Cruisen und Landgänge trotz Corona-Pandemie

Kreuzfahrten ohne Landgang? Echte Kreuzfahrt-Fans konnten sich für eine solche Entscheidung nicht erwärmen. Doch die Anbieter von Flusskreuzfahrten haben Konzepte entwickelt, die Flussreisen ermöglichten und trotz Einschränkungen und zusätzlichen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen den Gästen erholsame und abwechslungsreiche Tage an Bord bieten konnten. Die Reedereien wählten ganz besondere Routen durch heimatliche Gewässer aus. Landgänge waren meistens tabu, Flussreisen mit Rambazamba keinesfalls en vouge.

Die ersten Kreuzfahrten wurden möglich, weil die Reedereien neue Gesundheits- und Sicherheitskonzepte umsetzte. So erhielt beispielsweise bei Kreuzfahrten jeder Gast ein eigenes Zeitfenster bei der Einschiffung. Die erforderlichen Gesundheitskontrollen umfassten eine Temperaturmessung, den medizinischen Check des Gesundheitsbogens und auch einen Covid-19-Antikörper-Abstrich. Social Distancing an Bord wurden ebenso überwacht wie auch die Einhaltung der Maskenpflicht.

Die Passagierzahl wurde auf ca. 60% beschränkt, die Tische mit erforderlichem Abstand platziert, die Kellner trugen Handschuhe und Mundschutz und das gewohnte Buffet gehörte der Vergangenheit an. Durch solche Maßnahmen konnte der Neustart gelingen, der kontrolliert, besonnen und professionell gemanagt wird. Die Gäste ordneten sich bewusst den neuen Rahmenbedingungen unter und konnten somit an Bord neben Sicherheit viel Freude und Erlebnisse erhalten.

PONANT beispielsweise plante für die Reisen exklusive Destinationen ein, und die Gäste konnten auch Ausfahrten mit dem Zodiac und auch Landgänge an einsamen Stränden und in abgelegene Buchten erleben. Durch dieses Konzept „An vom Schuss“ wurden wieder viele und abwechslungsreiche Aktivitäten trotz Pandemie möglich.

Restart von Kreuzfahrten unter strengen Auflagen

Der Reiz einer Hochseekreuzfahrt ist verblichen. Zwar versuchen einzelne Reedereien mit Mini- und Kurzreisen zur Wiederbelebung der Kreuzfahrt beizusteuern, doch bleibt es bisweilen beim Versuch, wieder eine Rückkehr zur gewohnten Normalität zu erzeugen.

Schlagworte wie „Borderlebnis pur“ können nicht darüber weg täuschen, dass Kreuzfahrten ohne Landgänge, ohne besondere Attraktionen und Ausflüge, aber mit Social Distancing, Maskenpflicht und Hygieneregeln keine Rückkehr zur Normalität bedeutet.

Eingeschränkt bleiben an Bord das soziale Leben und die Unterhaltung, und jeder Gast, der sich auf das Wagnis Kreuzfahrt einlässt, muss die Frage, ob diese derzeitige Form von Urlaub auf See noch attraktiv ist, für sich selbst beantworten.

Die Reedereien haben zwar Notfallpläne ausgearbeitet, um bei Verdachtsfällen Gäste schnellstmöglich an Bord zu isolieren und zur Weiterbehandlung in ein geeignetes Krankenhaus an Land bringen zu können, doch können diese Strategien kaum die bislang gewohnte Sicherheit gewährleisten. Sicher ist, dass Kreuzfahrten erst dann wieder wie vor der Krise gelingen können, wenn der ersehnte Impfstoff vorhanden ist.

Wenn auch die Kreuzfahrt langsam wieder angelaufen ist, gibt es ebenso rasch auch wieder Rückschläge. So wurden vier Besatzungsmitglieder der Roald Amundsen (Hurtigruten) positiv auf das Coronavirus getestet, und alle 160 Crewmitglieder ging es umgehend in Quarantäne. Doch Hurtigruten ist nicht der einige Kreuzfahrt-Anbieter, bei dem sich Probleme mit dem Restart ergeben haben. Auch bei Crewmitgliedern anderer Redereien, die von ihren fernen Heimatländern eingeflogen wurden, wurden Infektionen festgestellt.

Auf manche Reedereien stürzen noch weit größere Probleme ein. Manche Reedereien geben einige ihrer Kreuzfahrtschiffe zur Verschrottung bei. Die Liste der Schiffe, die auf dem Weg zur Abwrackwerft Aliaga (Türkei) sind bzw. bereits dort angelangt sind, wird stetig größer.