Planungsspiele vor Wiederaufnahme von Kreuzfahrten

Was muss getan werden damit Kreuzfahrten nicht zum Gesundheitsrisiko werden
Planungsszenarien bei den Reedereien

Derzeit dringen immer mehr Informationen an die Öffentlichkeit, wie sich die verschiedenen Reedereien auf eine kurzfristige Wiederaufnahme der Kreuzfahrten vorbereiten. Alle Planungen sind zunächst aber nur Planungsspiele, die dann greifen sollen, wenn zu einem gewünschten Zeitpunkt die gesamte Kreuzfahrtbranche wieder aufatmen und das Seereisegeschäft wieder aktivieren kann.

Volle Schiffe wird es nicht geben

Eine Entscheidung scheint sich durchzusetzen, dass die Passagierkapazitäten an Bord der Kreuzfahrtschiffe zunächst nur zu einem Bruchteil ausgenutzt werden. Um größere Menschenansammlungen bei der Einschiffung zu vermeiden, scheint die Planung sich auf eine zeitlich gestaffelte Einschiffung einzustellen.

Hygienestandards müssen erst entwickelt werden

Zu den erforderlichen Hygienemaßnamen gibt es derzeit noch ganz verschiedene Planungsansätze. Mit Fragebögen werden vielleicht die Gäste in Bezug auf Corona-relevante Symptome überprüft. An Bord muss gewährleistet sein, dass erforderliche Hygienemaßnahmen vorgeschrieben, eingehalten und ständig überprüft werden. Neben dem Hinweis auf Desinfektion der Hände beispielsweise muss die Schiffsbesatzung angehalten sein, in kurzen Abständen alle durch Gäste und Besatzungsmitglieder häufig berührte Oberflächen zu säubern und zu desinfizieren.

Selbstbedienung war gestern

Selbstbedienung wird auf alle Fälle der Vergangenheit angehören. Es wird keine leichte Aufgabe sein, Lösungen für das morgendliche Frühstück zu finden, wenn das bislang gewohnte Buffet mit Selbstbedienung ausfällt.

Essensitzungen, Shows und Landausflüge

In die Planungsspiele werden auch Lösungsmöglichkeiten einbezogen werden, wie eine Sitzordnung bei den abendlichen Shows gewährleistet, dass eine Virus-Ansteckung vermieden werden kann. Gezielte Überlegungen müssen auch erfolgen, ob und wenn wie Landausflüge gestaltet werden, um die Sicherheit der Gäste zu gewährleisten.

Es muss davon ausgegangen werden, dass die Reedereien rechtzeitig vor einer möglichen Wiederaufnahme des Kreuzfahrtbetriebs detaillierte und verbindliche Aussagen zu den neuen Verhaltens- und Hygieneregeln publizieren.

Die gesamte Problematik wird aber nur dann aufgelöst werden, wenn es einen Impfstoff gegen Covid-19 gibt.

Kreuzfahrtbranche: Rasch auf veränderte Umstände reagieren

Herausforderungen für die Kreuzfahrtbranche nach Corona
Herausfordernde Zeiten für die Kreuzfahrtbranche

Die Kreuzfahrtbranche war bis vor wenigen Wochen noch eine absolute Boomindustrie. Doch die Covid-19-Pandemie brachte den absoluten Stillstand. Lediglich noch einzelne Kreuzfahrtschiffe sind nach einer 14-tägigen Quarantäne unterwegs zu ihren Heimathäfen.

Manche Reedereien haben einen andere Lösung aus dieser Misere gefunden, haben ihre Passagiere und Crewmitglieder mit Charterflügen in die Heimatländer zurückgebracht oder haben ihre Kreuzfahrtschiffe in fernen Ländern ankern lassen, um nach Aufheben der Beschränkungen umgehend wieder den Reisebetrieb aufnehmen zu können.

Kriterien zur Wiederaufnahme von Kreuzfahrten

Entscheidend für die Wiederaufnahme der Kreuzfahrten wird die Abhängigkeit von Reisewarnungen und Restriktionen bei der Einreise sein. Die Tatsache, dass auf einem Kreuzfahrtschiff viele Tage, gar Wochen, Tausende von Menschen auf engem Raum zusammenleben und damit auch ideale Voraussetzungen zur Ausbreitung von Viren gegeben sind, lässt sich nicht wegdiskutieren. Die Kreuzfahrtanbieter müssen sich mit diesen Tatsachen verbindlich auseinandersetzen und Lösungen finden, die eine Wiederaufnahme der Kreuzfahrten rechtfertigen.

Zur Zeit liegt die teilweise Öffnung von bisherigen Einschränkungen und Verboten im Trend, bisweilen herrscht sogar der Eindruck vor, dass sich in Deutschland einzelne Bundesländer mit schnellerem Aufheben der bisherigen Restriktionen gegenüber anderen Bundesländer abheben wollen. Manche Warnungen vor zu raschen Öffnungen verhallen und die Gefahr weiteren Pandemie-Wellen wird ignoriert.

Maßnahmen zur Sicherheit an Bord

Als Reaktion auf das Covid-19-Virus wird die gesamte Kreuzfahrtbranche entsprechende Maßnahmen in die Wege leiten müssen, um die Sicherheit von Passagieren und der Besatzung nicht zu gefährden. Die Sicherheit aller auf den Kreuzfahrtschiffe mitreisenden Personen wird nach wie vor äußerste Priorität einnehmen.

So werden sich alle Passagiere vor Beginn der Kreuzfahrt einem detaillierten Gesundheitscheck unterziehen müssen, bei dem eine Überprüfung der Symptomanamnese auf Atembeschwerden, Fieber und Husten durchgeführt wird. Ebenfalls wird kontrolliert werden, wo sich der Passagier während der letzten 14 Tage vor Antritt einer Kreuzfahrt aufgehalten hat. Erfragt wird ebenso, ob sich in der Familie der Reisenden während der letzten beiden Wochen eine Person mit Covid-19-Erkrankung befunden hat oder der Passagier mit Personen Kontakt zu Personen hatte, bei denen der Verdacht auf Covid-19 bestand oder sogar Covid-19 diagnostiziert wurde.

Herausforderungen, die über das Händewaschen hinaus gehen

Die Kreuzfahrtbranche wird sich auf die besonderen Herausforderungen einstellen müssen. Ob es zu einer Vorlage eines Gesundheitszeugnisses oder einer erfolgten Impfung kommen wird, kann ebenso wenig derzeit schon beantwortet werden, wie die Realisierung weitgehender Änderungen an Bord der Kreuzfahrtschiffe. Zieht man die besonderen Vorschriften, die sich derzeit mit der Wiedereröffnung einzelner Sparten wie Frisör, Fußpflege oder auch Gastronomie in Betracht, wird es auf den Kreuzfahrtschiffen sicherlich ebenfalls zu detaillierten Maßnahmen kommen, um eine Gefährdung zu vermeiden: Mund- und Nasenschutz, Abstand, verstärkte Hygienemaßnahmen, „Einbahnwege“ auf Decks, mehrere Tischzeiten, Verbot der Selbstbedienung an Buffets, besondere Vorkehrung bei Abendshows …???

Kreuzfahrten haben nach wie vor eine Zukunft. Die Wiederaufnahme des Kreuzfahrtbetriebs wird sicherlich auch davon abhängen, wie rasch es der Kreuzfahrtbranche gelingt, sich auf die veränderten Umstände einzustellen.

Kreuzfahrten – Magen-Darm-Infekt auf Kreuzfahrtschiffen

Erneut schrecken Meldungen über den Ausbruch einer Magen-Darm-Infektion auf zwei Kreuzfahrtschiffen die Kreuzfahrt-Gemeinde auf. Mittlerweile wurden 15 Kreuzfahrtschiffe im Jahr 2012 von diesem Brechdurchfall betroffen. Wie die US-Behörde für Seuchenbekämpfung CDC (Disease Control and Prevention) mitteilte, wurden auf der Queen Mary 2 insgesamt 200 Mitreisende von diesem Magen-Darm-Virus angesteckt, und auf der Emerald Princess waren 189 Passagiere betroffen.
 
Ob es sich bei diesen Erkrankungen auf den beiden Luxuslinern um eine milde Magen-Darm-Erkrankung handelt oder ob tatsächlich Noroviren die Ursache sind, ist noch nicht geklärt. Auf alle Fälle wurden auf beiden Kreuzfahrtschiffen umgehend verstärkte Sicherheits- und Hygienemaßnahmen getroffen. Beide Schiffe wurden sorgfältig gereinigt und desinfiziert, nachdem diese Vorfälle an die Gesundheitsbehörde gemeldet worden waren. Außerdem mussten die Kellner mit Einweghandschuhen das Essen servieren.
 
Infizierte Passagiere mussten in den Kabinen bleiben, bis die Symptome abgeklungen waren.
 
Alle Passagiere wurden erneut aufgefordert, dem Ausbruch des Norovirus durch entsprechendes Verhalten vorzubeugen. Übertragen wird das Virus hauptsächlich über direkten Kontakt zu Infizierten oder indirekt über verseuchte Flächen wie Waschbecken, Toiletten und Türgriffe, aber auch über Lebensmittel.
 
Oft reicht allein schon ein Passagier aus,d er das Virus an Bord bringt, um den anderen Reisenden die Kreuzfahrt zu verderben. Da das Virus wegen der hohen Umweltstabilität besonders schwer zu entfernen ist und durch deine geringe Infektionsdosis sich auch sehr leicht verbreitet, können sich diese Viren leicht auf Türgriffen, Treppengeländern, Stühlen und Toiletten festsetzen.
 
Außerhalb des Körpers sind die Viren resistent und überleben auch das desinfizierende Schrubben der Putzkolonnen an Bord. Novoviren sind über Kontaktinfektion und Schmierinfektion äußerst ansteckend und befallen durch fäkal-orale Ansteckung, durch orale Ansteckung und Kontaktinfektion durch Gegenstände die Mitreisenden. Eine sorgfältige Hygiene ist an Bord im Interesse aller, der Passagiere und er Crew, besonders wichtig.
 
Wichtige Hygieneregeln, die jeder Gast ohne Ausnahme und konsequent beachten sollte:
 
  1. Auf der Kreuzfahrt vor und auch nach dem Essen die Hände waschen!
  2. Erhöhte Ansteckungsgefahr geht ständig von Türgriffen, Handläufen, der Reling und allen Bedienungsknöpfen aus; auch das Händewaschen zwischendurch ist selten verkehrt.
  3. Nach dem Toilettengang sollte es zwar bei jedem Menschen eine selbst auferlegte Pflicht sein, die Hände gewissenhaft zu waschen, doch nicht alle Gäste auf einem Kreuzfahrtschiff halten sich leider daran.
  4. An verschiedenen Stellen eines Kreuzfahrtschiffes sind Desinfektionsspender installiert, aber nicht nur zum Ansehen! Auch vor Betreten der Restaurants achten Bord-Bedienstete darauf, dass alle Gäste – ohne Ausnahme – den Desinfektionsspender auch benutzen.
  5. Wer das Pech hat und angesteckt wurde, sollte auf alle Fälle in der Kabine bleiben und über die Rezeption bzw. das Hospital ärztliche Hilfe anfordern.