Was bleibt ist die Sehnsucht

Kreuzfahrten in Corona Zeiten was bleibt ist die Sehnsucht canva

Weltweit ist der Kreuzfahrtbetrieb eingestellt. Trotz Corona-Pandemie bleibt die Sehnsucht nach der Begegnung mit Menschen und Kulturen anderer Länder erhalten. So wundert´s auch nicht, dass der Ruf nach Wiederaufnahme von Kreuzfahrten immer stärker wird.

Es wird sicherlich aber noch Monate dauern, bis die einzelnen Länder und Behörden einen Startschuss für die Wiederaufnahme des Kreuzfahrtbetriebs geben können.Die Verantwortlichen diverser Reedereien gehen von einem Neubeginn erst nach mindestens einem halben Jahr aus und auch in einem geringeren Maß wie zuvor.

Die Verbleibenden an Bord sind immer noch die Crews

Doch was geschieht in der Zwischenzeit mit der Crew der vielen Kreuzfahrtschiffe in aller Welt? Eine Vielzahl der Besatzungsmitglieder konnte nach Hause geflogen werden. Eine Stammmannschaft blieb an Bord. Wie einzelne Sondervereinbarungen für die Besatzungsmitglieder getroffen wurden, ist nicht bekannt.

Kündigungen und Basisgehälter

Bekannt ist, dass einzelnen Besatzungsmitgliedern bereits die Kündigungen ausgesprochen wurde, zum Teil noch für ein paar Monate die Grundvergütung ausbezahlt und diese Besatzungsmitglieder auf Kosten der jeweiligen Arbeitgeber nach Hause geflogen wurde.

Crewmitglieder, die noch an Bord der Kreuzfahrtschiffe benötigt werden, erhalten sicherlich weiterhin das Basisgehalt bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von ca. 40 Stunden. Bekannt geworden ist auch, dass auf manchen Kreuzfahrtschiffen die an Bord verbliebene Stammmannschaft Zugang zu allen öffentlichen Einrichtungen erhalten, kostenlos das Internet nutzen können um eine beständige Kontaktaufnahme mit den Familien zu garantieren und an Bord Maßnahmen zur Weiterqualifizierung getroffen werden.

Nicht jeder möchte nach Hause

Trotz dieser internen Serviceleistungen sind die Einstellungen der Crewmitglieder ganz verschieden. Viele wollen an Bord bleiben, da ihnen dadurch der sichere Lebensstandard gewährleistet wird. Andere zieht es in die Heimat wohl wissend, wie schwer es wird, in der Heimat Arbeit zu finden. Doch der drohende Verlust sozialer Bindungen ist sicherlich ein Hauptgrund dieser Entscheidung.

Motivation für die Arbeit auf einem Kreuzfahrtschiff ist sicherlich die finanzielle Basis für eine Familie. Personen aus den Philippinen beispielsweise entscheiden sich für eine Anstellung auf einem Kreuzfahrtschiff, da sie durch die Beschäftigung an Bord von ca. zehn Monaten so viel Geld verdienen, dass sie zu Hause die Familie ernähren können.

Geld ist nicht immer der Hauptmotivator

Der Verdienst an Bord macht sicherlich ein Fünf- bis Sechsfaches des Verdienstes aus, das sie zu Hause erzielen könnten. In wenigen Jahren kann ein Crewmitglied daher die sichere Basis zu einem Wohlstand erarbeiten, was zu Hause nicht möglich gewesen wäre. Bei manchem Bewerber steht nicht allein das Geld im Vordergrund, sich für die Arbeit auf einem Kreuzfahrtsiff zu bewerben, ist ist sicherlich auch der ganz besondere Lebensstil an Bord oder auch die Möglichkeit, eigene Grenzen zu erfahren, sich zu behaupten und ein Durchhaltevermögen zu etablieren.

Jeder, der sich für eine Arbeit auf einem Kreuzfahrtschiff bewirbt, weiß, dass der ausgehandelte Arbeitsvertrag lediglich eine Rahmenbedingung darstellt, die Wirklichkeit an Bord allerdings meist ganz anders ausfällt. Da fällt schon eine Menge unbezahlter Überstunden an. Die Unterbringung in einer engen fensterlosen Kabine mit einem anderen Crewmitglied muss der Bewerber ebenso einplanen wie den Verzicht auf einen arbeitsfreien Tag und die Privatsphäre. Schichtbetrieb ist ebenfalls an der Tagesordnung.

Der Verzicht auf ausreichenden Schlaf zehrt an den Kraftreserven, so dass manche Besatzungsmitglieder nach kurzer Zeit bereits körperlich ausgelaugt sind. Äußerst schwieg zu verkraften ist sicherlich ein monatelanger Verzicht auf die Familie. Mit Seefahrer-Romantik hat die Beschäftigung auf einem Kreuzfahrtschiff nichts zu tun.

Da kann auch das oft spärliche Trinkgeld nicht über die Realität an Bord hinwegsehen, zumal auch die Altersversorgung Privatsache des Beschäftigten ist.

Mit dem Blick auf die Arbeitsbedingungen der Besatzungsmitglieder auf einem Kreuzfahrtschiff muss sich aber abschließend der besondere Dank an diesen Personenkreis verbinden, der sich in besonderem Maße bemüht, den Gästen an Bord ein einmaliges Erlebnis zu schaffen.

Kreuzfahrtcrews müssen Geduld haben

Crewmitglieder müssen viel Geduld haben
Crewmitglieder sind stark belastet

Die durch die Covid-19 ausgelösten Hafensperren und Einreiseverbote stellen nunmehr auch für die noch auf diversen Kreuzfahrtschiffen verbliebenen Crewmitglieder auf eine harte Probe.

Die körperlichen und auch emotionalen Belastungen bewirken bei einzelnen Besatzungsmitglieder bisher ungewohnte Reaktionen. In den ganz verschiedenen Medien geistern traurige, aber auch hoffnungsvolle Begebenheiten herum.

Crewmitglieder stehen Anordnungen ohnmächtig gegenüber

Da wird beispielsweise eine Information über einen in seiner Kabine tot aufgefundenes Besatzungsmitglied erwähnt. Informationen über aufkommende Unruhen unter einzelnen Crews dringen nach außen.

Verzögerte Rückführungen von Crewmitgliedern in ihre Heimatländer nagen an dem Nervenkostüm von Besatzungsmitgliedern. Das nunmehr bereits wochenlange Ausharren der Crew auf Kreuzfahrtschiffen ohne Landgänge beeinträchtigen erheblich das seelische Wohlbefinden der Crew. Nahezu ohnmächtig stehen Crewmitgliedern den Anordnungen der Schiffsführungen gegenüber, und wie in einem solchen Zusammenhang bekannt wurde, sollen Crewmitglieder sogar in einen Hungerstreik getreten sein.

Durch Reiserestriktionen können manche Reedereien ihren auf den Kreuzfahrtschiffen „gefangenen“ Crewmitgliedern keine verbindlichen Termine über eine tatsächliche Rückführung in die Heimat bekannt geben.

Die Crews sind nicht vergessen

Die noch auf Kreuzfahrtschiffen ausharrenden Crews sind keineswegs vergessen. Die Redereien setzen alles daran, ihre treuen Mitarbeiten möglichst rasch nach Hause bringen zu können. Bekannt wurde auch eine fantastische Spendenaktion für die Crew eines Kreuzfahrtschiffes. So gesellt sich aber auch zu den traurigen Nachrichten an Bord von Kreuzfahrtschiffen die Hoffnung auf eine baldige Änderung der äußerst belastenden Situationen an Bord.

Thomson Cruises – Retter wurden zu Opfern

In einer Katastrophe endete eine missglückte Rettungsübung auf dem Kreuzfahrtschiff MS Thomson Majesty der TUI Gruppe im Hafen der spanischen Kanareninsel Las Palma. Aus bislang ungeklärten Gründen löste sich bei dieser routinemäßigen Seenotrettungsübgung ein Rettungsboot des Kreuzfahrtschiffes und stürzte aus 30 Metern in den Hafen von Santa Cruz de La Palma.
 
Das Rettungsboot kippte um und begrub acht Besatzungsmitglieder unter sich. Sechs Insassen klemmte das umgekippte Rettungsboot unter sich. Für fünf Besatzungsmitglieder – drei Männer aus Indonesien und je ein Crewmitglied aus Ghana und den Philippinen im Alter zwischen 30 und 35 Jahren – starben bei diesem Unglück. Taucher, Feuerwehrmänner und ein Hubschrauber konnten drei Crewmitglieder aus Griechenland und den Philippinen lebend bergen.
 
An Bord der MS Thomson Majesty befanden sich ca. 2000 Passagiere. Niemand der Gäste war in den Unfall verwickelt. Eigentlich sollte das Kreuzfahrtschiff gegen 15 Uhr wieder ablegen, doch wegen der polizeilichen Ermittlungen wird die MS Thomson Majesty am Hafen der Inselhauptstadt so lange festgehalten, bis die genaue Unfallursache geklärt ist.