Kreuzfahrten: Buffet an Bord schafft Probleme

Kreuzfahrten: Buffet an Bord schafft Probleme

Lange wurden die Kreuzfahrtschiffe als Dreckschleudern angeprangert. Inzwischen bemühen sich diverse Reedereien, die Umweltverschmutzung durch andere Antriebsmöglichkeiten zu reduzieren. Doch ein Problem lässt sich nicht so leicht verbannen. Die Passagiere lieben auf den Kreuzfahrtschiffen das reich bestückte Buffet. Essen ist auf den Kreuzfahrtschiffen ein ganz besonderes Erlebnis und damit auch ein äußerst wichtiger Erfolgsfaktor. Jeder Kreuzfahrtgast weiß, dass er mit einer Gewichtszunahme während den mehrtägigen Kreuzfahrten rechnen muss, und kaum ein Gast tröstet sich mit der witzigen „Feststellung“, dass nicht das Essen die Ursache für eine Gewichtsbelastung darstellt, sondern auf den allermeisten Kreuzfahrtschiffen die kleinen „grünen Männchen“ den Passagieren einen Schabernack spielen, indem sie während der Nächte unbemerkt die Kleidung der Gäste enger nähen.

Worin besteht das tatsächliche Problem? Tatsache ist doch, wo viel angeboten wird, wird auch viel weggeworfen. Wegen der strengen Hygienevorschriften auf Kreuzfahrtschiffen fällt während er Reisen besonders viel Lebensmittelabfall an, in den Küchen, Restaurants, Bars und auch den Personalkantinen. Da fallen schon tonnenweise Lebensmittelabfälle an. Di9e Reedereien haben dieses Problem längst erkannt und bemühen sich, durch geeignete Maßnahmen zur Minderung der Lebensmittelabfälle beizutragen. Vollständiges Vermeiden von Lebensmittelabfällen lässt sich nie erreichen. Die Menge der Lebnsmittelabfälle ist sicherlich auch abhängig vom Publikum und auch vom Fahrgebiet.

Die ganz verschiedenen Ansätze zur Essensabfall-Minimierung hängt aber auch ganz besonders vom Verhalten der Passagiere und der Akzeptanz der eingeleiteten Maßnahmen ab. Werfen wir einmal den Blick auf die ernsthaften Bemühungen diverser Reedereien.

Die Kreuzfahrtgäste lieben die große Auswahl am Buffet, daher bleiben aber auch mehr Reste automatisch übrig als beim À-la-carte-Essen. Hier kann die Küchencrew auf die besonderen Bedürfnisse der Gäste eingehen. So essen die Senioren beispielsweise eher den Teller leer, weil sie u.a. auch eine Seniorenportion bestellen. Es ist eine Erfahrungstatsache: Je höher der Altersdurchschnitt der Passagiere an Bord ist, desto weniger „Tellerrückläufer“ sind zu verzeichnen.

Ganz einfache Maßnahmen können aber auch schon ganz viel bewirken. So bieten Reedereien bereits etwas kleinere Schalen an, füllen zwar stets das vielfältige Angebot in den Buffet auf, reduzieren aber die Größe der schalen.

Manche Reederei bietet auch keinen Mitternachtsbuffet an, sondern reduziert das Angebot auf ein wesentliche geringeres Käsebuffet, was bei den Gästen ebenso guten Anklang findet.

Verschwendung lässt sich auch dadurch etwas reduzieren, als das Essverhalten, die Menge der anfallenden Essensreste pro Teller erfasst werden und die Küche sich auf – besonders in anderen Urlaubsregionen – auf die Akzeptanz der Gäste einstellt.

Eine enorme Verschwendung fällt auch durch die Deko mit Obst und Gemüse sowie durch die kunstvollen Obstschnitzereien an.

Der Kuchen kann reduziert werden, und auch mit kleineren Kuchenstückchen wird der Lebensmittelverschwendung entgegen gewirkt. Müssen aber immer auch an den Nachmittagen ganz Kuchen und Torten dargereicht werden? Reichen nicht auch halbe Kuchen?

Die Brotkörbchen müssen auch gegen Ende der Buffetzeiten nicht wieder randvoll aufgefüllt werden. Lieber öfter mit kleineren Mengen nachfüllen, als volle Körbchen am Ende der Buffetzeit entsorgen zu müssen. Sparsames Verhalten nutzt nicht nur der Umwelt. Die Kreuzfahrtgäste zeigen sich sehr wohl einsichtig, wenn ihnen die Ausmaße der täglichen Verschwendung vorgeführt wird.

Es kommt sicherlich auch auf die Zusammensetzung der Passagiere an. Der Küchenchef muss wissen, dass deutsche Passagiere eher zu den Kartoffeln greifen, Italiener aber sich viel mehr zur Pasta entscheiden.

Es muss doch erschrecken, dass beispielsweise 3500 Passagiere an Bord in einer Woche mehr als 16 Tonnen Essensabfälle verursachen. Mäßigung statt hemmungsloser Genuss? Die Reedereien sind sich dieses Konfliktes bewusst. So kommt es doch im wesentlichen darauf an, die Gäste zur aktiven Bereitschaft an den eingeleiteten Maßnahmen zur Reduzierung der Essensabfälle zu gewinnen. Die Gäste sind viel einsichtiger als bislang angenommen. Dies erkennen die Reedereien immer stärker, wenn sie durch ganz verschiedene Maßnahmen die Essensverschwendung reduzieren, ohne dass der Gast unter diesen Maßnahmenart leiden müsste.