Delphine landen auf dem Teller von Touristen

Jedem aufmerksamen Zeitgenossen kommen die Bilder des schrecklichen Gemetzels von Thunfischen in verschiedenen Ländern nicht mehr aus den Augen. Auch das unnötige Abschlachten von Walen und Haifischen, die Höllenqualen während ihres langen Todeskampfes erleiden müssen, ruft nicht nur Tierschützer auf den Plan. Auch die jahrhundertealte Tradition des Tötens von Delfinen, wenn beispielsweise die Färinger mit einem speziell für den Grindadràp hergestellten Messern den Delfinen die Kopfarterie durchschneiden und diese Tiere bei vollem Bewusstsein verbluten, löst Ekel aus.
 
Jeder Kreuzfahrer kennt die delfingestützte Therapie, bei der qualifizierte Therapeuten mit speziell für diese Therapie ausgebildeten Delfinen zusammenarbeiten. Muss sich der Kreuzfahrer da nicht empören und sich verweigern, wenn er auf einer Grönlandkreuzfahrt ab Qeqertarsuag auf einem geführten Landausflug „Geschmack Grönlands“ ein außergewöhnliches Buffet genießen soll. Der NDR, der mit einem Kamerateam einen solchen Ausflug begleitete und Filmaufnahmen machte, gibt zur Sendung u.a. folgende Infos:
 
Bei einem Landgang, der im Bordprogramm schlicht "Geschmack Grönlands" heißt, gibt es ein außergewöhnliches Buffet. Die Passagiere wagen sich an die grönländische Küche, und einheimische Köche tischen exotisches Allerlei auf: Robbe, Wal, Delfin, Rentier und Moschusochse. Durchaus eine Abwechslung zum Essen an Bord, aber definitiv nicht jedermanns Geschmack.“
 
Eine Augenzeugin dieses Vorgangs teilte dazu mit,„dass die meisten Gäste (90%) das Fleisch nicht verzehrt haben, aber nicht gefilmt wurden.“
 
Bevor unser kreuzfahrt-blog.com zu voreiligen Schlüssen kommt, wurde eine Stellungnahme bei der Reederei TransOcean eingeholt.
 
Des Weiteren ist es so, dass der NDR, der diese Sendungen produziert, das alleinige Selektionsrecht bezüglich der gesendeten Szenen hat. Also hatten wir als TransOcean auch keinerlei Möglichkeit, diese Sequenzen löschen zu lassen…
Das Ausflugsprogramm während unsere Kreuzfahrt wird jeweils mit lokalen Agenturen durchgeführt. In einigen Programmen ist dabei eine Verpflegungsleistung enthalten, in anderen nicht.
Wir versuchen dabei immer, unseren Gästen einen möglichst landestypischen Eindruck zu vermitteln. In dem von Ihnen angesprochenen Fall, haben wir bei unserem Ausflug ein Restaurant besucht, das nicht ausdrücklich Walfleisch auf der Speisekarte hatte, sondern „Catch of the Day“ . Dieser „Catch of the Day“ war wohl in diesem Fall tatsächlich Wal- und Delphinfleisch.
Es ist jedoch nicht so, dass wir in unserem Programm Wal- und Delphinverköstigungen anbieten.
Wir werden aber in jedem Fall Ihren Hinweis aufnehmen und alle Passagiere und auch unsere Agenturen noch mal ausdrücklich darauf hinweisen, dass der Import dieser „Waren“ illegal ist.
In Norwegen haben wir in der Vergangenheit bereits einen „fliegenden“ Händler, der mit Walfleisch unterwegs war, darauf hingewiesen unseren Liegeplatz nicht mehr aufzusuchen. …“
 
Wir können unsere Zufriedenheit darüber ausdrücken, dass TransOcean eine solche Geschmacklosigkeit nicht unterstützt und auch um Abhilfe bemüht ist. Zufrieden können die geschockten Gäste und auch wir darüber sein, dass TransOcean den lokalen Agenturen, die solche Ausflüge organisieren, deutlich macht, dass künftig bei ähnlichen Ausflügen den Touristen kein Wal- und/oder Delfinfleisch angeboten wird.
 
Die Grönländer, die kaum noch 10% indigene Wurzeln und damit Anrecht auf Walfleisch haben und ihre grausame Jagd damit begründen, dass sie in ihrer Tradition kulturell verankert ist und auf das Fleisch als Nahrungsgrundlage angewiesen sind, ist längst überholt. Eine Ausnahmeregelung wird hier missbraucht. Walfleisch kann in Grönland jedermann im Supermarkt kaufen. Zudem werden die Touristen dazu animiert, diese Delikatesse im Restaurant zu probieren. Dass nun auch noch Delfine auf dem Teller der Grönländer landen, ist abscheulich genug. Dass aber Touristen mit dem Verzehr der angebotenen Delfine diese grönländische Praxis tolerieren, löst völlige Empörung aus, wenn es auch in vorliegendem Fall nur eine kleine Minderheit war, die sich zum Verzehr von Tieren, die nach blutigen Ritualen getötet werden, animiert fühlten.
 
Kreuzfahrer, und mit dieser Meinung stehen wir sicherlich nicht allein, müssten zunächst einmal dazu gezwungen werden, vor dem Verzehr dem grausamen Gemetzel zusehen zu müssen. Aber vielleicht gibt es beim Spezies Mensch sogar Exemplare, die gerne Volksgruppen besuchen würden, die dem Kannibalismus noch nicht abgeschworen haben, um sich dann an einem „Steak vom Hüftgold“ zu erfreuen.