Restart von Kreuzfahrten unter strengen Auflagen

Der Reiz einer Hochseekreuzfahrt ist verblichen. Zwar versuchen einzelne Reedereien mit Mini- und Kurzreisen zur Wiederbelebung der Kreuzfahrt beizusteuern, doch bleibt es bisweilen beim Versuch, wieder eine Rückkehr zur gewohnten Normalität zu erzeugen.

Schlagworte wie „Borderlebnis pur“ können nicht darüber weg täuschen, dass Kreuzfahrten ohne Landgänge, ohne besondere Attraktionen und Ausflüge, aber mit Social Distancing, Maskenpflicht und Hygieneregeln keine Rückkehr zur Normalität bedeutet.

Eingeschränkt bleiben an Bord das soziale Leben und die Unterhaltung, und jeder Gast, der sich auf das Wagnis Kreuzfahrt einlässt, muss die Frage, ob diese derzeitige Form von Urlaub auf See noch attraktiv ist, für sich selbst beantworten.

Die Reedereien haben zwar Notfallpläne ausgearbeitet, um bei Verdachtsfällen Gäste schnellstmöglich an Bord zu isolieren und zur Weiterbehandlung in ein geeignetes Krankenhaus an Land bringen zu können, doch können diese Strategien kaum die bislang gewohnte Sicherheit gewährleisten. Sicher ist, dass Kreuzfahrten erst dann wieder wie vor der Krise gelingen können, wenn der ersehnte Impfstoff vorhanden ist.

Wenn auch die Kreuzfahrt langsam wieder angelaufen ist, gibt es ebenso rasch auch wieder Rückschläge. So wurden vier Besatzungsmitglieder der Roald Amundsen (Hurtigruten) positiv auf das Coronavirus getestet, und alle 160 Crewmitglieder ging es umgehend in Quarantäne. Doch Hurtigruten ist nicht der einige Kreuzfahrt-Anbieter, bei dem sich Probleme mit dem Restart ergeben haben. Auch bei Crewmitgliedern anderer Redereien, die von ihren fernen Heimatländern eingeflogen wurden, wurden Infektionen festgestellt.

Auf manche Reedereien stürzen noch weit größere Probleme ein. Manche Reedereien geben einige ihrer Kreuzfahrtschiffe zur Verschrottung bei. Die Liste der Schiffe, die auf dem Weg zur Abwrackwerft Aliaga (Türkei) sind bzw. bereits dort angelangt sind, wird stetig größer.

Die Postschiffe der Hurtigruten sind wieder in Norwegen unterwegs

Sonnenuntergang auf Kreuzfahrt in Norwegen

Hurtigruten, der weltweit führende Anbieter von Expeditions-Seereisen, der seit 1893 in polaren Gewässern unterwegs ist, rechnet mit der Aufhebung der norwegischen Reisebeschränkungen zum 15. Juli 2020, so dass dann auch deutsche Gäste an Bord der berühmten Postschiffe die norwegische Küste erkunden können. Bereits im vergangenen Monat konnte Hurtigruten ihren norwegischen Gästen einen erfolgreichen Start der Seereisen anbieten. Mittlerweile fährt Hurtigruten den Linienbetrieb mit vier Schiffen bei reduzierter Kapazität und unter strengen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen.

Nun plant Hurtigruten im August und September mit 14 von 16 Schiffen Reisen an der norwegischen Küste zwischen Bergen und Kirkenes durchführen. Bereits Ende September 2020 sollen dann bereits elf Postschiffe mit der „ schönsten Seereise der Welt“ ihre Gäste wieder erfreuen können.

Mit dem brandneuen Hybrid-Expeditionsschiff Fridtjof Nansen begeisterte die Reederei bereits am 26. Juni 2020 mit der ersten von sechs Seereisen mit Kurs auf die norwegische Küste.

Bereits in den zurückliegenden Jahren konnte Hurtigruten mit ihren Seereisen die klassischen Höhepunkte wie die Umrundung des Nordkaps, Einfahrten in den Geiranger- und den Trollfjord und Fahrten zur Inselgruppen der Lofoten ihre Gäste begeistern. Nun sollen auch wieder die deutschen Gäste mit dem Hybrid-Expeditionsschiff ab Hamburg die Reisen zu den norwegischen Fjorden erleben dürfen. Geplant sind Einfahrten zu neuen spektakulären Fjorde und der Besuch von Inseln, die abseits der ursprünglichen Hurtigruten-Route liegen.

Seit je her nimmt bei Hurtigruten die Gesundheit und Sicherheit der Gäste und Crew höchste Priorität ein. Die bisherigen umfassenden Hygiene- und Sicherheitsstandard wurden nunmehr durch neue Maßnahmen ergänzt, so beispielsweise durch eine reduzierte Gästekapazität, eine konsequente Abstandswahrung, strenge Hygieneprotokolle, Gesundheitskontrollen und Gesundheitsscreenings, häufige Temperaturmessungen an Bord. Auf der Grundlage von Reiserichtlinien der lokalen Regierung können allerdings Reiseroute und Ausflüge geändert werden.

Arosa Neustart

Neustart mit umfangreichem Hygiene- und Gesundheitskonzept

Die Rostocker A-ROSA Flussschiff GmbH hat vor dem Eintritt in die „neue Normalität“ die Umsetzung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln an Bord ihrer Schiffe bis ins Detail definiert und über 20 Maßnahmen prognostiziert, damit nach Ende der Corona-Pandemie der Restart problemlos beginnen kann. A-ROSA ist sich sicher, dass auf ihren verhältnismäßig kleinen Flussschiffen mit verhältnismäßig wenigen Gästen sich die erforderlichen Hygiene- und Abstandsregeln sehr gut realisieren lassen. Damit auch weiterhin die Sicherheit und das Wohlergehen der Gäste und Besatzungsmitglieder höchste Priorität haben, wurden die notwendigen Vorgaben und Empfehlungen sorgfältig überprüft und angepasst. A-ROSA vertraut auch darauf, dass ihre Flussschiff-Flotte mit einer Raum-Luft-Anlage ausgestattet ist, die in den Kabinen die Frischluft von außen ansaugt, filtert und zuführt, so dass jeder Bereich und jede Kabine ihre eigene Abluft und Frischluftzufuhr hat.

Im einzelnen hat das eigens eingerichtete A-ROSA Care-Team bestehend aus internen und externen Spezialisten ein detailliertes Hygiene- und Gesundheitskonzept, das sich an den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts orientiert, mit über 20 Maßnahmen erarbeitet.

Maßnahmen für Gäste vor Antritt der Flussreise

Überprüfung des Gesundheitszustandes der Gäste mittels einer Erklärung zur Reisetauglichkeit, Temperaturmessung und Kontrolle der Symptome. Alle Gäste werden dringend ersucht, nur anzureisen, wenn sie keine relevanten Symptome aufweisen.

Maßnahmen für die Gäste an Bord

Mittels Plakaten, Schiffsdurchsagen und Info-Videos werden den Gästen die neuen Verhaltensregeln kommuniziert.

An Bord gilt stets ein Mindestabstand von 1,5 Metern, der durch ein besonderes Wegleitsystem, durch entsprechende Bodenmarkierungen sowie durch eine reduzierte Auslastung der gastronomischen Bereiche ebenso umgesetzt wird wie auch durch eine geschickte Platzierung der Sitzgruppen.

Die Gäste nehmen alle Mahlzeiten am fest zugewiesenen Tisch und zu je zwei versetzten Zeiten ein. Getränkebestellungen werden direkt am Tisch aufgenommen und auch dorthin gebracht.

Es wird besonders darauf geachtet, dass alle Angebote im SPA-ROSA zunächst reduziert und unter Beachtung der festgelegten Hygiene- und Abstandsregeln durchgeführt werden. Allerdings bleibt der Saunabereich geschlossen.

Alle Unterhaltungsprogramme werden kontaktlos gestaltet und zeitlich gestaffelt angeboten.

Reduziert werden ebenso die Gruppengrößen bei Landausflügen.

In allen öffentlichen Bereichen müssen die Gäste durchgängig auf eine Mund- und Nasen-Bedeckung achten. Diese Verpflichtung gilt aber nicht zu den Essenszeiten und in den Freiluftbereichen.

Allgemeine Maßnahmen

An allen Eingängen des Schiffs, zu den Restaurants, zum Sonnendeck, zur Lounge und zu den diversen Arbeitsbereichen werden wirksame Desinfektionsmittel bereitgestellt und auch deren Nutzung regelmäßig kontrolliert.

Zuständig für die Durchführung und Einhaltung der festgelegte Regularien ist das spezielle Care-Team sowie ein Hygienemanager.

Wichtig ist auch, dass die Reinigungs- und Desinfektionsintervalle verdichtet und intensiviert werden.

Verzichtet wird auf Menükarten, Besteckständer, Papierauslagen und Dekorationen.

Der Zutritt von Externen wird nunmehr auf das notwendige Minimum beschränkt.

Maßnahmen für die Crew

Für die Besatzungsmitglieder werden in speziellen Handbüchern alle erforderlichen Regularien aufgeführt, per E-Learning und auch Vor-Ort-Schulung eingeübt.

Für die Besatzungsmitglieder gibt es versetzte Arbeits-, pausen- und Essenszeiten.

Sichergestellt wird die regelmäßige Reinigung der persönlichen Arbeitskleidung durch die Bordwäscherei.

Der Arbeitsschutz wird den spezifischen Pandemiebedingungen angepasst, ggf. auch durch das Anbringen von Plexiglasschutz in allen Bereichen.