantäne gestellt.
  • Das gleiche Schicksal erlitt die „Diamond Princess“ mit rund 3600 Passagieren im Hafen von Yokohama.

Im Hinblick auf diese Erfahrungen empfehlen die Ärzte derzeit dringend, auf Kreuzfahrten mit Kontakt zu vielen Menschen zu verzichten.

Es ist längst bekannt, dass die Problematik von Infektionen auf hoher See nicht neu ist, und die Reedereien sich stets auch dafür eingesetzt haben, dass Passagiere das Angebot zur Desinfektion der Hände, beispielsweise vor dem Betreten der Restaurants, auch wahrnehmen.

Bekannt ist aber auch, dass es genügend Passagiere gegeben hat, die äußerst nachlässig mit dem Desinfektions-Angebot am Tag der Einschiffung, bei der Rückkehr von einem Landausflug und auch vor allen Mahlzeiten umgegangen sind. Dies, obwohl sie wissen mussten, dass auf Kreuzfahrten ein großes Risiko besteht, sich anzustecken und es sehr rasch zu einer gefährlichen „Infektionsgemeinschaft“ kommen kann.

Schmierinfektionen: Auf den Kreuzfahrtschiffen gibt es überall Spender mit Desinfektionsmitteln, um Schmierinfektionen zu vermeiden. Während der Reisen achten die Verantwortlichen ständig darauf, dass beispielsweise die Handläufe rund um das Schiff desinfiziert werden; denn es ist davon auszugehen, dass der Gast sich den Virus nicht vom Kreuzfahrtschiff selbst fängt, sondern in der Regel von anderen Passagieren.

Nicht zu vermeiden sind allerdings sog. „aerogene Infektionen“, wenn die Klimaanlagen von Kreuzfahrtschiffen die Außenluft mit der Innenluft ständig mischen, um Energie und damit auch Kosten zu sparen.

Von besonderer Gefährlichkeit an Bord sind auch die hohe Dosierung von Viren an Bord eines Kreuzfahrtschiffes, die dann durchaus zu mehr Infektionen und schwerwiegenden Erkrankungen führen.

Was kann man also tun?

  • Am besten auf allzu enge Kontakte verzichten. Auf einem Kreuzfahrtschiff dürfte dies jedoch schwer werden.
  • Schutzimpfungen auffrischen. Dazu zählt auch die saisonale Influenza oder ab 60 Jahren die Pneumokokken Impfung.
  • Experten schätzen, dass Ende 2020 ein Impfstoff gegen SARS-CoV-2 auf den Markt kommen könnte. Insbesondere Risikopatienten sollten sich so schnell als möglich impfen lassen.
  • Hände waschen und Handdesinfektion sind unerlässlich und auf sich ins Gesicht zu fassen lieber verzichten.

Hurtigruten: Sicherheit und Wohlbefinden von Gästen und Crew haben Vorrang

Aufgrund des weltweiten Ausbruchs des Coronavirus hat auch Hurtigruten den Betrieb vorübergehend eingestellt und somit auch nach mehr als 127 Jahren auf dem Meer wichtige Entscheidungen getroffen. Nichts ist für Hurtigruten wichtiger als die Sicherheit und das Wohlbefinden der Kunden und der Crew.

Hurtigruten stellt Betrieb wegen Corona ein canva.com

Gäste, die bei Hurtigruten die „Schönste Kreuzfahrt der Welt“ gebucht haben, sollten sich umgehend bei ihrem favorisierten Reisebüro über die Bedingungen und Details von Stornierungen, Umbuchen und Absagen informieren lassen.

Vorab aber hier schon einige aktuellen Informationen zu Reiseabsagen:

  • Allen Gästen, deren Kreuzfahrt auf der klassischen Postschiffroute mit Abfahrtsterminen bis 20. Mai 2020 storniert wurde, bietet Hurtigruten eine kostenlose Umbuchung auf eine zukünftige Hurtigruten-Reise im Zeitraum vom 1. Juli 2020 bis zum 31.Dezember 2020 an.
  • Der Kunde erhält einen Reisegutschein von 125% des Gesamtpreises für die Umbuchung von Reisen, die der Veranstalter selbst abgesagt hat, und zusätzlich noch 10% Ermäßigung auf eine zukünftige Seereise. Der Gutschein kann mit allen anderen Hurtigruten-Angeboten kombiniert werden.

Kreuzfahrt buchen in Zeiten des Corona Virus. Wer zahlt bei Stornierungen?

Längst ist es amtlich geworden. Kreuzfahrten sind durch Hafensperren und Einreiseverbote derzeit unmöglich geworden. Bis zu welchem Datum allerdings Kreuzfahrten ausgesetzt sind, ist nicht einheitlich geregelt. Das Auswärtige Amt meint:

Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Ausland wird bis mindestens Ende April 2020 gewarnt, da mit starken und weiter zunehmenden drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr, und der weltweiten Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen ist. Das Risiko, dass Sie Ihre Rückreise aufgrund der zunehmenden Einschränkungen nicht mehr antreten können, ist in vielen Destinationen derzeit hoch.“

Den Reisebüros liegt eine Liste vor, in der die verschiedenen Kreuzfahrt-Anbieter unterschiedliche Zeitangaben machen. AIDA hat beispielsweise für die gesamte Flotte alle Reisen mit Startdatum bis einschließlich 31. Mai 2020 abgesagt, auch Costa und Hapag-Lloyd Cruises schließen sich dieser Zeitgrenze an. Die meisten Redereien schließen aber aus, dass vor Mitte Mai wieder Kreuzfahrten angeboten werden können.

Eine wesentliche Überlegung beschäftigt allerdings alle Kreuzfahrt-Kunden, die jetzt eine Kreuzfahrt buchen möchten, sich aber zu recht fragen, wer die Kosten trägt, wenn sie ihre Kreuzfahrt dann doch stornieren. Der Kunde bleibt vermutlich auf den Kosten sitzen, wenn er aus Angst vor dem Corona-Virus die gebuchte Reise nicht antreten möchte, diese aber durchgeführt wird.

Anders verhält sich die Rechtslage, wenn die Kreuzfahrt von der Reederei abgesagt wird, dann gibt es in der Regel das Geld oder einen Gutschein zurück. Auch eine Umbuchung auf einen anderen Termin ist dann meist möglich.

Aber Vorsicht, wenn der Kunde am Corona-Virus selbst erkrankt und unter Quarantäne gestellt wird, zahlen die Reiseversicherungen, da es sich um eine Pandemie handelt, nicht.

Rückholaktion von Passagieren der MS Artania während der Corona Krise

MS Artania Gäste wurden während der Quarantäne Zeit gut an Bord versorgt

In besonderen Notfällen zeigt sich, welche Reederei derzeit sich in ganz besonderem Maße um die Rückkehr ihrer auf den Kreuzfahrtschiffen „gefangenen“ Gästen sorgt. Als langjähriger Fan des Bonner Unternehmen Phoenix Reisen sehe ich mich erneut darin bestätigt, wie auf dieses Bonner Reiseunternehmen Verlass ist.

Für das im Hafen der Stadt Fremantle liegende Phoenix-Kreuzfahrtschiff „MS Artania“ hat nunmehr die 14-tägige Quarantänezeit begonnen. Zuvor hatten die Gesundheitsbehörden Passagiere und Crewmitglieder der MS Artania auf Covid-19-Viren getestet. Bei sieben Personen wurden positive Ergebnisse erzielt. In enger und verantwortungsvoller Zusammenarbeit von Phoenix Reisen mit dem Auswärtigen Amt konnten Passagiere und Crewmitglieder mit vier eigens bei Condor gecharteten Maschinen von Perth über Phuket nach Frankfurt geflogen zu werden. Nach besonderer Aufforderung der australischen Behörden durften die Phoenix Reisen-Gäste lediglich ein Handgepäckstück à sieben Kilogramm auf den vier Rückhol-Flügen mitnehmen. Das weitere Gepäck wird das Bonner Unternehmen zu einem späteren Zeitpunkt nach Deutschland holen und den Gästen zustellen.

Den nach Deutschland zurückgekehrten Gästen wurde dringend angeraten, sich beim zuständigen Gesundheitsamt zu melden und sich umgehend auch in eine vierzehntägige Quarantäne zu begeben. 16 Reisegäste haben sich allerdings dazu entschieden, mit der Crew an Bord der MS Artania unter der aufmerksamen und verantwortungsvollen Obhut von Kreuzfahrtdirektor Klaus Gruschka und von Kapitän Morten Hansen zu bleiben.

Glückliche Heimkehr der MS Albatros nach Bremerhaven

Die MS Albatros ist sicher nach Bremerhaven zurück gekehrt.

Schiff sicher zurück im Hafen

Durch die exponentielle Ausbreitung des Corona-Virus steckt die Kreuzfahrt in einer tiefen Krise. Viele Kreuzfahrtschiffe liegen noch fernab der Heimat fest. Das Kreuzfahrtschiff von Phoenix Reisen Bonn, die MS Albatros, konnte am 7. April 2020 glücklich nach Bremerhaven zurückkehren.

Unermüdlich mit gewohnter Herzlichkeit und Freundlichkeit kümmerten sich Crew und Phoenix-Reiseleitung um die MS Albatros-Gäste. Mit einer ganz besonderen Überraschung endete der letzte Reisetag. An Bord wurden einzigartige Masken mit einem ganz speziellen Logo gefertigt und den Gästen bei der Ausschiffung gegen einen freiwilligen Spendenbetrag von 20 Euro für den Topf des Crew Welfare Fonds ausgehändigt.

Die Gäste dieser ganz besonderen Schiffsreise denken dankbar an diese Zeit an Bord der MS Albatros zurück, wohl wissend, dass beispielsweise im 14. Jahrhundert die Hafenstadt Venedig während einer großen Pest-Pandemie beschlossen hatte, die ankommenden Schiffe 40 Tage ( 40 auf Italienisch quaranta ) im Hafen zu isolieren und die Besatzung die Schiffe nicht verlassen durfte. Glücklicherweise ist heutzutage eine Quarantäne nicht mehr auf 40 Tage festgesetzt, sondern ihre Dauer richtet sich nach der Inkubationszeit der jeweiligen Pandemie.