Trauerspiel für Kreuzfahrtfans

Noch nie zuvor hat es in der Kreuzfahrtbranche einen Wandel gegeben, wie er sich derzeit den Kreuzfahrtfans offenbart. Zu Beginn der Coronakrise versuchten die großen Kreuzfahrtkonzerne, sich Liquiditäten zum Erhalt ihrer Flotten zu besorgen, mussten allerdings bald erkennen, dass weitere tiefgreifende Maßnahmen erforderlich werden, um den Abwärtstrend aufzuhalten und den Erhalt der Unternehmen zu sichern.

Bereits vor Wochen überraschten Meldungen die Kreuzfahrtfans, dass verschiedene Unternehmen damit beginnen, ihre Flotten zu verjüngen und auch zu verkleinern. Kleinere Unternehmen mussten bereits Insolvenz anmelden und haben den Kreuzfahrtbetrieb komplett eingestellt. Ein Schreckgespenst hat alle Kreuzfahrtfans aufgeschreckt: Verschrottung!

Die Meldungen überschlagen sich, teils haben sie sich längst bewahrheitet, andere sind noch in die Schublade „Gerüchte“ einzuordnen. Gesichert scheinen die Meldungen, dass die Costa Victoria, MS Monarch, MS Sovereign, MS Horizon, Carnival Fantasy und Carnical Inspiration bereits die Abwrackwerft Aliaga (Türkei) erreicht haben.

Unklarheit herrscht noch über das Schicksal der Carnival Fascination und Carnival Imagination: Verkauf oder Verschrottung?

Das Trauerspiel setzt sich ständig fort. Sicherlich werden auch weitere in Deutschland beliebte Kreuzfahrtschiffe vom Kreuzfahrtmarkt verschwinden. Belegbare Meldungen liegen allerdings noch nicht vor. So muss abgewartet werden, ob sich einige Konzerne oder deren Schiffe, wieder einen Neustart wagen oder vom Kreuzfahrtmarkt verschwinden werden.

Katerstimmung bei der Kreuzfahrtindustrie

Die weltweite Corona-Virus-Pandemie gleicht einer Naturkatastrophe. Eine vergleichbare Situation war bislang für die Kreuzfahrtindustrie ausgeblieben. Doch nunmehr hat diese Pandemie auch die Kreuzfahrt weltweit hart getroffen. Diverse Reedereien machten sich gewaltige Sorgen über Kreuzfahrtschiffe, die keinen Hafen mehr anlaufen durften, die tagelang in den Weltmeeren herumirrten und schließlich von den Gesundheitsbehörden in aller Welt in Quarantäne gelegt wurden.

Derzeit befinden sich neben der MS Artania von Phoenix Reisen noch andere Kreuzfahrtschiffe auf dem Heimweg, bereits in der Heimat angekommene Kreuzfahrtschiffe haben für kleinere Schönheitskorrekturen die bekannten und favorisierten Werften aufgesucht.

Die Frage, wann die Kreuzfahrtindustrie wieder ihren Betrieb aufnehmen kann, steht sicherlich in den Sternen. Eine verbindliche Prognose, wann die ersten Kreuzfahrtschiffe wieder in See stechen können, kann niemand verbindlich geben. Zuverlässige Aussagen kann derzeit noch keine Reederei treffen. Derzeit herrscht die gewaltige Sorge um die wirtschaftliche Existenz vor. Ob alle Kreuzfahrtunternehmen diese finanzielle Durststrecke aushalten können, bleibt ebenso vage. Sicher sind sich die Experten allerdings darüber, dass bei den ganz Großen die Liquidität noch kein Problem ist.

Vorherrschend ist aber auch das Prinzip der Hoffnung, denn die verschiedenen Länder entwickeln auch ganz verschiedene Vorschriften, wann die Reisebeschränkungen wieder aufgehoben werden können. Hinzu kommt aber auch noch die Wirkung der verheerenden Schlagzeilen in jüngster Zeit. Die Verunsicherung der bisherigen treuen Kundschaft ist ebenso groß. Passagiere, der viele Tage in ihrer Kabine eingesperrt waren und dort die ausgesprochene Quarantäne aushalten mussten, werden diese Belastung kaum ohne bleibende Wirkung beiseite schieben. Gleichwohl werden auch Kreuzfahrer, die nach langen Wartefristen endlich per Flugzeug die Heimreise antreten und danach sich in 14-tägige Quarantäne begeben mussten, diese Einschränkungen und Beeinträchtigungen nicht so leicht vergessen.

Aber: Der Deutsche lässt sich seinen Urlaub nicht verbieten. Die geplagten Kreuzfahrtbegeisterten werden erlebte Dramen auf See auch verarbeiten. Nach Anfangsschwierigkeiten wird die Kreuzfahrtindustrie wieder Fahrt aufnehmen, und die Kunden werden erneut ihre Treue zu ihren Kreuzfahrtanbietern beweisen, wohl wissend und in der Überzeugung, dass die Ansteckungsgefahr an Bord, unter Beachtung der Hygienevorschriften auch nicht höher als an Land ist.

Flusskreuzfahrten: Mystic Invest kauft Nicko Cruises

Die gesamte Flusskreuzfahrtbranche kämpft seit langem in unruhigem Fahrwasser. Zwei Jahre lang gab es kräftige Rückgänge. Im Frühjahr beeinträchtigten Hochwasser das Flussreisengeschäft, die politischen Spannungen in der Ukraine und auch in Russland führten ebenfalls zu gewaltigen Einbußen. Als externe Hindernisse erwiesen sich die Streiks der Schleusenwärter und auch der politische Umsturz in Ägypten verstärkten die Misere. Nun hat es den deutschen Flussreisen-Anbieter voll erwischt: Insolvenz!

Der portugiesische Flusskreuzfahrt- und Reiseveranstalterholding Mystic Invest übernimmt den deutschen Flussreisenanbieter Nicko Cruises und hat die deutsche Tochtergesellschaft nicko cruises gegründet, die den Betrieb in vollem Umfang weiterführt.

Wie verlautet werden die bereits zugesicherten Flussreisen für die Flussreisen-Saison 2015 planmäßig durchgeführt. Reisen für 2016 können vom 1. September an gebucht werden.

Flusskreuzfahrten: Quo vadis, Dennie?

 

Das war wirklich eine höchst kurze Präsenz auf dem Flussreisemarkt. Der kleine Flussreisenveranstalter Blessing Flusstouristik musste aufgeben, bevor er richtig in Fahrt kam. Dennie, so nannten ihn nicht nur seine Freunde und Urlaubssuchende auf den Phoenix-Kreuzfahrtschiffen, er war bekannt, geliebt und geschätzt wegen seiner stets freundlichen, humorvollen und warmherzigen Art, mit Menschen umzugehen.

Der beliebte langjährige Mitarbeiter von Phoenix Reisen hatte erst vor einem knappen Jahr mit seinem eigenen Unternehmen Blessing Flusstouristik GmbH gestartet, und all seine guten Freunde und Bekannten hatten ihm die Daumen gedrückt, dass der stets lebenslustige und um Harmonie suchende DENNIE mit der Verwirklichung eines Lebenstraumes eine Punktlandung durchführen könne.

Doch leider hat Dennie das gleiche Schicksal erleiden müssen, von dem bereits viele andere kleinere Flussreiseanbieter betroffen waren. Am 3. Juli 2015 wurde vom Amtsgericht Esslingen das Insolvenzeröffnungsverfahren beschlossen.