So haben wir selbst die Seenotsrettungsübung auf der AIDA Aura erlebt Gefahr im Innenbereich

 

Was bislang eher lästig war, aber eben dazu gehört hat, ist die Durchführung der Seenotsrettungsübung zu Beginn einer Kreuzfahrt. Heute, einer Woche nach der Katastrophe der Costa Condordia, wissen wir wie lebensrettend diese Übungen wirklich sind. Wenn sie richtig durchgeführt werden!

So haben wir die Übung auf der AIDA Aura erlebt:

Die Übung wurde per Durchsage angekündigt. Es wurde zudem darauf hingewiesen, dass die Teilnahme verpflichtend ist.

Unsere Übung begann am Morgen nach dem Auslaufen aus Palma de Mallorca.

Nach dem Signal, legten wir die Weste an und verließen unsere Kabine. Sowohl auf dem Plan in unserer Kabine, also auch auf der Schwimmweste selbst wurde unser Sammelplatz eindeutig benannt. Bereits auf dem Kabinengang standen Crewmitglieder und wiesen uns den Weg.

Unser Meinung nach, macht die AIDA hier alles perfekt. Es ist eigentlich nicht möglich, den Sammelplatz nicht zu finden. Unserer Meinung nach hervorragend.  Am Sammelplatz selbst wurden wir registriert. Somit konnte die Crew feststellen, ob alle zum Sammelplatz gehörige Passagiere auch anwesend sind.

Leider war dies nicht der Fall. Wir mussten sehr lange warten, bis sich auch die Allerletzten eingefunden haben. Es ist unfassbar, wie rücksichtslos sich manche Passagiere verhalten.

Für uns Wartenden war dies mehr als  beklemmend. Wir hatten einen Sammelplatz im INNEREN des Schiffes. Wir standen also äußerst gedrängt im Innenbereich. Die Luft war zum Schneiden, wir mussten immer mehr Aufrücken und wurden von der Crew auch dazu aufgefordert. Vielen Passagieren brach der Schweiß aus, Gäste mit Platzangst waren einer Panik nahe. Fast  eine Stunde mussten wir warten, bis die Übung beendet werden konnte. Gäste mit Kleinkindern mussten den Bereich vorzeitig verlassen.

Leider haben wir NIEMALS unser Rettungsboot auch nur zu Gesicht bekommen.

Wie gesagt, wir standen im Innenbereich. Durch die Fenster konnten wir einen anderen Sammelplatz außen sehen, hier hingen auch die Rettungsboote umgeben von anderen Passagieren, die es an der frischen Luft und genau bei den Rettungsbooten natürlich sowohl sicherer als auch angenehmer hatten.

Schon damals haben wir uns gefragt: was wäre im Falle eines Unglücks? Hätten wir überhaupt eine Chance ein Rettungsboot zu erreichen. Panik würde im Innenbereich ausbrechen. Wir hätten keine Möglichkeit überhaupt zu einem Rettungsboot zu gelangen, vor allem wenn man sich den Ernstfall vorstellt.

Unserer Meinung nach ist ein Sammelpunkt im Schiffsinneren untragbar und eigentlich auch unfassbar!  Diese Sammelpunkte stellen einen gravierenden Sicherheits Nachteil für die betreffenden Gäste dar, insbesondere da es ja schon im Laufe der reinen Übung zu Beklemmungen und Panikattacken kam.

Die Reederei sollte dringend überdenken, ob dieser Sammelplatz überhaupt zweckdienlich ist und am Ende nicht vielleicht sogar das Überleben einiger Passagiere gefährdet.