Kreuzfahrtbranche schreibt sich den Klimaschutz auf die Fahne

Die Kreuzfahrtbranche muss ebenso wie die Autoindustrie und der Flugverkehr nach Wegen suchen, um die Treibhausgase zu reduzieren. Einige Reedereien haben bereits verschiedene Wege eingeschlagen, um dem Ziel näher zu kommen.

Royal Caribbean Cruises erzeugt als erste Reederei Strom mit Hilfe der Sonne und bestückt daher die „Equinox“ mit Solarzellen. Auch die „Solstice“ und das neue Mega-Schiff, die „Oasis of the Seas“ haben eine Photovoltaik-Anlage an Bord.

Rund drei Prozent der weltweiten Treibhausgase stammen von Schiffen. Während des Weltklimagipfels sollen die Reedereien verpflichtet werden, bis 2020 mindestens 20% weniger Treibhausgase in die Luft zu blasen.

Die meisten Schiffe fahren mit dem relativ billigeren Kraftstoff Schweröl, der aus Rückständen der Erdölverarbeitung hergestellt wird. Den teureren, etwas saubereren Dieselkraftstoff nutzen die Reedereien lediglich bei Kreuzfahrten in ökologisch sensible Regionen wie der Arktis und Anbtarktis.

Reedereien arbeiten auch an der Aufgabe, Sprit zu sparen. Die „MSC Fantasia“ benötigt beispielsweise 220 Tonnen Schweröl an jedem Kreuzfahrttag. Die Überlegungen zum Einsparen und Reduzieren zielen darauf, den Rumpf der Schiffe zu optimieren, um die Ozeanriesen mit möglichst wenigem Widerstand durchs Wasser gleiten zu lassen. Auch ein silikonbasierter Anstrich soll verhindern, dass sich Mikroorganismen am Rumpf festsetzen und somit das Fortkommen erschweren.

Die Reduzierung der Geschwindigkeit der Kreuzfahrtschiffe ist auch ein Schritt in die richtige Richtung. Hahag-Lloyd hat alle Kapitäne der Flotte angewiesen, nicht schneller als 17 Knoten zu fahren.

Der Schiffsantrieb benötigt etwa ein Drittel des Treibstoffes. Der Rest wird für das Leben an Bord gebraucht. Die Mehrzahl der Reedereien haben bereits die herkömmlichen Glühlampen gegen sparsame Leuchtmittel ausgetauscht. Strom wird auch dadurch eingespart, dass beim verlassen der Kabinen das Licht automatisch ausgeht und die Klimaanlage ihre Leistung verringert.

Die Reedereien arbeiten daran, neue Wege zu finden und ihren Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgase zu leisten.

Klimaschutz widmet sich aber auch der Müllentsorgung und Müllverwertung. Die meisten Kreuzfahrtschiffe sind mit Müllverbrennungsanlagen ausgestattet,. Ebenso versuchen sie,Papier, Glas, Metall und Plastik der Wiederverwertung zuzuführen. Sie trennen den anfallenden Müll, schreddern und pressen ihn an Bord.

Tabu für die meisten Reedereien ist, Abwasser einfach ins Meer zu leiten. Viele Kreuzfahrtschiffe haben bereits Kläranlagen an Bord. Zudem wird versucht, an Bord Wasser zu sparen, indem moderne Duschköpfe und regulierbare Toilettenspülungen eingebaut werden.

Die schwimmende Stadt

Mit der neuen „Oasis of the Seas“ erreicht die Kreuzfahrt völlig neue Dimensionen: 360 Meter lang, 63 Meter breit, bis zu 6296 Passagiere!Die „Oasis of the Seas“ deren Amphitheater am Heck eine neue Dimension im Schiffsbau erreicht hat, stellt alles Bisherige in den Schatten. 1,2 Milliarden US-Dollar soll die Reederei Royal Caribbean International in diese „schwimmende Stadt“ investiert haben.

Faszinierend sind auf dem Mega-Liner zwei parallel verlaufende Gebäudekomplexe, in deren Mitte sich ein lang gestreckter Jahrmarkt, der Board Walk, und der Central Park befinden. Diese Parklandschaft auf der Größe eines Fußballplatzes mit mehr als 12.000 Pflanzen ist diese Oase an Bord der „Oasis of the Seas“ ein Superlativ für sich.

Und eine weitere Schiffsbausensation begeistert. Mehr als 300 Balkonkabinen haben Blick auf den Central Park, und gerade diese Kabinen mit der Aussicht auf die Piazza des Parks und das abendliche Treiben vor seinen vier Restaurants werden bei den Gästen besonders gefragt sein.

Kaum zu glauben, welche baulichen Herausforderungen bewältigt wurden. So sinkt die Bar Rising Tide wie die Gezeiten langsam auf und ab, um dann wieder in zwei innenliegende Decks abzutauchen. Mit den gläsernen Aufzügen gelangen die Passagiere zur Einkaufsstraße Royal Promenade oder zum Pool- und Sportbereich, der durch zwei Flowrider für Surfer, eine Mega-Kletterwand und eine Seilbahn besticht.

Da erhält auch die Steigerungsformel eine ganz neue Version: Groß – größer – Oasis!